Nein, nein, ich schreibe keine Nachrufe mehr, schon gar nicht für verstorbene Erotikblogs. Immerhin hatte dayaneera am 12.02 um 19:17 noch einen Eintrag hinterlassen, der so gar nicht nach Bloggende aussah, und eine neue Email-Adresse gab es auch.
Es wäre doch interessant zu wissen, warum jemand den Schalter von einem Tag auf den anderen umlegt. Das Blog war bisweilen geistreich, in der Tendenz zielte es aber auf die üblichen männlichen Erotikkonsumenten ab, die mit Obszönitäten bei Laune gehalten wurden.
Bei dieser Gelegenheit fällt mir auch ein, dass Filterprogramme auch Blogs im Visier haben: Erotikblogs werden von ihnen abgefiltert und die Autoren verlieren dadurch jene Leser, die mal während der Arbeitszeit ein Auge riskiert haben. Wird das Blog dann unter anderem Namen wieder eröffnet, so dauert es eine Weile, bis die Filterprogramme fündig werden, und man kann wieder eine Weile herumschweinigeln.
Es wäre doch interessant zu wissen, warum jemand den Schalter von einem Tag auf den anderen umlegt. Das Blog war bisweilen geistreich, in der Tendenz zielte es aber auf die üblichen männlichen Erotikkonsumenten ab, die mit Obszönitäten bei Laune gehalten wurden.
Bei dieser Gelegenheit fällt mir auch ein, dass Filterprogramme auch Blogs im Visier haben: Erotikblogs werden von ihnen abgefiltert und die Autoren verlieren dadurch jene Leser, die mal während der Arbeitszeit ein Auge riskiert haben. Wird das Blog dann unter anderem Namen wieder eröffnet, so dauert es eine Weile, bis die Filterprogramme fündig werden, und man kann wieder eine Weile herumschweinigeln.
sehpferd - am Mittwoch, 15. Februar 2006, 23:37 - Rubrik: blog nachrichten
Damit Sie mal schmunzeln können: Prags Bürgermeister ist mit Drei-Tage-Bart und Sonnebrille als vermeintlicher Italiener in die Taxis der Hauptstadt gestiegen, um die Ehrlichkeit der Prager Taxifahrer zu überprüfen. Er war zufrieden – denn kein Taxifahrer hatte mehr als den doppelten Fahrpreis verlangt. Angeblich hatte man dem verkleideten Stadtoberhaupt bei einer ähnlichen Aktion im letzten Jahr noch das Siebenfache abgeknöpft. Außerdem fütterten die Taxifahrer den Bürgermeister nach Presseberichten noch fleißig mit den Treffpunkten der Drogendealer und den in Prag üblichen Hurenlöhnen.
sehpferd - am Mittwoch, 15. Februar 2006, 19:19 - Rubrik: papierkorb nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Ich habe diese Dame mehrfach portraitiert, doch heute will ich die Gelegenheit nutzen, Ihnen auch einmal ihren schönen Körper zu zeigen. Aus dem zweiten Foto dürfte dann auch hervorgehen, wo Sie dieser Dame begegnen können.


© 2006 by sehpferd


© 2006 by sehpferd
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Nun geht Verdi als aufs Ganze: Der größte Arbeitskampf in der Bundesrepublik Deutschland seit Jahren steht bevor. Er wird keinem Staatsangestellten oder Beamten wirklich nützen, aber wird unserem Land viel Schaden zufügen.
Wofür? Für das Ego der Gewerkschaftsbosse? Wo bleiben eigentlich die Maßstäbe? Wo die Verantwortung für das Gemeinwesen? Geht es wirklich um anderthalb Stunden? Oder geht es darum, zu zeigen, dass der Staat ohnmächtig ist gegen die Macht der Gewerkschaften?
Ich stehe fassungslos vor dieser Demonstration der Macht - und fühle mich ohnmächtig gegenüber der Gewerkschaftswalze, die über meine Interessen als Bürger hinwegrollt.
Wofür? Für das Ego der Gewerkschaftsbosse? Wo bleiben eigentlich die Maßstäbe? Wo die Verantwortung für das Gemeinwesen? Geht es wirklich um anderthalb Stunden? Oder geht es darum, zu zeigen, dass der Staat ohnmächtig ist gegen die Macht der Gewerkschaften?
Ich stehe fassungslos vor dieser Demonstration der Macht - und fühle mich ohnmächtig gegenüber der Gewerkschaftswalze, die über meine Interessen als Bürger hinwegrollt.
sehpferd - am Dienstag, 14. Februar 2006, 20:05 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
"Für mich bedeutete Bloggen nur, irgendwelchen Schmarrn zu schreiben".
(Rainer Meyer, aka „Don Alphonso“, Jahrgang, 1967, Blogger), gegenüber "webwatching".
Mein einziger Kommentar: Das hätten sie nicht erst im Interview sagen müssen, Herr Meyer – man merkt es Ihrem Blog an.
(Rainer Meyer, aka „Don Alphonso“, Jahrgang, 1967, Blogger), gegenüber "webwatching".
Mein einziger Kommentar: Das hätten sie nicht erst im Interview sagen müssen, Herr Meyer – man merkt es Ihrem Blog an.
sehpferd - am Montag, 13. Februar 2006, 21:49 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Der Schuster hat oft die schlechtesten Schuhe – aber die Psychologen besohlen ihre Theorien auch nicht immer mit dem besten Leder. Auch der Experte vergisst beim Anblick einer schönen Frau manchmal, das alles wahr sein kann - auch das Gegenteil – und so kann es dann zu dieser Geschichte kommen.
Vorhang auf.
Es war im Restaurant „Puck“ in Kopenhagen, irgendwann vor zehn Jahren: Die Kollegin, deutlich jünger- und englisch-italienischer Abstammung fragt mitten beim Hauptgericht: „Was hältst du eigentlich von mir?“
Es ist eine jener Fragen, denen uns die Kommunikationstheoretiker sagen, dass die Informationsaspekte gering sind, während die Gefühlsaspekte dominieren – und sie ist ein bisschen infam, weil man mit der Antwort sehr leicht in das eine oder andere Fettnäpfchen eintauchen kann. Nach meiner Auffassung sollte sie ohnehin erst beim Dessert gestellt werden und nicht, wenn gerade das Hauptgericht verzehrt wird.
Persönlich war die Sache noch heikler für mich: die junge Frau war äußert begehrenswert, was ihr Äußeres betraf, und deutlich weniger attraktiv, was ihre Persönlichkeit anging. Die Zusammenarbeit war leicht, solange man ihr keine Grenzen setzte und schwer, wenn es galt, eine gemeinsame Linie zu finden. Zudem befanden wir uns gerade auf einer längeren gemeinsamen Dienstreise – im Allgemeinen eine Situation, die auf die gegenseitigen Beziehungen Auswirkungen hat und bei alle dem hatten wir uns noch verabredet, am nächsten Tag den Film „Bird“ (über Charly Parker) zu sehen – in Ihrem Hotelzimmer.
Eigentlich hätte ich die Frage nutzen sollen, um eine Gegenfrage zum Verständnis zu stellen: „Meinst du dies sehr allgemein oder willst du es für einen speziellen Bereich wissen?“, doch wer kommuniziert schon schulmäßig beim besten Essen auf der Karte? Also sagte ich: „Oh, ich halte dich für eine attraktive Frau, eine interessante Engländerin und eine gute Kollegin“ – und führte noch manches dazu aus.
Ich sah dennoch, dass ich lauter falsche Antworten gab. Offenbar wollte sie all dies nicht wissen. Sehen Sie, liebe Leserinnen und Leser, und jetzt sind Sie wahrscheinlich auf der Fährte, auf die uns die Psychologen dauernd setzen wollen: „Sieht denn der Blödmann nicht, dass sie ganz andere Gefühle für ihn empfindet?“
Nach einer Weile jedenfalls sah sie mich an, richtete den Oberkörper gerade und sagte: „Das will ich alles gar nicht wissen. Ich will wissen, was du von meiner Arbeitsleistung hältst“. Also gut, nun wusste ich es. Gefühle spielten eine Rolle – auch in diesem Gespräch. Aber sie spielen eben oft eine völlig andere Rolle als die, die angeblich nahe liegt.
Vorhang zu.
Vorhang auf.
Es war im Restaurant „Puck“ in Kopenhagen, irgendwann vor zehn Jahren: Die Kollegin, deutlich jünger- und englisch-italienischer Abstammung fragt mitten beim Hauptgericht: „Was hältst du eigentlich von mir?“
Es ist eine jener Fragen, denen uns die Kommunikationstheoretiker sagen, dass die Informationsaspekte gering sind, während die Gefühlsaspekte dominieren – und sie ist ein bisschen infam, weil man mit der Antwort sehr leicht in das eine oder andere Fettnäpfchen eintauchen kann. Nach meiner Auffassung sollte sie ohnehin erst beim Dessert gestellt werden und nicht, wenn gerade das Hauptgericht verzehrt wird.
Persönlich war die Sache noch heikler für mich: die junge Frau war äußert begehrenswert, was ihr Äußeres betraf, und deutlich weniger attraktiv, was ihre Persönlichkeit anging. Die Zusammenarbeit war leicht, solange man ihr keine Grenzen setzte und schwer, wenn es galt, eine gemeinsame Linie zu finden. Zudem befanden wir uns gerade auf einer längeren gemeinsamen Dienstreise – im Allgemeinen eine Situation, die auf die gegenseitigen Beziehungen Auswirkungen hat und bei alle dem hatten wir uns noch verabredet, am nächsten Tag den Film „Bird“ (über Charly Parker) zu sehen – in Ihrem Hotelzimmer.
Eigentlich hätte ich die Frage nutzen sollen, um eine Gegenfrage zum Verständnis zu stellen: „Meinst du dies sehr allgemein oder willst du es für einen speziellen Bereich wissen?“, doch wer kommuniziert schon schulmäßig beim besten Essen auf der Karte? Also sagte ich: „Oh, ich halte dich für eine attraktive Frau, eine interessante Engländerin und eine gute Kollegin“ – und führte noch manches dazu aus.
Ich sah dennoch, dass ich lauter falsche Antworten gab. Offenbar wollte sie all dies nicht wissen. Sehen Sie, liebe Leserinnen und Leser, und jetzt sind Sie wahrscheinlich auf der Fährte, auf die uns die Psychologen dauernd setzen wollen: „Sieht denn der Blödmann nicht, dass sie ganz andere Gefühle für ihn empfindet?“
Nach einer Weile jedenfalls sah sie mich an, richtete den Oberkörper gerade und sagte: „Das will ich alles gar nicht wissen. Ich will wissen, was du von meiner Arbeitsleistung hältst“. Also gut, nun wusste ich es. Gefühle spielten eine Rolle – auch in diesem Gespräch. Aber sie spielen eben oft eine völlig andere Rolle als die, die angeblich nahe liegt.
Vorhang zu.
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In einer Zeit der Hassprediger einerseits und der Blödler andererseits freut man sich über frische Meinungen: Cem Basman (aka Jim) geht über den Punkt hinaus, auf dem fast alle verharren: Wir sollten das Zeitalter der Aufklärung nicht für beendet erklären – nicht in dieser abendländischen Welt und auch nicht in jener orientalischen.
sehpferd - am Sonntag, 12. Februar 2006, 22:46 - Rubrik: zeit geschehen
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Merkwürdig – die Metakommunikation ist bei Psychologen, Soziologen und anderen Wissenschaftlern, die am menschlichen Verhalten forschen, ein stets beliebtes, meist blumig umkränztes Thema – wahrscheinlich, weil das Wort so schön geheimnisvoll klingt.
Tatsächlich findet die Form von Metakommunikation, die uns die Psychologie lehrt, im Alltag nur selten statt. Sie ist auch meist nicht wirklich nötig, denn der kluge Gesprächspartner hat andere Mittel: Er kann beispielsweise die Ebenen wechseln oder die Dinge in einem anderen Licht aufzeigen. Wer Dialoge führt, muss sensibel für seine Partner sein, das ist bei weitem effektiver als der ständige Gebrauch von Metakommunikation.
Schon Paul Watzlawick hatte mit der Metakommunikation Unrecht, als er schrieb, dass der Beziehungsaspekt eines Gesprächs den Inhaltsaspekt dominiert und „daher eine Metakommunikation ist“. Allerdings war Watzlawick noch so klug, in einer Randnotiz zuzugeben, dass er diese Behauptung willkürlich aufgestellt hat. Offensichtlich haben seine Abschreiber diese Stelle übersehen.
In „Menschliche Kommunikation“ (Watzlawick, Beavin und Jackson)
Tatsächlich findet die Form von Metakommunikation, die uns die Psychologie lehrt, im Alltag nur selten statt. Sie ist auch meist nicht wirklich nötig, denn der kluge Gesprächspartner hat andere Mittel: Er kann beispielsweise die Ebenen wechseln oder die Dinge in einem anderen Licht aufzeigen. Wer Dialoge führt, muss sensibel für seine Partner sein, das ist bei weitem effektiver als der ständige Gebrauch von Metakommunikation.
Schon Paul Watzlawick hatte mit der Metakommunikation Unrecht, als er schrieb, dass der Beziehungsaspekt eines Gesprächs den Inhaltsaspekt dominiert und „daher eine Metakommunikation ist“. Allerdings war Watzlawick noch so klug, in einer Randnotiz zuzugeben, dass er diese Behauptung willkürlich aufgestellt hat. Offensichtlich haben seine Abschreiber diese Stelle übersehen.
In „Menschliche Kommunikation“ (Watzlawick, Beavin und Jackson)
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – meist sonntags
Das Abendland beginnt, wieder über Moral zu diskutieren. Das sollten wir eigentlich immer tun, wenn Werte gegen Werte stehen und kein Kompromiss erkennbar ist. Diesmal steht die Pressefreiheit gegen die religiöse Empfindsamkeit – und man muss sagen, dass die Muslime nicht so ganz Unrecht haben, wenn sie solche Slogans vor sich hintragen: „Hinter der Pressefreiheit verbirgt sich der Hass gegen die Muslime“. Manchmal begegnet man diesem Hass tatsächlich und er war auch in Deutschland nach jenem 11. September, der die Welt erschütterte, durchaus erkennbar. Damals riefen manche Christengemeinschaften bereits intern dazu auf, nun fester gegen die anderen abrahamitischen religiösen Gemeinschaften zusammenzuhalten. Sollten diese Appelle auf fruchtbaren Boden gefallen sein?
Warum aber in die Ferne schweifen? Wäre es nicht Zeit, sich einmal gründlich damit auseinander zu setzen, was das Christentum für unsere Gesellschaft bedeutet? Natürlich kann ich in diesem Land von meinem Recht auf freie Rede Gebrauch machen und sagen „Jesus Christus ist keinesfalls Gottes Sohn, sondern ein Prophet wie Moses“. Ich kann auch sagen. „Dass wir Jesus dauernd am Kreuz darstellen, dient nicht seiner Ehre, sondern seiner Schmach“. Nur: Falls ich es sagen sollte, wäre es gut, nicht der Religionsgemeinschaft der Katholiken anzugehören. Die würde mich dann nämlich hinauswerfen. Falls Sie meinen, ich hätte die Symbolik des Kreuzes nicht verstanden: Sparen Sie sich bitte ihre Kommentare. Es sind nicht alle unwissend, die anderer Meinung darüber sind.
Soweit zur wirklichen Religion. Einige Webbewohner machen sich gerade eine eigene Religion mit dem Namen „Web 2.0“ und allenthalben sieht man ihre Propheten auf Berg steigen und Wahrheit verkünden: Cyberberberge und Cyberwahrheiten, um es in den richtigen Rahmen zu stellen. Vielleicht sollte man den Propheten wie auch den Teufelsaustreibern von „Web 2.0“ einmal sagen, dass unser richtiges Leben nicht im Cyberspace stattfindet, sondern hier unten auf der Erde, wo es Bäume und Gräser gibt, Menschen arbeiten oder keine Arbeit finden und wo schon mal der Hals oder die Ohren schmerzen und einem das Leben vermiesen. Wie müssen wir eigentlich inzwischen jene einschätzen, die uns dauernd Cyberreligionen predigen? Sollten wir sie nicht mit Sorge betrachten? Ist der Realitätsverluste mancher Cyberprediger inzwischen auf einem bedenklichen Stand angelangt? Die Antworten überlasse ich anderen. Ich für meinen Teil, auch wenn ich es zum hundertsten Mal sage, kaufe mein Ei des Columbus zwar nicht mehr bei meinem Milchmann, aber immer noch auf dem Markt des Lebens. Cybereier, ob solche des Columbus oder andere, können die anderen essen. Sie werden weder satt noch glücklich noch klug dabei werden.
Hier unten auf der Erde kämpfe ich gerade darum, meine Wohnung(en) zu verkaufen, treffe erste Umzugsvorbereitungen, stelle Kündigungstermine für Dienste fest, die ich bald nicht mehr brauche, kaufe Dinge ein, die bald nicht mehr so gut zu beschaffen sind, und trenne mich von vielen, vielen anderen Dingen, die ich so durch mein Leben geschleppt habe. Changes eben – Veränderungen.
Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Sonntag. Und falls sie etwas verändern wollen - fangen Sie noch heute damit an.
Das Abendland beginnt, wieder über Moral zu diskutieren. Das sollten wir eigentlich immer tun, wenn Werte gegen Werte stehen und kein Kompromiss erkennbar ist. Diesmal steht die Pressefreiheit gegen die religiöse Empfindsamkeit – und man muss sagen, dass die Muslime nicht so ganz Unrecht haben, wenn sie solche Slogans vor sich hintragen: „Hinter der Pressefreiheit verbirgt sich der Hass gegen die Muslime“. Manchmal begegnet man diesem Hass tatsächlich und er war auch in Deutschland nach jenem 11. September, der die Welt erschütterte, durchaus erkennbar. Damals riefen manche Christengemeinschaften bereits intern dazu auf, nun fester gegen die anderen abrahamitischen religiösen Gemeinschaften zusammenzuhalten. Sollten diese Appelle auf fruchtbaren Boden gefallen sein?
Warum aber in die Ferne schweifen? Wäre es nicht Zeit, sich einmal gründlich damit auseinander zu setzen, was das Christentum für unsere Gesellschaft bedeutet? Natürlich kann ich in diesem Land von meinem Recht auf freie Rede Gebrauch machen und sagen „Jesus Christus ist keinesfalls Gottes Sohn, sondern ein Prophet wie Moses“. Ich kann auch sagen. „Dass wir Jesus dauernd am Kreuz darstellen, dient nicht seiner Ehre, sondern seiner Schmach“. Nur: Falls ich es sagen sollte, wäre es gut, nicht der Religionsgemeinschaft der Katholiken anzugehören. Die würde mich dann nämlich hinauswerfen. Falls Sie meinen, ich hätte die Symbolik des Kreuzes nicht verstanden: Sparen Sie sich bitte ihre Kommentare. Es sind nicht alle unwissend, die anderer Meinung darüber sind.
Soweit zur wirklichen Religion. Einige Webbewohner machen sich gerade eine eigene Religion mit dem Namen „Web 2.0“ und allenthalben sieht man ihre Propheten auf Berg steigen und Wahrheit verkünden: Cyberberberge und Cyberwahrheiten, um es in den richtigen Rahmen zu stellen. Vielleicht sollte man den Propheten wie auch den Teufelsaustreibern von „Web 2.0“ einmal sagen, dass unser richtiges Leben nicht im Cyberspace stattfindet, sondern hier unten auf der Erde, wo es Bäume und Gräser gibt, Menschen arbeiten oder keine Arbeit finden und wo schon mal der Hals oder die Ohren schmerzen und einem das Leben vermiesen. Wie müssen wir eigentlich inzwischen jene einschätzen, die uns dauernd Cyberreligionen predigen? Sollten wir sie nicht mit Sorge betrachten? Ist der Realitätsverluste mancher Cyberprediger inzwischen auf einem bedenklichen Stand angelangt? Die Antworten überlasse ich anderen. Ich für meinen Teil, auch wenn ich es zum hundertsten Mal sage, kaufe mein Ei des Columbus zwar nicht mehr bei meinem Milchmann, aber immer noch auf dem Markt des Lebens. Cybereier, ob solche des Columbus oder andere, können die anderen essen. Sie werden weder satt noch glücklich noch klug dabei werden.
Hier unten auf der Erde kämpfe ich gerade darum, meine Wohnung(en) zu verkaufen, treffe erste Umzugsvorbereitungen, stelle Kündigungstermine für Dienste fest, die ich bald nicht mehr brauche, kaufe Dinge ein, die bald nicht mehr so gut zu beschaffen sind, und trenne mich von vielen, vielen anderen Dingen, die ich so durch mein Leben geschleppt habe. Changes eben – Veränderungen.
Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Sonntag. Und falls sie etwas verändern wollen - fangen Sie noch heute damit an.
sehpferd - am Sonntag, 12. Februar 2006, 12:02 - Rubrik: wochenschau
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
„Ich strecke denselben ihm entgegen“. (Nein, nicht die Blattlaus dem Gift). Zum Abgewöhnen.
sehpferd - am Samstag, 11. Februar 2006, 23:06 - Rubrik: papierkorb nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Vielleicht sollte ein Kaninchen nie fragen, wo ein anderes Kaninchen geblieben ist. Aber da ich kein Kaninchen bin, darf ich ja wohl mal fragen, was eigentlich aus Herrn Bettgeflüster geworden ist, der auf seinem Blog angibt, gerade Zigaretten holen gegangen zu sein.
Frech leave? Oder mal wieder irgendeiner seiner Tricks? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass mein Feedreader den letzten Eintrag vom 02.02.2006, 16:40 zeigt. Sie trug den Titel: „Liebe stirbt niemals am Hunger? Sie stirb an Übersättigung.“.
Blogs sterben niemals an Übersättigung, sie sterben am Hunger. Also – was ist eigentlich los, meine Herren? Wollen Sie den Damen das ganze Spielfeld überlassen?
Frech leave? Oder mal wieder irgendeiner seiner Tricks? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass mein Feedreader den letzten Eintrag vom 02.02.2006, 16:40 zeigt. Sie trug den Titel: „Liebe stirbt niemals am Hunger? Sie stirb an Übersättigung.“.
Blogs sterben niemals an Übersättigung, sie sterben am Hunger. Also – was ist eigentlich los, meine Herren? Wollen Sie den Damen das ganze Spielfeld überlassen?
sehpferd - am Samstag, 11. Februar 2006, 22:57 - Rubrik: papierkorb nachrichten
Machmal denke ich: Diese Wissenschaftler müssen lauter alternde Ehepaare untersucht haben, um zu ihren Forschungsergebnissen über Kommunikation zu kommen. Für Seminare und dergleichen wird dann einfach abgeschrieben, was diese Forscher gesagt haben, etwa dies „wenn der Inhalts- und Beziehungsaspekt mit ihren Botschaften nicht übereinstimmen, gibt es Störungen und Probleme“.
Bei einem der aufregendsten und erfolgreichsten Gespräche, die wir überhaupt haben können, nämlich einem Flirt, der ins Partnerbett führt, stimmt die Beziehungs- und die Inhaltsebene am Anfang überhaupt nicht überein, und auch die analoge Kommunikation eilt der digitalen bei weitem voraus.
Sehen sie, so ist es eben: Wenn Inhalts- und Beziehungsebene nicht übereinstimmen, dann gibt es Spannungen. Daraus schließen zu wollen, dass es gleich „Störungen und Probleme“ sind, ist nichts als ein Vorurteil – es kann ebenso gut ein Kreativitätsfaktor sein.
(gleichlautend in "Changes")
Bei einem der aufregendsten und erfolgreichsten Gespräche, die wir überhaupt haben können, nämlich einem Flirt, der ins Partnerbett führt, stimmt die Beziehungs- und die Inhaltsebene am Anfang überhaupt nicht überein, und auch die analoge Kommunikation eilt der digitalen bei weitem voraus.
