anstoss

  sehpferdvs sehpferds magazin für anstöße und anstößiges
Vorgetäuscht oder echt? Die Zeitschrift Lisa wollte es genau wissen und fragte deswegen mal ins Sommerloch hinein wie es denn die Deutschen damit hielten, ihren Partner Orgasmen vorzutäuschen, und siehe, zwar haben 30 Prozent der Frauen schon mal künstlich gestöhnt, aber angeblich auch 33 Prozent der Männer.

Während ich ja mal den Frauen glaube, dass es etwas nützt, die Männer glauben zu machen, sie wären die wildesten Hengste, die der Erdball hergäbe, denke ich, dass es einem Mann nichts nützt, seiner Frau einen Orgasmus vorgaukeln – so blöd ist eigentlich keine Frau, dass sie nicht merkt, wenn der Samen fließt.

Es ist Sommer, und da wird bekanntlich viel herumgefragt, weil es ohne Umfragen wenig zu schreiben gäbe. Also fragte die „Freundin“ Frauen wie auch Männer danach, wie sie es denn wohl so hielten mit Sex in der ersten Nacht – und siehe – fast zwei Drittel der Männer freuen sich drüber, wenn die Dame noch in derselben Nacht ihre Liebesqualitäten unter Beweis stellt.

Nun, nun, und die Damen? Sie haben immer noch die Mutti im Ohr, die da einst sagte: „Gute Mädchen tun es nicht in der ersten Nacht, da wirft man sich ja an die Männer weg“, uns so etwas Ähnliches sagten dann angeblich auch 57 Prozent der Frauen.

Ein lustiges Nebenergebnis zeigt, wie blöd Männer sein können: Fast die Hälfte machte aus ihrer Geilheit ein Qualitätsmerkmal und behaupteten, ob die Beziehung andauernd würde, käme darauf an, „wie gut der Sex war“. Frauen hingegen, die sich auf einmalige Liebesnächte einließen, behaupteten dies nur zu schlappen 15 Prozent.

Ob es daran liegt, dass Frauen ganz genau wissen, was sie in eben jenen Nächten wollen, nämlich einmal das heftige Programm und sonst nichts? Morgen muss man ja wieder mit dem Freund oder Ehemann schlafen – den hat man schließlich für die Alltagsseiten des Lebens. Oder wie war das? Ach, ich muss mich korrigieren. Die befragten Menschen waren alle Singles, wie es scheint. Dann schliefen sie also in der nächsten Nacht wieder mit dem regulären Freund oder der regulären Freundin. Oder war das jetzt auch ganz falsch?

Sie erinnern sich? „Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment“ – seit jenen Jahren haben ich die begriffe „das Establishment“ und die „Etablierten“ schon lange nicht mehr gelesen.

Jetzt allerdings weiß ich: Wer bloggt, gehört nicht zum Establishment – meint jedenfalls ein Herr namens Louis Rossetto, der ein weltbekannter Publizist sein soll. Denn es ist so: Zweimal nicht mit derselben zu pennen, ist ja noch kein deutlicher Beweis für die Nichtzugehörigkeit zum Establishment – man muss dazu auch noch bloggen.

Dann tut man auch keine Sünden wie beim wilden Herumpennen – sondern es ist ein „Wechsel zum Guten“ – zu einer „demokratischen Diskussion auf fundamentalem Niveau“. Nun hätte der Herr auch sagen können „ein fauler Wechsel, auf das Gute ausgestellt“ – das wäre ebenso wenig zu widerlegen gewesen. Oder er hätte schreiben können „auf fundamentalistischem Niveau“, wenn er denn einige Kommentare in deutschen Wahlblogs gelesen hätte, zum Beispiel hier.

Ach ja, und dies: „Menschen sprechen mit Menschen, von Hirn zu Hirn“. Auszug aus einem futuristischen Roman? Ein unbekanntes Märchen der Gebrüder Grimm? Ein Vorgriff auf kommende Biotechnologie-Ergebnisse?

