anstoss

  sehpferdvs sehpferds magazin für anstöße und anstößiges
Stellen wir die Sache doch mal klar; Damen sind das Zentrum des Universums, weil sie im Sinne des Fortbestandes der Art dafür sorgen müssen, immer nur das beste Sperma zu bekommen – und wenn es eben der Hausgockel nicht hat, dann ist ein anderer Hahn sicher bereit, der lüsternen Dame ein wenig damit zur Seite zu stehen.

Ins Sommerloch passen sie gut, die Gemeinsamkeiten von Mensch und Tier, und so ist hier Gallus gallus domesticus, das Haushuhn gemeint, das Spermien mehrerer Hähne tankt, um dann dem Kampf der Spermien zu überlassen, dass es neue, erfolgreiche Kücken gibt.

Das Spiel gäbe es nur auf Hühnerhöfen, meinen Sie? Nun, unter Menschen hörte ich zweimal davon: Einmal bei einer Dame, die sich in einer einzigen Nacht drei Mal begatten ließ, weil sie niemandem der Herren zumuten wollte, als eindeutiger Vater erkannt zu werden. Heute würde ich nicht mehr raten, Teilnehmer an diesem Spiel zu sein, weil man den tatsächlichen Vater inzwischen mit Sicherheit bestimmen kann – oder eben auch ausschließen. Das zweite Mal hörte ich davon im fernen Japan, wo sich junge Damen zu Parties mehrere Herren einladen, die während der Party so oft es geht, mehrfach von den Damen zu dem populären Zweck benutzt werden, der schon weiter oben beschrieben wurde. "Russisches Sex-Roulett" soll die Sache nach dem Bericht einer japanischem Zeitung heißen.

Sommerzeit ist offenbar Hühnerzeit. Oder muss ich jetzt geschlechtsneutral Hennen- und Gockelzeit schreiben? Ich glaube, ich höre lieber auf, sonst fällt noch jemandem ein, mir einen Vortrag über das gemeine Haushuhn und seine moralischen Qualitäten zu halten.

Endlich ist das Sommerlochthema da – gerade rechtzeitig zur Urlaubszeit. Es geht, wie könnte es anders sein, um die wichtigsten Sommerthemen überhaupt – Urlaub und Liebe. Dabei erfahren wir merkwürdige Dinge: 45 Prozent der Männer wünschen sich nämlich angeblich von ihren Urlaubspartnerinnen schweißtreibenden Sex, während die Damen offenbar zu 69 Prozent auf Sehnen, Lechzen und sanftes Berühren programmiert sind. („Schmetterling im Bauch und Küsse“).

Oh, ich bezweifele nicht das Ergebnis – es ist ein gutes Beispiel dafür, wie viel klüger Frauen an die Liebeslust herangehen als Männer: Wirke ich zu begehrlich (Plüschaugensyndrom), dann läuft selten etwas, erwecke ich aber den Eindruck, dass ich nur an einem Flirt interessiert bin, dann kann ich die weitere Richtung des Abends nach eigenem Gutdünken lenken – und am Ende des Tages liegen bestimmt mehr Frauen in einem Bett, das ihnen gut tut, als Männer.

Da empfehlen wir den Männern doch mal die Hotelbar, an der 26 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage des Cora-Verlags paarungsbereite Menschen vermuten. Jetzt wird die Frage freilich spannend, welche Menschen man dort trifft. Sind die weiblichen Gäste an der Bar Hotelgäste, Einheimische mit Flirtambitionen oder schlicht und einfach Huren? Deutliche Unterscheidungsmerkmale gibt es nicht mehr unbedingt, und wer die Gespräche an manchen Bars verfolgt, wird schnell den Satz hören: „Weißt du, das Leben ist hier sehr teuer für ein armes Mädchen“. Sehen sie, irgendwie müssen die Männer mit den Plüschaugen ja auch noch zum Ziel kommen, nicht wahr?

Ja, ich habe sie gelesen, all diese Berichte, die auch in die so genannte Mainstream-Presse Eingang fanden: Blogs hätten berichtet, aus Blogs wären namhafte Informationen an eine nach Informationen lechzende Öffentlichkeit gegangen: Blogs, Blogs, Blogs.

