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  sehpferdvs sehpferds magazin für anstöße und anstößiges
Was macht man, wenn man eine schöne Frau ist, ein Blog betreibt und ein paar ausdrucksstarke, künstlerisch gestaltete Fotos braucht? Nun, man sagt, dass man eine unschöne Frau sei, die zudem auch noch ganz knapp bei Kasse wäre und die nun zum Zweck der Selbstfindung ihren Zustand innerer Zerrissenheit in geeigneter Weise ablichten lassen würde.

Wieder etwas gelernt. Leider kann ich es nicht anwenden. Manchmal wäre es eben doch geschickt, Frau zu sein und Geschenke per Augenaufschlag zu bekommen.

Innerhalb eines Dialogs in meinen Kommentaren fiel mir dies auf: Wer in seelischer Not ist und Trost sucht, braucht einen liebevollen Menschen, der ohne eigene Interessen Balsam auf die Seele gießt. Solch einen Menschen findet man nicht leicht, und in der Tat entwickelt sich solche Anteilnahme nicht von heute auf morgen.

Wer hingegen Rat sucht, braucht einen solchen Menschen nicht. Im Gegenteil: Oft kann ein Fremder hier Wunder bewirken. Dieser Mensch muss keinesfalls Therapeut sein und er muss sich nicht einmal viel Zeit nehmen. Nur dies muss vorhanden sein: erstens eine neue Sichtweise oder ein neuer Aspekt, unter dem man sein Problem sehen kann, zweitens Selbstlosigkeit des Ratgebers und drittens die eigene Bereitschaft, den Rat auch anzunehmen und umzusetzen.

Ich erinnere mich persönlich, dass der richtige Rat für die Lösung einer schweren emotionalen Krise in einem Email aus dem Süden der USA stammte. In ihm wurde mir auf einen Haufen dringlicher Fragen eine einzige Gegenfrage gestellt, die ich mit „Nein“ beantwortete. Im selben Moment wurde mir klar, wie die Lösung aussehen musste.

Ich denke nicht, dass so etwas nur mir passiert.

Blogs sind Schrift, und sie sind so wahr und so falsch, wie das geschriebene Wort eben ist. Ich habe schon vor Monaten davor gewarnt, Blogs als therapeutisches Instrument zu benutzen, und doch geschieht es immer wieder. Da finden Menschen vermeintliche Freunde, die in Wahrheit nicht einmal wissen, wie die Person aussieht, die sie bedauern, die ihr nie in die Augen sehen wollen, sie aber auch nie hinterfragen.

Schicke Online-Mitgefühle, unverbindlich in die Welt gesetzt, nicht zwei Schritte mit den Leidenden gemacht, aber innigliches Verständnis geheuchelt.

Die Leidenden? Sie wurden bereits irgendwo abgelehnt, verloren ihre Gefährtinnen und Gefährten. Nun sind sie hier. Gehen eine Strecke, wie sie sagen. Behaupten, hier Wegbegleiter gehabt zu haben. Sehen plötzlich Felsbrocken auf den Straßen liegen, auf diesen Straßen, jetzt und hier.

Na schön. Wenn das hier nicht Selbstzweck ist, dann gut. Dann haben sich die virtuellen Geister der Blogs vielleicht in Menschen verwandelt – nicht den begeisterten Kommunenstammtischlern, sondern denen, die große Augen haben und noch größere Ohren. Jene, die wenig sagen und viel wissen, und bei denen oft ein einziges Wort reicht, um das Leben eines anderen Menschen nachhaltig zu beeinflussen. Ich bezweifele, dass viele von jenen Menschen bloggen.

Doch all die anderen, die Masse der Wohnblogbevölkerung, das sind Kasper und Gretel, Großmütter und Krokodile. Sie agieren hier, solange das Theater aufgebaut ist, und wenn es ihnen gefällt, gastieren sie morgen in einer anderen Stadt: Der Kasper haut dann anderen Krokodilen eines über die Rübe, und das mitleidige Gretel hält einer anderen Großmutter die Hand. The Show must go on. Das Leben auch. Aber das eine ist auf der Bühne, und das andere findet jetzt statt. Wohl dem, der eine reale warme Hand zu fassen hat, wenn es kalt wird.

