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Erinnern wir uns an frühere Jahre, so war die Moral in den Menschen fest verankert, und sie war im sozialen Bereich sehr einfach definiert: Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich, muss aber auch die Schwächeren stützen. Also helfen Familien, Gemeinden, Belegschaften und Solidaritätsgemeinschaften anderer Art sich gegenseitig – so ist für den Fall der Not für jeden gesorgt.

Das klingt schön und edel, hatte aber eine Konsequenz: Wer sich leichtfertig über die Selbstverantwortung hinwegsetzte, wurde von der Gesellschaft verachtet: Schmarotzer in der Familie, in der Gemeinde oder am Arbeitsplatz mussten damit rechnen, ermahnt zu werden, und falls auch dies noch nichts half, wurden sie diszipliniert.

Tatsächlich muss ich feststellen, dass nicht der Staat, nicht die Parteien, Wirtschaftsunternehmen und Organisationen unmoralisch geworden sind, sondern die Bürger, die gelernt haben, sich an des Staates Theke zu bedienen – und siehe: Der Aufschrei kommt von ihnen.

Eine neue Regierung, die sich jetzt viele wünschen, wird keinesfalls auf die Reformen im Sozialwesen verzichten können. Doch diejenigen, die das Wort „sozial“ so heftig im Munde führen, sollten sich klar sein, dass eigentlich „sozial“ nur der Ausgleich innerhalb der Solidaritätsgemeinschaften ist – nicht der bodenlose Topf der so genannten „Sozialhilfe“.

Ich zweifele nicht, dass es “Hilfe zum Lebensunterhalt“ geben muss, weil jeder Mensch einmal in Not kommen kann. Aber wenn Tausende junger, arbeitsfähiger Menschen nichts anderes kennen lernen als Sozialhilfe, dann ist etwas faul im Staate Deutschland – und es ist nicht der Staat, der faul ist im Staate, sondern die Moral: Arbeit muss wieder ein Wert an sich werden.
 

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