Nein, der Herr meint wirklich Blogs: Kalender, in denen auch ein paar Texte stehen: Und in den meisten von ihnen steht ein solcher Müll, dass ich ihn lieber nicht in meinem Hirn hätte – falls je jemand auf die Idee kommen sollte, sein Hirn direkt mit meinem sprechen zu lassen: Nein, ich eigne mich nicht für die Müllentsorgung, Schwester oder Bruder.

And, by the way: Ce n'est pas un blog.

Mehr beim PR-Blogger.

Freud und Leid von Google-News: Wenn der Hund mit der Wurst über den Eckstein springt oder der Wels mit dem Dackel im Bauch die sexy Bulldogge aussticht – ja dann ist Saure-Gurken-Zeit oder Springer-Zeit

hundeleben

Früher, ja früher – da konnte man noch Konferenzen vorgeben, während man an den Brüsten der Geliebten ruhte, konnten Teenager noch ohne Erröten sagen, sie würden bei einer Freundin übernachten, wenn er oder sie in Wahrheit längst der Stimme des Blutes erlegen war – vom Handlungsreisenden und seinen Bordellbesuchen ganz zu schweigen.

Doch heute piept das Handy. „das hört sich aber nicht wie in einer Konferenz an, mein Lieber – woher kommt denn diese sanfte Musik?“ „Ach, du bist bei Yasmin – oh, gibt sie mir doch mal bitte“. „Du klingst so komisch außer Atem – hat dein Hotel keinen Aufzug“?

Und falls sie ihr Handy ausschalten sollten – das müssen sie ihrem Ehemann/Ihrer Ehefrau/Ihren Eltern oder sonstigen Kettenhundehalterinnen – und ebensolchen Haltern, dann schon ganz, ganz genau erklären.

Einmal war ich in einem tiefen Tal, in das kein Telefonpieps dringt. Ich bin extra den hohen Berg hinaufgeklettert, um den einzigen Funkstrahl zu erwischen, der mich zur Geliebten führte. Über ein anderes Mal schweige ich, da ich dort selbst jemanden erreichen wollte, der sein Telefon aus gutem Grund ausgeschaltet hatte. Solle ich Ihnen da nicht lieber von der verheirateten Ex-Rockerbraut erzählen, die insgesamt fünf Handys hatte, für jede Gruppe ihrer Liebhaber eine andere, macht drei, plus eines für den Ehemann, macht vier und eines für die Öffentlichkeit, macht fünf?

Vermutlich braucht man dafür allerdings ein gutes Gedächtnis und (oder oder) ein Softwareprogramm, dass die Handys wahlweise trennt oder verbindet. Wie war das jetzt mit dem Schnüffelstaat? Bloglike: „Liebes Tagebuch, ich bin heute in Wien und bumse gerade Jenny, du weißt schon, die nebenberuflich als Stripperin im „Kakadu“ arbeitet – es ist nur gut, dass meine Ehefrau nichts davon weiß“.

Überwachungsstaat? Plappermäulchengesellschaft.

Old MacSocialDemocrat had a farm,
Ee i ee i oh!
And on his farm he had some blogs,
Ee i ee i oh!
With a cluck-cluck here,
And a cluck-cluck there
Here a cluck, there a cluck,
Everywhere a cluck-cluck-cluck
Old MacSocialDemocrat had a farm
Ee i ee i oh!

Nur ... was soll das Ganze? Vor allem, wenn dann noch so etwas (pardon) dümmliches, wie hier beschrieben, als Wahlpropaganda verwendet wird.

Falls sie einen Herrn kennen, dem es so übermäßig nach Brüsten gelüstet, dass es ihnen peinlich wird, wenn sie ein Mann sind, oder lästig, wenn sie eine Frau sind, sollten sie ihm vielleicht dieses Geschenk machen.

Sekretärinnen hingegen wird auch dann nicht empfohlen, ihrem Chef dieses Geschenk zu machen, wenn dieser derartige Absichten bereits ankündigt oder gar in die Tat umgesetzt hat - es könnte missverstanden werden.

Der japanische Händler gibt freilich an, dass der Gegenstand sich auch dazu eigne, Gespräche mit dem Besitzer aufzunehmen. Sie können es ja mal probieren.

kistenbrust

© 2005 by J-List

Wer Erinnerungen an die Saugwonnen des Babyalters mit einem Alkoholrausch verbinden will, der kann jetzt bedient werden – „Hooter Shooters“ heißt das Produkt, und es besteht aus einem paar Umschnallbrüsten mit doppeltem Boden, in dem sich der Stoff der Begierde befindet. Nachgeladen wird er aus der Hüfte, wo eine Pumpe für den entsprechenden Spritzdruck sorgt.

Da es offenbar nicht sehr hygienisch ist, denn Stoff direkt aus der falschen Brust zu saugen, werden in der Grundausstattung gleich Papiertücher und Becher mitgeliefert – und weil man, wenn man den Alkohol schon hautnah verkauft, auch sonst noch etwas sexy Haut zeigen kann, liefert das Unternehmen gleich geeignete Kostüme mit.

Heute Morgen zwischen 9 Uhr und 9 Uhr 30 wurde ich plötzlich unsichtbar. Wie mag es nur ausgesehen haben, als sich die Kaffeetasse wie von Geisterhand bewegt hob und ein Croissant im Nirwana verschwand?

Nein, ich bin nicht über Nacht meschugge geworden. Ich habe nur im Gang eines Einkaufszentrums ein Frühstück gegessen. Viele Menschen zogen vorbei, teilweise mir bekannte Kollegen und Handwerker, aber auch viele Fremde – unter ihnen einige süße Paare, schicke junge Damen aus der Schweiz und eine Punkerin, die Stolz die frischen Striemen der Schläge spazieren trug,, die ihr am Wochenende verabreicht wurden.

Gesehen hat mich niemand, und da mich schon niemand sah, habe ich still meinen Kaffee getrunken und mein Hörnchen gegessen – und mir Gedanken darüber gemacht, warum die Menschen, wenn sie ein Einkaufszentrum betreten, immer nur nach vorne schauen und nie zur Seite.

Satiren über die Religion sind völlig überflüssig, wenn man nur die eine oder andere Goggle-Anzeige verfolgt.

Schon nach zwei Wochen konnte das auf erotisch wirkende Asiatinnen ausgerichtete Blog der „Asiatischen Sirenen“ nach Eigenangaben 200.000 Gucker oder 88.000 Besucher verzeichnen. Der Hauptanteil war offenbar auf Besucher zurückzuführen, die von dem ebenfalls blogähnlich aufgebauten Erotik-Neuheitendienst „Fleshbot“ sowie von der pornografischen Seite „Asian Thumbs“ kamen.

Nun, wie wäre es mit einer Seite „German Zeitgeist Frauleins?“ – Gelobt sei, was Besucher bringt.

Ich habe für den September ein Konzept für ein neues Blog versprochen, das sich ausschließlich mit der Liebe beschäftigt – mit jeder Art von Liebe, um genau zu sein. Nachdem es in der Vergangenheit so viele Expertinnen und Experten gab, die auf Twoday immer sehr deutlich gesagt haben, wofür und wogegen sie sind, höre ich jetzt nur das Schweigen der Wortlosen. Also, bitte gebt laut Laut.

Was noch gebraucht wird:

Eine Frontfrau, deren Name aber nicht im Impressum erscheinen muss und die sich dem Publikum gegenüber beliebig tarnen darf. (Volljährigkeit und wirkliche Weiblichkeit sind allerdings Voraussetzung).

Schreiber(innen) erotischer Kolumnen (einmal wöchentlich), überwiegend darüber, wie man einen Partner so behandelt, dass er ins Bett kommt oder da bleibt.

