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Haben sie beim Sex schon mal auf die Uhr geschaut? Möglicherweise, wenn sie ihre Liebesdienste stundenweise verkaufen, aber sonst? Die Männer, die Men’s Health lesen., müssen das anders machen. Offenbar stellen sie eine Stoppuhr an, sobald sie in das Objekt ihrer Begierde eindringen, was man vielleicht noch verstehen kann, aber sie stellen sie eben auch wieder ab, wenn sie ihren Liebessaft ausreichend verströmt haben. Das dauert dann (angeblich in Berlin) 9 Minuten, 36 Sekunden.

Falls dies eine Frau liest, wird sie wahrscheinlich sagen, dass die Männer ziemlich lange nach dem Knopf zum Ausschalten der Stoppuhr gesucht haben müssen.

Im Sommerloch taucht regelmäßig eine neue, unheimlich aktuelle Befragung über Sex auf: Diesmal ist das medienwirksame Ergebnis, dass etwa die Hälfte der deutschen Frauen zwar sexbegierig ist, aber davon nicht genügend bekommt: Jede zweite Frau hätte demnach angeblich gerne mehr Sex.

Auch mit der erotischen Erfahrung der Damen soll es angeblich nicht weit her sein: Nur 15 Prozent der Befragten hatten eine ganze Palette von Liebhabern, während insgesamt etwa 41 Prozent der Frauen auf bis zu fünf Liebhabern kamen.

Dies jedenfalls will die Zeitschrift „Elle“ mithilfe des Hamburger Gewis-Instituts festgestellt haben – glaubt man der Studie, dürfte der Tisch ja gerade wieder reich gedeckt sein, zumal ein Drittel der deutschen Frauen so gut wie gar keinen Sex haben – fragt sich freilich immer nur, wo die lüsternen 50 Prozent zu finden sind, die noch Lust auf eine kleine Extraportion haben.

Viagra und ähnliche Potenzmittel sollen eine Nebenwirkung haben, mit der selbst der Hersteller nicht gerechnet hat: Die Männer, die sich die teure Pille einverleiben, wollen anschließend von ihren Frauen dann auch das ganze Programm – und zwar jederzeit und sozusagen auf Knopfdruck: Dies behaupten neuerdings jedenfalls Wissenschaftler.

Da frage ich mich doch, wie viele Frauen, die längere Zeit verheiratet sind, nach dem Schalter suchen, der den sexuellen Appetit ihres Ehemannes wieder aktiviert – mit oder ohne Viagra.

Trotz des Humors: Natürlich ist fallende wie auch steigende Liebeslust bei Paaren ein Problem, dessen Lösung nicht selten außerhalb der eigenen vier Wände gesucht wird. Insofern: Geben sie es ihm lieber, bevor es eine andere tut.

Englische Damen meinten, in den nächsten 5 Jahren voraussichtlich 1,9 Sexpartner zu haben, während Herren glaubten, deren 3,4 zu vernaschen.

Führen wir das Missverhältnis nun drauf zurück, dass die 1,5 zusätzlichen in Aussicht genommenen Partnerinnen Huren sind oder dass Frauen besser flunkern können?

Spencer Tunick hat Newcastle in Nude-Castle verwandelt: Wieder zogen sich Hunderte aus, um dem Zeitgeist zu dienen und zu beweisen, dass nackte Menschen und Städte, gemeinsam fotografiert, bildlich recht kontrastreich wirken.

Ganz offenbar gibt es Mädchen, die Frau Merkel nicht mögen, und dies auch irgendwie ausdrücken wollen.

Die stellen dann zum Beispiel T-Shirts her: Mädchen gegen Merkel. Schade, dass es so hässlich geworden ist: Das Mädchen auf dem Shirt mit einem Micky-Maus-Ohr, Kulleraugen, Strichnase, Quetschmund und Zornesfalten sieht noch bei weitem schlimmer aus als die Frau, gegen die es gerichtet ist.

Und sowieso: „Mädchen gegen Merkel?“ Sind wir mal gegen was, oder? Früher hatten wir wenigstens noch Knöpfchen, auf denen „Bürger für Brandt“ stand, aber „Mädchen für Gerhard“ halte ich nicht für glaubwürdig, „Mädchen für Guido“ gibt nicht viel her, und „Mädchen für Joschka“? Ich meine, auch der wird schließlich älter.

Noch weiß ich nicht, ob es einen Stoff für einen Lore-Roman gibt oder ob es dem „goldenen Blatt“ als Artikelserie wohl täte. Nur eines weiß ich jetzt schon: Literatur ist es nicht.