Was wirklich „erotisch“ ist, kann ich leider nur aus eigener Anschauung sagen – und es ist kein so genannter Erotiksender, sondern der auf Mode spezialisierte französische Sender ftv mit seinem „Midnight Hot“ Programm. (10992 Ghz, vertikal, Hotbird).

Wer dennoch typische Erotik-Sender sucht, ist derzeit am besten mit X-Stream bedient: auf Hotbird 13,0, 12476 Ghz, horizontal. Immerhin werden Clips von beachtlicher Länge gezeigt und die sich entblößenden Telefondamen sind damenhaft, groß, schön, können nett lächeln und wirken trotz der angeblichen Abwertung durch die Zurschaustellung durchaus selbstbewusst.

Konkurriert wird hier vor allem mit „Sexysat 1“, der bereits seit einigen Jahren Miniclips und gezähmte Telefonsexszenen zeigt, und dessen Akteurinnen meist etwas fülliger sind und weniger damenhaft wirken. Dieser Sender kann auf 11623 Ghz vertikal (Hotbird) empfangen werden.

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clip (c) 2004 x-stream tv.
retouchierter screenshot: (c) 2004 by sehpferd

Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – fast immer sonntags

Der Hauptvorwurf gegen meine sinnlichen Seiten war immer, dass sie nicht sinnlich wären. Natürlich ist solche Kritik völlig unerheblich: Wenn sie „sehpferd blödsinnige Seiten“ heißen, würden sich die Leute eben beklagen, dass sie nicht wirklich blödsinnig wären, und wenn sie „sehpferds scharfsinnige Seiten hießen“, würden ein Teil der Leser sagen, sie seien weder scharf noch sinnig.

So weit ist es Bloggerschicksal: Es gibt immer irgendwelche Hündinnen und Hunde, die einem in den Garten scheißen. Freilich komm eines hinzu: Man traut dem angeblichen „Sexschreiber“ weder eine gründliche Recherche noch ausreichende Sachkenntnisse zu, um andere Dinge beurteilen zu können.

Ich habe Ruhe, seit ich beweisen konnte, nicht nur besser recherchieren zu können, sondern auch ein weitaus gesünderes Urteilsvermögen als die meisten meiner Kritiker zu haben. Die Spreu vom Weizen trennen zu können ist eine elementare menschliche Eigenschaft und einer der Garanten für den Erfolg, der Zweite ist Qualität: gute Themen, gute Recherche, gute Schreibe. Ich behaupte nicht, es immer zu können.

Allerdings reicht mir das bei weitem nicht aus. Ein Zustand wie die Gegenwart existiert nur in unseren Köpfen, tatsächlich aber ist alles, was wir hier in diesem Moment treiben, schon Vergangenheit. Die Zukunft erscheint mir wichtiger, und dies habe ich in einem langen Leben gelernt: Eine gute Zukunft erwächst stets aus einem winzigen Moment, den man selbst als nicht sonderlich wichtig erkannte: dieser Anruf, der sie wie alle Anrufe anhörte, aber eine Lebenswende einleitete, jene kühne Idee, einfach so dahingesprochen und dann schnell in die Tat umgesetzt, ohne zu glauben, dass sie auf Jahre den Erfolg bringen würde. Warum ich das schreibe? Weil ich denke, dass ich gerade jetzt Zeichen setzen könnte.

Neu im Blog: die Geschichten meines Alter Ego, Johann Fürchtegott Gramse, „Jojo“ genannt. Es sind etwas modernisierte Geschichten aus alter Zeit, in denen sich stets eine lusthemmende Komponente wiederfindet, und ich nenne sie deshalb „unerotische Geschichten“. Ich denke, solche Geschichten können zeigen, dass die Welt nicht voller schöner Menschen mit erotischer Ausstrahlung ist, die nichts als die Geschlechtslust im Kopf haben. Das wirkliche Leben beinhaltet schwierige Gemütslagen, persönliche Rückschläge und auch gescheiterte Liebesakte.

