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Rot ist die Liebe – und am Valentinstag ganz besonders. Wie bitte, das ist schon bald? Nun, soeben sendet mir Victorias Secret eine Mail, dass ich heute noch bestellen kann – mit garantierter Lieferung zum Valentinstag. Kostet ein paar Euro extra.

Wie wäre es mit diesem Baby Doll? Nun, es gibt noch mehr – und auch nach dem Valentinstag gibt es sicher eine Gelegenheit, ihr etwas Schönes angedeihen zu lassen, damit sie etwas Gutes zurückgibt.

baby doll victorias secret

(c) 2004 by Victoria's Secret

Wer intelligente, skurrile Webfrauen liebt, wird an Bianca Abel nicht vorbeikommen: Mag das Leben auch manchmal kein Vergnügen sein, für sie ist das Diesseits ein Cabaret, und das Erste, was sie uns verrät, sind ihre Maße:

· Height: 5'10"
· Bust: 36 C
· Waist: 26" (22" Corseted)
· Hips: 36"
· Dress Size: 8
· Eye Color: Dark Chocolate
· Skin Color: Champagne
· Hair Color: Red

Natürlich will man sie sehen, und weil wir ganz viel sehen wollen, nennt sie die geheime Stelle ihres Boudoirs: Peepshow. Wer die Seite aufruft, wird erschlagen von Bilder, Bildern, Bildern: eine Selbstdarstellerin, die viele Fotografen darstellen wollen.

Wer es wagt, sollte hier klicken.

Wem noch ein besonders attraktiver Hintergrund („Wallpaper“) für den Bildschirm fehlt, der manche Sehnsüchte weckt, findet ihn möglicherweise auf einer Webseite, die noch nicht so genau weiß, worauf sie hinauswill ... oder vielleicht doch?

wallpaper hintergrund brust beissen

(c) 2004 by curiousnature.co.uk

Es scheint, als würden die Dummen nicht weniger: Immer wieder gelang es einem Schweizer Koch, sich als „Playboy“-Fotograf auszugeben und dann in Internet-Chats Frauen anzubaggern, die er „berühmt“ machen wollte. Dabei ging er auch noch ausgesprochen tapsig vor: Zunächst vereinbarte er ein Gespräch in einem Lokal Namens „Bären“, wo er das Vertrauen der Interessentinnen gewann, um sie dann in seiner Wohnung nach einem kurzen „Shooting“ zu begrapschen und auf andere Arten sexuell zu nötigen.

Innerhalb von weniger als drei Jahren soll er 34 bekannt gewordene Frauen in unterschiedlicher Weise sexuell belästigt haben.

Fragt sich natürlich: Wenn diese Zahl schon einem Gericht bekannt wird, wie viele ruhmsüchtige Frauen sind dem Mann dann tatsächlich bereits auf den Leim gegangen? Ist die Aussicht auf den schnellen Ruhm wirklich wert, sich von völlig fremden Männern nackt fotografieren zu lassen, von den Gefahren, denen man sich dabei aussetzt, einmal ganz abgesehen?

Der Schweizer Richter, der den „Fotografen“ jüngst verurteilte sagte jedenfalls einer Zeitung:: „Interessierte sollten vor einem Fotoshooting immer abklären, ob der Fotograf, unter dem angegebenen Namen überhaupt existiere.“ Andernfalls gälte: Finger weg!

Das auf Fetischkleidung spezialisierte New Yorker Bekleidungshaus DeMask soll vom Auftritt einer seiner berühmtesten Kundinnen nicht begeistert gewesen sein. Er verkaufe Qualität, soll der Inhaber geschimpft haben, und da passiere es nun mal nicht so einfach, dass sich eine Brust von selbst freilegt. Freilich sollten an Frau Jacksons Kleid auch noch einige Änderungen vorgenommen worden sein, wie Ananova berichtete.

