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Nachdem die 35-jährige Bobfahrerin Susi Erdmann bereits für den PLAYBOY in Island gefroren hatte, ließ sie sich auch noch in einer Eiskammer ablichten: Bei Minus zehn Grad soll sie „ein Jackett“ getragen haben – nicht eben viel bei diesen Temperaturen. Kommentar Frau Erdmann: „Ich glaube, das halten nur Sportlerinnen aus“. Die Fotos der eiskalten Lady aus Island und dem Eiskeller sind in der Februar-Ausgabe des „PLAYBOY“ (Deutschland) zu sehen.

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Kalt, eingefroren und leblos sehen sie aus, die Akte, Landschaften und Architekturaufnahmen des Wiener Fotografen Andreas H. Bitesnich. Er verkörperte jene Sorte von Fotografen, die sich so um „Ästhetik“ und „Perfektion“ bemühen, dass alles, was sie produzieren, zu Edelkitsch wird. Dennoch kam er jetzt ins „Kunsthaus Wien“, wo man seine Werke noch bis zum 9. Mai dieses Jahres besichtigen kann – die Frage, was dieser Fotograf dort zu suchen hat, ist freilich erlaubt. Der Kritiker der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“ hatte daran offenbar gewisse Zweifel.

Das gab es Twoday noch nie: eine leibhaftige Domina hat ein Blog eröffnet. Keine großen Worte zu machen hat sie versprochen: Ihre Aussagen sollen vielmehr durch Peitschen, Gerten, Knebel, Fesseln, Absätze und Fingernägel vermittelt werden. Bislang sieht es so aus, als wolle sie hier neue Sklaven rekrutieren, denn eines ist klar: Wer hier schreibt, muss schon Buchstaben, Wörter und Sätze benutzen: Mit der Reitgerte auf den Bildschirm zu schlagen, hat wenig Aussicht auf Erfolg.

Wie Sehpferd inzwischen feststellte, ist der Link tot - und das ist, mit Verlaub, auch gut so. Freilich macht die Dame weiter ... mit einem neuen Versuch, uns zu verführen, diesmal freilich zum Schreiben einer erotischen Geschichte.

Beim österreichischen Fernsehsender TV6 startete dieser Tage das von den nächtlichen Voyeuren sehnlichst erwartete neue Paar mit etwas Verspätung: Vor allem der weibliche Part des Duos dürfte die Männer entzücken: Sie ist eine wahrhaftige blonde Schönheit.

Die Tätigkeiten, die beide ausüben, entsprechen exakt dem, was andernorts als „die schönste Sache der Welt“ bezeichnet wird. Dem einen ist es Alltag, dem anderen langweilig, und der Dritte echauffiert sich. Zu den Dritten gehöre ich nicht.

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Schlechte Zeiten für die Beamten und Angestellten des Bonner Stadthauses: Im Fahrstuhl, im Treppenhaus und aus den Schreibtischen dürfen die Damen und Herren nicht mehr der körperlichen Liebe frönen, weiß jedenfalls der Kölner "Express".

Schuld an allem war der Hausmeister: der hatte keine Lust mehr, die „ekelhaften Kondome“, die überall herumlagen, aufzusammeln. Für den kommenden Karneval hat man die Damen und Herren vorsichtshalber gleich in die Freiheit entlassen: Drinnen gilt ab sofort ein absolutes Alkohol- und Sexverbot. und um es einzuhalten, wird das Haus pünktlich verschlossen.

Sex verkauft sich immer gut, aber mit einer Umfrage verkauft er sich eben noch besser: Das weiß der Stern selbstverständlich, und deshalb schickte er jetzt das Institut Forsa auf die Reise, um die Jugend über ihre sexuellen Erlebnisse zu befragen. Da wird die Fragen mittlerweile auswendig kennen, wissen wir natürlich auch alle Antworten im Voraus: ja, Jugendliche haben früher Sex als vor drei Jahren, allerdings in einer anders gelagerten Befragung.

