glaube und aberglaube
Nackt vor dem Therapeuten sitzen - nicht in der Seele, sondern im wahrsten Sinne des Wortes. Was heute als Fantasie eines verwirrten Schreiberlings erscheint, war einmal eine Realität: Aber welche? Zeitzeugen sind eben durch nichts zu ersetzen - denn Wikipedia schwieg - der Psycho-Bom der 1970er Jahre ist für das Internet ein Bermuda-Dreieck.
Also hier einmal schauen: Nacktencounter.
Also hier einmal schauen: Nacktencounter.
sehpferd - am Montag, 12. Oktober 2009, 09:00 - Rubrik: glaube und aberglaube
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Dass Psychotherapie und Aberglaube manchmal gewisse liebevolle Annäherungen durchscheinen lassen, mag in Österreich ja noch angehen - aber dass der ORF so einen Unfug verbreitet, eigentlich nicht mehr. Die Antwort hier.
sehpferd - am Montag, 1. Oktober 2007, 11:07 - Rubrik: glaube und aberglaube
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, will offenbar einen Rekord beim Aneinanderreihen von Unwörtern aufstellen. Er sprach nämlich von einer „Verzweckung“ der menschlichen Sexualität, die von „den Medien mit suggestiver Wucht“ betrieben würde und gleich danach von dem „Geschäft mit der Versuchlichkeit“, für das es einen „Riesenmarkt“ gäbe.
Verzweckt und versuchlicht – was mag er damit gemeint haben? Nun, erzählt ist es schnell: Der Kardinal behauptet, bei jungen Menschen würde der Reifungsprozess „brutal abgewürgt“ – durch Sex, selbstverständlich, und vor allem würden sie zu reinen Sexmaschinen verkommen, denn sie betrachteten des Sex als „rein funktional“. Nebenbei „offenbare sich“ auch noch eine „schlimme Sprachlosigkeit“, und insgesamt sei eine „Demontage“ am Werk.
Doch nicht alle sind schlecht, und der Kardinal zeigt den Weg: Die Jugendlichen müsste wieder von „Keuschheit und Reinheit“ sprechen lernen, damit sie wieder Zugang zu einem „ganzheitlichen Verständnis“ der menschlichen Sexualität kommen – und mit diesem Verständnis sollten sie dann auch heiraten, denn „die Keuschheit ist auch die beste Vorbereitung auf die Ehe“.
Natürlich herrscht in Deutschland Meinungsfreiheit, und auch der Herr Kardinal darf natürlich sagen, was er denkt. Nur: Was sollen die Jugendlichen bitte von einem Junggesellen mit Keuschheitsgelübde halten, der sie über Sexualität und Ehe spricht, als lebte er mitten drin?
Verzweckt und versuchlicht – was mag er damit gemeint haben? Nun, erzählt ist es schnell: Der Kardinal behauptet, bei jungen Menschen würde der Reifungsprozess „brutal abgewürgt“ – durch Sex, selbstverständlich, und vor allem würden sie zu reinen Sexmaschinen verkommen, denn sie betrachteten des Sex als „rein funktional“. Nebenbei „offenbare sich“ auch noch eine „schlimme Sprachlosigkeit“, und insgesamt sei eine „Demontage“ am Werk.
Doch nicht alle sind schlecht, und der Kardinal zeigt den Weg: Die Jugendlichen müsste wieder von „Keuschheit und Reinheit“ sprechen lernen, damit sie wieder Zugang zu einem „ganzheitlichen Verständnis“ der menschlichen Sexualität kommen – und mit diesem Verständnis sollten sie dann auch heiraten, denn „die Keuschheit ist auch die beste Vorbereitung auf die Ehe“.
Natürlich herrscht in Deutschland Meinungsfreiheit, und auch der Herr Kardinal darf natürlich sagen, was er denkt. Nur: Was sollen die Jugendlichen bitte von einem Junggesellen mit Keuschheitsgelübde halten, der sie über Sexualität und Ehe spricht, als lebte er mitten drin?
sehpferd - am Freitag, 18. März 2005, 18:13 - Rubrik: glaube und aberglaube
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Eigentlich wollte ich heute über einen Feiertag schreiben, der keiner ist: „Hl. 3 Könige“ steht wohl in manchen Kalendern. Doch dann entdeckte ich, dass ich darüber bereits am 6. Januar 2004 ausführlich geschrieben hatte.
Ich habe dem Artikel nichts Neues hinzuzufügen, außer dem: Wirkliches Christsein, römisches Christentum und Volksglauben unterscheiden sich wie Gold, Weihrauch und Myrrhen – den Geschenken der „Weisen aus dem Morgenlande“, wie sie der Evangelist Matthäus nannte.
Ich habe dem Artikel nichts Neues hinzuzufügen, außer dem: Wirkliches Christsein, römisches Christentum und Volksglauben unterscheiden sich wie Gold, Weihrauch und Myrrhen – den Geschenken der „Weisen aus dem Morgenlande“, wie sie der Evangelist Matthäus nannte.
sehpferd - am Donnerstag, 6. Januar 2005, 11:14 - Rubrik: glaube und aberglaube
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Zehn Gebote, sieben Hauptsünden, sechs Sünden gegen den HG, sechs Kirchengebote, neun Wege, an den Sünden eines anderen teilzuhaben und vier Sünden, die zum Himmel schreien. Hoffentlich findet sich der Herr Pfarrer da noch durch.
sehpferd - am Dienstag, 4. Januar 2005, 19:18 - Rubrik: glaube und aberglaube
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Jetzt, nachdem das christliche Weihnachtsfest vorbei ist, dürfen wir wohl auf den Boden der Tatsachen zurückkommen. Jetzt dürfen wir beiden christlichen Kirchen wohl wieder sagen, dass es ein Christentum ohne Erbsünde, ohne Jungfrauengeburt und ohne Dreifaltigkeit gibt.
Jetzt – spätestens jetzt – sollten wir den Christen wohl wieder sagen, dass sie eine andere Aufgabe haben als sich den Himmel zu verzuckern und zu verkitschen: Sie sollen, wenn es denn geht mit Freude und Zuversicht, ihren Mitschwestern und Mitbrüdern dazu verhelfen zu Nahrung, Frieden, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit zu kommen. Das wiegt mehr als alle Evangelien zusammen.
Jetzt – spätestens jetzt – sollten wir den Christen wohl wieder sagen, dass sie eine andere Aufgabe haben als sich den Himmel zu verzuckern und zu verkitschen: Sie sollen, wenn es denn geht mit Freude und Zuversicht, ihren Mitschwestern und Mitbrüdern dazu verhelfen zu Nahrung, Frieden, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit zu kommen. Das wiegt mehr als alle Evangelien zusammen.
sehpferd - am Sonntag, 2. Januar 2005, 18:33 - Rubrik: glaube und aberglaube
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wer sich einmal ausführlich darüber ärgern will, dass Menschen ihre Zeit damit verschwenden, die Genesis wissenschaftlich zu „beweisen“, dann sei ihm diese Webseite empfohlen. Bewiesen wird hier natürlich nichts, sondern alles in Zweifel gestellt, was als wissenschaftliche Erkenntnis Allgemeingut ist.
Nach einem Bericht von „jesus.ch“ hat man nun dort „bewiesen“, dass die Menschheit allenfalls 10.000 Jahre alt sein könne. Meint jedenfalls Herr Dipl. Ing. Hansruedi Stutz, denn der hat es errechnet – anhand einer Hochrechnung der Reproduktionsrate.
Ob er bei Spatzen wohl zu dem Ergebnis gekommen wäre, dass seit dem Auftreten des ersten Sperlings auf Erden mittlerweile auf jedem Quadratzentimeter der Welt je ein Spatz sitzen müsste? Ich weiß es nicht – aber ich bin ja auch kein kluger Diplom-Ingenieur. Nur weiß ich eines: Dass im Laufe der Evolution ganze Menschengeschlechter, Stämme und Völker untergegangen sind.
Nach einem Bericht von „jesus.ch“ hat man nun dort „bewiesen“, dass die Menschheit allenfalls 10.000 Jahre alt sein könne. Meint jedenfalls Herr Dipl. Ing. Hansruedi Stutz, denn der hat es errechnet – anhand einer Hochrechnung der Reproduktionsrate.
Ob er bei Spatzen wohl zu dem Ergebnis gekommen wäre, dass seit dem Auftreten des ersten Sperlings auf Erden mittlerweile auf jedem Quadratzentimeter der Welt je ein Spatz sitzen müsste? Ich weiß es nicht – aber ich bin ja auch kein kluger Diplom-Ingenieur. Nur weiß ich eines: Dass im Laufe der Evolution ganze Menschengeschlechter, Stämme und Völker untergegangen sind.
sehpferd - am Freitag, 17. Dezember 2004, 08:44 - Rubrik: glaube und aberglaube
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Es gibt sie in Deutschland, die fanatischen Fundamentalisten, die „Parallelgesellschaften“ aufbauen, in denen Frauen geknechtet und entmündigt werden, dies aber niemals zugeben dürfen.
Die „taz“ hat eine entdeckt.
Die „taz“ hat eine entdeckt.
sehpferd - am Donnerstag, 16. Dezember 2004, 21:45 - Rubrik: glaube und aberglaube
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Das Abfälligste und gleichwohl Verblüffendste, was ich jemals über die christliche Religion hörte, war der Satz eines Redakteurs in einer kalten Winternacht in der „Neuen Vahr“ zu Bremen, der schlicht sagte, er habe noch nie verstanden, warum man hierzulande eine Religion aus dem Orient pflege.
Tatsächlich kommen Kultur, Sittengeschichte und Lehrbuch aus der Levante, also dem Morgenland. Gerade jetzt hören wir wieder die blumige Erzählung von der Geburt des Religionsstifters, wie sie Lukas erzählt hat, der sie für Theophilus aufschrieb. Nicht, dass wir diese Geschichte nicht lieben würden. Bei Matthäus kommen gar noch „Weise aus dem Morgenland“ dazu, die ihm „Gold, Weihrauch und Myrrhe“ schenkten. Alles zusammen gibt dann das romantische Weihnachten, wie wir es kennen: Das Paar, die Krippe, der Religionsstifter als Säugling, die Hirten, Engel, drei „heilige Könige“, Esel und Kuh.
Wenn doch schon die mosaische und die christliche Religion aus dem Orient kommen und wie beide Religionen in diesem Land als prägend für unsere Kultur ansehen, warum darf dann bitte nicht auch noch eine dritte religiöse Kultur aus dem Orient in Europa einziehen?
Ich weiß, was sie sagen werden: Nur der Religionsstifter sei aus dem Orient, die Religion selbst sei aber weitgehend in Rom geprägt worden und damit abendländisch. So kann man sich eben alles so zurechtlegen, wie man es gerne hätte.
Tatsächlich kommen Kultur, Sittengeschichte und Lehrbuch aus der Levante, also dem Morgenland. Gerade jetzt hören wir wieder die blumige Erzählung von der Geburt des Religionsstifters, wie sie Lukas erzählt hat, der sie für Theophilus aufschrieb. Nicht, dass wir diese Geschichte nicht lieben würden. Bei Matthäus kommen gar noch „Weise aus dem Morgenland“ dazu, die ihm „Gold, Weihrauch und Myrrhe“ schenkten. Alles zusammen gibt dann das romantische Weihnachten, wie wir es kennen: Das Paar, die Krippe, der Religionsstifter als Säugling, die Hirten, Engel, drei „heilige Könige“, Esel und Kuh.
Wenn doch schon die mosaische und die christliche Religion aus dem Orient kommen und wie beide Religionen in diesem Land als prägend für unsere Kultur ansehen, warum darf dann bitte nicht auch noch eine dritte religiöse Kultur aus dem Orient in Europa einziehen?
Ich weiß, was sie sagen werden: Nur der Religionsstifter sei aus dem Orient, die Religion selbst sei aber weitgehend in Rom geprägt worden und damit abendländisch. So kann man sich eben alles so zurechtlegen, wie man es gerne hätte.
sehpferd - am Donnerstag, 16. Dezember 2004, 10:03 - Rubrik: glaube und aberglaube
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Antony Flew ist ein atheistischer Philosoph, und wenn man dem „kath.net“ Glauben schenken würde, dann hätte er gerade die Existenz Gottes in Erwägung gezogen. Was er wirklich gesagt hat und gegenüber einem Freund auch wiederholen mochte, steht hier.
Das Netz der Katholiken freilich interpretierte es anders: Demnach habe Flew seine Meinung über Gott geändert, nachdem „biologische Forschungen“ gezeigt hätten, dass eine „Intelligenz“ in das Geschehen der Erschaffung des Lebens auf der Erde eingebunden sein müsse.
Das klingt nun so, als hätte einer der bedeutendsten Köpfe des Atheismus im Alter (er ist inzwischen 81 Jahre alt) plötzlich Gott entdeckt – das Katholikennetz schreibt gar, er habe gerade etwas „bekannt“.
In Wahrheit allerdings hat sich Flew nur ein wenig in der modernen Biologie umgesehen und dabei festgestellt, dass intelligente Prozesse, wie beispielsweise die Wirkungsweise der DNS, das Lebendige gestalten – nicht ganz neu, mit Verlaub. Neu ist nur, dass sich auch Philosophen damit beschäftigen.
Bleibt die Frage, ob dadurch eine höhere Intelligenz bewiesen werden kann - doch dazu müsste man erst einmal definieren, was Intelligenz überhaupt ist – sicher etwas mehr als die bloße Weitergabe von Erbinformationen mit Variationen. Denn obgleich die DNS ein Wunderwerk der Natur sind, dienen sie doch nur der biologischen Informationsverarbeitung: so, wie der Computer, mit dem dies geschrieben wurde, der Informationsverarbeitung für Firmen und Organisationen dient. Wer will, mag sogar einem Teesieb noch Intelligenz zuschreiben.
Ob das alles mit Gott irgendetwas zu tun hat? Ich bezweifele es.
Das Netz der Katholiken freilich interpretierte es anders: Demnach habe Flew seine Meinung über Gott geändert, nachdem „biologische Forschungen“ gezeigt hätten, dass eine „Intelligenz“ in das Geschehen der Erschaffung des Lebens auf der Erde eingebunden sein müsse.
Das klingt nun so, als hätte einer der bedeutendsten Köpfe des Atheismus im Alter (er ist inzwischen 81 Jahre alt) plötzlich Gott entdeckt – das Katholikennetz schreibt gar, er habe gerade etwas „bekannt“.
In Wahrheit allerdings hat sich Flew nur ein wenig in der modernen Biologie umgesehen und dabei festgestellt, dass intelligente Prozesse, wie beispielsweise die Wirkungsweise der DNS, das Lebendige gestalten – nicht ganz neu, mit Verlaub. Neu ist nur, dass sich auch Philosophen damit beschäftigen.
Bleibt die Frage, ob dadurch eine höhere Intelligenz bewiesen werden kann - doch dazu müsste man erst einmal definieren, was Intelligenz überhaupt ist – sicher etwas mehr als die bloße Weitergabe von Erbinformationen mit Variationen. Denn obgleich die DNS ein Wunderwerk der Natur sind, dienen sie doch nur der biologischen Informationsverarbeitung: so, wie der Computer, mit dem dies geschrieben wurde, der Informationsverarbeitung für Firmen und Organisationen dient. Wer will, mag sogar einem Teesieb noch Intelligenz zuschreiben.
Ob das alles mit Gott irgendetwas zu tun hat? Ich bezweifele es.
sehpferd - am Dienstag, 14. Dezember 2004, 19:24 - Rubrik: glaube und aberglaube






