Mein kleines Magazin ist jetzt seit 946 Tagen online – und das ist wirklich genug.
Inzwischen habe ich an einem neuen Format gebastelt, das dann doch diesem sehr ähnlich wurde. Der Übergang wird fließend sein – aber ab dem 01. Juli 2006 werde ich dann mein Magazin in Eigenregie auf meiner Domäne sehpferd.com führen.
Inzwischen habe ich an einem neuen Format gebastelt, das dann doch diesem sehr ähnlich wurde. Der Übergang wird fließend sein – aber ab dem 01. Juli 2006 werde ich dann mein Magazin in Eigenregie auf meiner Domäne sehpferd.com führen.
In den nächsten Tagen wird es etwas stiller werden in diesem Journal, da ich beabsichtige, die Ostertage in der Realität zu verleben. So darf ich meinen Leserinnen und Lesern schon jetzt ein frohes Osterfest oder ein schönes Pessachfest wünschen.
Der aktuelle Konflikt mit KNALLGRAU wurden nach 10 Tagen beigelegt.
Der aktuelle Konflikt mit KNALLGRAU wurden nach 10 Tagen beigelegt.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Ich verrate Ihnen etwas, meine Herren: wenn sie einem englischen Prinzen nacheifern wollen, müssen sie wirklich nicht aus dem Haus gehen – denn der Lapdance kommt einfach zu Ihnen – auf den Bildschirm.
Heute am 12. April gibt es ein sensationelles Zimmermädchen mit einem niedlichen Staubwedel zu sehen – eines der besten der Video-Serie. Dafür haben Sie leider morgen nur eine Pappkulisse mit einem Motorrad únd eine Dame, die unter dem Overall Wäsche mit einem Kirschenmuster trägt. Wem dergleichen nicht gefällt, der darf sich dann am 14. April von einer dunkelhaarigen Dame mit etwas überdimensionierten Brüsten ins Schlafzimmer einladen lassen, während Ihnen am 15. dieses Monats eine geblümte Dame mit wenig Kleidung den Tag versüßen wird.
Achtung – die Videos laufen fast sechs Minuten und sind technisch von ausgezeichneter Qualität – so lange sollten Sie schon unbeobachtet sein. Über die Ästhetik derartiger Filmchen kann man streiten – aber das gilt ja für alle derartigen Materialien.
Warnung! Nur für Erwachsene und bitte nicht am Arbeitsplatz öffnen. Videos hier.
Aktualisiert: Inzwischen werden nur noch kurze Sequenzen in sehr unterschiedlicher Qualität gezeigt, der Link funktioniert aber noch immer.
Heute am 12. April gibt es ein sensationelles Zimmermädchen mit einem niedlichen Staubwedel zu sehen – eines der besten der Video-Serie. Dafür haben Sie leider morgen nur eine Pappkulisse mit einem Motorrad únd eine Dame, die unter dem Overall Wäsche mit einem Kirschenmuster trägt. Wem dergleichen nicht gefällt, der darf sich dann am 14. April von einer dunkelhaarigen Dame mit etwas überdimensionierten Brüsten ins Schlafzimmer einladen lassen, während Ihnen am 15. dieses Monats eine geblümte Dame mit wenig Kleidung den Tag versüßen wird.
Achtung – die Videos laufen fast sechs Minuten und sind technisch von ausgezeichneter Qualität – so lange sollten Sie schon unbeobachtet sein. Über die Ästhetik derartiger Filmchen kann man streiten – aber das gilt ja für alle derartigen Materialien.
Warnung! Nur für Erwachsene und bitte nicht am Arbeitsplatz öffnen. Videos hier.
Aktualisiert: Inzwischen werden nur noch kurze Sequenzen in sehr unterschiedlicher Qualität gezeigt, der Link funktioniert aber noch immer.
sehpferd - am Mittwoch, 12. April 2006, 12:12 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wenn man einmal fast gar nichts in sein kleines Journal schreiben kann, weil der Provider offenbar Probleme mit der Datenbank hat, dann fragt man sich unwillkürlich auch, ob sich das Ganze überhaupt lohnt. Sehen sie, es ist so: Ich bin jetzt über 900 Tage mit diesem Journal online – hätte ich auch nur jeden Tag einen Euro damit verdient, wären es jetzt immerhin 900 Euro – natürlich viel zu wenig, denn Sie können sich vielleicht vorstellen, dass meine Stundensätze nicht bei 50 Eurocent liegen.
Nun werden Sie sagen: „Ja, aber der ideelle Gewinn?“ - Auch da muss ich Sie enttäuschen: Nach und nach wird beim Schreiben für mein Journal eher ein ideeller Verlust deutlich, der nur durch emotionale Gewinne anderwärts kompensiert werden kann. Bleibt schließlich der Ruhm – na schön, die Bilanz ist positiv. Aber für den Saldo an Ruhm kann ich mir wieder nur etwas kaufen, wenn er sich ummünzen lässt. Wobei wir wieder am Anfang wären.
