Obwohl ich es gerade anderwärts hingeschrieben habe, will ich dies noch einmal betonen: Fragen Sie nie einen Künstler oder Zeitzeugen (sind wir nicht auch Künstler?) warum er etwas tut. Fragen Sie sich, was in Ihnen passiert, wenn sie eine Musik hören, ein Bild bewundern oder einen Text lesen. Sie bekommen dann Antworten, die Ihnen nützen.
Natürlich gibt Ihnen auch der Künstler manchmal eine Antwort. Die meisten von uns haben eine Antwort im Zettelkasten, nicht wahr? Die Universalantwort: „Weil ich es tun muss“. Sie sagt nichts aus, aber sie gebührt dem, der seine Zeit mit der Frage nach der Motiviation an Künstler oder Autoren verschwendet
Natürlich gibt Ihnen auch der Künstler manchmal eine Antwort. Die meisten von uns haben eine Antwort im Zettelkasten, nicht wahr? Die Universalantwort: „Weil ich es tun muss“. Sie sagt nichts aus, aber sie gebührt dem, der seine Zeit mit der Frage nach der Motiviation an Künstler oder Autoren verschwendet
Es wäre so schön, wenn es nur eine Wahrheit oder nur eine Gerechtigkeit gäbe – aber je älter ich werde, umso mehr erkenne ich, dass es viele Wahrheiten und viele Gerechtigkeiten gibt. Die Geschichte von dem alten Rabbiner, der einem Streithahn und seinem Kontrahenten Recht gibt, kann ich wohl nachvollziehen, ebenso wie die Pointe dieses Witzes: Als seine Frau ihn darauf anspricht, dass er nicht beiden recht geben könne, sagte der Rabbiner zu seiner Frau nur dies „ja, und du hast auch recht“.
Sie denken, dass es nicht reicht, nun allen Dreien Recht zu geben? Sehen sie, da haben Sie auch recht.
Sie denken, dass es nicht reicht, nun allen Dreien Recht zu geben? Sehen sie, da haben Sie auch recht.
Was ich wirklich will, fragen sich manche Leute (sie sollten sich besser selbst fragen, aber das nur am Rande). Ich will, dass der bessere Gedanke siegt, sodass wir alle davon profitieren können. Wenn es Ihrer sein sollte: ganz vorzüglich. Sollte es meiner sein – genau so gut. Doch wahrscheinlich ist es ein gemeinsamer Gedanke, der aus beiden erwächst.
Sehr einfach, nicht wahr? So – und nun sagen Sie mir mal, wann sie dieses Erlebnis zuletzt in einem Blog hatten.
Sehr einfach, nicht wahr? So – und nun sagen Sie mir mal, wann sie dieses Erlebnis zuletzt in einem Blog hatten.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wenn alles ein „Gate“ wäre, was dazu gemacht wird – nun, vielleicht war der Fehltritt Bill Clintons noch so etwas wie ein „Gate“, also Moni-Gate zum Ersten. Bei der Straußtochter Monika Hohlmeier war es wohl die deutsche Presse, die diese Affäre etwas überhitzt „Moni-Gate“ nannte, und nun wird auch die Affäre um das Blog der Moni plötzlich zum Moni-Gate.
Fazit: Die Gates sind auch nicht mehr, was sie mal waren.
Fazit: Die Gates sind auch nicht mehr, was sie mal waren.
sehpferd - am Samstag, 8. April 2006, 20:06 - Rubrik: papierkorb nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
An diesem Wochenende verschone ich mich und Sie mal mit Details aus dem Wohnungsverkauf und verrate Ihnen, was kürzlich in der Zeitung stand: Für deutsche Interessenten zählen nur drei Dinge: die Lage und die Lage und die Lage. Nun, die Lage war zwar noch nie so gut: S-Bahn fast vor der Tür, LKW-frei, kurze Fußwege zu allem, was nützt und zudem vollständig renoviert.
Nur – die eierlegende Wollmilchsau habe ich nicht im Angebot, und die wäre: Zentral, hell, im ersten OG, in einer Sackgasse, Neubau mit Garage, Südbalkon und Gartenanteil – und bitte unter 1.200 Euro pro Quadratmeter. Nur: Diese Wohnungen hat niemand zu verkaufen, da können die Damen mit den anschwellenden Altstimmen noch einige hundert Mal nachfragen.
Irgendwie müssten doch auch Deutsche mal kapieren, dass an Schnäppchen normalerweise immer ein Haken ist. Für die „richtige“ Wohnung gelten nämlich drei andere Argumente: Sie muss zu mir passen, sie muss zu mir passen und sie muss zu mir passen – aber machen Sie das mal einem Deutschen klar.
Nur – die eierlegende Wollmilchsau habe ich nicht im Angebot, und die wäre: Zentral, hell, im ersten OG, in einer Sackgasse, Neubau mit Garage, Südbalkon und Gartenanteil – und bitte unter 1.200 Euro pro Quadratmeter. Nur: Diese Wohnungen hat niemand zu verkaufen, da können die Damen mit den anschwellenden Altstimmen noch einige hundert Mal nachfragen.
Irgendwie müssten doch auch Deutsche mal kapieren, dass an Schnäppchen normalerweise immer ein Haken ist. Für die „richtige“ Wohnung gelten nämlich drei andere Argumente: Sie muss zu mir passen, sie muss zu mir passen und sie muss zu mir passen – aber machen Sie das mal einem Deutschen klar.
sehpferd - am Samstag, 8. April 2006, 19:11 - Rubrik: flat for sale
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Ich reibe mir die Augen und lese: „Er (der Staat) ist Partner, nicht Verwalter der Menschen. Er aktiviert die Menschen, damit sie ihr Leben in eigener Verantwortung gestalten können.“. Stammt das von den Liberalen? Ich reibe nochmals nach: Das ist tatsächlich von der SPD. Von Matthias Platzeck gar. Fragt sich allerdings, wie lange die Genossen Betonköpfe, die es ja immer noch in der SPD gibt, solche Aussagen tolerieren. Ich fürchte – sehr lange wohl nicht.
sehpferd - am Samstag, 8. April 2006, 17:57 - Rubrik: zeit geschehen
Neben anderen Gruppierungen verstehen es auch katholische Wissenschaftler, die Rhetorik so geschickt einzusetzen, dass sie die Wahrheit nach Belieben gestalten können. Lesen Sie hier (aus einer katholischen Quelle) warum Evangelien wahr sind und warum nicht – und auch sonst ein Paar interessante Dinge über den Glauben, die sie wahrscheinlich überraschen werden.
sehpferd - am Samstag, 8. April 2006, 14:09 - Rubrik: religion im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Vivienne Westwood wird 65 Jahre jung und sie sagt, worum es bei der Mode geht: Sie habe nämlich etwas mit Sex zu tun – und da hat sie recht: Auf die Entfernung wirken an einer Frau außer dem Haar vor allem die Klamotten. Erst, wenn man ihr näher kommt, kann man anhand der Haltung und der Augen feststellen, ob sie wirklich begehrenswert ist. Damit ich nicht falsch verstanden werde: Reden sollte man natürlich auch noch miteinander.
sehpferd - am Samstag, 8. April 2006, 13:11 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Damit das Heitere hier auch einmal wieder zum Tragen kommt: Wie die Frauenzeitschrift „New Woman“ vermeldet, haben ihre Leserinnen die schönste Frau aller Zeiten gewählt - die Siegerin hieß Audrey Hepburn. Wie das „Fräulein“ Hilton noch auf Rang 99 kam, ist mir ein Rätsel, denn sie ist nun wirklich alles andere als schön.
Hera, Athene und Aphrodite standen offenbar nicht zur Wahl.
Hera, Athene und Aphrodite standen offenbar nicht zur Wahl.
sehpferd - am Samstag, 8. April 2006, 13:01 - Rubrik: papierkorb nachrichten
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Es gibt (und gab) immer wieder Versuche, Erotik, Humor und guten Geschmack unter einen Hut zu bringen und dabei nicht nur grafisch und literarisch wertvoll zu sein, sondern auch noch wirklich sinnlich zu wirken.
Allerdings bringt die Zeit etwas mit sich: Sinnlichkeit wird immer seltener. Sex, insbesondere aber virtueller Sex, wird konsumiert wie Hamburger: Ex und Hopp. Wie soll die Autorin, der Autor, die Fotografin, der Fotograf da noch etwas hervorbringen, das wirklich außergewöhnlich ist, das anregt, weiterzulesen – und das wahrhaftig noch etwas Überraschendes birgt?
Zwei Magazine, eines in deutscher, eines in englischer Sprache, versuchen es nun erneut: Beide sind bei der dritten Auflage gelandet – und das englische ist, wie nicht anders zu erwarten, etwas frecher. Zudem bedient es sich eines Blogs als Lockmittel – nicht schlecht. Vielleicht das Beste: Es lässt sich als PDF-Datei herunterladen. Noch jedenfalls.
Die Namen der Magazine:
Feigenblatt (deutsch)
Box (english)
Über/Via cool hunting (box)
Allerdings bringt die Zeit etwas mit sich: Sinnlichkeit wird immer seltener. Sex, insbesondere aber virtueller Sex, wird konsumiert wie Hamburger: Ex und Hopp. Wie soll die Autorin, der Autor, die Fotografin, der Fotograf da noch etwas hervorbringen, das wirklich außergewöhnlich ist, das anregt, weiterzulesen – und das wahrhaftig noch etwas Überraschendes birgt?
Zwei Magazine, eines in deutscher, eines in englischer Sprache, versuchen es nun erneut: Beide sind bei der dritten Auflage gelandet – und das englische ist, wie nicht anders zu erwarten, etwas frecher. Zudem bedient es sich eines Blogs als Lockmittel – nicht schlecht. Vielleicht das Beste: Es lässt sich als PDF-Datei herunterladen. Noch jedenfalls.
Die Namen der Magazine:
Feigenblatt (deutsch)
Box (english)
Über/Via cool hunting (box)
sehpferd - am Samstag, 8. April 2006, 08:56 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Was ich von diesem Buch halte, sage ich Ihnen, wenn mir jemand ein Rezensionsexemplar zukommen lässt - denn kaufen werde ich es auf keinen Fall. Also hier nur der Klappentext: „Auf der Basis der Beobachtung von Kommunikationsprozessen, leitfadengestützten Gesprächen sowie einer Gruppendiskussion mit Anbietern und Nutzern wird dargestellt, wie Weblogs in das persönliche Medienrepertoire eingebunden und zur Pflege von sozialen Beziehungen genutzt werden.“.
Ich kann mir nicht verkneifen, in diesem Zusammenhang auf diese äußerst kommunikationsbereite soziale Bloggemeinde hinzuweisen. (Danger – Not Safe for Work).
Ich kann mir nicht verkneifen, in diesem Zusammenhang auf diese äußerst kommunikationsbereite soziale Bloggemeinde hinzuweisen. (Danger – Not Safe for Work).
sehpferd - am Freitag, 7. April 2006, 19:48 - Rubrik: blog nachrichten
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Wenn Sie wissen wollen, was ich eins liebte, was ich heute noch liebe, was ich schon zwei Mal von Ex-Freundinnen zurückgeholt habe und was ich dennoch nicht mehr besitze – ja wenn Sie das wissen wollen, dann sage ich nur „Komm“.
Nein, nicht Sie dahinten mit dem langen schwarzen Haar und dem verführerischen Lächeln. „Komm“ war nämlich der Titel eines „schicken Schlagers“ und gleichzeitig der Titel einer LP von Topsy. Damit niemand auf die Idee kommt, mir die Pkatte zu schicken: Ich schaffe gerade alle Platten ab. Aber die Lieder hätte ich so gerne – wenigstens noch einmal gehört, zum Beispiel dies:
„Sagen Sie, Frau Zimmermann, bei wem lassen Sie quälen?
Ich frag' aus ganz bestimmten Gründen grad' bei Ihnen an,
bei wem lassen Sie quälen, foltern, martern?
Weil bestimmt ihr armer Mann eine Peitsche brauchen kann,
deshalb frag' ich Sie, Frau Zimmermann.“
Liedertext (c) Georg Kreisler
Ähnlich „schick“ waren sie alle. Nun ja, jeder kriegt seinen Wunsch erfüllt in Alices Restaurant. Vielleicht ja sogar ich.
Nein, nicht Sie dahinten mit dem langen schwarzen Haar und dem verführerischen Lächeln. „Komm“ war nämlich der Titel eines „schicken Schlagers“ und gleichzeitig der Titel einer LP von Topsy. Damit niemand auf die Idee kommt, mir die Pkatte zu schicken: Ich schaffe gerade alle Platten ab. Aber die Lieder hätte ich so gerne – wenigstens noch einmal gehört, zum Beispiel dies:
„Sagen Sie, Frau Zimmermann, bei wem lassen Sie quälen?
Ich frag' aus ganz bestimmten Gründen grad' bei Ihnen an,
bei wem lassen Sie quälen, foltern, martern?
Weil bestimmt ihr armer Mann eine Peitsche brauchen kann,
deshalb frag' ich Sie, Frau Zimmermann.“
Liedertext (c) Georg Kreisler
Ähnlich „schick“ waren sie alle. Nun ja, jeder kriegt seinen Wunsch erfüllt in Alices Restaurant. Vielleicht ja sogar ich.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Das frisch übersetzte Judas-Evangelium, so heißt es dieser Tage, sei in „deplorablem“ Zustand angekauft worden, also in einem kläglichen Zustand – und es sei in keiner Weise sensationell, sondern spiegele lediglich einen Teil der Auseinandersetzungen wieder, die es nach dem Tod des Religionsstifters gegeben habe.
Von dem Wenigen, was wir wissen, ist dies am Sichersten: Keines der Evangelien ist von einem direkten Anhänger (also einem Jünger) des Religionsstifters aufgeschrieben worden – es scheint viel mehr so, als habe Markus sein Evangelium lediglich den Erzählungen des Petrus zu verdanken, der allerdings ein Augenzeuge war. Die beiden anderen „Synoptiker“ waren vermutlich nichts anderes als gute Abschreiber, die das erste Evangelium kopierten und auf ihre jeweilige Zielgruppe zuschnitten.
Das neue Evangelium hat also (wenn das Alter und die Herkunft korrekt bestimmt wurden) den gleichen Stellenwert wie die anderen Evangelien auch – ob es nun in kläglichem Zustand war oder nicht. Natürlich ist die katholische Kirche darüber ganz anderer Meinung.
Von dem Wenigen, was wir wissen, ist dies am Sichersten: Keines der Evangelien ist von einem direkten Anhänger (also einem Jünger) des Religionsstifters aufgeschrieben worden – es scheint viel mehr so, als habe Markus sein Evangelium lediglich den Erzählungen des Petrus zu verdanken, der allerdings ein Augenzeuge war. Die beiden anderen „Synoptiker“ waren vermutlich nichts anderes als gute Abschreiber, die das erste Evangelium kopierten und auf ihre jeweilige Zielgruppe zuschnitten.
Das neue Evangelium hat also (wenn das Alter und die Herkunft korrekt bestimmt wurden) den gleichen Stellenwert wie die anderen Evangelien auch – ob es nun in kläglichem Zustand war oder nicht. Natürlich ist die katholische Kirche darüber ganz anderer Meinung.
sehpferd - am Freitag, 7. April 2006, 18:16 - Rubrik: religion im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Mein Thema der Woche - in einem neuen Licht, um verständlicher zu machen, was ich meine: Blogger - und ihre Art, mit dem Rest der Welt umzugehen.
Sicher ist nur eines. Das neue Medium „Blogs“ wirft neue Fragen auf. Angetreten ist es zunächst mit einer Idee: Eine einfach zu bedienende, tageweise aufrufbare Webseite, in die aktuelle Beiträge eingestellt und diskutiert werden können. Die Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen und darüber in eine Diskussion zu kommen, führte bald zu dem Begriff „soziale Software“.
Das Medium verbreitete sich schnell: Offenbar bestand (und besteht) ein Grundbedürfnis, entweder das eigene Leben nach außen zu tragen oder aber der Welt zu sagen, was man selber denkt. Dadurch entstand zweierlei. Zum einen der „öffentliche Mensch“, der selbst entscheiden mag, was er über seine Gefühle veröffentlichen sollte und was nicht, aber auch „der öffentliche Mensch und die Anderen“. Letzteres erwies sich als weitaus problematischer: Zwar kann ich mir auch als Person schaden, wenn ich mein eigenes Leben zu sehr im Web ausbreite, doch ich kann eben auch anderen Personen, Familien, Organisationen und Firmen, ja letztlich sogar dem Staat schaden, wenn ich Intimes oder Geheimes ausplaudere, was einen großen Unterhaltungswert haben mag, aber eben nicht zum öffentlichen Bereich gehören sollte.
Die Menschen, die Blogs schreiben, reagieren oft so, als ob sie im Sandkasten, im Familienkreis oder in der Kneipe sitzen: Sie reden (oder schreiben) wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Das tägliche Leben ist voller Grenzfälle: Da wird viel beleidigt und schnell wieder verziehen, da wird Intimes ausgeplaudert und es verpufft einfach und da werden Gesetze, Verordnungen und Vorschriften auch mal überschritten und ebenso wenig ernst genommen wie die guten Sitten, die man auch als „ungeschriebene Gesetze“ bezeichnet – vor allem aber: Das meiste bleibt im kleinen Kreis. Der Schädiger kann sich einen Rüffel abholen, sich entschuldigen und es wieder „gut machen“, wenn der Schaden klein blieb. In Blogs kann man das meist nicht. Was man schreibt, wird von vielen gelesen und diskutiert, und es sozusagen „ungeschehen“ zu machen ist verdammt schwer.
Manche der Geschädigten reagieren gar nicht, wenn der Schaden nur gering ist: Schweigen ist die beste Methode, um auf Bloggerangriffe zu reagieren. Doch was, wenn der Schaden größer wird? Wenn Menschen persönlich angegriffen, beleidigt oder in ein falsches Licht gestellt werden? Wenn Liebeshändel, Familien- oder Firmenangelegenheiten (nicht Verbraucherangelegenheiten) plötzlich Gegenstand der öffentlichen Diskussion werden? Wenn Hexanjagden veranstaltet werden oder andere rufmordähnliche Kampagnen? Soll man sich dann weiterhin dem Mob des Webs beugen?
Fragen über Fragen. Wird David im Kampf gegen Goliath zum Heckenschützen? Ist David überhaupt ein guter Held und Goliath überhaupt ein böser Riese? Warum glauben die neuen Autoren eigentlich, die Moral sozusagen „gepachtet“ zu haben? Beweisen sie dieses Verhalten im Leben auch? Fragen eben – viele Fragen – und keine Antworten.
Sicher ist nur eines. Das neue Medium „Blogs“ wirft neue Fragen auf. Angetreten ist es zunächst mit einer Idee: Eine einfach zu bedienende, tageweise aufrufbare Webseite, in die aktuelle Beiträge eingestellt und diskutiert werden können. Die Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen und darüber in eine Diskussion zu kommen, führte bald zu dem Begriff „soziale Software“.
Das Medium verbreitete sich schnell: Offenbar bestand (und besteht) ein Grundbedürfnis, entweder das eigene Leben nach außen zu tragen oder aber der Welt zu sagen, was man selber denkt. Dadurch entstand zweierlei. Zum einen der „öffentliche Mensch“, der selbst entscheiden mag, was er über seine Gefühle veröffentlichen sollte und was nicht, aber auch „der öffentliche Mensch und die Anderen“. Letzteres erwies sich als weitaus problematischer: Zwar kann ich mir auch als Person schaden, wenn ich mein eigenes Leben zu sehr im Web ausbreite, doch ich kann eben auch anderen Personen, Familien, Organisationen und Firmen, ja letztlich sogar dem Staat schaden, wenn ich Intimes oder Geheimes ausplaudere, was einen großen Unterhaltungswert haben mag, aber eben nicht zum öffentlichen Bereich gehören sollte.
Die Menschen, die Blogs schreiben, reagieren oft so, als ob sie im Sandkasten, im Familienkreis oder in der Kneipe sitzen: Sie reden (oder schreiben) wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Das tägliche Leben ist voller Grenzfälle: Da wird viel beleidigt und schnell wieder verziehen, da wird Intimes ausgeplaudert und es verpufft einfach und da werden Gesetze, Verordnungen und Vorschriften auch mal überschritten und ebenso wenig ernst genommen wie die guten Sitten, die man auch als „ungeschriebene Gesetze“ bezeichnet – vor allem aber: Das meiste bleibt im kleinen Kreis. Der Schädiger kann sich einen Rüffel abholen, sich entschuldigen und es wieder „gut machen“, wenn der Schaden klein blieb. In Blogs kann man das meist nicht. Was man schreibt, wird von vielen gelesen und diskutiert, und es sozusagen „ungeschehen“ zu machen ist verdammt schwer.
