anstoss

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Wenn im einig Fallerland, etwas klappt, dann sind es die Possen: Der Baden-Württembergische Landtag gebot jetzt „keine politischen, religiösen, weltanschaulichen oder ähnliche äußeren Bekundungen ab(zu)geben, die geeignet sind, die Neutralität des Landes (oder den) Schulfrieden zu gefährden oder zu stören". Dass Sozialdemokratie nicht vor Borniertheit schützt, wurde auch klar: Die meisten SPD-Abgeordneten stimmten dem Gesetz zu.

Hinter dem Bandwurmsatz , der vordergründig ja noch ganz plausibel klingt, steht nur eines: Kopftücher raus aus der Schule. Denn anders als beim Nachbarn Frankreich geht es Regierung und Landtag nicht wirklich um die Trennung von Staat und Kirche, sondern um die Heiligtümer des „Abendlandes“, denn „entsprechende Darstellung christlicher und abendländischer Bildungs- und Kulturwerte widerspreche nicht diesem Gebot“.

Fragt sich nur, ob das einig Fallerland keine anderen Probleme hat, oder auch dies: Da streuen die Volksvertreter dem Bürger weltanschaulichen Sand in die Augen. Schlafe, einig Fallerland.

Mehr (beispielsweise) in der FAZ.

Ich trage mit Fassung, wie sich die Macher von „Twoday.net“ auf diesen Seiten selber feiern. Doch eines wende ich ein: Nicht die viel beschworene „Community“ mit ihren gegenseitigen Nettigkeiten trägt die Popularität eines Blogs, sondern die Gruppe der unermüdlichen Wortproduzenten, die etwas schreibt, das auch außerhalb von „twoday.net“ gelesen wird.

Die Lebensgeschichte des Charles Lutwidge Dodgson ist oft erzählt worden: Er war ein begnadeter Schriftsteller, Fotograf und Mathematiker, und mit der erstgenannten Tätigkeit kam er zu ewigen Weltruhm: sein Hauptwerk kennt jedes Kind. Doch gab es auch immer einen Schatten in seinem Leben: die Liebe zu minderjährigen Mädchen, nie offensiv, aber immer deutlich.

Was die Familie Lidell aber wirklich bewog, dem Lehrbeauftragten des „Christ Church College“ den Umgang mit den Töchtern zu verbieten, wird immer im Dunkel der Geschichte bleiben – denn die Betroffene, Alice Price Liddell, die spätere Alice Hargreaves, nahm das Ereignis mit ins Grab. Mehr über die merkwürdige Affäre steht im Wiesbadener Kurier.

Der 63-jährige Ex-Kommunarde Reiner Langhans verkündete jüngst der staunenden Öffentlichkeit, er wolle aus „spirituellen Gründen“ auf Sex verzichten, doch offenbar hat ihn eine seiner Damen herumgekriegt: Sex sei wohl doch der beste Weg zur „positiven Weiterentwicklung“. Fragt sich nur, ob wir sowohl das eine wie auch das andere wissen wollten. Nein, eigentlich eher nicht, mein lieber Rainer: Beides ist Privatsache.

Zum ersten April wird mancher in denselben geschickt. Doch ticklefight bereitet und eher darauf vor, dass unser Wetter im April vielleicht doch noch kalt werden könnte – jedenfalls sollten junge Damen aufpassen, dass sie nicht zu spärlich bekleidet in Aprilnächte gehen – es könnte kalt werden. (Die Bilder sind nicht unbedingt für Ästheten gedacht, aber immer noch leidlich künstlerisch gestaltet).

Frauen ab 50, so eine Studie der Berliner Charité, lechzen nach Leben, und sexhungrig sind sie auch: freilich nur, wenn die Qualität stimmt. Brauchten wir dazu eine Studie? Es stand jedenfalls in der Ärztezeitung, aber auch dies: Wunsch und Wirklichkeit driften bei den über 50-jährigen Frauen stark auseinander.

Muss man eigentlich wissen, wer Michelle Hunziker ist? Und was diese Dame über Sex denkt? Und ob sie dabei Tabus kennt? Eigentlich nicht. Da kann man endlich mal sehen, was in Deutschland eine wichtige Nachricht ist: Selbst der SPIEGEL war sich nicht zu schade, darüber in der Online-Ausgabe zu berichten.

Bevor ich vergesse, dies zu erzählen: Die Dame hat hat zahlreiche Fans, die Fotos von ihr sammeln. Nicht in Zigarrenkisten. Im Web. Hier.

Bikini-Schönheiten im Stil der 50-er Jahre sind auf den Heftchen zu sehen, die den schönen Namen Cocktail trugen und sich offenbar auch an deutsche Käufer wandten. Der Preis scheint mit der Beliebtheit gestiegen zu sein: Von anfänglich 50 Øre stieg er innerhalb eines Jahres auf eine Krone 50 Øre.

cocktail

via ticklefight

Manche Fotoseiten werden ja empfohlen, weil sie künstlerisch besonders wertvoll sind, andere, weil sie diesen „Olala“-Effekt haben und wieder andere, weil die jungen Frauen so schön sind, die auf den Bildchen zu sehen sind. Diese hier ist für Ketchup-Liebhaber, aber es gibt noch mehr zu sehen.

Stelle sie sich einmal vor, ihre Mutter hätte 1946 einen Radiokommentator gehört, und bis zum März 2004, also 58 Jahre später, würde ihre Enkelin immer noch den gleichen Kommentator hören können – frisch aufgetischt.

Doch nun hat es ihn ereilt, ihn, der mit dem Mikrofon in der Hand sterben wollte: Alistair Cooke, eine Legende des britischen Rundfunks, ist im Alter von 95 Jahren gestorben.

Am bekanntesten sind die 2869 im Erzählton vorgetragene „Briefe aus Amerika“, von denen 16 vom Krankenbett aus gesprochen wurden.

http://www.guardian.co.uk/uk_news/story/0,3604,1182504,00.html

Vielleicht muss ich, um der meist gelesene Blogger deutscher Sprache zu werden, erst einmal Transvestit werden. „Mädchen“ alle Jahrgänge sind halt beliebt, und beileibe nicht nur bei Männern. Nein, nein, es muss nicht „Sehkuh“ oder „Belle de Kuh“ sein, es darf ruhig anspruchsvoll werden. Oder auch noch anspruchsloser: dann braucht man lediglich einen Haufen Freude mit flinken Fingern, die möglichst oft die Seite aufrufen.

„Zickenstall“ wäre sicher gut. Ich imitiere einfach eine etwa 30-jährige Abteilungssekretärin mit lauter schicken Klamotten und 50 Paar Schuhen, die immer auf dem emotionalen Stand einer 14-jährigen geblieben ist. Dann muss ich nur noch über meinen Alttag plappern. Der Erfolg dürfte eigentlich garantiert sein – zumal was die Kommentare betrifft.

„Tränenreich“ wäre meine nächste Wahl. Das Leben dunkelgrau mit einigen hellgrauen Flecken: unbemerkt, nicht beachtet, liegen gelassen. Herz-und–Schmerz-Anleihen aus Dichtung und Liedergut. Dazu mache ich mich ganz klein und zart, sage, dass mich schon ein Windhauch berührt, und dass mein Hirn sich verdunkelt, wenn der schwarze Raabe seinen Schatten wirft. Fühle mit, Welt! Ich wette, der Erfolg wäre mir sicher.

„Hellsicht“ wäre natürlich auch gut. Endlich mal ein Blog, den es noch nicht gibt: Esoterik, C.G. Jung, Bachblüten, Selbsterfahrung und natürlich Astrologie. Ich stelle mich dann in den Mittelpunkt und berichte vom Sinnhaften, vom Weisgesagten, von meinen merkwürdigen Erlebnissen im Reich der siebten Sinne – und natürlich, welcher Fügung es zu verdanken ist. Tonbandstimmen geht, glaube ich, nicht – zu technisch.

Erbost? Blogs sind eigentlich immer für Satiren gut, und wer sich darin wieder erkennt, hat selber Schuld. .Sollte sich jemand ertappt fühlen: Es gibt nicht nur Twoday. Ich lese auch anderwärts.

