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Das Oberhaupt der katholischen Kirche hat kritisiert, dass im Fernsehen ein Übermaß an "Untreue und sexuelle Aktivitäten außerhalb der Ehe“ gezeigt würde. Er mahnte an, mehr „geistlichem und moralischem Verständnis für die Ehe“ zu vermitteln.

Es erstaunt mich immer wieder, wie Geistliche, deren Religion ihnen eine eigene Ehe verbietet, über die Ehe "als solche" urteilen können.

Begeistert zeigte sich das Publikum von der Premiere des Theaterstücks „Die Zehn Gebote" von Johann Kresnik in der Friedenskirche zu Bremen. Das Stück, das ursprünglich im Bremer „St. Petri Dom" aufgeführt werden sollte, hatte im Vorfeld für viel Wirbel in der Hansestadt gesorgt: Grund waren reißerisch aufgemachte Artikel in der Boulevardpresse, denen zahllose Proteste angeblich engagierter Christen folgten. Das Ensemble musste schließlich umziehen, als der Druck, der von den Mitgliedern der lutherischen Gemeinde kam, zu groß wurde - einige von ihnen hatten gar mit dem Kirchenaustritt gedroht.

Die erwarten Massen von Protestierern, die angeblich in Bussen anreisen wollten, blieben jedoch aus: Nur etwa 20 Christen protestierten vor der Kirche gegen die Aufführung. Wie ein Sprecher sagte, wende man sich nicht gegen das Stück an sich, sondern nur gegen seine Aufführung in einem Gotteshaus.

Darüber berichtete unter anderem die Tagesschau.

Wer sein Liebesleben verbessern will, hat mehrere Möglichkeiten. Eine davon ist Möbel zu kaufen. Nein, nicht irgendwelche Möbel natürlich, sondern solche, die für die Liebe gmacht wuren.

Ob diese hier freilich besonder erotisch sind, bleibt zu bezweifeln, aber der Hersteller schwört, dass sie ihren Zweck erfüllen: Einen Versuch könnte man ja mit dem „Wunderkeil“ machen.

Der Schlussapplaus soll verhalten gewesen sein, doch Düsseldorf ist eben nicht der Broadway, und ein Musical, in dem ein Hit auf den anderen folgt, ist „Das Mädchen Rosemarie" dann wohl doch nicht: eher ein „Kammerspiel mit Musik", wie ein Rezensent anmerkte.

Die Hauptdarstellerin, der das Musical von Dirk Witthuhn und Heribert Feckler auf den Leib geschrieben wurde, überzeugte allerdings. Sie heißt Anna Montanaro, ist die Tochter eines Pizzabäckers und der gegenwärtige Shooting-Start der deutschen Musical-Szenerie. Über sie wusste die Kritik denn auch nur Gutes zu schreiben."Mit Bravour" verkörpere sie die Rolle der einerseits erotischen, andererseits berechnenden Hure. Sie hat Erfahrung mit ähnlichen Rollen: mit der Lucy zum Beispiel, jener Hure aus dem Londoner Westend, die in „Jekyll an Hyde" den Gegenpart zur braven Braut des Doktors spielt. So erklärt sich wohl, dass „Ihr Timbre mittlerweile etwas Ordinäres" habe, wie der Kritiker der „Stuttgarter Zeitung" schrieb.

Wer das Musical auch sehen will: Gespielt wird täglich um 19.30 Uhr außer Montag und Dienstag im Capitol-Theater Düsseldorf.

So stand es in den meisten Zeitungen.

Und so in der "Stuttgarter Zeitung".

rosemarie musical nitribitt
(c) by Capitol-Theater, Düsseldorf, Germany

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Wer einmal in Hamburg ist, sollte unbedingt ein Musical besuchen.
einstrich

Wer sich jeden Morgen beim Kaffeetrinken ein Liebeslied wünscht, muss nicht enttäuscht werden: bereits im letzten Jahr hat Arzberg eine neue Tassenkollektion mit diesem Titel herausgebracht, auf der sich Paare gegenseitig anschmachten.

Verantwortlich für die sehnsuchtsvoll wirkenden Dekors ist die Illustratorin Stefanie Harjes. Die Tassen gibt es mit jeweils sechs Motiven in drei unterschiedlichen Größen.

arzberg libeslied

(C) 2003 by Arzberg

Die „Grande Rio“ Sambaschule hat nach einem Bericht der Zeitschrift Las Ultimas Noticias angekündigt, ihre diesjährige Karnevalspräsentation unter das Motto der indischen Liebeskunst „Kamasutra“ zu stellen. Nach anderen Zeitungsberichten sollen allerdings auch Adam und Eva bei der Tätigkeit dargestellt werden, die ihnen die Vertreibung aus dem Paradies einbrachte. Zudem soll dabei noch für Kondome geworben werden.

Das hat den Klerus, allen voran den brasilianischen Erzbischof Eusebio Scheid, auf die Palme gebracht: Er rief nach der Justiz, um diesem Treiben ein Ende zu bereiten. Doch der Direktor der Sambaschule konterte bereits: Die Zensurbestrebungen der Kirche wurden von ihm als „Nazi-Aktion“ bezeichnet.

Wie die Sache ausgehen wird, ist noch unklar, doch war der Karneval in Rio schon immer ein Hexenkessel der Erotik: „die Popacken wackeln, die Busen vibrieren“ schrieb eine weitere Zeitung dieser Tage, die über fieberhafte Vorbereitungen bei einer anderen Sambaschule berichtete.

Wer sich unter „Sambaschulen“ ehrwürdige Institute nach dem Vorbild europäischer Ballettschulen vorstellt, muss ohnehin umlernen: Es handelt sich um Vereinigungen der Ärmsten der Armen, die bestenfalls eine Halle in den Slums besitzen. Bei den öffentlichen Proben kann es vorkommen, dass 1000 Menschen anwesend sind, die alle tanzen und singen, wie die MZ berichtete.

Quellen: wie im Text verlinkt, Ananova, web.de und mz.

Manchmal manipuliert die Presse wissend, manchmal aber auch leichtfertig: In vielen Artikeln werden Erotikkonzerne, aber auch einschlägige Versandhändler und selbst Einzelhändler als „Sex-Industrie" bezeichnet. Es handelt sich um eine fehlerhafte Übersetzung aus dem Englischen: „Industry" heißt in Wahrheit Branche, also auf Hochdeutsche „Geschäftszweig".

Das Handelsblatt schreibt von „Aktien der Sexindustrie" oder wahlweise von einem „Börsenverbot der Sex-Industrie", der Focus von einer „Marktdurchdringung der Sexindustrie", der Spiegel vom „Ausschluss der Sexindustrie". Urheber der "Sexindustrie" war indessen die „Deusche Presse Agentur" mit ihrem Artikel über die schwedische Europaabgeordnete Marianne Eriksson. Frau Eriksson hatte gefordert, Erotik-Anbieter von der Börse zu verbannen, weil die Gewinne dieser Unternehmen „aus dem Verkauf von Menschen" stammten.

Die schwedische Abgeordnete gehört zu einer Gruppe links orientierter Feministinnen, die grundsätzlich davon ausgehen, dass die Arbeit der Frauen in der Erotik-Branche Sklavenarbeit sei.

Rechtzeitig zum Valentinstag bietet Palmers noch etwas für junge Männer an, die der Dame ihres Herzens zeigen wollen, dass sie nicht nur ihr Herz lieben, sondern auch das, was Drumherum ist: Der BH betont nicht nur das Dekolleté, sondern sieht auch ohne Kleid sehr jugendhaft aus, und das Stringröckchen wirkt jugendlich-erotisch, was in Verbindung mit den Strapsen natürlich zu ganz neuen Anregungen führen könnte.

Unbedingt ansehen: Kollektion Cynthia, von Palmers, im Fachhandel ab 31.01.2004 erhältlich.

Kollektion Cynthia Palmers Dessous

(c) 2004 by palmers

Was treibt eine ernste zu nehmende, intelligente und auch noch erotisch wirkende Kabarettistin eigentlich in den Urwald? Dieser Frage ging, die „taz" nach, und kam zu einem überraschenden Schluss: Eigentlich sei es ja schon wieder eine Realsatire, dass sich Deutschlands öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten mal wieder genau so verhielten, wie es ihrem Bild in der Öffentlichkeit entspräche: humorlose Saubermänner, nämlich. Die Fitz, so die taz, verbuche ihren Rausschmiss nicht als Abstieg, sondern als Erfolg. Nun wir werden sehen. Vorläufig erst mal das Original lesen, bitte: in der taz.

Liebe ist keine Sünde, Sex vor der Ehe aber schon: Darüber wurden jetzt 50 Besucher einer Veranstaltung der katholischen Landjugend in Teunz, Niedermurach und Fuchsberg aufgeklärt. Doch Probleme mit der Auffassung der Amtskirche gäbe es schon: 93 Prozent der Katholiken widersetzen sich den offiziellen Weisungen aus Rom, wusste der Kaplan Stefan Wissel aus Vohenstrauß.

Wo diese merkwürdigen Orte alle liegen? In der Pfalz. Warum dies hier steht: weil „Google" den Artikel in seinen NEWS bringt: Die Welt muss schließlich wissen, was in Teunz, Niedermurach und Fuchsberg so gesprochen wird. Geschrieben stand dies alles im Oberpfalznetz.

Die österreichische Tageszeitung „Krone " will wissen, dass die Polizei in Salzburg Anzeige wegen des Verdachts der „Geheimprostitution" erstattet hat. Grund waren Werbebriefe, in denen für 85 Euro die Adressen von „bis zu" 15 Frauen offeriert wurden, die „zu allem bereit" seien - und dies in nächster Nachbarschaft.

Nun, natürlich wissen wir nicht, was in Salzburg unter „nächster Nachbarschaft" verstanden wird und wir fragen uns vielleicht auch, ob alle Zahlen von null bis fünfzehn „bis zu 15" bedeuten könnten. Aber die Salzburger Polizei sieht das wohl anders: "Geheimprostitution" klingt jedenfalls ungeheuerlich kompetent.

Herrn über 50 sind diskret - sagt man. So diskret bisweilen, dass sie Türen leise schließen, die sie nie mehr zu öffnen beabsichtigen. Doch offenbar sind beide Geschlechter auch schweigsam, wenn es um ihre erotischen Abenteuer geht: 93 Prozent der Damen und Herren zwischen 50 und 70, die eine Zeitschrift jetzt befragte, würden mit ihrem Partner nicht darüber sprechen.

Auch sonst ist man diskret. Bringt der gemeinsame Sex keine Freude mehr, so behalten diees 79 Prozent der Befragten für sich, und 69 Prozent sagten, sie würden mit ihren Partner niemals über „außergewöhnliche“ sexuelle Gelüstete reden. Dies berichtete YAHOO unter Berufung auf eine Meldung von AFP.

Wer nach Budapest kommt, sollte auf keinen Fall versäumen, einen Blick in die berühmte Franz-Liszt-Musikakademie zu werfen - möglichst zwei Blicke, einen in die untere Etage und dann einen in die obere. Wer mag, kann auch gerne noch ein Konzert besuchen: Karten sind freilich rar: Alle 1200 Plätze sind so gut wie immer ausverkauft.

musikakademie budapest

© 2004 by sehpferd

Im Nachhinein muss man der Würzburger Einsatzleiterin des Krankenhaus-Besuchsdienstes „Die Grünen Damen“ wohl noch dankbar sein: Sie hatte eine ehrenamtliche Mitarbeiterin kurzerhand gefeuert, nachdem sich diese für den Kalender hatte ablichten lassen (Sehpferds Sinnliche Seiten berichteten darüber) und damit deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt.

Nun wird deutlich, dass es eine bessere Werbung gar nicht hätte geben können: Bereits 2000 Exemplare sind bereits verkauft, und im Moment druckt man 5000 Exemplare nach. Dies erfuhr „Merkur Online“ von der Würzburger Druckerei Franz Scheiner, die sich bereit erklärt hatte, die ersten 2000 Exemplare kostenfrei zu drucken.

Der Reinerlös der ersten Auflage kommt einer Kinderkrebsstation zugute.

Die Organisatoren einer Sexmesse im schweizerischen Freiburg kündigten unter dem Motto „Sex in the City" ein „Volksfest unter den Erotikmessen" an - sie versprechen aber nicht nur Volkstum, sondern „Spaß und Unterhaltung für jeden Geschmack". „Herzkranke" sollten lieber nicht hinkommen, denn auf der Bühne ginge „die Post ab", und dabei setze man nicht zuletzt auf Damenpublikum: Auch deren Geschmack würde getroffen, versprachen die Veranstalter.

Amerikanische Wissenschaftler haben jetzt festgestellt, dass es auch ohne Sex geht: leider (?) nur bei Rädertierchen. Ohne Sex hätten die Bdelloid-Rädertierchen 370 verschiedenen Arten entwickelt, schreibt die Basler Zeitung.

„Pornografie wird zu Erotik, Prostitution zu Sexarbeit und Lapdancing zur Unterhaltung für Männer", sagte Professor Janice Raymond von der Universität Massachusetts auf einem Hearing in Brüssel, das sich mit den Auswirkungen der Erotikbranche auf die Gesellschaft beschäftigte.

Natürlich, Frau Raymond: Aber angefangen haben damit andere, die aus Fürsorgerinnen Sozialarbeiterinnen, aus Stewardessen Flugbegleiterinnen und aus Klatschtanten Kolumnistinnen gemacht haben. Von Tütensuppen, die zu „leckeren Suppensnacks“ wurden, einmal ganz abgesehen.

Mehr in meiner Quelle.

Für diejenigen, die sich ernsthaft mit der Professorin auseinandersetzen wollen, hier ihre Gedanken:

Legitmating prostitution as sex work: UN Labor Organization (ILO) calls for recognition of the sex industry

Gedanken sind frei. Also können sie erotisch sein. Wenn aus den Gedanken jedoch Romane, Erzählungen und Kurzgeschichten werden, durchlaufen sie die Gedankenkontrolle vieler: sind sie dann noch erotisch? Belanglos? Pornografisch?

Niemand hätte sich in alten Zeiten angemaßt, ein Buch als „Produkt“ zu bezeichnen. Heute ist es eines, also wird es gehandelt, also folgt es den Kriterien des Marktes, aber auch der öffentlichen moralischen Wacht über diesen Produktverkauf, Jugendschutz genannt.

Was ich damit sagen will? Dass nur der Gedanke eigentlich erotisch ist. Zu Papier gebracht, produziert und verbreitet, kann es jeder nennen, wie er will. Was für Bücher gilt, gilt auch für Malerei, Fotografie, Filme, Dessous und vieles mehr.

Soll ich deswegen sagen: Sex-Produkte? Niemals. Ich bleibe dabei zu sagen: Erotik-Produkte. Zu den Gegenständen und Darstellungen früherer Zeiten, die solche Themen als Gegenstand haben, sagen wir ja auch „Erotika“.

 

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