Frauen mit Liebeskater empfehle ich dreierlei: Eine Freundin, einen Friseur und eine Psychotherapeutin. In dieser Reihenfolge.

Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – meist sonntags (diesmal nicht)

Was mich bewegte in der letzten Woche? Vor allem Sein und Schein. Wer mit dem Internet zu tun hat, wird immer wieder mit diesem Thema konfrontiert werden.

Zunächst einmal brauche ich eine vernünftige Begründung, warum ich überhaupt im WEB bin. Dann muss ich festlegen, als was ich dort bin. Erfinde ich eine Person, und behaupte, dass diese Person ein Tagebuch führt, so bin ich Autor – und es wäre ganz ähnlich, als ob ich ein Buch in Tagebuchform schreiben würde, das nicht meine eigenen Erlebnisse widerspiegelt – nicht eben unüblich für Autoren. Schreibe ich hingegen mein „tatsächliches“ Tagebuch, so bin ich tatsächlich nur eine dieser nach zehntausenden zählenden langweiligen Menschen, die eben auch Tagebücher schreiben. Es sei denn, ich hätte wiederum literarische Qualitäten, oder die Neugierigen würden es verschlingen – so, wie sie „das Goldene Blatt“ lesen, zum Beispiel.

Auch das eigene Tagebuch hat seine Tücken: Bin ich zu ehrlich, bin ich meist sowohl langweilig als auch angreifbar. Langweilig, weil ich dauernd schildern muss, dass in meinem Leben nichts passiert, und angreifbar, weil ich offensichtlich nichts dagegen unternehme. Also muss ich meine Person neu erfinden: Interessant sein, ein paar intime Einblicke gewähren, dies mit ein paar mehr oder weniger interessanten Gedanken füllen, die viele Leser anlocken. Selbst mein Lebensschmerz muss sorgfältig herausgearbeitet werden, damit vermeintliche Freundinnen und Freude angerauscht kommen, um mich zu lesen.

Was sind also die Personen, die ihr Intimleben in die Welt hinaus schreiben? Sie sind Mogler, die ein Leben erfinden, das vielleicht hin und wieder mal so war, aber eben keinesfalls beständig so gewesen ist – und vor allem – das jetzt und hier nicht so ist. Die Prinzessinnen und Prinzen unter ihnen können freilich auch aus ihrem Alltag noch ein halbes Dutzend Geschichten pro Woche herauspressen. Sie bestehen dann aus einer merkwürdigen Melange aus Dichtung und Wahrheit, die durch geschicktes Auslassen und Hinzufügen gewonnen wird.

Das, freilich, ist nur der eine Teil, der liebevollere, wenn man so will. Wir sehen jetzt, kurz vor der möglichen Wahl, wieder Meinungsbilder, die wir bisher nur an den Stammtischen vermutet hatten, bei denen ausschließlich Bier ausgeschenkt wird und davon vie zu viel. Da schreiben Leute unter irgendwelchen Pseudonymen mit getürkten oder jedenfalls wertlosen Email-Adressen ihren Hass aus dem Bauch, und die Objekte des Hasses sind zumeist Ausländer, Unternehmer oder Liberale. Das Schlimme. So etwas kommt an, wird teils begierig aufgenommen. Da werden selbst EG-Europäer plötzlich als „Leute aus dem Ostblock“ bezeichnet, Kapitalgesellschaften inklusive der kleinen GmbHs werden zu „Kapitalisten“ und die Liberalen, die letzten Anhänger von „Freiheit Gleichheit und Brüderlichkeit“ werden alle als Neoliberale gebrandmarkt. In etwa gleichem Atemzug wird wieder die „eigene Scholle“, heute „Region“ genannt, verherrlicht, der Inländer für sein wackeres aufrechtes Denken gelobt, die kleine geschlossene Welt abgelegener Dörfer und Lebensgemeinschaften als Musterbeispiele hervorgezerrt und „Erwerbsarbeit“ als ein wenig erstrebenswerter menschlicher Unwert bezeichnet.

Wenn es all diese Spinner nur gäbe, es wäre nicht so schlimm. Wirklich schlimm ist, dass ihr trübes Gedankengut aufgefischt wird, von WEB-Autoren und Kommentatoren mit einem Heiligenschein versehen wird und so in seriöse Blogs und Foren gerät.

Einen schönen Sonntag? Nein, heute nicht. Aber überwiegend, weil ja schon Montag geworden ist.

