anstoss

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Amerikanische Forscher ließen Weißbüscheläffchen etwas von den Aussonderungen rauschiger Affenweibchen schnuppern und siehe da: Nicht nur die äffische Geilheit, sondern auch die Entscheidungsfindung wurde aktiviert. Meine Hochachtung vor den Büschelchen - mancher Menschenmann sollte sich ein Beispiel an ihnen nehmen.

Und hier hat es gestanden: Morgenpost Berlin.

Die bayrische Kultusministerin und Strauß-Tochter Monika Hohlmeyer hat beim RTL gegen die neue Serie „Schulmädchen" protestiert, weil sie in einem „Franz-Josef-Strauß-Gymnasium" spielt.

In der Serie soll es um schlüpfrige Themen wie Sex zu dritt und andere Liebesspiele gehen.

Es stand unter anderem in rp-online.

Also, in Österreich ist es zukünftig so: Wer auf der Straße oder sonst wo einer Dame verspricht, eine gewisse Summe Geldes zu zahlen, falls die hernach mit ihm der Liebe frönt, der sollte besser vorher Fragen, ob die Dame eine registrierte Liebesdienerin ist. Ist sie es nämlich nicht, dann riskiert der Mann, 700 Euro zu bezahlen, weil er die falsche Dame angesprochen hat. Dieses neue Gesetz wurde am heutigen Freitag nämlich im österreichischen Landtag mit den Stimmen so gut wie aller Parteien beschlossen - außer den Grünen: Die hätten gerne noch einen Nachschlag gehabt.

Wer bislang noch nicht wusste, wo die Wiener Huren herumscharwenzeln, kann dies nun im Standard nachlesen: vermutlich, damit Freier in Zukunft keine Fehlofferten an „Solide" herantragen. Fragt sich freilich, ob österreichische Huren sich demnächst ein Schild umhängen müssen: „Ich bin keine Dame, sondern eine Hure“. Allen sieht man es ja nicht gleich von der Nasenspitze an.

Wie der Washingtoner Korrespondent der „Deutschen Welle“ berichtet, kommt aus Amerika noch einiges auf uns zu: neue Reality-Shows zum Beispiel, die es dort schon gibt: Da wir das „zukünftige Top-Modell“ Amerikas gesucht: Geht nicht, ohne sich erstmal nackt vor der Kamera zu zeigen. Beim Kampf um die „Bachelorette“ (Junggesellin) sollen schon mal die Fäuste geflogen sein – nun vielleicht sehen wir auch hier bald, wie man sich um ein Mädchen kloppt: fernsehen soll ja bilden. Wem das noch nicht pervers genug ist, der darf sich auf folgendes freuen: „Mit den Zähnen transportieren sie Kuhgehirne oder andere faulende Tierteile von einer mit stinkenden Soße gefüllten Wanne in die andere. Oder sie schlürfen einen randvoll gefüllten Becher mit leckerem Maden-Shake aus.“

Das alles ist moralisch? Offenbar. In einem Land, indem Präsident und Kirche darum kämpfen, dass Mädchen Jungfrauen bleiben, bis sie eine Ehe eingehen. Wie schön, dass Amerika solch ein moralisches Land ist.

Wie aus zahlreichen Presseberichten hervorgeht, beabsichtigt die Beate Uhse AG den Penthouse-Verlag „General Media" zu kaufen. Wie verlautet, erwartet das Unternehmen damit vor allem eine Stärkung seiner Aktivitäten auf dem amerikanischen Markt. Das deutsche Erotik-Unternehmen soll der einzige Interessent für den angeschlagenen amerikanischen Verlag sein. Die Beate Uhse AG war kürzlich in die Schlagzeilen geraten, weil eine schwedische EU-Abgeordnete ein Börsenverbot für die Erotik-Branche verhängen wollte - gemeint war damit neben einem schwedischen Unternehmen auch die Beate Uhse AG.