Na schön. Es wäre ein Wunder, wenn Blogger die Gunst der Stunde nicht genutzt hätten. Aber die BBC hat sie auch genutzt, hat sorgfältig recherchiert und in der bekannten kühlen britischen Art berichtet: Hier ist die BBC und dies sind die Tatsachen.

Was wieder einmal heißt: In einem zivilisierten Land mit Pressefreiheit und guter Infrastruktur sind Blogger den Profis bestenfalls den hundertsten Teil einer Nasenlänge voraus – und auch nur dann, wenn sie in der Nähe des Geschehens waren.

Das Gebrabbel, das allenthalben um die Blogs gemacht wird, war mal wieder einmal verfrüht: Die Profis machen es schon. Sie informieren uns gut und facettenreich, und mit sehr, sehr viel Hintergrundwissen. Nun müssen die Blogger, die Augenzeugen waren, erst einmal beweisen, ob ihnen das Schicksal ihrer Mitmenschen wirklich etwas wert war: Die Polizei wünscht, möglichst alle privaten Videos und Fotos zu sehen – wogegen nichts spricht, denke ich.

Ich war, wie fast immer, mit der Mainstream-Presse durchaus zufrieden, und musste keine Blogs lesen, um mir ein Bild zu machen.

Anna (24) ist eine Bloggerin – jedenfalls in der T-Online-Werbung. Dazu schreibt der Webprovider dann: „Macht doch nichts, Anna, denn Weblogs sind der neueste Trend für alle, die gern schreiben und sich mit anderen austauschen.“

Nö, macht wirklich nichts, Anna - blogg ruhig. Freilich wundert uns, was deine rechte Hand da hinten in den Jeans sucht und warum dein linker Daumen gerade im Mund ist. Nach längerem Überlegen fand ich es heraus: Mit der linken Hand saugt sie sich etwas aus dem Finger und mit der rechten zeigt sie uns, was es wert ist.

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(c) der Werbung 2005 by T-online.de

Oh, sie haben noch nie etwas von Regenbogen-Partys gehört? Ich bislang auch nicht, obwohl es genügend Bilder im Internet darüber geben soll – aber über so etwas schreibe ich ja hier nicht. Also, eine Regenbogenparty ist eine Veranstaltung, bei der Jugendliche zusammenkommen, damit die Damen den Herrn einen kleinen Dienst erweisen, und zwar nacheinander.

Damit man am Ende auch sehen kann, welche Dame den Herren am meisten Dienste erwiesen hat, tragen alle während des nämlichen Prozesses unterschiedliche, stark färbende Lippenstifte – daher soll also der Name kommen.

Die Jugendlichen kichern darüber – und binden den Erwachsenen vermutlich mal wieder einen Bären auf.

Wer erinnert sich noch an Webringe? Dieser Ring hier ist ein erotischer Ring von Frauen für Frauen mit lauter etwas nostalgisch anmutenden Webseiten. Eher sehenswert als lesenswert, aber – man kann ja nie wissen – die Zeiten mögen sich ändern, und vielleicht sind Blogs einmal out und HTML-Nostalgie kehrt wieder ein.

Für männliche Liebhaber etwas fülligerer Frauen mag diese Seite des Ringes vielleicht die interessanteste sein.

Das wöchentliche Geblubber aus den Algen - fast immer sonntags

Mit meinem Beitrag zum Sieger des ZEIT-Wettbewerbs habe ich, wie ich hoffe, eine Diskussion angestoßen, von der ich mir wünsche, dass sie noch einige Tage nachwirkt. Es geht, wieder einmal, um „guten Journalismus“ und um das, was Blogs dazu beitragen können, doch muss ich gestehen: Es geht eigentlich gar nicht um Blogs. genau genommen, geht es bei mir nie um Blogs, sondern um Medien.

Der Hintergrund: Ein Artikel von Stephan Fuchs, zuerst erschienen in der Zeitschrift „Kulturmagazin ensuite“, dann im Blog des Journalisten veröffentlicht und nun eben einer der Sieger im Zeit-Preisbloggen. Ich, für meinen Teil, hielt den Artikel beim ersten Lesen für ausgezeichnet geschrieben, gut recherchiert aber leider ausgesprochen konservativ und so gar nicht blog-geeignet. Bei näherer Betrachtung und häufigerem Lesen (was ja auch eine Würdigung darstellt) bin ich allerdings zu der Meinung gelangt, dass dieser Artikel Passagen enthält, die ausgesprochen reißerisch sind und dass der ganze Artikel ausgesprochen tendenziös ist – freilich mit einer Tendenz, die von Zeit-Lesern goutiert werden dürfte.

Allerdings will ich das Thema nun möglichst schnell verlassen – man soll nie zu lange zurückblicken – sonst erstarrt man vielleicht noch zur Salzsäule.

Zum Schmunzeln ist da schon, was Marcus J. Oswald über mich schreibt: „Natürlich kann man über Erotik auch im Flirtton und als Rosenkavalier schreiben, wie es der Herausgeber der sehpferds sinnige seiten macht. Das zieht vor allem Frauen an, die sich durch diese Schreibart "besser verstanden" fühlen. Das eine oder andere Mal mag sicher ein netter Emailkontakt oder Abend daraus erwachsen sein.“

Das Schmunzeln kommt mir deshalb auf die Lippen, weil ich weit davon entfernt bin, im „Flirtton“ zu schreiben – wenn ich es wäre, und meine Leserinnen begeistern wollte, müsste ich ihnen nach dem Mund (nach dem Mund, in dem sich die Zähne befinden) schreiben: Und das mache ich nun wirklich nicht. Wenn sie alle es wirklich wissen wollen: Ich bekomme sehr, sehr selten Emails und habe keinerlei erotische Kontakte mit Leserinnen. Was ich wirklich suche, sind Autorinnen und Webseitenbetreiberinnen (eventuell auch einzelne Autoren), die ich gerne in ein Netzwerk für gepflegte Auseinandersetzungen über Beziehungen, Erotik und Sexualität einbinden möchte – „Nachtfalter“ befindet sich gerade im Test.

Zwei Themen bewegten mich noch: Das Politblog, dessen Qualität durch manche Kommentatoren inzwischen abgwertet wird. Wenn es so weiter geht, wird die Zielgruppe nicht erreicht: Ich denke,es sind kritische Menschen, die in Blogs eine Diskussion führen wollen, in der man respektvoll mit dem Gegenüber umgeht. Aber ein solcher Umgang miteinander kann ja wohl nicht zur Regel werden, solange einer der selbsternannten Propheten des Webs, Don A., einen Diskussionsstil führt, der jeder Beschreibung spottet.

Das andere Thema: Bloggen und ein möglicher Persönlichkeitsgewinn, der daraus entstehen könnte. Ich habe Lyssa angeboten, darüber einmal ausführlicher zu sprechen – möglichst in einem tatsächlich existierenden Salon. Ob ich darauf eine Antwort bekomme? Bislang hat sich stets erwiesen, dass Blogger Blogger sind und viele von ihnen sich in dieser Existenz am wohlsten fühlen.

Ich überprüfe im Übrigen immer noch, ob ich so weitermache soll wie bisher oder meine Aktivitäten mindestens teilweise aufgeben sollte. Ich wäre inzwischen oft viel lieber Gastautor, Diskussionsteilnehmer und Koordinator, und ich würde auch gerne sehen, dass ich endlich einmal eine minimale Vergütung für den relativ hohen Unterhaltungswert meiner Seiten bekommen würde. Vorschläge sind willkommen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen besonders schönen Sonntag.

Falls sie meine Adresse nicht finden: sehpferd at sehpferd dot com.

Nachdem ich mich ein wenig mit Linda Boreman aka Linda Lovelace beschäftigt habe, wurde mir eines klar: Irgendwie hat jeder ein Stück Wahrheit über sie erfunden. Ihr Autobiograf, Eric Danville, muss mehr Einblick in ihr Leben gehabt haben – aber das, was in die Presse kam, war immer genau das, was die Menschen darüber hören wollten: Mal war sie das Opfer der Erziehung, mal das Produkt der Demütigung durch ihren Ehemann, mal ein typisches Beispiel für die Unterdrückung der Frau.

