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Schreck, lass nach: Habe ich doch zumeist, meiner Meinung nach richtig, immer von „Bäurinnen“ geschrieben, wenn es um nackte Landwirtinnen ging, so ist mir doch einmal eine „Bäuerin“ durgerutscht. Und was passiert: Bei Google sucht mal wieder alles nach „Bäuerinnen“ und findet meinen Artikel.

Schnell nachgeschlagen im Duden: „Bäurin, Bäuerin, Bauersfrau, Landfrau“ – alles geht. Da fällt mir ein Stein vom Herzen.

Wobei mir gerade noch der zweite Artikel einfällt.

Wie ihr alle wisst, lese ich euch - und schreibe oft nette, gelegentlich aber auch kritische Kommentare. Schade, dass ich nie Sybilla schreiben darf : Eine Dame, die sich vor allem durch scharfe Angriffe auf die Regierung und überhaupt jeden auszeichnet, der nach ihrer Meinung ein Tölpel ist - und das sind beinahe alle. Jedenfalls alle, die in der Bundesrepublik Deutschland etwas verändern wollen.

Jüngst warf sie Journalisten und Stammtischbrüder in einen Topf, die „die Gewerkschaft verteufeln" würden. Aber was ist das „Journal" der Sybilla denn anders als eine Zusammenfassung gängiger Stammtischparolen aus der linken Kneipenszene? Was mich besonders nervt: Irgendwelche hingeworfenen Sätze ohne Quellenangabe. Musste erst Google bemühen.

Das Fazit ist doch immer nur – die anderen sind alle blöde, verschwenderisch und bar jeder Ahnung - außer vielleicht Gewerkschaftlern. Und Sybiilla, selbstverständlich. Warum ich das hier schreibe? Weil ich dort keine Kommentare hinterlassen darf. Wie wäre, es Frau Sybilla, sich einmal der Auseinandersetzung zu stellen?

Wenn es die „ Apotheken-Umschau“ nicht gäbe – wahrlich, sie müsste erfunden werden, denn sie allein weiß, wie viele Frauen in deutschen Betten „schummeln“, wenn es darum geht, ob ihr Lustgenuss erfüllt wurde: Angeblich stöhnen 90 Prozent der deutschen Frauen gefälschte Lustschreie in die Schlafzimmerluft: „Erforscht“ hat es angeblich die Berliner Humboldt-Universität. Hauptgrund (laut Studie): Man wollte den Herren dadurch kundtun, welch tolle Liebhaber sie waren (41 Prozent). Zu denken gibt freilich, dass etwa ein Viertel der Frauen die Lustschreie abließen, damit ihr Liebhaber endlich die Prozedur beendet.

Dompfarrer von Zobeltitz und CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Annedore Windler (Frauenunion, Bekenntnisschule Bremen) sind sich einig, drücken es aber unterschiedlich aus: Kirche und nackt vertragen sich nicht. Stein des Anstoßes ist das mögliche Auftreten von nackten, älteren Näherinnen in einem Theaterstück, das im Bremer St.-Petri-Dom aufgeführt werden soll: „Die zehn Gebote“.

Die CDU-Dame nahm den Mund etwas voller und warf gleich mal ein paar Vorurteile auf den Markt: „schamlos und diskriminierend“ sei es, Nacktnäherinnen im Dom zu sehen, und sie forderte gleich eine Bestrafung für die „Entwürdigung“ des Gotteshauses.

Angeblich drohten zahlreiche Bremer mit einem „Kirchaustritt“, wenn die Aufführung tatsächlich stattfinden sollte, wie die NWZ wissen wollte.

Was weniger bekannt ist: Der St-Petri-Dom ist eine der wenigen lutherischen orientierten Kirchen in Bremen und wird meist gemieden. Evangelisch Christen sind in Bremen nämlich reformiert, und in den „Dom“ geht man nur zu Weihnachten, weil dann so schön gesungen wird.

Bloggen kann man ja über alles – aber wer ahnte, dass es bereits einen Paris Hilton Video BlogSpot gibt? Nun, die Hotelerbin ist offenkundig äußerst populär – kein Wunder bei der animierten Ankündigung zum Video, die jetzt gerade überall kursiert.

Männliche Studenten einer kanadischen Universität können zwei Wochen kostenlos Ferien in Australien machen – vorausgesetzt, sie spenden fleißig Samen für die Bedürfnisse jener australischen Damen, die das Kinderglück mit Spendersamen erzwingen wollen.
Hintergrund der Kampagne ist nach Presseberichten, dass kaum noch ein Australier bereit ist, sein Sperma in fremde Hände zu geben, seit die Spender auf Grund eines neuen Gesetzes nicht mehr anonym bleiben dürfen.

Die freigiebigen Herren sollten zwischen 18 und 40 sein, bei guter Gesundheit und bereit, Blut und Sperma labortechnisch untersuchen zu lassen. Wie es heißt, hätten sich schon 15 Herren gefunden, die der Einladung folgen wollten. Alimentenzahlungen müssten sie, so heißt es, nicht befürchten.

Friseure sollen nach dem Willen der Behörden in der südindischen Stadt Hyderabad zu Botschafter des Kondoms werden: Während des Haar- oder Bartschnitts wird der Figaro seine Kunden geschickt auf die Vorzüge der „Lümmeltüten" hinweisen - vor allem als Schutz vor Geschlechtskrankheiten.

Damit es auch klappt, bekommen Friseure eine Spezialausbildung, denn das Thema Sex ist häufig noch ein Tabu-Thema: Doch wer mag, darf ein Kondom gratis zum Erproben mit nach Haus nehmen.

Dies will „news.de" unter Berufung auf die „Hindustan Times" erfahren haben.

Seit Tagen beschert mir Google Suchanfragen nach dem „erotikgeschäft heide". Artikel darüber habe ich nicht gefunden, weder bei Google noch bei mir, aber auch andere wussten Interessantes zu berichten: So erfahren wir, dass fürs Schlafzimmer eher „klassische" Pyjamas und Nachthemden zu Weihnachten gekauft werden, während die Jugend offenbar wieder konservativ wird: Man verlobt sich wieder unter dem Weihnachtsbaum - wie niedlich.

Was das alles mit Heide und Erotik zu tun hat? Nun ja … zwischen „Harz und Heide" kauft man halt so etwas, und vielleicht auch im Erotik-Shop von Beate Uhse, wo „edible underwear" anscheinend ein Renner ist.

aus: http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2182/artid/2314507

Im „Wohnzimmer" habe ich gelesen, dass ein Künstler die „Dekaden des Playboy Magazins" so zusammengefasst hat, das ein „Centerfold" Mädchen jeweils für alle steht, die in eine Dekade fallen. Sehr unterschiedlich fielen die vier Dekaden freilich nicht aus.

Vielleicht können begabte Künstler hier noch mehr versuchen - zum Beispiel das „Mittel" aus der täglichen pornografischen Bilderflut darstellen - ich fürchte, am Ende bleibt nur das Marzipanschweinchenrosa übrig, mit dem die Körper seit Eastmans Zeiten besonders gerne dargestellt werden.

Behauptet hat es Sehpferd schon immer, aber nun will es auch FHM
herausgebracht haben: Das erotischte Körperteil der Frauen sind für deutsche Männer die Augen (28%), freilich dicht gefolgt vom Hintern(27%) und den Brüsten(14%).

Interessant sind deutliche Unterschiede zwischen den Wünschen deutscher Männer und jenen der übrigen Welt: Zwar blickt der deutsche Mann den Damen öfter in die Augen als auf den Hintern, dafür ist er ausgesprochen Brust- und Persönlichkeitsscheu: Nur 14 Prozent der deutschen Männer votierten für Brüste und nur magere 5 Prozent erwarten Persönlichkeit. International hingegen sehen die Männer zuerst auf den Hintern, während sich Augen und Brüste die Waage halten - und immerhin wollen von den internationalen noch 11 Prozent eine Persönlichkeit im Bett.

Wie man weiter ermittelt haben will, lassen sich 37 Prozent der Frauen auch schon mal auf intime Beziehungen zu einer Geschlechtsgenossin ein, während dies nur ein verschwindender Anteil der Männer tut. Seitensprünge scheinen hingegen eine erfolgreiche Disziplin der Frauen zu werden: 45 Prozent gaben an, Ihren Partner schon einmal betrogen zu haben.

Was von den Zahlen zu halten ist? Das, was von solchen Zahlen üblicherweise zu halten ist, was sonst?

Ich zitiere selten ganze Absätze, aber die Diskussion zur Reform des Sexualstrafrechts in Österreich spottet jeder Beschreibung, und so muss man denn auch mal dies zitieren:

„Wenn aber ein 14-Jähriger eine nackte 17-jährige Schönheit in "pornografischer" Pose auf seinen Heimcomputer generiert und seinem Freund zeigt, ..., dann muss das konsequenterweise (wenn es der sexuellen Erregung der Betrachter dient) strafbar sein, will man verhindern, dass dann plötzlich alle gleich gesinnten Internetkomplizen zu guten Freunden mutieren.

Da tun sich natürlich Fragen auf:

Erstens: Wie „generiert“ man eine 17-Jährige?
Zweitens: Warum muss es eine Schönheit sein?
Drittens: Was ist eine pornografische Pose mit und ohne Anführungszeichen?
Viertes: Wie alt darf der Freund sein?
Fünftens: Warum konsequenterweise? Wo ist die Konsequenz?
Sechstens: Wann dient etwas der „sexuellen Erregung“?
Siebtens: Wo sind die „Komplizen“?
Achtens: Wie mutiert man Komplizen in Freunde?
Neuntes: Was soll der 14-Jährige im Knast?

Natürlich ist „Der Standard“ nicht verantwortlich für das, was seine Leser schreiben – aber in guten Redaktionen wandert solch ein Mist in den Papierkorb: Auch der Titel ist nicht gerade so gewählt, dass man ihn stehen lassen sollte: „Porno-Kirche im Sex-Dorf lassen!“. Es scheint, als litte „Der Standard“ an Geschmacksverwirrung.

Die britische Gewerkschaft GMB bietet Presseberichten zufolge Kurse an, um Huren den Weg zu ungefährlicheren, aber gleichwohl einträglichen Berufen in der Sex-Branche zu ebnen. Das Konzept wird von zahlreichen Institutionen und Organisationen gutgeheißen. Selbst konservative Kreise waren dieser Meinung. Ihr Sprecher fügte lediglich mit der bekannten britischen Untertreibung hinzu, er wünsche sich, dass man einen Umschulungsberuf finden würde, der ein bisschen besser sei als der eines Lap Dancers.

Lap Dancer = Frau, die auf dem Schoß eines Gastes tanzt – Übergriffe sind dabei unerwünscht

Wenn man ein Magazin zur Hand nimmt, das sich mit Musikreproduktion beschäftigt, ist man immer wieder überrascht, wie wenig die Musik selbst darin vorkommt. Hat man akzeptiert, dass für die Mehrzahl der Wiedergabepäpste Musik äußerst zweitrangig ist, so erfährt man immer noch staunend, dass auch der Mensch höchst unbedeutend ist: er selbst, seine Erfahrungen mit dem Hören, sein Wohnraum und dessen sonstige Inhalte sind den Hohepriestern der High-End-Religion völlig fremd. Würde man ihnen sagen, dass es Menschen gibt, die ein erotisches Verhältnis zur Musik, ja, zu Stimmen und Instrumenten haben, so würden sie den Autor ansehen wie jemand, der geradeswegs aus einer Parallelwelt gekommen wäre – und so ist es auch.

Im Grunde schreiben diese HiFi-Redakteure nämlich fast nur für große Kinder, die mit leuchtenden Augen stets auf die neueste Technologie schauen – und sich bei dieser Gelegenheit auch mal vom „gemeinen Volk“ abheben wollen.

Umso mehr gefällt diese Seite: Sie diskutiert erst Musik, dann die Wiedergabe, schließlich die dazu nötigen Gerätschaften – und dabei kommt dann dies heraus: „Aber auf alle Fälle muss der Klang der Anlage wirklichkeitsgetreu sein um die Aufnahme wahrheitsgetreu wiederzuspiegeln, d.h. bei höhenbetonten Aufnahmen eben hell und bei basslastigen Aufnahmen eben dumpf. Eine HiFi-Anlage darf nicht immer "schön", "räumlich" oder "angenehm" klingen, da sie ja die Eigenheiten (und Fehler) jeder Aufnahme abbilden soll.“

Wenn nur mehr Menschen so ehrlich wären. Doch auf diese Weise lassen sich eben schwer 5000-Euro-Lautsprecher in 20-qm-Räume verkaufen – da braucht man den händlerüblichen Weihrauch.

Und noch etwas: Eine Google-Abfrage „hifi lautsprecher qualitätskriterien“ bringt ca. 40 Einträge, gibt man jedoch „hifi lautsprecher klangqualität“ ein, so erhält man deren 7600 – das sagt eigentlich schon alles.

Das Bremer Theater sucht für seine Opernproduktion „Das schlaue Füchslein“ noch vierzig (ja wirklich, 40) weiße Plüschkaninchen, und zwar in Lebensgröße. Das Theater ersuchte die Bürger, doch einmal nachzukramen, ob sich ein solches Kuscheltier fände: Man könne es dann an der Bühnenpforte bei der Requisite abgeben. In der Pressemitteilung des Theaters war zu lesen, dass man es dann auch auf der Bühne sehen könne – und wer wollte nicht schon einmal sein kuscheliges Lieblingskaninchen auf einer wahrhaftigen Opernbühne sehen?


Aus der Pressemitteilung des Theaters.

Was haben Nähmaschinen mit den 10 Geboten zu tun? Wir wissen es nicht, doch ist Regisseur Johann Kresnik weiß es: er sucht für die Aufführung „Die zehn Gebote“ nämlich noch alte Nähmaschinen – und an ihnen sollen Damen ab 60 sitzen, die dann später im ehrwürdigen Bremer St.-Petri-Dom nackt nähen sollen. Auch die passenden Damen werden noch gesucht.

Welches Gebot dabei beschrieben werden soll, berichteten die „Bremer Nachrichten“ allerdings nicht.

Wer viel schreibt, der verliert auch leicht den Überblick. Damit ihr ihn nicht verliert, hier die wichtigsten Kalender, über die ich hier geschrieben habe – merkwürdig, dass die meisten Kalender einen Bezug zur Landwirtschaft haben: Sollten Frau und Mann dort weniger prüde sein als in den angeblich so freizügigen Städten?

Männer, überwiegend Bauern (Amerika)
Frauen, bürgerliche (Norwegen)
Frauen, Winzerinnen (Baden, Deutschland)
F+M, Jungbauern und Jungbäuerinnen, (Österreich)
F+M, Jungbauern und Jungbäuerinnen (Neuseeland)
Frauen, Frauen, Winzerinnen (Österreich)
Frauen, Großmütter
Frauen, zugunsten krebskranker Kinder (Franken, Deutschland)

Nach meiner Auffassung sollte vor allem der zuletzt genannte ein Verkaufserfolg werden, nicht nur, weil er gut ist, sondern weil man mit dem Kauf auch der verlogenen Moral einer Hilfsorganisation eines auswischt. Leider ist die Adresse nicht bekannt, aber vielleicht weiß der Sender weiter: info@br-online.de. Deren Artikel hieß „Furore um fränkische "Kalender Girls".

Falls ihr noch andere schöne Amateurkalender (keine professionellen, bitte) kennt, wäre ein Kommentar von euch willkommen.

2005: Die Schweiz läutet die Erotikkalender-Saison ein:
Keine fetten Landeier auf Schweizer Höfen.
2005: Mehr über die Schweizer Jungbäurinnen:
Mehr als eine Meersau muss sein.

Der wichtigste Teil an einem Kaninchen sind seine Ohren: Daran zerrt es der Zauberkünstler aus dem Zylinderhut. Damen wissen ebenfalls Kaninchen zu schätzen: Solange die Batterie frisch ist, flattern ihre Öhrchen heftig an einem Körperteil herum, das man in der Öffentlichkeit besser unter Kleidung verdeckt hält.

Doch nun hat eine japanische Firma ein ganz besonders Kaninchen aus dem Hut gezogen: Es ist so klein, dass man es mit einer Maus verwechseln könnte, und gerade dieser Mäusecharakter soll wohl ein Hauptvorteil des Mini-Kaninchens sein - zudem verweist der Hersteller auf die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der Schnauze, der Ohren und des Schwanzes - und es sucht ganz dringend eine Höhle zum überwintern.

Batterien vom AA-Typ liefert der Hersteller mit - sie sind in einem getrennten Gehäuse untergebracht, sodass sie die Bewegungsfreiheit des mausigen Kaninchens nicht behindern.

Wer immer es geschenkt bekommt, wird „ach wie süß" sagen - und wenn die Geliebte dann für eine halbe Stunde verschwindet, weiß der Schenkende, dass seine Wahl vorzüglich war.

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Es gibt noch bei weitem trostlosere Gegenden in Berlin als ausgerechnet Tempelhof – schon nach zwei Tagen ist der Besucher davon überzeugt, wenn er nicht gerade auf Sightseeingtour im Nachtleben der City ist.

Wer weiß, wie der Flughafen Tempelhof heute aussieht, der erwartet auch von der Umgebung nichts: City-Flughafen ja, doch in Wahrheit ähnelt das Ganze eher einem Provinzbahnhof. Wer dort nicht bleiben will, versucht, in den angrenzenden Lokalen einen freundlichen Platz zu finden, doch er wird enttäuscht: in den wenigen Lokalen (es sollen sechs an der Zahl sein) herrscht gähnende Leere. Doch da ist ein Café: ein Wiener Kaffeehaus sozusagen, das einen wundersamen, aber anheimelnden Eindruck macht.

Ein älterer Herr steht auf, wohl der Wirt, fragt, was es sein dürfe. Ich blicke auf den unwienerischen Kuchen, der geradeswegs aus der Konditorei nebenan zu kommen scheint: Essbar, möglicherweise, aber wienerisch keinesfalls. Ich bestelle einen Kaffee, werde gefragt, welchen Kaffee, und denke: doch wienerisch, bestelle eine Melange, woraufhin der Wirt merkwürdig guckt: einen Melange? Woher kennen Sie eine Melange, mein Herr? Nun, aus Wien, entgegne ich, und aus Ungarn, selbstverständlich.

Ich sehe: der Herr ist kein Wiener, kein Österreicher, kein Deutscher, kein Berliner: Bulgare sei er, ein Freund der Künste, Pianist, nun ja, Sammler auch. Redet von Liszt, von Wiener Musik, die eben nur Wiener beherrschen, und von schwarzer Musik, die eben nur Schwarze beherrschen … „oder haben Sie schon einmal einen schwarzen Geiger im Symphonieorchester gesehen?“. Eine Antwort wollte er nicht.

Auf Flohmärkten, so sagte er, kauft er, was hier zu sehen sei: Die Bilder von schönen Frauen zum Beispiel: „Die schönsten Frauen der Welt“, und natürlich ist Sissy auch darunter, nebst mehreren Geweihen von jagdbarem Wild.

Ob ich seine Ikonen gesehen hätte? Er sammle alle Heiligen, freilich vor allem die seiner Kirche, der orthodoxen. „Wissen Sie, wir bezahlen keinen Papst“, sagt er, und dann: „Warum müssen wir Christen in drei Gruppen zerspalten sein?“, doch schnell wechselt er das Thema: „Ein König, ein guter König, das wäre das beste für das Volk“ – einer, der Rosen pflanzen ließe.

Ich verlasse das Lokal, nachdem ich die Zeitung zum dritten Mal gelesen hatte, um die Wartezeit zu verkürzen und betrete wieder die Abfertigungshalle, die einer Bahnhofshalle gleicht: Vielleicht sollte ich ein Lokal eröffnen, in dem Sissy und andere schöne Frauen nebst Geweihen von jagdbarem Wild hängen: jeden Freitag wäre dann eine Gesprächsrunde über die Schönheit der Frauen, die Jagd generell und die Möglichkeit, sich dabei ein Geweih einzuhandeln. Vielleicht auch eher über etwas Anderes.

 

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