Schreiberinnen über typische Frauenthemen (ich will Frauen als Leser), zum Beispiel erotisch wirksame Kosmetik, Frisuren, Kleidung und dergleichen.

Natürlich braucht man noch viel mehr. Wenn ich nur an Fotos denke, so fällt mir bei den üblichen Aktfotos immer die Kinnlade runter. Ich stelle mir eher vor: Digitalkamera auf Armlänge halten, Selbstporträt (auch mal ungeschminkt und unfrisiert). Außerdem plane ich ein paar humorvolle „Intimitäten“, die nicht wirklich „intim“ sind, zum Beispiel: „Was du in meinem Schlafzimmer findest“, „schau dir diese schönen Hände an“, „mein Lieblingsschmuck nur nackter Haut“ – das alles schadet der Person nicht, weil sie anonym und gesichtslos bleiben kann, lockt aber die Betrachter auf das Blog. Kontaktmöglichkeiten können wahlweise ausgeschlossen oder eingeschlossen werden.

Und vor allem: Links und RSS-Feeds zu Blogs, die wirklich erotisch und dabei dennoch jugendfrei sind - ein Spagat, der so einfach gar nicht zu bewerkstelligen ist.

Vorschläge, Einwände oder sonst etwas? Wenn, dann an sehpferd at sehperd dot de. Stichwort: „FALTER“.

Das wöchentliche Geblubber aus den Algen - fast immer sonntags

Manchmal wissen Menschen ja nicht, was mich wirklich bewegt, und sie beginnen ihr Lieblingsspiel, „Beweggrund raten“. Deswegen schreibe ich es hier einmal (und nicht wieder): Es sind Lebensgeschichten. Vorzugsweise solche von Menschen, die sich nicht unten an der Quelle auf ein Boot gesetzt haben, um dann irgendwo ganz oben an der Mündung anzukommen und sich zu verabschieden. Vielleicht ist dies der Grund, weshalb ich diese dämlichen Befindlichkeitsblogs in die hintersten Ecken pfeffern könnte: Wortreich lamentieren, aber nicht im geringsten daran zu denken, einmal aufzubrechen. Gestern sah ich bei Phönix die Geschichte einer Artistenfamilie: Ein Ehepaar, seit über 70 Jahren verheiratet, über 90 Jahre alt – und mit über 90 stand dieser Mann noch in der Zirkusmanege. Was mich faszinierte; man lebte für die Nummer, für die Familie, für den Zirkus – und nicht dafür, erheblich irdische Güter heranzuschaffen und dennoch ständig zu maulen, wie das inzwischen in Deutschland ja üblich geworden ist.

Das Politikblog beschäftigt mich zurzeit sehr – nicht, weil ich dort viel schreiben würde, sondern weil die politische Diskussion meist relativ fruchtlos ist. Seit es diese Politikblogs zur Wahl gibt, fallen eigen- wie fremdgesteuerte Kommentatoren über sie her, um ihre unsägliche Propaganda von sich zu geben. Die Administratoren trauen sich offenbar nicht, die Kommentare dieser Leute einfach zu löschen. Ich weise in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in den guten alten Zeiten der Leserbriefe jeder anonyme Mist in den Papierkorb wanderte und ich kann nur hoffen, dass auch mehr Blogger den Mut haben, das zu tun: Entweder man kämpft in der Demokratie mit offenem Visier – oder man geht zurück in seine vier Wände und mal die Wand mit Parolen voll. Aber erzählen sie das einmal einer bloggenden und kommentierenden Jugend- und Mittelgeneration, die glaubt, sie wären so etwas wie Jesus Christus, nur weil sie in ihrem Leben ein paar Bytes oder meinetwegen Wörter zusammenknüpfen gelernt haben.

Mich bewegte ansonsten das Geistliche wie das Weltliche. Mein kritisches Interesse an der christlichen Religion veranlasste mich einmal mehr, im Politikblog darüber zu schreiben, und ganz weltlich fielen in einer Gegend, in der ich mich zufällig befand, hühnereigroße Hagelkörner. Zudem hat mir eine Mahnung der TALKLINE die Augen geöffnet, dass ich mich wesentlich mehr um laufende Verträge kümmern muss: Sonst wird man zum Hampelmann der Mobiltelefon-Provider: Kunden kennt man offenbar in Deutschland noch immer nicht. Merkwürdig, was so eine Mahnung auslöst: Ich habe meine Verträge kontrolliert, meine Tarife, meine Rechnungen und stelle fest, dass ich einen der schlechtesten Tarife für meine Bedürfnisse habe, den ich mir überhaupt vorstellen kann – aber ich kann mich nicht erinnern, ihn jemals so abgeschlossen zu haben. Nun ja, ich werde sehen, wie die TALKLINE reagiert. Doch diese Geschichte hat noch mehr ausgelöst: Seit Jahren habe ich nutzlose PC- und Internet-Magazine abonniert (PC-Professionell, Internet). PC-Professionell wendet sich mittlerweile an eine Klientel, zu dem ich nicht gehöre und Internet bringt bestenfalls einmal im Jahr einen Artikel, der mich interessiert. Also: auch weg damit, sobald es möglich ist. Von Journalisten verlange ich bei weitem mehr als das, was die beiden Zeitschriften bringen.

Was lernen wir daraus? Ein vom Kunden als „mies“ empfundener Geschäftsvorfall kann das Nachdenken über die gesamte Geschäftsbeziehung auslösen - und nicht nur das: Er kann auch anderen, verwandten Branchen weiteren Schaden zufügen.

Zum Schluss – die Blogs .Ich will meine Prognose gerne noch einmal bekräftigen:

1. Je mehr Blogs es gibt, um so weniger wird das einzelne Blog gelesen.
2. Private Blogs ohne klare Ausrichtung werden schon bald verschwinden
3. Politikblogs haben nicht die große Zukunft, von der Blogger gerne träumen
4. Kommerzielle Blogs, die überall bekannt sind, werden die Gewinner sein
5. Wer, ob als Blogger oder Provider, überleben will, muss aktiv Kunden werben

Mal sehen, ob ich Recht behalte. Im Moment feiern sich die Blogger ja noch gegenseitig und die Blog-Provider reiben sich die Hände über die vielen Blogs, die sie (noch) haben.

Noch regiert das Gesetz der Blog-Religion mit all seinen kleinen und großen Religionsstiftern: „Wir sind besser als alle anderen Medienbetreiber auf der Welt“. Das geht schief, Leute. Verlasst euch darauf.

Falls sie schon lange keine Tastatur mehr benutzt haben: Hier wäre die Gelegenheit, einer Dame damit Laute der Wonne zu entlocken - versuchen Sie es mal mit dem Ypsilon.

Falls sie ihre Lautsprecher immer auf Dröhnlautstärke gestellt haben, ist Ihnen am Arbeitsplatz die Aufmerksamkeit ihrer Kollegen und vereinzelter Kolleginnen sicher.

Mario Sixtus betätigte sich als Dr. Watson in den Blogstats und ermittelte, dass sich offenbar die meisten Blogger für Globalisierung, Arbeitslosigkeit und Angela Merkel interessierten.

Allerdings schlug Harry Potter mit 3456 Treffern alle politischen Themen. Ob es ein Thema gab, das noch mehr Interessenten hatte? Na klar: Ficken. Es kam 3972 Mal vor.

Was ich dazu sage? Das eine Wort sagt mehr über den Zustand der deutschen Bloggerei als tausend andere Wörter

Zweite Mahnung, Säumniszuschlag von 7,91 (!) Euro – na schön, die Leute müssen ja zu ihrem Geld kommen. Das kamen sie auch bisher immer, weil sie von meinem Kredikarten-Konto abgebucht haben. Bis zum letzten Jahr. Da fingen sie plötzlich mit der Unsitte an. Rechnungen zu schicken. Die schicken sie inzwischen auch nicht mehr, weil ich sie online bekommen sollte. Was gut wäre, wenn die Leute mir diese wenigstens per Email schicken würden – tun sie aber nicht. Statt dessen mahnen sie, bevor ich jemals Rechnungen gesehen habe.

Inzwischen bin ich schlauer: Ich muss die Rechnungen selbst online aufzurufen. Selbst dies ging nicht auf Anhieb: Der beste Webbrowser der Welt, Mozilla, scheiterte kläglich an dieser Aufgabe. Die Webseite der Firma, von der ich rede nämlich TALKLINE, tut nämlich nicht, was jede anständige Webseite tun sollte: Ein neues Fester öffnen. Statt dessen wird versucht, Subwindows zu öffnen – und diese Funktion stellt ja inzwischen sogar jeder IE-Benutzer ab, der nicht ständig von der öden Finanzberater- Krankenversicherungs- und Ebay-Werbung genervt werden will. So, und nachdem ich nun heute dank einiger Klimmzüge meine Rechnungen gesehen habe, stelle ich fest, dass sie nicht nur viel höher sind als zuvor, sondern dass ich dank dieser Rechnungsaussenderei auch einen günstigen Sonderkündigungstermin bei dieser Firma versäumt habe.

Irgendwie bin ich nicht bereit, dies als Schicksal hinzunehmen – auf der anderen Seite lohnt ee sich wegen ein paar Euro fünfzig aber auch nicht, einen Rechtsanwalt zu nehmen. Ich jedenfalls bin schlauer geworden: Ob der Vertrag nun vorzeitig gekündigt werden kann oder nicht - ich persönlich werde mir jedenfalls hinter die Ohren schreiben, auf gar keinen Fall mehr einen dieser Handy-Verträge einzugehen, von denen man selbst nichts als Ärger hat und die jemanden der allerhöchstens Auslandsgespräche damit führt, außerdem einen Dreck nützen - aber das steht wieder einmal nur im klein Gedruckten.

Nun. Warten wir einmal ab, wie sich die TALKLINE zu meiner Beschwerde stellt, nur eines ist sicher: Hätten sich die Leute an die ursprünglichen Vereinbarungen gehalten, hätte ich nicht einmal die Rechnungen kontrolliert. Nun, TALKLINE wird ja wissen, was es kostet, einen Kunden zu gewinnen. Dann wissen die Leute aber auch, was es kostet, einen Kunden zu verlieren. Oder doch nicht?

Das hier und das hier schien sie auch nicht zu interessieren.

Ich hatte ja schon mal angekündigt, dass ich verschwinden würde, wenn jeder meiner Top-25 Artikel über 1000 Zugriffe haben würde, und habe es dann in diesem Artikel wieder zurückgenommen.

Inzwischen haben diese alle über 2000 Zugriffe. Das ist der positive Teil der Nachricht. Der Negative: Nur drei davon sind aus 2005 und die meisten betreffen leider nackte „Schönheiten“. Nur ein einziges Mal ging es um eine interessante moralische Frage, die relativ viele Menschen bewegte: Wie passt das soziale Engagement einer Frau zu ihrer Darstellung mit freier Brust in einem ebenfalls sozialen Zwecken dienenden Kalender?

Falls sie angesichts der Quoten vor Neid erblassen sollten: Vergessen sie es. Es bringt ihnen 0,00 Euro Gewinn, etwa 120 Euro Verlust in Bargeld und mehr als 20.000 Euro Verlust, wenn sie es in Arbeitszeit rechnen - und nebenbei bekommen sie noch einen schlechten Ruf als Autor.

Ach, sie meinen, da sei ein sozialer Gewinn? Erstens habe ich ihn nicht angestrebt, und zweitens muss auch ein sozialer Gewinn Früchte bringen - und dies ist ebenfalls nicht der Fall.

Dennoch: Sie können mich hier noch bis Ende 2005, eventuell bis Anfang 2006 lesen. Ab diesem Zeitpunkt muss ich ohnehin meine Interessen neu ordnen.

In den letzten Wochen habe ich ein wenig verschlafen, was die erotische Spielzeugbranche gerade so herausgebracht hat. Umso überraschter war ich, von einer „Gilf Love Doll“ hörte (Gilf=“Granny I would like to f***“) .

Sie meinen, das sei jenseits des guten Geschmacks? Klar, alle Aufblaspuppen sind jenseits des guten Geschmacks, aber wenn sie den Geschmack schon für schlecht halten sollten, dann kennen sie „Goo Gobblin' Granny Doll“ noch nicht. Sie wird nämlich – mit herausnehmbaren Zähnen geliefert.

Gute Nacht, schöne Großmutter.

granny

Fotos: (c) 2005 by the original manufacturers

Die Grünen wildern bei den Roten, die Gelben wildern die schwarzen Wälder ab. Fragt sich nur, warum sie das tun. Die Antwort: extreme sexuelle Begierde. Mehr dazu hier.

Blogs bejubeln sich gerne gegenseitig und ab und an schreibt auch die Presse über Blogs – freilich selten und dann noch meist ohne wirkliche Neuigkeiten aus den Blogs, und wenn, dann sind es PR-Artikel von Softwareherstellern.

Doch trotz der Sommerflaute in der Presse liest man über Blogs einmal mehr fast nichts. Ich überprüfe das gerne mit den RSS-feeds, die ich abonniert habe, und stelle fest: Weitgehende Funkstille.

Das Medium, gestern noch als alternative Nachrichtenquelle bejubelt, befindet sich mitten in seiner ersten seriösen Krise. Die Wahlen, die vielfach als Motor der Blogs für diesen Sommer angesehen wurden, haben auch nicht den gewünschten Erfolg gebracht: Politiker schreiben selten und noch seltener schreiben kenntnisreiche Journalisten und andere beobachtende Zeitzeugen. Die so genannten „Kampagnenblogs“, die jetzt allenthalben hochgejubelt werden, sind Kurzstreckenläufer. Sie zählen eigentlich überhaupt nicht.

Auch die erotischen Blogs der Himbeernippelchen, Erdbeermünder und Honigtöpfchen haben sich weitgehend verabschiedet, genau wie die unterhaltsamen Blogs, in denen Menschen wahre und (meist bessere noch) erfundene Geschichten in literarischen Kurzformen erzählten.

Ich selber bemerke, wie wenig meine Artikel gelesen werden – und zwar sowohl die politischen und weltanschaulichen wie die kleinen Appetitmacher aus dem Erotikrepertoire. Freilich hat mein Blog bei Twoday immer noch weit über 200 Begucker (Leser mag ich gar nicht sagen) täglich, und es gibt Artikel, die es auf über 10.000 Begucker gebracht haben – aber das reicht nicht aus, um auch nur ein beachtetes Nischenmedium zu sein.

Was ich damit sagen will? Immer das Gleiche. Wenn wir hier und jetzt und in der nahen Zukunft eine Stimme haben wollen, dann müssen wir mehr tun als diese blöden Blogs täglich vollzukleckern. Dann müssen wir interessante Nachrichten, amüsante Unterhaltung und zu alledem etwas erotischen Pfeffer bieten.

Langeweile gibt es nämlich schon genug.

Haben sie Ideen zu wirklich modernen Kommunikationsformen im Rahmen interessanter Projekte? Möchten sie eine kleine Web-Zeitung herausgeben oder daran mitarbeiten? Suchen sie die Zusammenarbeit für ein neues Webprojekt? Wollen sie mit mir über die sterbende Bloggerszene hinauskommen? Dann schreiben sie mir, wie sie das machen wollen: sehpferd at sehpferd dot com.

 

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