Wer in der letzten Zeit Umfragen aus Amerika gelesen hat, die angeblich „beweisen“sollen, dass amerikanische Eltern das Abstinenz-Programm der Bush-Regierung in jeder Hinsicht unterstützen, sollte in Betracht ziehen, aus welcher Quelle diese angeblich objektiven Zahlen kommen: Sie wurden von der „Heritage Foundation" ermittelt, die nach Eigenerklärung versucht, „konservative und traditionelle amerikanische Werte" gesellschaftlich durchzusetzen.

An der Studie beteiligte Wissenschaftler beklagen in einem pseudowissenschaftlichen, proagandistischen Artikel, dass „in den meisten Schulen die klare Botschaft der Eltern nicht durchgedrungen sei, den heutigen jungen Menschen vor allem sexuelle Abstinenz zu vermitteln“. Diese Anstinenz soll mindestens bis zum Erwachsenenalter, besser aber noch bis zur Ehe beibehalten werden.

Wer sich selbst ein Bild machen will, kann dies auf der Webseite der Organisation tun. Die Studie wird mit Sicherheit in Zukunft auch von ultrakonservativen Kreisen in Deutschland und Österreich zur Untermauerung ihrer Argumente verwendet werden.

Erst wurde sie Miss Westerwald, dann versagte sie als Miss Hessen, indem sie nur Platz Drei belegte, um schließlich auch nicht Miss Westdeutschland zu werden, wo sie leider nur die Zweitplacierte war - doch nun ist sie Miss Mitteldeutschland: Yvonne Taudor, 22, bewies damit nicht nur die Beliebigkeit von Misserfolg und Miss-Erfolg, sondern auch, dass Limburg (Bundesland Hessen) in Mitteldeutschland liegt – das war uns allen bisher entgangen.

Gelesen in der Marburger Zeitung

Wenn die Moral aus Kultur und Gesellschaft kommt, dann muss untersucht werden, welche Strömungen hier und anderwärts dafür bestimmend sind. Wobei eines deutlich wird: wir haben in der Schule etwas von Germanentum und Griechentum gehört, so lange, bis uns die Germanen und Griechen aus den Ohren heraus gekommen sind – aber haben wir etwas davon verstanden? Ich denke, ehe wenig, zumal unsere Kultur auch unter starkem römischen Einfluss stand – etwas, das von Geschichtslehrern gerne übersehen wird, weil die Römer doch angeblich so einen schlechten Einfluss auf die Moral hatten.

Wer heute über moralische Fragen diskutiert, bekommt zuerst das Christentum um die Ohren gehauen – so, als ob die Religion bereits eine Kultur ausmache, doch dann wird korrigiert: die „Abendländische“ Kultur eben. Doch auch das ist nur eine Bezeichnung, die sie von der „morgenländischen“ abgrenzt. Menschen, die sich etwas Bildung angekleistert haben, sagen ohnehin in letzter Zeit unsere „christlich-jüdisch geprägte abendländische Kultur“. Klingt gut, stimmt aber ebenso wenig, denn wenngleich jüdische und christliche Menschen namhaft an der Kultur beteiligt waren, gibt es doch keinen ausschließlichen Bezug zu deren Religionen.

Ist das Unternehmen also aussichtslos? Werden wir nie begreifen, was unsere Moral ausmacht? Könnten wir nicht einen anderen Ausgangspunkt suchen, eine andere Sichtweise verwenden?

Eines könnten wir in jedem Fall tun: uns auf die Grundlagen des Menschseins besinnen. Wie lebten wir, als wir noch in Horden durch die Steppen zogen? Welche Moral galt dort? Was geschah, als wir uns in kleinen Dorfgemeinschaften niederließen? Damals musste sich die Moral geändert haben: was weiß man darüber? Und welche Auswirkungen hatten die Begegnungen der Kulturen? Wir wissen, dass der biblische Moses die Kultur und Moral seines Volkes mit Klauen und Zähnen gegen die (wenigstens vordergründig) wesentlich attraktiveren Kulturen anderer Völker verteidigte. Aber welche Zeugnisse aus jenen Tagen gibt es noch?

Sicher, meine Gedanken sind noch höchst unfrisiert – aber ich denke, wir müssen zurück zu den Wurzeln, wenn wir eine neue Moral wollen. Was meint ihr?

Moral ist gut, wenn sie dem Geschäft nützt: Erst wird man Miss, dann zieht man sich für Herrenmagazine aus. Wer es umgekehrt macht, verstößt gegen die Regeln einer Branche, die seit Jahrzehnten diese Art von Doppelmoral als Schutzschild verwendet: Bürgermief vergangener Jahrzehnte.

Meine Prognose: Die Miss-Macher können ihre Wettbewerbe in Kürze einstellen, weil sie keine Frauen mehr finden werden, die keine Aktfotos von sich haben machen lassen und dennoch noch eine „Miss“ werden wollen.


Der Auslöser stand bei: T-Online

Gerade habe ich über die Moral geschrieben, und dabei gedacht, was eigentlich wohl in anderen europäischen Ländern passiert ist. Ich hatte ja Deutschland im Sinn, genau genommen Westdeutschland, ein Land, in dem die bürgerliche Moral gerade zu Grabe getragen wird – endlich, wie ich meine, denn sie ist die Moral der Unbelehrbaren. Doch in Finnland, Norwegen und Schweden beispielsweise soll die Bürgermoral ja immer noch fest stehen wie ein Fels – ist dies noch so? Und wenn ja, woran liegt es? Werden in diesen Ländern die Fassaden besonders gepflegt? Oder gibt es sie dort wirklich noch, die Werte der bürgerlichen Familie?

Das alles und noch viel mehr würde Sehpferd gerne in Erfahrung bringen und er bittet seine Leser deshalb, sich zu äußern.

Nein, ich schreibe nicht über Schnee – aber ich habe einen Wettbewerb gesehen, in dem es um Schneemänner geht. Schneemänner? Oh, nicht nur – meist geht es um den begehrtesten Teil des Mannes – aus Schnee.

Dieses Exemplar gehört zur Serie, repräsentiert aber nicht unbedingt den übrigen Inhalt der Webseite.

schneemann
(c) 2003 by rotten.com

Die 18-jährige Rosie Reid ist offenbar bereit, ihr Jungfräulichkeit meistbietend zu versteigern, wie die britsche Sonntagszeitung News of the World* in einem groß aufgemachten Artikel berichtete. Das Mindestgebot muss jedoch bei 10.000 GBP liegen. Diese Summe decke, so die Studentin, etwa zwei Drittel der Kosten ihres Studiums ab. Nachdem der erste Versuch, die Jungfräulichkeit bei Ebay zu verauktionieren, nach drei Tagen am Widerstand des Betreibers gescheitert ist, soll die junge Frau nun versuchen, dies auf einer eigenen Webseite zu tun.

Ob die 18-jährige bekennende Lesbierin freilich wirklich bereit ist, ihre Jungfräulichkeit einem der 400 Interessenten zu verkaufen, scheint zweifelhaft: Derartige Aktionen wurden in der Vergangenheit oft genutzt, um Popularität zu gewinnen oder „Retter" auf den Plan zu rufen, für die 10.000 englische Pfund ein Zigarettengeld sind.

Die englische Zeitung, die behauptet, die Story exklusiv zu haben, gibt freilich an, die Sache sei absolut ernst gemeint, und sie ruft in einem Kommentar gleich dazu auf, es nicht zu tun: "Don't do it, think again, Rosie".

* Unglücklicherweise ist der Artikel in englischer Sprache im Web verlorengegangen: Nehmen Sie jetzt bitte diesen .

More Information in English from rainbow.net.

Hinzugefügt am 11.Februar 2004:

Wie unter anderem die BBC mittlerweile wissen will, hat sich ein Bieter gefunden: Für 8400 GPB (etwa 12.400 Euro) kann er Rosies Blümchen pflücken. Inzwischen soll sich sogar die Polizei für die schrullige Engländerin interessieren: sie will prüfen, ob die Dame gegen ein Gesetz verstoßen hat: man glaube aber man habe es mit „einer Grauzone“ zu tun.

Hinzugefügt am 21.März 2004:

Tatsächlich soll Rosie Reid nun das Gebot des höchsten Bieters angenommen haben: Wie alles geschah, will "News of the Wrold" am besten wissen. Oder die BBC.

Die Frage, wann Frau Halsband trägt, ergibt sich eigentlich von selber: sobald es Mode wird. Die Diskussion in „Verbindungen-Zur-Unterwelt“ (was es nicht alles gibt) dreht sich allerdings um Schmuckhalsbänder für Damen, die ihren Stolz, devot zu sein, nach außen tragen wollen. Also auch am Arbeitsplatz, im Restaurant und im Freibad? Noch ist die Diskussion offen – Mitglieschaft ist zwingend notwendig.

Nicht mehr offen ist allerdings die Frage, wo die fesselnden Halsbänder, Armringe und Fußringe am schönsten sind: Bei Goldschmiede-oro.de.

Wie war das mit einem Valentinsgeschenk? Der silberne Halsreif wird auf der Webseite zu einem Preis von 1230 Euro offeriert, Hand- und Fußreifen sind etwas preiswerter. Aber auch für Menschen, die sich nicht von Schmuck gefangen nehmen lassen, ist die Webseite der Goldschmiedin sehenswert.

halsband und fesseln aus silber mit schmucksteinen

(c) 2004 by Goldschmiede-oro.de

Im Forum des „Erotischen Sekretariats“ (ja, so etwas gibt es) hat gerade eine Diskussion begonnen, ob Frau sich vielleicht mal einen Mann für eine Nacht bestellen sollte. Der Tenor der bisherigen Diskussion: Appetit wäre schon da, aber die Preise seien viel zu hoch. Lust zum Mitdiskutieren? Dann ganz schnell nach hier wechseln (Mitgliedschaft frei). Frau kann sich natürlich auch hier äußern.

Dass Bauernmädchen ein besseres Gefühl für Nacktheit haben, wissen wir ja schon von den Jungbauernkalendern „Made in Austria". Aber diesen Satz darf man wohl nur noch dort schreiben, wo die Kühe gleich vor der Haustür grasen - oder irre ich mich jetzt?

„Vielleicht denke ich zu praktisch über Sex, weil ich immer ein Bauernmädchen geblieben bin, aber für mich ist ganz natürlich, dass männliche Wesen andere sexuelle Wünsche haben als weibliche.“

Danke „Taken In Hand“ - ich bin sehr gespannt, was Österreicherinnen dazu sagen werden.

Natürlich wirken Frauen durch ihre Persönlichkeit und nicht durch einen Tanga. Aber manchmal kann es ja nicht schaden, die persönliche Ausstrahlungskraft durch die Glitzerwirkung einiger Steinchen noch zu steigern – denn aus viel mehr besteht dieser Tanga mit dem Namen „Lucy Swarovski crystal tanga“ nicht.

Geeignet ist dieses Nichts von einem Kleidungsstück natürlich auch als Geschenk zum Valentinstag - wenn es denn die richtige Dame ist. Gesehen bei Blissbox in England für knappe 70 GPB.(*)

Wer meint, diese Meldung hätte ich schon einmal gebracht, irrt nicht – aber schließlich ist nicht jeden Tag Valentinstag. Wer nicht gerade über das große Budget verfügt, kann sich auch dort eindecken, wo Tänzerinnen kaufen, nämlich bei 12dance.

erotischer tanga glitzersteine
(c) 2003 by blissbox, UK
* Preisangaben ohne Gewähr

Die Kunden von Sexshops und Stripshows sind die bevorzugten Opfer des texanischen Geistlichen und Floristen Jim Nordwood. Er fotografiert die Nummernschilder der vor derartigen Einrichtungen geparkten Autos, um die Beweise des schändlichen Tuns dann per Postkarte an die Besitzer der Automobile zu schicken – verbunden mit einer höfflichen Einladung in seine Kirche.

Der Pastor glaubt, damit die Seelen seiner Mitmenschen vor den schändlichen Folgen der Pornografie retten zu können: Er wisse aus erster Hand, wohin Pornografie führen könne“ soll er der „Los Angeles Times“ gesagt haben. Wir glauben es ihm gerne.

Berichtet hat dies unter anderem: ananova und die
variety

Schweden gilt vielen Deutschen immer noch als vorbildlich, und besonders seit 1999 das "Gesetz über das Verbot des Erwerbs sexueller Dienste“ eingeführt wurde, frohlockten die Gutmenschen gemeinsam mit den Feministinnen: Endlich wurden die Freier bestraft.

Der Erfolg soll angeblich sein, dass die Anzahl der Straßenhuren auf 50 Prozent geschrumpft ist, der Anteil der Freier auf öffentlichen Straßen sogar um 80 Prozent. Aber sogar die Schweden müssen zugeben, dass sich das Geschäft nur verlagert hat, und dass es seither deutlich kriminellere Züge angenommen hat: Wörtliches Zitat „allerdings hat sich durch das Verbot das Gewerbe verlagert. So organisieren Banden nun in Schweden oder etwa im benachbarten Finnland Prostitution mit osteuropäischen Frauen, die in Bordellen, Feriendörfern oder Campingplätzen ihre Dienste anbieten“.

Allerdings tut man so, als seien nun die Finnen schuld - mitnichten. Wer Prostitution verbietet, begünstigt die Menschen, die mit kriminellen Energien Auswege schaffen. Hinzu kommt, dass die schwedische Bevölkerung ausgesprochen konfliktscheu ist: Sind die Huren einmal von der Straße, ist für den Durchschnittsschweden das Problem der Prostitution vom Tisch.

Zitat gelesen bei Heine Online.

Neues von Partkontakt:

Bei Georgine-Corinna, genannt Cora, soll ich diesmal anknuspern: sie macht Schicht in der Schokoladenfabrik, beißt nicht und will einen Mann für immer - und auf ihrer Webseite lüpft sie gar ein wenig ihr Röckchen.

Ach, liebe Georgine-Corinna, früher, als ich so zwischen acht und zehn Jahre alt war, da hätte ich so gerne jemanden kennen gelernt, der in einer Schokoladenfabrik arbeitet, aber jetzt? Da sagt mein Arzt schon, dass ich doch bitte nicht mehr so viel Schokolade essen soll, also: Mit uns wird es auch nichts.

Der Teufel verführt, und Eva, von des Teufel Schlangen eingekreist, wird sein Opfer. Doch Adam scheint mit der Entwicklung sehr zufrieden zu sein: Der Biss in den Apfel wird die Menschheitsgeschichte erst anstoßen, und es sieht aus, als er würde er es genießen: Der Wächter vor dem Paradies wäre gar nicht nötig gewesen: Adam wäre ohnehin niemals zurückgegangen.

teufel schlange adam eva apfel

(C) 2001 sehpferd press

„Sie werden nur mit Körnern und Rohkost beliefert und müssen nach Auskunft der Produktionsgesellschaft sogar selber Tiere schlachten, wenn sie Fleisch essen wollen.“ Die Rede ist von Fernsehen, Big Brother Fünf. Ob es gesendet wird? Da bin ich fast sicher. Proteste? Darüber witzelt man in der Branche schon: Dann hätten die Stammtische doch endlich wieder ein Thema.

Merkwürdig, dass die Gutmenschen und der Jugendschutz immer nur über kopulierende Paare stolpern - oder sollte es vielleicht Absicht sein, um davon abzulenken, wer die Moral mit Füßen tritt?

Zitat aus der Webseite von T-Online

Das (verspätete) wöchentliche Geblubber aus den Algen.

Einen Nachruf schreiben, über den als "Nacktfotografen" bezeichneten Helmut Newton? Ja, ja, das habe ich schon getan. Er gehörte allerdings zu den am meisten überschätzten Künstlern der Welt - wenn man ihn denn überhaupt zu den Künstlern rechnen durfte, denn eigentlich war ein Handwerker mit Ambitionen. Immerhin hat er die Frauen geliebt: Das kann man von vielen so genannten „Web-Fotografen" nicht sagen, die mit jedem lächerlichen „künstlerischen" Aktfoto zeigen, dass sie Frauen eben nicht lieben: Nahezu jedes Mal, wenn ich auf einer dieser Seiten verschlagen werde, sträuben sich bei mir die kleinen Nackenhaare.

Interessant finde ich, in welche Schublade ich hier ständig gepackt werde: Wer über Erotik schreibt, ist entweder pervers oder bescheuert: vermutliche beides. Sollen die Menschen, die nicht anders können, als so zu denken, bei ihrer Meinung bleiben.

Was sonst noch dieser Tage geschah? In Wahrheit nicht viel. Polittheater Berlin: Steuerdiskussionen mit den nämlichen Kaspern und einer Gretel. Fehlen nur noch eine Großmutter und ein Krokodil.

Auf meinen sinnlichen Seiten ziehen statistisch gerade die Schweizer Jungbäuerinnen steil nach oben: Denn diplomierte Landwirtin, Bäurin, Landwirtstöchterchen, Winzerin und Viehhändlersfrau haben in großer Zahl das Bestreben, einmal die Hüllen für die Schweizer Agrarwirtschaft fallen zu lassen: Da sage man noch, das Landleben sei Prüde.

Diese Woche wird wieder einmal der „neuen Moral" und ihren Vertreterinnen und Vertretern gehören. Eine von ihnen hatte kein gutes Verhältnis zu Helmut Newton: das „Fräulein Schwarzer", wie er die Emma-Herausgeberin zu Lebenszeiten nannte. Auf den Nachruf von Frau Schwarzer sind wir deswegen besonders gespannt. Mal sehen, ob sie ihre Fehler einsehen kann.

Das Monatsmagazin DER SPIEGEL macht sich in seiner Online-Ausgabe über Meinungsforscher lustig: Diese untersuchten jüngst im Auftrag eines Herrenmagazins, womit Frauen den Hormonspiegel von Männern nach oben schießen lassen können.

Wundersamerweise stellten die Meinungsforscher dabei fest, dass Bremer (stabile SPD-CDU-Koalition) auf wohlverpackte Brüste setzen, während Hamburger (CDU-Schill-Koalition in Auflösung) sich mehr für Strapse interessieren.Ulkt der SPIEGEL: „Ob es allerdings eine Korrelation zwischen Wahlverhalten ... und der Bewertung von Kleidungsstücken gibt, diese Antwort bleiben uns die Meinungsforscher schuldig - noch jedenfalls". Nun, da könnte man orakeln: Brüste kann man nämlich, zumindest teilweise, in der Öffentlichkeit durchaus zeigen - bestrapste Oberschenkel sind hingegen nicht gesellschaftsfähig.

Das klingt doch wie Musik in den Ohren, Schauspielerin und Autorin zu sein, nicht wahr? Jedenfalls hat der Kölner „Express" dies gerade von einer Frau behauptet, die alles andere als eine Autorin ist. Doch was soll es: Schließlich kann in diesem Land jeder werden, was er will: Michaela Schaffrath Autorin und Guido Westerwelle Politiker. Fragt sich nur: Wem habe ich jetzt Unrecht getan?

27 Stunden dauert das Theaterstück „Sexo" von Juan Carlos Montagna - und im Moment wird es gerade in Chile aufgeführt. Sein Inhalt: simulierter Sex. Dies berichtete Ananova unter Bezug auf die Tageszeitung Las Ultimas Noticias. Die Zuschauer, deren Reaktionen wie immer gemischt waren, können das Theater während der Vorstellung jederzeit verlassen und erneut betreten.

Autor Montagna hofft jedenfalls, dass man aus seinem Stück einige ernstliche Fragestellungen zur Sexualität, zur Freiheit und zu Vorurteilen mitnehmen könne.

Nora Leuenberger aus Aesch will es wissen: ihre Bewerbung für den Schweizer Jungbauernkalender soll der Welt beweisen, dass junge Frauen vom Bauernhof alles andere als „fette Landeier“ sind.

Wie sie, so wollen auch noch viele andere Schweizerinnen zeigen, dass in der Landwirtschaft zahllose Naturschönheiten arbeiten: In einem Kalender natürlich, für den sie leicht bekleidet posieren wollen: Dem Schweizer Jungbauernkalender 2005, und die Präsidentin ihres Verbandes ergänzt: „wir sind stark und sexy“. Wie stark und sexy die Jungbäurinnen sind, zeigen sie schon mal mehr, mal weniger vorteilhaft auf der Seite der Kalendermacher: Dort zeigen sie sich in kräftiger Baumwolle und zarten Dessous – und immer in der Hoffnung, Kalendergirl 2005 zu werden.

Und ob Bäuerin, Bauerntochter, Viehwirtin oder Winzerin: Hauptsache eine Schweizerin mit Bezug zur Landwirtschaft muss man sein. Dann kann man sich auch jetzt noch bewerben.

schweizer jungbauernkalender kalendergirl bewerberin

Bewerberin Rahel
(c) by "Rahel" 2004

Jetzt, nach seinem Tode, wird sich die öffentliche Darstellung seines Lebens wohl noch mehr verklären, als dies ohnehin schon der Fall war: Der Fotograf Helmut Newton, der „Gigant“, wie ihn Hugh Hefner nannte, ist tot.

Er steht für ein Zeitalter, in dem sich Fotografie selbstständig machte, und er wurde dessen Leitfigur: Fotografen inszenieren sich als Teil des kulturellen Showgeschäfts, werden deren Bestandteile. Sie sind Zeitzeugen und Zeitgenossen, Markenzeichen und Marktteilnehmer, Kunstmacher und Kitschfabrikanten. Sie produzieren Inszenierungen: die von Produkten, die von Menschen, vor allem die von sich selbst. Künstler sind sie auch. Ein bisschen. Manchmal.

Newton und Deutschland? Eine besondere Beziehung. Hier wurde er geboren, hierher hat er zu Lebzeiten sein Erbe hingeschafft. Zwei Mal wurde er verfolgt: Einmal als Jude von den Faschisten, einmal als Fotograf wegen seiner angeblich „faschistoiden“ Bilder – von einem „Fräulein Schwarzer“. Ein Medienrummel, weiter nichts, doch noch stoßen Kritiker in die gleiche Kerbe: „Was zählt, ist das Fleisch“, betitelte die „Badische Zeitung“ heute seinen Nachruf: Ein widerwärtiger Schnitzer, der freilich ohne die Vorarbeit von Alice Schwarzer nicht salonfähig gewesen wäre.

Newton war ein besessener Fotograf, und er war es ganz und gar. Seine Liebe zur Fotografie paarte sich mit der Liebe zu Frauen, deren Sinnlichkeit er über seine Kamera einfangen konnte, ein wahrhaftig genialer Handwerker der erotischen Fotografie. Aber ein Künstler? Ein bisschen. Manchmal.

 

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