anstoss

  sehpferdvs sehpferds magazin für anstöße und anstößiges
Es ist mal wieder Sonntag, und das sehpferd ist nach einem Totalausfall nun wieder in der Lage, Wasserflöhe zu futtern. Demzufolge fällt das Algengeblubber heute etwas persönlicher aus als sonst – und vor allem: Völlig fußballfrei. Nach Ansicht eines katholischen Internet-Traktätchens war am sechsten Juni anno 2006 ohnehin nicht der Beginn des unsäglichen Wadenspektakels, sondern –man staune – der Beginn der Hurerei. Der Link ist auf meinen neuen Seiten.

Ich muss etwas gestehen: mein Computer ist krank. Aber geblubbert habe ich, wie jeden Sonntag, auch an diesem Pfingstsonntag, freilich hier.

Etwas Bescheuertes gibt es hier und eine nackte Mutter mit Bezug zur Jahreszeit hier.

Nur, falls sie mich hier vermisst hatten.

Man kann sich auf mich verlassen – wenn ich sage, dass ich ein Blog schließe, dann mache ich es auch wahr. Ich habe hier eine lange, sinnreiche Lehrzeit verbracht, die ich nicht mehr missen möchte. Sie hat mir die Augen geöffnet für die Möglichkeiten, die dieses neue Medium bietet und gleichzeitig die Grenzen aufgezeigt. Ich habe mit anderen geliebäugelt, habe 20six versucht und blogg.de – und kann sagen – die Qualität von Twoday ist heute wieder ganz vorzüglich. Offenbar hat man aus der einige Wochen zurückliegenden Krise gelernt.

Die Tatsachen und Meinungen, die ich hier las, hielten sich meist mindestens in den Grenzen des guten Geschmacks und gelegentlich waren sie gar äußerst qualifiziert – und wenn nicht dies, dann waren sie doch amüsant. Twoday ist nach wie vor ein bisschen anderes, ein bisschen intellektueller, und manchmal eben auch ein bisschen frivoler.

Anderwärts treffe ich bei weitem mehr Rüpel, Linksgehirne mit Ex-DDR-Inhalten und andere gefährliche politische Agitatoren, die sich gegenseitig aufheizen. Manchmal nehme ich sie ernst, und manchmal frage ich mich, ob Bloghoster nicht besser eine Kindergärtnerin einstellen sollten.

Wie immer, wenn es einen Abschied gibt, bleibt auch ein bisschen Wehmut. Noch ist nicht ganz klar, wo ich meine „Budapest Letters“ hosten werde – es könnte eine Sparte des eigenen Blogs werden oder aber auch ein Teil von Twoday.

Wir werden sehen – und vielleicht sehen wir uns ja wirklich einmal in Budapest, der wunderschönen Metropole der ungarischen Republik.

Wenn Sie dies kommentieren oder mit mir in Kontakt treten wollen – es steht in einer Spiegelversion auch in meinem neuen Journal zur Verfügung.

Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – meist Sonntags

Diese Woche ist eines mal wieder klar: Erste Dinge zuerst. Das bedeutet gegenwärtig: Eine Wohnung in Deutschland verkaufen, eine andere vermieten, in Budapest letzte Details des Umbaus besprechen, die Zeitpläne erneut anpassen – und hoffen, dass die Pläne auch eingehalten werden.

Gestern jedenfalls haben wir in Budapest ADSL bestellt: Beratung in englischer Sprache, einfache Abwicklung. Wenn alles immer und überall so wäre – man könnte sich wahrlich zurücklehnen und glücklich sein.

In Budapest selbst kann ich ein paar schöne Frühlingstage genießen – entgegen jeder Prognose scheint die Sonne, der Markt beschert Erdbeeren in Hülle und Fülle und die Stadt zeigt sich von ihren schönen Seiten – wenn man von Kanalbauarbeiten und den letzten Resten des Straßenbahnumbaus einmal absieht – nun, nicht in meiner Gegend. Die Haltestelle Szena Ter („meine“ Haltestelle) ist fertig, allerdings verkehren noch die alten Straßenbahnen.

Inzwischen halten mich die Touristen für einen Budapester und die Budapester für einen Touristen – auch sehr merkwürdig. Die letzten Tage habe ich wieder einmal für einen Gang rund um das Parlament genutzt, wo es ein wunderschönes Jugendstilhaus gibt, das gerade wieder in altem Glanz strahlt.

Die deutsche Politik verblasst ein wenig – oder ist sie so blass? Alle Jahre wieder das Gerangel um Lehrstellen – ich wette, die Gewerkschaftsbürokraten und ihre verlängerten Fangarme in der Sozialdemokratie werden bald wieder Ausbildungsabgaben fordern.

Falls mich jemand gerade jetzt nach Blogs fragen sollte: die Goldbronze wurde in den letzten Wochen kräftig herunter gewaschen. Langsam zeigt sich die Wahrheit, die ich hier seit langem vertrete – sie werden sehen, dass ich Recht behalt: Blogs sind nichts als Software. Einige sehr geduldige und beständige Menschen werden weiter ihre Webtagebücher oder Kolumnen schreiben, ein par von uns werden ihre kleinen Fachzeitschriften behalten und natürlich werden auch die bekannten Zicken und Knalltüten vereinzelt Erfolge feiern können. Doch das Blog selbst wird in anderen Softwareprodukten aufgehen, und es wird dann ganz normal, ohne Ideologie und Bloggersdörflerei von Verlegern, Verbänden, Industrie- Handels- und Dienstleistungsunternehmen und nicht zuletzt dem Rotlichtgewerbe und seinem Umfeld weiter betrieben werden. Warten wir einmal ab, was aus den „Pro Deutschland“-Bloggern wird, die derzeit von sich reden machten. So sehr ich ihr Handeln befürworte (sollten sie mehr in die Gänge bringen als zu gackern) so sehr warne ich vor überzogenen Erwartungen: Für Deutschland zu bloggen, ist so gut wie aussichtslos – die Blogger zur Linken der Mitte werden es zerrupfen, und die Blogger zur Rechten der Mitte werden traditionelle Wege bevorzugen, für Deutschland einzutreten.

Genau betrachtet, ist das ganz normal: ein gesunder Wirtschaftskreislauf entsteht nur dann, wenn mit einer Leistung wenigstens minimale Umsätze und Gewinne erzielt werden: das schafft, auf Dauer, eben auch Arbeitsplätze, während die Energie, die von Blogger für Blogger aufgewendet wird, letztendlich nur heiße Luft ist, die sinn- und zweckentleert in einem Scheinuniversum leerer Luftblasen verpufft.

In diesem Sinne wünsche ich in der Realität einen schönen Sonntag.

Kommentarmöglichkeit: hier.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich die Kommentarfunktion für dieses Journal ausgeschaltet habe. Ich kann nicht mehrere Journale parallel führen und immer noch auf alte Artikel reagieren, für die Kommentare hinterlegt wurden.

 

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