Manche der Geschädigten reagieren gar nicht, wenn der Schaden nur gering ist: Schweigen ist die beste Methode, um auf Bloggerangriffe zu reagieren. Doch was, wenn der Schaden größer wird? Wenn Menschen persönlich angegriffen, beleidigt oder in ein falsches Licht gestellt werden? Wenn Liebeshändel, Familien- oder Firmenangelegenheiten (nicht Verbraucherangelegenheiten) plötzlich Gegenstand der öffentlichen Diskussion werden? Wenn Hexanjagden veranstaltet werden oder andere rufmordähnliche Kampagnen? Soll man sich dann weiterhin dem Mob des Webs beugen?
Fragen über Fragen. Wird David im Kampf gegen Goliath zum Heckenschützen? Ist David überhaupt ein guter Held und Goliath überhaupt ein böser Riese? Warum glauben die neuen Autoren eigentlich, die Moral sozusagen „gepachtet“ zu haben? Beweisen sie dieses Verhalten im Leben auch? Fragen eben – viele Fragen – und keine Antworten.
sehpferd - am Freitag, 7. April 2006, 17:47 - Rubrik: blog nachrichten
Derzeit vergeht kein Tag, an dem nicht an dem Gegensatzpaar „Deutsche-Ausländer“ gefeilt wird, und die Journalisten schreiben offenbar jede Dummheit artig ab: Da werden die Eltern der Kinder „ausländischer“ Eltern in die Pflicht genommen, die Kinder der Ausländer müssten „, wie Deutsche leben“. Gemeint ist natürlich immer etwas ganz Anderes. Gemeint sind Kinder von Migranten, deren Ursprung nicht in der EU ist, und sie sollen nicht „wie Deutsche leben“ sondern sich in der Öffentlichkeit den Gepflogenheiten des Landes anpassen.
Und damit die Lektion einmal klar wird: Schweden bilden in Finnland eine kleine, aber starke Minderheit – und natürlich gibt es Finnen, die das nicht gerne sehen. Das bedeutet aber nun nicht, dass die Finnen von den Schweden erwarten, wie Finnen zu leben – man erkennt einander natürlich an.
Sehen Sie, darum geht es: Den anderen in seiner Andersartigkeit anzuerkennen. Wer aus einem anderen Land kommt, muss vielmehr seine Eigenarten behalten und neue Gewohnheiten annehmen – das machen ja inzwischen alle hier lebenden Engländer, Franzosen, Griechen, Spanier und Italiener so – und denken Sie mal: Einige Türken machen es inzwischen auch so. Wobei ich mich noch erinnere, wie Leute auf Italiener und Griechen geschimpft haben, als die ersten Gastarbeiter kamen.
So, und bevor die Politiker sich nun ganz auf die „Ausländer“ konzentrieren, sollten sie vielleicht einmal dafür sorgen, dass sich Deutsche als Europäer fühlen – dass ist auch ein Beitrag zur Integration.
Als Nachtrag mag ich noch erwähnen, dass es ausgerechnet die WELT richtig macht (außer bei den „Ausländischen Arbeitgebern“), während die NETZZEITUNG die Ausländer sogar in der Überschrift bringt. Kuriosität am Rande: In der WELT werden in Deutschland ansässige Arbeitgeber mit Ursprung aus EU-Ländern gemeinsam mit solchen aus der Türkei als „ausländische Arbeitgeber“ bezeichnet.
Und damit die Lektion einmal klar wird: Schweden bilden in Finnland eine kleine, aber starke Minderheit – und natürlich gibt es Finnen, die das nicht gerne sehen. Das bedeutet aber nun nicht, dass die Finnen von den Schweden erwarten, wie Finnen zu leben – man erkennt einander natürlich an.
Sehen Sie, darum geht es: Den anderen in seiner Andersartigkeit anzuerkennen. Wer aus einem anderen Land kommt, muss vielmehr seine Eigenarten behalten und neue Gewohnheiten annehmen – das machen ja inzwischen alle hier lebenden Engländer, Franzosen, Griechen, Spanier und Italiener so – und denken Sie mal: Einige Türken machen es inzwischen auch so. Wobei ich mich noch erinnere, wie Leute auf Italiener und Griechen geschimpft haben, als die ersten Gastarbeiter kamen.
So, und bevor die Politiker sich nun ganz auf die „Ausländer“ konzentrieren, sollten sie vielleicht einmal dafür sorgen, dass sich Deutsche als Europäer fühlen – dass ist auch ein Beitrag zur Integration.
Als Nachtrag mag ich noch erwähnen, dass es ausgerechnet die WELT richtig macht (außer bei den „Ausländischen Arbeitgebern“), während die NETZZEITUNG die Ausländer sogar in der Überschrift bringt. Kuriosität am Rande: In der WELT werden in Deutschland ansässige Arbeitgeber mit Ursprung aus EU-Ländern gemeinsam mit solchen aus der Türkei als „ausländische Arbeitgeber“ bezeichnet.
sehpferd - am Donnerstag, 6. April 2006, 20:21 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Nachdem ich bisher eine vierte, unveränderte Auflage eines Buches besaß, das mit der Zeit so zerlesen war, dass es dringend erneuert werden musste, stellte ich nun fest, dass es bereits in die zehnte Auflage gegangen ist – und dass es sich dabei nach wie vor um eine unveränderte Auflage handelt.
Es ist „Menschliche Kommunikation“ von Paul Watzlawick, Janet H. Beavin und Don D. Jackson, geschrieben ca. 1967, erste deutsche Auflage von Hans Huber ca. 1969 – und es ist kein bisschen veraltet – nur aus heutiger Sicht etwas leichter zu kritisieren als damals.