Nun werden Sie sagen: „Ja, aber der ideelle Gewinn?“ - Auch da muss ich Sie enttäuschen: Nach und nach wird beim Schreiben für mein Journal eher ein ideeller Verlust deutlich, der nur durch emotionale Gewinne anderwärts kompensiert werden kann. Bleibt schließlich der Ruhm – na schön, die Bilanz ist positiv. Aber für den Saldo an Ruhm kann ich mir wieder nur etwas kaufen, wenn er sich ummünzen lässt. Wobei wir wieder am Anfang wären.
Mein kleines Magazin ist wegen technischer Probleme in der letzten Woche schlecht erreichbar gewesen – und auch heute erst nach relativ langen Wartezeiten. Ich trage keine Schuld an diesem Umstand - wie ich soeben erfahre, wurde das Problem inzwischen als Datenbankproblem identifiziert und der Provider versucht gegenwärtig, das Problem zu beheben. So kann auch ich nur um Geduld bitten.
sehpferd - am Dienstag, 11. April 2006, 20:30 - Rubrik: Kunde sein
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Na schön, die SPD hat ein Personalproblem – na und? Sie mag auch ein Profilierungsproblem haben - na und? Vielleicht hat sie gar ihren „Geruch“ verloren, wie ein taz-Redakteur schreibt – na und?
Der Bürger interessiert sich mit recht nicht für die Probleme der Sozialdemokratie, sondern ausschließlich dafür, welche Lösungen sie aufzeigt – und das teilt die Partei mindestens mit der CDU/CSU, den Grünen und der FDP.
Was die SPD da bewegt, scheint ein internes Problem der Sozialdemokratie zu sein. Sie definierte sich stets über die Ideologie und behauptete, für die "besseren" Werte einzutreten. Das war wohl auch einmal so – jedenfalls haben es ihr nach dem Abbröckeln der Arbeiterschaft als Wähler wenigstens die damals noch wackeren Intellektuellen und ein Teil der aufstrebenden Jugend geglaubt.
Doch heute? Wo sind sie denn, die „besseren“ Werte? Wer an das zwar ebenfalls bröcklige, aber tiefer in den Seelen verfestigte christliche Abendland glaubt, wählt ohnehin CDU/CSU oder neuerdings Grün. Auch, wer die macht des Staates gerne auf das unbedingt Nötige reduziert sehen möchte, wird niemals SPD wählen – und das gilt vor allem in den Bereichen außerhalb des Sozialen: Die SPD stand jahrelang für Bürgerbevormundung.
Früher hatte die SPD wenigstens noch die Gewerkschaftler, auf die sie sich verlassen konnte – aber die haben selber genug Probleme, um ihre Standpunkte in der Gesellschaft zu verteidigen, denn wenn es darum geht, Arbeitsplätze zu schaffen, sind Gewerkschaften denkbar schlechte Ansprechpartner: Sie leben davon, bestehende Arbeitsplätze gut auszustatten. Die Werte? Ja, welche Werte denn? Friede, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit? Das versprechen sie alle.
Bleibt die so genannte „soziale Gerechtigkeit“ – nur, dass diese so schwammig ist wie kaum etwas sonst – denn sozial ist nur, was der Gemeinschaft dient, und gerecht ist nur, was der Auffassung der Bürger von der Verteilung der Werte nicht zuwiderläuft. Diejenigen, die gerade am lautesten nach sozialer Gerechtigkeit schreien, sind zumeist dieselben, die soziale Verantwortung am meisten scheuen – und die erträgt auch die SPD nicht auf Dauer.
Was dies bedeutet? Vermutlich, dass die Zeit vorbei ist, in der man eine rote Fahne hochhält und jeder weiß, was sich für eine Politik dahinter verbirgt. Die Bürger warten auf Lösungen der Probleme dieses Landes – sie wollen keinesfalls die Familieninterna morscher Parteien sehen und hören. Politiker sind dazu da, Politik zu machen – deshalb haben wir sie gewählt.
Der Bürger interessiert sich mit recht nicht für die Probleme der Sozialdemokratie, sondern ausschließlich dafür, welche Lösungen sie aufzeigt – und das teilt die Partei mindestens mit der CDU/CSU, den Grünen und der FDP.
Was die SPD da bewegt, scheint ein internes Problem der Sozialdemokratie zu sein. Sie definierte sich stets über die Ideologie und behauptete, für die "besseren" Werte einzutreten. Das war wohl auch einmal so – jedenfalls haben es ihr nach dem Abbröckeln der Arbeiterschaft als Wähler wenigstens die damals noch wackeren Intellektuellen und ein Teil der aufstrebenden Jugend geglaubt.
Doch heute? Wo sind sie denn, die „besseren“ Werte? Wer an das zwar ebenfalls bröcklige, aber tiefer in den Seelen verfestigte christliche Abendland glaubt, wählt ohnehin CDU/CSU oder neuerdings Grün. Auch, wer die macht des Staates gerne auf das unbedingt Nötige reduziert sehen möchte, wird niemals SPD wählen – und das gilt vor allem in den Bereichen außerhalb des Sozialen: Die SPD stand jahrelang für Bürgerbevormundung.
