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Merkwürdige Kunde kommt aus der Gilde der Fotografinnen und Fotografen: Immer mehr Frauen schenken ihren Männern Bilder, auf denen immer mehr Hüllen fallen. Auf diese Weise bekommen die Fotostudios vor allem zu Weihnachten jede Menge zu tun.

Besonders Frauen scheinen einen Blick für Frauen zu haben – Aktfotos werden in professionellen Studios überwiegend von Fotografinnen hergestellt. Passen muss alles – von der Kleidung, in der die Dame das Studio betritt bis hin zu der, die sonst nur ihr Liebhaber sieht, denn Nacktheit gilt als unerotisch – Dessous sind die gefragten Kleidungsstücke für den Termin.

Das Geschäft läuft freilich nur, wenn ein Studio beweisen kann, dass es etwas von der Fotokunst versteht: Erst, wenn entsprechende Fotos im Fenster hängen, strömt die weibliche Kundschaft herein. Oft sind es die Fotografinnen selber oder ihre Freundinnen, die sich für die ersten Aktbilder zur Verfügung stellen: Aktfotografie gehört ohnehin zum Ausbildungsplan eines Fotografen, deshalb sind die Berührungsängste gering.

Manche Studios haben sich bereits auf Aktfotos spezialisiert, und einige von ihnen sind so gut wie ausgebucht – nicht nur zu Weihnachten. In ihnen stehen dann auch die Stangen, die von Stripperinnen bevorzugt werden sowie die nötigen Schminkartikel und ein paar Requisiten: Erotik, so weiß eine Fotografin, will inszeniert sein.

Der neueste Trend: Das eigene Kalender-Girl sein: 12 Fotos, sozusagen für alle Jahreszeiten. Warum Frauen sich ausziehen? Möglicherweise, damit sie an der Wand hängen: „Besser ich, als eine fremde nackte Frau aus einem Poster-Shop“, meinte eine Fotografen-Kundin.

Aus Web-Ressourcen zusammengestellt von Sehpferd

Ich bekomme regelmässig Post von „Damen“, die von der Firma "Partkontakt" gehostet werden. Nach dem Impressum hat die Firma mit den Damen nichts zu tun, doch nutzen diese heftigst die bereit gestellten Ressourcen:

"Wir erstellen und hosten Webseiten für private Kontaktsuchende . Für den Inhalt und die Bilder sind die jeweiligen Personen selber verantwortlich".

Wie schön. Doch wer mehr wissen will als das, was in den belanglosen Texten der Damen steht, bekommt eine merkwürdige Adresse: http://aconti.net. das ist die Adresse eines Online-Zahlungssystems.

Letztens fanden Kitty und Rosie den Weg in meine Mailbox.

Schatzsucherin Kitty

Arme Kitty. Sie ist schon 27 und muss tatsächlich noch einmal „von vorne“ anfangen – nun das arme Kind ist schließlich gebrannt wie eine Mandel, weil ihr „Ex“ mehr in Vereinen herumgemeiert hat als mit ihr. Aber sie viel geben, und vor allem will sie das Jahr 2004 mit jemandem „durchlaufen“. Vielleicht sollte ich ihr ein paar gute Schuhe schenken?

Pferdediebin Rosie

Rosie wünscht sich nur die eine Sache, deswegen hat sie auch kein Alter, klaut Pferde, ist „ganz offen“ und will alles ausprobieren. Sie sendet mir auch gleich mal ein Kribbeln im Bauch. Ich muss leider passen, weil ich keine Unterbringungsmöglichkeit für Pferde habe.

Das einzige Land, aus dem stets neue Kunde von Schulmädchensex kam, war bislang Japan. Doch nun scheint es so, als ob „brave" Norwegerinnen es ihnen gleichtun wollten: Wie ein Journalist feststellte, böten sich Mädchen von 16 Jahren in Internet-Chats an: Etwa 250 Euro nähmen die Mädchen für ihre Liebesdienste, und geboten würde "alles außer anal". Offenbar haben sie keine Scheu - so jedenfalls berichtete es die „Aftenposten".

Der Journalist soll fünf Wochen lang recherchiert haben. In dieser Zeit soll er die Telefon-Nummern und Email-Adressen von „Mädchen jeden Alters“ bekommen haben: Die meisten sagten, sie seien ganz gewöhnliche Schulmädchen, und sie machten keinen Hehl daraus, dass sie mit den Liebesdiensten ihr Taschengeld aufbessern würden.

Skandinavien gilt als eine Region, in der Sexualität zum natürlichen täglichen Leben gehört. Das stimmt – aber Erotik gehört nicht dazu. Diese Erfahrung musste nun auch der Baekkelaget sports club machen: Die Schwierigkeiten liegen offenbar im Vertrieb, denn jedes Mitglied es Klubs möchte natürlich gerne den Kalender verkaufen – und zum Sportverein gehören auch Minderjährige.


Ein Elternteil empörte sich in einem Leserbrief in der in Oslo erscheinenden Tageszeitung „Aftenposten“ besonders: Wem solle eine 9-jährige diesen Kalender verkaufen? Ihrer Großmutter etwa oder ihren Nachbarn Oder sollten die Eltern den Kalender etwa auf ihrer Arbeitsstätte anbieten?


Nun, der Kalender enthält nichts, was Kinder nicht sehen sollten. Die Sportlerinnen ziehen nicht mehr aus, als schicklich ist. Doch die Empörung beweist, wie unterschiedlich die Menschen in Europa auf angeblich „erotische“ Darstellungen reagieren.


Dies musste kürzlich auch eine Wohnbaugesellschaft feststellen: Sie hatte in einer Anzeige damit geworben, ihre neuen Wohnungen hätten große Balkone und seinen äußerst zugänglich - nichts an sich Erotisches. Doch dazu war eine Dame abgebildet, die über eine große Oberweite verfügte und diese auch begrenzt zugänglich, anbot. Zwar waren die strategischen Stellen sittsam verhüllt, und das Bild an sich wurde nicht beanstandet: Doch die Kombination von Bild und Text war den Norwegern zu viel: „Frauen dürfen nicht als zugänglich dargestellt werden" war die einhellige Meinung.

zugängliche frauen oder wohnungen
(c) by OBOS

Lust und Genuss sind gute Schwestern - und so lasst uns auch 2004 das Glas heben, den Magen füllen und lustvolle Gedanken haben, auf, dass auf unseren Grabsteinen einmal nicht steht: „Sein Leben war Arbeit" sonder vielleicht „Sie führte ein fröhliches Leben".

Denn bei allem, was wir in Deutschland noch verändern müssen, damit unser Land wieder prosperiert: Mit etwas, das kostenlos ist, könnten wir ja mal anfangen: fröhlicher Lust, fröhlicher Erotik und fröhlichem Sex. Darauf immerhin erhebt Herr Eichel noch keine Steuer.

Wer aber Schlechtes bei der Erotik denkt, der hat kein Schwein, sondern ist vermutlich eines. Ach, schieben wir doch schnell noch eine Zitrone in sein süßes Schnäuzchen und trinken wir noch einen Crémant.

süße sau mit zitrone im maul
© 2004 by sehpferd

Escort Services? Das geht so : Die Agentur ist eine Agentur, also seriös. Sie vermittelt nur Begleitungen. Die Damen sind meist weniger seriös und oft durchaus geneigt, nach dem gemeinsamen Abendessen noch ein zweites Dessert aufzutischen - das ist selbstverständlich nicht im Preis enthalten.

Begleiterinnen, die sich selbst anbieten, brauchen diesen Spagat natürlich nicht aufzuführen: Da steht dann gleich in der Ankündigung, ob „Watersports" oder eine ähnliche eher ungewöhnliche Beschäftigung machbar ist oder nicht.

Ah, sie meinen, dies sei ein Geschäft für Studentinnen deutlich unter 30, die sich damit mühsam die Miete für die Studentenbude verdienen? Nun, in England offenbar nicht. Dort gibt es eine Webseite, auf der sich nur Damen anbieten, die bereits etwas angejahrt sind - „mature", wie das so heißt. Man kann sie nach Alter sortieren: Die meisten sind zwischen 40 und 50 - bekanntlich das beste Alter für reifere Sinnlichkeit.

Doch es gibt auch Damen ab 50 - Miss Morgan zum Beispiel. Sie tut alles, was so auf dem Stundenplan steht - so to say. Und die Bewerter schnalzen die Zungen: "Sie gab mir das Gefühl, wieder 18 zu sein". Na dann.

Seit es das Polaroid-Verfahren gibt, sehen die Sittenwächter rot: Seither kann nämlich jeder seine eigenen Porno-Bilder schießen, ohne den Gang zum Drogisten zu riskieren oder eine teuere Ausrüstung zum Entwickeln und Vergrößern zu kaufen.

Gewandelt hat sich das Ganze freilich dramatisch, seit man mit Digitalkameras alles blitzschnell fotografieren kann, doch waren sie lange Zeit noch sehr auffällig. Nun aber ist alles anders: Die Handy-Kameras erlauben unerschrockenen Damen und Herren, sich selbst und andere schamlos ins Bild zu rücken. Favorisiert sind nach wie vor Brüste, doch werden auch weitaus intimere Eindrücke gewährt. Das Paradies der flinken Foto-Flegel und Flegelinnen ist mobog.com, wo man auch erleben kann, was Menschen so interessiert: Die meistgeklickten Fotos werden besonders hervorgehoben.

Im norwegischen Bergen wird einer 22-jährigen Frau zur Last gelegt, einen Mann im Schlaf vergewaltigt zu haben. Wie die Polizei berichtete, erstattete der Mann Anzeige. Wie weiter verlautete, soll es auch Fotos von der Tat geben, die der Lebenspartner der Dame aufgenommen haben soll. Dies berichtete die „Aftenposten“ unter Berufung auf die Bergener Tageszeitung „Bergens Tidende“.

Wie das Handelsblatt schreibt, sind Anlagen in Sex-Aktien nicht immer lustvoll: Die Kurse vieler börseneingeführter Erotik-Papiere sind nicht das Gelbe vom Ei. Als Grund gibt das Blatt an, dass sich die Anbieter Privatfernsehen, Video und DVD sowie das Internet gegenseitig zerfleischen - lediglich die Aktie der Beate Uhse AG wird vom Handelsblatt als wirklich gutes Papier angesehen.

Der beste Trend wäre, keine Trends vorauszusagen: Denn was GQ in ihrer Ausgabe vom Januar 2004 bietet, ist, höflich ausgedrückt, der Gipfel der Arroganz einer Redaktion, die jeden Bezug zur Realität verloren hat und ausschließlich auf ihr Klientel junger Schnösel abzielt.

Der Trend Nummer eins befasst sich beispielsweise mit dem Fliegen in einer Luxusklasse, die selbst von den Schnöseln kaum noch erreicht wird: der wahre Trend: Alle Unternehmen steigen auf Billigtarife um. Die Zeiten, in denen Geschäftsreisende automatisch Business flogen, ist vorbei.

Der zweite Trend, „Patchwork"-Jobs, wurden schon für die vorausgegangenen Zeiten prognostiziert: kein Trend, möglicherweise eine Idee. Sicher nicht passend für die Nummer zwei der Jahrestrends. Folgt Trend Nummer drei: Motorradrennen angucken im Fernsehen – nun ja, Mäönner brauchen ihren Kindergarten. Trend Nummer vier ist dann eine Frau, die zwar im Trend liegen mag, aber keinen trend darstellt – dazu ist sie denn doch zu farblos: Ana Beatriz Barros. Eben eine Frau, die ihren Körper als Kleiderständer vermarktet. Nicht eigentlich neu, so etwas.

Allein Trend Nummer 18 wird wirklich wichtig: der deutsche Aufbruch, wenn es denn einer wird. Langfristig ist freilich mehr nötig als das, was uns Regierung und Opposition vorspielen – der Grauschleim ist nicht in Bonn, sondern in den Köpfen der Bürger, und was in den Köpfen der GQ-Leser vor sich geht, lassen wir mal lieber weg: Ein Blick ins deutsche GQ-Forum zeigt, wes Geistes Kind man ist.

Wer bei GQ an Erotik denkt, wird schwerlich fündig: Wer die bereits erwähnte Ana Beatriz Barros für erotisch hält, wird jedes übermäßig geschminkte Partymädchen für erotisch halten - und dann ist ihm ohnehin nicht mehr zu helfen. Allein Trend siebenundzwanzig ist erotisch: Frauen, die für Werbemaßnahmen lesbische Liebe vorgaukeln - oder die wirklich sinnlich lesbisch lieben, je nach Sichtweise - freilich ist auch dies kein Trend, sondern ein Rückblick auf 2003, der auch in jenem Jahr nicht ganz neu war: Die Modebranche spielte schon lange mit der Sinnlichkeit, die Frauen auf Frauen ausstrahlen - die Lektüre einiger Ausgaben der Schwesterzeitschrift „VOGUE" hätte den GQ-Redakteuren wahrscheinlich gereicht, um dies festzustellen.

War da noch Sex? Ja, Viagra aus der Internet-Apotheke: eher unerotisch. Und der „Sexkiller Internet“ – auch nicht gerade ein Trend für 2004, sondern ein Phänomen, das seit längerer Zeit beobachtet wird.

Was bleibt? GQ-Redakteuren gelang es trotz heftigen Saugens an sämtlichen Fingern nicht, einen einzigen Trend herauszufinden: Es scheint, als gäbe es vor allem eines nicht mehr – Trends.

Wer ist eigentlich erwachsen? Wer sich all seiner Handlungen, Gedanken und Gefühle bewusst ist und bereit, die Verantwortung dafür zu übernehmen? Dann würde sich die Schar der Erwachsenen aus ein paar Weisen und Heuchlern zusammensetzten. Also ist „erwachsen", wer ein bestimmtes Alter überschritten hat, in Stufen: Hier darf er oder sie dies, dort jenes: Die Gesellschaft regelt den Zugang zu Geld, Waren, Arbeit, Lizenzen, Drogen und Sexualität, und sie versucht, Übergriffe auf jene zu vermeiden, die als „minderjährig" eingestuft werden.

Das heutige Volljährigkeitsalter ist 18 Jahre. Als es eingeführt wurde, sprach ich mit einigen jungen Frauen, deren Eltern CDU-Größen in Stuttgart waren: Sie waren dagegen und argumentierten, sich noch nicht als Erwachsen zu fühlen, doch was würden sie fünf oder zehn Jahre später sagen? Ich weiß es nicht, weil ich sie aus den Augen verlor, doch weiß ich eines: Diese Generation war immer eine „Schwellengeneration", eine, die zwar nicht mehr in absoluter Abhängigkeit, aber eben noch nicht zur Unabhängigkeit erzogen wurde: kein Wunder, dass damals gerade das „Borderline-Syndrom" entdeckt oder erfunden wurde: Menschen blieben in einem Zwischenbereich, wollten weder Fisch noch Fleisch werden, hingen im Raum sinnentleerter Gestalten - oder weniger poetisch: Sie dachten gar nicht daran, erwachsen zu werden.

Sagen wir es einmal klar: Kein Mensch, der ohne langjährige Unterbrechung räumlich mit seinen Eltern zusammenlebt, kann ein „Erwachsener" genannt werden, und auch, wer sich gedanklich wie gefühlsmäßig zu sehr an die Eltern bindet, darf sich im Grunde so nennen. Erst, wer sich „emanzipiert", das heißt, von der Hand des Elternhauses losgelassen seine eigene Beschäftigung, seine eigene Wohnung, eigene soziale Umgebung und eine stabile Gedankenwelt aufgebaut hat, verdient es „Erwachsen" genannt zu werden - "miderjährig" sind wir alle, solange wir so handeln.

Wenn wir uns kritisch umsehen, entdecken wir, dass unsere Umwelt ein Lieblingsspiel hat: „Wir Kinder". Ob es die Strampelhosentanten und Onkel sind, die in Wellness-Centern verkehren, oder das Volk mit Terminkalender, die Belegschaft oder das Wahlvolk: Alle spielen dieses Spiel, und wer in die Teams oder Projektgruppen der heutigen Wirtschaft sieht, findet dort seine rabiaten Varianten: "Ruiniere deine Gesundheit oder sie entlassen dich" heißt die schlimmste Variante und „der Staat macht ja doch was er will" die dümmste.

Staat und Gesellschaft sind gerade dabei, scharf zwischen Menschen unter 18 und solchen über 18 zu trennen. Thema ist - wie könnte es anders sein - die Sexualität, die das Lieblingsthema der Kindergartentanten (Pardon: Sozialpädagogen und Pädagoginnen) im Jugendschutz und so könnte es kommen: Wer 17 Jahre und 364 Tage ist, muss geschützt werden, wer seinen 18. Geburtstag feiert, nicht mehr. Freilich ist dies manchen noch nicht schlecht genug: Sie meinen, alle Erwachsenen müssten vor sich selbst geschützt werden, weil ... ja, warum eigentlich? Vielleicht, weil ein paar Pädagogen, Psychologen und Kirchenvertreter meinen, dass nur sie erwachsen sind.

Maler sprechen gerne und oft darüber, dass ihre Werke eigentlich niemals wirklich vollendet sind - es gäbe, so meinen sie, eigentlich immer noch etwas daran zu verbessern. Doch letztendlich hören sie auf, weiter daran zu arbeiten: Es ist eben so geworden, wie es geworden ist - irgendwann wird man ein neues Werk beginnen - und dies wird dann vollendet werden können. Da es mit jedem Werk so geht, wird schließlich niemals ein vollendetes Bild geschaffen, und so, wie in der Malerei, ist es in der Kunst immer. Würde man ein Kunstwerk haben, das vollendet ist, man bräuchte keine Künstler mehr.

Auf der anderen Seite stehen Menschen, die stets nach Vollendung streben. Sie wollen eine Welt ohne Hunger, eine Welt ohne Drogen oder auch nur eine Welt ohne Huren. Das mag löblich sein. Doch was, bitte, wollen diese Menschen selbst auf dieser Welt? Sie wissen, dass sie nicht perfekt sein werden, nicht einmal morgen, beim Frühstück, nicht, wenn sie gerecht zu ihren Ehepartnern oder Kinder sein wollen, ja nicht einmal, wenn sie sich durch den Stadtverkehr mogeln.

Unsere Gesellschaft hat jahrelang noch Utopien gestrebt: die vollständige soziale Gerechtigkeit. Nun wird klar, dass es so etwas nicht gibt, denn die Gerechtigkeit wurde längst von Schnorrern aller Schattierungen in „Ansprüche“ umgemünzt. Denn wollten wir gerecht sein, so müssten wir einem "gewöhnlichen" Studenten spätestens mit 25 sagen, er habe sein Studium verfehlt, und ihn nicht gewähren lassen, bis er über 50 ist und alle Staatshilfen in Anspruch nahm, die man sich nur vorstellen kann. Dazu gehört auch, dass die Gesellschaft den Menschen mit Kindern, und auch solchen, die gerne Kinder hätten, dies sagt: Eltern haben auf gar nichts Anspruch – nur die Kinder dürfen Ansprüche haben – auf Zeit, auf Zuwendung und auf Bildung.

So gesehen sind wir alle auf dem falschen Weg. Ich wünsche dennoch allen ein gutes Jahr, die Ansprüche zu haben glauben - und den anderen wünsche ich alles Glück zur Erfüllung eines schönen Lebens.

Wenn es einen Tag im christlichen Kalenderjahr gibt, der Paradox ist, dann dieser: Sie waren nicht heilig, sondern weltlich, sie waren nicht drei, sondern mehrere, und sie waren vor allem gewiss keine Könige, sondern vielleicht Weise, vielleicht aber auch Händler oder gar Gaukler: Vielleicht waren sie gar Priester oder ein bisschen von all dem. Sicher ist nur: Sie waren Reisende, Fremde nicht nur in Judäa, sondern sogar Fremde im römischen Imperium – und das beherrschte damals den größten Teil der bekannten Welt, im damaligen Jargon „alle Welt“.

Nehmen wir an, sie hätte es wirklich gegeben, und sie wären tatsächlich zur Geburt des Religionsstifters erschienen (was höchst unwahrscheinlich ist, schließlich handelt es sich bei allen Geburtsgeschichten Jesu um nachträglich eingefügte Geschichten) - was würde uns dies sagen? Vor allem doch dies: Dass es außer der Welt, in der Juden lebten, ja sogar außerhalb der Welt, die das römische Reich als „alle Welt" bezeichnete, noch Hochkulturen gab: Völker, in denen andere Weisheiten hoch gehalten wurden als die eines kleinen Wüstenvolkes, das sich selbst so wichtig nahm, dass es seine ganze Geschichte niederschrieb: eine Mischung von Staats- Gesundheits- und Glaubensregeln.

Mir will oft scheinen, dass wir den falschen Griff getan haben, uns an die Religion dieses Wüstenvolkes zu klammern, wie es der eigentliche Religionsbegründer, der Apostel Paulus tat: Wir hätten in Wahrheit dort nachsehen sollen, woher die drei Menschen aus dem „Morgenland“ kamen. Vielleicht ist es noch nicht zu spät, das Licht neu zu beschreiben, das angeblich der Stern wies, dem die Männer folgten.

Nun, das Geblubber aus den Algen vermisst? Zur Jahreswende gab es in der Tat Neuigkeiten: nicht nur die, dass ich nicht an mein Blog herankonnte, sondern auch einen neuen Artikel, der in die Top Ten hineingerutscht ist: einer meiner kürzesten Artikel, mithin. Er verweist nämlich nur darauf, dass es jetzt einen Paris Hilton Blog gibt. http://sehpferd.twoday.net/stories/113442/. Ansonsten? Kalender, Kalender, Kalender. Auf Platz 11 die österreichischen Jungbäurinnen, auf Platz 13 nackte Winzerinnen und auf Platz 14 längst vergessene nackte Norwegerinnen.

Über das neue Jahr möchte ich lieber morgen etwas erzählen ...


Bis dann

Sehpferd

Die Flugzeugtoilette ist nach wie vor ein guter Spielplatz für notgeile Paare: Dies bestätigte vor kurzer Zeit einem Bericht der „SUN“ zufolge wieder ein Pärchen auf dem Flug von London nach Teneriffa. Das Paar brauchte allerdings zu viel Zeit, um zum Höhepunkt zu kommen: nach etwa 15 Minuten soll eine Flugbegleiterin die Tür zur Flugzeugtoilette geöffnet haben, worauf ein Teil der Fluggäste beide nackt in voller Aktion sehen konnten. Die Fluggäste hatten Verständnis: sie applaudierten, als die beiden Passagiere wieder auf ihre Plätze zurückgingen. Ob sie unmittelbar danach die Mitgliedschaft im Mile-High-Club beantragt haben, ging aus dem Pressebericht nicht hervor.

Gelesen in: morgenpost berlin

Nach einem Bericht der US-amerikanischen Zeitung „Washington Times“ sollen mehr als zwei Drittel der amerikanischen Jugendlichen „bereuen“, in „frühem Alter“ Sex gehabt zu haben. Da „Bereuen“ Einsicht voraussetzt ist freilich zu fragen, welche Einsichten ein Jugendlicher über sein „frühes“ Sexualleben haben kann. Dieselben Jugendlichen glauben nach diesem Bericht, zu etwa 45 Prozent, dass die Eltern ihre Entscheidung, sexuelle Erfahrungen zu machen, wesentlich mehr beeinflussen als ihre Freunde.

Die Studie, die im Auftrag einer Regierungsorganisation gestartet wurde, steht damit im Gegensatz zu den meisten anderen amerikanischen Studien: Nach diesen beeinflussen sich die Jugendlichen nachweisbar gegenseitig, während der Einfluss der Eltern als sehr gering bewertet wird. Es wäre interessant zu erfahren, wie die neuen Studienergebnisse zustande gekommen sind. Der Auftraggeber beschäftigt sich nämlich mit Teenagerschwangerschaften und daher verlässlichere Zahlen als bloße Umfrageergebnisse.

Gelesen bei: kath.net

Bloggen ist ganz einfach: es geht von jedem Computer aus, per Email, sogar per SMS. Per Computer, falls dieser einen neueren Browser des Hauses Microsoft hat, doch jener, der sich auf dem von mir genutzten Computer befand, wollte einfach nicht: Keine Sehpferde zu bekommen. Auf der Plattform von „Opera“ kamen sie dann zwar, aber die Opernbühne ignorierte konsequent das Passwort. Also Mail? Oder SMS? Dazu hätte ich den Code gebraucht, und der war leider in meinem Hirn nicht verfügbar.

Also habe ich das Blog einfach sausen lassen ... für viele, viele Tage. Die letzten Tage des Advent? Fehlanzeige. Die Weihnachtsgrüße? Nein, Danke. Einige Aufmunterungen zum neuen Jahr? Zum Beispiel "sei geil und unersättlich, sofort"? Oder lieber "denke doch bitte daran, jeden Abend ein paar Kondome einzustecken, nur für den Fall"? Oder eher "versage dir das kleine Vergnügen lieber ab und an und warte, bis ein größeres kommt"?

Oder sage ich lieber gar nichts? Nie mehr?

Ich fürchte, das halte ich nicht durch. Schon sehe ich wieder Nachrichten über Keusche und Unkeusche, Jungfrauen und Sünderinnen, Liebesverhaltung und erotischen Wahn. Einige von ihnen zu Werbezwecken ausgestreut, einige, damit sich wieder ein paar Wissenschaftler wichtig machen können, einige, um den Dienstmägden und Büromädchen das Herz zu rühren und einige, die einen Funken Wahrheit enthalten, der wenigstens noch bis ins nächste Jahr trägt.

Wäre es allein, um die eitlen Wichtigtuer bloßzustellen, ich würde diesen Blog fortführen. Aber es geht nicht nur darum: Die Wahrheit der Zeiten lauert in den kleinen Meldungen des Tages, die uns die Provinzblätter dank Internet täglich hereinspülen, und eine davon ist: In Wirklichkeit ist Weihnachten für viele Menschen eine Zeit, die sie lieber schnell vergessen würden.

Also vergessen auch wir sie schnell: Den Kitschmantel der falschen Gefühle an die Garderobe gehängt, gleich neben das Betroffenheitskostüm: Spucken wie lieber in die Hände, um eine pragmatischere, gelassenere und vor allem weniger verlogene Welt zu schaffen, mit Blog oder ohne.

 

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