Was wir wirklich über ihre Einstellung wissen, ist wenig. Am Ende kommt ungefähr dies heraus: Linda Boreman, Prostituierte und Pornodarstellerin, wurde vom Leben hart angefasst – und fasste das Leben hart an, weil es nicht anders ging. Wer immer sie traf, ob der Ehemann und Produzent oder angebliche spätere Gönner, nutzten sie, um sie vorzuzeigen, vorzuführen oder einen Gewinn für die eigene moralische Auffassung aus ihr herauszuziehen. Die Person „Linda“ aber interessierte letztendlich keinen Menschen – nicht die Pornoproduzenten, nicht die Feministinnen und schon gar nicht die heutigen Schreiber. Da kann man nur Linda selbst zitieren: Alle wollten immer nur Geld aus mir herausholen.

Ich habe mich ja schon hinlänglich darüber ausgelassen, wie konservativ die Juroren der ZEIT offenbar bei ihrer Auswahl waren, oder sagen wir es umgekehrt: Wie wenig progressives, verwertbares Material zum Beispiel beim Thema „Sex“ vorlag, als man den Preis vergab – ich muss mir durchaus an die eigene Nase fassen, lediglich einen zweitrangigen Zufallsbeitrag eingesandt zu haben.

Eigentlich müssten die Damen und Herren, die erotische Blogs führen oder sich sonst wie Gedanken über die Lust machen, nun aufwachen: Erotik, Lust und Sex in Blogs sollte so interessant, so wichtig und qualitativ so hochstehend werden, dass die Lust einen höheren Stellenwert bekommt. Dann dürfte ein solcher Beitrag wie der des diesjährigen Preisträgers eigentlich nur noch unter „ferner liefen“ durchgehen – oder noch besser unter „Thema verfehlt“.

Es wird Zeit, dass wir in unseren Lebensäußerungen endlich im 21. Jahrhundert ankommen. Dem Autor des preisgekrönten Artikels ist offenbar noch nicht aufgegangen, dass zwischen „Deep Throat“ (1972) und heute mehr als dreißig Jahre liegen, in dem sich das Leben völlig verändert hat. Auch ist es ihm offenbar unmöglich, wenigstens wahrzunehmen, dass Frauen heute Produzenten pornografischer Filme sind, und dass viele Frauen durchaus Pornografie in ihrem Nachtschränkchen haben – vom Kopf einmal ganz abgesehen.

Gewiss, der Artikel ist gut recherchiert, was die Vergangenheit betrifft – es ist, angesichts der vielen englischsprachigen Quellen, auch nicht sehr schwer gewesen. Und doch haftet dem Artikel das Rasierwasser des Biedermannes an. Pornografie – das bedeutet Frauenverachtung, Drogen, Mafia und Schmutz. Wenn man es nur häufig genug verbreitet, dann wird es vielleicht sogar noch geglaubt.

Ich sehe, dass hier ab und an neue, lustvolle Autorinnen und Autoren auftauchen. Wenn ihr denn vorhabt, länger hier zu bleiben, was in der Tat eine Herausforderung ist, bin ich ja durchaus bereit, euch zu verlinken, und zwar mehrfach. Wer dies will, und vor allem, wer darüber hinaus gehende Ideen hat, die uns allen nützen, mag schreiben an: sehpferd at sehpferd dot com.

Wie meine Leser sicherlich wissen, habe ich am „Preisbloggen“ der Zeit teilgenommen und wurde immerhin nominiert – einen Preis habe ich allerdings nicht gewonnen, und ich hatte ehrlich gesagt auch nicht damit gerechnet, denn ich habe es nicht mit meinen besten, sondern eher zwei zufällig ausgewählten Artikeln versucht – hernach wollte ich es nicht mehr verändern. Genützt hat es mir dennoch – ich bekam sehr viele Besucher, die sich sonst wohl kaum zum Sehpferd verirrt hätten.

m Bereich der Sexualität hat nun zwar ein ausgezeichnet geschriebener, gut recherchierter, aber in der Aussage auch übermäßig tendenziöser Artikel gewonnen: mit Deep Throat & Koks im Hinterzimmer der Mafia. Mir ist nicht klar, ob es wirklich die Qualität der Sprache und der Recherche war, die bei der Wahl gerade dieses Artikels den Ausschlag gab, oder die Tendenz: „Pornografie ist Pfui“. Die Laudatio jedenfalls sagte aus: Die Juroren waren sich fast einig, was mich kaum verwundert. Ich, für meinen teil, beneide die Juroren nicht: Wirklich aktuelle Artikel, zum Beispiel über die neue weibliche Begierde, gab es (nach meinem Wissensstand) leider nicht – und so musste dann wohl ein eher historisches Thema herhalten.

Der in „Arm und reich“ preisgekrönte Artikel ist sehr persönlich und engagiert, und er gefällt mir persönlich sehr. Aber gerade deshalb: Ich denke, das Thema hätte mehr und vor allem Brisanteres geboten – vielleicht werde ich mal in mich gehen und ein wenig darüber nachdenken, was ich in Zukunft dazu schreiben werde.

Beide Artikel erscheinen im Übrigen bei Twoday-Autoren, was für Twoday spricht.

Über die anderen Kategorien mag jemand anders schreiben – auch bei dem, was die Deutschen morgen glauben, hätte ich eine andere Tendenz erwartet, obwohl die Sache, die da gewonnen hat, sehr witzig geschrieben war. – Vielleicht wollte man das Thema damit entschärfen? Jedenfalls gewannen Beiträge, die so auch im Feuilleton einer Zeitung hätten stehen können – etwas wirklich Neues, etwas Sensationelles, ja nicht einmal etwas Aktuelles war bei den Preisträgern auszumachen – und auch dies möchte ich nicht verschweigen: Auch wenig wirklich Originelles. Irgendwie wollten die Juroren, wie mir scheint, in keinerlei Fettnäpfchen treten.

Bevor ich es vergesse: Das BILD-Blog ist zwar ein viel gelesenes Blog, und sicher verdient es manche Auszeichnung – aber bitte nicht ständig. Hier will ich präziser werden: Das BILD-Blog lebt von der allzeit miesen Berichterstattung der BILD-Zeitung, aber miese Berichterstattung gibt es überall – sogar gelegentlich in der ZEIT und im SPIEGEL, und vor allem in der extremen Linkspresse. Warum kümmert sich eigentlich niemand darum? Und warum kritisiert eigentlich niemand die Blogs, die ständig linke Phrasen in das Web schleudern? Hier zeigt sich die Fragwürdigkeit im Wechselverhältnis zwischen Journalismus und Blogs: Im Grunde müssten Blogs viel stärker kritisiert werden, und eigentlich müssten Blogger auch ihre eigenen Preise (und Zitronen) vergeben.

Fragt sich noch, was eigentlich von einem Land zu halten ist, in dem in „Politik und Wirtschaft“ das BILD-Blog das beste Blog ist. Da muss man schon fragen, ob es denn keine anderen gab.

(Der Artikel erscheint gleichlautend auf Twoday und auf Blogg.de)

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Via BankLocator

Ohne es zu wollen, hat mich gerade ein Kommentator an die „gute alte Zeit“ erinnert. Wie auch immer: Hier ist von einem Buch die Rede. Der Autor Eric Berne, der Titel „Games People Play“. Wann es geschrieben wurde, ist unbekannt – jedenfalls erschien es 1964 in einem Privatverlag. Da es witzig und ausgezeichnet geschrieben war, gelangte es bald in die Presse – und schaffte es schon 1965 ins Life-Magazin, nachdem bereits 41.000 Exemplare verkauft waren.

Das Buch, das allein in englischer Sprache in über 5 Millionen Exemplaren verkauft wurde, ist eines der erfolgreichsten populärwissenschaftlichen psychologischen Bücher aller Zeiten. Der Grund ist sehr simpel: Leute erkennen sich darin sehr leicht wieder, fühlen sich deshalb angesprochen und akzeptieren deshalb die etwas windige Theorie, die dahinter steht.

Berne interpretiert in seinem Buch die Transaktionale Analyse (TA), die ein Bild popularisiert, dass noch von Sigmund Freud stammt: Wenn das ICH schon als Ich, Es, und Über-Ich existiert, so folgerte Berne, dann könnte es doch auch sein, dass diese drei ICH’s munter miteinander kommunizieren würden. Darauf basiert im Wesentlichen die ganze Theorie, die deswegen auch begehrlich von Kommunikationstrainern aufgenommen wurde und seither fast kritiklos verbreitet wird.

Für die Theorie von Berne spricht, dass man sie leicht in Alttagssituationen nachverfolgen kann, dagegen, dass unser „internes Modell“ weit mehr von der so genannten „Wirklichkeit“ abbildet als diese primitiven Muster.

Doch in einer Zeit, in der man wieder deutlich auf „einfache Lösungen“ setzt, hat Eric Berne wieder eine unglaubliche Popularität erreicht.Warum? Weil den Menschen die Welt und auch ihr eigenes Sein, als viel zu kompliziert erscheint, und weil sie sich erst gar nicht mehr die Mühe machen wollen, die verwundenen Pfade der Wahrheit zu suchen.

Eine ähnliche Literatur ist aus der Feder des britischen Psychiaters Ronald D. Laing bekannt: Sie wurde aber bei weiterhin nicht so populär, da sie differenziertere Denkprozesse voraussetzt.

Deutsch – Amazon: „Die Spiele der Erwachsenen“ Neuauflage 2002

Sie schnäbeln natürlich noch immer, die Enten von "I rub my duckie". Hatten sie schon länger nichts mehr von ihnen gehört? Nun, ich habe die ganze Geschichte für Sie.

"Eine teure Fotoausrüstung macht ihre Bilder nicht besser, und zusätzliche Ausrüstung nützt ihrer Schaffenskraft nichts. Wenn sie nichts mit einer Standard-Kamera zustande bringen, bringen sie nie etwas zustande."

Your Daily Siege – Blog eines Nerve-Fotografen

Großvaters Kino war verrucht – jedenfalls dort, wo es verrucht war, und wie immer im Showgeschäft, waren die Ankündigungen oft das Wildeste am Ganzen.

Hier ein Plakat zu "Bums, Bums - sexuelle Explosion“ mit Jo Ann Martin als Hauptdarstellerin. Wer Jo Ann Martin war? Keine Ahnung. Es stammt jedenfalls aus einer Sammlung.

Einige der Originale werden allerdings auch verkauft.

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Nein, natürlich nicht, sondern drei andere Hundewelpen, die aus einer unegalen Verbindung zwischen Gias Boxer und Tom Byrons Rottweiler hervorgegangen sind. Erst dabei fiel mir auf, dass die Produktionsfirma AVN jetzt ein Blog betreibt.

Wenn Blogs wirklich das kulturelle Phänomen wären, das Blogger daraus zu machen versuchen, denn wäre die Kulturkritik voll von Artikeln über das Medium.

Jeder, der die Presse täglich auf Blogs durchsucht, weiß, dass dies nicht so ist. Kulturkritiker nehmen Blogs so gut wie überhaupt nicht wahr. In „aller Munde“ sind Blogs nur, weil sich inzwischen ein paar clevere Kerlchen gefunden haben, die ein Geschäft daraus machen wollen oder schon eines daraus gemacht haben. Sie allein verbreiten die Nachrichten darüber, wie unglaublich wichtig Blogs angeblich für die Kundenzufriedenheit sind.

Blogs haben es, wie wir unschwer täglich feststellen können, aus den Hobby-Zeitschriften der PC-Benutzer in den Wirtschaftsteil geschafft. Zum Kulturteil lässt sich zweierlei sagen: Erstens sitzen in den Feuilletons zumeist Leute, die mit modernen Mitteln der Information und Kommunikation überhaupt nicht mithalten können, und deren Großteil aus selbstherrlichen Ignoranten besteht – und zum Zweiten sind Blogs nicht wirklich so interessant, dass sie nun gerade die Revolution auslösen.

 

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