Wer war es nun eigentlich, der die Hexenjagd gegen den Baden-Württembergischen Sozialminister Andreas Renner eröffnet hatte? Waren es klammheimliche Verschwörer in der Christenunion? Mitglieder der Oppositionsparteien? Oder waren es letztlich doch die kaum verholenen Empfehlungen einzelner Presseorgane, den Minister so schnell wie möglich zum Rücktritt zu bewegen? Wir wissen es nicht: Hexenjagd eben.
Die „Badische Zeitung“, deren stellvertretender Chefredakteur Thomas Fricker vor einigen Tagen noch die katholische Gutmenschenmeinung verherrlichte, gibt sich nach dem Rücktritt moderat, und Abwiegler Stefan Hupka muss her: „Alleine von Anstandsfragen“ so orakelte er hätten sich die Gegner von Herrn Renner denn wohl doch nicht leiten lassen.
Was bleibt, ist ein „G’schmäckle“, wie es denn der Schwabe wohl ausdrücken würde, oder auch dies: Was Religions- und Meinungsfreiheit bedeutet, bestimmte offenbar mittlerweile eine Minderheit in der Christenunion. Jedenfalls in Baden-Württemberg und hier jedenfalls bei den Aussagen eines Ministers. Vielleicht sollten wir es doch nicht ernst nehmen? Schwabenstreiche? Maultaschen-Connection? Spätzleslogen? Trollingerseilschaften? Oder einfach der unbändige Wille zur Macht, der sich nur am Wahltag orientiert?
Was es auch war – es ist, Pardon, zum Erbrechen.
Die „Badische Zeitung“, deren stellvertretender Chefredakteur Thomas Fricker vor einigen Tagen noch die katholische Gutmenschenmeinung verherrlichte, gibt sich nach dem Rücktritt moderat, und Abwiegler Stefan Hupka muss her: „Alleine von Anstandsfragen“ so orakelte er hätten sich die Gegner von Herrn Renner denn wohl doch nicht leiten lassen.
Was bleibt, ist ein „G’schmäckle“, wie es denn der Schwabe wohl ausdrücken würde, oder auch dies: Was Religions- und Meinungsfreiheit bedeutet, bestimmte offenbar mittlerweile eine Minderheit in der Christenunion. Jedenfalls in Baden-Württemberg und hier jedenfalls bei den Aussagen eines Ministers. Vielleicht sollten wir es doch nicht ernst nehmen? Schwabenstreiche? Maultaschen-Connection? Spätzleslogen? Trollingerseilschaften? Oder einfach der unbändige Wille zur Macht, der sich nur am Wahltag orientiert?
Was es auch war – es ist, Pardon, zum Erbrechen.
sehpferd - am Dienstag, 31. Januar 2006, 22:37 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Gestern war es wieder da, dieses Wort: E-Musik – im Zusammenhang mit Mozart, natürlich? In welchem Zusammenhang sonst würde man das Wort denn überhaupt benutzen? Ein Herr sagte es, Mozart-Kenner wohl. Derselbe Herr beklagte das seiner Ansicht nach mangelnde oder gar fehlende Interesse der jungen Generation an dem, was er als E-Musik etikettierte. „Wird der Vorhang hinter Mozart fallen?“ hörte man ihn, eine große amerikanische Tageszeitung zitieren, werden wir eine Welt (nun wechselte die Bezeichnung) ohne klassische Musik haben?
Eine Welt ohne klassische Musik? Die Kulturpäpste erzittern. Die Zentralverwaltung ewiger Werte erhebt sonor ihre Stimme. Die Kenner lächeln: Volle Konzertsäle, allenthalben, jedenfalls dort, wo ich hinblicke. Sehen sie hin und hören sie hin, falls Sie eine Karte bekommen – es ist gar nicht so einfach – und manchmal ist es auch sehr, sehr teuer.
Ach ja, dieser Mozart, richtig. Der schrieb ja „klassische“ Musik – nur wusste er noch nichts davon – und vielleicht, weil er es nicht wusste, schrieb er keine E-Musik, sondern einfach Musik: Für das gewöhnliche Volk, für die Gebildeten, für den Hof, zum Amüsieren, zum Tanzen, zum Zuhören.
