David verbrachte 30 Nächte mit Laura, sagt er. Sie spricht Gefühle in ihm an, und er reagiert darauf. Freilich ist Laura keine reale Person. Sie wohnt in einem Computer und soll für ein Fitness-Programm motivieren. Zu lesen ist das alles in GQ, im März 2004, in der Printausgabe.
Nein, nein, ich dachte jetzt nicht daran, dass Laura auch eine virtuelle Bloggerin oder meinetwegen als Jonathan ein virtueller Blogger sein könnte, obwohl auch dieses Thema nicht reizlos wäre.
Vielmehr dachte ich an Chats. Die etwa drei Dutzend Sätze samt einiger Variationen, die die meisten Chatterinnen und Chatter von sich geben können, sollte ein halbwegs findiger Programmierer doch wohl hinkriegen. Schließlich gab es schon Eliza.
Ein paar speziell auf Erotik getrimmte virtuelle Chatterinnen könnten dann ganze Heerscharen sexhungriger Ehemänner nächtens an den Computer locken: Fällt ein geeignetes Stichwort, kommt das Höschen herunter. Der Rest ist mit einigen Satzfetzen so oder so abgetan. Mich sollte es wirklich nicht wundern, wenn es so etwas schon gäbe.
(c) sehpferd 2004
Nein, nein, ich dachte jetzt nicht daran, dass Laura auch eine virtuelle Bloggerin oder meinetwegen als Jonathan ein virtueller Blogger sein könnte, obwohl auch dieses Thema nicht reizlos wäre.
Vielmehr dachte ich an Chats. Die etwa drei Dutzend Sätze samt einiger Variationen, die die meisten Chatterinnen und Chatter von sich geben können, sollte ein halbwegs findiger Programmierer doch wohl hinkriegen. Schließlich gab es schon Eliza.
Ein paar speziell auf Erotik getrimmte virtuelle Chatterinnen könnten dann ganze Heerscharen sexhungriger Ehemänner nächtens an den Computer locken: Fällt ein geeignetes Stichwort, kommt das Höschen herunter. Der Rest ist mit einigen Satzfetzen so oder so abgetan. Mich sollte es wirklich nicht wundern, wenn es so etwas schon gäbe.
(c) sehpferd 2004
sehpferd - am Mittwoch, 25. Februar 2004, 21:38 - Rubrik: printmedien
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Ich war schon lange nicht mehr im „Erotischen Sekretariat“, doch kaum trat ich diesmal ein, da fiel mir schon eine rege Bordelldiskussion entgegen. Die Klägerin: Sugar, die einen neuen Puff neben Ikea nicht mochte und sich darüber zu allem Überfluss noch mit ihrem Ehemann verstritten hat. Die Verteidigerin: Sunny4Fun, die den Puff tapfer verteidigt ... und es kommen weitere Mitspieler dazu, sogar ein webbekannter Cartoonist.
Ja, ein Teil ist ernst. Doch das meiste ist so, wie das Web halt so ist: „Man braucht einen Kasperl und eine Gretel, eine Großmutter und ein Krokodil“. Scheint hier manchmal so ähnlich zu sein, aber ich redete ja gerade von dort.
Ja, ein Teil ist ernst. Doch das meiste ist so, wie das Web halt so ist: „Man braucht einen Kasperl und eine Gretel, eine Großmutter und ein Krokodil“. Scheint hier manchmal so ähnlich zu sein, aber ich redete ja gerade von dort.
Herrenmagazine seien wenig stilvoll, heißt es immer. Dieses Magazin widerlegt solche Aussagen und zeigt außerdem viel mehr, als man es von deartigen Magazinen sonst erwartet. Ob der Anblick jeden erfreut, mag dahingestellt bleiben. Das Magazin: Richardson. Die dargestellt Frau: Tera Patrick.
Wer erinnert sich noch an Jane Birkin? Ja, die Schauspielerin, die später auch als Sängerin berühmt wurde: Engländerin, in Frankreich lebend. Zuerst wurde sie von den Massen gesehen in „Blow Up“, dann wurde sie von noch mehr Massen gehört in „Je t’aime, moi non plus“. Was wenige wissen: Sie hat mehr gesungen, viel mehr: „Babe alone in Babylon“, zum Beispiel, das auch auf ihrer neuen CD „Arabesque“ zu hören ist. Wie ich gerade jetzt darauf komme? Weil es eine Webseite mit Standfotos aus „Blow Up“ gibt, nämlich hier.
sehpferd - am Mittwoch, 25. Februar 2004, 19:15 - Rubrik: kult und kultur
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wie ich bisweilen erwähne, bin ich kein Dichter, doch weiß ich, wo solche zu finden sind. Oder sollte ich sagen: Literaten? Texterzeuger?
Dieser hier schreibt eine Geschichte über kleinbrüstige Frauen, die alle die gleiche Eigenschaft haben: Sie bekommen einen Schluckauf. Wann, wie und unter welchen Umständen sollte man besser selbst lesen, und als Appetithappen vielleicht diesen Satz: „Memphis Slim ist seit zwei Jahren tot, und ich warte noch immer auf ihren Anruf.“ Erinnert mich an Georg Kreisler. Aber der wartete ja 18 Jahre.
Apropos 18 Jahre: So alt sollte man nach Meinung des Betreibers der Seite sein, wenn man dort einfliegt.
Dieser hier schreibt eine Geschichte über kleinbrüstige Frauen, die alle die gleiche Eigenschaft haben: Sie bekommen einen Schluckauf. Wann, wie und unter welchen Umständen sollte man besser selbst lesen, und als Appetithappen vielleicht diesen Satz: „Memphis Slim ist seit zwei Jahren tot, und ich warte noch immer auf ihren Anruf.“ Erinnert mich an Georg Kreisler. Aber der wartete ja 18 Jahre.