Es ist „Menschliche Kommunikation“ von Paul Watzlawick, Janet H. Beavin und Don D. Jackson, geschrieben ca. 1967, erste deutsche Auflage von Hans Huber ca. 1969 – und es ist kein bisschen veraltet – nur aus heutiger Sicht etwas leichter zu kritisieren als damals.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Plötzlich bin ich den Blogger-Mainstream hineingeraten. Grund war ein an sich recht belangloser Artikel, indem ich recht deutlich darauf hinwies, dass Blogger, wenn sie denn in Massen auftreten, auch nicht besser sind als gewisse Presseorgane, die täglich lauthals absonderliche Parolen in die Welt hinausschreien.
Aufmerksam wurde daraufhin Herr Sixtus, der diese Seiten in der Frankfurter Rundschau zitierte, und von dort ist die Karawane eben auf meine Seite gekommen und hat hier allerlei hinterlassen – ganz interessant für den Moment, und so habe ich fleißig darauf geantwortet. Allerdings hat die Sache auch Grenzen: Schließlich muss ich nicht nochmals über Dinge diskutieren, die schon das halbe Bloggersdorf bewegten und dort schon zitronenartig ausgequetscht wurden.
Zudem: Ich wohne gar nicht in Bloggersdorf. Ich betreibe hier mein kleines Journal, das manchen Zeitgenossen gefällt und anderen nicht – und über Blogs schreibe ich nur dann, wenn sie mir entweder zufällig auffallen oder wenn das Pressegetöse so groß ist, dass ich nicht umhin kann, auch einmal heftig in die Tasten zu greifen.
Blogs sind – wie so vieles auf der Welt – für den einen ein Werkzeug, für den anderen eine Ideologie – und hier ist mein Knackpunkt: Wo sich viele Ideologen auf einem Haufen versammeln, da wittere ich Gefahr. Ich weiß, dass ich die reinen Werkzeugbenutzer und fröhlichen Hobbyschreiber dabei manchmal in einen Topf mit den Ideologen werfe – doch ist es ein Unterschied, ob ich Autor, Kapellmeister oder Lehrer bin und deswegen ein Blog führe oder ob ich ein selbstherrlicher Besserwisser bin und deswegen ein Blog führe. Oh, ich kann mich in beide Gruppen hineinversetzen – keine Frage. Aber ich wohne eben nicht in Bloggersdorf.
Sehen Sie, ich wollte dort gar nicht wohnen. Immer, wenn ich in der richtigen Welt bin, fragen die Leute dort erstaunt: „Was, das hast du in einem Blog gelesen? Äh ... sag mal, was ist ein Blog?“ Und wenn ich es dann sehr zurückhaltend erkläre, dann sagen sie meist „um Himmels willen, und aus so was informierst du dich?“ Ich gestehe ein: Ich informiere mich sehr selten aus Blogs, sondern versuche immer, möglichst zuverlässigere Quellen zu finden. Immerhin – und nun breche ich einen Stab für die Blogger – zitieren wenigstens einige zuverlässige Quellen.
Falls Sie es darauf anlegen, auch mal in die FR zu kommen: Es lohnt sich nur bedingt. Der Zähler geht vielleicht ein oder zwei Hunderter hoch, mitsamt der Wiederkäuer, aber selbst ein Eintrag in so genannte "deutsche Spitzenblogs" entlockt ihrem Zähler nur ein müdes Lächeln – und wenn Sie dann noch wirklich antworten wollen, haben sie sehr, sehr viel zu tun.
Aufmerksam wurde daraufhin Herr Sixtus, der diese Seiten in der Frankfurter Rundschau zitierte, und von dort ist die Karawane eben auf meine Seite gekommen und hat hier allerlei hinterlassen – ganz interessant für den Moment, und so habe ich fleißig darauf geantwortet. Allerdings hat die Sache auch Grenzen: Schließlich muss ich nicht nochmals über Dinge diskutieren, die schon das halbe Bloggersdorf bewegten und dort schon zitronenartig ausgequetscht wurden.
Zudem: Ich wohne gar nicht in Bloggersdorf. Ich betreibe hier mein kleines Journal, das manchen Zeitgenossen gefällt und anderen nicht – und über Blogs schreibe ich nur dann, wenn sie mir entweder zufällig auffallen oder wenn das Pressegetöse so groß ist, dass ich nicht umhin kann, auch einmal heftig in die Tasten zu greifen.
Blogs sind – wie so vieles auf der Welt – für den einen ein Werkzeug, für den anderen eine Ideologie – und hier ist mein Knackpunkt: Wo sich viele Ideologen auf einem Haufen versammeln, da wittere ich Gefahr. Ich weiß, dass ich die reinen Werkzeugbenutzer und fröhlichen Hobbyschreiber dabei manchmal in einen Topf mit den Ideologen werfe – doch ist es ein Unterschied, ob ich Autor, Kapellmeister oder Lehrer bin und deswegen ein Blog führe oder ob ich ein selbstherrlicher Besserwisser bin und deswegen ein Blog führe. Oh, ich kann mich in beide Gruppen hineinversetzen – keine Frage. Aber ich wohne eben nicht in Bloggersdorf.