Am Freitagabend während des Wartens auf ein Flugzeug will ich euch schnell noch das zeigen, was viele meiner Leser und auch immer mehr Leserinnen lieben: ungewöhnliche Aktaufnahmen ohne Marzipanschwein-Look. Die Dame, die auf dem Titel erscheint, ist freilich entschieden falsch angezogen für die kalte Winternacht.

Christian Rentrop mag private Nachrichten im Internet nicht besonders. Sein Fazit; Frauen sollten nicht bloggen – Männer auch nicht. Gemeint sind ein paar unreife Mädchen und Knaben, die über das Internet nun tatsächlich kaum mehr als Müll produzieren.

Zitat:

„Haltet Ihr euer nebensächliches Leben für so spannend, dass die Menschheit daran teilhaben sollte? ... Also bitte nehmt sie offline und überlasst denen das Feld, die wirklich was zu sagen haben. Das Internet soll ja nicht aussehen wie das Nachmittagsprogramm von Sat1.

Darauf gibt es natürlich mehrere Antworten: Die erste wäre, „ach, wenn es doch wenigstens so übersichtlich wäre wie das Nachmittagsprogramm von Sat1“, die andere, „der Mann hat wohl die falschen Blogs gelesen“.

Noch eine Antwort?

Das wirkliche Privatleben gehört überhaupt nichts ins Internet. Wer dort alle Aspekte seines wirklichen Lebens veröffentlicht, muss entweder extrem unabhängig oder aber extrem blauäugig sein (dafür gäbe es noch ein anderes Wort). Gehen wir also davon aus, dass man uns irgendwelche Storys auftischt, die wie als das lesen sollten, was sie sind: Geschichtchen und Gedichtchen. Vor allem aber ist dies wichtig: dass ich sie nicht lese. Dann hört der Spuk vielleicht bald auf.

Was ich nun wirklich beinahe vergessen hatte, ihnen zu erzählen: Bisexualität gibt es nicht. Das jedenfalls wollen (wie könnte es anders sein) mal wieder so genannte „Wissenschaftler“ herausgefunden haben, und das geht so: Sie lassen Leute (ich meine, es seine ausschließlich Männer gewesen, aber ich kann mich irren) Bilder angucken und messen dabei, wie erregt die Menschen beim Anblick der dargestellten Person werden. Was rauskommt? Dass die Menschen, die sich selbst als „bisexuell“ bezeichnen, entweder vom einen oder vom anderen Geschlecht angezogen werden. Die Zeitungen schreiben dazu süffisant „meisten von Männern“.

Da habt ihr es, Männer: Entweder euer Schwanz zuckt, wenn ihr Frauenpornos guckt, oder er zuckt bei Männerpornos. Bisexualität gibt es nicht, verstanden? Wäre ja auch noch schöner.

Ich weiß ja nicht, wo man diese Tests gemacht hat und wie die Leute auf die Idee kamen, bisexuell zu sein oder homosexuell oder stinknormal, nur eines weiß ich: Je gebildeter ein Mensch ist, umso weniger Furcht hat er vor dem Gedanken, bisexuell zu sein – gerade vor einigen Tagen brachte eine Online-Umfrage unter Nerve-Lesern, die überwiegend aus ausgesprochen gebildeten liberalen New Yorkern bestehen, dieses Ergebnis, und: Wenn man einen Menschen körperlich schön findet, dann zuckt einem noch lange nicht der Schwanz. Weder bei Männern noch bei Frauen.

Und was sagt die Psychologin dazu? Wenn sie eine konservative Amerikanerin ist, vielleicht dies: “Forschungen über die sexuelle Orientierung basierten in der Vergangenheit immer auf Selbsteinschätzungen, und nun haben wir eine der wenigen brauchbaren Studien, die auf körperlichen Werten basiert“.

Sehen sie, so ist das Leben: Was wissen denn diesen blöden Tussen und Macker, die in der wirklichen Welt herumtoben, schon vorn ihrer Sexualität, nicht wahr? Nur wir, die Wissenschaftler, können schließlich wissen, was in den Köpfen vorgeht - oder war es in den Schwänzen?

Wenn ich in den nächsten Tagen etwas weniger an die Tastatur trete, ist das vor allem auf zwei Fakten zurückzuführen: Erstens habe ich ausgerechnet ins Sommerloch hinein einen Haufen Arbeit bekommen und zweitens gehören meine Abende in der nächsten Woche kaum dem Computer.

Meine Twoday-Leser werden mit hoher Wahrscheinlichkeit ein „Geblubber aus den Algen“ vorfinden und anderwärts werde ich mich auch manchmal kurz einklinken – aber die vielen Artikelchen über gar nichts aus den Papierkörben der Presse gibt es nun eine Woche lang kaum – erholen sie sich gut von mir, meine Leserinnen und Leser.

Das Ungeheuer von Loch Ness wird in diesem Jahr in der Presse nicht auftauchen – der Grund: Man hat sich dagegen mit einer Extra-Police versichert, und sie wissen ja, Risiken, gegen die man sich gesondert versichert, treten so gut wie nie ein.

Der Grund: Triathleten werden in diesem Sommer ihren Wettbewerb unter anderem dadurch ausführen, dass sie 1500 m durch den schottischen See schwimmen. Eine Versicherungsgesellschaft übernahm nun das Risiko, sie gegen Angriffe des Ungeheuers zu versichern.

Nachdem die „Stuttgarter Zeitung“ schon glaubte, das Sommerloch sozusagen abbestellen zu können, kommt es jetzt durch die Hintertür über Pressemitteilungen: „Wie ich einmal ein lustiges Meeting-Erlebnis hatte,“ oder „Meetings in Deutschland: Einschlafen, schnarchen, vom Stuhl kippen“. Wer hinter der Überschrift (wie wahrscheinlich auch sie) Langeweile vermutet, wenn Blatt 40 der Powerpoint-Präsentation wieder nur Buchstaben enthält, wird belehrt:

Meetings sind in Deutschland wahrlich nicht öde. Das ist das Fazit einer Online-Umfrage des Web Collaboration-Spezialisten WebEx, bei der 260 Mitarbeiter in deutschen Unternehmen ihre verrücktesten Meeting-Erlebnisse geschildert haben. Und die haben es wirklich in sich.“

Also, lieber „Web- Collaboration-Spezialisten WebEx“ – das war nicht toll, oder? Mich jedenfalls reißt es nicht vom Stühlchen – mein Kopf klatscht eher auf den Schreibtisch – aber nicht wegen der Müdigkeit, sondern weil die Pressemitteilung selbst für das Sommerloch noch zu dürftig ist.

Heiratsschwindlerinnen gab es früher kaum – doch heute wird die Kunst, leichtfertige Männer um ihr Vermögen zu bringen, immer beliebter. Dabei sind die Grenzen fließend: Einige Damen sind besipielsweise nur auf Blind-Dates aus und versuchen, aus dem Abend so viel Kapital wie möglich zu schlagen – von den Anreisekosten über den Kauf von ein paar schönen Dessous bis hin zu einem Juwelierbesuch. Typischer Trick einschlägiger Damen: In die große Stadt fahren, mit dem auserwählten Opfer ein paar Geschäfte abklappern und behaupten, die Kreditkarte vergessen zu haben.

In anderen Fällen aber wird erst eine Art Vertrauensbasis hergestellt, um sich in aller Ruhe in die Emotionen des Opfers zu überprüfen und sich die beste Geschichte auszudenken, um ihn dann später auszunehmen wie eine Weihnachtsgans.

Typisch für alle Heiratsschwindlerinnen und Heiratsschwindler: Sie haben keine Familie, keine Vergangenheit und auch sonst nichts, was sie eindeutig identifizieren würde. Ihre Identität ist geborgt, Freundinnen und dergleichen werden frei erfunden. Wenn es hart auf hart geht, wird meist versucht, mit fingierten Telefonanrufen eine Scheinidentität herzustellen, und selbst darauf fallen die Männer noch allzu gerne herein.

Es ist erstaunlich, wie wenig von Heiratsschwindlerinnen die Rede ist, obwohl Frauen oft noch weitaus mehr emotionale und erotische Fallen aufstellen können als Männer. Google verzeichnet gerade mal 19 Einträge (fast ausschließlich über Filme), während die männliche Spezies mit 12600 Einträgen bedacht wurde.

All unsere Vibratoren sind medizinische Qualitätsprodukte, hautfreundlich und spülmaschinenfest.

(Aus einer Werbung)

Was es in einer Stadt alle an „besten“ Dinge gibt? Nun, in New York sind es offenbar nicht die Restaurants, aber zum Beispiel die besten Plätze zum Flirten, und vor allem ganz viele Bars – und last not least die beste Dominatrix – Miss Kassandra. Diese bedankte sich ganz artig und pries die Künste an, in denen sie gut ist: Rollenspiele, zum Beispiel.

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Foto © 2005 by Yasha K.

 

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