Er wäre mir fast nicht aufgefallen, der Schlampenladen. Aber dank D-E-S habe ich ihn denn doch gefunden und mir mal Samt und Seide angesehen, und natürlich Korsetts.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Irgendetwas hatte mir noch gefehlt zu meinem
wöchentlichen Geblubber aus den Algen.
Dank eines Bloggers habe ich dann noch das richtige Stichwort bekommen, der die denkwürdigen Worte schrieb „und das alles ... hat wenig bis gar nichts mit bloggern zu tun“. Das alles? ich will es aufgreifen, weil viele meiner Mitmenschen offenbar glauben, ein Blog sei ausschließlich ein Spaßprodukt der Überflussgesellschaft, das sich vorwiegend für Bürogags eignet.
Ich sprach von Europa. Irgendwie hatte mein Bloggerkollege mich falsch verstanden und sagte als sinngemäß, es habe nichts mit Bloggern zu tun. Wenngleich er dies später relativierte, ist dies doch die Meinung vieler anderer, so dass ich bei meiner Betrachtungen bleibe.
Die Vereinigten Staaten von Nordamerika haben demnach jedenfalls nichts mit Bloggern zu tun. Die Völker, deren frei Stimme fast nur über Webseiten zu hören ist, haben nichts mit Bloggern am Hut. Die schmutzigen Seiten des Krieges, die über Umwege den Weg ins Web finden haben nichts mit Bloggern zu tun, und letztendlich hat dies nur eine Konsequenz: Blogger haben möglicherweise auch nichts mit Bloggern zu tun, weil sie ihr eigens Tun und Unterlassen nur im Spiegel ihres Selbst sehen können. Nur das im Web herumvagabundierende „ich“ hat, wie es scheint, etwas mit Bloggern zu tun.
Ich-AGs schrieb ich noch heute Morgen über Blogger. Mittlerweile wäre ich geneigt, die Ohnemichel-AGs zu schreiben, aber damit würde ich nicht nur den Bloggern Unrecht tun, die ich bereits in diesem Artikel erwähnte, sondern auch jenen, die tatsächlich noch glauben, Menschen der Zeit zu sein – und als solche auch noch etwas verändern zu können, und sie alle kommen selbstverständlich auch hier vor.
Was mir seit Jahren uns sehr unabhängig von diesem Geblogger auffällt, ist die „Es“-Denkweise (hier bitte auch nur exemplarisch): „Wenn sich nicht bald etwas ändert“. Haben wir schon alle resigniert, dass wir darauf offen, „etwas“ möge sich ändern? Sind wir alle staunende Gläubige, die meinen, Manna würde vom Himmel fallen?
Ich meine, dass intellektuelle Mitteleuropäer ruhig ein klein wenig über sich hinauswachsen können – im Blog und auch sonst im Leben.
Ich habe die Aussage nachträglich etwas ins rechte Licht gerückt, und bitte alle, den betroffenen Blogger nur als Stichwortgeber für viele zu sehen - sein Stichwort freilich traf den Kern .
wöchentlichen Geblubber aus den Algen.
Dank eines Bloggers habe ich dann noch das richtige Stichwort bekommen, der die denkwürdigen Worte schrieb „und das alles ... hat wenig bis gar nichts mit bloggern zu tun“. Das alles? ich will es aufgreifen, weil viele meiner Mitmenschen offenbar glauben, ein Blog sei ausschließlich ein Spaßprodukt der Überflussgesellschaft, das sich vorwiegend für Bürogags eignet.
Ich sprach von Europa. Irgendwie hatte mein Bloggerkollege mich falsch verstanden und sagte als sinngemäß, es habe nichts mit Bloggern zu tun. Wenngleich er dies später relativierte, ist dies doch die Meinung vieler anderer, so dass ich bei meiner Betrachtungen bleibe.
Die Vereinigten Staaten von Nordamerika haben demnach jedenfalls nichts mit Bloggern zu tun. Die Völker, deren frei Stimme fast nur über Webseiten zu hören ist, haben nichts mit Bloggern am Hut. Die schmutzigen Seiten des Krieges, die über Umwege den Weg ins Web finden haben nichts mit Bloggern zu tun, und letztendlich hat dies nur eine Konsequenz: Blogger haben möglicherweise auch nichts mit Bloggern zu tun, weil sie ihr eigens Tun und Unterlassen nur im Spiegel ihres Selbst sehen können. Nur das im Web herumvagabundierende „ich“ hat, wie es scheint, etwas mit Bloggern zu tun.
Ich-AGs schrieb ich noch heute Morgen über Blogger. Mittlerweile wäre ich geneigt, die Ohnemichel-AGs zu schreiben, aber damit würde ich nicht nur den Bloggern Unrecht tun, die ich bereits in diesem Artikel erwähnte, sondern auch jenen, die tatsächlich noch glauben, Menschen der Zeit zu sein – und als solche auch noch etwas verändern zu können, und sie alle kommen selbstverständlich auch hier vor.
Was mir seit Jahren uns sehr unabhängig von diesem Geblogger auffällt, ist die „Es“-Denkweise (hier bitte auch nur exemplarisch): „Wenn sich nicht bald etwas ändert“. Haben wir schon alle resigniert, dass wir darauf offen, „etwas“ möge sich ändern? Sind wir alle staunende Gläubige, die meinen, Manna würde vom Himmel fallen?
Ich meine, dass intellektuelle Mitteleuropäer ruhig ein klein wenig über sich hinauswachsen können – im Blog und auch sonst im Leben.
Ich habe die Aussage nachträglich etwas ins rechte Licht gerückt, und bitte alle, den betroffenen Blogger nur als Stichwortgeber für viele zu sehen - sein Stichwort freilich traf den Kern .
sehpferd - am Sonntag, 18. April 2004, 14:41 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Die meisten Blogger schreiben über Umstände, die sie bewegen. Habe ich eigentlich schon einmal erwähnt, was mich bewegt? Es ist Europa. Meine (und auch ihre, liebe Leserin, lieber Leser) europäische Kultur, meine europäische Identität, meine europäische Heimat.
Ja, ich lebe auch hier, in einem vergessenen Zipfel Deutschlands, der nicht meine Heimat ist, sondern mein Aufenthaltsort. Aber wenn ich denke, denke ich nicht mehr Deutsch, oder besser, nur soviel davon, dass es meinem europäischen Denken nicht schadet.
Wir alle sind Europa. Wie wir dieses Europa mit zehn neuen Beitrittsländern gestalten, liegt ganz wesentlich an jedem von uns – und ich würde mir wünschen, dass jeder von uns schon einen Plan dafür hat. Doch das ist nicht der Fall. Nehmt eure Bloggs (meinen dürft ihr getrost mit einbeziehen). Wie oft haben wir in den letzten Tage von europäischer Politik, europäischer Kultur und europäischem Geist gesprochen? Was haben wir über die neuen Mitgliedländer in Erfahrung gebracht? Was werden wir ab dem ersten Mai persönlich für deren Integration tun?
Wahrscheinlich wenig. Ich hörte heute ein Gespräch im Schweizer Rundfunk, in dem ein Schriftsteller dazu aufrief, dass Europa in uns allen sein möge, und dann sagte er sinngemäß dies: „Wenn wir alle nur an unsere Ich-AGs denken, dann kann kein soziales Zusammenwirken entstehen“.
Wer bitte, meine Lieben, hat in den letzten Tagen an unser Europa gedacht? Ich tat es, weil ich gar nicht anders konnte. Europa ist ein Teil meines Lebens, meiner Arbeit und seit einiger Zeit auch meines Glücks.
Ja, ich lebe auch hier, in einem vergessenen Zipfel Deutschlands, der nicht meine Heimat ist, sondern mein Aufenthaltsort. Aber wenn ich denke, denke ich nicht mehr Deutsch, oder besser, nur soviel davon, dass es meinem europäischen Denken nicht schadet.