Früher hatte die SPD wenigstens noch die Gewerkschaftler, auf die sie sich verlassen konnte – aber die haben selber genug Probleme, um ihre Standpunkte in der Gesellschaft zu verteidigen, denn wenn es darum geht, Arbeitsplätze zu schaffen, sind Gewerkschaften denkbar schlechte Ansprechpartner: Sie leben davon, bestehende Arbeitsplätze gut auszustatten. Die Werte? Ja, welche Werte denn? Friede, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit? Das versprechen sie alle.
Bleibt die so genannte „soziale Gerechtigkeit“ – nur, dass diese so schwammig ist wie kaum etwas sonst – denn sozial ist nur, was der Gemeinschaft dient, und gerecht ist nur, was der Auffassung der Bürger von der Verteilung der Werte nicht zuwiderläuft. Diejenigen, die gerade am lautesten nach sozialer Gerechtigkeit schreien, sind zumeist dieselben, die soziale Verantwortung am meisten scheuen – und die erträgt auch die SPD nicht auf Dauer.
Was dies bedeutet? Vermutlich, dass die Zeit vorbei ist, in der man eine rote Fahne hochhält und jeder weiß, was sich für eine Politik dahinter verbirgt. Die Bürger warten auf Lösungen der Probleme dieses Landes – sie wollen keinesfalls die Familieninterna morscher Parteien sehen und hören. Politiker sind dazu da, Politik zu machen – deshalb haben wir sie gewählt.
sehpferd - am Dienstag, 11. April 2006, 19:47 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Sie erinnern sich? Seien sie nicht der Dreizehnte bei einer Dame, und wenn, dann verwenden Sie bitte beim Blind Date in jedem Fall ein Kondom – falls sie mir die Anmerkung gestatten: Das gehört eigentlich bei jedem Blind Date ins Handtäschchen, falls es in der Hosentasche einmal fehlen sollte. Doch das Thema „wie viele hattest du denn schon vor mir?“ wird, wie es scheint, beim Blind Date durchaus gelegentlich variiert: „Wie viele aus dem Internet hast du denn schon getroffen?“
Nun, ich bin zwar keine Briefkastentante, aber soviel kann ich Ihnen verraten:
Grundsätzlich: Bestenfalls bis zu drei Personen verteilt über eine längere Zeit. Sie machen das sowieso alles nur, weil es an Ihrem Arbeitsplatz keine geeigneten Personen gibt, weil ihre Stadt kaum Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme bietet, weil sie in einem Alter sind, in dem es nicht mehr sehr viele Kandidatinnen/Kandidaten gibt – nötig haben sie es nicht. Aber es ist doch eine sehr nette Art, miteinander Kontakt aufzunehmen, nicht wahr?
Die Personen, die sie trafen, waren alle sehr interessante und aufgeschlossene Menschen, nur leider nicht die richtigen Partner – deswegen ist auch nicht mehr daraus geworden. Es gab keine Enttäuschungen, keine Abweisungen, keine Tränen. Sie sind sehr glücklich, dass sie diese Menschen getroffen haben.
Ach Sie glauben, dass dies nicht ganz der Wahrheit entspricht? Dann unterstellen sie, dass die Wahrheit in diesem Fall von Bedeutung ist. Ist sie es? Ich meine, nur die Person am Tisch sei von Bedeutung. Sehen Sie, und nun frage ich mich, ob man mit jemandem, der fragt „ wie viele aus dem Internet hast du denn schon getroffen?“ nicht ohnehin nach Gutsherrenart umgehen sollte, denn, wer so fragt, beweist damit ja nur, dass er keine gute Kinderstube hat. Eine Dame ist immer zuerst Dame und widmet sich ausschließlich dem Herrn, dem sie gerade begegnet – und ein Herr? Der kennt während des Dates nur die Dame, mit der er gerade anbandeln will – und niemanden sonst. Geben Sie ihr das Gefühl, das sie unglaublich wichtig ist – und wenn sie nicht zur Dame Ihres Herzens wird, dann schenken sie ihr wenigstens einen schönen Abend – und das gilt umgekehrt genau so.
Angeregt durch: Geroldswelt
Nun, ich bin zwar keine Briefkastentante, aber soviel kann ich Ihnen verraten:
Grundsätzlich: Bestenfalls bis zu drei Personen verteilt über eine längere Zeit. Sie machen das sowieso alles nur, weil es an Ihrem Arbeitsplatz keine geeigneten Personen gibt, weil ihre Stadt kaum Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme bietet, weil sie in einem Alter sind, in dem es nicht mehr sehr viele Kandidatinnen/Kandidaten gibt – nötig haben sie es nicht. Aber es ist doch eine sehr nette Art, miteinander Kontakt aufzunehmen, nicht wahr?
Die Personen, die sie trafen, waren alle sehr interessante und aufgeschlossene Menschen, nur leider nicht die richtigen Partner – deswegen ist auch nicht mehr daraus geworden. Es gab keine Enttäuschungen, keine Abweisungen, keine Tränen. Sie sind sehr glücklich, dass sie diese Menschen getroffen haben.