Wie auch immer: Nach den Zahlen will man erkannt haben, dass es jetzt bei den 16-jährigen Mädchen einen Anstieg um 25 Prozent bei der Gruppe mit sexuellen Erfahrungen gibt. Man kann dies auch so ausdrücken, dass es etwa 17 Prozent weniger Jungfrauen in diesem Jahrgang gibt, oder so, wie es im „Stern“ steht: Heute haben etwa die Hälfte aller 16-jährigen Mädchen Geschlechtsverkehr gehabt, vor drei Jahren waren es noch 40 Prozent.

Das „erste Mal“ war für 6 von 10 Frauen und fast 8 von 10 Männern schön, und die meisten sagten, sie täten es beim ersten Mal mit Gummi: 83 Prozent behaupteten, dass sich zwischen ihnen und einer neuen Liebe stets ein Kondom befände.

Der Früchtehändler Cape wollte laut Ananova genau wissen, wo süße Früchtchen verzehrt werden und fragte 500 Paare nach ihrem Sexleben – nicht nach dem fruchtbaren, sondern nach dem fruchtigen. Immerhin sagten 41 Prozent, dass an ihrem Liebesleben auch noch Dritte Teilnahmen: vor allem Bananen, Trauben und Erdbeeren. Einer der Lieblingsbeschäftigungen soll sein, Weintrauben in flüssige Schokolade zu tunken, die im Bauchnabel schwabbelt.

Während Paare um die zwanzig offenbar noch genug daran hatten, am Körper des anderen zu naschen, fanden sich die Liebhaber der süßen Früchtchen eher unter den Paaren über 40. Glaubt man der Studie, so haben Früchtchen ohnehin ungeheure Auswirkungen auf das Liebesleben: Immerhin sagte ein Drittel der Befragten, durch Früchtchen hätten sie doppelt so viel Sex wie zuvor. Also – nicht in die Apotheke rennen, wenn die Lust nachlässt, sondern zum Obsthändler.

Früchtchen regen das Liebesleben an:

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(c) 2004 by unidentified web source

Die Fotografin Karen Brett ist gegenwärtig mit ganz besonderen Arbeiten im Folly im englischen Lancaster zu sehen: Sie befragte Personen zwischen 60 und 90 Jahren über Alter und Sexualität und fotografierte dabei.

Die ehemalige Krankenschwester versucht mit ihren Fotos, den Mythos vom Alter ohne Sexualität zu durchbrechen und den Menschen dadurch die Angst vorm Altern zu nehmen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 12. März zu sehen: , 26 Castle Park, Lancaster, LA1 1YQ.

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Foto: © 2004 by Karen Brett

Nun, wo fand ihre erste Liebe statt, bei der auch Körpersäfte ausgetauscht wurden? Auf dem Rücksitz eines Autos? Unbequem, aber dennoch populär, und deswegen auch von Ellen Stagg genutzt, um Modefotos zu machen – ob es darum geht, Hosen und Kleider zu zeigen, aus denen man schnell herauskommt, war auf der Webseite nicht auszumachen.

(Freier Bereich, Mitgliedschaft kostenlos – diese Angaben, wie immer, ohne Gewähr).

mode erotik auto rücksitz

© 2004 by Ellen Stagg (Nerve)

Unter den Internet-Seiten, auf denen Frauen zu sehen sind, die sich selbst so schön finden, dass sie prüfen wollen, wie schön sie andere finden, ist „Ishotmyself“ bestimmt diejenige, die auch bei Kritiker die meiste Zustimmung finden dürfte.

Fragt sich, wen liebt eine Frau am meisten, die sich auf dieser Webseite präsentiert? Natürlich sich selbst:

„I like to watch: myself
I like to smell: myself
I like to taste: myself
I like to feel: myself”

Wunderbar – nur lernt man dabei vermutlich wenig andere Menschen kennen.

ishotmyself girls nude

© 2004 by „ishotmyself“

Irgendwo ist selbst in der Schweiz Alltag eingekehrt, wenn eine Sex-Messe stattfindet: Nein, das ist keine Veranstaltung zu Ehren des Antichristen, sondern eine Verkaufsaustellung für Erotikartikel mit Programm.

Jedenfalls sah man am vergangenen Wochenende nur noch zwei in Sack und Asche gekleidete Protestlerinnen, und auch die Aidshilfe fehlte – warum, blieb unklar. Gemeint ist eine Sexmesse im schweizerischen St. Gallen und die Quelle ist ein (kritischer) Artikel im Tagblatt.

Wer allerdings denkt, die Sache sei nur etwas für Männer gewesen, der irrt: Da waren die St. Gallerinnen offenbar ganz wild darauf, in einem abgeschotteten Separee einmal „etwas Großes“ zu sehen, wie sich die Autoren vornehm ausdrücken.

Freilich: Da gäbe es schon noch etwas anderes. Fotografen zum Beispiel, die auch harte Erotik künstlerisch darstellen können. Doch die schaffen einfach den Sprung in die so genannte Kulturwelt nicht – und so sind sie eben auf Sexmessen zu sehen. Schade eigentlich.

Wenn jemand behauptet, die Körpersprache eines anderen sofort zu verstehen, regt sich in mir das Misstrauen – genau diese Fähigkeit nämlich ist dem Menschen während der Evolution zu einem großen Teil verloren gegangen. Das Merkwürdige aber ist: Diejenigen, die sich tatsächlich mit der Körpersprache auskennen, wissen es oft nicht: Sie verlassen sich darauf, natürliche Einsichten oder übernatürliche Kräfte zu besitzen.

Nun, da lehnt sich also eine etwas angejahrte Dame in einem Chat weit aus dem Fenster und prahlt damit, man könne einem „absoluten Anfänger in der SM-Szenerie zwei Kilo „dranhängen“ und mit dem Rohrstock verdreschen, sodass er „fliegen“ würde und sich später an nichts erinnere: „Am Schluss wusste er gar nicht, wie die Striemen auf seinen Hintern kamen“.

Nun sind die meisten SM-Chatter einfühlsame Wesen, und so gab es denn Widerspruch – doch die Dame ließ keine Argumente gelten: Der Mann überrumpelt? Er kam doch freiwillig. Die zwei Kilo wohl etwas eigenartig? Er wollte es doch.

Nun setzt „wollen“ einen freien Willen voraus – hatte denn der Herr noch alle Sinne beieinander? Wie verständigte sich die Dame denn bitte mit einem Herrn, der offenbar während der Prozedur nicht mehr bei Sinnen war? Doch das alles interessierte die resolut und vorlaut auftretende Dame nicht im Geringsten, vielmehr prahlte sie nun damit, sie „würde schließlich die Körpersprache verstehen wie keine andere – Körper würden ihr alles erzählen“ und ihm einfach geben, was sein Körper ihr verriete. Über Liebe will sie schon gar nicht reden – und über Sex auch nicht. „Fliegen“ so sagt sie, sei doch das Ziel der Sache – wer bei so etwas an Sex denken würde, käme nie dahin. (Fliegen = Rauschzustand, verursacht durch körpereigene Endorphine).

Irgendwo scheinen meine Mitmenschen nicht mehr bei Trost zu sein: Natürlich ist es in Ordnung, einem Menschen die Lust zu gönnen, die er will, aber es ist nicht in Ordnung, jemandem der nicht bei freiem Willen ist, etwas zu geben, von dem man nicht weiß, ob er es wirklich will.

Hinzu kommt noch eines: Was, wenn morgen eine Dame auftaucht, die voller krimineller Energien ist und dergleichen für echte Erpressungen oder noch schlimmere Dinge nutzt? Männer, seid auf der Hut: Auch vom schöneren Geschlecht drohen Gefahren.

Meine Quelle verschweige ich in diesem Fall - ich bitte dafür um Verständnis.