Sehen Sie, ich wollte dort gar nicht wohnen. Immer, wenn ich in der richtigen Welt bin, fragen die Leute dort erstaunt: „Was, das hast du in einem Blog gelesen? Äh ... sag mal, was ist ein Blog?“ Und wenn ich es dann sehr zurückhaltend erkläre, dann sagen sie meist „um Himmels willen, und aus so was informierst du dich?“ Ich gestehe ein: Ich informiere mich sehr selten aus Blogs, sondern versuche immer, möglichst zuverlässigere Quellen zu finden. Immerhin – und nun breche ich einen Stab für die Blogger – zitieren wenigstens einige zuverlässige Quellen.
Falls Sie es darauf anlegen, auch mal in die FR zu kommen: Es lohnt sich nur bedingt. Der Zähler geht vielleicht ein oder zwei Hunderter hoch, mitsamt der Wiederkäuer, aber selbst ein Eintrag in so genannte "deutsche Spitzenblogs" entlockt ihrem Zähler nur ein müdes Lächeln – und wenn Sie dann noch wirklich antworten wollen, haben sie sehr, sehr viel zu tun.
sehpferd - am Donnerstag, 6. April 2006, 19:14 - Rubrik: blog nachrichten
Am 05. April 1956, also heute vor 50 Jahren veranstaltet der kommunistische Jugendverband FDJ ein Forum, auf dem das „Jazz –Ja oder Nein“. Diskutiert wurde. Der Komponist Hans Eisler soll dabei erklärt haben, dass „Jazz in der DDR nicht zum Kult gemacht“ werden solle, weil es „das Gehirn der Jugend“ verkleistern würde.
Freilich – genau so drastisch sagte man es auch in der BRD – dort konnte man den Jazz zwar nicht verbieten, sprach aber von „Parasiten des Jazzkellers“, und der Ausdruck „Negermusik“, der besonders abfällig wirken sollte, war auch noch nicht aus der Welt.
Abgesehen davon gibt es bis heute eine (sinnlose) Diskussion darüber, ob die „weißen Kapitalisten“ (heute mit anderen Namen belegt) den „armen Negern“ (die heute auch anderes heißen) die Musik „weggenommen“ habe. Da dies einst ernstlich von Intellektuellen diskutiert wurde, kam mir erstmals der Gedanke, dass viele Intellektuelle ein Rad ab haben – und das ist bis heute so geblieben – außer dass ich inzwischen glaube, dass manchen alle vier Räder fehlen.
Freilich – genau so drastisch sagte man es auch in der BRD – dort konnte man den Jazz zwar nicht verbieten, sprach aber von „Parasiten des Jazzkellers“, und der Ausdruck „Negermusik“, der besonders abfällig wirken sollte, war auch noch nicht aus der Welt.
Abgesehen davon gibt es bis heute eine (sinnlose) Diskussion darüber, ob die „weißen Kapitalisten“ (heute mit anderen Namen belegt) den „armen Negern“ (die heute auch anderes heißen) die Musik „weggenommen“ habe. Da dies einst ernstlich von Intellektuellen diskutiert wurde, kam mir erstmals der Gedanke, dass viele Intellektuelle ein Rad ab haben – und das ist bis heute so geblieben – außer dass ich inzwischen glaube, dass manchen alle vier Räder fehlen.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wenn schon, dann stilvoll: Frühstück mit Cremant d’Alsac, französischem Käse aller Art und –selbstverständlich – bäckerfrischem Baguette aus Frankreich.
Überall geht das nicht – aber hier schon.
Überall geht das nicht – aber hier schon.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wer mag, darf, gratulieren, sich mit mir freuen oder auch ärgern – wie es beliebt: Ich nulle heute, und vorne kommt eine Sechs hin.


Das hätte uns gerade noch gefehlt in Baden-Württemberg: Die Koalition der schwarzen Christen mit den grünen Gutmenschen – und das im Stammland der Liberalen. Nein, nein, lieber Herr Öttinger, wir wollen keinen Studenten-und-Bauern-Staat – und es ist sehr schön, dass sie das am Ende auch eingesehen haben.
Freilich muss man der FDP einmal dies deutlich sagen: Ein wenig personelle wie auch politische Erneuerung würde Ihnen, meine Damen und Herren, wirklich gut zu Gesicht stehen – sonst werden sie am Ende noch bei der nächsten Wahl rausgeschmissen – dann allerdings vom Wähler, der für diesmal vor allem ein Gegengewicht zu einer möglichen absoluten Mehrheit der Christenpartei schaffen wollte.
Freilich muss man der FDP einmal dies deutlich sagen: Ein wenig personelle wie auch politische Erneuerung würde Ihnen, meine Damen und Herren, wirklich gut zu Gesicht stehen – sonst werden sie am Ende noch bei der nächsten Wahl rausgeschmissen – dann allerdings vom Wähler, der für diesmal vor allem ein Gegengewicht zu einer möglichen absoluten Mehrheit der Christenpartei schaffen wollte.
sehpferd - am Dienstag, 4. April 2006, 19:45 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Mundfaule Wohnungssucher sind eine Sache, Wortgewandte eine andere – letztendlich aber weiß man bei keinem der Interessenten, warum er wirklich da ist. Ab morgen mache ich eine Zielgruppenwerbung: Diesmal sind meine Zielgruppe junge Leute, die einfach Spaß am Wohnen haben – denn dafür eignet sich meine 3-Zimmer-Wohnung wirklich ganz ausgezeichnet. Schließlich habe und hatte ich ja auch hauptsächlich Freude am Wohnen, und habe mir deswegen eine Wohnung gekauft – denn in Mietwohnungen hat die Freude am Wohnen schnell ein Ende, wenn man auch nur eine Tür rot anstreichen will.
Also: Die Show geht weiter – wieder ab Mittwoch und dann noch mal Donnerstag und Samstag. Diesmal nur mit der 3-Zimmer-Wohnung.
Also: Die Show geht weiter – wieder ab Mittwoch und dann noch mal Donnerstag und Samstag. Diesmal nur mit der 3-Zimmer-Wohnung.
sehpferd - am Dienstag, 4. April 2006, 19:27 - Rubrik: flat for sale
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Ach liebe Schweden – wir sehen euch wirklich gerne in unserem Land, so wie wir gerne in euer Land kommen – ein wunderschönes Land mit überwiegend offenen, toleranten Menschen. Allerdings wehren wir uns gegen ein paar feministische Stadtfrauen, die bei euch inzwischen die politische Herrschaft übernommen haben. Wir aber wollen den Feministinnenstaat mit stechendem moralinsaurem Gestank in Europa nicht verwirklichen – und je eher das in Schweden verstanden wird, umso besser. Was da gerade aus Stockholm herüberschallt, sollte hier auf taube Ohren stoßen: Europa darf sich nicht von irgendwelchen feministischen Ideologen erpressen lassen, ob sie nun aus Schweden oder von anderwärts kommen.
Nun hat allerdings die schwedische Öffentlichkeit ein Janusgesicht: Im Lande ist Prostitution zwar verboten – aber nur, wenn man sie sieht. Dadurch hat sich das Gewerbe, das selbstverständlich auch in Schweden aktiv und sich vom schwedischen Staat keine Vorschriften machen lässt, von der Straße in die Lokale zurückgezogen. Da kann die Polizei lange darauf warten, Freier zu bestrafen (Prostituierte selbst werden nicht bestraft): Es „gibt“ nämlich keine mehr – und so kann das Gesicht des Janus nach vorne heraus lächeln – na seht, Welt, bei uns ist alles Super.
Erinnert mich heftig an die Putzfrauen, die den Dreck unter den Teppich kehren.
Nun hat allerdings die schwedische Öffentlichkeit ein Janusgesicht: Im Lande ist Prostitution zwar verboten – aber nur, wenn man sie sieht. Dadurch hat sich das Gewerbe, das selbstverständlich auch in Schweden aktiv und sich vom schwedischen Staat keine Vorschriften machen lässt, von der Straße in die Lokale zurückgezogen. Da kann die Polizei lange darauf warten, Freier zu bestrafen (Prostituierte selbst werden nicht bestraft): Es „gibt“ nämlich keine mehr – und so kann das Gesicht des Janus nach vorne heraus lächeln – na seht, Welt, bei uns ist alles Super.
Erinnert mich heftig an die Putzfrauen, die den Dreck unter den Teppich kehren.
sehpferd - am Dienstag, 4. April 2006, 18:39 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Deutsche sind schnell dabei, davon zu reden, die Kultur anderer Menschen abzulehnen. Gerade sehen wir eine ebenso unsinnige wie unwürdige Debatte, die kulturelle Durchdringung abzuwürgen – geradeswegs so, als sei sie etwas Neues, etwas Schlechtes, etwas, das noch niemals geschehen ist. Bekamen die Germanen etwa keine römische Kultur mit der Besatzungsmacht? Hatten sie immer ein Christentum? Haben „unserer“ angeblichen Kultur die französischen, italienischen, angelsächsischen, skandinavischen und slawischen Einflüsse geschadet? Was ist eigentlich mit Leuten los wie diesem Herrn Stoiber aus Bayern?
Man kann nur den Kopf schütteln über dieses unsägliche Dummgeschwätz allenthalben. Was wollen wir denn? Uns niemals mehr verändern? Erstarren im Bekannten? Vielleicht gar rückwärts gehen?
Nein, nein, meine Damen und Herren Deutsche – so geht es nicht. Schließlich wollen wir doch unsere Waren überall hin exportieren – schon allein deshalb müssen wir offen für die Welt bleiben – und Wandel täte uns auch ganz gut. Schließlich konnten wir das früher mal – bevor Herr Kohl das „Aussitzen“ als politische Strategie erfand.
Kulturelle Durchdringung? Aber klar doch. Schließlich wollten wir doch mal wirkliche Europäer werden, oder nicht? Einspruch? Nun, schließlich sind sogar Bayern einst Deutsche geworden – trotz Freistaat.
Man kann nur den Kopf schütteln über dieses unsägliche Dummgeschwätz allenthalben. Was wollen wir denn? Uns niemals mehr verändern? Erstarren im Bekannten? Vielleicht gar rückwärts gehen?
Nein, nein, meine Damen und Herren Deutsche – so geht es nicht. Schließlich wollen wir doch unsere Waren überall hin exportieren – schon allein deshalb müssen wir offen für die Welt bleiben – und Wandel täte uns auch ganz gut. Schließlich konnten wir das früher mal – bevor Herr Kohl das „Aussitzen“ als politische Strategie erfand.
Kulturelle Durchdringung? Aber klar doch. Schließlich wollten wir doch mal wirkliche Europäer werden, oder nicht? Einspruch? Nun, schließlich sind sogar Bayern einst Deutsche geworden – trotz Freistaat.
sehpferd - am Dienstag, 4. April 2006, 18:35 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen

