anstoss

  sehpferdvs sehpferds magazin für anstöße und anstößiges
Manchmal, nach einem Tag, an dem ich mich wie üblich zumeist gefreut und manchmal geärgert habe, fragte ich mich vor allem dies: Spiegel sind ja gelegentlich ganz erhellend, doch sieht man am Ende nur sich selbst.

Wir werden demnächst ein erweitertes Europa haben. Dies wird die kulturellen Vorstellungen der Europäer mit Sicherheit beeinflussen – doch wie feststellen konnte, interessiert sich so gut wie niemand für die Beitrittskandidaten.

Doch nicht nur das. Statt sich mit dem bestehenden Europa und seinen Kulturen zu beschäftigen, blicken wir, wenn wir einmal nicht nur uns selbst sehen, auf unser „eigenes“ Land. Doch ist das nicht auch nur eine erweiterte Spiegelschau? Wäre es nicht an der Zeit, den Blick zu erweitern und die Kulturen anderer Länder kennen zu lernen, um sie dann innerhalb einer gesamteuropäischen Kultur aufblühen zu lassen?

Ich denke, wir sind davon noch weit entfernt. Mein Alltag beweist es mir und in Blogs finde ich diese Einstellung ebenfalls. Man will nicht über den Rand seiner eigenen Existenz hinaussehen, es ist zu kompliziert.

Freilich gilt das nicht für alle – aber eben für viel zu viele.

Was Pornografie ist, mag eine einfache Frage für den Stammtischbruder sein, doch wer es genau wissen will, muss schon das Gesetz befragen – wenn es denn eindeutige Antworten darauf hat. Der norwegische Verleger Stein-Erik Mattson freilich glaubt, dass die Gesetze seines Landes dies nicht eindeutig beschreiben – und verteilte kurzerhand 13000 freie Exemplare eines Lustmagazins unter die Bevölkerung, um angeklagt zu werden: Nun muss nämlich ein Gericht prüfen, was Pornografie ist. Bislang wurde erst einmal ein Gutachter gehört: Er meinte, was „anstößig“ sei, müsse von der Gesellschaft ständig neu definiert werden – ewige Werte gäbe es dafür nicht. Zu lesen in der norwegischen Tageszeitung Aftenposten

"Spricht die Seele, so spricht, ach! schon die Seele nicht mehr", soll einst Friedrich Schiller gestöhnt haben. Ich erinnere mich, dass jedes Mitglied jeder beliebigen Selbsterfahrungsgruppe in den 70ern dieser These heftig widersprochen hätte: natürlich redet die Seele, sagten jene, und dann hallte es „Offenheit, Offenheit, Offenheit“.

Natürlich redet die Seele nicht. Ronald D. Laing hat die Psychogruppen zwar liebevoll, doch ultimativ entlarvt: "Sie spielen ein Spiel ... sie spielen damit, kein Spiel zu spielen".

Das alles ist lange her, doch wie es scheint, gibt es auf der Welt nichts Neues: Offenheit wird neu diskutiert, seit es Blogs gibt: Ring frei zur zweiten Runde des Seelen-Striptease, nun aber vor der Weltöffentlichkeit: Seht her, ich bin es!

Ja, ja, ihr seid’ s. Wer clever ist, so wie die Seelenstriptease-Eliten in Twoday und anderswo, weiß, worauf es ankommt: Gold- und Glitzerseite der Seele zeigen, kräftig Scheinwerfer drauf, Hauptsache krass. Oder anders herum: Die dunkle Seite grau aufzeigen, Mitleid wecken, Psychonebelschwaden verbreiten. Eine Fassade von Glaubhaftigkeit aufbauen, möglichst so lange, bis man es denn noch selber glaubt. "Sie spielen ein Spiel, sie spielen damit, kein Spiel zu spielen".

Das alles beeindruckt nicht sehr, wir kennen es schon. Erinnerungen an Selbsterfahrungs-Touristinnen (und, zugegeben, auch wenige Touristen) werden wach – wer sie zweimal erlebt hat, weiß, welche Maschen sie haben – immer die gleichen Sätze an immer den gleichen Stellen: Wird man selbst zum Opfer, kann man dies beherrschen, um dann zum Angriff überzugehen: Es wird ja wohl noch ein paar unvorsichtige Menschen geben, deren Seele man gleich zerfetzen kann? Natürlich. Gibt es immer. Es ist Tatsache, und es ist Alltag: Blogs, 2004. Seelenstrip im Graubereich - und ich dachte, wir hätten dies überwunden, endgültig und für alle Zeiten.

Ich würde dies nicht schreiben, wenn ich nicht Mitgefühl hätte: mit den wenigen selbstlos Suchenden, die auch unter uns sind. Ihnen gehört – meine ganze Liebe.

Sexpuppen? Nein, sie sind nicht von jener Art, in der die Hülle alles ist und der Geist nichts, und auch nicht von jener, in der die Hülle Plastik ist und der Inhalt Luft.

Das hat auch seine Vorteile, denn es fehlt der Ärger mit den Körperflüssigkeiten, und man kann ihnen ständig in die Augen sehen, die immer weit aufgerissen sind. Und schließlich bleiben alle immer Jungfrauen: Es gibt keinen Weg in ihre Körper und keinen Weg hinaus. Die Rede ist von Plastikpuppen und Sex, für Nerve fotografiert von ICHIRO.

plastik puppen lesbische liebe
(c) 2004 by ICHIRO / Nerve

Es schien so, als wolle Gentlemen’s World gar nicht mehr erotisch sein – doch diese Einstellung könnte sich mittlerweile verändert haben: Das Magazin verpflichtete als neue Kolumnistin die skandalumwitterte Stripperin Dita von Teese. Vorläufig glänzt sie allerdings noch nicht als Schreiberin, sondern hat sich erst einmal ausgezogen: Tatsächlich sehen wir sie im neuen GQ vollends nackt (abgesehen von den Schuhen), in Schwarz-Weiß fotografiert von Rankin. So ganz nebenbei verriet sie noch, dass sich ihre Taille auf 35 Zentimeter schnüren lässt.

Zu sehen und zu lesen ist alles in der deutschen Ausgabe: GQ März 2004, 4 Euro am Kiosk



qg_03_2004

(c) 2004 by Rankin/GQ

Update: Heirat angekündigt - Marriage announced.

Nicht erst seit Janet Jacksons auffällig gepiercter Brust wissen wir, dass mit Sternen verzierte weibliche Brüste einfach unwiderstehlich sind, und wer gar nicht genug davon kriegen kann, wird auf dieser holländischen Seite fündig. Wo die Disco ist, in der solcherlei Schönheit zu bewundern ist, enthält uns die Seite aber leider vor.

dutch nipples

(c) unknown, please ask http://www.knake.info

Einem Bericht der “Times of India“ zufolge will die Sängerin Janet Jackson, die kürzlich mit der so genannten „Nipplegate“-Affäre für außerordentlich viele Schlagzeilen sorgte, ihre eigene Firma für erotische Wäsche und – natürlich – Brustwarzenschmuck gründen. Gesagt haben soll sie es in einem Interview mit dem „Daily Star“.

Rick und Jim Salmon haben eine neue Webseite gegründet, auf der sie damit werben, nun ein wie immer geartetes Originalvideo des „Trust Fund Girl“ zu zeigen, wobei beide keinen Zweifel daran lassen, worauf er sich bezieht: Paris Hilton heißt das Zauberwort, das auf der Seite aber nicht zu lesen ist.

Der Film, mit 30 Minuten etwa zehn Mal so lang wie die Clips die gegenwärtig durchs Internet geistern, soll auch nicht nur in Infrarot schimmern, sondern durchaus leuchtende Farben haben – dies ist jedenfalls das Versprechen auf der Webseite.

Mehr über die Hintergründe ist in einem Artikel der Online-Zeitschrift Eonline zu lesen.

Manchmal hilft ja ein Wink mit dem Zaunpfahl, wenn man nicht ganz genau weiß, ob man noch in derselben Nacht das Schlafzimmer nutzen soll – und vor allem wie. Hilfe bietet möglicherweise diese Webseite – nicht nur für Heteros.

Die Soziologiestudentin und Autorin Kaya Payne schreibt in „Themuse“ über die Freuden, die man einer Dame mit der Zunge bereiten kann. Neben vielen anderen praktischen Hinweisen hat sie zunächst eine wichtige Botschaft: "Alle Frauen sind verschieden – jawohl, alle. Punkt".

Was sie sonst noch empfiehlt? Zum Beispiel die Sache entspannt anzugehen: So, als würde man ein Eis schlecken. Den Rest sollte man besser selbst hier lesen.

Auf meinem heutigen Weg durch die Blogs der Kolleginnen und Kollegen fiel mir auf, wie viel über mich geredet wird - Böses überwiegend, und vor allem dies:

Wie kann ein Mensch eigentlich überhaupt ein sinnliches Blog betreiben? Wenn er das nun aber schon tut, wie kann er es wagen, fast niemals von sich selbst zu erzählen? Man hätte ihn doch so gerne einmal wirklich persönlich angegriffen.

Wenn man ihn schon nicht persönlich angreifen kann, muss der Autor des Blogs wenigstens schwachsinnig sein, sollte sich dies aber nicht als korrekt erweisen, muss man ihn bezichtigen, „schmalspurig“ zu sein, und sollte er sich denn auch nicht als schmalspurig ausweisen können, muss man ihm wirklich unterstellen, sehr wenig authentisch zu sein oder jedenfalls in keiner Weise sinnlich zu schreiben.

Nun, ich gebe zu, mich gelegentlich ein wenig zu ärgern, wenn so etwas gesagt wird, aber es zeigt mir immerhin, wie interessant ich doch wohl für andere sein muss, und deswegen sage ich auch dies:

„Beiss mir nicht in den Finger – schau, welchen Weg er dir weist“.

Denn eines fiel mir bei alledem auf: Kritik – ob begründet oder nicht, ist bei so gut wie allen Bloggern unbeliebt. Blogger haben Recht, weil sie die besseren Journalisten sind, und sind sie nicht die besseren Journalisten, so sind sie wenigstens die besseren Menschen. Selbstkritik? Geht nicht, weil man keine Zeit dafür hat. Man muss ja noch das wichtige Erlebnis aus dem Supermarkt aufschreiben, damit man auch morgen wieder gelesen wird.

Die 22-jährige „Charm“, die in New York lebt, bezeichnet ihr Gesicht als ihren schönsten Körperteil. Wer sich davon überzeugen will, darf gerne die heutige Ausgabe von „Ishotmyself“ ansehen und ihr in die schönen braunen Augen sehen – ganz nahe, aber nur heute.

ishotmyself non-nude

(c) 2004 by Ishotmyself.com

Die meisten Pornos haben eine einzige Musik: Ah! Ahhh! Ahhhh! – vielleicht noch untermalt von ein paar gemafreien Bumm-Bumm-Stücken. Das muss nicht sein, meint das „Pornoorchester“, eine Gruppe von klassisch geschulten Musikern aus dem US-amerikanischen Oakland. Sie haben sich auf die Fahnen geschrieben, die Musik zum Porno sinnlicher zu machen, und mehr steht bei AVN oder auf der Webseite des Orchesters.

Wie die „Salt lake Tribune“ berichtete, wird im US-amerikanischen Mormomenstaat Utah jetzt eine neue Vergnügunssteuer für Stripperinnen und Escort-Damen eingeführt. Die neue Steuer soll pro Jahr eine Million US-Dollar erbringen.

Dabei wird eine merkwürdige Verbindung zwischen dem Sexgeschäft und Vergewaltigern hergestellt: letztere sollen angeblich mit den Mitteln aus der neuen Steuerquelle therapiert werden.

Ob demnächst auch auf Barkeeper eine Sonderabgabe für die Wiedereingliederung von Trinkern warte, fragten sich deshalb die „World Sex News“.

Gelesen bei: AVN news

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat in Hochfügen (Österreich) der erste Nacktskiwettbewerb der Alpenrepublik stattgefunden. Der Chronist der „Tiroler Tageszeitung“ verzeichnete dichten Schneefall, 86 aktive Teilnehmer und etwa 1600 Zuschauer. Wie verlautet, gehörte zum Wettbewerb auch, ein Glas Schnaps zu trinken und fünf Mal um den Skistock zu laufen. Ganz nackt waren die Damen und Herren freilich nicht, wie die Bilder auf der Webseite beweisen.

Groß heraus kam die Sache freilich erst, als Ananova einen Artikel veröffentlichte – seither drucken den Artikel viele englischsprachige Zeitungen nach.

Die deutsche Dummbackenpresse („Boulevard“ ist ein viel zu schöner Name dafür) hatte auch heute wieder „Enthüllungen“ im Fall der Deutschtürkin Sibel Kekilli zu bieten: Nun ist man sich seitens der Betreiber derartiger Presserzeugnisse nicht einmal zu schade, Standbilder aus Pornofilmen zu zeigen, in denen Frau Kekilli einst mitwirkte. Wie gut, dass es auch andere Presserzeugnisse gibt – in der Berliner Morgenpost jedenfalls hält der Kolumnist Hanns-Georg Rodek seinen Kolleginnen und Kollegen den Spiegel vors Gesicht: Wer immer über eine "megageile Kükenfarm" schreibt, sollte sich vergegenwärtigen, dass alle Frauen, die sich jemals "schamlos" vor Linsen präsentiert haben, ja von irgendwoher kommen müssen – und manche kämen eben aus einem Supermarkt.

Wie der FOCUS mitteilte, will die Beate Uhse AG in der nächsten Zeit vermehrt Erotikshops für Frauen eröffnen. „Mea B.“, heißt die neue Kette, und es klingt nicht von ungefähr wie „Maybe“ – könnte ja sein, dass die neuen Dessous nicht in der „Lingerie“ gekauft wurden, sondern bei Beate – da kann Frau auch gleich noch einen Dildo mit einpacken.

Das vorgeblich „neue“ Konzept gibt es allerdings bereits – in der Kopenhagener Fußgängerzone residiert seit Jahren „Lust“, ein Erotikgeschäft, dass sich vornehmlich an Frauen und Paare wendet.

In einem Kunstlexikon wird man wohl vergeblich nach dem Kanadier Jason Kronewald suchen, und auch das Stichwort „Kaugummikunst“ dürfte dort fehlen. Denn Jason „malt“ seine Bilder durch eigenmündig erweichte Kaugummis. Er verwende, so behauptet er, keine zusätzlichen Farben, sondern mische die unterschiedlichen Geschmäcker und Farben der Kaugummis in seinem Mund – wohl bekomm’s, Mister Kronewald.

kaugummi blondinen

(c) 2004 by Jason Kronewald

„Lies meine Brüste“ ist natürlich – eine Webseite, was sonst. Sie gehört einer Dame, die ein kleines Sätzchen auf ihre nackten Brüste schreibt, mit der dann Webseiten werben können – von Bikerklubs bis zu Escortagenturen. Nun, es wird nicht lange dauern, bis ein „Schreib-es-auf-die-Brüste-Blog“ entsteht. So etwa sechs bis neun Wörter passen schon auf einen nackten weiblichen Oberkörper – viel mehr schreiben manche Blogger ja ohnehin nicht.

schreib es auf meine brüste
(c) 2004 by "Bamboo"

Die gegenwärtigen Temperaturen in Norwegen machen es möglich: Man kann in einer Eis-Kapelle heiraten und auch die Hochzeitsnacht in einem Iglu verbringen: Wenn man gar der Inhaber des „Igloo Hotels“ im norwegischen Alta ist, erscheint es geradezu als eine Pflicht, denn geheiratet wurde in einer Eiskapelle bei minus 8 Grad Celsius – die Predigt wurde angesichts der Temperaturen allerdings etwas verkürzt.

Die Eiskapelle soll auch noch von weiteren Paaren genutzt werden, bevor der Frühling kommt und die ganze Pracht zusammenschmilzt, berichtete die norwegische „Aftenposten“.

Die Kooperation von T-Online mit der BILD-Zeitung ist ein ständiges Ärgernis: Da muss man auf der Startseite lesen, dass es in den USA einen neuen „Busen-Alarm“ um die Sängerin Beyoncé Knowles gegeben hätte: Kein Wort davon ist wahr.

Original „BILD“ „Erotische Posen, laszive Bewegungen. Popo hin, Popo her, ihren hübschen Busen verdeckt nur ein knappes Bustier. Hoppla, auf einmal droht es zu verrutschen, die halbe Brust ist schon zu sehen“. Mit ähnlichen Geschmacklosigkeiten glänzte freilich auch die österreichische „Krone“, die schrieb, man hätte immer befürchten müssen, dass auch abseits des Spiel „Bälle frei herumhüpften“.

Nicht einmal der Schweizer „Blick“ verstieg sich in diese dummdreisten Behauptungen. Er dichtete „sexy, aber ohne Busenschocker“ – und hatte damit recht.

Der Kommentator des britischen „Guardian“ scheint sich ernsthaft Sorgen um seine Landsleute zu machen: 38 Prozent benutzten schon einmal Handschellen bei der Liebe, während die Franzosen so etwas nur zu 11 Prozent jemals versucht haben, und satte 42 Prozent haben ihr Sexleben schon mit Pornos aufgeheizt – etwa doppelt so viele wie in Deutschland, wo es doch an jeder Ecke einen Pornoshop gäbe.

Wohin dies alles führte Überraschenderweise zu mehr Sex: 138 mal sollen es Engländerinnen und Engländer im Jahr treiben – verglichen mit den Schweden eine enorm hohe Zahl (102 mal). Woran man wieder einmal erkennt: Jeder hat so seine Vorurteile. Da glaubt die Welt , Engländer seien Prüde, und dann haben sie viel Sex, während die Schweden, die allgemein als „sexdurstig“ gelten, eher gelangweilt an die Sache herangehen: Wer bürgerliche schwedische Familien kennt, den wundert dies nicht: „Erotik“ ist hier entweder unbekannt oder aber ein Schimpfwort.

Was hat Bier mit Nacktheit gemeinsam? Die Reinheit? Das prickeln? Der bittersüße Geschmack der Liebe? Nun, Amerikaner machen sich keine großen Gedanken, sondern handeln: Gerade belebt ein amerikanischer Geschäftsmann die Marke „Nacktbier“ („Nude Beer“) wieder – ein ganz gewöhnliches Bier, bei dem sich unter den Flaschenetiketten ein paar nackte „Girls“ verstecken – sechs Verschiedene, immerhin. Da können Männer dann trinken und einander fragen: „Welche von den Tussen hast denn du heute“? Und bemerken: „Oh, geile Titten, was"?

Gegeben hatte es das frivole Nass bereits 1986. Damals war es ein großer Anfangserfolg, zumal es in vier Bundesstaaten wegen „Obszönität“ verboten war., verschwand aber bald wieder. Dem hat der neue Brauer etwas entgegenzusetzen: Er will erreichen, dass die Männer „seine“ Mädchen sammeln und will es daher auf Dauer nicht bei den sechs Modellen belassen.

Die Gebildeten unter den „Girls“ sind freilich gar nicht angetan vom Nacktbier: Man sähe mal wieder, so eine Feministin, wie eng der Genuss von Alkohol und der Genuss von weiblichen Körpern doch zusammenlägen.

Der Fotograf Mark Anthony Lacy ist der Erotik der fünfziger Jahre auf der Spur – mit heutigen Mitteln. Was dabei herauskommt, ist allemal sehenswert, zumal die Modelle meist in jener Wäsche stecken, aus der man die Damen der Fünfziger erst einmal herausschälen musste, bevor sich die Möglichkeit intimer Zärtlichkeiten ergab.

dame der fünfziger jahre in ihrer wäsche

(c) 2004 by Mark Anthony Lacy

Die 24-jährige Cindy hat das Kunststück vollbracht, sich selbst im Schlammbad und in einem See zu fotografieren – gar nicht so einfach. Da sie dazu noch eine natürliche Schönheit ist, lohnt sich der Weg zu „Ishotmself“ wo sie schlammbedeckt in der zu besichtigen ist - nur heute, versteht sich.

nackte frau in der wildnis schlammbedeckt

(c) 2004 by Ishotmyself.com

Montags sind die Gazetten immer voller Moral – nein, nicht auf ihren betulichen Montagsseiten für Frauen, Nachdenkliche und Kulturfetischisten, sondern im Sport. Moral beweist, wer kämpft und vor allem, wer siegt: „Diese Moral zeigte sich in den letzten Spielen vor der Winterpause auch ganz deutlich in den Ergebnissen“ schrieb einer der Zeitschriften dieser Tage – und ähnlich triviale Sätze kann man jeden Montag in fast allen Zeitungen lesen.

Wer es noch nicht wusste: Die einzige Moral, die in Deutschland zählt, ist die Moral der kämpfenden Truppen. Und wenn es Fußballer sind.

Kaum war die Sensation verkündet, dass nach 18 Jahren einmal wieder ein deutscher Film („Gegen die Wand“) den „Goldenen Bären“ bekommen hat, da wird die Hauptdarstellerin, eine 23-jährigen Deutschtürkin namens Sibel Kekilli von einem Teil der deutschen Presse in den Dreck gezogen, weil sie schon einmal „Pornofilme“ gedreht habe. Und um die Sensation dann noch breiter auszuquetschen werden dann auch noch Titel genannt. Da kann sich das dummdeutsche Stammtischpack mal wieder ereifern, und die deutsche Presse weiß natürlich, wes geistes Kind ihr Klientel ist.

Auf diese Weise wird die Sensation mit Dreckbrühe zugegossen – und natürlich machen die geschwätzigen Netz-Medien dabei fleißig mit. Die Meldung wird betont süffisant verkauft, und dann noch in Edelmenschentum verpackt: Ja, wenn die Dame nicht ihre Biografie gefälscht hätte, dann würde man ja ganz anders schreiben.

In Wahrheit wissen die Damen und Herren natürlich genau, dass sie für Spießer schreiben, die sich offiziell brüsten, keine Pornos zu kennen und sich heimlich daran aufgeilen. Für sie, und nur für sie, ist die Presse-Schlammschlacht, die jetzt stattfindet, interessant.

Ein Beispiel von vielen.

 

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