Jüngst habe ich nach der Lektüre eines Fragments die Frage gestellt, wer den eigentlich die jungen Männer verführt – entfernte Tanten oder Cousinen, Ladenmädchen oder Kurtisanen, lebenshungrige gleichaltrige Schulkameradinnen oder triebhafte ältere Buchhalterinnen? Mir fällt auf, dass Frauen hier wesentlich schneller im Erzählen, bisweilen auch im Beschuldigen sind, und die Psychoanalytiker nehmen gar zumeist an, die Qualität des „ersten Mals“ habe namhafte Auswirkungen auf die weibliche Psyche. Sehen sie – und nun kann ich einfach nicht glauben, dass junge Männer so ganz frei von schlimmen Erlebnissen mit gewillkürten, ekligen und erniedrigenden „ersten Malen“ mit Frauen sind - es sei denn, die Welt wäre eine Scheibe.

Dennoch – eine schöne Woche.

Zu den Zeiten, als man das eigene erotische Vergnügen noch streng unter Verschluss hielt, galten Dildos bereits als begehrteste Hilfsmittel der Damen, um sich selbst jene Freuden zu bereiten, die ihnen aus moralischen oder religiösen Gründen ansonsten verwehrt waren.

Einst wurden Dildos aus Holz oder Leder gefertigt, gelegentlich auch bereits aus Glas. Neben den Damen der Gesellschaft befanden sich zahlreiche Äbtissinnen in den Kundenlisten der Hersteller –so viele, dass einige der Gerätschaften der Nachwelt erhalten blieben. So fand sich in der Kloake einer Äbtissin, die im 16. Jahrhundert lebte, ein Glasdildo.

Welche Bedeutung dem Dildo zugemessen wurde, war stets sehr abhängig von der gesellschaftlichen, moralischen und medizinischen Auffassung der Zeit. Lange Zeit galten Dildos als bewährtes Mittel gegen die Hysterie, doch stand diese Methode im Gegensatz zu jener berühmten Behandlungsmethode, in denen ein Arzt den so genannten „hysterischen Paroxysmus“ herbeiführte – etwas, dass sich die Dame außerhalb des medizinischen Behandlungszimmers gut und gerne hätte selbst verschaffen können, doch galt dies als unmoralisch: die „Medizinische“ Methode war es nicht.

Das Bessere ist der Feind des Guten – und so wurde sowohl die ärztlich betriebene Handmethode wie auch die Stimulation durch Dildos bald von einem neuen, elektrisch betriebenen Gerät abgelöst: dem Vibrator, der einerseits in der Form gewöhnlicher Massagegeräte gebaut wurde, andererseits aber auch in der Form eines Dildos. Er ersparte auch den Ärzten die Handarbeit, die als schwer zu erlernen galt: Bald wurden „operating theatres“ eingerichtet, in denen Damen ohne eigene Gerätschaften sich mit Hilfe von Vibratoren „von der Hysterie heilen“ lassen konnten.

Ob die Vibration nun intensiver von außen oder von innen beigebracht wird, mag ein Streitpunkt in der Frauenbewegung gewesen sein – Tatsache ist, dass sich Vibrationsdildos einer großen Beliebtheit erfreuen.

Die Materialien allerdings wurden mit den Jahren sehr „medizinisch“. Der Glasdildo wurde durch den Acryldildo ersetzt, der Leder- oder Gummidildo durch hautfreundliche Kunststoffe. Lediglich der Holzdildo blieb erhalten – hergestellt nach den gleichen Methoden wie vor hunderten von Jahren, und am Ende mehrfach poliert und geölt. Der Werkstoff Holz, so behauptet jedenfalls der Hersteller, nehme Temperaturen besser auf als Kunststoffe.

