„Wenn ich mir immer wieder den Duft der frischen Brötchen reinziehe, wird mein Mund irgendwann schaumig und ich laufe sabbernd durch die Gegend“.
Kein Kommentar. Aber ein Link zum Sabbern.
Kein Kommentar. Aber ein Link zum Sabbern.
sehpferd - am Freitag, 10. Februar 2006, 23:16 - Rubrik: papierkorb nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Versuch einer Replik auf Dieter Rappolds Beitrag in "report.at"
„Das Web ist die Nutzung kollektiver Intelligenz“ lese ich heute und reibe mir die Augen: der Autor ist KNALLGRAU-Geschäftsführer Dieter Rappold. Nun, viele werden diesen Satz einfach überlesen, andere werden ihn glauben, wieder andere werden ihm widersprechen – aber er ist so falsch, wie nur eine Behauptung falsch sein kann.
Zunächst einmal ist das Web keine Nutzung, sondern bestenfalls die Basis, um etwas Nutzen zu können. Dann besteht die Möglichkeit, dass Menschen in dieses Netz kommen, die ihre Intelligenz dort verewigen und erst dann kann man die Intelligenz nutzen. Ich habe „kann“ gesagt. Denn was da geschrieben wurde, mag für die Projekte einiger Universitäten zutreffen, sicher auch für große Teile von Wikipedia und vielleicht sogar noch für einige engagierte private Sammler von Spezialinformationen, die dort gemeinsam mit anderen gehegt und gepflegt werden – aber: Es geht natürlich auch umgekehrt.
Denn auf jeden intelligenten Beitrag im Netz kommen 1000 dümmliche, dreiste und überflüssige Beiträge, die bestenfalls noch der kollektiven Großmannssucht, der Besserwisserei, der Verbreitung von Vorurteilen, der Zunahme von Halbwissen und letztendlich auch der kollektiven Verdummung dienen.
Natürlich verstehe ich, dass man sich eine schöne neue Medienwelt nach der Art der Blogpropheten herbeireden will, und ja, ich verstehe auch, dass man dabei schönfärbt und die wenigen Glitzersteinchen wie beispielsweise „Wikipedia“ hervorholt. Nur: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, und bisher haben die meisten Österreichischen und schweizerischen und deutschen Blogger noch nicht einmal bewiesen, dass sie zu einer vernünftigen Recherche fähig sind – von sonstigen Mängeln einmal ganz abgesehen.
Dabei stimme ich dem Herrn Rappold im Prinzip durchaus zu – nur unter ganz anderen Vorzeichen. Wenn er, der einige Mittel dazu in den Händen hält, nämlich wirklich will, dass Blogs zu einem mächtigen Medium in deutschsprachigen Ländern werden, dann müsste er auch entsprechende Schritte in dieser Richtung unternehmen – beispielsweise, neue Strukturen zu schaffen, in denen sich Schreiber und Leser besser finden können. Blogger brauchen Markt, auch wenn das die Rebellen ohne Markt noch nicht wahrhaben wollen.
So lange dies so ist, versuchen sich andere am Erfolg. Bislang werden nämlich diejenigen, die wirklich Einsicht in Politik, Wirtschaft und Kultur haben und auch beim Recherchieren und Schreiben noch Gutes und Interessantes leisten, vor allem in der Nähe von Zeitungen und Zeitschriften gesichtet – in Blogs. Nur: das hat so gar nichts Sensationelles an sich, sondern ist einfach ein Experiment im Alltag. Von Web 2.0 und solchen Dingen ist dabei noch nichts zu spüren.
Die Erfolge im Ausgangsartikel sind lapidar. Die so genannten „Trends“, die dort beschrieben werden, sind in Wahrheit Einzelaktionen. Wo Blogs für das Marketing genutzt werden können, werden sie auch angelegt. Aber das ist ebenfalls keine Sensation und berechtigt nicht zu der unglaublichen Euphorie, die allenthalben verbreitet wird.
Warum beispielsweise, verweisen der Artikel, wie so viele andere Artikel auch, auf diese lächerlichen Strohfeuer, über die sich Bloggerinnen und Blogger gelegentlich freuen wie die Sandkastenkinder? Was ist denn so toll daran, wenn in der gesamten deutschen Blogosphäre zweimal im Jahr wegen Nichtigkeiten ein großes Feuerwerk veranstaltet wird, sei es von Jens Scholz oder auch vom Spreeblick? Wollen unsere Leser wirklich solchen Pipifax? Nun kommen sie mir bitte nicht damit, dass wir Pro(ducer)(Con)sumer wären – das sind meist nur die Blogger, die sich gegenseitig lesen und auf diese Weise ihr schräges Weltbild formen. Nein, wenn wir wichtig, wenn wir bedeutsam, wenn wir meinungsbildend werden wollen, dann brauchen wir außer erheblich höherer Qualität vor allem Leser, Leser und nochmals Leser.
Wie wir alle wissen, fallen die nicht vom Himmel. Der Leser interessiert sich aber nur dann für uns, wenn wir uns als verlässliche Produzenten von Nachrichten und Kommentaren erweisen – und vielleicht sogar von Sensationsberichten über Stars und Sternchen. Sehen Sie, wir können die Boulevardpresse beschimpfen und sogar ein leidlich erfolgreiches (Anti-)BildBlog aufbauen – aber all das ist lediglich Reaktion. Wann beginnen wir, ein besseres Boulevard zu machen? Sie kennen die Antwort. Die großen Macker in der Bloggerszene wollen es nicht, die anderen können es nicht, weil sie allein zu schwach sind.
Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir Popanze verehren, wie etwas die „Macht der Blogosphäre“. Wir täten alle besser daran, am langfristigen Erfolg neuer Medien zu arbeiten – ohne Euphorie, aber mit Augenmaß und Sachverstand – vor allem aber mit einer neuen Orientierung an den Konsumenten, denn eines wissen die Macher der neuen Medien doch genau: Web 2.0 unterscheidet sich von Realität 2006 in fast gar nichts. Wie schreibt Herr Rappold doch? „Es wird entscheidend sein, die digitalen Welten dieser Zielgruppen zu verstehen und entsprechende Angebote liefern zu können“. Dafür erwarten wir Perspektiven, die auch dann noch gültig sind, wenn sich Weihrauchschwenker wie auch Nebelkerzenwerfer um das angebliche „Web 2.0“ einmal verzogen haben.
„Das Web ist die Nutzung kollektiver Intelligenz“ lese ich heute und reibe mir die Augen: der Autor ist KNALLGRAU-Geschäftsführer Dieter Rappold. Nun, viele werden diesen Satz einfach überlesen, andere werden ihn glauben, wieder andere werden ihm widersprechen – aber er ist so falsch, wie nur eine Behauptung falsch sein kann.
Zunächst einmal ist das Web keine Nutzung, sondern bestenfalls die Basis, um etwas Nutzen zu können. Dann besteht die Möglichkeit, dass Menschen in dieses Netz kommen, die ihre Intelligenz dort verewigen und erst dann kann man die Intelligenz nutzen. Ich habe „kann“ gesagt. Denn was da geschrieben wurde, mag für die Projekte einiger Universitäten zutreffen, sicher auch für große Teile von Wikipedia und vielleicht sogar noch für einige engagierte private Sammler von Spezialinformationen, die dort gemeinsam mit anderen gehegt und gepflegt werden – aber: Es geht natürlich auch umgekehrt.
Denn auf jeden intelligenten Beitrag im Netz kommen 1000 dümmliche, dreiste und überflüssige Beiträge, die bestenfalls noch der kollektiven Großmannssucht, der Besserwisserei, der Verbreitung von Vorurteilen, der Zunahme von Halbwissen und letztendlich auch der kollektiven Verdummung dienen.
Natürlich verstehe ich, dass man sich eine schöne neue Medienwelt nach der Art der Blogpropheten herbeireden will, und ja, ich verstehe auch, dass man dabei schönfärbt und die wenigen Glitzersteinchen wie beispielsweise „Wikipedia“ hervorholt. Nur: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, und bisher haben die meisten Österreichischen und schweizerischen und deutschen Blogger noch nicht einmal bewiesen, dass sie zu einer vernünftigen Recherche fähig sind – von sonstigen Mängeln einmal ganz abgesehen.
Dabei stimme ich dem Herrn Rappold im Prinzip durchaus zu – nur unter ganz anderen Vorzeichen. Wenn er, der einige Mittel dazu in den Händen hält, nämlich wirklich will, dass Blogs zu einem mächtigen Medium in deutschsprachigen Ländern werden, dann müsste er auch entsprechende Schritte in dieser Richtung unternehmen – beispielsweise, neue Strukturen zu schaffen, in denen sich Schreiber und Leser besser finden können. Blogger brauchen Markt, auch wenn das die Rebellen ohne Markt noch nicht wahrhaben wollen.
So lange dies so ist, versuchen sich andere am Erfolg. Bislang werden nämlich diejenigen, die wirklich Einsicht in Politik, Wirtschaft und Kultur haben und auch beim Recherchieren und Schreiben noch Gutes und Interessantes leisten, vor allem in der Nähe von Zeitungen und Zeitschriften gesichtet – in Blogs. Nur: das hat so gar nichts Sensationelles an sich, sondern ist einfach ein Experiment im Alltag. Von Web 2.0 und solchen Dingen ist dabei noch nichts zu spüren.
Die Erfolge im Ausgangsartikel sind lapidar. Die so genannten „Trends“, die dort beschrieben werden, sind in Wahrheit Einzelaktionen. Wo Blogs für das Marketing genutzt werden können, werden sie auch angelegt. Aber das ist ebenfalls keine Sensation und berechtigt nicht zu der unglaublichen Euphorie, die allenthalben verbreitet wird.
Warum beispielsweise, verweisen der Artikel, wie so viele andere Artikel auch, auf diese lächerlichen Strohfeuer, über die sich Bloggerinnen und Blogger gelegentlich freuen wie die Sandkastenkinder? Was ist denn so toll daran, wenn in der gesamten deutschen Blogosphäre zweimal im Jahr wegen Nichtigkeiten ein großes Feuerwerk veranstaltet wird, sei es von Jens Scholz oder auch vom Spreeblick? Wollen unsere Leser wirklich solchen Pipifax? Nun kommen sie mir bitte nicht damit, dass wir Pro(ducer)(Con)sumer wären – das sind meist nur die Blogger, die sich gegenseitig lesen und auf diese Weise ihr schräges Weltbild formen. Nein, wenn wir wichtig, wenn wir bedeutsam, wenn wir meinungsbildend werden wollen, dann brauchen wir außer erheblich höherer Qualität vor allem Leser, Leser und nochmals Leser.
Wie wir alle wissen, fallen die nicht vom Himmel. Der Leser interessiert sich aber nur dann für uns, wenn wir uns als verlässliche Produzenten von Nachrichten und Kommentaren erweisen – und vielleicht sogar von Sensationsberichten über Stars und Sternchen. Sehen Sie, wir können die Boulevardpresse beschimpfen und sogar ein leidlich erfolgreiches (Anti-)BildBlog aufbauen – aber all das ist lediglich Reaktion. Wann beginnen wir, ein besseres Boulevard zu machen? Sie kennen die Antwort. Die großen Macker in der Bloggerszene wollen es nicht, die anderen können es nicht, weil sie allein zu schwach sind.
Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir Popanze verehren, wie etwas die „Macht der Blogosphäre“. Wir täten alle besser daran, am langfristigen Erfolg neuer Medien zu arbeiten – ohne Euphorie, aber mit Augenmaß und Sachverstand – vor allem aber mit einer neuen Orientierung an den Konsumenten, denn eines wissen die Macher der neuen Medien doch genau: Web 2.0 unterscheidet sich von Realität 2006 in fast gar nichts. Wie schreibt Herr Rappold doch? „Es wird entscheidend sein, die digitalen Welten dieser Zielgruppen zu verstehen und entsprechende Angebote liefern zu können“. Dafür erwarten wir Perspektiven, die auch dann noch gültig sind, wenn sich Weihrauchschwenker wie auch Nebelkerzenwerfer um das angebliche „Web 2.0“ einmal verzogen haben.
sehpferd - am Freitag, 10. Februar 2006, 20:08 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Machmal lächele ich, wenn sich vorgeblich gebildete Menschen darüber unterhalten, ob Kommunikation geschlechtsspezifisch ist. Sind Frauen und Männer etwa anatomisch gleich? Senden sie die gleichen Duft- und Lockstoffe aus? Sind ihre Bewegungen identisch?
Ich hoffe, sie haben drei Mal „Nein“ gesagt – dann haben sie drei Argumente dafür, dass es eine geschlechtsspezifische Kommunikation gibt. Aber das meinen die (Pseudo-?)Intellektuellen gar nicht, die darüber so gerne diskutieren – sie wollen vielmehr die Unterschiede im Alltag herausarbeiten und kommen dann auf den Gedanken, Frauen seien in erster Linie „am Ziel der Symmetrie interessiert“. Ander gehen noch weiter: Sie glauben, dass Frauen „alles“ tun, um sich in Gesprächen devot zu verhalten, also beispielsweise nicht auf eigene Themen und Meinungen zu bestehen und damit letztendlich auf Erfolg im Gespräch zu verzichten.
Soweit jedenfalls die Meinungen aus dem Elfenbeinturm, sinngemäß zitiert nach der Germanistin Senta Trömel-Plötz. Sie (Jahrgang 1939) wird immer noch als Kronzeugen zitiert, wenn es um Frauensprache versus Männersprache geht – doch ihre Beobachtungen liegen nun schon mindestens zwei bis drei Jahrzehnte zurück.
Inzwischen, so scheint mir, haben Frauen dazugelernt – und beherrschen das gesamte Repertoire der Kommunikation in all seinen Nuancen. Doch sie haben über das neue erlernte und sehr brauchbare Repertoire der Verhandlungskunst nicht vergessen, dass auch die früher als „typisch“ weiblich bezeichneten Eigenschaften durchaus zum eigenen Vorteil eingesetzt werden können. Beides zusammen, einmal grob als selbstbewusstes und charmantes Handeln bezeichnet, macht Frauen zu Verhandlungspartner, die kein Mann unterschätzen sollte.
Im Blog Changes wird das Thema etwas sachbezogener, aber ansonsten im gleichen Sinne behandelt.
Ich hoffe, sie haben drei Mal „Nein“ gesagt – dann haben sie drei Argumente dafür, dass es eine geschlechtsspezifische Kommunikation gibt. Aber das meinen die (Pseudo-?)Intellektuellen gar nicht, die darüber so gerne diskutieren – sie wollen vielmehr die Unterschiede im Alltag herausarbeiten und kommen dann auf den Gedanken, Frauen seien in erster Linie „am Ziel der Symmetrie interessiert“. Ander gehen noch weiter: Sie glauben, dass Frauen „alles“ tun, um sich in Gesprächen devot zu verhalten, also beispielsweise nicht auf eigene Themen und Meinungen zu bestehen und damit letztendlich auf Erfolg im Gespräch zu verzichten.
Soweit jedenfalls die Meinungen aus dem Elfenbeinturm, sinngemäß zitiert nach der Germanistin Senta Trömel-Plötz. Sie (Jahrgang 1939) wird immer noch als Kronzeugen zitiert, wenn es um Frauensprache versus Männersprache geht – doch ihre Beobachtungen liegen nun schon mindestens zwei bis drei Jahrzehnte zurück.
Inzwischen, so scheint mir, haben Frauen dazugelernt – und beherrschen das gesamte Repertoire der Kommunikation in all seinen Nuancen. Doch sie haben über das neue erlernte und sehr brauchbare Repertoire der Verhandlungskunst nicht vergessen, dass auch die früher als „typisch“ weiblich bezeichneten Eigenschaften durchaus zum eigenen Vorteil eingesetzt werden können. Beides zusammen, einmal grob als selbstbewusstes und charmantes Handeln bezeichnet, macht Frauen zu Verhandlungspartner, die kein Mann unterschätzen sollte.
Im Blog Changes wird das Thema etwas sachbezogener, aber ansonsten im gleichen Sinne behandelt.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Antwort auf den offenen Brief der Kandidatinnen aus "Germany's Next Topmodel" (Modeartion: Heidi Klum ™ ®) an die Medien.
Liebe Anne, Jennifer, Luise, Lena M. und Lena G., Charlotte, Janina, Yvonne, Andrea, Micaela, Céline und Rahel,
Ihr seid Teil eines Spiels. Ihr wusstet, dass ihr nichts anderes seid und dass ihr nur deswegen überhaupt im Fernsehen seid, weil alles ein Spiel ist – und ihr wisst auch, was eure Funktion in diesem Spiel ist. Zuschauer an Land ziehen. Irgendwann ist das Spiel vorbei. Eine Weile werdet ihr noch auf der Straße erkannt: „Warst du nicht die, die damals …?“ Danach könnt ihr vielleicht noch in irgendwelchen Landdiscos als Attraktion auftreten – viel Vergnügen schon jetzt.
Ach ja, die angestrebte Berufung: Nach der Show seid ihr die neben der anderen da, die auch ganz schön, ganz talentiert und ganz strebsam ist. Dann könnt ihr sehen, wie ihr euer Brot damit macht, ein paar Jahre lang Kleider vorzuführen. Habt ihr eigentlich wirklich nichts Besseres zu tun?
Euer Sehpferd
Zum Beispiel auch hier: TAZ.
Und hier: Süddeutsche Zeitung.
Liebe Anne, Jennifer, Luise, Lena M. und Lena G., Charlotte, Janina, Yvonne, Andrea, Micaela, Céline und Rahel,
Ihr seid Teil eines Spiels. Ihr wusstet, dass ihr nichts anderes seid und dass ihr nur deswegen überhaupt im Fernsehen seid, weil alles ein Spiel ist – und ihr wisst auch, was eure Funktion in diesem Spiel ist. Zuschauer an Land ziehen. Irgendwann ist das Spiel vorbei. Eine Weile werdet ihr noch auf der Straße erkannt: „Warst du nicht die, die damals …?“ Danach könnt ihr vielleicht noch in irgendwelchen Landdiscos als Attraktion auftreten – viel Vergnügen schon jetzt.
Ach ja, die angestrebte Berufung: Nach der Show seid ihr die neben der anderen da, die auch ganz schön, ganz talentiert und ganz strebsam ist. Dann könnt ihr sehen, wie ihr euer Brot damit macht, ein paar Jahre lang Kleider vorzuführen. Habt ihr eigentlich wirklich nichts Besseres zu tun?
Euer Sehpferd
Zum Beispiel auch hier: TAZ.
Und hier: Süddeutsche Zeitung.
sehpferd - am Donnerstag, 9. Februar 2006, 19:27 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Früher wurde wenigstens noch der Friede der Toiletten gewahrt. Heute ist man sich nicht mehr sicher, ob nicht in der Nachbarbox plötzlich ein Elch brüllt oder ein Huhn gackert. Dann und wann fallen sogar Bomben für eine Friedensdemo. Wovon die Rede ist? Von Handys natürlich, wovon sonst?
sehpferd - am Donnerstag, 9. Februar 2006, 19:09 - Rubrik: papierkorb nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wie man einen unendlichen langen Artikel aus Versatzstücken schreiben kann und dennoch nichts zu sagen weiß, beweist die Redaktion von „Choices“. Die neuen Medien sind es, namentlich die Blogs – eine „wunderbare Entwicklung“. Natürlich sähen es die „etablierten Medien“ nicht gerne, fühlten sich gar „von der Konkurrenz bedroht“ und das Einzige, was ihnen einfiele, sei, die neuen Medien zu geißeln und lamentieren.
Was fällt einem da ein, wenn man so etwas liest? Dem Kundigen wird klar, dass die Redaktion offenbar an Realitätsverlust leidet, doch vielleicht glaubt es einer der Leser wirklich – und um dies zu unterstützen, wird gleich der (sehr ungeeignete) Fall des in den Blogs mit Häme bedachten – Jean Remy von Matt. Zwar wurden seine Klowände außerhalb eines harten Kerns der deutschen Bloggerei nirgendwo bekannt – doch wer will das schon noch glauben, wo die Sache doch angeblich im Spiegel Furore machte? Die Mücke ward zum Elefanten – für einen kurzen Moment. Heute ist sie wieder Mücke. Mehr verdient sie auch nicht zu sein.
So schafft man eine Pseudorealität, die mal so, mal anders untermauert wird: Mal sind Leser wichtig, gar solche, die ausdrücklich als „Konsumenten“ bezeichnet werden, mal sind sie offenbar doch nicht so wichtig: „Es käme nicht auf die bloße Zahl der Leser“ an, wird der SPIEGEL orakelnd zitiert,
Wer so hoch pokert, um sich wichtig zu tun, dem fällt offenbar schon gar nicht mehr auf, dass die Wahrheit, zwischen die Zeilen gebracht, ernüchternd ist: Zitat „Uns erwartet ein neues goldenes Medienzeitalter. Nicht unähnlich der Zeit, als … Journalisten an jeder Straßenecke auf eine neue Story lauerten. Nur mit dem Unterschied, dass die Journalisten heute nicht mehr an der Straßenecke, sondern am Computerbildschirm lauern müssen.“
Genau so ist es nämlich. Die so genannten „Journalisten“ sitzen vor Computerbildschirmen und schreiben ab, was andere in der Welt gefunden und recherchiert haben – und dann lamentieren nämlich genau sie, und verbreiten Meinungen und Vorurteile jedweder Geschmacksrichtung. Rebellen ohne Moral zusagen, aber mit dem festen Glauben in ihren Köpfen, dass sie – und nur sie – Zugang zu den allein selig machenden Wahrheiten hätten.
Wir paradox die Situation in Wahrheit ist, hat „Choices“ in einem Nebensatz aufgedeckt. Dort steht nämlich: „Wer immer die Inhalte bietet, die der Konsument wünscht, wird prosperieren“ – also werden die meisten der deutschen Blogs, über die heute noch diskutiert wird, wohl verschwinden, denn sie fürchten den Nachrichtenkonsumenten wie der Teufel das Weihwasser. Und wenn „Choices“ Recht behält, dann profitieren sie auch nicht: Sie gehören nämlich nicht zu denen, die sich mutig den Herausforderungen des neuen Mediums stellen, sondern eher zu den dort genannten „Selbstbemitleidern und Anklägern“, die in Wahrheit nicht weiter wollen, als die ausgelutschten Ideologien der 68er auch noch ins 21. Jahrhundert zu retten.
Was fällt einem da ein, wenn man so etwas liest? Dem Kundigen wird klar, dass die Redaktion offenbar an Realitätsverlust leidet, doch vielleicht glaubt es einer der Leser wirklich – und um dies zu unterstützen, wird gleich der (sehr ungeeignete) Fall des in den Blogs mit Häme bedachten – Jean Remy von Matt. Zwar wurden seine Klowände außerhalb eines harten Kerns der deutschen Bloggerei nirgendwo bekannt – doch wer will das schon noch glauben, wo die Sache doch angeblich im Spiegel Furore machte? Die Mücke ward zum Elefanten – für einen kurzen Moment. Heute ist sie wieder Mücke. Mehr verdient sie auch nicht zu sein.
So schafft man eine Pseudorealität, die mal so, mal anders untermauert wird: Mal sind Leser wichtig, gar solche, die ausdrücklich als „Konsumenten“ bezeichnet werden, mal sind sie offenbar doch nicht so wichtig: „Es käme nicht auf die bloße Zahl der Leser“ an, wird der SPIEGEL orakelnd zitiert,
Wer so hoch pokert, um sich wichtig zu tun, dem fällt offenbar schon gar nicht mehr auf, dass die Wahrheit, zwischen die Zeilen gebracht, ernüchternd ist: Zitat „Uns erwartet ein neues goldenes Medienzeitalter. Nicht unähnlich der Zeit, als … Journalisten an jeder Straßenecke auf eine neue Story lauerten. Nur mit dem Unterschied, dass die Journalisten heute nicht mehr an der Straßenecke, sondern am Computerbildschirm lauern müssen.“
Genau so ist es nämlich. Die so genannten „Journalisten“ sitzen vor Computerbildschirmen und schreiben ab, was andere in der Welt gefunden und recherchiert haben – und dann lamentieren nämlich genau sie, und verbreiten Meinungen und Vorurteile jedweder Geschmacksrichtung. Rebellen ohne Moral zusagen, aber mit dem festen Glauben in ihren Köpfen, dass sie – und nur sie – Zugang zu den allein selig machenden Wahrheiten hätten.
Wir paradox die Situation in Wahrheit ist, hat „Choices“ in einem Nebensatz aufgedeckt. Dort steht nämlich: „Wer immer die Inhalte bietet, die der Konsument wünscht, wird prosperieren“ – also werden die meisten der deutschen Blogs, über die heute noch diskutiert wird, wohl verschwinden, denn sie fürchten den Nachrichtenkonsumenten wie der Teufel das Weihwasser. Und wenn „Choices“ Recht behält, dann profitieren sie auch nicht: Sie gehören nämlich nicht zu denen, die sich mutig den Herausforderungen des neuen Mediums stellen, sondern eher zu den dort genannten „Selbstbemitleidern und Anklägern“, die in Wahrheit nicht weiter wollen, als die ausgelutschten Ideologien der 68er auch noch ins 21. Jahrhundert zu retten.
sehpferd - am Donnerstag, 9. Februar 2006, 19:05 - Rubrik: blog nachrichten
Sollen sie sich nur mit den AEG-Beschäftigten solidarisieren, die weißen Ritter von Bosch Siemens, Bauknecht und Liebherr – und mögen sie große Worte finden wie diese: „Ihr kämpft für die Arbeitsplätze der gesamten Branche in Deutschland“.
Mag ja sein, dass sie das wirklich glauben. Doch gerade die „Weiße Ware“ wird mit dem schändlichen Slogan „Geiz ist geil“ verkauft, und dies vor allem bei Waschmaschinen. Sie werden nicht besser, kaum noch sparsamer, sie haben längst die optimale Form, Varianten oder Moden sind wenig gefragt und die Qualität lässt meist mindestens 10 Jahre Haltbarkeit zu. Unter diesen Voraussetzungen kauft sich kein Mensch eine Waschmaschine für 1000 Euro, wenn es eine Gleichwertige um 500 Euro gibt, zumal eine Waschmaschine kaum je das Tageslicht sieht. Da haben es die Hersteller von Herden schon leichter: Das lacht wenigstens noch Herz der kochenden Personen in den blitzenden Küchen, wenn alles schnell und sicher von der Hand geht.
So werden denn die Waschmaschinen und andere große, weiße Geräte immer mehr dort gebaut werden, wo man sie noch in großen Zahlen benötigt – in Osteuropa. In Deutschland will ja die IG Metall demnächst für erheblich höhere Löhne streiken. Wahrscheinlich werden dann noch ein paar andere Branchen, die Geräte mir viel Metall drumrum und wenig Technik innen drin produzieren, überlegen, wo man am günstigsten produzieren kann – und dann kann wieder die Versammlung der weißen Ritter vor den Werkstoren stehen und Parolen ausgeben. Die oben Genannte dürfte ein Dauerbrenner werden.
Mag ja sein, dass sie das wirklich glauben. Doch gerade die „Weiße Ware“ wird mit dem schändlichen Slogan „Geiz ist geil“ verkauft, und dies vor allem bei Waschmaschinen. Sie werden nicht besser, kaum noch sparsamer, sie haben längst die optimale Form, Varianten oder Moden sind wenig gefragt und die Qualität lässt meist mindestens 10 Jahre Haltbarkeit zu. Unter diesen Voraussetzungen kauft sich kein Mensch eine Waschmaschine für 1000 Euro, wenn es eine Gleichwertige um 500 Euro gibt, zumal eine Waschmaschine kaum je das Tageslicht sieht. Da haben es die Hersteller von Herden schon leichter: Das lacht wenigstens noch Herz der kochenden Personen in den blitzenden Küchen, wenn alles schnell und sicher von der Hand geht.
So werden denn die Waschmaschinen und andere große, weiße Geräte immer mehr dort gebaut werden, wo man sie noch in großen Zahlen benötigt – in Osteuropa. In Deutschland will ja die IG Metall demnächst für erheblich höhere Löhne streiken. Wahrscheinlich werden dann noch ein paar andere Branchen, die Geräte mir viel Metall drumrum und wenig Technik innen drin produzieren, überlegen, wo man am günstigsten produzieren kann – und dann kann wieder die Versammlung der weißen Ritter vor den Werkstoren stehen und Parolen ausgeben. Die oben Genannte dürfte ein Dauerbrenner werden.
sehpferd - am Mittwoch, 8. Februar 2006, 21:06 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Eine Frau Helke Sanders versucht gerade, von sich reden zu machen und bringt mich in einen Zwiespalt. Ich halte nämlich Fernsehen generell für überwiegend entbehrlich, sodass der Fußballwahn dort mich nur wenig berührt. Hinzu kommt: Eigentlich verbünde ich mich niemals mit Frauen, die sich die Sache der Frauen zu Eigen gemacht haben. Schließlich mache ich mir ja auch nicht die Sache der Männer zu Eigen.
sehpferd - am Mittwoch, 8. Februar 2006, 20:26 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Nein, ich weiß nicht genau, wer in diesem Staat die Gutmenschenmoral hervorbringt – doch ich hege stets den Verdacht, dass es nicht der Fleischer, Schuhmacher oder Gemüsehändler ist, sondern jemand, der in Arbeit und Brot von Staat und Kirche steckt.
Jetzt haben sie es also den Bürger gezeigt, die Erzieherinnen und Erzieher und die Klinikangestellten. Haben sich mit Trillerpfeifen und Plakaten ausgestattet – da kann man mal endlich mal zeigen, wie wichtig man ist. Demonstrieren gegen das, was andere längst tun: Länger arbeiten. Statt 38,5 Wochenstunden sollen es wieder vierzig sein.
Die Gewerkschaft Verdi schickt ihre Speerspitzen an die Front, kämpft da, wo es den Bürger weh tut. Hofft, dass die Bürger sich in die Reihen der Staatsangestellten und Beamten einreihen werden. Doch so blöd sind die Bürger nicht. Sie wissen, dass nicht nur Erzieherinnen und Pflegepersonal gemeint sind sondern auch die Menschen, die in den Behörden mit Verwaltungsarbeiten beschäftigt sind – und sie wissen auch dies: Erzieherinnen und Pflegekräfte, die streiken, streiken auch gegen das Volk – nicht nur gegen den Staat.
Fragt sich nur, warum sich gerade die Erzieherinnen vor den Gewerkschaftswagen haben spannen lassen – und letztlich fragt sich damit, , welche Moral sie dabei an den Tag legen. Freilich kann man argumentieren: Sie zeigen damit auch den Kindern, wie man seine Recht wahrt und durchsetzt. Man kann aber genau so gut argumentieren, sie würden dem Staat die Möglichkeit entziehen, preiswerte und gute Kindergartenplätze aufzubauen. Argumente sind schnell gefunden – aber das ändert nichts an der Tatsache: Wenn der öffentliche Dienst so streikt, wie er es gerade tut, dann streikt die Gewerkschaft gegen die Bürger.
Jetzt haben sie es also den Bürger gezeigt, die Erzieherinnen und Erzieher und die Klinikangestellten. Haben sich mit Trillerpfeifen und Plakaten ausgestattet – da kann man mal endlich mal zeigen, wie wichtig man ist. Demonstrieren gegen das, was andere längst tun: Länger arbeiten. Statt 38,5 Wochenstunden sollen es wieder vierzig sein.
Die Gewerkschaft Verdi schickt ihre Speerspitzen an die Front, kämpft da, wo es den Bürger weh tut. Hofft, dass die Bürger sich in die Reihen der Staatsangestellten und Beamten einreihen werden. Doch so blöd sind die Bürger nicht. Sie wissen, dass nicht nur Erzieherinnen und Pflegepersonal gemeint sind sondern auch die Menschen, die in den Behörden mit Verwaltungsarbeiten beschäftigt sind – und sie wissen auch dies: Erzieherinnen und Pflegekräfte, die streiken, streiken auch gegen das Volk – nicht nur gegen den Staat.
Fragt sich nur, warum sich gerade die Erzieherinnen vor den Gewerkschaftswagen haben spannen lassen – und letztlich fragt sich damit, , welche Moral sie dabei an den Tag legen. Freilich kann man argumentieren: Sie zeigen damit auch den Kindern, wie man seine Recht wahrt und durchsetzt. Man kann aber genau so gut argumentieren, sie würden dem Staat die Möglichkeit entziehen, preiswerte und gute Kindergartenplätze aufzubauen. Argumente sind schnell gefunden – aber das ändert nichts an der Tatsache: Wenn der öffentliche Dienst so streikt, wie er es gerade tut, dann streikt die Gewerkschaft gegen die Bürger.
sehpferd - am Dienstag, 7. Februar 2006, 19:43 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Bevor ich vergesse, Ihnen dies zu erzählen: Frau Dayaneera hat aus den Texten, mit denen sie in Suchmaschinen gefunden wurde, eine Geschichte verfasst – nicht gerade etwas für Pastorentöchter, aber lesenswert zusammengestellt.
Bei mir wäre die Ausbeute nicht ganz so „blumig“. Immerhin hatte ich heute drei Anfragen nach „Ja, ja, ja, das ham wir alles da“. Goldig, nicht wahr?
Bei mir wäre die Ausbeute nicht ganz so „blumig“. Immerhin hatte ich heute drei Anfragen nach „Ja, ja, ja, das ham wir alles da“. Goldig, nicht wahr?
sehpferd - am Montag, 6. Februar 2006, 22:30 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Denke ich an die zarten Liebesbeziehungen, die sich manchmal per Mail nach Webkontakten anbahnen und sich dann vielleicht später als Luftblasen erweisen, so denke ich an E.T.A. Hoffmann und seine Novelle „Der Sandmann“. Der junge Nathanael verliebt sich in Olimpia, die Tochter des Physikers Spalanzani. Sie ist freilich nicht wirklich seine Tochter, sondern nichts als ein Automat, den der Professor konstruiert hat.
Das an sich wäre nicht besonders erwähnenswert, wenn der arme Nathanael nicht erst durch ein Perspektiv des Optikers Coppola den Liebreiz der Olimpia wahrgenommen hätte.
Haben die kleinen Manipulateurinnen und Manipulateure unter uns nicht schon oft solche Wesen erschaffen? Die Kaspernasen ihrer Geschöpfe in Chats, Foren und nicht zuletzt Blogs herausgehängt? Und haben sie sich etwa nicht amüsiert, wenn sich eines der realen Webgeschöpfe an ihren Fliegenleim verfing?
Und die anderen, die den Zuckermündern und blassrosa Nippelchen verfallen, die jene Wesen haben? Wollen Sie nicht die Illusion? Ziehen sie nicht bewusst und gerne dieses hervorragende Perspektiv aus der Tasche, mit dem die Mondstrahlen auf die Gesichter gezaubert werden?
Irgendwann fällt der Vorhang. Der Schaubudenbesitzer sieht noch dann und wann eine Person, die verzückt auf ihrem Platz sitzen bleibt, nimmt ihre Hand und führt sie zum Ausgang. „Wie müssen abbauen“, entschuldigt er sich, „wir können nicht anders – morgen müssen wir in der nächsten Stadt auftreten“. Die Person stutzt – doch sind dort hinten nicht andere bunte Lichter? „Vergessen sie Ihr Perspektiv nicht“, sagt der Schaubudenbesitzer, der den fernen Blick erhascht, „ohne diesen Gegenstand sind sie hier verloren“.
Das an sich wäre nicht besonders erwähnenswert, wenn der arme Nathanael nicht erst durch ein Perspektiv des Optikers Coppola den Liebreiz der Olimpia wahrgenommen hätte.
Haben die kleinen Manipulateurinnen und Manipulateure unter uns nicht schon oft solche Wesen erschaffen? Die Kaspernasen ihrer Geschöpfe in Chats, Foren und nicht zuletzt Blogs herausgehängt? Und haben sie sich etwa nicht amüsiert, wenn sich eines der realen Webgeschöpfe an ihren Fliegenleim verfing?
Und die anderen, die den Zuckermündern und blassrosa Nippelchen verfallen, die jene Wesen haben? Wollen Sie nicht die Illusion? Ziehen sie nicht bewusst und gerne dieses hervorragende Perspektiv aus der Tasche, mit dem die Mondstrahlen auf die Gesichter gezaubert werden?
Irgendwann fällt der Vorhang. Der Schaubudenbesitzer sieht noch dann und wann eine Person, die verzückt auf ihrem Platz sitzen bleibt, nimmt ihre Hand und führt sie zum Ausgang. „Wie müssen abbauen“, entschuldigt er sich, „wir können nicht anders – morgen müssen wir in der nächsten Stadt auftreten“. Die Person stutzt – doch sind dort hinten nicht andere bunte Lichter? „Vergessen sie Ihr Perspektiv nicht“, sagt der Schaubudenbesitzer, der den fernen Blick erhascht, „ohne diesen Gegenstand sind sie hier verloren“.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Ich denke, dass du denkst
Dass ich von dir denke
Dass du von mir denkst
Dass ich über dich denke
Du wärest (hier füllen Sie eine beliebige Eigenschaft ein).
(Nach Ronald D. Laing)
Könnte in einem Blog stehen – unterschwellig.
Dass ich von dir denke
Dass du von mir denkst
Dass ich über dich denke
Du wärest (hier füllen Sie eine beliebige Eigenschaft ein).
(Nach Ronald D. Laing)
Könnte in einem Blog stehen – unterschwellig.
Ein Sechstel aller Ehen werden in der Bundesrepublik Deutschland von binationalen Paaren geschlossen – in der Universitätsstadt Freiburg im Breisgau waren es sogar 37 Prozent, wie die Badische Zeitung weiß.
Das Internet, der Tourismus wie auch die immer enger werdenden Geschäftsbeziehungen in Europa dürften einen gewissen Einfluss auf die binationalen Liebesbeziehungen haben. Wer oft fliegt, weiß, dass es inzwischen auch zahlreiche Blinddates zwischen Deutschen und Ausländern gibt – und tränenreiche Abschiede.
Die Beziehungen selbst sind oft nicht einfach. Wer glaubt, dass ein Deutscher und eine Schwedin die gleichen kulturellen Hintergründe haben, wird schnell erwachen – und möglicherweise an Kleinigkeiten zerbrechen: Zum Beispiel daran, was praktisch, gerecht und angebracht ist – vom unterschiedlichen Konfliktmanagement ganz zu schweigen. Auch die Sprache setzt Grenzen: Selbst, wenn beide relativ fließend englisch oder eine andere gemeinsam genutzte Fremdsprache verwenden, ist dies nicht das Gleiche, als würde sie sich in der Muttersprache unterhalten: Wörter werden schon in der eigenen Sprache oft missverstanden, und in einer Fremdsprache natürlich erst recht.
Die Frage „werden wir im Alltag zueinander passen?“ stellen sich wohl alle Paare – doch die binationalen Partner können es oft nicht erproben, vor allem dann nicht, wenn beide in ihren Heimatländern Ländern berufstätig sind. Man will zusammenkommen – aber wie oft, wann, und wie lange dann? Die Entfernung setzt Grenzen – und oft sehr enge.
Fragt sich, warum deutsche Männer den Blick so gerne ins Ausland schweifen lassen (Frauen tun es auch, aber deutlich weniger). Viele Männer sagen, es seien die Ansprüche deutscher Frauen: So viel Eier legende Wollmilchschweine, wie sie verlangten, gäbe es gar nicht. Ansprüche runter? Viele Frauen werden schnippisch, wenn man es ihnen vorschlägt – und bleiben lieber allein. Dabei geht es gar nicht um die Ansprüche als solche, sondern um deren Übersteigerung: Im Zweifel erinnern sich Männer eben an den Butt: Es ist besser, eine fleißige, kluge und sinnliche Frau aus dem Ausland zu haben als eine Ilsebill aus Deutschland.
Das Internet, der Tourismus wie auch die immer enger werdenden Geschäftsbeziehungen in Europa dürften einen gewissen Einfluss auf die binationalen Liebesbeziehungen haben. Wer oft fliegt, weiß, dass es inzwischen auch zahlreiche Blinddates zwischen Deutschen und Ausländern gibt – und tränenreiche Abschiede.
Die Beziehungen selbst sind oft nicht einfach. Wer glaubt, dass ein Deutscher und eine Schwedin die gleichen kulturellen Hintergründe haben, wird schnell erwachen – und möglicherweise an Kleinigkeiten zerbrechen: Zum Beispiel daran, was praktisch, gerecht und angebracht ist – vom unterschiedlichen Konfliktmanagement ganz zu schweigen. Auch die Sprache setzt Grenzen: Selbst, wenn beide relativ fließend englisch oder eine andere gemeinsam genutzte Fremdsprache verwenden, ist dies nicht das Gleiche, als würde sie sich in der Muttersprache unterhalten: Wörter werden schon in der eigenen Sprache oft missverstanden, und in einer Fremdsprache natürlich erst recht.
Die Frage „werden wir im Alltag zueinander passen?“ stellen sich wohl alle Paare – doch die binationalen Partner können es oft nicht erproben, vor allem dann nicht, wenn beide in ihren Heimatländern Ländern berufstätig sind. Man will zusammenkommen – aber wie oft, wann, und wie lange dann? Die Entfernung setzt Grenzen – und oft sehr enge.
Fragt sich, warum deutsche Männer den Blick so gerne ins Ausland schweifen lassen (Frauen tun es auch, aber deutlich weniger). Viele Männer sagen, es seien die Ansprüche deutscher Frauen: So viel Eier legende Wollmilchschweine, wie sie verlangten, gäbe es gar nicht. Ansprüche runter? Viele Frauen werden schnippisch, wenn man es ihnen vorschlägt – und bleiben lieber allein. Dabei geht es gar nicht um die Ansprüche als solche, sondern um deren Übersteigerung: Im Zweifel erinnern sich Männer eben an den Butt: Es ist besser, eine fleißige, kluge und sinnliche Frau aus dem Ausland zu haben als eine Ilsebill aus Deutschland.
sehpferd - am Montag, 6. Februar 2006, 20:04 - Rubrik: zeit geschehen
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