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Vielleicht lernen wir ja doch noch etwas in diesem Land: Erstens, dass wir pragmatisch handeln müssen – das heißt, wir müssen Probleme nötigenfalls auch ohne unendliche ideologische Debatten lösen. Das Zweite schmerzt noch mehr, muss aber gesagt werden: Gewaltkriminalität ist ein ernstes Problem, und es kann nicht mit dem Mäntelchen der Liebe zugedeckt werden. Tritt Gewalt massiv an Schulen auf, so muss eben die Polizei auf die Schulhöfe, und die Staatsanwälte müssen gegen die jugendlichen Verbrecher vorgehen. Es ist kein Spaß mehr – und das Recht muss endlich ausgeschöpft werden – wenn Mahnungen nichts mehr helfen, eben notfalls auch durch Abschiebung.

Jetzt über die Hauptschule diskutieren? Sie gehört längst auf den Müll der Geschichte, ist aber in Deutschland ein Heiligtum – vor allem eines der Christdemokratie – Argumente gibt es dafür kaum, aber Ideologie zählt ja in der Republik mehr als Argumente. Wenn überhaupt, muss das deutsche Schulwesen von den Wurzeln her in Frage gestellt werden – und hier steht die Hauptschule genau so zur Disposition wie das Gymnasium – aber das nun, lassen Sie mich dies in aller Deutlichkeit sagen – ist eine Diskussion, die vor 20 Jahren hätte abgeschlossen sein müssen – jetzt hat sie gerade keinen Wert.

Die Perspektivlosigkeit? Dummes Zeug, von ein paar Schwätzern in die Welt gebracht. Wenn Eltern Perspektivlosigkeit vermitteln, kann man leider nichts dagegen tun – sie vermiesen ihren Kindern ja lediglich die Zukunft, was zwar unmoralisch ist, aber kein Verbrechen. Wenn hingegen ein paar „Offizielle“ so etwas sagen, könnte man sie des Amtes entheben – vielleicht sollte man in manchen Fällen auch rigiden Gebrauch davon machen.

Der ganze Rest? Integration misslungen? Ach nein – wie weit sind denn Deutsche in Deutschland „integriert“? Haben wir nicht eine relativ klar umrissene Gruppe von Miesmachern, die im Web und anderwärts gegen Deutschland und gegen Europa arbeiten? So weit mir bekannt, sind es alles Deutsche – und dennoch: „Ihr – ich nicht“ steht auf ihren Bannern. Nennt man das „integriert sein“? Offiziell iet es dann wieder eine dieser deutschen Rechthaberdiskussionen – angeführt von dem immer wieder vorlauten Herrn Stoiber aus Bayern, der jetzt überall herumerzählt, man müsse „völlig neu anfangen“ mit der Integration. Sollte er da nicht mit der Integration der Bayern anfangen und deutsche Sprachkurse für sie anbieten? (Bitte: Sie denken, ich meine das nicht ernst? Es ist so ernst wie deutsche Sprachkurse für Türken zu verlangen. Oder nehmen Sie das ernst?).

Doch bevor ich falsch verstanden werde; auch eine Bundeskanzlerin findet nicht immer die richtigen Worte: Sie sollte sich das nächste Mal besser überlegen, was sie sagt, bevor sie vom Nationalstolz herumerzählt. Denn eine Nationalstolzdiskussion, Frau Kanzlerin, können wir nun wirklich überhaupt nicht gebrauchen. Merkwürdig, dass die Kanzlerin in diesem Punkt so einfältig ist – sie versteht es doch sonst, sich wacker in der Politik zu schlagen.
 

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