Apropos 18 Jahre: So alt sollte man nach Meinung des Betreibers der Seite sein, wenn man dort einfliegt.
sehpferd - am Dienstag, 24. Februar 2004, 23:23 - Rubrik: kult und kultur
Wie aus dem Bericht eines Gay-Magazins hervorgeht, weiß der belgische Kardinal Gustaaf Joos, dass Schwule nicht wirklich schwul sind, sondern zu „90 bis 95“ Prozent pervers – nur der klägliche Rest sei „wirklich“ homosexuell. Der 80-jährige sagte der AFP, er sei bereit, dies „mit seinem eigenen Blut“ zu unterschreiben.
Sehpferd meint:
Nun, es nützt nichts, Herr Kardinal, wirklich nicht: Ob sie nun mit Blut oder mit Tinte unterschreiben – wenn sich jemand zu etwas bekennt, dann ist er es auch. Sollte ein Christ eigentlich nicht bezweifeln, oder? Sonst könnten wir ja auch behaupten, lediglich 5 – 10 Prozent aller Christen seien wahre Gläubige. Das würde irgendjemand bestimmt auch unterschreiben, möglicherweise sogar ein Christ. Dennoch würde ich Tinte empfehlen.
Sehpferd meint:
Nun, es nützt nichts, Herr Kardinal, wirklich nicht: Ob sie nun mit Blut oder mit Tinte unterschreiben – wenn sich jemand zu etwas bekennt, dann ist er es auch. Sollte ein Christ eigentlich nicht bezweifeln, oder? Sonst könnten wir ja auch behaupten, lediglich 5 – 10 Prozent aller Christen seien wahre Gläubige. Das würde irgendjemand bestimmt auch unterschreiben, möglicherweise sogar ein Christ. Dennoch würde ich Tinte empfehlen.
sehpferd - am Dienstag, 24. Februar 2004, 22:37 - Rubrik: glaube und aberglaube
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Mir klingt in den Ohren etwas nach: Man müsse die Gefühlsäußerungen der Menschen als wertvoll hinnehmen, weil sie doch authentisch seien.
Szenenwechsel: das so genannte „Dritte Reich“. Damen schrieben glühende Liebesbriefe an Herrn Hitler, boten ihm Herz und Seele und (relativ häufig) auch ihren Körper an. Alles authentische Äußerungen von Damen aller Stände und Bildungsschichten.
Mein Misstrauen gegenüber den in manchen Blogs und anderen zeitgenössichen Äüßerungen aufkommenden Gefühlswallungen sind durch diesen Beitrag nicht eben kleiner geworden, wenngleich ich Unterschiede durchaus erkennen kann.
Allerdings ergibt sich daraus eine neue Fragestellung: Darf man, soll man, oder muss man gar in die Öffentlichkeit gebrachte Gefühle kritisieren?
(Die Frage wurde am 25.02.2004 ergänzt, ebenso wurde eine marginale Korrektur an der Aussage vorgenommen).
Szenenwechsel: das so genannte „Dritte Reich“. Damen schrieben glühende Liebesbriefe an Herrn Hitler, boten ihm Herz und Seele und (relativ häufig) auch ihren Körper an. Alles authentische Äußerungen von Damen aller Stände und Bildungsschichten.
Mein Misstrauen gegenüber den in manchen Blogs und anderen zeitgenössichen Äüßerungen aufkommenden Gefühlswallungen sind durch diesen Beitrag nicht eben kleiner geworden, wenngleich ich Unterschiede durchaus erkennen kann.
Allerdings ergibt sich daraus eine neue Fragestellung: Darf man, soll man, oder muss man gar in die Öffentlichkeit gebrachte Gefühle kritisieren?
(Die Frage wurde am 25.02.2004 ergänzt, ebenso wurde eine marginale Korrektur an der Aussage vorgenommen).
sehpferd - am Dienstag, 24. Februar 2004, 21:34 - Rubrik: kult und kultur
Früher verlangte man von Frauen Keuschheit, heute erwartet man, dass sie tun, was sich schickt (permissiveness), stellt eine Kolumne des kanadischen Kolumnisten Craig MacInnis in der Montreal Gazette fest und räumt ein bisschen auf mit der Vorstellung, wie fest gefügt das Sexualleben in früheren Zeiten war, in denen man sich angeblich noch züchtig verhielt. Interessant vor allem, weil ihm einen Teil davon seine heute 80-jährige Mutter erzählt hat.
sehpferd - am Dienstag, 24. Februar 2004, 19:38 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
„Jeder, der in Brasilien von Abstinenz und Keuschheit spräche, würde angesehen, als käme er von einem anderen Planeten“, schimpfte nach einem Pressebericht Jesús Hortal Sánchez, seines Zeichens Rektor der Päpstlichen Katholischen Universität zu Rio.
Hintergrund ist die nach wie vor schwelende Kontroverse um eine Sambaschule, um Aids und um Kondome. Indessen fällt die Zensur mild aus: Man habe nur ein „paar Blätter, Reben und Wurzeln“ um die Darstellungen aus dem Kamasutra gerankt, die von der „Academicos do Grande Rio“ Samba-Schule gezeigt würden. Offenbar hat man sich auch nicht verbieten lassen, Adam und Eva bei ihrer biblischen Begegnung zu zeigen.
Der Streit zwischen Staat und Kirche wird freilich auch nach dem Karneval weitergehen: Gegenwärtig gibt der Staat an die Bevölkerung des Landes 300 Millionen kostenlose Kondome aus – eine Notwendigkeit in einem Land mit einer extrem hohen Aids-Rate. Doch das will die Katholikenkirche nicht wahr haben: Sie verweist auf die besondere Verantwortung für die Jugend, die durch Kondome nur zum Geschlechtsverkehr angeregt würde.
Hintergrund ist die nach wie vor schwelende Kontroverse um eine Sambaschule, um Aids und um Kondome. Indessen fällt die Zensur mild aus: Man habe nur ein „paar Blätter, Reben und Wurzeln“ um die Darstellungen aus dem Kamasutra gerankt, die von der „Academicos do Grande Rio“ Samba-Schule gezeigt würden. Offenbar hat man sich auch nicht verbieten lassen, Adam und Eva bei ihrer biblischen Begegnung zu zeigen.
Der Streit zwischen Staat und Kirche wird freilich auch nach dem Karneval weitergehen: Gegenwärtig gibt der Staat an die Bevölkerung des Landes 300 Millionen kostenlose Kondome aus – eine Notwendigkeit in einem Land mit einer extrem hohen Aids-Rate. Doch das will die Katholikenkirche nicht wahr haben: Sie verweist auf die besondere Verantwortung für die Jugend, die durch Kondome nur zum Geschlechtsverkehr angeregt würde.
sehpferd - am Dienstag, 24. Februar 2004, 19:17 - Rubrik: glaube und aberglaube
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Die Fotografin Alice Hawkins hat eine 2-tägige Mammutschau hinter sich: Vom 12. bis zum 13. Februar dieses Jahres fotografierte sie sich selbst und andere im Londoner "Showstudio". Das Ergebnis ist detailliert und vielfältig auf der Webseite von Showstudio.com zu sehen und bietet nicht nur den Freunden erotischer Fotografie, sondern jedem Kunstliebhaber einen tiefen Einblick in die Möglichkeiten moderner Porträt-Fotokunst.
No. 112
(c) 2004 by Alice Hawkins
No. 112
(c) 2004 by Alice Hawkins
sehpferd - am Dienstag, 24. Februar 2004, 18:38 - Rubrik: lichtbilder - photography
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Diskutiert worden ist es schon oft, auch hier: Das „vollständige Verstehen“ einer anderen Person wird, vor allem in deutschsprachigen Ländern, als Krone des Menschseins angesehen. Dem wäre kaum etwas hinzuzufügen, wenn klar wäre, was „vollständiges“ Verstehen eigentlich bedeutet: Es ist mehr als Mitfühlen und geht sogar noch über das Einfühlen hinaus: Letztlich bedeutet es: Fühlen, genau so, wie der andere fühlt. Andere mögen nun darüber urteilen, ob dies in der Welt möglich ist oder eher in den Bereich der Utopien gehört, doch eines ist sicher: Unter Menschen, die anwesend sind, ist es eher möglich, ehrlich mitzufühlen als in der Denkwaschküche „Internet“.
Immer, wenn vom „Fühlen“ die Rede ist, steht auch die Tür zum Kitsch offen: Statt zu verstehen, werden Gefühle als Selbstzweck verherrlicht und nachträglich schön bemalt wie die Ostereier. Nichts geht den oberflächlichen Menschen so schnell über die Hirn-Sprache-Schranke wie Mitgefühl: „ich verstehe dich sehr gut“ ist einer der Sätze, die wir besonders leichtfertig auf den Lippen führen. Da viele Menschen ihn auch benutzen, wenn sie so gar nichts verstanden haben, ist er eben auch eine Lüge. Bei dieser Gelegenheit sollten wir nicht vergessen, dass „Verstehen“ auch eine Technik ist: Ein Gesprächspsychotherapeut braucht nicht unbedingt zu verstehen, er muss nur durch sein eigenes Verhalten bewirken, dass sich ein anderer versteht.
In unserem Alltag überprüfen wir ohnehin kaum, ob wir wirklich verstanden werden: Wir wünschen uns vom anderen, uns das Gefühl zu geben, verstanden worden zu sein: das mag ein pragmatischer Ansatz sein, der gelegentlich weiterhilft – er bringt aber keinerlei (Er)Kenntnisse über unser tatsächliches Erleben. Es bleibt, wie es immer war: Erkenntnis ist ein verdammt hartes Stück Arbeit und nur schwer zu gewinnen, während Sprüche schnell dahin gesagt sind.
Mein Fazit: Wir alle gewinnen durch echtes Mitgefühl, doch wir verlieren, mindestens langfristig, durch Gefühlskitsch, der, dies gebe ich gerne zu, auch ab und an wohl tun kann - er bildet aber leider nicht.
Immer, wenn vom „Fühlen“ die Rede ist, steht auch die Tür zum Kitsch offen: Statt zu verstehen, werden Gefühle als Selbstzweck verherrlicht und nachträglich schön bemalt wie die Ostereier. Nichts geht den oberflächlichen Menschen so schnell über die Hirn-Sprache-Schranke wie Mitgefühl: „ich verstehe dich sehr gut“ ist einer der Sätze, die wir besonders leichtfertig auf den Lippen führen. Da viele Menschen ihn auch benutzen, wenn sie so gar nichts verstanden haben, ist er eben auch eine Lüge. Bei dieser Gelegenheit sollten wir nicht vergessen, dass „Verstehen“ auch eine Technik ist: Ein Gesprächspsychotherapeut braucht nicht unbedingt zu verstehen, er muss nur durch sein eigenes Verhalten bewirken, dass sich ein anderer versteht.
In unserem Alltag überprüfen wir ohnehin kaum, ob wir wirklich verstanden werden: Wir wünschen uns vom anderen, uns das Gefühl zu geben, verstanden worden zu sein: das mag ein pragmatischer Ansatz sein, der gelegentlich weiterhilft – er bringt aber keinerlei (Er)Kenntnisse über unser tatsächliches Erleben. Es bleibt, wie es immer war: Erkenntnis ist ein verdammt hartes Stück Arbeit und nur schwer zu gewinnen, während Sprüche schnell dahin gesagt sind.
