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„Agent Provocateur“ war schon immer etwas frivoler als andere Hersteller schöner Wäsche. Gerade machen sie mit einer neuen Kollektion von sich reden – und mit Zaubertricks. Die Damen sind leicht bekleidet, während die Tricks aus der Mottenkiste der Zauberei stammen.

Aber wie auch immer – besuchen Sie die Seite.

Ein Bild gibt es auch noch:

agent

© 2005 by agent provocateur

Hier versucht "Carter the Great" sich gerade als Chirurg. Kein Theaterblut, wie Sie sehen.

ritzeratze

Es ist nicht leicht, jeden Tage Sex-Nachrichten zu finden. Das ist auch gar nicht meine Absicht, sondern ich will Ihnen ungewöhnliche, irgendwie noch spritzige Nachrichten aus der Welt der Erotik schenken und dann und wann einen ernsthaften Artikel.

Doch was finde ich? Die konservative amerikanische Presse ist dazu übergegangen, ständig Artikel zu veröffentlichen, wie man so genannte Teenager vor dem Schlimmen, Schlimmeren und Allerschlimmsten bewahren kann. Der Haken – je mehr die überwiegend konservativen Blätter gegen jede Form von Erotik hetzen, umso mehr sorgen andere Magazine dafür, dass die jungen Damen ihr Lesefutter bekommen.

Nun, Damen und Herren im konservativen Teil der Vereinigten Staaten von Nordamerika: Wenn sie sich nicht aus Teenie-Magazinen informieren, werden sie ihre Informationen vielleicht aus der Bibel holen – möglicherweise gar aus dem Alten Testament. Wie wäre es mit Tamar oder Judith?

Damit ich nicht falsch verstanden werde – auch ich bin gegen das blödsinnige Bild, das in den Vorabendserien und einschlägigen Publikationen als vorbildhaft hingestellt wird – aber wo sind denn die „positiv belegten“ Frauengestalten der Bibel, und wer hat wenigstens das Wirken der wenigen, die dort eine tragende Rolle spielen, herausgearbeitet? Nun kommen sie mir bitte nicht mit Maria – vor der wissen wir ja mittlerweile, dass die eine besondere Rolle unter den Frauen des NT spielt. Fragen sie lieber mal nach Maria aus Magdalena.

Erinnern sie sich noch an Tonbandstimmen? Da behauptete einst eine Vereinigung, man könne auf der Kurzwelle Stimmen Verstorbener empfangen, und sie würden sogar auf Fragen antworten. Inzwischen hat sich der Verein, der solches betrieb, gewandelt – und man nutzt nun Computer, die weißes Rauschen (oder andere Formen des Rauschens) wiedergeben. Aus dem Rauschen, so die Adepten, seien von zeit zu Zeit vernehmich Stimmen zu hören.

Tipp (Zitat): Machen Sie nach jeder Frage, die Sie stellen, etwa 15 Sekunden Pause, um Platz für die zu erwartenden Antworten zu schaffen.

Manchmal wird eine Theorie Wahrheit: Die Erde ist nämlich eine Scheibe. Und derjenige, der so lange eine Webseite darüber geführt hat, scheint jetzt den Rand gefunden zu haben – und ist, wie es scheint heruntergefallen. Allerdings haben wir noch Aussichten, dass der Webseiteninhaber der Hohlkugelerde noch Neuigkeiten beschert.

Was mich – und neben mir sehr viel andere Deutsche auch - wirklich stört, ist nicht die Diskussion über die Kultur, der wir uns zugehörig fühlen, sondern zweierlei: Erstens, dassl der Begriff "Leitkultur" im symbolischen Bereich mit „Leithammel“ besetzt ist. Demnach hätten wir dann eine Kultur, die von "oben herab" definiert würde, und der eine Herde blökender Schafe folgen würde.

Aber die eigentliche Unverschämtheit beim Begriff der „Leitkultur“ beginnt dort, wo sie von den Kampfchristen bereits vorbelegt ist: Entweder man vereinnahmt die Kultur gleich für sich selbst, wie es im von der CDU geprägten Begriff „Christliche Leitkultur“ zum Ausdruck kommt, oder man gibt wenigstens noch der Religion, aus der das Christentum entstanden ist, eine Chance: Dann sagen die aufgeklärten CDU-Mitglieder: „Jüdisch-Christliche Leitkultur“. Ich sagte es schon öfter: Wir haben noch germanische, indogermanische, arabische, griechische, römische und französische Kulturwurzeln.

Nun darf man allerdings Norbert Lammer, dem neuen Bundestagspräsidenten, nicht unterstellen, er gehöre zu denen, die es sich leicht machen würden: Jüngst hat er der Wochenzeitschrift „Die ZEIT“ gesagt, er meine mit dem umstrittenen Begriff eine „allgemein akzeptierten Orientierungen und Überzeugungen“, zu der man auch „Große Erzählung“ sagen könne.

Nun, ich denke, auch das müsste noch modifiziert werden: Überzeugungen haben wir in Deutschland wirklich genug – schließlich ist fast jeder Deutsche von irgendeinem Blödsinn von Astrologie bis Verschwörungstheorien überzeugt. Nein, nein, was wir brauchen sind Orientierungen, und zwar solche mit klaren, eindeutigen Zielen.

Selbst, wenn die Bikini-Saison vorbei ist, ist sie nicht vorbei – hat Fleshbot festgestellt. Da wären nämlich erstens Minibikinis, dann wären da lustige Bikinis und schließlich Flickrs Bikinis.

Weil ich gerade davon schreibe – es gäbe noch Wicked Weasel und die Oktoberfinalistin Maja, die ihren Bikini auch um Schnee trägt, Jennifer, die von hinten so schön ist wie von vorne, Lenny, die offenbar die Sonne gepachtet hat, Chiki, die für ein Weasel-Modell sogar ziemlich viel Stoff trägt, Severine, die viel Sand auf dem Körper trägt und schließlich Tina, eine Dame aus Deutschland, die vermutlich die besten Argumente hat, um einen „Wicked Weasel“ Bikini zu tragen.

Wie wäre es mit Ihnen, liebe Leserin? Mit dem Dessin „Gothic Lace“ müssten sie eigentlich überall Furore machen.

In den letzten Tagen suchen die Leute bei mir wie verrückt nach Rock’n Roll Klammern. Leute, ich kann euch nicht helfen: Ich habe sie, ach, getragen und der Farbcode war mir, ebenso ach, egal, weil ich mir nur einen Satz (aller Grundfarben) leisten konnte.

Aber es gab einen Farb- und Tragecode, den sich irgendein Redakteur damals im Hinterzimmer einer Jugendzeitschrift ersonnen hat. Muss alles so ähnlich gewesen sein wie beim Gummibärchen-Orakel oder bei den Sex-Armbändern.

Warum muss eigentlich jetzt jeder Politiker, ob "Spitzenpolitiker" oder Provinzheini, seinen "Unmut" über die Kabinettsbildung zu Berlin absondern? Vielleicht dürfen wir Ihnen, meine Damen und Herren Politiker, doch einmal dies sagen: Ihre Befindlichkeitskorsett geben sie bitte alle in Zukunft gefälligst an der Garderobe ab.

Den Bürgerinnen und Bürgern ist Ihre mimosenhafte Nörgelei nun wirklich egal weil es um Sie alle persönlich ebenso wenig geht wie um ihre wertvollen Herzogtümer: Es geht darum, Politik zu machen. Sollten sie eigentlich selber wissen, Herr Rüttgers – um mal ein Beispiel zu nennen, und weil wir gerade in dieser Gegend sind: Auch wenn dort vielleicht der beste Karneval gemacht wird, ist NRW nicht der Nabel der Republik.

Ein Artikel beim Schockwellenreiter (ja, er ist noch auf meinem Feedreader) brachte mich auf die Webseite vom „Netzwerk Selbsthilfe“ – kolossale Idee gewesen, das Ganze. Damals - als jede Initiative, die in Berlin war, noch ne tolle Initiative war, nur weil sie in Berlin war. Aber dann kam erst mal die Wiedervereinigung, und mit ihr zerbröselte die ganze Inselherrlichkeit – nun war man wieder ganz normale Hauptstadt. Tja, Freunde vom Netzwerk – die alten Zeiten sind vorbei – da könnt ihr die rasende Sau noch so lange im Logo führen – doch eure Sau, die rast nimmermehr.

Ich habe interessiert vernommen, dass es bald Stadtwikis geben soll – und Karlsruhe hat wohl schon dergleichen. Allerdings ist das Problem bei städtischen Seiten, Stattzeitungen, Städteblogs, den üblichen Touristenseiten und vielleicht auch Stadtwikis ja doch wohl dies: Der Kulturtourist will etwas anderes wissen als der Gourmettourist – oder schlicht: Was will man eigentlich von einer Stadtseite, einem Stadtblog oder einem Stadtwiki? Eigentlich immer das Gleiche: Informationen, Informationen, Informationen.

So: Und die muss erst mal jemand beschaffen. Veranstaltungen kann man ja noch irgendwo abschreiben, aber welche Taxis man auf keinen Fall nehmen darf, wo die Jugendstilgebäude sind, wo man für 200 Euro schlecht übernachtet oder wo es interessante Damen der Nacht gibt – das muss man erst einmal herausfinden. Wobei es mir nicht auf die Damen der Nacht ankäme: In Budapest zum Beispiel gibt es noch nicht einmal einen Jugendstil-Architekturführer.

Die Wikis in Ehren: Aber so einfach ist es nun ja wieder nicht, die Informationen über die Städte wirklich aktuell zu halten

Grausig gar waren die magischen Vorführungen der Vergangenheit: Da wurden Damen auf offener Bühne mit Degen und Messern durchbohrt, in dem einen oder anderen Fall gar in zwei Hälften zersägt – und eben bisweilen auch auf der Bühne geköpft.

Da strömte das Publikum, um die grausigen Taten an (wenigstens auf den Plakaten) spärlich bekleideten Frauenleibern zu sehen – ach ja, das waren noch Zeiten, als dem Publikum noch das Blut in den Adern gefror, wenn der große Harold das Schwert schwang, und das Kunstblut in Strömen floss, während hinter der Bühne ein kläglich-gurgelnder Schrei ertönte.

Doch was sah das staunende Publikum am Ende? Nicht eine winzige Stichwunde blieb von des Messers scharfer Spitze, die Unterleiber fügten sich wieder mit den Oberteilen zusammen und selbst die Köpfe wuchsen auf den Hälsen wieder an.

schauderhaft

Früher waren die Dinge einfach: Weibliche Personen konnte man in den ländlichen Gegenden und Vorstädten noch generell als „Deerns“ bezeichnen, und „die Deern“ konnte noch die Tochter oder die Bürohilfe sein – und wenn man unter sich war, dann waren „Deerns“ eben alle Fruenslüd* überhaupt, die noch diesseits der Vierzig waren. Das galt sogar noch in den 60er Jahren, wenigstens dort, wo man noch Mischings* sprach.

Nach und nach, vor allem im Stadtteil Schwachhausen* und bei den besseren Bürgersfrauen anderwärts kam sowohl die Bezeichnung „Deerns“ wie auch „die Deern“ und „Min Deern“ in Verruf, und auch der statt dessen gebrauchte hochdeutschen Monsterbegriff „Mädchen“ wurde nicht mehr gerne gehört: Statt „Sach mal dem Mädchen in der Zentrale“ musste man nun sagen: „Sagen Sie bitte der Dame in der Zentrale“, auch, wenn die gar keine Dame war sondern bestenfalls eine Frau vom Buntentor*.

Na gut, dann eben keine Deerns mehr und keine Mädchen. Vor allem aber keine Weiber, wie die Jugend im Unterschichtjargon sagte. Frauen? Ja, das könne man sagen, aber manche Frauen seien eben Damen, darauf müsse man achten. Also Damen? Irgendwie auch nicht, denn manche von ihnen sind einfach Frauen. Außerdem, so wusste man, kam es sehr darauf an, ob man „Damen“ mit hellem „a“ oder mit dunklem „a“ aussprach. Die mit dem hellen „a“ waren die Damen der Gesellschaft, die mit dem dunklen die „Damen des Gewerbes“, wie man noch zurückhaltend sagte.

Na schön. Und wie verallgemeinere und wie differenziere ich nun? Mit „weiblichen Personen“? Ach du lieber Schreck. Dann schon lieber mit Frauen. Sage ich „junge Frauen“, dann denken die Leute an Frauen zwischen 20 und 30 – da stimmt die Sache vielleicht noch. Wenn ich aber ganz junge Frauen meine? Ich darf nicht wagen, die „Fräuleins“ zu schreiben oder gar „Jungfern“, also schreibe ich „junge Mädchen“? Das sind dann die 13– bis 21-Jährigen. Eigentlich sind es dann ziemlich alte Mädchen, nicht wahr? Ich staune – die noch jüngeren heißen „kleine Mädchen“ – „das ist noch nichts für kleine Mädchen“ sagt dann die Mutter. „Alte Mädchen“ sind als Begriff auch schon besetzt und „große Mädchen“ waren einst solche, die vom Schulmeister oder den Eltern gelobt wurden, inzwischen etwas gescheiter geworden zu sein. Schulmädchen? Um des Himmels willen – nur nicht, da komme ich in Konflikt mit alle jenen, die bei „Schulmädchen“ gleich Hintergedanken haben – schließlich können „Schulmädchen“ auch jünger als 13 sein. Überhaupt – Mädchen. Sächlich, Singular und Plural. „Die kleine Magd“, das Mägdelein – der Begriff zeugt nicht gerade von Respekt und ist am besten noch beim „Hausmädchen“ aufgehoben.

Ach, sie dachten gerade, dafür gäbe es doch Begriffe? Früher ja. Da sagte man noch „Backfische“ – symbolisch für Frauen also, die man besser ins Wasser zurückwarf, als sie zu fangen. Das sind heute eben die „Teenager“ – ein selten blödes Wort, weil es keine Beziehung zur deutschen Sprache hat. „Zehntalte“ wäre etwa die korrekte Übersetzung, also Frauen, deren Alter auf „zehn“ endet.

Wissen sie was? Am liebsten würde ich wieder „Deerns“ sagen – für alle unter 50. In angelsächsischen Ländern ist es zwar flapsig, aber populär, „Girls“ zu sagen – Mädchen eben. Verflixt – und ich, ich habe immer noch kein Wort gefunden.

Wie soll ich euch denn nun nennen, Deerns?

Begriffe:

Deern – Niederdeutsch für Mädchen, auch generell für junge Frauen
Fruenslüd – Frauen, Niederdeutsch
Mischings – Sprache aus Hoch- und Niederdeutsch, mit englischen Wörtern vermischt
Schwachhausen – vornehmes Wohnviertel in Bremen
Buntentor – Arbeiterviertel in der Bremer Neustadt

Die Künstlerin Brigitte Niedermair stellt gerade in der Galleria Galica aus. Das Thema: Die heilige Kuh. Sehen Sie selbst. Nichts für schwache Nerven und Gutmenschen, fürchte ich.

Ich wusste schon immer, dass der FOCUS sozusagen die BILD-Zeitung für Leute mit Vielfliegerkärtchen ist.

Nun schreibt der FOCUS also „Sex toppt Beten“ – und meint damit, dass der Bundesbürger mehr Zeit für seine Lust als für sein Seelenheil aufbringt. Fragt sich, ob die Überschrift noch zu “toppen“ ist oder ob der FOCUS bereits an der Grenze der journalistischen Geschmacklosigkeit angekommen ist. Ich fürchte: Nein.

Sprechblasen eines Diagonaldenkers – fast immer montags

langsam zeigt sich zu Berlin eine Art Kabinett: Mindestens, was die SPD-Minister betrifft, hat man überwiegend eine gute Wahl getroffen. Aber bei der CDU? Die Familienministerin ist eine ebenso farblose Gestalt wie ihre Vorgängerin, und so ist es auch mit ihrer Bildungsministerin, die immer etwas rechtskatholisch daherkommt und keinesfalls den Zuschnitt für die Bundeskultur hat. Vom Rest ragen nur Wolfgang Schäuble und Edmund Stoiber hervor – doch hat man bei Stoiber bereits jetzt Bedenken: Die bayrische Staatskanzlei hatte stets noch einen letzten Abglanz vom Königtum – aber das Wirtschaftsministerium? Das ist nichts als Knochenarbeit für mehr Wachstum.

Soweit das Staatstheater zu Berlin – doch die Wähler, die sich noch erinnern können, was und warum sie gewählt haben, sind die Personalien ohnehin nicht wichtig: Sie warten begierig darauf, dass nun endlich mehr als der Personalzirkus in Berlin einzieht, nämlich aktive Regierungsarbeit.

Die wird schwer genug werden. Wie Gerhard Schröder einem satten und bequem gewordenen Volk seine Zukunftsperspektiven verkaufte, wissen wir. Das Volk ist inzwischen nicht anders geworden. Es hat immer noch nicht begriffen, dass es sich selbst am Zopf aus dem Schlamm ziehen muss, den jahrzehntelange Schlampereien von CDU- und SPD-geführten Regierungen hinterlassen haben.

Diese Menschen sollen und müssen wissen, dass sie Deutschland sind – und nicht die paar Leute an der Regierung, die ohne das Volk gar nichts zustande bringen können, außerr vielleicht ein paar Weichen zu stellen. Warten wir ab, wie Angela Merkel diesem Volk verkauft, dass es so nicht weitergeht. Ich hoffe nicht, dass sie scheitert – aber sie bietet viel Angriffsfläche, und diese wird umso größer werden, je mehr sie dem Volk die Wahrheit sagen wird über das, was uns in den nächsten Jahren an Veränderungen erwartet.

In den letzten Wochen habe ich mir oft das Dummgeschwätz vom „Souverän“, also dem Wähler, den es angeblich gar nicht gibt, anhören müssen. Der „Souverän“ ist aber nur dann der Herrscher, wenn er nun auch mit anpackt: „Du bis Deutschland“ ist die richtige Strategie – „Ihr, nicht ich“ ist der sichere Weg in die Bedeutungslosigkeit – persönlich wie auch für das ganze Volk. Doch das Volk glaubt nicht daran. Es sitzt heute Abend vor dem Fernseher, wie jeden Abend und sagt „wollen wir mal sehen, wie das die Merkel macht“.

Sechs Blogs sind natürlich fünf zu viel. Mit „Stadtblog“ habe ich mir drei aufgehalst, die ich nicht, oder jedenfalls nicht immer bedienen kann, doch will ich auf das „Budapest City Blog“ nicht verzichten – es wird mir ab Mitte 2006 dazu dienen, regelmäßig aus Budapest zu berichten. Den „Scandinavian City Blog“ gebe ich gerne auf – er sollte ohnehin nur ein Muster sein. Die Kooperationen? Vergessen Sie es – nichts ist für die meisten Blogger so uninteressant, wie die eigene Stadt. Sie ist ja ohnehin da. Wir können den Faden der Blogs durchgängig stricken: Wenn für Deutschland gilt „Ihr – nicht ich“ wie es die linkslastigen Verweigerer immer behaupten, dann gilt auch für die Stadt: "Ich konsumiere meine Stadt, ansonsten seid ihr die Stadt – nicht ich“. Und wenn mal etwas schief geht, dann wird eben gemeckert.

Die „Zeitzeugnisse eines Diagonaldenkers“? Ein Diagonaldenker reicht nicht. Man braucht viele, die nicht einfach schreiben (oder noch schlimmer: abschreiben) was in Blogs gerne gelesen wird: Abnickartikel für Gleichgesinnte. Gerade habe ich gemerkt, wie „diagonales“ Denken immer noch mit Abscheu betrachtet wird: Es könnte ja an der Abteilung für ewige Wahrheiten kratzen – wie schrecklich. Und warum diagonal, nicht nur quer? Weil in das denken auch die gradlinigen Auffassungen einfacher Leute, das praktische Denken des Handwerkers und die Weisheit eines klugen Großvaters einfließen muss. Zum diagonalen Denken gehört freilich viel mehr: Die Sicht auf mehrere Ebenen, aus mehreren Perspektiven und in unterschiedlicher Beleuchtung. Ich sage dies oft: versuchen sie einmal, während eines Gesprächs mit Ihrem Vorgesetzten geistig einen Schritt zur Seite zu treten und sich und ihren Boss von außen zu betrachten. Dieser Schritt könnte für Sie der entscheidende Schritt in ein verändertes Leben sein.

Mit dem „Nachtfalter“ bin ich immer noch in der Testphase. Englisch oder deutsch? Nur die dümmlichen Sexnews aus den Abfallkörben des Internets? Welche Bilder? Welche Berichte? Etwas Historisches? Freilich gibt es Rosemarie Nitribitt, deren Tod ja bereits in meine Lebenszeit fiel, aber wie mache ich mir (und erst recht den Lesern) klar, warum sagen wir – Kiki de Montparnasse eine so aufregende Verführerin war? (Wobei mir einfällt, dass auch Ihr Tod noch in meine Lebenszeit fällt). Vielleicht, indem ich ihr Leben mit dem einer weitgehend entrechteten deutschen Bürgerfrau jener Jahre vergleiche?

Vielleicht haben sie bis hierher gelesen. Und vielleicht haben Sie erkannt, worum es mir wirklich geht.

 

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