Wir alle sind Europa. Wie wir dieses Europa mit zehn neuen Beitrittsländern gestalten, liegt ganz wesentlich an jedem von uns – und ich würde mir wünschen, dass jeder von uns schon einen Plan dafür hat. Doch das ist nicht der Fall. Nehmt eure Bloggs (meinen dürft ihr getrost mit einbeziehen). Wie oft haben wir in den letzten Tage von europäischer Politik, europäischer Kultur und europäischem Geist gesprochen? Was haben wir über die neuen Mitgliedländer in Erfahrung gebracht? Was werden wir ab dem ersten Mai persönlich für deren Integration tun?
Wahrscheinlich wenig. Ich hörte heute ein Gespräch im Schweizer Rundfunk, in dem ein Schriftsteller dazu aufrief, dass Europa in uns allen sein möge, und dann sagte er sinngemäß dies: „Wenn wir alle nur an unsere Ich-AGs denken, dann kann kein soziales Zusammenwirken entstehen“.
Wer bitte, meine Lieben, hat in den letzten Tagen an unser Europa gedacht? Ich tat es, weil ich gar nicht anders konnte. Europa ist ein Teil meines Lebens, meiner Arbeit und seit einiger Zeit auch meines Glücks.
sehpferd - am Sonntag, 18. April 2004, 11:19 - Rubrik: mein europa
Blog Virus der Erste
Die Mehrzahl der Blogger ist in permanenter Not: Sie haben wenig zu sagen, aber sie glauben, schreiben zu müssen. Also muss ihnen jemand Hilfsmittel an die Hand geben, damit sie überhaupt eine Aussage am Tag hervorbringen, die über „es ist kalt oder warm“ und „mir ist mies oder gut“ hinausgeht.
Manchmal finden sie ein Zitat in einem Buch: Das bringen sie dann ganz, weil es so schön ist. Wir, die Leser, dürfen uns dann denken, was sie meinen.
Doch es gibt Abhilfe: Von „schreibe, was du heute Morgen zum Frühstück hattest", bis hin zu „Schlage das Buch auf, dass die am nächsten liegt“. Gewitzte Blogger setzen so etwas in die Welt und beobachten dann amüsiert, wie schnell es sich verbreitet. Und in der Tat: wie schön, schon wieder ein Tag gerettet. Es sei denn, auf Seite 23, im fünften Satz, würde gar nichts stehen.
Blog Virus der Zweite
Fast alle Bücher haben eine Seite 23, aber nicht in allen steht dort ein Satz – und schon gar kein Fünfter. Das gilt für alle Bildbände, Telefon- und Adressbücher und die meisten Wörterbücher. Doch auch in traditionellen Büchern könnte auf Seite 23 ein neues Kapitel beginnen. Manche Dichter hatten zudem (und haben sie immer noch) die Neigung, Sätze so zu verschachteln, dass eine Seite für einen Satz gar nicht reicht. Seite 23, Satz fünf? Wohl dem, der immer die passenden Bücher hat – sie müssen sehr einseitig sein, diese Bücher, wobei mir noch dies auffällt – haben einseitige Bücher überhaupt eine Seite 23?
Blog Virus der Dritte
Ach wie schön, wie edel und gut diese unsere Welt ist. Blogger lesen (fast) allesamt entweder Literatur oder Fachbücher oder Gedichte. Edle Menschen, fürwahr.
Kein Lore-Roman, keine Groschenheftchen, keine Pornogazetten. Freilich auch keine Bibel, keine Thora, kein Koran. Was verwundert: nicht eine einzige Bedienungsanleitung zu einem Computerprogramm.
Freilich könnt es ja sein, dass man ein bisschen gemogelt hat. Schnell noch den Porno in die Nachtschrankschublade gelegt, dafür das Edelbuch herausgeholt: Wie finde ich den schönsten, wichtigsten und überzeugendsten fünften Satz auf einer Seite 23?
Blog Virus der Vierte
Wer ein Buch darüber herausbringen kann, was Blogger in einem Jahr zusammengebracht haben, könnte ja auch einmal so etwas tun: Alle fünften Sätze aller namhaften Bücher von Seite 23 zu veröffentlichen. Oder jeder fünfte Satz jedes Chats nach 22:00 Uhr im Zimmer „zu heiß gebadet“. Das bildet ungeheuerlich und ist sicherlich ein Beitrag zur Lebensqualität Anno 2004.
Blog Virus der Fünfte
Ich hätte da einen Vorschlag: Man veröffentliche den auf Seite 23 gefundenen fünften Satz ohne das Geblubber des ersten Autors, sondern so:
„(Satz, ohne Buchtitel)“
Dann schreibe man:
Welch ein erleuchtender, wichtiger Satz kann dies für mein Leben werden, wenn ich ihn nur in all mein Tun und Unterlassen dieses Tages einbinden werde. Ich danke dem Schicksal, dass ich mein Leben heute nach diesem Satz einrichten durfte.
Oh, sich sollte den Satz nachliefern – es ist jeder Satz jedes Buches auf Seite 23, der Fünfte, wie man es gerne hätte. Bei Sacher-Masoch „Venus im Pelz“ lautete er zum Beispiel:
Ich sage also zu mir: „Esel“.
Die Mehrzahl der Blogger ist in permanenter Not: Sie haben wenig zu sagen, aber sie glauben, schreiben zu müssen. Also muss ihnen jemand Hilfsmittel an die Hand geben, damit sie überhaupt eine Aussage am Tag hervorbringen, die über „es ist kalt oder warm“ und „mir ist mies oder gut“ hinausgeht.
Manchmal finden sie ein Zitat in einem Buch: Das bringen sie dann ganz, weil es so schön ist. Wir, die Leser, dürfen uns dann denken, was sie meinen.
Doch es gibt Abhilfe: Von „schreibe, was du heute Morgen zum Frühstück hattest", bis hin zu „Schlage das Buch auf, dass die am nächsten liegt“. Gewitzte Blogger setzen so etwas in die Welt und beobachten dann amüsiert, wie schnell es sich verbreitet. Und in der Tat: wie schön, schon wieder ein Tag gerettet. Es sei denn, auf Seite 23, im fünften Satz, würde gar nichts stehen.
Blog Virus der Zweite
Fast alle Bücher haben eine Seite 23, aber nicht in allen steht dort ein Satz – und schon gar kein Fünfter. Das gilt für alle Bildbände, Telefon- und Adressbücher und die meisten Wörterbücher. Doch auch in traditionellen Büchern könnte auf Seite 23 ein neues Kapitel beginnen. Manche Dichter hatten zudem (und haben sie immer noch) die Neigung, Sätze so zu verschachteln, dass eine Seite für einen Satz gar nicht reicht. Seite 23, Satz fünf? Wohl dem, der immer die passenden Bücher hat – sie müssen sehr einseitig sein, diese Bücher, wobei mir noch dies auffällt – haben einseitige Bücher überhaupt eine Seite 23?
Blog Virus der Dritte
Ach wie schön, wie edel und gut diese unsere Welt ist. Blogger lesen (fast) allesamt entweder Literatur oder Fachbücher oder Gedichte. Edle Menschen, fürwahr.
Kein Lore-Roman, keine Groschenheftchen, keine Pornogazetten. Freilich auch keine Bibel, keine Thora, kein Koran. Was verwundert: nicht eine einzige Bedienungsanleitung zu einem Computerprogramm.
Freilich könnt es ja sein, dass man ein bisschen gemogelt hat. Schnell noch den Porno in die Nachtschrankschublade gelegt, dafür das Edelbuch herausgeholt: Wie finde ich den schönsten, wichtigsten und überzeugendsten fünften Satz auf einer Seite 23?
Blog Virus der Vierte
Wer ein Buch darüber herausbringen kann, was Blogger in einem Jahr zusammengebracht haben, könnte ja auch einmal so etwas tun: Alle fünften Sätze aller namhaften Bücher von Seite 23 zu veröffentlichen. Oder jeder fünfte Satz jedes Chats nach 22:00 Uhr im Zimmer „zu heiß gebadet“. Das bildet ungeheuerlich und ist sicherlich ein Beitrag zur Lebensqualität Anno 2004.
Blog Virus der Fünfte
Ich hätte da einen Vorschlag: Man veröffentliche den auf Seite 23 gefundenen fünften Satz ohne das Geblubber des ersten Autors, sondern so:
„(Satz, ohne Buchtitel)“
Dann schreibe man:
Welch ein erleuchtender, wichtiger Satz kann dies für mein Leben werden, wenn ich ihn nur in all mein Tun und Unterlassen dieses Tages einbinden werde. Ich danke dem Schicksal, dass ich mein Leben heute nach diesem Satz einrichten durfte.
Oh, sich sollte den Satz nachliefern – es ist jeder Satz jedes Buches auf Seite 23, der Fünfte, wie man es gerne hätte. Bei Sacher-Masoch „Venus im Pelz“ lautete er zum Beispiel:
Ich sage also zu mir: „Esel“.
sehpferd - am Sonntag, 18. April 2004, 10:47 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wahrscheinlich hat derjenige, der es schrieb, dies gemeint: „Hat sowieso keinen Sinn, mit mir zu diskutieren“. Doch ich muss allen, die über meinen Artikel „Mit Fassung tragen“ öffentlich gelästert haben, wirklich dankbar sein: Er ist der erste (und bislang einzige) Artikel über Twoday-Net-Interna, der mir über 700 Zugriffe brachte. Und ich? Ich trage es weiterhin mit Fassung.
Nur, dass ich jetzt immer noch ein bisschen mehr lächeln muss, wenn jemand glaubt, er kann sich mal wieder so richtig zur fünffachen Größe ausplustern: Es bringt Leser, Leser, Leser.
Nur, dass ich jetzt immer noch ein bisschen mehr lächeln muss, wenn jemand glaubt, er kann sich mal wieder so richtig zur fünffachen Größe ausplustern: Es bringt Leser, Leser, Leser.
Der Garten Eden wurde nach Presseberichten geschlossen, angeblich 20 Millionen USD wurden in den Sand gesetzt: Der „Big Brother“ als „Garten Eden“ wurde nach nur sieben Sendungen abgesetzt – alles zu langweilig, denn: Die jungen Leute waren nur solange attraktiv, bis sie den Mund aufmachten.
In Deutschlands „Big-Brother“-Container ist dies noch anders: Dort wollen die jugendlichen Zuschauer offenbar sehen, dass es Leute gibt, die noch dämlicher daherlabern können als sie selbst.
In Deutschlands „Big-Brother“-Container ist dies noch anders: Dort wollen die jugendlichen Zuschauer offenbar sehen, dass es Leute gibt, die noch dämlicher daherlabern können als sie selbst.
sehpferd - am Samstag, 17. April 2004, 11:33 - Rubrik: nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
11:30 am
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Die unschuldige Braut in den Händen des bösen Gorillas war immer schon ein beliebtes Thema der amerikanischen B-Filme. Und wenn sich die Affenkostüme auch alle sehr ähnlich sahen: Die unschuldigen Bräute konnten mal so richtig in Panik gezeigt werden – und manchmal sogar nackt.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wie erklärt eine Mutter ihren Kindern, im Erotik-Geschäft zu sein? Nun, sie erklärt es vor allem so, dass andere Eltern auch nicht so genau erklären können, was sie machen: Der Vater des Jungen dort drüben zum Beispiel arbeitet für eine Fabrikation von Atomwaffen. Kann er erklären, was er macht? Vermutlich nicht.
Und so sagt die Mutter, was sie ist: vor allem ein Musterbeispiel eines Elternteils. Ziemlich gutes Einkommen ohne Studium. Karriere vom Partygirl zum eigenen Geschäft. Das Kind könnte schlechtere Eltern haben, meint eine Mutter.
Und so sagt die Mutter, was sie ist: vor allem ein Musterbeispiel eines Elternteils. Ziemlich gutes Einkommen ohne Studium. Karriere vom Partygirl zum eigenen Geschäft. Das Kind könnte schlechtere Eltern haben, meint eine Mutter.
sehpferd - am Donnerstag, 15. April 2004, 12:36 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Das erste Mal dachte ich ja noch, es sei witzig. Das zweite Mal fand ich es etwas lächerlich, das dritte Mal aber fand ich nur noch eines: ziemlich typisch für Blogger:
1. Grab the nearest book.
2. Open the book to page 23.
3. Find the fifth sentence.
4. Post the text of the sentence in your journal along with these instructions.
Nein, danke. Ich mache mir nicht die Mühe, das meinem Schreibtisch naheste Buch zu öffnen, sondern frage mich, warum diese an sich profane Idee bei Bloggern so gut ankommt. Wahrscheinlich, weil es sie ihrer größten Sorge enthebt: Was schreibe ich eigentlich heute? Alternative: Bibelstechen? Na klar, das geht auch mit anderen Büchern.
Wie wäre es, liebe Bloggerinnen und Blogger, mit einem Telefonbuch? Ich habe es, im Übrigen, etwas später auch mit der dreiundzwanzigsten Seite eines Buches versucht. Dort war allerdings kein fünfter Satz zu lesen. Welch Pech für die Bloggerwelt: Ein Satz Schwachsinn weniger.
1. Grab the nearest book.
2. Open the book to page 23.
3. Find the fifth sentence.
4. Post the text of the sentence in your journal along with these instructions.
Nein, danke. Ich mache mir nicht die Mühe, das meinem Schreibtisch naheste Buch zu öffnen, sondern frage mich, warum diese an sich profane Idee bei Bloggern so gut ankommt. Wahrscheinlich, weil es sie ihrer größten Sorge enthebt: Was schreibe ich eigentlich heute? Alternative: Bibelstechen? Na klar, das geht auch mit anderen Büchern.
Wie wäre es, liebe Bloggerinnen und Blogger, mit einem Telefonbuch? Ich habe es, im Übrigen, etwas später auch mit der dreiundzwanzigsten Seite eines Buches versucht. Dort war allerdings kein fünfter Satz zu lesen. Welch Pech für die Bloggerwelt: Ein Satz Schwachsinn weniger.
sehpferd - am Donnerstag, 15. April 2004, 12:24 - Rubrik: blog nachrichten
Ist wieder da. Diesmal freilich als Kaninchen. Nicht erotisch, aber witzig, und dazu in 30 Sekunden. Via Lycos.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Das passiert nicht jeder Werbung: Eine Million Zugriffe in den ersten 24 Stunden – und dies auf einer Seite, die weder Pornografie noch Berühmtheiten zeigt: Es ist nichts als eine Henne, und sie wird ohne Zweifel Werbegeschichte schreiben. (Sehpferd berichtete als einer der ersten Blogger darüber).
Die Henne ist Teil einer Anzeigenkampagne von Crispin Porter & Bogusky für Burger King. Das Besondere an dem strapsbesetzten hässlichen Vogel ist freilich nicht, dass er nur herumhüpft wie es Hennen eben tun, sondern dass man ihm Befehle geben kann – wie einem dieser Mädchen, die auf Bezahlseiten die Hüllen fallen lassen. Doch die Henne ist eher scheu – sie würde sich verhalten wie eine „junge Hure, die nicht alles treibt“, schreibt „Wired“ – zum Beispiel zieht sie sich niemals ganz aus.
Inzwischen weiß man, was sie tut und was nicht: Es gibt bereits lange Listen erfolgreicher und erfolgloser Befehle. Ob sie zuverlässig sind? „Wired“ glaubt, dass jemand die Henne ständig umprogrammiert. Ursprünglich soll sie noch viel wilder gewesen sein, doch vielleicht lässt auch hier Nipplegate grüßen.
Die Henne ist Teil einer Anzeigenkampagne von Crispin Porter & Bogusky für Burger King. Das Besondere an dem strapsbesetzten hässlichen Vogel ist freilich nicht, dass er nur herumhüpft wie es Hennen eben tun, sondern dass man ihm Befehle geben kann – wie einem dieser Mädchen, die auf Bezahlseiten die Hüllen fallen lassen. Doch die Henne ist eher scheu – sie würde sich verhalten wie eine „junge Hure, die nicht alles treibt“, schreibt „Wired“ – zum Beispiel zieht sie sich niemals ganz aus.
Inzwischen weiß man, was sie tut und was nicht: Es gibt bereits lange Listen erfolgreicher und erfolgloser Befehle. Ob sie zuverlässig sind? „Wired“ glaubt, dass jemand die Henne ständig umprogrammiert. Ursprünglich soll sie noch viel wilder gewesen sein, doch vielleicht lässt auch hier Nipplegate grüßen.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Während die Glotzengucker „Big Brother“ und ähnliche Gossenprodukte sehen, ist der wahre Big Brother längst wieder am wirken: Eine Zensur findet selbstverständlich statt, und zwar per vorauseilenden Gehorsam - die Schere ist bereits im Hirn. Sie hat sich, mit Verlaub, angekündigt: durch die Neusprachregelung der politischen Korrektheit, durch eine angeblich neue Moral, durch Vorsicht bei Grenzübertretungen: Nur der Narr darf noch sagen, was er denkt und von Schlampen und Zicken, Mackern und Fatzkes, Gesocks und Lumpenpack reden.
In den Vereinigten Staaten von Nordamerika haben die radikalen Religions- und Sauberkeitsfanatiker längst die Macht über die Medien übernommen: Wer keine nackten Brüste zur Hauptsendezeit mehr zeigen darf, muss sich überlegen, was er überhaupt noch über den Bildschirm anbieten darf. Bereits jetzt hat eine namhafte amerikanische Firma die Notbremse gezogen – keine Modenschauen mehr. Die Zensuranhänger jubeln und feiern es als ihren Sieg. Da ist es nur konsequent, wenn eine amerikanische Supermarktkette jetzt einen DVD-Player anbietet, der „automatisch“ anzügliche Szenen aus Videos ausblendet. Ob die Filme dadurch ihren Sinnzusammenhang verlieren, ist dem Dummbürger, der so etwas kauft, wie es scheint völlig gleichgültig. Hautsache, man redet stolz und edel. Hauptsache, die Jugend wird vor nackten Brüsten und sozial inkorrekten Reden verschont.
Da kann der Familienvater der Familie beruhigt den Fernseher überlassen, wenn er samstags in den Puff geht. Sonntags gibt es ja wieder Gottesdienst, und falls man dort nicht der Hure vom Samstag begegnet, ist man ein feiner Mann, dem kein guter Bürger etwas nachsagen wird.
In den Vereinigten Staaten von Nordamerika haben die radikalen Religions- und Sauberkeitsfanatiker längst die Macht über die Medien übernommen: Wer keine nackten Brüste zur Hauptsendezeit mehr zeigen darf, muss sich überlegen, was er überhaupt noch über den Bildschirm anbieten darf. Bereits jetzt hat eine namhafte amerikanische Firma die Notbremse gezogen – keine Modenschauen mehr. Die Zensuranhänger jubeln und feiern es als ihren Sieg. Da ist es nur konsequent, wenn eine amerikanische Supermarktkette jetzt einen DVD-Player anbietet, der „automatisch“ anzügliche Szenen aus Videos ausblendet. Ob die Filme dadurch ihren Sinnzusammenhang verlieren, ist dem Dummbürger, der so etwas kauft, wie es scheint völlig gleichgültig. Hautsache, man redet stolz und edel. Hauptsache, die Jugend wird vor nackten Brüsten und sozial inkorrekten Reden verschont.
Da kann der Familienvater der Familie beruhigt den Fernseher überlassen, wenn er samstags in den Puff geht. Sonntags gibt es ja wieder Gottesdienst, und falls man dort nicht der Hure vom Samstag begegnet, ist man ein feiner Mann, dem kein guter Bürger etwas nachsagen wird.
sehpferd - am Mittwoch, 14. April 2004, 20:37 - Rubrik: aufgegriffen