Mein Fazit: Wir alle gewinnen durch echtes Mitgefühl, doch wir verlieren, mindestens langfristig, durch Gefühlskitsch, der, dies gebe ich gerne zu, auch ab und an wohl tun kann - er bildet aber leider nicht.
sehpferd - am Dienstag, 24. Februar 2004, 12:47 - Rubrik: kult und kultur
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Als ich in den 50ern in Deutschland Schüler war, wohnte in der Lehrerschaft noch eine Mischung aus bürgerlichen Traditionen, nationalistischer Vergangenheit und neuem Aufbruch. Letzterer führte dazu, Kritik zu lehren, doch wie? Unsere Kultur erfand die „konstruktive Kritik“, also die Möglichkeit, etwas zu kritisieren, wenn die Kritik mit einem konstruktiven Vorschlag zur Veränderung verbunden ist. Damit wurden die jungen Menschen mundtot gemacht: Schließlich verstanden sie nicht genug von den Dingen, um genügend konstruktiv sein zu können.
Die jungen Leute hatten freilich gut gelernt: Ende der 60er Jahre begannen sie mit allerlei Manifesten in der Hand, die immer noch junge Republik zu kritisieren: und diesmal hatten sie Alternativen, wenngleich diese oft nicht sehr konstruktiv waren. Aber dennoch: Kritik wurde Mode, und die Alternativen konnten in beliebigen Blumenfeldern bestehen, die irgendwelche Randsiedler züchten wollten: Alles schien zu gehen.
Seit etwa Mitte der 80er ist das „alles geht“ in „keine Kritik an niemandem“ umgeschlagen – oder besser: hinzugekommen, denn natürlich gab und gibt es auch heute noch Kritiker und Mahner, die konstruktiv sein wollen und solche, die sich auf Dogmen berufen und starr auf deren Einhaltung drängen.
Neben all dem vergessen wir off, dass Kritik selbst eine Kunstform ist – bemerkt wird dies weniger in den Gazetten als in den modernen Unterhaltungsmedien: Wird sie rhetorisch perfekt vorgetragen, sehen Fernsehzuschauer plötzlich sogar Literaturkritik.
Der Sinn von Kritik ist freilich ein anderer: Kritiker nehmen etwas ernst, das andere ignorieren, und sie haben eine gute Absicht, die von ihren Gegner heftig angefeindet wird: Sie wollen die Kultur verändern, und, wenn es ihnen denn gelingt, hoffentlich verbessern.
Die jungen Leute hatten freilich gut gelernt: Ende der 60er Jahre begannen sie mit allerlei Manifesten in der Hand, die immer noch junge Republik zu kritisieren: und diesmal hatten sie Alternativen, wenngleich diese oft nicht sehr konstruktiv waren. Aber dennoch: Kritik wurde Mode, und die Alternativen konnten in beliebigen Blumenfeldern bestehen, die irgendwelche Randsiedler züchten wollten: Alles schien zu gehen.
Seit etwa Mitte der 80er ist das „alles geht“ in „keine Kritik an niemandem“ umgeschlagen – oder besser: hinzugekommen, denn natürlich gab und gibt es auch heute noch Kritiker und Mahner, die konstruktiv sein wollen und solche, die sich auf Dogmen berufen und starr auf deren Einhaltung drängen.
Neben all dem vergessen wir off, dass Kritik selbst eine Kunstform ist – bemerkt wird dies weniger in den Gazetten als in den modernen Unterhaltungsmedien: Wird sie rhetorisch perfekt vorgetragen, sehen Fernsehzuschauer plötzlich sogar Literaturkritik.
Der Sinn von Kritik ist freilich ein anderer: Kritiker nehmen etwas ernst, das andere ignorieren, und sie haben eine gute Absicht, die von ihren Gegner heftig angefeindet wird: Sie wollen die Kultur verändern, und, wenn es ihnen denn gelingt, hoffentlich verbessern.
sehpferd - am Dienstag, 24. Februar 2004, 09:11 - Rubrik: kult und kultur
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Obgleich ich schon einige Erdbeben erlebt habe, ist es doch immer wieder ein merkwürdiges Gefühl: Diesmal fand mich das Beben schreibend auf meinem Stuhl. Es kam ähnlich wie ein heftiger Windstoß, die Erde ruckelte zwei Mal, Boden und Wände wackelten, dann war alles vorbei. Gerade las ich: eines der stärksten Erdstöße in Deutschland der vergangenen Jahrzehnte: 5,1 auf der Richterskala wurden in Freiburg gemessen.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Ein wichtiges Geheimnis des hiesigen Faschingsbrauchtums hat die regionale Sonntagszeitung „Der Sonntag“ enthüllt: Die badisch-alemannische Fasnet ist zwar auch erotisch, denn es wird heftig geflirtet, für die Folgen müssen aber doch jeder selbst aufkommen: „Geheime Babykassen“ für ungewollte Fasnetbabies, so wurde dem Journalisten aus der Fremde beschieden, seien ein Mythos.
Leider kein Link - "der Sonntag" ist momentan gerade in Renovation, statt dessen ein Bild einer "Gugge(n)musik".
(C) 2004 by sehpferd
Leider kein Link - "der Sonntag" ist momentan gerade in Renovation, statt dessen ein Bild einer "Gugge(n)musik".
(C) 2004 by sehpferd
sehpferd - am Montag, 23. Februar 2004, 21:42 - Rubrik: kult und kultur
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Die Aufgabe eines Chronisten besteht vor allem darin, die Zeichen der Zeit zu erkennen, unabhängig davon, was er persönlich über Personen und Ereignisse denkt.
So gesehen, ist diese Bloggerin wirklich das, was sie hier schreibt: Wort für Wort, ohne dass ich dem ein Tüpfelchen hinzufügen möchte.
Damit von vornherein keine Missverständnisse entstehen: Ich schleime weder noch bin ich polemisch. Ich meine es so, wie ich es sage.
So gesehen, ist diese Bloggerin wirklich das, was sie hier schreibt: Wort für Wort, ohne dass ich dem ein Tüpfelchen hinzufügen möchte.
Damit von vornherein keine Missverständnisse entstehen: Ich schleime weder noch bin ich polemisch. Ich meine es so, wie ich es sage.
sehpferd - am Montag, 23. Februar 2004, 20:59 - Rubrik: kult und kultur
Wahrscheinlich ist nichts dran an der Behauptung, junge japanische Frauen würden in „transparenten“ Röcken durch die Straßen laufen. Ebenso soll falsch sein, dass die in Wahrheit mit künstlicher Transparenz bedruckten Röcke ein großer Renner bei Japans Tennnagern wären.
Wie der „Toronto Star” recherchiert haben will, seien diese Röcke niemals auf Straßen zu sehen, sie würden aber regelmäßig in billigen japanischen Pornomagazinen erscheinen. Dort würde dann behauptet, man habe diese Bilder mit einer Spezialkamera aufgenommen, die „durch die Röcke“ sehen könne.
Gelesen bei:
(c) of the photo is unknown
Wie der „Toronto Star” recherchiert haben will, seien diese Röcke niemals auf Straßen zu sehen, sie würden aber regelmäßig in billigen japanischen Pornomagazinen erscheinen. Dort würde dann behauptet, man habe diese Bilder mit einer Spezialkamera aufgenommen, die „durch die Röcke“ sehen könne.
Gelesen bei:
(c) of the photo is unknown
sehpferd - am Montag, 23. Februar 2004, 20:23 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Für die 21-jährige Merricat aus Virginia (USA) gibt es zwei wichtige Dinge: Bücher und Feminismus. Weniger feministisch scheint ihre Art zu sein, sich selbst zu fotografieren, nämlich nackt. Doch das findet sie ganz normal: Nackt, so sagt sie von sich, fühle sie sich ohnehin Wohler – und mit Büchern, versteht sich. Der "Feminismus für jedermann" befindet sich im übrigen rechts auf dem Bild.
© 2004 by Ishotmyself.com
wenn der link nicht mehr aktiv ist, bitte hier klicken.
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noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Das heruntergekommene Herrenmagazin „Penthouse“ soll nach dem Willen des neuen Inhabers Marc Bell zu einem Trendmagazin nach dem Vorbild von „Maxim“ oder „FHM“ umgewandelt werden.
Den Grund für den Niedergang des alten „Penthouse“ sieht der neue Inhaber in der stark pornografischen Ausrichtung des Magazins: Auf diese Weise wäre man in starke Konkurrenz zu Internetangeboten geraten. Nun peilt man einen jüngeren, gleichwohl aber zahlungskräftigen Kundenkreis an und hofft dabei auch auf neue Inserenten.
Gelesen bei: Miami.com
Den Grund für den Niedergang des alten „Penthouse“ sieht der neue Inhaber in der stark pornografischen Ausrichtung des Magazins: Auf diese Weise wäre man in starke Konkurrenz zu Internetangeboten geraten. Nun peilt man einen jüngeren, gleichwohl aber zahlungskräftigen Kundenkreis an und hofft dabei auch auf neue Inserenten.
Gelesen bei: Miami.com
sehpferd - am Montag, 23. Februar 2004, 19:30 - Rubrik: printmedien
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Mir fiel bei einer schönen Betrachtung dieses auf: Wer kritisiert, hat ein Interesse an dem, was er im Augenschein hat, sonst würde er es ignorieren. Ich habe dies gerade anderwärts geschrieben: zu Gedichten einer talentierten jungen Frau, die, wie ich meine, sehr sinnlich zu dichten begonnen hat.
Doch noch etwas fiel mir auf: Die Dichterin begegnete der Kritik eines anderen Menschen so: Sie richte ihre Sätze und Worte bislang immer noch nach dem, was sie gefühlt habe. Ihr gutes Recht, so zu fühlen – doch reicht dies nicht, um gute Dichtung zu schreiben.
Nun haben wir den berühmten „Knackpunkt“ erwischt: Wer Gefühle in Worte umsetzen will, muss dies ebenso lernen wie derjenige, der ein Gefühl mit dem Pinsel auf die Leinwand bringen will. Neben Talent, so weiß jeder, der es versucht hat, braucht man Fertigkeiten, und neben Fertigkeiten auch noch sehr viel Übung. Es reicht nicht, wenn das Werk von ein paar Freunden gelobt wird, obgleich dies der Seele gut tun mag: Erst, wenn ein Gedicht oder ein Gemälde öffentlich (und sicher behutsam) kritisiert werden darf, kann die Autorin (oder der Autor) lernen.
Dieses alles habe ich heute in der Frühe geschrieben. Am Nachmittag bin ich noch einmal auf die Seite, die mir auffiel (und die ich, im Übrigen, nur empfehlen kann): Doch inzwischen hat man meinen Kommentar dort mit dem hier mittlerweile üblichen Unrat beworfen, wobei sich wieder erweist: Kritik ist hier unerwünscht. Mich freilich wird es nicht daran hindern, weiterhin zu kritisieren: Es ist ja gerade die Pflicht des liberalen Geistes, dort zu kritisieren, wo man ihm die Kritik verweigern will.
Ich empfehle, alles selber einmal in Ruhe zu lesen. Vielleicht verirrt sich eine bereits bekannte Dichterin einmal auf dieses Blog, um zu diskutieren, denn wie ich schon sagte: Talent hat diese junge Frau, und auch die Fähigkeit, Worte wohl zu setzen.
Wer mehr Schönes mag und mehr über Dichter(innen) und das schreibende Volk schlechthin wissen möchte: Findet hier ein kleines Universum.
Doch noch etwas fiel mir auf: Die Dichterin begegnete der Kritik eines anderen Menschen so: Sie richte ihre Sätze und Worte bislang immer noch nach dem, was sie gefühlt habe. Ihr gutes Recht, so zu fühlen – doch reicht dies nicht, um gute Dichtung zu schreiben.
Nun haben wir den berühmten „Knackpunkt“ erwischt: Wer Gefühle in Worte umsetzen will, muss dies ebenso lernen wie derjenige, der ein Gefühl mit dem Pinsel auf die Leinwand bringen will. Neben Talent, so weiß jeder, der es versucht hat, braucht man Fertigkeiten, und neben Fertigkeiten auch noch sehr viel Übung. Es reicht nicht, wenn das Werk von ein paar Freunden gelobt wird, obgleich dies der Seele gut tun mag: Erst, wenn ein Gedicht oder ein Gemälde öffentlich (und sicher behutsam) kritisiert werden darf, kann die Autorin (oder der Autor) lernen.
Dieses alles habe ich heute in der Frühe geschrieben. Am Nachmittag bin ich noch einmal auf die Seite, die mir auffiel (und die ich, im Übrigen, nur empfehlen kann): Doch inzwischen hat man meinen Kommentar dort mit dem hier mittlerweile üblichen Unrat beworfen, wobei sich wieder erweist: Kritik ist hier unerwünscht. Mich freilich wird es nicht daran hindern, weiterhin zu kritisieren: Es ist ja gerade die Pflicht des liberalen Geistes, dort zu kritisieren, wo man ihm die Kritik verweigern will.
Ich empfehle, alles selber einmal in Ruhe zu lesen. Vielleicht verirrt sich eine bereits bekannte Dichterin einmal auf dieses Blog, um zu diskutieren, denn wie ich schon sagte: Talent hat diese junge Frau, und auch die Fähigkeit, Worte wohl zu setzen.
Wer mehr Schönes mag und mehr über Dichter(innen) und das schreibende Volk schlechthin wissen möchte: Findet hier ein kleines Universum.
sehpferd - am Montag, 23. Februar 2004, 16:04 - Rubrik: kult und kultur
Gentlemen’s Quarterly muss gelegentlich Liebestipps ausgeben, sonst würde man ja nicht mit der Konkurrenz mithalten können. Wie gut, dass die unsägliche Lou Paget mal gerade wieder ein Buch geschrieben hat: „Die perfekte Leidenschaft - erregende Sexgeheimnisse für sie und ihn“ heißt es, und weil GQ es gelegentlich nicht lassen kann, seine Leser für dümmer zu verkaufen, als sie sind, empfiehlt das Magazin für den Morgen die Partnerin auf dem Rücken auf dem Küchentisch. Der Eintrittswinkel des Penis wird selbstverständlich vorgegeben.
Also, Junggesellen und Ehemänner: Unbedingt am Abend davor den Küchentisch aufräumen, damit man am Morgen danach die Frau drüberlegen kann. Für den Nachmittag wird dann ein Quickie auf der Toilette eines Cafés empfohlen.
Am Abend könnte man dann noch mit der GQ ein Feuerchen anzünden, weil man solchen Mist in einem exquisiten Herrenmagazin eigentlich nicht erwartet – wäre aber vielleicht schade um die Bilder in der Märzausgabe.
Also, Junggesellen und Ehemänner: Unbedingt am Abend davor den Küchentisch aufräumen, damit man am Morgen danach die Frau drüberlegen kann. Für den Nachmittag wird dann ein Quickie auf der Toilette eines Cafés empfohlen.
Am Abend könnte man dann noch mit der GQ ein Feuerchen anzünden, weil man solchen Mist in einem exquisiten Herrenmagazin eigentlich nicht erwartet – wäre aber vielleicht schade um die Bilder in der Märzausgabe.
sehpferd - am Sonntag, 22. Februar 2004, 21:58 - Rubrik: wundersames
Der Einkauf einer elektrischen Spülbürste ist eigentlich ganz harmlos – aber ob dieses Gerät wohl jemals den Weg in die Küche finden wird? Der Eros Blog bezweifelt dies sehr: In der Hand des richtigen Partners sei das Gerät mit Sicherheit multifunktionsfähig, meinte der Inhaber, Bacchus.
sehpferd - am Sonntag, 22. Februar 2004, 21:25 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Sie hätte die Gesellschaft der Tänzerinnen zwar sehr genossen, aber so etwas wie Ballett sei dies nun wohl doch nicht, meinte Lady Helen Long, die im Auftrag ihrer Gemeinde untersuchte, was wohl in einem Lap-Dance-Club vor sich gehen würde.
Erklärend fügte sie hinzu, es sei eine Mischung aus „Gymnastik und vorgespielten Orgasmen“. Empfehlen wird sie es für ihren Wohnort nicht, aber der Klub würde sehr gut geführt und die Damen seinen sehr charmant gewesen, meinte die Lady nach einer Bericht der BBC.
Erklärend fügte sie hinzu, es sei eine Mischung aus „Gymnastik und vorgespielten Orgasmen“. Empfehlen wird sie es für ihren Wohnort nicht, aber der Klub würde sehr gut geführt und die Damen seinen sehr charmant gewesen, meinte die Lady nach einer Bericht der BBC.
sehpferd - am Sonntag, 22. Februar 2004, 21:17 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Zunächst hatte das dänische Gesundheitsministerium eine gute Idee: Warum sollte nicht jeder Schüler eine CD bekommen, auf dem die „Tatsachen des Lebens“ möglichst ausführlich beschrieben werden sollten? Nun, wo ein Wille ist, ist auch ein Autorenteam, und dann sollte die CD in einer Auflage von 60.000 an 15- bis 16-Jährige als Bestandteil einer Aufklärungskampagne verteilt werden.
Doch daraus wurde erstmal nichts: Der Gesundheitsminister bekam am Ende einen Schreck über das, was er veranlasst hatte und zog die CDs wieder zurück.
Dies freilich hat andere verärgert: ausgerechnet ein 63-jähriger Däne war so vergrätzt über die Regierungsentscheidung, dass er kurzerhand eine illegale Kopie des Materials anfertigte und sie einem Abgeordneten der Sozialistischen Volkspartei übergab, der sie flugs ins Internet stellte. Dort wurde sie inzwischen 100000-mal heruntergeladen.
Wie man unschwer erkennen kann, lässt sich eine zögerliche Regierung bei der Weitergabe von Informationsmaterial ohne weiteres austricksen – und Lars Loekke Rasmussen, der dänische Gesundheitsminister, wird nun erklären müssen, warum eine CD nicht an Schüler ausgegeben werden durfte, die übers Internet jedermann zugänglich gemacht werden konnte. Gelesen bei: abc.net.
Doch daraus wurde erstmal nichts: Der Gesundheitsminister bekam am Ende einen Schreck über das, was er veranlasst hatte und zog die CDs wieder zurück.
Dies freilich hat andere verärgert: ausgerechnet ein 63-jähriger Däne war so vergrätzt über die Regierungsentscheidung, dass er kurzerhand eine illegale Kopie des Materials anfertigte und sie einem Abgeordneten der Sozialistischen Volkspartei übergab, der sie flugs ins Internet stellte. Dort wurde sie inzwischen 100000-mal heruntergeladen.
Wie man unschwer erkennen kann, lässt sich eine zögerliche Regierung bei der Weitergabe von Informationsmaterial ohne weiteres austricksen – und Lars Loekke Rasmussen, der dänische Gesundheitsminister, wird nun erklären müssen, warum eine CD nicht an Schüler ausgegeben werden durfte, die übers Internet jedermann zugänglich gemacht werden konnte. Gelesen bei: abc.net.
sehpferd - am Sonntag, 22. Februar 2004, 21:06 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Das wöchentliche Geblubber aus den Algen
Die Woche war ziemlich uneinheitlich: Die Nachrichten gaben nicht viel her, wenn man von dem üblichen Gebrabbel über Stars und Sternchen einmal absieht. Die Boulevardpresse hatte freilich ihre Sensation: Der „Goldene Bär“ fiel auf einen Film, dessen Hauptdarstellerin auch schon mal in Pornos zu sehen war – doch mich interessieren billige Filmchen wie „Sex auf der Kükenfarm“ nun wirklich nicht.
Allerdings ist die Welt immer noch an einer Hotelerbin interessierte: Solange Paris Hilton in den Schlagzeilen ist, wird auch mein Artikel gelesen, woran man mal wieder sieht: Qualität zählt nicht. Mein Artikel ist völlig belanglos, verweist nur auf einen anderen Blogger und hat überhaupt keinen journalistischen Wert – und dennoch nähert er sich dem 5000sten Zugriff.
Irgendwann hat mich letzte Woche gestört, dass es Blogerinnen und Blogger gibt, die offenbar den ganzen Tag nur in den Spiegel sehen und sich und ihre Schreibe wunderbar finden – und leider auch ihr Verhalten, das zu wünschen übrig lässt: Wer Menschen, die freundlich sein wollen, als „Schleimer“ abtut, wer Menschen hin- und herschiebt als seien sie Schachfiguren, muss sich auch der persönlichen Kritik stellen - dies würde im realen Leben kaum anders sein.
Freilich – während viele Blogger sich nicht zu schade sind, jede Reaktion irgendeines beliebigen Politikers mit Dreck zu bewerfen, reagieren sie gereizt, wenn man selbst kritisiert werden. Ach, wie schön, wenn man endlich mal der Weltöffentlichkeit zeigen darf, wie großartig man ist: Da kann man beispielsweise das Gefieder aufplustern und „Diksussionskultur“ einfordern – nur schade, wenn man selber keine hat.
Mein eigener Fehler scheint dabei zu sein, dass ich mich von dieser Unkultur anstecken lasse und manchem Blogger eine Antwort gebe, die ihm gebührt, die aber gleichwohl ungebührlich ist.
Wobei sich die Frage ergibt, was Blogs eigentlich sind. Weblogs? Tagebücher? Nur wenige von uns haben erkannt, was sie wirklich sein können: Rufe in die Welt, um Informationen frei zu verbreiten, die sonst keine Öffentlichkeit fänden. Dieses Blog wie auch die meisten, die ich hier täglich lese, erfüllen diese Funktion meist nicht.
Kann aber ein Blog nicht auch zur kulturellen Wertschöpfung beitragen? Freilich. Aber nur, wenn wir alle unsere guten Eigenschaften einbringen. Dazu gehört, sich selbst zurückzustellen und wahrhaftig zu werden. Der Unterschied zwischen „wahrhaftig sein“ und „Gefühle zeigen“ ist dabei auf Blogger bezogen (und etwas übertrieben) ungefähr so groß wie der zwischen der „Zeit“ und dem „Goldenen Blatt“.