Vielleicht hätte er ihr gleich ein Kleid verkaufen sollen, bei dem dies alles nicht passiert wäre: Es gibt nichts mehr freizulegen. (Dieses Modell: LLD 033/LS, ab 709 USD, Preis ohne Gewähr.

demask leder kleid


(c) 2004 by DeMask

Der Auftritt der Sängerin Janet Jackson, an deren nackter Brust sich ein wunderschönes silberfarbenes, sternförmiges Piercing befand, erregte nicht nur die Gemüter der bigotten Amerikaner, sondern offenbar auch die Fantasie einiger lustvoller Damen jeden Alters: Jedenfalls sollen sich nicht nur Teenager, sondern Frauen jeden Alters derzeit intensiv darum bemühen, einen vergleichbaren Schmuck zu finden. Die Suche hat möglicherweise ein Ende, wenn man auf diese Seite klickt.

nipple shield brustschmuck

(c) 2004 fancy-rings.de

Wenn Schweizer Prominente einen Porno oral vortragen, ist es noch lange kein Porno, zumal, wenn es kein Porno ist – so etwa lässt sich ein Artikel des Schweizer „Blick“ zusammenfassen. Unter den Prominenten, die ein vermeintlich pornografisches Manuskript vorgelesen haben, war auch die Schweizerin Darstellerin „Laetitia“, die ein Geheimnis preisgab: „Privat“, so sagte sie dem „Blick“, habe sie nur mit vier Männern Sex gehabt.

Die Aufführung von „Attabambi-Pornoland - Die Reise durchs Schwein“ von Christoph Schlingensief ist nach mehreren Presseberichten vom Züricher Publikum bestenfalls „verhalten“ aufgenommen worden – Teile des Publikums reagierten hingegen eher verärgert.

Schlingensief hatte sich im Vorfeld der Aufführung bereits durch seine unerträgliche Selbstherrlichkeit bei der Schweizer Presse unbeliebt gemacht.

Einst gab es einen ungelösten Fall in der Bremer Justiz: Da wurde ein Handwerker beschuldigt, einer Dame in die „Mysterien gegriffen zu haben“ da dieser Tatbestand nun aber nicht im Gesetzbuch stand und die Dame nicht bereit war, den Vorgang näher zu erläutern, legte der zuständige Richter erst einmal eine Pause ein.

Erwägend, dass ihm vielleicht eine Marktfrau helfen könne, fragte er sie ob "er sie mal in die Mysterien greifen“ solle, worauf sie ihm eine Ohrfeige gab. Der Richter verurteilte, wie es heißt, den Handwerker darauf hin zu „drei Tagen“. Von diesem Richter gibt es noch mehr solche Anekdoten, und auch „drei Mal ist Bremer Recht“ soll darauf zurückzuführen sein.

Nun las ich folgende Anzeige: „Wer will mich w, 39 in einer Konditorei tagsüber ausgreifen? Ich trage unter der Bluse nur eine Busenkette und unter dem Rock nichts.“

Nun, mir ist nicht klar, warum der nämliche Vorgang in einer Konditorei stattfinden soll, aber welche österreichische Marktfrau kann mir bitte mit dem Begriff „ausgreifen“ weiter helfen? Der Duden sagt „Verhören“ als Synonym – sagen die Marktfrauen das auch?

Das Stöbern im Web kann schon sehr informativ sein: Damen, die Schwarzarbeiter suchen, haben jedenfalls eine neue Möglichkeit entdeckt, wie sie mit geringem Risiko an einen Grau-Handwerker kommen können: Da sucht eine „junge Herrin“ einen „devot-masochistischen“ Malersklaven, der einige ihrer Räume renovieren soll – anschließend wird dem Herrn dann versprochen, dass er das Handwerk der Dame kennen lernen kann. Bewerben möchte er sich bitte „ohne Genitalfoto“.

Nun ja, Tauschwirtschaft nennt sich so etwas – wird die Damen und Herren von der extremen Linken freuen, die das Geld ja gerne abschaffen würden. Aber einen Moment, bitte: Ein Schwarzarbeiter soll je nach Gegend die Stunde so etwa 10 – 20 Euro bekommen, eine Domina-Stunde kostet ungefähr 300 Euro: Da muss der Herr schon viel malern, wenn es sich wirklich rechnen soll. (Gefunden bei SmartCafe.at).

Das wöchentliche Geblubber aus den Algen

Bei Twoday gibt es zwei Möglichkeiten, populär zu werden: Entweder um den Beliebtheitspreis buhlen oder kritisieren, was das Zeug hält: Es scheint, als ob weder Mittelmaß noch Qualitätsschreibe die Mitglieder je erreichen würden. Natürlich bin auch ich in die Kritik geraten, indem ich eine „Mistress Michelle“ wegen eines Plagiats kritisiert habe.

Blogger haben ja durchaus unterschiedliche Absichten. Manche wollen sich tatsächlich einmal in der Öffentlichkeit aussprechen, wohl in der Hoffnung, dass tausende Blogleserinnen und Blogleser mehr Wert sind als eine einzige Freundin oder eben ein einziger Freund. Ich begegne ihnen mit Respekt, wenngleich ich immer davor warne, zu viel von sich selbst an die Öffentlichkeit zu bringen: Böse Menschen hören und lesen mit. Ihnen entgegen stehen die Besserwisser: Sie picken sich Menschen aus Politik, Wirtschaft und Showgeschäft heraus, um sie mit Dreck zu bewerfen. Wobei ich bemerken muss: Nichts gegen innerösterreichische Probleme, aber auch Österreich ist ein Teil von Europa, und ein bisschen europäische Denke schadet den österreichischen Bloggerinnen und Bloggern nun wahrhaftig nicht – den Deutschen freilich auch nicht.

Die Dritten, die hier bloggen, sind die Interessenvertreter – aber ob es nun die ICH-AG ist, für die hier Kunden angeheuert werden sollen oder die Linksaußenparteien: Ich finde, dies gehört alles nicht hierher. Wir kommen hierher entweder als wir selbst oder als Journalisten und Autoren, aber in keinem Fall als Interessenvertreter – das würde der Blogger-Idee widersprechen.

Ach, ihr wollt wissen, was sich bei mir tut? Leider nicht viel. Meine guten Artikel werden, wie alle anderen guten Artikel auch, wenig gelesen – und wenn ich Kurznachrichten über irgendeinen Mist schreibe, dann fällt die Welt darüber her wie eine Fliegenschar: Über 3000 Menschen wollten inzwischen meine Paris-Hilton-Notiz lesen, und ansonsten geht alles, in dem das Wort „nackt“ vorkommt – und TV6 natürlich, nicht zu vergessen. Insgesamt wollten (in mehreren Artikeln) mittlerweile über 6000 Surfer wissen, was es mit diesem Sender auf sich hat.

Catherine Bosley? Wer um Himmels willen ist diese Dame? Nun, sie geriet in die Presse, weil sie als Nachrichtensprecherin bei einem lokalen US-TV-Sender nicht mehr tragbar zu sein schien: Sie hatte an einem der so genannten „Wet-T-Shirt“ Wettbewerbe teilgenommen. Das Interessante: Bei den Top-50 der Suchmaschine Lycos stand sie schon einmal auf Platz 1 der Suchanfragen. Wer heute den Namen bei Lycos eingibt, findet – nichts.

Wie von anderer Seite verlautet, gibt es inzwischen einen Streit um das Copyright an den Bildern, die von der Dame im Internet kursieren. Vorläufig findet man sie noch hier.

Neu für deutsche Leser:

Die Hintergründe, die Quellen und Informationen über das Urteil des Berufungsgerichts.

English:

You will still find all pictures under the above mentioned address, but you have to fill in your age and name to see the pictures, then click on the non-nude picture of the Anchorwoman.

catherine bosley lycos

Über die Suchmaschine Lycos sollen 60-mal so viele Anfragen nach der nackten Brust von Janet Jackson gekommen sein wie nach dem obszönen Video von Paris Hilton, behaupten die Betreiber von Lycos.com, nachdem sie am 4. Februar ihren „Super-50“-Bericht abgegeben hatten. Lycos verglich die Suchanfragen mit dem Run, der am legendären 11. September auf die Webseite zukam. Die Nummer eins der „Super 50“ freilich war abermals unangefochten Paris Hilton.

Wer immer noch nach einem Bild der Szene und einem genauen Blick auf die Brust der Sängerin sucht, findet dies im Drudge Report.

Inzwischen ist freilich Jane Duvall (von "Janes Guide") auf noch eine bessere Seite gekommen, nämlich diese.

MultiMap.com findet „Fucking Austria“, also den Ort "Fucking" in Österreich, und natürlich machen sich die Amerikaner einen Spaß daraus. Aber vor "Claen Sheets "haben es natürlich auch schon andere gefunden, zum Beispiel hier: „Fucking – bitte nicht so schnell“ – wenn das keine Warnung ist, zumal die Folgen dieses Tuns gleich mit auf dem Warnschild sind. Sogar T-Shirts soll es schon gegeben haben.

Und hier befindet sich der Ort auf der landkarte.

World Sex News hatte dieser Tage seinen 4-millionsten Besucher. Die werbefinanzierte Seite, die aktuelle Nachrichten über Nacktheit, sexuelle Gesundheit, Erotik, Pornografie und seltsame Gerichtsurteile aus dem Bereich der Sexualität enthält, wurde vor drei Jahren begründet. Mittlerweile hat man 5600 Nachrichten publiziert. Sehpferd gratuliert zu diesem Jubiläum, den World Sex News lässt Journalisten auf der Jagd nach merkwürdigen Geschichten nie allein.

Im ansonsten sittenstrengen Zürich hat sich der Geschichtsprofessor Philipp Sarasin für die Prostitution interessiert und dabei Dokumente aus dem 19. Jahrhundert gesammelt, die nun im Museum Bärgasse zu Zürich ausgestellt werden.

Der Professor tritt dabei auch der Meinung entgegen, dass die Prostitution heute zugenommen habe: mindestens, wenn man die Größe der Stadt Zürich und die Möglichkeiten der Huren, für sich zu werben, in Betracht ziehen würde: Immerhin wusste die Polizei 1890 von mindestens 11 Bordellen in Zürich.

Im Schweizer „Tagblatt “ kann man mehr über die Ausstellung nachlesen.

Früher war das Diesseits ein Jammertal, erst im Jenseits war Jubel und Jauchzen. Doch seit es evangelische Freikirchen gibt, die den „Zehnten“ von jedem Mitglied kassieren, ist das Einkommen im Diesseits natürlich wichtig – und so kleidet man sich nicht mehr in Sack und Asche, sondern fährt schon mal im tief ausgeschnitten im Luxusauto vors Kirchenportal: Kann man sich halt leisten, so etwas, denn "Jesus belohnt die wahren Gläubigen".

Hauptsache, man hat genug Promis, die dann auch noch für solche Kirchen werben – das Schweizer „Tagblatt“ weiß mehr darüber. Mit Religion hat das alles natürlich etwas zu tun – wer würde sich schon ernstlich gegen etwas wenden wollen, wo „Kirche“ draufsteht. Also: Wo Kirche draufsteht, ist auch Kirche drin – klar?


http://www.tagi.ch/dyn/news/zuerich/346874.html

Die Journalistin Heike Müller schreibt für das „Hamburger Abendblatt“ einen Artikel über minderjährige Mütter: Es passierte einfach so, man wurde einfach schwanger, man zuckt mit den Schultern. Die Mädchen werden zum Sozialfall, die Kinder sind die Leidtragenden.

Deutschland 2004: Menschen handeln verantwortungslos, die Zeche soll der Staat bezahlen. „Irgendwann sollen die Frauen in der Lage sein, selbstständig für sich und ihr Kind sorgen zu können“, sagt die Leiterin des Mütterheims, über das im „Hamburger Abendblatt “ berichtet wird. „Irgendwann“ scheint mir keine gute Option auf die Zukunft zu sein.

Wer kennt es nicht: „Sie haben irgendetwas Metallisches in Ihrer Kleidung“ und siehe: Ein paar vergessene Aspirin-Folienverpackungen lösen den Alarm der Sicherheitsschleuse aus – manchmal reicht dazu freilich au schon eine Gürtelschnalle.

In letzter Zeit häufen sich allerdings auch die Fälle, in denen Intimschmuck der Auslöser für besonders sensibel eingestellte Metalldetektoren ist – neue Aufgaben für die Damen und Herren vom Sicherheitsdienst, doch in Athen fand man offenbar nun eine Dame mittleren Alters, die einen Keuschheitsgürtel trug, wie Dimitris Tzouvara vom Sicherheitsdienst des Flughafens Athen der Nachrichtenagentur AFP sagte. Er bestätigte damit einen Bericht der Tageszeitung „To Vima“.

Wie verlautete, durfte die Dame das Flugzeug besteigen und nach London zu ihrem Ehemann zurückfliegen, der sie nach eigenen Angaben dazu gezwungen hatte, den metallenen Garanten der Tugend anzulegen. Freilich lässt der Bericht offen, wie sie beim Hinweg von London nach Athen durch die Sicherheitskontrolle kam.

Da Helmut Newtons Lebenswerk ist in der deutschen Presse nur dürftig gewürdigt wurde, lohnt es sich einen kurzen, gleichwohl sehr beeindruckenden Blick auf eine Webseite zu werfen, die schon immer ein besonderes Verhältnis zur erotischen Fotografie hatte: Nerve. Man findet sie im frei zugänglichen Bereich der Webseite von nerve.com, wo zahlreiche Fotografenkollegen zu Wort kommen und vor allem einige Fotos zu sehen sind.

Auf den Hinweis einer Bloggerin habe ich mir doch mal die Ankündigung des E-Books angesehen: „Wie man mit Chatten, Webkameras und Blogging Geld verdient ohne sich auszuziehen“ – abgesehen vom langen Titel habe ich dabei festgestellt, dass „Blogging“ wohl erst später hinzugefügt wurde.

Die Nachricht indessen verwundert: 100 Dollar am Tag? Die Autoren des Buches behaupten, “das Pendel schwänge gerade zur anderen Seite”: Nun kann man auch angezogen so viel Geld verdienen wie früher nur nackt. Nun, erstens hatte ich nie vor, nackt ins Web zu gehen und andererseits finde ich keine Möglichkeit, angezogen mit Bloggen Geld zu verdienen – irgendetwas muss ich falsch machen.

Die intimste Frage, die ich mir hier stellen lassen würde, ist ohnehin: „Was finde ich denn in deinem Schlafzimmer vor?“ Das Online-Magazin Nerve stellt sie den Menschen, die einen Partner suchen. Die Antwort „mich“ überzeugt die meisten Partnersuchenden nicht ganz.

Jeder weiß, dass Forscher edelmütige Menschen sind, die nichts anderes im Sinn haben, als die Wahrheit herauszufinden. Doch wild ist der Westen, und schwer ist der Beruf: Wie sonst könnten die „Süddeutsche Zeitung“ und der „Stern“ auf so unterschiedliche Zahlen kommen:

Süddeutsche (Emnid): „In der Gruppe der 14- bis 17-Jährigen hat lediglich jeder Dritte bereits Geschlechtsverkehr gehabt“. Stern (Forsa): „Jeder zweite 16-Jährige hatte schon einmal Geschlechtsverkehr“.

Süddeutsche (Emnid): „Für 42 Prozent der Mädchen ist das erste Mal entweder „nichts Besonderes“, mit einem „schlechten Gewissen“ behaftet oder „unangenehm“. Stern (Forsa):“ 77 Prozent der Mädchen sagten, das erste Mal sei ein schönes Erlebnis gewesen“.

Die Alpenrepublik Österreich hat eine neue Farce: Alle Jugendlichen unter 18 Jahren werden per Gesetz zu Kindern ernannt – jedenfalls, wenn sie einander Nacktbilder schicken oder sie sonstwo nackt dargestellt werden.

Damit soll die Verbreitung von „Kinderpornografie“ eingedämmt werden, doch in Wahrheit macht das Alpenland einen großen Teil seiner Jugendlichen zu Kriminellen, denn das Gesetz gilt auch für den Austausch von Bildern unter Jugendlichen.

Bei den Stellungnahmen überwiegt die Meinung, dass dieses neue Gesetz total daneben ist – und selbst ein Vater, der gerne verhindern möchte, dass seine Tochter, die offenbar unter 18 ist, ihrem Freund ein Nacktfoto schenkt, weil der es ja ins Internet stellen könnte, muss sich fragen lassen: „Und soll sie dafür in den Knast gehen?“ Gute Frage.