Eines allerdings ist unbestreitbar: Die Entsorgung dürfte sich bein einem Ökodildo einfacher gestalten als bei einem der modernen Hightech-Geräte: Man wirft ihn einfach ins Kaminfeuer und erinnert sich bei seinem Verglühen noch einmal an die schönen Stunden, die man mit ihm hatte.

Nein, es ist sicher nicht schwer, erotische Fantasien zu erfüllen ... und doch mag es bisweilen schwer sein, das kleine Tor zu durchschreiten vor dem immer noch das Schild „das tut man nicht“ hängt.

Viel Glück. Ansonsten – viel Schokolade.

Ich habe noch nie versucht, das Badewasser einer Dame zu schlürfen. Vielleicht greife ich eine Idee auf: Es gibt ja schon „999 Arten, ein Bier zu öffnen“. Wie wäre es mit „999 Liebesmöglichkeiten, die ich noch nicht erprobt habe?“ Eignet sich im Übrigen für jedes Blog. Wem 999 zu viele Möglichkeiten sind, kann es ja mal mit 10 versuchen: Dies ist der einfachste Weg, zu Erotik-Inhalten zu kommen:

- Ich habe noch nie ihren linken Zeigefinger abgeschleckt
- (folgen 4 Finger der linken Hand)
- (folgen 5 Finger der rechten Hand).

Happy Blogging.

Telefonsex funktioniert offenbar bei anderen Menschen besser als bei mir. Indessen wird beklagt, dass es gelegentlich schwer sei, Telefonsex mit jemandem zu haben, der einen Dialekt wie etwa Schwäbisch spricht und man selber eher kein Dialektsprecher sei.

Wie man sieht, sind es nicht immer moralische Hemmungen, die unsere erotischen Kommunikationsmöglichkeiten verhindern.

Gefunden beim D-E-S (Forum).

Wenn die Lust einer Ehefrau groß und die Gelegenheit zum Sex karg ist, dann hilft auch die Schwesterlichkeit einer Selbsthilfegruppe nicht mehr, sondern nur noch dies: Irgendwann einmal unter einem Vorwand in ein Hotel verschwinden, einen Mann treffen und sich holen, was man entbehrt. Dies jedenfalls meint eine Frau, die unter dem Namen Anne Moliere firmiert. Ihr Job: Ehefrauen Seitensprünge zu verschaffen. Mehr in der „Frankfurter Rundschau“.

„Schier endlos waren die zermalmenden Schleuderungen unter dem Laster.“

Woran man einmal mehr erkennen kann: Das Laster hat uns alle im Griff ... im Notfall mit schier endlosen zermalmenden Schleuderungen. Freilich kommt man nur in solche Situationen, wenn man an Brüste denkt, die „das Hemd gut ausfüllen“ und dabei „nicht zu groß und nicht zu klein“ sind.´

Wo ich das gelesen habe? Na, bei Twodays, hier. Es ist so schlecht, dass man sich schon wieder darüber amüsieren kann, wie schlecht es ist.

Für die Erzählungen ist in diesem Blog mein Alter Ego zuständig - Johann Fürchtegott Gramse. Dieser hat gerade wieder in die Tasten gegriffen und einen neuen Beitrag aus der Serie der unerotischen Geschichten abgeliefert. Der Titel: "Männerbeschaffung an der Hotelbar".

Da er von Managern handelt, hier noch der Warnhinweis nach Art der Manager: "Diese Geschichte hat denjenigen Warheitsgehalt, den solche Geschichten üblicherweise zu haben pflegen".

Nein, ganz so dunkel ist es nicht hier in der Gegend von Basel. Die Erwartung der Rückkehr des Lichts? Haben wir nicht elektrische Straßenbeleuchtung?

Ich habe die Vorweihnachtszeit einige Jahre lang in Norwegen, Schweden und Finnland erlebt. Dort empfinden die Menschen das jahreszeitliche Geschehen viel intensiver als hier: Kurze Tage, lange Nächte. Das mag hingehen, wenn man in Oslo oder Helsinki wohnt, wo es Straßenbeleuchtung gibt. Die Menschen in Deutschland ahnen aber kaum, wie einsam viele Norweger, Schweden und Finnen leben: Dort draußen, ja, dort ist zwar Licht, aber nur wenn man es anschaltet: Die gesamte Umgebung ist stockfinster, und der Nachbar, der auch Licht haben könnte, wohnt zwei Kilometer weiter. Ach, was sage ich, zwei? Er kann auch zwanzig Kilometer entfernt sein.

In den Gaststätten und Cafés werden jetzt extra starke Beleuchtungen aufgestellt, die nur im Norden verkauft werden – man braucht schließlich irgendwo Licht, wenn man schon sonst keines hat. Ähnliche Leuchten stehen in speziellen Behandlungsräumen, in denen Winterdepressionen mit Lichttherapie behandelt werden. Es ist ganz normal, nichts Besonderes. Hat eine Ortschaft genügend junge Mädchen, kann eine Lichterkönigin gekürt werden, die zeigen soll, dass es einst wieder Licht, Schönheit und Fruchtbarkeit geben wird.

Am Ende gieren alle nach Licht, warten auf die Wintersonnenwende, durchtrudeln die „wiehen Nachten“ mit fettem Schweinefleisch, Schnaps und Glühwein und finden sich erst Mitte Januar im neuen Jahr wieder, wenn man so richtig merkt, dass die Tage wieder länger werden.

Wer einmal dort gewesen ist, weiß, dass es einen tieferen Sinn der Weihnachtszeit gibt, dass er in den Menschen dieser Regionen verwurzelt ist und dass dies alles mit dem Christentum so gar nichts zu tun hat. Man spürt, wie viel sinnreicher die alten Religionen für die Menschen sein können, wenn es um den Wechsel der Jahreszeiten geht.

Ob man dort nicht christlich ist? Doch, selbstverständlich. Lutherisch zumeist. Und weil Weihnachten eben auch ein christliches Fest ist, fährt man weit, um in die Kirche zu gehen und dort Menschen zu treffen – und die Verstorbenen zu ehren. Die Kirche muss dabei in hellstem Licht erstrahlen, sonst ist nicht Weihnachten, und auch den Toten schenkt man ein Licht in dieser Zeit.

Wie gut, dass der Kindergarten ständig neue Opfer sucht, um sich auszutoben: Diesmal ist Panthol der böse Nachbar, dem die Kids Stinkbomben vor das Haus legen. Freilich existiert aus meiner bescheidenen Sicht die Dummheit leider völlig unabhängig vom Grad der Bildung. Es scheint eine Art populäre Erkrankung des Geistes zu sein.

Doch dies möchte ich gerne dagegen halten: Letztlich zahlt sich kein Blog-Streit wirklich aus. Es sei denn, man nähme Eintrittsgeld und engagiere einen Schiedsrichter. Ich würde gerne mitmachen, aber nur bei einem Preisgeld ab 1000 Euro. Sonst wäre mir meine Zeit zu schade.

Demnächst werden wird uns die ARD wohl wissen lassen, dass Voodoo-Zauberer in Wahrheit nur Menschen sind, die sich der Kräfte der Geister der Verstorbenen bedienen, und dass Gabelbieger einfach die göttliche Gewalt über die Materie auf das Familiensilber übertragen würden. Wir dürfen dann ganz sicher sein, dass wir einen Moderator finden, der diese Aussagen noch sanft begleitet und das sich einer dieser wichtigtuerischen Pfarrer finden wird, der all das mit seinem Segen untermauert.

Wir werden? Wir sind schon mitten drin. „Volksverdummung und Schleichwerbung im Gewand der informationellen Grundversorgung“ nannte es die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Da ließ doch der Herr Kerner tatsächlich eine Engelsdolmetscherin auftreten – eine Dame also, die behauptet, das bei ihr die Engel zu Besuch kommen wie bei anderen die Blaumeisen im Winter.

Nun, man fühle sich nach dem Kontakt mit den Engeln, als hätte man Champagner getrunken, wusste die Engelsinterpretin.

Also – wenn ich es richtig überlege, trinke ich den Champagner lieber aus Gläsern, und dann in Begleitung eines Engels. Ich bitte sie stets, ihre Flügel an der Garderobe abzulegen, weil sie bei der Liebe eben doch gelegentlich im Wege sind.

Hätte ich nicht einen Schwur getan, dies Jahr weder über Äpfel, Nüsse und Mandelkerne zu schreiben noch über die Glocken, die süßer nie klingen, und schon gar nicht über die Geburt des Religionsstifters, so wäre heute der Tag gewesen: Kein neuer Nacktkalender ist erschienen, keine der üblichen Verdächtigen hat ein Nippelchen freigelegt, und es gab keine Werbekampagne für ein neuartiges erotisches Spielzeug.

Da könnte ich mir ja wirklich endlich mal Gedanken darüber machen, was ich mir zu Weihnachten wünsche ... ein Konversationslexikon aus der Blütezeit des Bürgertums, zum Beispiel. Ich würde auch einen kompletter Originaljahrgang der „Jugend“ nehmen, oder eine dieser wunderschönen Jugendstil-Vasen. Oder ein Abonnement auf schwarze Socken.

Wie man sieht, kann ich auch sehr bescheiden sein. Und manchmal Weihnachten ohne "h" schreiben. Pfui über mich. Merkwürdig, dass falsche Schreibweisen immer so viele Zugriffe bringen. Dennoch: Weihnachten. Nicht "Weinachten" und auch nicht "Weinnachten" - obwohl ich viele Menschen kenne, denen Weihnachten eher zum Weinen zumute ist, als zum Frohlocken.

Sex ist ungefähr so lustvoll wie die Vereinigung der oberen Hälfte eines Druckknopfes mit der dazu gehörigen unteren Hälfte.

Bevor ich vergesse, zu erwähnen: Während man früher jenen unliebsamen Menschen, die einem die Ohren voll quatschten, gerne mit dem Spruch "Hast du keinen Friseur, dem du sowas erzählen kannst?" abspeiste wird heute gerne argumentiert: "Leg' dir doch ein Blog an und werd's da los!"

Das bringt mich natürlich zum Lächeln. Doch es entlastet möglicherweise die armen Friseure. Erfunden hat es die Miss.

(Der Artikel wurde wieder hergestellt – er weicht möglicherweise vom Original ab)

Jüngst las ich den Beitrag eines Menschen, der zu den Miesanthropen dieser Welt zählt: Bei ihnen ist immer alles schlecht – aber daran sind sie nicht sie schuld, sondern stets die Umstände. Nun, wir haben uns daran gewöhnt. Da sie selbst nicht schuld sein können, ist die Umgebung schuld, und in ihr immer jene, die am weitesten entfernt von ihnen sind: Nicht der Krämer an der Ecke, auch wenn es ihn noch geben sollte, sondern der Warenhauskonzern, nicht das Gemeinderatsmitglied, das man jeden tag im Café treffen könnte, sondern die Berliner Politiker. Sollten diesmal ausnahmsweise nicht schuldig sein, sind es die Umstände, Verhältnisse oder Gegebenheiten, unter denen wir „global“ leiden.

So lese ich es dann: „Wozu sich in der Schule herumquälen, wenn man nicht wisse, ob man eine Lehrstelle oder einen Arbeitsplatz finden werde?“ Ja, natürlich. Die Prophezeiungen müssen sich ja irgendwie selbst erfüllen: Du, deutscher Knabe, hast sowieso keine Chance. Sag es nur oft und laut, ja trommele es hinaus - dann hast du bestimmt keine Chance mehr.

Vielleicht fragen sich die Protagonisten dieser Weltanschauung einmal, wie viel Chancen heute ein junger Ungar, Pole oder Südafrikaner hat – von wirklich armen Ländern einmal gar nicht zu reden, und ob er jenem auch empfehlen würde, die Schule hinzuschmeißen und dummdreiste Sprüche von “keine Chance haben“ zu klopfen. Ich weiß aus eigener Anschauung, dass die Jugendlichen in Südafrika nach Bildung dürsten und dass die Eltern große Opfer auf sich nehmen, damit die Kinder eine gute Schule besuchen können.

Doch Deutsche haben offenbar (wenigstens zu einem Teil) beschlossen, ihr Land zu einem Hort des Elends herabzureden. Wir kennen das schon: Klassenkampf hieß es früher. Die Armen, Edlen und Entrechteten da unten gegen die Reichen, Dekadenten und Habgierigen da oben: Die dahinter stehende Rhetorik kommt aus den Schulen der SED-Kader.

Auch die weniger Radikalen unter den linken Miesmachern müssen sich den Schuh anziehen, der Gesellschaft durch das permanente Negativgeschwätz nachhaltig zu schaden – und sie schaden, zudem, auch sich selbst. Natürlich reicht „positives Denken“ nie, um Erfolg zu haben. Eine am Praktischen orientierte, optimistische Geisteshaltung ist wesentlich effektiver. Doch nur wer aufbricht, um auf eigenen Wegen zu selbst gewählten Zielen zu kommen, hat eine Chance auf eine gute Zukunft. Wenn wenn die Stadt, in der man lebt, nicht genügend Chancen bietet, so ist da eine andere Stadt, in der es besser geht – und dem Rest steht die gesamte EU nach Norden, Süden Westen und Osten offen – von dem Rest der Welt einmal ganz zu schweigen.

(Dr Artikel wurde wiederhergestellt - ob er ganz dem Original entspricht, vermag ich nicht zu sagen)

Der Verlag Felix Bloch Erben sah seine Rechte an Gehart Hauptmanns Theaterstück „Die Weber“ verletzt, weil die vom Staatsschauspiel Dresden vorgenommen Änderungen nicht „schriftlich vom Verlag genehmigt worden“ waren. Der Intendant hat die Vorgehensweise des Verlags inzwischen als „Kriegserklärung“ bezeichnet.

Nun wissen wir es also: Was die Deutschlehrer nicht geschafft haben schaffen jetzt deutsche Juristen: Theaterstücke müssen Wort für Wort aufgeführt werden. Es gäbe freilich ein Mittel dagegen: Solche Stücke einfach nicht mehr auf die Bühne zu bringen, bei denen Gerichte bestimmen, was geändert werden darf und was nicht.

Frau Christiansen, eine andere Klägerin gegen dasselbe Stück, darf sich hingegen freuen: Vorläufig werden die "Weber" aufgrund des Entscheids des Berliner Landgerichts in Dresden nicht mehr aufgeführt.

Die Kehler Fotografin Ingrid Vielsack hat das Berufsleben der Oberkircher Winzerinnen und Winzer festgehalten – freilich ein wenig luftiger also sonst üblich und zwar mit einem Schuss Erotik, aber sonst durchaus ländlich, sittlich und bisweilen etwas altbacken.

"Weinblicke 2005“ heißt der Kalender, der daraus entstanden ist. Zu haben bei der Oberkircher Winzergenossenschaft und zu sehen auf einer eigenen Webseite.

Na schön. Sex ist für die Verheirateten und andere zur Reproduktion neigende Paare, Blowjobs sind für wildlüsterne Herren und leichtfertigen Damen mit mäßig ausgeprägten Geschmacksnerven, doch was bleibt dem Rest? Hand-Jobs.

Manche sehen nur Vorteile in ihnen: kaum ein Risiko, zu erkranken, kein Ekelgefühl beim Schlucken, wenig Vorbereitung,saubere Anwicklung, schnelle Nachbereitung. Papiertaschentücher nehmen allemal auf, was vorbeigeht, und man kann nach wenigen Minuten zurück auf die Tanzfläche, als sei nichts geschehen.

Vor allem wichtig:: überall schnell zu bewerkstelligen, ohne Entkleidung und ohne das erniedrigende Knien vor dem Partner. Mehr hier.

 

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