Hören – einfach hören. Genießen, Empfinden, bewegen lassen und für sich entscheiden, was es bedeutet. Das heißt: Musik hören. Haben wir eine Chance? Ja, wenn wir nicht auf die Musiklehrer, Kritiker und den Zeigefinger hebenden Kulturpäpste hören. Ich will, mit Verlaub, nicht wissen, welches Genie in dieser oder jenen Sonate liegt, nicht die vermeintliche Größe und Bedeutung des Violin- oder Klavierkonzert erklärt bekommen. Ich will ins Konzert gehen und es hören – und vielleicht noch sehen, wie die Musikerinnen und Musiker ihr Herzblut geben, wenn sie mit sinnlichem Gesicht die Saiten streichen, ja, sogar wenn sie dumm in der Gegend herumstehen bevor sie einmal „ping“ auf ihrem Triangel machen dürfen.
Musik hat etwas mit der Lust am Hören und auch ein bisschen mit der Lust am Sehen zu tun. Das müssen jene begreifen, die Musik fördern wollen. Alles andere können wir den Leuten überlassen, die CD-Sammlungen anhäufen und ein bisschen Smalltalk über Mozart auf Partys reden können – oder auf Veranstaltungen von E-Musik sprechen.
Eine Welt ohne klassische Musik? Die Kulturpäpste erzittern. Die Zentralverwaltung ewiger Werte erhebt sonor ihre Stimme. Die Kenner lächeln: Volle Konzertsäle, allenthalben, jedenfalls dort, wo ich hinblicke. Sehen sie hin und hören sie hin, falls Sie eine Karte bekommen – es ist gar nicht so einfach – und manchmal ist es auch sehr, sehr teuer.
Ach ja, dieser Mozart, richtig. Der schrieb ja „klassische“ Musik – nur wusste er noch nichts davon – und vielleicht, weil er es nicht wusste, schrieb er keine E-Musik, sondern einfach Musik: Für das gewöhnliche Volk, für die Gebildeten, für den Hof, zum Amüsieren, zum Tanzen, zum Zuhören.
Hören – einfach hören. Genießen, Empfinden, bewegen lassen und für sich entscheiden, was es bedeutet. Das heißt: Musik hören. Haben wir eine Chance? Ja, wenn wir nicht auf die Musiklehrer, Kritiker und den Zeigefinger hebenden Kulturpäpste hören. Ich will, mit Verlaub, nicht wissen, welches Genie in dieser oder jenen Sonate liegt, nicht die vermeintliche Größe und Bedeutung des Violin- oder Klavierkonzert erklärt bekommen. Ich will ins Konzert gehen und es hören – und vielleicht noch sehen, wie die Musikerinnen und Musiker ihr Herzblut geben, wenn sie mit sinnlichem Gesicht die Saiten streichen, ja, sogar wenn sie dumm in der Gegend herumstehen bevor sie einmal „ping“ auf ihrem Triangel machen dürfen.
Musik hat etwas mit der Lust am Hören und auch ein bisschen mit der Lust am Sehen zu tun. Das müssen jene begreifen, die Musik fördern wollen. Alles andere können wir den Leuten überlassen, die CD-Sammlungen anhäufen und ein bisschen Smalltalk über Mozart auf Partys reden können – oder auf Veranstaltungen von E-Musik sprechen.
sehpferd - am Dienstag, 31. Januar 2006, 09:28 - Rubrik: zeit geschehen
Viel bewundert: Fabelwesen aus Eis am Szena Ter, Budapest, vor dem Einkaufszentrum Mammut.

(c) 2006 by sehpferd
Mehr eiskalte Kunst und die Schöpfer.

(c) 2006 by sehpferd
Mehr eiskalte Kunst und die Schöpfer.
sehpferd - am Montag, 30. Januar 2006, 12:44 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
In einem Chat ist der Geschlechtswandel am einfachsten: Freilich bringt er Frauen wenig, bekommen sie dann doch wesentlich weniger Einladung in die verschwiegenen Hinterzimmer und müssen ganz schöne Affentänzchen vollführen, damit eine der durchweg schnippischen Chat-Dauerbewohnerinnen mit ihnen redet. Einfacher ist es schon beim Bloggen – doch welche Frau hat je einen Mann gespielt, um Popularität zu erlangen? Es ist doch als Frau viel einfacher, zudem, wenn man sein Licht unter den Scheffel stellt und ein bisschen auf sexbegeistertes Dummchen macht.
Aber – wie ist es im real life? Norah Vincent wollte es wissen: 18 Monate hat sie „Ned“ gespielt – und dazu gehört natürlich auch, Verabredungen mit Frauen zu haben. Zitat: „She met several women online, realized just how hard it is to be rejected and saw firsthand how hard it is to date as a man”.
Lesen Sie mehr – und versuchen Sie es lieber nicht – oder wenn, dann erst mal im Blog.
Aber – wie ist es im real life? Norah Vincent wollte es wissen: 18 Monate hat sie „Ned“ gespielt – und dazu gehört natürlich auch, Verabredungen mit Frauen zu haben. Zitat: „She met several women online, realized just how hard it is to be rejected and saw firsthand how hard it is to date as a man”.
Lesen Sie mehr – und versuchen Sie es lieber nicht – oder wenn, dann erst mal im Blog.
sehpferd - am Freitag, 27. Januar 2006, 16:12 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Diese partnersuchenden Damen hatten offenbar kein passendes Foto von sich.
sehpferd - am Freitag, 27. Januar 2006, 16:11 - Rubrik: papierkorb nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Zitat Anfang:
Ja, so ist das nun alles?, sage ich und hole ganz tief Luft und dann bin ich ruhig und mag nichts mehr sagen, nicht, weil ich nichts mehr zu sagen hätte, sondern weil ich keine Worte mehr übrig habe.
“Und nun“?, fragt sie. „Was, und nun“?, frage ich zurück. „Was wirst du nun tun“?, fragt sie. Ich lache kurz und abgehackt. Ha-Ha-Ha. Wie eine Krähe im verwilderten Birnbaum, wenn jemand sich auf dem halbherzig asphaltierten Fußweg nähert. Krah-Krah-Krah.
Zitat Ende. Der Text ist eigentlich viel länger.
Nicht mehr gefunden bei „Slippery when wet“. Schade. „Das Weblog wurde deaktiviert“. Auch schade. Vor ein paar Tagen habe ich sie noch gelobt – denn sie konnte doch wirklich schreiben, jene Dame, die ich hier unter vielen Identitäten gerne gelesen habe.
Manchmal denke ich, dass all die nachdenklichen, literarisch mindestens akzeptablen erotischen Blogs verschwinden. An ihre Stelle treten Masseninformationen (wie ich sie bis vor kurzem auch verbreitet habe), dumme Sprüche, nette Sprüche – aber letztlich nichts mehr, was man in einem Salon vortragen möchte.
Ich denke darüber nach, auch noch meine letzten Brücken zu diesem Metier abzubrechen – doch da ich mich für Menschen interessiere, will ich bisweilen auch wissen, was in den Hirnen vorgeht, wenn die Genitalien in voller Aktion sind. So werde ich wohl weiter Erotikblogs lesen.
Ja, so ist das nun alles?, sage ich und hole ganz tief Luft und dann bin ich ruhig und mag nichts mehr sagen, nicht, weil ich nichts mehr zu sagen hätte, sondern weil ich keine Worte mehr übrig habe.
“Und nun“?, fragt sie. „Was, und nun“?, frage ich zurück. „Was wirst du nun tun“?, fragt sie. Ich lache kurz und abgehackt. Ha-Ha-Ha. Wie eine Krähe im verwilderten Birnbaum, wenn jemand sich auf dem halbherzig asphaltierten Fußweg nähert. Krah-Krah-Krah.
Zitat Ende. Der Text ist eigentlich viel länger.
Nicht mehr gefunden bei „Slippery when wet“. Schade. „Das Weblog wurde deaktiviert“. Auch schade. Vor ein paar Tagen habe ich sie noch gelobt – denn sie konnte doch wirklich schreiben, jene Dame, die ich hier unter vielen Identitäten gerne gelesen habe.
Manchmal denke ich, dass all die nachdenklichen, literarisch mindestens akzeptablen erotischen Blogs verschwinden. An ihre Stelle treten Masseninformationen (wie ich sie bis vor kurzem auch verbreitet habe), dumme Sprüche, nette Sprüche – aber letztlich nichts mehr, was man in einem Salon vortragen möchte.
Ich denke darüber nach, auch noch meine letzten Brücken zu diesem Metier abzubrechen – doch da ich mich für Menschen interessiere, will ich bisweilen auch wissen, was in den Hirnen vorgeht, wenn die Genitalien in voller Aktion sind. So werde ich wohl weiter Erotikblogs lesen.
sehpferd - am Freitag, 27. Januar 2006, 12:24 - Rubrik: blog nachrichten
Ich hätte erstens nicht gedacht, dass ich noch einmal im Leben mit dem Schockwellenreiter übereinstimmen würde und zweitens hätte ich auch nicht gedacht, dass sich mein Beitrag über Toleranz so schnell am lebenden Beispiel bewahrheiten würde.
Noch einmal, zum langsam mitdenken: Toleranz ist nicht schon gut, weil der Begriff diesen humanistischen Weihrauch hat. Wenn ich toleriere, ertrage ich, dass meine Werte nicht auch vom Nachbarn angewendet werden – oder aber: Ich akzeptiere sein Anderssein, was ein bisschen mehr ist als Toleranz.
Nur: Es gibt keine Toleranz, Menschen von der Kommunikation auszuschließen. Deshalb – und aus keinem anderen Grund - darf in einer Berliner Schule auf dem Schulhof nur noch Deutsch gesprochen werden – eine ausgesprochen kluge Entscheidung, bei der man fürs Leben lernen kann: Man spricht in der Sprache miteinander, die alle verstehen. Das ist wohl das simpelste Gebot der Höflichkeit.
Der Schockwellenreiter sieht das ein und ich kann nur sagen: Danke. Und den Jusos, die diesen schrecklichen Unfug verfasst haben, sollte man mal sagen: Leute, lernt mal, wie man miteinander umgeht - dann versucht es mal mit echter Toleranz – und dann verfasst Pressemitteilungen.
Noch einmal, zum langsam mitdenken: Toleranz ist nicht schon gut, weil der Begriff diesen humanistischen Weihrauch hat. Wenn ich toleriere, ertrage ich, dass meine Werte nicht auch vom Nachbarn angewendet werden – oder aber: Ich akzeptiere sein Anderssein, was ein bisschen mehr ist als Toleranz.
Nur: Es gibt keine Toleranz, Menschen von der Kommunikation auszuschließen. Deshalb – und aus keinem anderen Grund - darf in einer Berliner Schule auf dem Schulhof nur noch Deutsch gesprochen werden – eine ausgesprochen kluge Entscheidung, bei der man fürs Leben lernen kann: Man spricht in der Sprache miteinander, die alle verstehen. Das ist wohl das simpelste Gebot der Höflichkeit.
Der Schockwellenreiter sieht das ein und ich kann nur sagen: Danke. Und den Jusos, die diesen schrecklichen Unfug verfasst haben, sollte man mal sagen: Leute, lernt mal, wie man miteinander umgeht - dann versucht es mal mit echter Toleranz – und dann verfasst Pressemitteilungen.
sehpferd - am Donnerstag, 26. Januar 2006, 22:56 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wie man von aus dem Stand auf Platz 26 der Blogcharts kommt
Suchen Sie sich ein Opfer. Es kann ruhig mäßig populär sein, Hauptsache, es hat etwas gegen Blogger gesagt. Platz 26. Vorher Nix.
Wie man in den Blogcharts bleibt, auch wenn man (fast) nichts tut
Totgesagt leben länger. Wenn Sie einmal populär waren, können sie lange in den Charts bleiben – schreiben müssen Sie eigentlich nichts mehr – wozu auch? Platz 45, worher Platz 40.