Natürlich braucht ein Präsidentschaftskandidat Frauen, die ihn unterstützen – und das tun sie, bekleidet mit weißen Blusen, so rein wie ihre Herzen, aus denen heraus „Gott, Familie und Vaterland“ strahlt: Die „Schätzchen für Bush“, wie sie sich jetzt nennen – denn vorher hießen sie die die „Konservativen Schätzchen für Bush“. Klar, dass sie auch einen Kalender herausgebracht, auf dem sie appetitlich aufgereiht sind – mit den Blusen. Stünde nicht „Babes for Bush“ darunter, könnte man denken, es handele sich um eine Persil-Reklame.

Wie das Leben so spielt – sie haben Konkurrenz, nämlich die „Schätzchen gegen Bush“, die eher auf blanke Brüste setzen. Das provozierte den Zickenkrieg, den nun machen sich beide Organisationen gegenseitig madig.

Wie es scheint, gibt es Kriegsgewinnler: Das Anliegen beider Organisationen verkauft sich durch das Scharmützel besser – wenngleich die nackten Brüste der liberalen „Babes against Bush“ in den Verkaufszahlen unschlagbar sein sollen, berichtet die Netzzeitung.

Auch hier kann man ja viel über den Weltschmerz lesen, der bei Trennungen auftaucht. Aber gehört das alles wirklich in die Öffentlichkeit? Bloggerin „Marmelade“ meint „ja“ und beschreibt ihren Umzug ebenso wie die Schwierigkeiten bei der Finanzierung ihrer Möbel. Nun ja, früher haben sich Leute, die kein Bargeld hatten, die Möbel vom Sperrmüll geholt.

Write Only Media“ hat Auszüge aus einer Internet-Mail veröffentlicht, die jetzt offenbar überall in Umlauf ist – die Fragestellung: „Wer ist der Vater meines Kindes“.

Eine mögliche Antwort: „I am unsure as to the identity of the father of my baby; after all when you eat a can of beans you can't be sure which one made you fart.”

Übersetzt: „Ich bin unsicher darüber, wer der Vater meines Kindes ist – letzten Endes weiß man auch nie, welches Böhnchen einen Furz erzeugt, wenn man eine ganze Dose davon isst.“

Aber nicht doch, Fräulein Mutter.

Das wöchentliche Geblubber aus den Algen - diesmal pünktlich

Eigentlich hat die vergangene Woche nichts ergeben, was wirklich berichtenswert gewesen wäre. Mir fiel auf, dass keiner unserer so genannten Feuilletonisten das Werk des verstorbenen Fotografen Helmut Newton wirklich würdigte – inzwischen hätten die Damen und Herren der Kulturarroganz-Fraktion ja wahrscheinlich die Möglichkeit gehabt, sich zu informieren. Es ist halt immer schmerzlich, keine Ahnung von Fotografie zu haben und dennoch Kulturkritiken zu schreiben.

Was die Menschen eigentlich beunruhigen sollte? Dass den jungen Leuten Maßstäbe fehlen. Das Fernsehen hat, wie es scheint, endgültig geschafft, viele Exemplare einer ganzen Generation moralisch zu vergiften – und wenn ich von Moral rede, dann meine ich Moral und nicht „Sexualmoral“.

Doch inzwischen haben es die Sittenwächter ja geschafft, und darauf zu fokussieren: Moral hat zwangsläufig Sexualmoral zu sein – das ist ohnehin das Einzige, was die Leserschaft interessiert – da kann man mal wieder zeigen, wie schön und edel man selbst ist und wie schlecht und verrufen der Rest der Welt. Das weiß auch ein Herr Pfarrer: Sex ist gut, wenn der Segen von oben kommt – aber wer weiß schon, ob nicht doch Luzifer seine Finger im Spiel hat? Wie schön, Pfarrer zu sein – da kann man den Menschen doch alles mies machen, selbst wenn es gut ist: Doppelbindung auf christlich.

Sollte etwa Konkurrenzneid im Spiel sein, wenn die Kirche gegen ´Sex wettert? Laut John Updike entspringen die beiden Lebendströmungen „Sex“ und "Religiosität“ der gleichen Quelle: über den Tod hinaus lebendig zu bleiben. Stoff zum Nachdenken, doch für wen? Für Lebensversicherungsvertreter? Oder für Kunstkritiker?

Wo immer von Helmut Newton die Rede war, war von „Sex“ die Rede, und oft leider auch in Artikeln über den „Kannibalen“, den so genannte Fachleute als „nicht geistesgestört“ bezeichnet haben. Wenn er dies nach den Maßstäben der heutigen Psychotherapie nicht ist, kann er nur hochgradig kriminell sein, was auch zu bezweifeln ist. Was ist er also? Jemand, den wir nicht erklären können, jemand, der uns fremd ist – aber auch jemand, mit dem wir uns auseinander setzen müssen – aus moralischen Gründen, und zwar, ohne vordergründig an Sex zu denken.

Die nächste Woche werde ich mich den Begriffen widmen: Erotik, Sexualität, Charme, Anmut, Geilheit, Flirt. Doch die Differenzierungen werden sowieso nichts nützen: Die deutsche Presse verwendet mittlerweile einen Schweinsjargon aus Amerika: „Sexindustrie“ zum Beispiel. Mal einen Blick in ihr Englischlexikon geworfen, Herr Redakteur? Es heißt „Sexbranche“, wenn schon überhaupt das Wort „Sex“ darin vorkommen muss, denn die Branche verkauft im Grunde genommen Illusionen – wie das Fernsehen auch. Welches Fernsehen? Tv6? Nein, die ARD. Und nun haben wir eben eine Jugend, die nach dem Leitbild der Vorabendserien lebt: Da ist die RTL-Serie „Schulmädchen“ nur die konsequente Fortführung dessen, was die ARD schon seit Jahren produziert. Wobei wir bei einem anderen Thema wären: Fernsehen und Sex. Aber davon später mehr.

Amateurfotografen haben eine seltsame Manie, es den „Profis" gleich tun zu wollen - ohne zu berücksichtigen, dass sie selbst ja nur „mehr von Leben" haben wollen, während der Profifotograf davon leben muss. So kommt es zu der skurrilen Feststellung, dass bei „Digitalkameras ... Modelle mit einer Auflösung ab 6 Megapixel optimal sind)", aber zum Trost für die schlecht Verdienenden: Bei einer „Auflösung zwischen 4 und 5 Megapixel gelingen aber auch ausdrucksstarke Aktaufnahmen".

Nun, wir wussten schon immer, dass die Kamera die Bilder macht, aber warum man zwischen 4 bis 5 Megapixel „ausdruckstärkere" Aktaufnahmen bekommt, weiß bestimmt nur der Autor dieser ansonsten recht passablen Seite.

Es galt noch nie als besonders feinfühlig, andere Menschen heimlich zu fotografieren - vor allem, wenn sie sich mit recht unbeobachtet wähnen durften. Doch seit einiger Zeit wird heimlich fotografiert, was das Zeug hält - vor allem auf Toiletten und in Umkleidekabinen.

In diesen sowie anderen höchstpersönlichen Lebensbereichen soll nun in Duetschland ein erweiterter Schutz gelten: mit bis zu einem Jahr Haft soll bestraft werden, wer „von einer Person, die sich in einer Wohnung oder einem gegen Einblick besonders geschützten Raum aufhält, unbefugt Bildaufnahmen herstellt oder überträgt und dadurch deren höchstpersönlichen Lebensbereich verletzt". Dieselbe Strafandrohung soll denjenigen treffen, der eine Person zwar durchaus mit ihrer Zustimmung fotografiert hat, diese Bilder aber niemals veröffentlicht sehen wollte. Eingebracht werden soll das Gesetz im deutschen Bundestag noch in der zweiten Februarwoche.

Der Versuch soll allerdings weiterhin straffrei bleiben – sonst müsste, so eine Zeitung, jeder Fotograf befürchten, dass schon die Motivsuche dazu führen könnte, dass er strafrechtlich verfolgt werden könne.

Das Gesetz wird aller voraussicht nach auch Auswirkungen auf Fotoamateure haben, die von „freien“ Modellen oder einfach guten Bekannten Aktaufnahmen machen, denn während sich professionelle Fotografen mit Modellverträgen absichern, gehen Amateure mit der Rechtslage meist eher schlampig um.

Die Financial Times Deutschland macht sich Sorgen um das „Image" der deutschen Polit- und Wirtschaftsprominenz und empfiehlt den Herren (Damen sind hier, soweit erkennbar, kaum zu sehen), sich doch mal nach Art der „Calendar-Girls" (Pardon: Boys natürlich) mal auszuziehen: Für Wirtschaftsminister Wolfgang Clement empfahlen sie beispielsweise, er solle sich doch mal auf dem Börsenbullen entblättern - da würde er sich gut als „Aufschwung-Bunny" machen.

Warum haben Schulmädchen so früh Sex? Und vor allem, warum verlangen sie von ihren Liebhabern nicht, Kondome zu nehmen? Sind sie „aufgeklärt, aber ahnungslos“? Das will nun ein Forscher in Nürnberg herausfinden – für Nürnbergerinnen und Nürnberger.

So richtig weiß zwar niemand, warum gerade Nürnberg nun so wichtig ist für Teenagerschwangerschaften, aber dort gibt es ja ein sozialwissenschaftliches Institut der Universität Erlangen-Nürnberg - und das will sich dank seines umtriebigen Direktors Reinhard Wittenberg in der Stadt offenbar profilieren. Ach, wie schön, wenn man dabei die örtliche Zeitung hinter sich hat - nach dem Nutzen fragt, wie so oft, keiner.

Oliver Fuchs von der Süddeutschen Zeitung fragte den Produzenten der neuen RTL-Serie „Schulmädchen", Philip Voges, nach der Moral - seiner persönlichen und der dieser unsäglichen Produktion. Wie sich zeigte, gingen die Fragen an seinem glatten Rücken herunter - Moral ist nichts, Quote ist alles: „Bei den 14- bis 19-Jährigen hatten wir mit dem Pilotfilm einen Marktanteil von 45 Prozent." Beinahe hätte ich vergessen, zu erwähnen, wo die Moral ist. Die Zuschauer schätzen nämlich nach Ansicht des Produzenten, dass die Mädchen „Einsicht zeigen", zum Beispiel darin, dass ein großer Penis auch große Probleme auslösen kann. Man sieht: Fernsehen bildet.

Warum bekämpfen die Kirchen eigentlich die „Unzucht“ so vehement? Nun, der Autor John Updike gab der Korrespondentin der „Stuttgarter Zeitung“ dafür eine Erklärung: „Man könne“, so der Autor, „... argumentieren, dass der religiöse Trieb und der sexuelle Trieb die gleiche Wurzel haben“. Er führte dann weiter aus, dass beide Triebe von einer gewissen Gier getrieben würden, nämlich jener, die eigene Sterblichkeit zu überwinden.

Was der Herr Pfarrer dazu sagen würde, weiß ich schon: Die eine Kraft kommt halt von oben, die andere von unten. Immerhin könnte dies mancher Pfarrer noch in seine Sonntagspredigt einbauen. Es gibt nicht jeden Tag Gelegenheit, sich auf John Updike zu berufen.

Sonntags bekommt auch der Herr Pfarrer seine Kolumne und wenn nicht sonntags, dann wenigstens samstags. Pfarrer Michael Winkel predigt diesmal den Lesern der NWZ.

Liebe, so sagt er, sei schon in Ordnung, aber nur mit dem Segen von ganz oben. Wo der fehle, würde gleich der Teufel um die Ecke gucken, um uns zu seinen Handlangern zu machen, und das nur, weil wir immer alles so genau wissen wollen: Sollen wir doch die Welt nehmen, wie sie ist.

 

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