Das verschlafene Küstenstädtchen Ustka (Polen) will nach Presseberichten seine Schutzpatronin einer kosmetischen Operation unterziehen: Die Meerjungfrau habe einfach zu kleine Brüste und zu breite Hüften. Da nun aber große Brüste und schmale Hüften dem Tourismus besser täten, beschloss man, der Region eine neue Meerjungfrau zu verschaffen: Das Ergebnis soll auf der Webseite der Stadt zu sehen sein (die allerdings gerade offline war, als Sehpferd es probieren wollte).

polish mermaid

so sah sie bisher aus

Die 22-jährige Ex-„Just Say No“-Adeptin Britney Spears, die jüngst in Miami (Florida, USA) mit einer von sexuellen Elementen geprägten Show für Aufsehen sorgte, wurde in der afrikanischen Presse jetzt als „Pornostar“ bezeichnet. Eine andere Zeitung hatte sie zuvor eine „pop tart“ genannt - auch nicht eben ein schmeichelhafter Ausdruck.

Nach Presseberichten soll die mit rosa Dessous und schwarzen Strapsen bekleidete Sängerin während der Show Oralsex simuliert haben. Die moralische Entrüstung soll sich – trotz Direktübertragung im Fernsehen – in Grenzen gehalten haben.

PETA hat zwar gerade wieder eine Nackt-Aktion angeleiert, diesmal beim „Ringling Bros. and Barnum & Bailey-Zirkus“, aber ich weigere mich, PETA in irgendeiner Form zu unterstützen. Sollen andere über den spektakulären Blödsinn schreiben, bei dem sich professionelle Modelle zum Gespött des Publikums machen, in dem sie sich als Tigerkätzchen bemalen lassen.

Wer, wie diese selbst ernannten Tierschützer, nicht mehr zwischen dem Holocaust und Hennenhaltung unterscheiden kann, verdient keinen Respekt. Dass gegen PETA in Deutschland wegen Volksverhetzung ermittelt wird, ist kein Geheimnis – und es ist auch gut so.

Dass man als Landpomeranze auch Zuspruch bekommt, ist kein Geheimnis – merkwürdig jedoch, warum ein Herzchen, das gerade erst auf „blog.de“ den Laden eröffnet hat, angeblich unter den 10 begehrtesten deutschsprachigen Blogs ist. Hat sie vielleicht einen Freund irgendwo, der alle Sekunde aufs Knöpfchen drückt, damit die Dame Miss Blog wird? Da gibt’s nur eines – auch klicken.

Kommen die mir bekannt vor – ja. Habe ich die schon einmal gesehen - vielleicht. Sind sie gute Fotografie – ja, so Lala. Warum schreibe ich dann darüber, um Himmels willen? Weil es viele sind, weil sie Schwarz-Weiß sind, weil es Aktfotos sind bei 7floor – wer immer das ist, via ticklefight.

Finnland ist besorgt über die vielen Gewalttaten, insbesondere über die Morde, bei denen Herren mittleren Alters mit Alkoholproblemen im Mittelpunkt stehen, sei es als Täter oder als Opfer.

Die Sorge der Finnen gilt freilich auch dem Import von Verbrechen aus Estland und Russland. Wer den Artikel im „Helsingin Sanomat“ bis zum Ende liest, dem wird auch noch klar, dass häusliche Unfälle einen Teil der Finnen in den Krankenstand bringen. Was aber das unsittlich vorgestreckte Damenbein samt hochgezogenem Rock über dem Artikel soll, erfahren wir nur durch die Bildunterschrift: Klar, beim Import des Verbrechens aus Estland und Russland war vor allem auch Menschenhandel gemeint. Muss man halt wissen.

Wenn ich der meistgelesene Blogger deutscher Sprache werden will, muss ich mich natürlich mit Sex beschäftigen. Ich kann das dadurch tun, dass ich über eine nackte Schauspielerin schreibe oder über Nacktfotos, muss aber erwähnen, dass sie nicht pornografisch sind, nein mit Porno oder Pornos will ich natürlich nicht in Verbindung gebracht werden – Gott behüte.

Gut macht sich immer noch, über die Brüste von Pam Anderson zu schreiben, auch wenn sie nicht gerade zu den Weight Watchers zu gehen scheint. Freilich wäre auch die Dessous von Britney Spears eine Meldung wert, schließlich steht sie ja in heißen erotischen Fummeln auf der Bühne. Kann sie ja auch, weil sie schlank ist - ob die das einer Dr. Atkins Diätkur verdankt? Vielleicht ist das ihre neue Passion, nachdem sie bei „Just Say No“ nicht mehr so populär ist. Ob Janet Jackson auf Diät ist, wissen wir nicht, aber ich sollte sie schon allein deswegen erwähnen, weil sie ihre nackte Brust im Fernsehen vorzeigte – die Kombination muss einfach in diesen Artikel, so wie Paris Hilton in jeden Artikel über Videos gehört, die zum Download oder kostenlos angeboten werden.

Ich kann statt dessen auch über sexuelle oder erotische Witze schreiben oder über derartige Emails. Auch über heiße erotische Spiele in einem Chat sollte ich vielleicht berichten. Am besten erwähne ich dann noch, wie ich mich mit einer Chatterin über Unterwäsche (Lingerie) unterhalten habe, und dass sie auf dem Foto, das sie mir geschuickt hat, genau so aussieht wie das Playgirl des Monats im Playboy.

Dann – ja dann habe ich so gut wie alle Wörter verwendet, die gegenwärtig in den Suchmaschinen (jedenfalls weltweit) ganz oben stehen – oder hatte ich eines vergessen? Dass dieser Artikel nicht ernst gemeint ist, werdet ihr doch bemerkt haben, oder etwa nicht?

Wie es sich so ergab, habe ich mich einmal mit Illusionisten beschäftig, und siehe – auf ihren Plakaten werden junge, schöne Frauen zerstochen, zersägt und enthauptet - alles Illusionen, selbstverständlich.

Ich erinnerte mich dann an die Filme der fünfziger Jahre, in denen Urwaldschönheiten verschleppt, gefoltert und vor allem gefesselt wurden – in „Skandalfilmen“ wie zum Beispiel „Liane, das Mädchen aus dem Urwald“. Anderwärts mussten Mühlen, Gefängnisse und Burgen dafür herhalten, nach dem Knarren der Tür Schreckliches zutage zu fördern: Einer hieß „Die Mühle der versteinerten Frauen“. Solche Filme liefen in der so genannten Nachtvorstellung. Ziel all dieser Filme war, möglichst viele schöne Frauen zu zeigen, deren Verhüllungen den Zensurgesetzen gerade noch standhielten, und natürlich – möglichst gefesselt, geschlagen oder geschändet. In den meisten dieser B-Movies, wie sie wohl hießen, überlebte die schöne blonde Jungfrau trotz aller Leiden, während die verruchte schwarzhaarige Teufelin geopfert wurde.

Die schlechten Mädchen fielen auch den Jenseitigen, Monstern und tierischen Mutanten zum Opfer und landeten mal zwischen den Zähnen von Krokodilen, mal als Grillgut am kannibalischen Herd und mal mit einem spitzen Ast im Herzen auf dem Friedhof. Vor allem die Szenen der letzteren Gattung waren beliebt, und keinesfalls waren alle nur „B-Movies“.

Dracula hieß das Stichwort, Bathory das Beiwort. Die Heldin musste ungeschützten Verkehr mit den Zähnen des Herrn Grafen ertragen, am freigelegten weißen Hals. Waren sie infiziert, so musste der gute Doktor leider den Holzpfahl ins Herz rammen, und das macht sich am weitaus Besten, wenn große Brüste wogen. Die ersten Rollenwechsel tauchten auf: Die blutige Gräfin Bathory wurde das Vorbild aller blutigen lesbischen Vampire – und ihre Nachfolgerinnen zeigten vor allem eins: erhebliche Mengen Tomatensaft, der aus nicht vorhandenen Stichwunden auf nackte Brüste tropfte.

Gewalt und Pornografie? Als die Begierde noch Begierde war, und den Jungen die Finger zitterten, wenn sie ihrer Freundin erstmals den BH öffneten, waren Sex und Gewalt in Wort und Bild beinahe noch so märchenhaft wie der Jäger und das Schneewittchen.

Heute? Ach ja, heute. Heute sind wir ein Land von zeigefingerhebenden Kindergartentanten geworden. Was ich von Sex und Gewalt halte? Ja meint ihr, ich wollte, dass die Märchen verboten werden?

 

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