Wie man nur einmal etwas wirklich Populäres schreiben muss
Schreiben Sie einmal im Leben etwas, was zufälligerweise einem Journalisten in die Hand fällt, bei dem es dann andere Journalisten lesen, bei denen es wieder Journalisten lesen. Danach können sie plappern, was sie wollen: Platz 2. Vorher auch Platz 2.
Suchen Sie sich ein Opfer. Es kann ruhig mäßig populär sein, Hauptsache, es hat etwas gegen Blogger gesagt. Platz 26. Vorher Nix.
Wie man in den Blogcharts bleibt, auch wenn man (fast) nichts tut
Totgesagt leben länger. Wenn Sie einmal populär waren, können sie lange in den Charts bleiben – schreiben müssen Sie eigentlich nichts mehr – wozu auch? Platz 45, worher Platz 40.
Wie man nur einmal etwas wirklich Populäres schreiben muss
Schreiben Sie einmal im Leben etwas, was zufälligerweise einem Journalisten in die Hand fällt, bei dem es dann andere Journalisten lesen, bei denen es wieder Journalisten lesen. Danach können sie plappern, was sie wollen: Platz 2. Vorher auch Platz 2.
sehpferd - am Donnerstag, 26. Januar 2006, 22:36 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wenn Sie Zeit haben und an Wörtern interessiert sind, schauen Sie doch einfach ab und an einmal in meine neue Kategorie „wortsalat“ by „changes“.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
„Wer bei uns (bei Psychotherapeuten) Hilfe sucht, leidet in irgendeiner Weise an seiner Beziehung zur Welt. ... es stehen im dann zwei Möglichkeiten offen: Aktives Eingreifen, das die Umwelt mehr oder weniger seinem Weltbild angleicht; oder, wo unmöglich, umgekehrt die Anpassung seines Weltbildes an die unabänderlichen Gegebenheiten *“.
Es wäre wirklich schön, wenn sich jene diese Weisheit zu Herzen nehmen würden, die sich weder anpassen noch etwas aktiv verändern wollen - jene nämlich, die nicht als negative Einflüsse in den Informationskreislauf einspeisen, um damit zu zeigen, wie großartig sie sind.
* Zitat: Paul Watzlawick – Die Möglichkeit des Andersseins“, 1977
Es wäre wirklich schön, wenn sich jene diese Weisheit zu Herzen nehmen würden, die sich weder anpassen noch etwas aktiv verändern wollen - jene nämlich, die nicht als negative Einflüsse in den Informationskreislauf einspeisen, um damit zu zeigen, wie großartig sie sind.
* Zitat: Paul Watzlawick – Die Möglichkeit des Andersseins“, 1977
sehpferd - am Donnerstag, 26. Januar 2006, 19:20 - Rubrik: zeit geschehen
Beiß mir nicht in den Finger – schau, wohin er zeigt
Warren McCulloch
Menschen erwarten im Leben oft Fingerzeige – und das Interessante daran ist, dass die Welt voll ist von Fingerzeigen aller Art: Trends, Möglichkeiten, Chancen. Allerdings sehen viele Menschen solche Fingerzeige nicht, andere ignorieren sie und wieder andere behaupten notorisch, dass es solche Fingerzeige, obwohl sie allenthalben vorhanden sind, nicht wirklich geben würde.
Was machen diese Leute? Sie beißen uns in den Finger, der ihnen etwas zeigen will, der ihnen vielleicht gar den Weg aus der Misere weisen könnte. Indessen - solange wir nicht mit den gebratenen Täubchen ankommen und sie ihnen dann noch in den Mund schieben, sind wir, die Wissenden, als Wegweiser nichts gefragt.
Was wir tun können? Lassen wir die Fingerbeißer, wo sie sind. Es gibt genug Menschen, die noch hungrig sind nach Können und Wissen, Menschen, die noch nach dem hohen Gut der Erfahrung dürsten und die sich einfach zu uns setzen wollen, um zu lernen.
(Wortidentisch in "changes")
Warren McCulloch
Menschen erwarten im Leben oft Fingerzeige – und das Interessante daran ist, dass die Welt voll ist von Fingerzeigen aller Art: Trends, Möglichkeiten, Chancen. Allerdings sehen viele Menschen solche Fingerzeige nicht, andere ignorieren sie und wieder andere behaupten notorisch, dass es solche Fingerzeige, obwohl sie allenthalben vorhanden sind, nicht wirklich geben würde.
Was machen diese Leute? Sie beißen uns in den Finger, der ihnen etwas zeigen will, der ihnen vielleicht gar den Weg aus der Misere weisen könnte. Indessen - solange wir nicht mit den gebratenen Täubchen ankommen und sie ihnen dann noch in den Mund schieben, sind wir, die Wissenden, als Wegweiser nichts gefragt.
Was wir tun können? Lassen wir die Fingerbeißer, wo sie sind. Es gibt genug Menschen, die noch hungrig sind nach Können und Wissen, Menschen, die noch nach dem hohen Gut der Erfahrung dürsten und die sich einfach zu uns setzen wollen, um zu lernen.
(Wortidentisch in "changes")
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Der Fall ist alt - er datiert aus dem Juli 2005 und er wurde aus der Welt geschafft, indem man ein Gespräch führte. Das sollte eigentlich genügen. Doch der Presse genügt es – wie es scheint – nicht. Sie sieht sich veranlasst zu „berichten“. Worüber?
Da hat sich jemand geärgert, nämlich der Baden-Württembergische Sozialminister Andreas Renner. Jener nämlich hatte im Juli 2005 dem Rottenburger Bischof Gebhard Fürst etwas barsch zu verstehen gegeben, dass er beim Thema Kinder als katholischer Geistlicher wohl nicht so recht mitreden könne. Wir wissen nicht exakt, was passiert ist, und vor allem nicht, was dem vorausging. Nur eines scheint mir sicher: Man sagt so etwas nicht im Zorn, wenn man nicht zuvor direkt oder indirekt provoziert wurde.
Nun also ist alles in der Presse – das mag ja noch hingehen, schließlich wollen Zeitungen ja verkauft werden – und ein Zweikampf zwischen Minister und Bischof macht sich immer gut – auch, wenn er ein halbes Jahr zurückliegt.
Doch darum geht es gar nicht so sehr, sondern um einen Kommentar. Da greift ein Redakteur in die Gefühlskiste: Er mutmaßt, dass der Bischof „verletzt und gekränkt“ sein müsse, ja mehr noch, „die Mehrheit der gläubigen Katholiken im Land“. Der Sozialminister soll sich „öffentlich Entschuldigen“, sonst müsse der Ministerpräsident „wissen, was zu tun ist“.
Deutliche Worte: „Schwöre ab, oder du wirst entlassen“. Ich halte mal dagegen: darf man in diesem Land die Kompetenz von katholischen Bischöfen in der Familienpolitik nicht öffentlich bezweifeln? Es ist keine Frage, dass der Ton die Musik macht, aber es ist wohl eine Frage, ob es despektierlich ist, die Kompetenz eines Bischofs zum Thema „Kinderwunsch“ in Frage zu stellen.
Zitate: Thomas Fricker in der „Badischen Zeitung“ vom 26. Januar 2006.
Da hat sich jemand geärgert, nämlich der Baden-Württembergische Sozialminister Andreas Renner. Jener nämlich hatte im Juli 2005 dem Rottenburger Bischof Gebhard Fürst etwas barsch zu verstehen gegeben, dass er beim Thema Kinder als katholischer Geistlicher wohl nicht so recht mitreden könne. Wir wissen nicht exakt, was passiert ist, und vor allem nicht, was dem vorausging. Nur eines scheint mir sicher: Man sagt so etwas nicht im Zorn, wenn man nicht zuvor direkt oder indirekt provoziert wurde.
Nun also ist alles in der Presse – das mag ja noch hingehen, schließlich wollen Zeitungen ja verkauft werden – und ein Zweikampf zwischen Minister und Bischof macht sich immer gut – auch, wenn er ein halbes Jahr zurückliegt.