Ich selber schreibe, solange andere schreiben. Kürzlich las ich, dass ich „mir meine Nachrichten jeden Tag ergoogeln“ würde. Charmant, aber leider nicht wahr. Ich frage gezielt ganz bestimmte Nachrichtenquellen ab, und schreibe auch einmal gar nichts, wenn es keine Nachricht gibt, die ich verbreiten möchte.
Die Woche war ziemlich uneinheitlich: Die Nachrichten gaben nicht viel her, wenn man von dem üblichen Gebrabbel über Stars und Sternchen einmal absieht. Die Boulevardpresse hatte freilich ihre Sensation: Der „Goldene Bär“ fiel auf einen Film, dessen Hauptdarstellerin auch schon mal in Pornos zu sehen war – doch mich interessieren billige Filmchen wie „Sex auf der Kükenfarm“ nun wirklich nicht.
Allerdings ist die Welt immer noch an einer Hotelerbin interessierte: Solange Paris Hilton in den Schlagzeilen ist, wird auch mein Artikel gelesen, woran man mal wieder sieht: Qualität zählt nicht. Mein Artikel ist völlig belanglos, verweist nur auf einen anderen Blogger und hat überhaupt keinen journalistischen Wert – und dennoch nähert er sich dem 5000sten Zugriff.
Irgendwann hat mich letzte Woche gestört, dass es Blogerinnen und Blogger gibt, die offenbar den ganzen Tag nur in den Spiegel sehen und sich und ihre Schreibe wunderbar finden – und leider auch ihr Verhalten, das zu wünschen übrig lässt: Wer Menschen, die freundlich sein wollen, als „Schleimer“ abtut, wer Menschen hin- und herschiebt als seien sie Schachfiguren, muss sich auch der persönlichen Kritik stellen - dies würde im realen Leben kaum anders sein.
Freilich – während viele Blogger sich nicht zu schade sind, jede Reaktion irgendeines beliebigen Politikers mit Dreck zu bewerfen, reagieren sie gereizt, wenn man selbst kritisiert werden. Ach, wie schön, wenn man endlich mal der Weltöffentlichkeit zeigen darf, wie großartig man ist: Da kann man beispielsweise das Gefieder aufplustern und „Diksussionskultur“ einfordern – nur schade, wenn man selber keine hat.
Mein eigener Fehler scheint dabei zu sein, dass ich mich von dieser Unkultur anstecken lasse und manchem Blogger eine Antwort gebe, die ihm gebührt, die aber gleichwohl ungebührlich ist.
Wobei sich die Frage ergibt, was Blogs eigentlich sind. Weblogs? Tagebücher? Nur wenige von uns haben erkannt, was sie wirklich sein können: Rufe in die Welt, um Informationen frei zu verbreiten, die sonst keine Öffentlichkeit fänden. Dieses Blog wie auch die meisten, die ich hier täglich lese, erfüllen diese Funktion meist nicht.
Kann aber ein Blog nicht auch zur kulturellen Wertschöpfung beitragen? Freilich. Aber nur, wenn wir alle unsere guten Eigenschaften einbringen. Dazu gehört, sich selbst zurückzustellen und wahrhaftig zu werden. Der Unterschied zwischen „wahrhaftig sein“ und „Gefühle zeigen“ ist dabei auf Blogger bezogen (und etwas übertrieben) ungefähr so groß wie der zwischen der „Zeit“ und dem „Goldenen Blatt“.
Ich selber schreibe, solange andere schreiben. Kürzlich las ich, dass ich „mir meine Nachrichten jeden Tag ergoogeln“ würde. Charmant, aber leider nicht wahr. Ich frage gezielt ganz bestimmte Nachrichtenquellen ab, und schreibe auch einmal gar nichts, wenn es keine Nachricht gibt, die ich verbreiten möchte.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Die 28-jährige chinesische Lehrerin und Online-Bloggerin Zhuying Qingtong macht derzeit Furore mit Aktfotos, die sie im Internet veröffentlicht hat. Sie selbst sieht sich dabei als ein Kunstwerk der Natur, dass man wohl in der Öffentlichkeit zeigen dürfe. Die Aktfotos sollen nach Presseberichten(1) (2) freilich nicht das Einzige sein, was von der Lehrerin im Web landet: Sie soll dort auch ausführlich über ihr Sexualleben berichtet haben.
Da sich Erfolg im Web in Zugriffen misst, hat die Lehrerin geschafft, populär zu werden: etwa 10.000 Zugriffe pro Tage bescherten ihr die nackten Ansichten ihres Körpers und ihres Liebeslebens, wie am vergangenen Donnerstag die chinesische "Volkszeitung" berichtete. Mehr darüber ist auch hier zu lesen.
Wer kein Chinesisch kann wie ich sollte vielleicht besser gleich bei Xinhua nachlesen.
English:
Posting nude self-portraits on her blog, Chinese teacher Zhuying Qingtong attracted a lot of visitors: she got over 10,000 hits a day. The english article (and the source of most other articles) is bei Xinhua.
(c) 2004 by Zhuying Qingtong
Da sich Erfolg im Web in Zugriffen misst, hat die Lehrerin geschafft, populär zu werden: etwa 10.000 Zugriffe pro Tage bescherten ihr die nackten Ansichten ihres Körpers und ihres Liebeslebens, wie am vergangenen Donnerstag die chinesische "Volkszeitung" berichtete. Mehr darüber ist auch hier zu lesen.
Wer kein Chinesisch kann wie ich sollte vielleicht besser gleich bei Xinhua nachlesen.
English:
Posting nude self-portraits on her blog, Chinese teacher Zhuying Qingtong attracted a lot of visitors: she got over 10,000 hits a day. The english article (and the source of most other articles) is bei Xinhua.
(c) 2004 by Zhuying Qingtong