Ach Sie glauben, dass dies nicht ganz der Wahrheit entspricht? Dann unterstellen sie, dass die Wahrheit in diesem Fall von Bedeutung ist. Ist sie es? Ich meine, nur die Person am Tisch sei von Bedeutung. Sehen Sie, und nun frage ich mich, ob man mit jemandem, der fragt „ wie viele aus dem Internet hast du denn schon getroffen?“ nicht ohnehin nach Gutsherrenart umgehen sollte, denn, wer so fragt, beweist damit ja nur, dass er keine gute Kinderstube hat. Eine Dame ist immer zuerst Dame und widmet sich ausschließlich dem Herrn, dem sie gerade begegnet – und ein Herr? Der kennt während des Dates nur die Dame, mit der er gerade anbandeln will – und niemanden sonst. Geben Sie ihr das Gefühl, das sie unglaublich wichtig ist – und wenn sie nicht zur Dame Ihres Herzens wird, dann schenken sie ihr wenigstens einen schönen Abend – und das gilt umgekehrt genau so.
Angeregt durch: Geroldswelt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
In Berliner Gymnasien wird, will man der WELT glauben schenken, nun eine "Ausländerquote" gefordert. Abgesehen davon, dass sich die Journalisten dort heute eben auch nicht scheuten, Stoibers Unwort „Ausländer“ nachzuplappern und überall herumzuschwatzen, sollte man sich vielleicht einmal Gedanken über die Gymnasien selbst machen.
Zunächst mal – bleiben wir einmal bei den Menschen, die bei uns türkisch sprechen: Um die angeblichen Probleme an den Gymnasien zu lösen, müsste man nur türkischsprachige Gymnasien gründen – so, wie Deutsche und Franzosen im Ausland eben auch „ihre“ Gymnasien haben – und diese Schulen dürften dann sogar deutsche Schüler anziehen. Wahrscheinlich wäre dann Friede, doch der Herr Stoiber wäre darüber wohl auch nicht froh: Wo bliebe denn da die Integration? Ja, wo bleibt sie denn? Sehen sie mal, liebe Oberschlaumeier: Es gibt eine deutsche Schule in Istanbul. Die leistet so viel für die Integration, wie dies bei Auslandschulen üblich ist – aber die Unterrichtssprache ist deutsch. Die Menschen überall auf der Welt begreifen, dass dies so gut ist – nur im einig bayrischen Vaterland begreifen sie es nicht? Sollte mich wundern. Schließlich gibt es in München eine französische und sogar eine japanische Schule – Unterricht in der jeweiligen Landessprache.
Die Klagen der Gymnasien haben im Übrigen einen Bart, an den sich die Bartaufwickelmaschine aus dem Jahr 1960 noch lebhaft erinnern dürfte: Damals schon erzählten elitäre Studienrätinnen und Studienräte nämlich das, was heute in der WELT zu lesen war: „Das Problem (an Gymnasien) ist die wachsende Zahl von Kindern aus sozial schwachen und bildungsfernen Schichten“. Damit wollten die Damen und Herren Lehrkräfte schon in den 50-er und 60-er Jahren Kinder aus einfachen Verhältnissen davon abbringen, in die Gymnasien einzudringen - und siehe, die Argumente haben sich nicht einen Deut verändert – nur, das Opferprofil veränderte sich. Waren es früher die Kinder der Handwerker, kleinen Angestellten und Arbeiter, die auf dem Gymnasium nur geduldet waren, so sind es heute eben „Kinder bildungsferner Schichten“ – warum nicht gleich „Underdogs“? Sehen Sie und damit ich mir nicht den einen Satz herauspicke, sondern die Ideologie mal verdeutliche: Die Kinder brächten heute „aus der Grundschule große Defizite“ mit – sehen Sie, und genau das, sogar mit gleichen Worten, sagten die Damen und Herren Elitelehrer eben 1960 auch schon zu den Schülern aus den Grundschulen der Viertel der Arbeiter und kleinen Angestellten. Es gibt Dinge, die ändern sich nie – und das ist eigentlich wirklich schade.
Die Welt: „Gymnasien fordern eine Ausländerquote“
Zunächst mal – bleiben wir einmal bei den Menschen, die bei uns türkisch sprechen: Um die angeblichen Probleme an den Gymnasien zu lösen, müsste man nur türkischsprachige Gymnasien gründen – so, wie Deutsche und Franzosen im Ausland eben auch „ihre“ Gymnasien haben – und diese Schulen dürften dann sogar deutsche Schüler anziehen. Wahrscheinlich wäre dann Friede, doch der Herr Stoiber wäre darüber wohl auch nicht froh: Wo bliebe denn da die Integration? Ja, wo bleibt sie denn? Sehen sie mal, liebe Oberschlaumeier: Es gibt eine deutsche Schule in Istanbul. Die leistet so viel für die Integration, wie dies bei Auslandschulen üblich ist – aber die Unterrichtssprache ist deutsch. Die Menschen überall auf der Welt begreifen, dass dies so gut ist – nur im einig bayrischen Vaterland begreifen sie es nicht? Sollte mich wundern. Schließlich gibt es in München eine französische und sogar eine japanische Schule – Unterricht in der jeweiligen Landessprache.
Die Klagen der Gymnasien haben im Übrigen einen Bart, an den sich die Bartaufwickelmaschine aus dem Jahr 1960 noch lebhaft erinnern dürfte: Damals schon erzählten elitäre Studienrätinnen und Studienräte nämlich das, was heute in der WELT zu lesen war: „Das Problem (an Gymnasien) ist die wachsende Zahl von Kindern aus sozial schwachen und bildungsfernen Schichten“. Damit wollten die Damen und Herren Lehrkräfte schon in den 50-er und 60-er Jahren Kinder aus einfachen Verhältnissen davon abbringen, in die Gymnasien einzudringen - und siehe, die Argumente haben sich nicht einen Deut verändert – nur, das Opferprofil veränderte sich. Waren es früher die Kinder der Handwerker, kleinen Angestellten und Arbeiter, die auf dem Gymnasium nur geduldet waren, so sind es heute eben „Kinder bildungsferner Schichten“ – warum nicht gleich „Underdogs“? Sehen Sie und damit ich mir nicht den einen Satz herauspicke, sondern die Ideologie mal verdeutliche: Die Kinder brächten heute „aus der Grundschule große Defizite“ mit – sehen Sie, und genau das, sogar mit gleichen Worten, sagten die Damen und Herren Elitelehrer eben 1960 auch schon zu den Schülern aus den Grundschulen der Viertel der Arbeiter und kleinen Angestellten. Es gibt Dinge, die ändern sich nie – und das ist eigentlich wirklich schade.
Die Welt: „Gymnasien fordern eine Ausländerquote“
sehpferd - am Montag, 10. April 2006, 19:03 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wahrscheinlich kennen Sie Harald Schmidt, den Spötter: diesmal spottete er in der „Netzzeitung“ über Blogs – die Blogger werden es nicht gerne hören – und vor allem jene nicht, die durch das Land reisen und dafür sorgen, dass Blogs allenthalben überschätzt werden.
Zitat:
„Der andere Wahn, der ja jetzt überall gepflegt wird, sind Blogs. Als würden Blogs demnächst die «FAZ», die «Süddeutsche» und den «Spiegel» ablösen. Das ist so ein Journalistengewixe”.
Zitat:
„Der andere Wahn, der ja jetzt überall gepflegt wird, sind Blogs. Als würden Blogs demnächst die «FAZ», die «Süddeutsche» und den «Spiegel» ablösen. Das ist so ein Journalistengewixe”.
sehpferd - am Montag, 10. April 2006, 18:16 - Rubrik: blog nachrichten
Steffen Kraft spottet in der „Süddeutschen Zeitung“ über müde Podcaster und clevere Geschäftsleute:
„Die Internet-Avantgarde ist müde geworden und überlässt das Feld lieber den Erlösungspredigern aus den Social-Software-Firmen“.
Da spitze ich doch die Ohren und reibe mir die Augen: Wird das Geschwätz von der „sozialen Software“ unter Bloggern möglicherweise von interessierten Kreisen aus der Softwarebranche gesponsert? Oder sponsern sie die Aussagen der Branche aus Verblendung, so, wie wir es von den Besitzern der teuren Spiegelreflexkameras und der Autonobelmarken kennen? Es gäbe freilich noch eine andere, wenig schmeichelhafte Erklärung: Sie blöken halt das nach, was ihnen ein paar Leithammel vorblöken.
„Die Internet-Avantgarde ist müde geworden und überlässt das Feld lieber den Erlösungspredigern aus den Social-Software-Firmen“.
Da spitze ich doch die Ohren und reibe mir die Augen: Wird das Geschwätz von der „sozialen Software“ unter Bloggern möglicherweise von interessierten Kreisen aus der Softwarebranche gesponsert? Oder sponsern sie die Aussagen der Branche aus Verblendung, so, wie wir es von den Besitzern der teuren Spiegelreflexkameras und der Autonobelmarken kennen? Es gäbe freilich noch eine andere, wenig schmeichelhafte Erklärung: Sie blöken halt das nach, was ihnen ein paar Leithammel vorblöken.
sehpferd - am Montag, 10. April 2006, 18:10 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Da wollen mir doch ständig ein paar dieser von Politikfrust zersetzten, aber ansonsten verwöhnte Töchterchen und Söhnchen der 68-er mitteilen, dass Politiker immer nur an sich selbst denken – und jetzt denkt einer einmal an sich selbst – und das ist gut so. Matthias Platzeck zieht vor, lieber gesund zu bleiben als sich von den Genossen verschleißen zu lassen - da verzichten man besser auf eines seiner Ämter.
Wer möchte es ihm verdenken? Denn anders als viele der bösartigen Blogzwerge glauben, ist Politik ein Job, der nicht nur den ganzen Menschen fordert, sondern auch Verzicht auf Vieles, was für andere Menschen ganz selbstverständlich ist – und sei es nur, ein klein wenig Privatheit für sich zu haben.
Wer möchte es ihm verdenken? Denn anders als viele der bösartigen Blogzwerge glauben, ist Politik ein Job, der nicht nur den ganzen Menschen fordert, sondern auch Verzicht auf Vieles, was für andere Menschen ganz selbstverständlich ist – und sei es nur, ein klein wenig Privatheit für sich zu haben.
sehpferd - am Montag, 10. April 2006, 18:00 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Der erste Teil des Rätselratens ist vorbei: Ungarn wird nicht zur Zwei-Parteien-Republik, sondern die beiden kleinen Parteien, mit denen man gestern gegen 21 Uhr kaum noch gerechnet hatte, sind ebenfalls im Parlament vertreten: die liberale SZDSZ, die bislang mit den Sozialisten regierte, und das Demokratische Forum.
Wahlsieger aber sind bislang (in 14 Tagen werden noch Nachwahlen stattfinden) die Sozialisten (MSZP) mit etwa einem Pozentpunkt Vorsprung vor der Fidesz-Partei, die allgemein als nationalkonservativ bezeichnet wird.
Genaue zahlen: Pester Lloyd
Wahlsieger aber sind bislang (in 14 Tagen werden noch Nachwahlen stattfinden) die Sozialisten (MSZP) mit etwa einem Pozentpunkt Vorsprung vor der Fidesz-Partei, die allgemein als nationalkonservativ bezeichnet wird.
Genaue zahlen: Pester Lloyd
sehpferd - am Montag, 10. April 2006, 06:27 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Damit ich den Herren (auch wirklichen Gentlemen) mal wieder etwas zeigen kann, was zwar nicht unbedingt bürosicher ist, aber auch nicht gleich zum Herzstillstand führt, hier ein paar „Vintage Girls“. Und an unsere Damen und Herren Fotografen: Haben sie eigentlich einmal versucht, eine Person mehrere Sekunden lang zu belichten? Vielleicht gar ohne Kopfstütze? Wie auch immer – die Fotografen von damals müssen wahre Genies im Konstruieren von Stützgerätschaften gewesen sein, und die Modelle ausgesprochen standhaft.
via fleshbot
via fleshbot
sehpferd - am Sonntag, 9. April 2006, 21:36 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Die ersten Wahlprognosen scheinen falsch zu sein – sie sagten aus, dass die bisherige Koalition weiterregieren kann. Doch nun scheint es so, als ob die rechtskonservative Fidesz an Stimmen aufholt – die Wahl bleibt also spannend, und sie wird möglicherweise gar nicht heute, sondern erst am zweiten Wahltag entscheiden – dann nämlich finden Stichwahlen in den „unklaren“ Wahlbezirken statt – eine Besonderheit des ungarischen Wahlsystems.
sehpferd - am Sonntag, 9. April 2006, 21:24 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Oh, das wird kompliziert: Also drei von vier Deutschen, so lese ich in der „Morgenpost“, die sich über das Internet auf Blinddates einließen, hatten mit „mindestens einer dieser Bekanntschaften“ Sex.
Erstaunlich, erstaunlich: also: da verabreden sich Deutsche zu Blinddates und sie haben tatsächlich Sex? Ich dachte immer, die kämen in Blinddates zusammen, um miteinander zu basteln oder Briefmarken zu tauschen.
Den Originalartikel findet man in der „Morgenpost“ und da steht dann auch noch dieser sinnige Satz: „Nur bei 27 Prozent mündete noch kein Online-Date in ein sexuelles Intermezzo“. Sehen Sie, es gibt sie noch, die Bastelfreude. Oder habe ich das jetzt falsch verstanden? Falls sie jetzt meinen, es gäbe noch etwas außer Sex und Basteln, haben sie natürlich recht – aber zu Blinddates geht man doch nun wirklich nur aus zwei Gründen: Entweder wegen einer Beziehung, die naturgemäß früher oder später Sex beinhaltet, oder wegen eines Abenteuers, das nur zum Zweck der Lusterfüllung eingegangen wird – was sonst noch anliegt, erledigt man doch nicht auf Blinddates, oder?
Erstaunlich, erstaunlich: also: da verabreden sich Deutsche zu Blinddates und sie haben tatsächlich Sex? Ich dachte immer, die kämen in Blinddates zusammen, um miteinander zu basteln oder Briefmarken zu tauschen.
Den Originalartikel findet man in der „Morgenpost“ und da steht dann auch noch dieser sinnige Satz: „Nur bei 27 Prozent mündete noch kein Online-Date in ein sexuelles Intermezzo“. Sehen Sie, es gibt sie noch, die Bastelfreude. Oder habe ich das jetzt falsch verstanden? Falls sie jetzt meinen, es gäbe noch etwas außer Sex und Basteln, haben sie natürlich recht – aber zu Blinddates geht man doch nun wirklich nur aus zwei Gründen: Entweder wegen einer Beziehung, die naturgemäß früher oder später Sex beinhaltet, oder wegen eines Abenteuers, das nur zum Zweck der Lusterfüllung eingegangen wird – was sonst noch anliegt, erledigt man doch nicht auf Blinddates, oder?
sehpferd - am Sonntag, 9. April 2006, 17:05 - Rubrik: wundersames
Falls Sie sich schon immer fragten, warum in pornografischen Darstellungen so viel Sperma auf weiblichen Gesichtern verteilt wird, und sie dies vielleicht bisher für eine Abwertung des weiblichen Geschlechts hielten, gibt Ihnen eine gewisse Geena Hole nun die Antwort: „Frisches Sperma ist ein absolutes Anti-Aging-Mittel“ – und sie behauptet auch, zu wissen, warum das so ist: „Das wertvolle Protein im Sperma strafft die Haut und lässt Fältchen sichtbar verschwinden.“ Freilich wird in einem Artikel bei „Businessportal 24“ behauptet, dass „frisch aufgeschlagenes Eiklar“ eine ähnliche Wirkung habe.
Eine gewisse Lisa aus London hat vor einiger Zeit einen Selbsttest mit Sperma gemacht: Sie war nicht sonderlich begeistert.
Eine gewisse Lisa aus London hat vor einiger Zeit einen Selbsttest mit Sperma gemacht: Sie war nicht sonderlich begeistert.
sehpferd - am Sonntag, 9. April 2006, 11:56 - Rubrik: papierkorb nachrichten
Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – meist sonntags
Mir wird immer deutlicher, wie tief ich mich in eine Scheinwelt hineinbegeben habe: Die Welt, die sich aus den Bestandteilen des Webs ergibt, ist eine andere als die, die ich mit Augen, Ohren und Haut erfahren kann. Nicht, dass ich es nicht schon vorher wusste – wie oft habe ich schon geschrieben, dass im Web eine Art Kasperltheater veranstaltet wird? Wie oft habe ich das Lied strapaziert, in dem es (dort mundartlich) heißt „Man braucht einen Kasper und eine Gretel, eine Großmutter und ein Krokodil“. Am besten geht die Show, wenn Gretels von Krokodilen bedroht werden: Dann kommen die Kasper von überall mit ihren Klatschen herbeigestürmt, Krokodile verprügeln. Das Publikum klatscht Beifall. Man packt die Kasperbude ein – man muss ja morgen wieder woanders spielen.
Ich fühle mich erinnert an Alice, als sie in die Spiegelwelt kommt: Dort spielt man zwar nicht Kaspertheater, aber Schach. Die Welt hinter den Spiegeln zerbricht, als Alice Königin wird – der Weg hinaus ist der Weg hindurch. Vielleicht könnte man die Spiegelweltbewohner durchaus mit den Menschen vergleichen, die sich in die Webwelt einkasteln: Erst, wenn sie hindurch sind, dürfen sie wieder hinaus – und manche bleiben lieber da, weil es bequemer ist. Die virtuelle Hängematte ist eben bequemer als die Konfrontation mit dem Dschungel da draußen – und dort ist es auch wesentlich schwieriger, wieder zu entfliehen, wenn einem der Tiger im Nacken sitzen sollte statt des Schalks.
Sehen Sie- das ist der Unterschied: Ihr Schachspiel im Web können sie immer wieder mit Figuren bestücken – Bäurinnen und Bauern finden sich leicht, Türme auf Zeit auch, Springer sowieso immer – die Königinnenrolle oder Königsrolle besetzen Sie selbst – und schon können sie spielen (und selbstverständlich schummeln) wie sie wollen. Im Web jedenfalls. In der Realität können Sie das nicht. Da muss der Fels in der Brandung schon stehen bleiben, wenn die Horde marodierender Bauern anrückt. Und man selbst? Passt denn die Königinnenrolle, die Königsrolle überhaupt?
Ist Kasper König? Ist Gretel Königin? Wenn man die Dinge in anderem Licht sieht, wird klarer, was man ist: ein Mensch eben. Jemand, der eine Hütte bezog dort im Dschungel und die Affenhaare dabei weitgehend verlor. Jemand, der vor einer Glaswand sitzt und sich dort eine Scheinwelt vorgaukeln lassen kann – oder auch eben nicht. Sagen Sie jetzt nicht, dass ja auch hinter der Glaswand nebenan ein nackter Affe sitzt, dem es genau so geht. Dazu müssen Sie ihn aber erst hervorlocken – und dann sind wir wieder da, wo sich die Welt mit Augen, Ohren und Haut erfahren lässt.
Mir wird immer deutlicher, wie tief ich mich in eine Scheinwelt hineinbegeben habe: Die Welt, die sich aus den Bestandteilen des Webs ergibt, ist eine andere als die, die ich mit Augen, Ohren und Haut erfahren kann. Nicht, dass ich es nicht schon vorher wusste – wie oft habe ich schon geschrieben, dass im Web eine Art Kasperltheater veranstaltet wird? Wie oft habe ich das Lied strapaziert, in dem es (dort mundartlich) heißt „Man braucht einen Kasper und eine Gretel, eine Großmutter und ein Krokodil“. Am besten geht die Show, wenn Gretels von Krokodilen bedroht werden: Dann kommen die Kasper von überall mit ihren Klatschen herbeigestürmt, Krokodile verprügeln. Das Publikum klatscht Beifall. Man packt die Kasperbude ein – man muss ja morgen wieder woanders spielen.