Doch darum geht es gar nicht so sehr, sondern um einen Kommentar. Da greift ein Redakteur in die Gefühlskiste: Er mutmaßt, dass der Bischof „verletzt und gekränkt“ sein müsse, ja mehr noch, „die Mehrheit der gläubigen Katholiken im Land“. Der Sozialminister soll sich „öffentlich Entschuldigen“, sonst müsse der Ministerpräsident „wissen, was zu tun ist“.
Deutliche Worte: „Schwöre ab, oder du wirst entlassen“. Ich halte mal dagegen: darf man in diesem Land die Kompetenz von katholischen Bischöfen in der Familienpolitik nicht öffentlich bezweifeln? Es ist keine Frage, dass der Ton die Musik macht, aber es ist wohl eine Frage, ob es despektierlich ist, die Kompetenz eines Bischofs zum Thema „Kinderwunsch“ in Frage zu stellen.
Zitate: Thomas Fricker in der „Badischen Zeitung“ vom 26. Januar 2006.
sehpferd - am Donnerstag, 26. Januar 2006, 18:23 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Ich schreibe gegenwärtig kaum etwas über Erotik – es ist mir zu langweilig geworden, jeden Tag aus ein paar Wortfetzen eine Nachricht zu machen.
Dennoch sage ich Ihnen mal dies: Ich hoffe, dass diese Dame nicht ausrutscht, und diese so unglaublich frech bleibt, wie sie begonnen hat. Ja, ich lese weiter. Ich amüsiere mich weiter. Ich habe weiterhin (auch, unter anderem) Verständnis für andere Leute, die so schrecklich viel recherchieren und die doch keinen Nutzen davon haben (außer dann und wann einen Betthasen).
Na schön, dann hat man einen Hasen. Weidmannsheil.
Dennoch sage ich Ihnen mal dies: Ich hoffe, dass diese Dame nicht ausrutscht, und diese so unglaublich frech bleibt, wie sie begonnen hat. Ja, ich lese weiter. Ich amüsiere mich weiter. Ich habe weiterhin (auch, unter anderem) Verständnis für andere Leute, die so schrecklich viel recherchieren und die doch keinen Nutzen davon haben (außer dann und wann einen Betthasen).
Na schön, dann hat man einen Hasen. Weidmannsheil.
sehpferd - am Mittwoch, 25. Januar 2006, 23:50 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Ich kann auch bei sehr sorgfältiger Prüfung kaum einen Unterschied zwischen einem „typischen“ Blogger und einem Sektenanhänger feststellen: Beide predigen Ihre Art von Wahrheit an den Straßenecken – und glauben, nur weil sie das tun, wären sie schon Jesus Christus ähnlich geworden.
sehpferd - am Mittwoch, 25. Januar 2006, 23:30 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Mein Wunsch:
Ich wünsche Ihnen für die Zukunft die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die sie nicht ändern können
Und den Mut, die Dinge zu ändern, die Sie ändern können
Und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Deutsch war es lange Zeit als "Original" im Umlauf:
Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Indessen steht das Original in englischer Sprache, nämlich:
God, give us grace to accept with serenity the things that cannot be changed,
courage to change the things which should be changed,
and the wisdom to distinguish the one from the other.
Der Grund, dies hier zu veröffentlichen
Warum nutze ich diesen Spruch, der auf einem Gebet beruht? Weil ich Menschen helfen will, sich auf das zu konzentrieren, was ihnen nützt. Einen Nutzen haben sie aber nur, wenn sie erreichbare Ziele verfolgen, also keinen Visionen nachjagen, wie dies heute zu meinem Leidwesen in vielen Seminaren gelehrt wird. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man auch für kleine Änderungen Mut braucht, und also wünsche ich ihnen Mut. Das Wichtigste aber ist Weisheit, denn ohne sie nützt weder die Gelassenheit noch der Mut.
Die "geschönte" Herkunft
Der Spruch wird – mit kleinen Abweichungen – häufig zitiert. Die Sache hat allerdings einen kleinen Geburtsfehler: Das Gebet (und alle Ableitungen daraus) sind nicht von dem Theosophen Friedrich Christoph Oetinger (1702- 1782), wie überall behauptet wird, sondern viel jüngeren Datums. In einem Brief vom 28. April 1965 schreibt der eigentliche Autor, Reinhold Niebuhr, ein Deutschamerikaner, folgenden Brief an eine Dame:
„Ich schrieb das Gebet vor vielen Jahren, ich meine, es ist vor dem letzten Krieg gewesen (Anm: 2. Weltkrieg, etwa 1941). Der Text war ein Teil eines Gebets, das ich während eines Gottesdienstes in einer kleinen Kirche in Massachusetts sprach - es kam dann mit anderen Gebeten in einem kleinen Taschenbuch heraus. Nach dem Ausbruch des Krieges benutzten es die U.S.O. (United Service Organizations) auf einer kleinen Karte (für US-Soldaten, die in den Krieg zogen). Seither wird es viel benutzt und zitiert und gelegentlich wurde es etwas abgeändert. Die Anonymen Alkoholiker nutzen es seit Jahren, und heute taucht es überall auf."
Es wäre natürlich blumenreicher, wenn man Friedrich Christoph Oetinger als Autor hätte vorzeigen können - aber auf Dauer müssen wir wohl die Warheit als höheres Gut ansehen.
Ich wünsche Ihnen für die Zukunft die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die sie nicht ändern können
Und den Mut, die Dinge zu ändern, die Sie ändern können
Und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Deutsch war es lange Zeit als "Original" im Umlauf:
Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Indessen steht das Original in englischer Sprache, nämlich:
God, give us grace to accept with serenity the things that cannot be changed,
courage to change the things which should be changed,
and the wisdom to distinguish the one from the other.
Der Grund, dies hier zu veröffentlichen
Warum nutze ich diesen Spruch, der auf einem Gebet beruht? Weil ich Menschen helfen will, sich auf das zu konzentrieren, was ihnen nützt. Einen Nutzen haben sie aber nur, wenn sie erreichbare Ziele verfolgen, also keinen Visionen nachjagen, wie dies heute zu meinem Leidwesen in vielen Seminaren gelehrt wird. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man auch für kleine Änderungen Mut braucht, und also wünsche ich ihnen Mut. Das Wichtigste aber ist Weisheit, denn ohne sie nützt weder die Gelassenheit noch der Mut.
Die "geschönte" Herkunft
Der Spruch wird – mit kleinen Abweichungen – häufig zitiert. Die Sache hat allerdings einen kleinen Geburtsfehler: Das Gebet (und alle Ableitungen daraus) sind nicht von dem Theosophen Friedrich Christoph Oetinger (1702- 1782), wie überall behauptet wird, sondern viel jüngeren Datums. In einem Brief vom 28. April 1965 schreibt der eigentliche Autor, Reinhold Niebuhr, ein Deutschamerikaner, folgenden Brief an eine Dame:
„Ich schrieb das Gebet vor vielen Jahren, ich meine, es ist vor dem letzten Krieg gewesen (Anm: 2. Weltkrieg, etwa 1941). Der Text war ein Teil eines Gebets, das ich während eines Gottesdienstes in einer kleinen Kirche in Massachusetts sprach - es kam dann mit anderen Gebeten in einem kleinen Taschenbuch heraus. Nach dem Ausbruch des Krieges benutzten es die U.S.O. (United Service Organizations) auf einer kleinen Karte (für US-Soldaten, die in den Krieg zogen). Seither wird es viel benutzt und zitiert und gelegentlich wurde es etwas abgeändert. Die Anonymen Alkoholiker nutzen es seit Jahren, und heute taucht es überall auf."
Es wäre natürlich blumenreicher, wenn man Friedrich Christoph Oetinger als Autor hätte vorzeigen können - aber auf Dauer müssen wir wohl die Warheit als höheres Gut ansehen.
sehpferd - am Mittwoch, 25. Januar 2006, 22:11 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen

