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Wenn man Umfragen glauben kann, dann wollen alle Frauen im Leben vor allem lachen: Angebliche 35 Prozent suchen humorvolle Männer fürs Leben, 24 Prozent wollen gut aussehende und nur magere neun Prozent interessiert der Beruf des Mannes. Wie sie mit einem Witze reißenden arbeitslosen Adonis ihr späteres Leben bestreiten wollen, brauchten sie ja dem GEWIS-Institut nicht zu sagen, das der Herrenzeitschrift „Gentlemen's World" diese Zahlen lieferte.

Die meisten Zeitschriften, die die Umfrage bewerteten, nahmen aber in den Titel dieses Ergebnis auf: Nur ein Prozent der Frauen erwartet von der ersten Verabredung Sex, wohingegen sich fast die Hälfte „abwartend" verhalten will. Allerdings: Nimmt man die Verführerinnen und die offensiven Flirterinnen zusammen, so kommt man auch auf 46 Prozent. Wollen Frauen vielleicht doch beim ersten Mal ins Bett?

Sehpferd las die Print-Ausgabe von GQ

Die 51-jährige schwedische Europaabgeordnete Marianne Eriksson ist nicht nur aus ganzem Herzen Feministin, sondern eine erklärte Gegnerin der Erotik - so, wie es viele schwedische Frauen mittleren Alters von sich behaupten.

Ihre Feinde waren schon immer Erotikanbieter aller Art, und nun hat sie es auf Unternehmen der Sexbranche abgesehen, die an die Börse wollen: Sämtlichen einschlägigen Unternehmen soll innerhalb Europas der Zugang zur Börse verwehrt werden.

Dazu braucht man freilich einen triftigen Grund, und den glaubt Frau Eriksson gefunden zu haben: der Gewinn solcher Unternehmen, so sagt sie, stamme „aus dem Verkauf von Menschen“.

Große Chancen werden der „Sondergrünen" (Nordic Green Left) Kämpferin nicht eingeräumt, doch hat sie in den Iren bereits einen Verbündeten gefunden: Der irische Staatsminister Willey O'Dea verlangte, das Thema noch während der irischen Präsidentschaft auf die Tagesordnung zu setzen.

Dies war im der online_Ausgabe des Wochenmagazins "DER SPIEGEL" zu lesen.

Aus dem Bremer Dom vertrieben, hat Regisseur Johann Kresnik nun in der Friedenskirche zu Bremen „Kirchenasyl“ gefunden, um das Stück „Die Zehn Gebote“ am 22. Januar aufführen zu können. In der Bremer Dom-Gemeinde war es zu wütenden Protesten und Austrittsdrohungen gekommen, nach dem die BILD-Zeitung einen Sensationsbericht über das Stück verbreitet hatte, in dem unter anderem darauf hingewiesen wurde, dass dort nackte Näherinnen auftreten würden. Sie sollen im Stück die Ausbeutung der Frauen in den Billiglohnländern repräsentieren.

Der Regisseur kommentierte, dass die Kirche das Echo eines solchen Stücks aushalten müsse, doch würde man dort wohl eher die BILD-Zeitung als die Bibel lesen.

Gelesen in der hz-online.

Bislang hätte man kaum einen Zusammenhang zwischen Lessing und Sex vermutet - doch das ist anders geworden, seit ein Swingerklub in einem unsäglichen Ort Namens Zschornau-Schiedel in einer TV-Sendung einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat.

Zschornau-Schiedel, so muss man ergänzen, ist ein Ortsteil von Kamenz, und diese wiederum lässt sich gerne als Lessingstadt feiern. Die Popularität wurde durch die Fernsehsendung „Wa(h)re Liebe" erreicht, die über die Qualität von Pärchenklubs abstimmen ließ - und siehe: Nach den Metropolen München und Berlin kam Kamenz auf den dritten Platz. Vorausgegangen war eine Begehung: Ein Pärchen hat sich ein Jahr lang Deutschlands Swingerklubs angeguckt - und von den Fünfen, die in die engere Wahl für die Spitzenpositionen kamen, war eben jenes Haus in - wie hieß der Ort noch? Ach ja: Kamenz, Ortsteil Zschornau-Schiedel.

Zu lesen in der sz-online.

Wer alles über sein Lieblingsmodel lesen und sehr viele Bilder sehen will, wer die Webseite eines Modefotografen sucht oder wer einfach an Mode interessiert ist, kommt an einer Adresse nicht vorbei: ftv.

Der französische Fernsehsender, der frei im digitalen Satellitenfernsehen empfangbar ist, unterhält eine Webseite über alles, was zur Mode gehört – ausgesprochen sehenswert, auch wenn man sich nicht unbedingt für Kleider interessiert.

Was, ihr wisst nicht, wie man Frauen ins Bett kriegt? Das liegt zum großen Teil daran, dass ihr nicht genügend lest: wissenschaftlich geprüfte Rezepturen nämlich. Meint Gentlemen's World (GQ). Alles ganz einfach, setzt allerdings voraus, dass man schon ein Date hat - sonst geht der Datingtest ja nicht. Schade. Also überspringen.

Also was muss ich tun? Vor dem Date die Wohnung aufräumen und das Bett frisch beziehen. Ich glaube, der Autor hat mal 9 ½ Wochen gesehen – da wird das Bett erst bezogen, als sie schon in der Falle sitzt – und sie flieht darauf hin. Kein Wunder, wenn er „Strange Fruit“ auflegt.

Apropos Früchte: Zu essen bekommt sie nichts: Alkohol ist nötig, um sie gefügig zu machen, Essen erzeugt nur Blähungen. Meint GQ.

Wichtig auch: Natürlichkeitsgesicht auflegen, zu viel Ehrlichkeit schadet nur - da könnte etwas dran sein. Anschließend selbst bezahlen (wer sonst?) und wenn man sie zuvor viel berührt hat, geht es ins Bett. Glauben Sie nicht? Wissenschaftlich erwiesen. Laut GQ.

Aus der „Psychologie des Kennenlernens" erfahren wir sodann, dass „jedes Happy End einen Anfang" benötigt, dann etliche Zeilen pseudopsychologische Salbaderei. Könnte aus einer Frauenzeitschrift stammen. Wie sich Frauen hingegen verhalten, wenn sie uns treffen, dazu hätten wir keine GEWIS-Umfrage gebraucht: abwartend natürlich. Schließlich bringt GQ noch ein bisschen Anatomie, hier zur Lendengegend: „Frauen wollen manchmal gar nicht gefragt werden, wie weit ein Mann wie schnell gehen darf". Aha.

Eine Zusammenfassung? Also: Bett beziehen, dann Alkohol einsetzen, um sie hereinzubekommen, bei Erfolg nicht zu zimperlich sein. Habe ich jetzt alles falsch verstanden? Sie können es nachlesen: Februar 2004, GQ, 4 Euro, am Kiosk, ab Seite 117.

Wie sehen internationale Fotokünstler eigentlich eine Triade? Nicht so wie ein Pornograf, doch was ist das Besondere daran, wann wird was erregend? Und ist es gleichgültig, wer sich dabei mit wem vergnügt? „Dreier", so wissen wir mittlerweile, sind nicht immer so „flott" wie die Befürworter uns glauben machen wollen, und sich kann eine Novelle mehr aussagen als ein paar Fotos. Doch das Hinsehen lohnt sich: Bei Nerve, im Premium-Bereich.

triade dreierbeziehung

© 2004 Sandra C. Davis published by NERVE

Intimität – was ist das eigentlich? Schwieriger wird die Frage freilich noch, wenn aus dieser Intimität ausgerechnet Aktfotos entstehen sollen, man also nicht intim bleibt. Der Fotograf eines neuen Bildbandes, Marc Baptiste, will jedes seiner Modelle gefragt haben: „Was ist intim für dich?“ – danach, so sagt er, habe jede Person tief in ihre Seele geschaut – wenn er fotografiert habe, sei er sich vorgekommen, als wäre er nicht Teil des Geschehens.

Die Worte sind ein Teil, die Fotos ein anderer. Ganz überzeugen die Aufnahmen nicht, werden vor allem dem hohen Anspruch nicht gerecht. Ja, es sind schöne Aktfotos. Ja, manchmal glaubt man den „intimen Gedanken" zu erkennen. Aber dann sind die Bilder wieder plakativ und es mangelt ihnen sowohl an erotischer Kraft wie auch irgendeiner anderen Aussage.

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Photography by Marc Baptiste

babtiste marc nudes inimate

© 2004 Marc Baptiste published by NERVE

Hier das wöchentliche Geblubber aus den Algen:

Bislang war Cora Schumacher das Zugpferd meiner „sinnlichen Seiten", obwohl ich den Artikel ja eigentlich schrieb, weil ich die erotische Ausstrahlung der Dame nur wenig überzeugend fand: Ich meinte (und meine noch) dass sich nach der Dame „vermutlich ein paar pubertäre Jungs auf der Straße und ein paar Herren jenseits der 50" umsehen würden - das schrieb ich am 19.September 2003. Inzwischen haben mich 2500 Menschen allein wegen dieser Dame besucht.

Zusammengenommen übertreffen freilich alle meine Artikel über „TV6" diesen Wert: Mehr als 5000 Menschen interessierten sich für den Linzer Erotik-Sender - und dies, obwohl ihn recht wenig Haushalte empfangen können: Schüssel auf dem Dach und Digitalreceiver sind Voraussetzung. Abgesehen davon ermüdet das neue Paar, das sich dort allabendlich auf die Matte legt, um die schönste Sache der Welt live in jeden Haushalt zu bringen, schon nach wenigen Minuten.

Der Blogger, der einen „Paris-Hilton-Blog-Spot“ unterhält, steht bei mir inzwischen auf Platz drei. Er hat gerade den Dialog zwischen den Akteuren veröffentlicht, demnach begann die Sache so:

Sie: Ahhh, Ahhh.

Er: Ohhh, Ohhh.

Das hätten wir uns ja vielleicht noch ausmalen können.

Nachdem ich GQ sonst immer so herunterputze: Die neue Ausgabe enthält ein paar sehr aufregende Fotos von Naomi Campbell, die von der deutschen Kultfotografin Ellen von Unwerth geschossen wurden.

Was mir sonst noch auffiel? Der Jänner</> natürlich. Die Blogger Ab- und Zuwanderung auch. Trotz beachtlicher Frequenz scheint sie freilich bedeutungslos zu sein: Bei der Qualität hält sich Gewinn und Verlust etwa die Wage.

Klassische Musik ist auch nicht mehr das, was sie mal war und die Musikindustrie sowie deren Vermarkter versuchen, Kunden zu gewinnen. Das tut auch "Klassik Radio": Über das Medium Fernsehen wirbt man für den Sender, der diesen Slogan gefunden hat: „Klassik Radio - modern music".

Nun, vielleicht ist etwas dran, dass „Klassische" Musik wieder modern wird. Sollte sie hingegen modern sein, dann ist sie nicht klassisch - aber nicht einmal alles, was als „klassisch" bezeichnet wird, ist bekanntlich wirklich klassisch.

Unsere alt Vorderen hatten im Rundfunk dafür einen Ausdruck, der damals alles sagte: E-Musik, wobei das „E" für „Ernst" stand - der ganze Rest war U-Musik, mit „U" für Unterhaltung. Nun wissen wir, dass Unterhaltung sehr ernst ist, weil damit viel Geld verdient wird, während „ernste" Musik bisweilen sehr unterhaltend ist - doch Geld wird damit nur noch verdient, wenn man sich etwas einfallen lässt.

Das hat „Klassik Radio" erkannt - und weil man sich ein modernes, humorvolles Publikum wünscht, das dem heutigen Leben zugewandt ist, hat man es mit einer Werbung versucht, die einmal ganz andere Sinne anspricht: da ist ein Männer-Po, auf den plötzlich eine Frauenhand klatscht, während eine Stimme im Hintergrund sagt: „Ich höre Klassik Radio (klatsch) Klassik Radio - modern music".

Was der Klaps auf den Po mit Klassik zu tun hat? Nun, erstens sollen wohl junge bis mittelalte emanzipierte Frauen als Kundinnen gewonnen werden, und dieser Versuch könnte sich sogar als erfolgreich erweisen, denn der Sender will ja sagen, dass er nicht irgendwelche vermieften Schallplatten aus der Mottenkiste spielt. Aber dann erinnert der Klaps doch auch an gewisse Musikinstrumente, die von Schlagzeugern bedient, nur dann in den Konzertsaal hineingerollt werden, wenn es unabdingbar ist: Sie dienen zur Erzeugung von Effekten, zur Überhöhung von Situationen sozusagen, in denen der Komponist gar nicht genug Krach auf der Bühne haben konnte - ein zusätzlicher Peitschenknall in die Seele, sozusagen.

Nun, Klassikfreunde haben mal mehr, mal weniger Humor. Doch den konservativen Klassikhörern und vor allem den Hörerinnen scheint die ganze Chose nicht zu passen: Sie fragen sich, was denn ein Klaps auf den Po mit Klassik zu tun hat. Etwa, weil klassische Musik nicht erotisch ist? Das, freilich, wäre eine Fehleinschätzung.

Der Hinweis kam von diesem Blog

Hier das Bild:

klassik radio klaps po hintern

(c) 2004 by Klassik Radio"

Gäbe es den Blowjob nicht, er müsste erfunden werden: Mit ihm scheinen nämlich gegenwärtige Produzenten von Porno-Webseiten Geld verdienen zu können: je mehr Material auf dem Gesicht, um so besser. Ob es sich dabei immer um den Stoff handelt, der in der Fantasie der Betrachter über die Gesichter fließt, ist zweifelhaft: Joghurt tut es auch, behauptet manche Fotografen.

Zweites Thema der Branche: Damen, die sich dem Pensionsalter schon sehr nähern, verwickeln Herren, die gerade dem Abiturientenalter entwachsen sind, in Liebenshändel: Das Ganze wird in spärlich eingerichteten Privatwohnungen in Russland billig produziert und kommt gegenwärtig in Massen auf den Markt.

Sinn für Schönheit? Nun ja - man mag geteilter Meinung darüber sein, ob Frauen ihre Gelenkigkeit ganz ohne Kleidung zur Schau stellen sollte, aber russische wie amerikanische Webseiten haben erkannt, dass „Bendability" noch gewissen ästhetischen Grundregeln folgen muss, damit jemand hinguckt.

Intelligente Pornografie sucht man im Moment vergeblich. Das Material, das produziert wird, ist entweder professionell gemacht, dann ist es gleichförmig und hat die Verführungskraft von Marzipanschweinchen, oder es ist amateurhaft gemacht und hat dann meist die Anziehungskraft von Landsäuen. Nun ja, es kann eben nicht nur Vegetarier geben.

Worüber soll eine Frauenzeitschrift schreiben? Über das, was die Leserinnen interessiert natürlich, und das sind eine „funktionierende" Partnerschaft, eine Wohnung zum Zurückziehen, Zeit und Ruhe für sich selbst, das Genießen der Natur, die Freundin und schließlich der Sex, den immerhin noch 73 Prozent der befragten Frauen bei einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Zeitschrift "Madame" nannten.

Gefunden bei Partnerschaft, Wohnung, Ruhe, Natur, Freundin und Sex

Worüber soll eine Frauenzeitschrift schreiben? Über das, was die Leserinnen interessiert, und das sind eine „funktionierende

Beim internationalen „CORA Romance" Reports des gleichnamigen Hamburger Verlags wurde Champagner von den Befragten mit Abstand als der wichtigste Verführungshelfer bezeichnet. An zweiter Stelle standen Erdbeeren mit Schlagsahne: Damit kann man sich gegenseitig so schön füttern.

Überraschend ist, dass französische Frauen zwar gerne verführen, dass es ihnen dabei aber nicht um Sex geht, sondern um die Verführung als solche: Verführungskunst um der Kunst willen, sozusagen.

Mehr über die Heftchen-Umfrage kann man bei RP-Online lesen.

erdbeere erotik blowjob

Immerhin am zweiten Platz: Erdbeererotk
(hier ohne Sahne)
(c) 2003 sehpferd

Einem Bericht von Ananova zufolge wird sich die 34-jährige Schauspielerin Rachel Hunter demnächst leicht bekleidet, aber nicht völlig hüllenlos, im „Playboy“ zeigen.

Die Fotos wurden dieser Tage am Strand von Puerto Vallarta geschossen, wie die „SUN“ berichtete. Während ihres Aufenthaltes in Mexiko war ihr Hotelzimmer ausgebrannt, sodass sie alles neu beschaffen musste – von der Zahnbürste bis zum Reisepass. Wie die SUN darüber hinaus schrieb, war sie sehr angetan von der Hilfsbereitschaft der einheimischen Bevölkerung.

Die beiden links zeigen neben dem Text auch Fotos der Schauspielerin.

Nachtrag: Nun ist es soweit: Sie ist in der April-Ausgabe, und der "Playboy" prahlt damit, man würde sie nicht nur "oben ohne", sondern völlig nackt sehen. Wie nackt sie wirklich ist, findet ihr hier. (Special thanks to Ceri Jones).

Erotische Webseiten soll es ja eine Menge geben - freilich nicht bei TWODAY, wo man schon mal vornehm das Näschen rümpft, wenn es um Erotik geht. Doch sucht man nach Webseiten, die sich auf Großvaters lüsternen Blick konzentrieren, dann muss man lange suchen. Dabei war Großvaters Erotik noch wirklich sinnlich, begehrlich und so herrlich schmutzig, so wie in diesem Frühlingslied:

„Sie jubelt jauchzend, sie jaubelt juchzend,
und vor verhaltener Wonne schluchzend,
geht rasend dann die Jungfrau durchs Gefild’
Ihr ist so mild,
ihr ist so wild,
das Mieder quillt,
oh, welch ein Bild“

Über das Mieder werde ich demnächst noch mehr schreiben, und über all das, was Großvater sonst noch erregt haben mag. Hier aber erst mal eine „French Postcard“ und natürlich der link zu einem Blogger, der sich mit den Frivolitäten der Vergangenheit beschäftigt.

mieder quillt

(c) unknown

GQ, das ehemalige „Gentlemen's Quartely" und jetzige „Gentlemen's World tendiert in manchen Ausgaben zum Schnösel-Magazin dessen erotischste Beiträge in den Anzeigen zu finden sind und das durchaus auch in der Arztpraxis liegen könnte, ohne den Blutdruck in die Höhe zu treiben.

Diesmal freilich zeigt es wahrhaftig aufregende Bilder: für die Freunde der Fotografie ohnehin Kult, weil die Fotografin Ellen von Unwerth heißt, und für die Freunde der Erotik, weil Naomi Campbell hier etwas mehr zeigt als auf dem Laufsteg. Hinzu kommt das Arrangement, das Frau Campbell als fordernde, Peitschen schwingende Dominatrix zeigt - etwas für die lüsternen, lechzenden Sklavennaturen.

Anders Verena Kerth: Sie wurde als Freundin des Fußballers Oliver Kahn bekannt - vorher kannte man sie nur als Barfrau in der Diskothek P1. Fotografiert hat sie Giovanni Zaccagnini, doch das versprechen, man würde sie „so sehen, wie nur ihr Geliebter sie sieht" ist ein bisschen hoch gegriffen: Reichlich Weichzeichner-Nebel ertränkt die Nacktheit beim vollständigen Rückenakt und ein geschicktes Arrangement des Schattens verhindert, dass wie zu viel vom schönen Po der Verena K. sehen. Irgendwie erotisch wirkt sie dennoch.

Was sonst noch in GQ im Februar 2004 zu lesen ist? Nun, zwanzig „sichere“ Tricks für Verführer, die angeblich wissenschaftlich erwiesen sein sollen – doch davon ein andermal.

naomi in GQ
foto: © 2004 GQ / Ellen von Unwerth

verena oliver kahn GQ
foto: © 2004 GQ / Giovanni Zaccagnini

Ergänzung:

Ob die Dame Kerth selbst genügend Fähigkeiten hat, um im harten Show-Geschäft zu bestehen oder ob sie nur den Kahn-Effekt genutzt hat, wird sich demnächst erweisen: Beide haben sich mittlerweile getrennt.

Italienische Wissenschaftler sind im Begriff, eine Pille zu entwickeln, die all die guten Inhaltsstoffe des Rotweins enthält – nur keinen Alkohol. Die Idee kam auf, nachdem in verschiedenen Studien festgestellt wurde, dass Rotwein die Entstehung mancher Krankheiten hemmt: Dazu gehören auch mehrerer Krebsarten sowie Herzkrankheiten.

Freilich glauben britische Ärzte, dass man sich doch lieber am Naturprodukt vergreifen sollte als an der Pille – solange man nicht zu viel davon „einnimmt“ - dies meint jedenfalls die BBC. Sinnlicher ist ein Glas Rotwein jedenfalls allemal.

Einstmals war Jazz für Deutsche Neger- und Urwaldmusik, und solange her ist dies noch gar nicht. Doch dann kamen die Aufklärer über uns und überhöhten den Jazz zu einer Kulturgattung ganz besonderer Art, so rein, wie es nie zuvor eine gegeben hatte.

Nun, als das ganze Getue mit den Herren Berendt und Schmidt-Joos und wie sie alle hießen, anfing, da sagten wir, die eingefleischten Fans, wieder Jatz: Geglaubt haben wir dennoch manches von dem, was die Herren Musikkritiker damals geschrieben haben: Jazzgeschichte frei nach Rousseau: Edel ist der afroamerikanische Musiker, hilfreich sein Einfluss und gut sind alle seine Absichten.

Deutsche Kulturkritik schafft es eben, alles zu überhöhen: Da stand Brahms gleich neben Brubeck und Arnold Schönberg neben dem Modern-Jazz-Quartett - alles nur Kunst für die Kunst. So wurde die Jazzgeschichte so niedergelegt, als hätte es keinen Rundfunk und keine Schallplattenindustrie gegeben: geschrieben mit dem Herzblut von Fanatikern, die eine Geschichte erzählten, denen die historische Wahrheit aber ziemlich gleichgültig war.

Doch wer waren wir? Jatz war für uns keine Musik, sondern eine Lebenseinstellung, die über allem stand. Dazu gehörten die Freunde, die Frauen, die Jazzkeller und das Bier, die ersten sexuellen Erfahrungen, die Sehnsucht. Sie verklärt heute manches - und dennoch: Wann immer jemand in Budapest, Helsinki oder Kopenhagen in die Tasten greift, wann immer eine vollbusige dunkelhäutige Sängerin auftritt, die auch tatsächlich singen kann, dann kommt das alte Gefühl manchmal zurück.

Die neuen Sängerinnen können sich die Kaninchenmacher der CD-Industrie meinetwegen schenken: hellhäutige Blondinen, die bestenfalls zur Barsängerin taugen? Nein, Danke. Da höre ich lieber eine alte Aufnahme von Billie Holiday: Die verfehlt ihre Wirkung nie, jedenfalls bei mir.

jazz budapest jazz garden

© 2003 by sehpferd
Sängerin im Jazz Garden, Budapest

 

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