Gelesen in: Der Standard.

Wie können gebildete Menschen sich darüber im Unklaren sein, was eigentlich „Pornografie“ ist und was „Erotik“? Vermutlich, weil Wörter und ihre Bedeutung nicht mehr zählen. Von den Schmuddelkindern bis zu den Zeitungsredakteuren hat sich das „Humpty-Dumpty“-Prinzip(*) eingebürgert: Jeder kann jedes Wort heißen lassen wie er will, wenn er nur genügend Macht hat.

Alsdann: Pornografie ist Schrifttum über das Leben der Huren, im erweiterten Sinne jede erdenkliche Darstellung sexueller Aktivitäten, die alleine der Steigerung der geschlechtlichen Lust dienen. Solche Formulierungen haben in vielfach abgewandelter Form auch Eingang in die Rechtsprechung gefunden.

Erotik hingegen ist eine Form sinnlicher Wahrnehmung, die in dieser Weise nur im Kopf des Betrachters entsteht: Kein anderer Mensch kann sie genau so nachvollziehen. „Erotisch“ kann in diesem Zusammenhang alles sein – eine Farbe, eine Form oder auch eine Darstellungsform der Sexualität.

Nun steht in den meisten zivilisierten Staaten im Gesetzbuch, was Pornografie ist – das bedeutet aber nicht, dass alle Menschen in gleicher Weise empfinden: Was für den einen sexuell erregend wirkt, lockt bei einem andren Menschen lediglich ein Lächeln hervor. Anders als bei der Erotik geht es aber hier nicht um eine Empfindung, sondern um eine Auffassung: Jemand meint, für ihn persönlich (laso in seiner Wahrnehmung) sei eine Abbildung, eine Skulptur oder auch eine Theateraufführung „Pornografie“. Meint dies ein Journalist, so darf man erwarten, dass er dafür eine Begründung gibt, während wir dies nicht unbedingt erwarten dürfen, wenn von „Erotik“ die Rede ist - dann weiß der Leser nämlich, dass sie der Ausdruck einer Empfindung ist.

Wo bliebt da der Sex? Oh, dies ist ein ziemlich neutrales Wort: Eine sexuelle Handlung ist eine geschlechtliche Handlung, und „sexy“ ist, wer geschlechtstypische Attribute zur Schau trägt. Die englischsprachigen Länder benutzen das Wort aber auch für „ihr oder sein Geschlecht“, wodurch die Sache noch neutraler wird. Entsprechen sagt man dort „Sexindustry“ oder „Sexworker“, und meint eine Branche oder eine Arbeit, die sich mit dem „Geschlechtlichen“ beschäftigt. Ob dies unmittelbar mit dem deutschen begriff „Sex haben“ zusammenhängt, ist dabei nicht definiert – und deshalb sind die deutschen Äquivalente „Sexbranche“ (oder ganz schlimm: “Sexindustrie“) und „Sexarbeiter(in)“ schlicht irreführend. Die deutsche Presse benutzt sie dennoch, wohl wissend, dass sie die Sprache damit in unzulässiger Weise manipuliert, doch je häufiger „Sex“ in einem Artikel vorkommt, um so mehr wird er gelesen.

* "Aus: Alice hinter den Spiegeln" engl: "Through the Looking Glass" Autor: Lewis Carroll (1832-1898, Dichter, Mathematiker und Fotograf. Erschienen 1875.

"Wenn ich ein Wort gebrauche", sagte Goggelmoggel in recht hochmütigem Ton, "dann heißt es genau, was ich für richtig halte - nicht mehr und nicht weniger."
"Es fragt sich nur", sagte Alice, "ob man Wörter einfach etwas anderes heißen lassen kann."
"Es fragt sich nur", sagte Goggelmoggel, "wer der Stärkere ist, weiter nichts."



`When I use a word,' Humpty Dumpty said in rather a scornful tone, `it means just what I choose it to mean--neither more nor less.'
`The question is,' said Alice, `whether you CAN make words mean so many different things.'
`The question is,' said Humpty Dumpty, `which is to be master-- that's all.'

 

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