anstoss

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Einst pflückte sie Blumen und stahl Honig, doch jetzt ist sie in den Fängen des Bösen, der sie in sein Verlies sperrt, um ihr Schicksal zu besiegeln.

Woran man mal wieder sehen kann: Trau keinem Fremden, auch wenn er noch so plüschäugig ist.

Es gibt nichts auf dieser Welt, über das man nicht bloggen könnte – Zugriffszahlen sind bekanntlöich alles. Also, wer kein N24-TV sein eigen nennt oder wie die Papst-Dauer-TV-Station heute heißen mag: Es gibt Blogs. Hier meine Quelle, allerdings muss ich hinzufügen: über Mario Sixtus.

Breakingnewsblog - Papst

Das Papst Blog (englisch)

Und außerdem: hier und hier und offiziell auch hier, beim kath.net (kein Blog).

Was ich beinahe vergessen hätte - eine Wette gefällig?

Nein, heute gibt es keinen Sex. Aber es riecht nach Frau. Hier.


Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – fast immer sonntags


Der Papst ist tot. Theresa Marie Schiavo ist tot. Harald Juhnke ist tot. Sie alle verließen die Welt unter Gebrauch von sehr viel Druckerschwärze – zu viel Druckerschwärze, wie ich meine – und vor allem viel zu viel Filmmaterial.

Ich sage es ihnen allen ehrlich und aus vollem Herzen: Ich hätte mir die Interviewpartner der Nachrichtensender auf dem Petersplatz gerne allesamt weggewünscht, samt Dieter Kronzucker, als für den Papst die letzten Stunden nahten. Nein, ich mache keinen Hehl daraus, diesen Papst nicht gemocht zu haben, aber hat nicht jeder Sterbende, wie auch jeder Trauernde, ein Recht auf Ruhe?

Es scheint, als hätte niemand mehr Ruhe. Nicht einmal im Sterben. Es mag ja sein, dass Theresa Marie Schiavo ein Mensch ist, an dem sich die Moralfrage stellt – aber dann darf, soll und muss sie im Familienkreis erörtert werden, und sei ihr Fall auch noch so kontrovers: Privatheit geht vor Öffentlichkeit. Haben wir das schon vergessen?

Über Harald Juhnke will ich nicht lange schreiben. Er ist ein Opfer jenes Medienzeitalters, in dem man jeden Schwachsinn als Unterhaltung verkaufen kann – und es auch eifrig tut, inklusive der Vermarktung eines Alkoholikers als Alkoholiker. Schönes Vorbild für die Jugend.

Ich möchte noch einmal auf den Tod des Papstes zurückkommen. Ich habe schon geschrieben, wie erbärmlich ich das Verhalten gewisser Fernsehsender finde, die bereits Tage vor seinem Tod den ganzen Tag einen Quasi-Nachruf sendeten – offenbar mit Materialien aus dem Vatikan. Doch ich habe etwas sehr oft gehört, nämlich dies: dass dieser Papst ein Vorbild der Jugend gewesen sei.

Was mich dazu verleitet, über Vorbilder nachzudenken. Als ich jung war, konnte sich zum Leidwesen der Vorgängergeneration niemand mehr für den griechischen Geist noch für den schillerschen Jüngling erwärmen (der lustvolle Goethe stand erst gar nicht zur Debatte). Man versuchte uns Albert Schweitzer zu verkaufen, doch der war weit weg, wo wir uns nicht einmal hindenken konnten. Doch wer sollte es sein: der Dalai Lama? Schwester Theresa? Junggesellen und Junggesellinnen als Vorbilder? Machen wir mal halblang: Ich stamme aus einer Generation, in der die Väter und Großväter nur schwerlich Vorbilder sein konnten, weil sie (wenngleich nicht alle, sondern meist nur die „besseren“ Leute) an den Verbrechen der Nazis wenigstens mittelbar beteiligt waren.

Heute soll nun also der Papst Vorbild sein, aber warum?

Weil er, so Herr Kronzucker in einem der geschwätzigen Interviews der letzten Tage, standhaft sei und heute so und morgen eben auch noch so sage, im Gegensatz zu ihren Eltern, wie es hieß, die ihre Meinung ständig wandelten.

Da haben wir den Salat. Eine Jugend ohne Maßstäbe sucht sich die Messlatten dort, wo ganz andere Dimensionen gelten. Statt dem Großvater, dem Vater oder dem Onkel nachzueifern (die Feministinnen unter ihnen dürfen dies durch Großmutter, Mutter und Tante ersetzen), suchen sie sich Vorbilder, die letztlich keine sind – weil sie nicht erreichbar sind. Vielleicht sollten diese Kids ihren Eltern lieber einmal zuhören, von ihren Erfahrungen profitieren und lernen, dass eine starre Haltung schnurstracks in den Abgrund führt?

Unsere Welt verlangt, dass wir um einen festen weltanschaulichen Kern eine flexible Handlungsweise entwickeln – und zwar, damit sich die an sich recht erfolgreiche Art „Mensch“ auch in Zukunft noch behaupten kann. Ideologie, sei sie weltlich oder geistlich, ist das Letzte, was wir gegenwärtig brauchen können – davon haben wir, zumal in Deutschland, schon viel zu viel.

Habe ich zu viel nachgedacht heute – zu viel Nachdenkliches geschrieben? Vielleicht, meine Leser, sollten sie sich alle wieder daran erinnern, dass es ein schöner Tag ist, voller Licht und Frohsinn, ein Tag der Liebe und Freude, des Frohsinns und der Hoffnung - ein Frühlingstag eben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiterhin einen schönen Sonntag.

Seit in diesen Tagen befürchtet wurde, dass der Papst wohl sterben würde, gab es bereits Auszüge aus den vorfabrizierten Nachrufen – und gestern Vormittag, als der Papst noch nicht verstorben war, hörte es sich auf manchem Nachrichtensender an, als sei er bereits tot: Mehrfach sagten die Sprecher: „Dieser Papst war ...“, und nicht selten hieß es auf einem Sender, „der heilige Vater war“ - der "heilige Vater" ist der Papst aber nur für Katholiken.

Freilich war dieser Papst ein wichtiger Mann – vor allem, weil er eine große Außenwirkung hatte – der Reisepast, der Friedenspapst, der Papst der Jugend, der Versöhner der Religionen. Das alles haben wir ja zur Genüge gesehen als Bildmaterial.

Aber – dieser Papst war auch ein umstrittener Papst. Nach innen war er streng und kompromisslos und vertrat halsstarrig alle Thesen, die den Katholizismus für andere Christen so unerträglich machen: von der Marienverehrung über das Zölibat bis hin zu den Heilig- und Seligsprechungen.

Die katholische Kirche hat einen ehrenwerten Priester, die Menschheit einen versöhnlichen Menschen und die Welt einen Botschafter des Friedens verloren. Für den Katholizismus uns seine Anhänger mag der Tod eines Papstes noch mehr bedeuten – aber ich bin kein Katholik.

Mit der Malev nach Oslo? "Die Malev fliegt nicht nach Oslo", sagt uns die äußerlich wie auch innerlich etwas angejahrte, robust aussehende Dame im Reisebüro.

Freilich hat die Malev gerade Direktflüge nach Oslo angekündigt, und als Malev Duna-Mitglied weiß ich dies längst, aber eben nicht die Dame im Reisebüro. Auch ein Auszug aus dem Internet überzeugt sie nicht: Ihr Computer zeigt keine derartigen Flüge an – kann er auch nicht, wenn sie mit heutigem Datum guckt, denn Flüge gibt es erst ab 2. Mai. Nun will ich aber noch einen kostenlosen Malev-Flug mit der Oslo-Reise kombinieren: Für Duna-Mitglieder angeblich kein Problem, doch die Dame sagt uns deutlich, was sie von uns hält: „Wissen sie, diese Angebote sind für Ungarn gemacht, damit sie preiswert ins Ausland fliegen können“.

Was davon stimmt oder nicht, muss ich demnächst bei der Malev in Zürich herausfinden, und ich bin sicher, dort bekomme ich meine Tickets, wie ich sie gerne hätte, ohne den verdeckten Hinweis: „Warum wollt ihr Ausländer eigentlich mit unserer eigenen ungarischen Fluglinie umsonst fliegen?“

Die Malev fliegt neuerdings übrigens nicht nur von Budapest nach Oslo, sondern auch noch nach Cork, Malaga und Göteborg. Da ich gerade gesehen habe, dass Cork europäische Kulturhauptstadt ist, wird meine Wahl wohl auf die schöne irische Stadt fallen.

Glauben sie nur nicht, dass Antiquitäten in Budapest billig sind – aber es gibt sie in Mengen, sodass man eine sehr schöne Auswahl hat. Jugendstilmöbel, von denen man anderwärts nur träumen kann, Art Deco und was sonst noch gut und teuer ist. Falls sie also mal nach Budapest kommen sollten – versäumen sie nicht, eines der vielen hundert Geschäfte zu besuchen – oder am besten eine ganze Straße voller Antiquitätenläden, zum Beispiel in der Falk Miksa Ut., in der sich die Händler zum Teil auf bestimmte Stilrichtungen spezialisiert haben. Interessant sind auch Gemälde aus dem vorvorigen Jahrhundert – ab ca. 400 Euro bekommt man bereits Gemälde ganz ausgezeichneter Künstler.

 

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