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Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – meist sonntags

Mehr und mehr glaube ich zu erkennen, dass Blogs und andere „neue“ Medien eine praktische Verwendung finden – schließlich tue ich selbst nichts anderes, als meine Webseite mit Blogs zu kombinieren – das tun mittlerweile sehr viele Leute – und ich denke, damit sind wir alle gut beraten. Selbst Jane Duval, die persönlich eher zurückhaltende Rezensentin von Erotikseiten, hat es jetzt getan – und erweist sich dabei durchaus als Moralistin. Ich denke, im Grunde sind viele der Leute, die sich mit Erotik beschäftigen, in Wahrheit Moralisten, während die vorgeblichen Moralisten eher Ignoranten sind, die nichts wirklich verstanden haben. Ich denke, ich werde bald einmal darüber schreiben.

Apropos Erotik: Die absolut extremen Webseiten der Partnerbranche haben den Wert der Blogs längst erkannt * – und sie unterscheiden sich in fast gar nichts von den Blogs anderer Menschen. Was sehr interessant ist: Frauen sind auf Seiten, in denen Extermerotik angeboten wird, zwar in der Minderzahl, doch sie scheinen häufiger zum Bloggriffel zu greifen - jedenfalls außerhalb Deutschlands. Offensichtlich zahlt es sich aus: Das kann bei vielen Damen, die an solchen Orten inserieren, wohl wortwörtlich genommen werden. Schon seit Langem macht es ja Escortblog vor, wie es in der Branche der offenkundig selbstständigen Dienstleisterinnen geht.

Auf der anderen Seite erleben wir völlig fruchtlose – und gelegentlich absolut hirnlose – Diskussionen um solchen Unfug wie „Web 2.0“ oder die „Bloggosphäre“. Das sind kleinliche Scharmützel, um sich in einer „virtuellen Anderswelt“ zu behaupten und den großen Macker herauszukehren (große Zicken konnte ich nicht in erwähnenswerter Anzahl entdecken). Wie ich schon anderwärts schrieb: Sie können Beziehungen zwar über das Internet anbahnen, aber wenn es zum „Natursprung“ oder zu einer anderen „Trau-Schau-Wem“-Situation kommt, ist das persönliche Beschnüffeln unerlässlich – von anderen Lebensäußerungen einmal abgesehen, oder ganz trivial: Pinkeln können sie virtuell auch nicht.

Inzwischen haben sich die Vorzeigefiguren der Bloggerei wohl damit abgefunden, unter sich zu sein, Interviews zu geben und sich gegen ein paar Talerchen nebst Buffet vorführen zu lassen wie die Zirkuselefanten. Das alles hat mit dem Medium schon gar nichts mehr zu tun – eher schon mit einer neuen künstlichen Wichtigkeit – so ungefähr, wie dies bei manchen Promis der Fall ist. Fehlen nur noch die heimlich aufgenommenen Aktfotos – aber dem steht ja nichts im Wege.

Ja, ich weiß – Sie betreiben ein Blog aus Freude am Schreiben, Gutmenschensinn, Selbsterfahrung oder missionarischem Eifer. Dann trifft das, was ich geschrieben habe, auf Sie ja nicht zu. Und in diesem Sinne dann – einen schönen Sonntag.

* Anmerkung: Ich verlinke nicht zu Seiten, bei denen offenkundig ist, dass extreme pornografische Fotos zwar verboten sind, aber dennoch genutzt werden, um Kunden anzulocken
 

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