Sehen sie, so ist es eben: Wenn Inhalts- und Beziehungsebene nicht übereinstimmen, dann gibt es Spannungen. Daraus schließen zu wollen, dass es gleich „Störungen und Probleme“ sind, ist nichts als ein Vorurteil – es kann ebenso gut ein Kreativitätsfaktor sein.
(gleichlautend in "Changes")
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Ich darf nicht vergessen, meinem Lexikon ein neues Wort hinzuzufügen: CFNM*. Wie es scheint, begeistert es immer mehr weibliche wie auch männliche Voyeure, die nackte Männer und angezogene Frauen gemeinsam agieren sehen wollen. Worum es geht? Natürlich um Erotik, von soft bis hart, oder bildlicher: Von männlichen Strippern bis hin zu männlichen Sklaven, die vor Damen in Abendkleidern nackt auf allen Vieren herumkriechen, um die soeben unter ihren Absätzen zerquetschte Banane genussvoll aufzulecken – nur, damit Sie einen jugendfreien Eindruck bekommen.
Das Gegenteil ist CMNF – aber das gibt es ja in Massen.
* Der Eintrag verweist auf Wikipdia, nicht auf mein Lexikon
Das Gegenteil ist CMNF – aber das gibt es ja in Massen.
* Der Eintrag verweist auf Wikipdia, nicht auf mein Lexikon
sehpferd - am Samstag, 11. Februar 2006, 13:07 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Schon während des Wahlkampfes hatte ich den Eindruck, als ob in Deutschland der Daumen der Linken nach rechts zeigt – zu mehr nationalem Protektionismus.
Nun haben sich vor einigen Tagen die großen Fraktionen des europäischen Parlaments geeinigt, bei Dienstleistungen das Ziellandprinzip statt des Herkunftslandprinzips einzuführen – und schon wieder ist alles nicht gut genug. Nun gibt es freilich noch Nachbesserungsbedarf, doch der eignet sich kaum für DGB-Großdemonstrationen. Die Retrolinken (und um solche handelt es sich durchweg) müssen sich vielmehr fragen lassen, ob sie zu Europa stehen und damit auch zum freien Dienstleistungsangebot der deutschen Wirtschaft in Europa oder ob sie in nationalstaatliches Protektionsdenken zurückfallen wollen.
In den neuen EU-Ländern hat man ohnehin noch nicht vergessen, wo die Verhinderer des freien Dienstleistungsverkehrs in Europa sitzen. Aber das dürfte einem deutschen Retrolinken inzwischen egal sein. „Sollen die dort doch sehen, wie sie zurechtkommen“, scheint das Motto zu sein und „Hauptsache WIR“ der arrogante Kraftspruch. Mal sehen, wie lange man mit dieser Engstirnigkeit noch weiter machen kann.
Nun haben sich vor einigen Tagen die großen Fraktionen des europäischen Parlaments geeinigt, bei Dienstleistungen das Ziellandprinzip statt des Herkunftslandprinzips einzuführen – und schon wieder ist alles nicht gut genug. Nun gibt es freilich noch Nachbesserungsbedarf, doch der eignet sich kaum für DGB-Großdemonstrationen. Die Retrolinken (und um solche handelt es sich durchweg) müssen sich vielmehr fragen lassen, ob sie zu Europa stehen und damit auch zum freien Dienstleistungsangebot der deutschen Wirtschaft in Europa oder ob sie in nationalstaatliches Protektionsdenken zurückfallen wollen.
In den neuen EU-Ländern hat man ohnehin noch nicht vergessen, wo die Verhinderer des freien Dienstleistungsverkehrs in Europa sitzen. Aber das dürfte einem deutschen Retrolinken inzwischen egal sein. „Sollen die dort doch sehen, wie sie zurechtkommen“, scheint das Motto zu sein und „Hauptsache WIR“ der arrogante Kraftspruch. Mal sehen, wie lange man mit dieser Engstirnigkeit noch weiter machen kann.
sehpferd - am Samstag, 11. Februar 2006, 10:32 - Rubrik: wirtschaft im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen

