Johann Eekhoff ist der Sprecher der „Stiftung Marktwirtschaft“ – und er fordert ganz unverblümt die „Halbierung der Rente für Kinderlose“. Natürlich wissen wir nicht, was im Kopf von Herr Eekhoff vorgeht, und natürlich sind Forschung und Lehre frei. Aber vielleicht sollten sich die Damen und Herren, die solches fordern, einmal überlegen, dass die Rentenversicherung nicht restlos zum Spielball der Politik (oder eben auch der Wissenschaft) verkommen darf.
Das Beste, was man heute über Herrn Eekhoff sagen kann, ist, dass er instinktlos ist, so etwas in der BILD-Zeitung zu fordern. Man könnte diese unverschämten Äußerungen selbstverständlich auch noch mit anderen Attributen belegen – und ich hoffe, dass wenigstens die Verbände heute jene klare Sprache finden, die nötig ist, um Herrn Eekhoff und seine Gesinnungsbrüdern energisch in die Schranken zu weisen.
Das Beste, was man heute über Herrn Eekhoff sagen kann, ist, dass er instinktlos ist, so etwas in der BILD-Zeitung zu fordern. Man könnte diese unverschämten Äußerungen selbstverständlich auch noch mit anderen Attributen belegen – und ich hoffe, dass wenigstens die Verbände heute jene klare Sprache finden, die nötig ist, um Herrn Eekhoff und seine Gesinnungsbrüdern energisch in die Schranken zu weisen.
sehpferd - am Donnerstag, 16. März 2006, 12:23 - Rubrik: zeit geschehen
wvs meinte am 17. Mrz, 12:05:
Ein - zugegeben - provokanter Ansatz ....
von dem Sie da schreiben.Ich gebe aber zu bedenken:
Ich zahle derzeit mehr pro Monat in die Rentenversicherung ein als ich jemals bekommen werde.
Daneben habe ich zwei studierende Kinder - ich überlasse es gern den Lesern auszurechnen, welche Kosten da entstehen - die später aufgrund ihrer Ausbildung zu den sogenannten "Besserverdienenden" gehören werden.
Wenn ich nun von den Kindern direkt das Geld bekommen würde, was beide später in die Rentenversicherung einzahlen werden, dann brauchte ich mir um meine Zukunft keine Sorgen zu machen .... wer keine Kinder hat - nach dieser Rechnung - schon!
Nun wird immer das Argument angebracht, das sei "solidarisch", "sozial" - offensichtlich nur für jene, die jetzt Urlaub rund um die Welt machen, es sich gut gehen lassen, nie nächtens in Sorge an Kinderbetten saßen, und immer hofften, genug "erzogen" zu haben, damit ihre Kinder nicht "auf die schiefe Bahn" abgleiten .... während ich also viel Geld in eine Ausbildung meiner Kinder investiere kaufen andere Menschen - die ohne Kinder - sich Wohnungen, reisen um die Welt und leisten sich Luxusgüter - und wollen dann genau von den Kindern anderer Menschen ihre Altersversorgung beziehen .... !
Nun frage ich Sie:
Wo ist da der Ausgleich?
Wenn jetzt noch das Argument käme, meine Kinder studierten ja "auf Kosten der Allgemeinheit" - dann kann ich nur lachen! Wofür bezahle ich z.B. Steuern (und meine Frau auch, nicht zu knapp!). Von den mittlerweile horrenden Studiengebühren will ich nicht einmal reden ....
Als Fazit bleibt:
- Ich zahle mein Leben lang - aus "Solidarität" - für jene mit, die weniger leistungsfähig sind, anstatt das Geld nach meinem Gutdünken anlegen zu können ....
- Ich zahle für den Unterhalt meiner Kinder so lange, bis sie selbst verdienen - Kosten, deren Äquivalent andere Menschen in den Konsum schaufeln ....
- und wenn ich dann selbst Geld brauche, im Ruhestand, wird das verfügbare Aufkommen durch die "Sozialversicherungszahler", die ich in die Welt gesetzt habe, nicht mir, sondern zu einem überwiegenden Teil jenen ausgezahlt, die die Verantwortung für Kinder aus dem einen oder anderen Grunde nicht haben wollten ....
Bolle Lehmann antwortete am 18. Mrz, 02:53:
Bei mir könnte schon fast der Eindruck enstehen Sie betrachten Ihre Kinder als Geldanlage. Wo kommen wir dann hin wenn Kinder nur um der Rente willen in die Welt gesetzt werden??
wvs antwortete am 18. Mrz, 18:04:
Der Vorwurf prallt an mir ab ....
denn ein Weblog - so habe ich es an anderer Stelle schon geschrieben - ist nicht der Ort über Freude an, Erfolge der und gemeinsame Erlebnisse mit den Kindern zu berichten .... und damit ich es deutlich sage: Meine Kinder sind bestimmt nicht der Rente wegen da ....
sehpferd antwortete am 19. Mrz, 22:48:
Ohne Ihnen persönlich ...
zu nahe zu treten ... aber ich zahle für alle Kinder mit, die in Deutschland geboren werden - durch meine Steuern. Und: Anders als in vielen anderen Länderhn zahlen Sie, wie andere deutsche Eltern auch, nicht einen winzigen Cent Schulgeld. Das mag alles so richtig sein, und ich beklage mich nicht deswegen . Aber für Eltern dürfte es eigentlich ebenfalls keinen Grund geben, sich zu beklagen, oder? Wie wäre es (wie anderweitig bereits erwähnt) mit - Dankbarkeit?
wvs antwortete am 20. Mrz, 00:42:
Ich fühle mich auch dadurch nicht betroffen ....
denn was Sie völlig vergessen ist, daß auch meine Frau und ich Steuern zahlen. Allenfalls könnten Sie mir daher die Differenz zwischen dem was Sie zahlen und dem was ich zahle vorhalten .... die Differenz* beträgt ca. € 570,- eventuell plus Kindergeld - und nun müssen Sie mir erklären, wie man von diesem Geld: Wohnraum, Nahrung, Bekleidung, Spielzeug, Gebühren, Betreuung etc. bezahlen soll, ohne von dem restlichen, mit ihrem Einkommen identischen Geld zuzuschießen ....Ich möchte bestimmt weder eine Neid- noch eine Jammerkampagne losbrechen: Es bleibt aber ein Faktum, daß Eltern weniger Geld für den sogen. "Konsum" zur Verfügung haben - es sei denn man meint den Konsum für das Kind ....
Ketzerisch gefragt:
Wieviele Interessenten für ihre Wohnung hatten ein oder zwei Kinder - und wie viele Interessenten waren kinderlos?
* [Annahme: €60.000,- /p.a.; 13. €5.000,- / KV 14% / ohne Kind= StKl. I ; mit Kind= StKl. III]. Ich habe bewußt einen Betrag, bzw. ein Kind angenommen - alles andere wäre auch nur fiktiv und ändert nichts an der grundsätzlichen Relation!
sehpferd antwortete am 20. Mrz, 06:28:
Zur Steuer
Da stimmte etwas nicht ganz: Ich zahle ja für Ihre Kinder mit, ohne dass ich etwas davon hätte (wie bereits mehrfach gesagt: ich finde das sogar noch in Ordnung). Auch finde ich ganz richtig, dass Sie (vermutlich) kein Schulgeld zahlen - das zahle ich nämlich auch noch mit. Dass Sie auch noch Steuern bezahlen, ist ja nur richtig: Schließlich bezahlen wir alle Steuern ja nicht nur für Kinder, sondern um Staat und Gesellschaft tragfähig zu halten.Zur Wohnung
Meine Wohnung gehört ja in die Kategorie der betont günstigen Angebote - so dass ernsthafte Interessenten meist 1 - 2 Kinder haben. Ich muss Ihnen nicht sagen, dass es sich dabei zumeist um Ausländer handelt, nicht wahr? Sie denken nämlich (bei gleicher Steuerlast) etwas anders über Kinder. Allerdings ist die Wohnung nach heutiger Sichtweise eher für ein kinderloses Paar geeignet, obwohl sie Anno 1948 für eine Familie mit mindestens 2 Kindern konzipiert wurde. Daran kann man wieder die heutige Anspruchshaltung erkennen.
la-mamma meinte am 17. Mrz, 17:36:
oder man nennt es umlageverfahren
und das dürfte nicht nur in d und ö an seine grenzen gelangt sein.wobei ich hier keinesfalls für die nicht solidarischen ansätze plädieren will - allerdings sehr wohl für etwas pragmatischeres denken in diesem bereich und klares aufzeigen der "milchmädchenrechnungen", mit denen auch manch ein politiker (eher die linken aber das sei nun auch dahingestellt ...) populistisch stimmen fangen will ...
Bolle Lehmann meinte am 20. Mrz, 18:39:
Herr VWS.Es hätte mich jetzt auch gewundert, wenn Sie gegen meinen Vorwurf nicht protestiert hätten.
Heute kann allerdings kaum jemandem ein Vorwurf gemacht werden, daß der vor vielen Jahren geschlossene Generationsvertrag heute nicht mehr so gut funktioniert.
Im Übrigen zahlen bereits heute die kinderlosen und unverheirateten mehr Steuern (Siehe verschiedene Steuerklassen).
Das, das nicht ausreicht, falsch dimensioniert ist liegt sicherlich nicht an mir. In diesem Fall ist die Finanzpolitik gefragt.