Ich fühle mich erinnert an Alice, als sie in die Spiegelwelt kommt: Dort spielt man zwar nicht Kaspertheater, aber Schach. Die Welt hinter den Spiegeln zerbricht, als Alice Königin wird – der Weg hinaus ist der Weg hindurch. Vielleicht könnte man die Spiegelweltbewohner durchaus mit den Menschen vergleichen, die sich in die Webwelt einkasteln: Erst, wenn sie hindurch sind, dürfen sie wieder hinaus – und manche bleiben lieber da, weil es bequemer ist. Die virtuelle Hängematte ist eben bequemer als die Konfrontation mit dem Dschungel da draußen – und dort ist es auch wesentlich schwieriger, wieder zu entfliehen, wenn einem der Tiger im Nacken sitzen sollte statt des Schalks.
Sehen Sie- das ist der Unterschied: Ihr Schachspiel im Web können sie immer wieder mit Figuren bestücken – Bäurinnen und Bauern finden sich leicht, Türme auf Zeit auch, Springer sowieso immer – die Königinnenrolle oder Königsrolle besetzen Sie selbst – und schon können sie spielen (und selbstverständlich schummeln) wie sie wollen. Im Web jedenfalls. In der Realität können Sie das nicht. Da muss der Fels in der Brandung schon stehen bleiben, wenn die Horde marodierender Bauern anrückt. Und man selbst? Passt denn die Königinnenrolle, die Königsrolle überhaupt?
Ist Kasper König? Ist Gretel Königin? Wenn man die Dinge in anderem Licht sieht, wird klarer, was man ist: ein Mensch eben. Jemand, der eine Hütte bezog dort im Dschungel und die Affenhaare dabei weitgehend verlor. Jemand, der vor einer Glaswand sitzt und sich dort eine Scheinwelt vorgaukeln lassen kann – oder auch eben nicht. Sagen Sie jetzt nicht, dass ja auch hinter der Glaswand nebenan ein nackter Affe sitzt, dem es genau so geht. Dazu müssen Sie ihn aber erst hervorlocken – und dann sind wir wieder da, wo sich die Welt mit Augen, Ohren und Haut erfahren lässt.
sehpferd - am Sonntag, 9. April 2006, 09:57 - Rubrik: wochenschau
Man lässt besser die Finger davon, für die eine oder andere Partei des Gastlandes Stellung zu beziehen, aber die Wahl, die heute in Ungarn stattfindet, ist tatsächlich eine Wahl zwischen zwei sehr unterschiedlichen Konstellationen: Da wären auf der einen Seite die Ex-Kommunisten, die man heute als Sozialdemokraten bezeichnen könnte – und sie treten, was für auswärtige Beobachter höchst merkwürdig ist, für eine liberale Wirtschaftsordnung ein. Auf der anderen Seite die Fidesz, die einstige Bewegung des Volkes für mehr Demokratie, die sich heute als ausgesprochen nationalkonservativ darstellt. Eine paradoxe Welt.
Freilich muss man auch in Ungarn zwischen Wahlkampf und politischer Realität unterscheiden: Die so genannten „großen“ Reformen wurden von beiden Parteien während ihrer Regierungszeit immer wieder verschoben – und ob die nächste Legislaturperiode da wesentliche Änderungen mit sich bringen wird, bleibt zu bezweifeln. Nur eines erscheint sicher: Ungarn nähert sich immer mehr dem Zwei-Parteien-System. Den kleinen Parteien wird nach allgemeiner Auffassung bislang nur eine geringe Chance eingeräumt. Aber vielleicht irren sich ja auch die Beobachter einmal mehr – denn ausgezählt wird immer erst am Ende.
Informationen:
In lifego
Im "Standard"
Im Pester Lloyd über:
Die Nationalkonservative Fidesz
Und hier die sozialdemokratische MSZP
Freilich muss man auch in Ungarn zwischen Wahlkampf und politischer Realität unterscheiden: Die so genannten „großen“ Reformen wurden von beiden Parteien während ihrer Regierungszeit immer wieder verschoben – und ob die nächste Legislaturperiode da wesentliche Änderungen mit sich bringen wird, bleibt zu bezweifeln. Nur eines erscheint sicher: Ungarn nähert sich immer mehr dem Zwei-Parteien-System. Den kleinen Parteien wird nach allgemeiner Auffassung bislang nur eine geringe Chance eingeräumt. Aber vielleicht irren sich ja auch die Beobachter einmal mehr – denn ausgezählt wird immer erst am Ende.
Informationen:
In lifego
Im "Standard"
Im Pester Lloyd über:
Die Nationalkonservative Fidesz
Und hier die sozialdemokratische MSZP
sehpferd - am Sonntag, 9. April 2006, 08:53 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen

