Blogger Aule (wer immer das ist) macht sich Gedanken über den Unterschied zwischen einer Liebesbewerbung und einer Bewerbung für eine Arbeitsstelle – möglicherweise meint er dies sogar ernst, wer weiß. Muss ein unglaublich großes Angebot haben, dieser Mann, denn offenbar kann er sich vor Bewerberinnen um seine Liebesgunst nicht retten. Zitat: „Wie sortiere ich nun von der rationalen Seite ... aus gesehen die Bewerberinnen? Oder besser nach welchen handfesten Kriterien sortiere ich, denn ich habe ja nicht ewig Zeit für die Entscheidung, ob eine Bewerberin in die nähere Auswahl kommt.“
Nun, da fällt mir Aschenputtel ein: die Guten ins Bettchen, die Schlechten ins Kröpfchen ... oder so ähnlich.
Zu den Unterschieden zwischen der Bewerbung einer Liebespartnerin und einer Stellesuchenden hier noch der wichtige Hinweis einer seiner Leserinnen: Bei der Jobsuche ist eines der hervorstechenden Ziele, für seine zukünftige Leistung bezahlt zu werden. Bei der Partnersuche ist das nur selten der Fall.
Richtig. Vielleicht sollten Liebesbewerberinnen gleich zu Anfang der Beziehung ein Sparschweinchen neben den Nachttisch stellen. Die Liste der Dienstleistungen könnte man unauffällig daneben legen. Möglicher Kommentar (von ihr): "Aber Schatz, auf diese Weise haben wir doch beide etwas davon".
Nun, da fällt mir Aschenputtel ein: die Guten ins Bettchen, die Schlechten ins Kröpfchen ... oder so ähnlich.
Zu den Unterschieden zwischen der Bewerbung einer Liebespartnerin und einer Stellesuchenden hier noch der wichtige Hinweis einer seiner Leserinnen: Bei der Jobsuche ist eines der hervorstechenden Ziele, für seine zukünftige Leistung bezahlt zu werden. Bei der Partnersuche ist das nur selten der Fall.
Richtig. Vielleicht sollten Liebesbewerberinnen gleich zu Anfang der Beziehung ein Sparschweinchen neben den Nachttisch stellen. Die Liste der Dienstleistungen könnte man unauffällig daneben legen. Möglicher Kommentar (von ihr): "Aber Schatz, auf diese Weise haben wir doch beide etwas davon".
sehpferd - am Dienstag, 7. Dezember 2004, 22:00 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Vielleicht wissen sie, was ein Mile-High Club ist. Aber vielleicht wissen sie noch nicht, was ein Mile-High Kit ist – richtig, der kleine Werkzeugkasten für den Fall, dass es sie und ihren Sitznachbarn plötzlich im Flugzeug überkommt. Das Kästchen enthält selbstverständlich genügend Kondome, auch für eine längere Flugreise, und einen Make-up-Spiegel, um sich wieder in den Zustand äußerlicher Unschuld zu versetzen.Natürlich wissen wir nicht, was der Sicherheitsdienst sagt, wenn sie das Werkzeugkästchen mit an Bord nehmen wollen – aber eigentlich eignet sich das kleine Kunstwerk für jeden Tag: Schließlich beginnen demnächst die Firmenweihnachtsfeiern.
Nach Angaben des Webseitenbetreibers müssen sie über 18 Jahre alt sein, um dem Link folgen zu dürfen.
Nach Angaben des Webseitenbetreibers müssen sie über 18 Jahre alt sein, um dem Link folgen zu dürfen.
sehpferd - am Dienstag, 7. Dezember 2004, 21:25
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wenn sie Alena Ionshteyn nicht kennen, sind sie entweder kein Holländer oder sie hören jedenfalls in Holland kein Radio. Macht nichts, man kann sie ja noch kennen lernen: Halb nackt, zum Beispiel, denn „Alena zeigt, was man im Radio nicht sieht“, wie die „Krone“ titelte. Sollte es ein Hinweis an uns alle sein, dass wir viel zu wenig Fantasie haben, wenn wir Radio hören? Oder kann man in Holland Radio sehen?
Nun, vielleicht könnten Bloggerinnen das Thema aufnehmen: Frau Bloggerheimer zeigt, was man in ihrem Blog nicht sieht – in ihrem Blog. Da kommt man direkt noch auf Ideen. Fotografiert hat die schöne Dame im übrigen Manfred Baumann.
Nun, vielleicht könnten Bloggerinnen das Thema aufnehmen: Frau Bloggerheimer zeigt, was man in ihrem Blog nicht sieht – in ihrem Blog. Da kommt man direkt noch auf Ideen. Fotografiert hat die schöne Dame im übrigen Manfred Baumann.
sehpferd - am Dienstag, 7. Dezember 2004, 20:29 - Rubrik: lichtbilder - photography
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
„Bild" ist ein Vorreiter für Unmoral. Keine Zeitung verbreitet derart viel Pornografie ...“. Na, liebes Katholikennetz, ich mag die BILD-Zeitung auch nicht. Aber das war wirklich ein bisschen übertrieben.
Mehr des Guten? Dann noch ein Zitat: „Um wieder mehr Leser zu gewinnen, ist die Abbildung nackter Frauen stark vermehrt worden (am 26.November gleich elf)“.
Ach, lieber Alexander Seibel, bevor sie das nächste Mal in die Tasten greifen, hier ein wichtiger Hinweis: Abbildungen werden nicht vermehrt – weder stark noch schwach noch überhaupt.
Mehr des Guten? Dann noch ein Zitat: „Um wieder mehr Leser zu gewinnen, ist die Abbildung nackter Frauen stark vermehrt worden (am 26.November gleich elf)“.
Ach, lieber Alexander Seibel, bevor sie das nächste Mal in die Tasten greifen, hier ein wichtiger Hinweis: Abbildungen werden nicht vermehrt – weder stark noch schwach noch überhaupt.
sehpferd - am Dienstag, 7. Dezember 2004, 20:16
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Feucht wird der Hintern - jedenfalls in einer österreichischen Diskothek, der „World of Nightlife“. Dort sucht man nicht einfach nach angetrunkenen Damen, die sich trockenen Körpers des Büstenhalters entledigen. Vielmehr werden Damen gesucht, die sich auf der Bühne splitterfasernackt duschen.
„Die Standard“, eine österreichische Feministinnenzeitung, echauffiert sich: „das Problem liegt ... darin, dass erhöhte Barumsätze und gesteigerte BesucherInnenzahlen an erfahrungsmäßig schwachen Tagen dadurch erzielt werden, dass Menschen für ihre Nacktheit vor den Augen anderer bezahlt werden“.
Woraus wir lernen können, dass niemand für seine Angezogenheit bezahlt wird, und dass Bars wie auch Menschen dann und wann ihre schwachen Tage haben.
„Die Standard“, eine österreichische Feministinnenzeitung, echauffiert sich: „das Problem liegt ... darin, dass erhöhte Barumsätze und gesteigerte BesucherInnenzahlen an erfahrungsmäßig schwachen Tagen dadurch erzielt werden, dass Menschen für ihre Nacktheit vor den Augen anderer bezahlt werden“.
Woraus wir lernen können, dass niemand für seine Angezogenheit bezahlt wird, und dass Bars wie auch Menschen dann und wann ihre schwachen Tage haben.
sehpferd - am Dienstag, 7. Dezember 2004, 19:54 - Rubrik: seltsame welt
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Angesichts des bevorstehenden Weihnachtsfestes gibt es unter den jungen britischen Frauen natürlich wieder ein wichtiges Thema: Was passiert eigentlich, wenn man auf einer Weihnachtsparty im volltrunkenen Zustand geschwängert wird?
Ein Pharmakonzern wollte daraus eine humorvolle Werbung machen und erfand die „Unbefleckte Verhütung“. Das allerdings mochten die Briten nicht: Der Konzern zog nach Protesten mit dem Ausdruck des Bedauerns die Werbung für sein Produkt, eine „Pille danach“, zurück.
Ein Pharmakonzern wollte daraus eine humorvolle Werbung machen und erfand die „Unbefleckte Verhütung“. Das allerdings mochten die Briten nicht: Der Konzern zog nach Protesten mit dem Ausdruck des Bedauerns die Werbung für sein Produkt, eine „Pille danach“, zurück.
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Ja, ich weiß, was ein Nikolausi ist und wie er sich in ein Osterhasi verwandelt und gegebenenfalls auch wieder zurück. Aber wissen Sie, was ein Weihnachtskarnickel ist? Lesen Sie Focus, das bildet unheimlich. Oder lesen sie gleich BILD. Da hat es der Focus mal wieder gelesen.
sehpferd - am Dienstag, 7. Dezember 2004, 19:18 - Rubrik: papierkorb nachrichten
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Zwei von Herrn Stoiber:
Patriotismus gibt unserem Land inneren Halt.
Patriotismus macht unser Land krisenfest.
Zwei von Herrn Sehpferd:
Patriotismus bringt unser Land zum Halt.
Patriotismus macht die Krise in unserem Land fest.
Patriotismus gibt unserem Land inneren Halt.
Patriotismus macht unser Land krisenfest.
Zwei von Herrn Sehpferd:
Patriotismus bringt unser Land zum Halt.
Patriotismus macht die Krise in unserem Land fest.
sehpferd - am Dienstag, 7. Dezember 2004, 18:54 - Rubrik: einig fallerland
Ein junger Mann, der Fotografie an der Universität von Syktyvkar lehrt, dem Ort, an dem er auch geboren wurde. Wer ihn sieht, denkt eher an einen Agraringenieur als an einen Künstler, und doch ist eher einer der bedeutendsten künstlerischen Aktfotografen Russlands geworden.
Seit Jahren führt er eine Webseite: Men and WoMen Photogallery, doch jetzt scheint ihm der Durchbruch zu gelingen: Demnächst wird ein Buch von ihm erscheinen.
Victor Ivanovski sagt, er fotografiere Nacktheit, weil er keine Kleider mag, und er behauptet, Kleider seien nicht fotogen. Doch irgendwie fotografiert er nie Nacktheit. All seine Frauenfotos wirken irgendwie bekleidet, und je mehr Kleider er ihnen lässt, umso erotischer wirken sie.
Manchmal fotografiert er einen Sessel: einen erotischen Gegenstand der menschlichen Begierde. Bei ihm jedenfalls.
© 2001 – 2004 by Victor Ivanovski, Syktyvkar, Russia
Seit Jahren führt er eine Webseite: Men and WoMen Photogallery, doch jetzt scheint ihm der Durchbruch zu gelingen: Demnächst wird ein Buch von ihm erscheinen.
Victor Ivanovski sagt, er fotografiere Nacktheit, weil er keine Kleider mag, und er behauptet, Kleider seien nicht fotogen. Doch irgendwie fotografiert er nie Nacktheit. All seine Frauenfotos wirken irgendwie bekleidet, und je mehr Kleider er ihnen lässt, umso erotischer wirken sie.
Manchmal fotografiert er einen Sessel: einen erotischen Gegenstand der menschlichen Begierde. Bei ihm jedenfalls.
© 2001 – 2004 by Victor Ivanovski, Syktyvkar, Russia
sehpferd - am Montag, 6. Dezember 2004, 22:02 - Rubrik: lichtbilder - photography
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Das wöchentliche Geblubber aus den Algen - fast immer sonntags - aber dieses Mal nicht
Sonntags soll aus den Algen blubbern – doch irgendwie gibt die Blubbermaschine nichts her: freilich schüttele ich häufig den Kopf – aber nützt es etwas? Da will mir ein Blogger kundtun, dass die heutige Schülergeneration die Erste wäre, die jemals von Konkursen, Arbeitslosigkeit, Überproduktion und Kaufzurückhaltung gehört hätte. Soll ich ihm ein Geschichtsbuch schenken? Eines, in dem das Ende der Ära jenes unsäglichen Kanzlers Ludwig Ehrhard beschrieben wird, der durch „Maßhalteappelle“ bekannt wurde? Nun, ich halte die meisten Linksblogs ohnehin für die Nachfolgeprodukte jener Agitation, die einst das SED-Regime in der DDR erfunden hat: Der Stil passt, die Verdrehung der Tatsachen auch und natürlich die erlernte Rhetorik, mit der anders Denkende immer in die Ecke neoliberaler Idioten gestellt werden, gerade so, als ob die verdammte Linke sich nicht vom Brot der gleichen Wirtschaftsordnung ernähren, würde wie ich.
Natürlich kann man auch den Kopf schütteln über die Kulturdiskussion: als ob die deutsche Kultur rein wäre wie die jungfräuliche Braut. Keine indogermanischen Einflüsse? Keine Römischen? Keine Französischen und Italienischen? Keine Slawischen? Keine Jüdischen? Alles irgendwann einmal ganz neu Stein auf Stein gesetzt, als das Christentum in die Volksseele eingepflanzt wurde?
Was glaubt dieses Volk eigentlich, woher es seine Kultur hat? Die Religion kommt von den Juden und Römern, der Geist von den Arabern und Griechen, die Freiheit und Gleichheit aus Frankreich und die Demokratie aus England. Zuzüglich der Kleinigkeiten: die deutschesten aller Deutschen, die Gebrüder Grimm, haben ihre Märchen in Frankreich zusammengestohlen, und selbst der deutsche Jugendstil hat seine Ursprünge in Japan.
Meinetwegen sind wir eine Kulturnation. Aber dann bitte eine, die allen Einflüssen gegenüber offen ist: Wer das Rotkäppchen importiert, muss auch dem Wolf die Grenzen öffnen. Tut man das nicht, kommt so etwas wie der Adenauer-Staat dabei heraus.
Hörte ich „deutsche Leitkultur“? Da antworte ich doch „deutsche Lachkultur“.
Sonntags soll aus den Algen blubbern – doch irgendwie gibt die Blubbermaschine nichts her: freilich schüttele ich häufig den Kopf – aber nützt es etwas? Da will mir ein Blogger kundtun, dass die heutige Schülergeneration die Erste wäre, die jemals von Konkursen, Arbeitslosigkeit, Überproduktion und Kaufzurückhaltung gehört hätte. Soll ich ihm ein Geschichtsbuch schenken? Eines, in dem das Ende der Ära jenes unsäglichen Kanzlers Ludwig Ehrhard beschrieben wird, der durch „Maßhalteappelle“ bekannt wurde? Nun, ich halte die meisten Linksblogs ohnehin für die Nachfolgeprodukte jener Agitation, die einst das SED-Regime in der DDR erfunden hat: Der Stil passt, die Verdrehung der Tatsachen auch und natürlich die erlernte Rhetorik, mit der anders Denkende immer in die Ecke neoliberaler Idioten gestellt werden, gerade so, als ob die verdammte Linke sich nicht vom Brot der gleichen Wirtschaftsordnung ernähren, würde wie ich.
Natürlich kann man auch den Kopf schütteln über die Kulturdiskussion: als ob die deutsche Kultur rein wäre wie die jungfräuliche Braut. Keine indogermanischen Einflüsse? Keine Römischen? Keine Französischen und Italienischen? Keine Slawischen? Keine Jüdischen? Alles irgendwann einmal ganz neu Stein auf Stein gesetzt, als das Christentum in die Volksseele eingepflanzt wurde?
Was glaubt dieses Volk eigentlich, woher es seine Kultur hat? Die Religion kommt von den Juden und Römern, der Geist von den Arabern und Griechen, die Freiheit und Gleichheit aus Frankreich und die Demokratie aus England. Zuzüglich der Kleinigkeiten: die deutschesten aller Deutschen, die Gebrüder Grimm, haben ihre Märchen in Frankreich zusammengestohlen, und selbst der deutsche Jugendstil hat seine Ursprünge in Japan.
Meinetwegen sind wir eine Kulturnation. Aber dann bitte eine, die allen Einflüssen gegenüber offen ist: Wer das Rotkäppchen importiert, muss auch dem Wolf die Grenzen öffnen. Tut man das nicht, kommt so etwas wie der Adenauer-Staat dabei heraus.
Hörte ich „deutsche Leitkultur“? Da antworte ich doch „deutsche Lachkultur“.
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Angekündigt ist ein AVRO-Cityliner – eines von diesen etwas angejahrten Flugzeugen der Swiss, die mich immer irgendwie an Sardinenbüchsen erinnern: Sollte der Vordermann auf die Idee kommen, den Sitz nach hinten zu stellen, muss man sich darauf einstellen, mit stark angewinkelten Armen zu lesen, zu essen und zu trinken.
Doch zu meiner Überraschung fliegt man auf der Strecke Zürich-Budapest heute einmal Airbus, und noch etwas ist neu: Freundliche deutsch und englisch sprechende Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen versuchen dem Gast, das Reisen möglichst angenehm zu gestalten. Auch das war nicht immer so: Ich erinnere mich noch deutlich an Swiss-Flugbegleiterinnen, deren Muttersprache Französisch war und die in Englisch oft kaum verständlich machen konnten. Bei so viel Freundlichkeit kann man vielleicht darüber hinwegsehen, dass ein belegtes Brötchen und ein Glas Wein 15 Schweizer Franken kosten, was den Hin- und Rückflug um etwa 20 Euro verteuert. Warum man auf einem Flug, der regulär mit Gebühren gegen 400 Euro kostet, keine kostenlose Mahlzeit servieren kann, bleibt eines der immer währenden Geheimnisse der Swiss.
Eigenartig – obwohl man wegen des Codeshare-Systems ja kaum noch weiß, wer wirklich fliegt, bevorzugen ungarische Geschäftsleute und Touristen die Malev, während Schweizer, Deutsche und Engländer eindeutig die Swiss vorziehen. So ist es auch heute. Man hört kaum ein Wort ungarisch, die meisten Fluggäste unterhalten sich in Deutsch oder Englisch, manche in einem Gemisch aus mehreren Sprachen, und auch das Verhalten scheint anders zu sein als in den Flugzeugen der Malev. Es mag freilich auch am November liegen: Wer jetzt nach Budapest fliegt, hat meist einen anderen Grund, als die Stadt zu genießen oder Verwandte zu besuchen.
Das Paar neben mir zum Beispiel – beide sind kaum über 25. Ist es überhaupt ein Paar? Er redet pausenlos von seinem Geschäft und beschäftigt sich dabei mit seinem Notebook-Computer, sie war sichtlich bemüht, seine Aufmerksamkeit auf ihre Person zu lenken, giert nach Blicken, Berührungen, Zärtlichkeiten. Wenn sie nicht versucht, ihn für sich zu interessieren, sitzt sie da wie in einem indischen Tempel: Die Haltung mädchenhaft, aber fest und kerzengerade, sitzt sie in einer dem Schneidersitz ähnlichen Position auf dem Sessel und starrt mit ihren kühlen Meeresaugen durch die Sitzreihen. Der Mann verweigert sich, lässt sie abblitzen, weist alle Annäherungen zurück. Schließlich fragt sie ihn, warum er so handle. Er fragt zurück, warum sie warum fragen würde. Das veranlasst sie zum Schmollen: Demonstrativ legt sie die Arme vor die Brust und senkt den Kopf tief in die Arme ab. Er lässt sie eine Weile schmollen, deutet vage an, dass es die Zärtlichkeiten vielleicht später gäbe, doch sie scheint ihm zu misstrauen.
Eine Dame jenseits der 50 mit schönem Blondhaar und auf einem Styling Marke jugendlich, zurückhaltend und naturschön blickt häufig zu mir herüber: immer dann, wenn sie das Gebläse nachstellt. Das tut sie oft, denn sie trägt hier an Bord einen Pelzmantel. Natürlich nicht nur einen Pelzmantel, sondern noch entsprechend teure und wärmende Teilchen darunter. Sie hätte in wirklich ausziehen können.
Inzwischen hat der Pilot den Sinkflug eingeleitet. Das junge Paar scheint sich irgendwie arrangiert zu haben. Gut, sie will ihn, und sie will ihn möglichst bald. Aber wird sie ihn bekommen? Und die Dame im Pelz, wer wird auf sie warten? Nein, ich will es nicht wissen. Ich will die Fragmente erhalten, die zufälligen, flickwertartigen Begegnungen. Man vergisst sie sind Leben lang nicht, jene flüchtigen, scheu lächelnden Gesichter: Und so wird man noch nach Jahren eine Geschichte darüber schreiben können, sei sie wahr oder erfunden.
Doch zu meiner Überraschung fliegt man auf der Strecke Zürich-Budapest heute einmal Airbus, und noch etwas ist neu: Freundliche deutsch und englisch sprechende Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen versuchen dem Gast, das Reisen möglichst angenehm zu gestalten. Auch das war nicht immer so: Ich erinnere mich noch deutlich an Swiss-Flugbegleiterinnen, deren Muttersprache Französisch war und die in Englisch oft kaum verständlich machen konnten. Bei so viel Freundlichkeit kann man vielleicht darüber hinwegsehen, dass ein belegtes Brötchen und ein Glas Wein 15 Schweizer Franken kosten, was den Hin- und Rückflug um etwa 20 Euro verteuert. Warum man auf einem Flug, der regulär mit Gebühren gegen 400 Euro kostet, keine kostenlose Mahlzeit servieren kann, bleibt eines der immer währenden Geheimnisse der Swiss.
Eigenartig – obwohl man wegen des Codeshare-Systems ja kaum noch weiß, wer wirklich fliegt, bevorzugen ungarische Geschäftsleute und Touristen die Malev, während Schweizer, Deutsche und Engländer eindeutig die Swiss vorziehen. So ist es auch heute. Man hört kaum ein Wort ungarisch, die meisten Fluggäste unterhalten sich in Deutsch oder Englisch, manche in einem Gemisch aus mehreren Sprachen, und auch das Verhalten scheint anders zu sein als in den Flugzeugen der Malev. Es mag freilich auch am November liegen: Wer jetzt nach Budapest fliegt, hat meist einen anderen Grund, als die Stadt zu genießen oder Verwandte zu besuchen.
Das Paar neben mir zum Beispiel – beide sind kaum über 25. Ist es überhaupt ein Paar? Er redet pausenlos von seinem Geschäft und beschäftigt sich dabei mit seinem Notebook-Computer, sie war sichtlich bemüht, seine Aufmerksamkeit auf ihre Person zu lenken, giert nach Blicken, Berührungen, Zärtlichkeiten. Wenn sie nicht versucht, ihn für sich zu interessieren, sitzt sie da wie in einem indischen Tempel: Die Haltung mädchenhaft, aber fest und kerzengerade, sitzt sie in einer dem Schneidersitz ähnlichen Position auf dem Sessel und starrt mit ihren kühlen Meeresaugen durch die Sitzreihen. Der Mann verweigert sich, lässt sie abblitzen, weist alle Annäherungen zurück. Schließlich fragt sie ihn, warum er so handle. Er fragt zurück, warum sie warum fragen würde. Das veranlasst sie zum Schmollen: Demonstrativ legt sie die Arme vor die Brust und senkt den Kopf tief in die Arme ab. Er lässt sie eine Weile schmollen, deutet vage an, dass es die Zärtlichkeiten vielleicht später gäbe, doch sie scheint ihm zu misstrauen.
Eine Dame jenseits der 50 mit schönem Blondhaar und auf einem Styling Marke jugendlich, zurückhaltend und naturschön blickt häufig zu mir herüber: immer dann, wenn sie das Gebläse nachstellt. Das tut sie oft, denn sie trägt hier an Bord einen Pelzmantel. Natürlich nicht nur einen Pelzmantel, sondern noch entsprechend teure und wärmende Teilchen darunter. Sie hätte in wirklich ausziehen können.
Inzwischen hat der Pilot den Sinkflug eingeleitet. Das junge Paar scheint sich irgendwie arrangiert zu haben. Gut, sie will ihn, und sie will ihn möglichst bald. Aber wird sie ihn bekommen? Und die Dame im Pelz, wer wird auf sie warten? Nein, ich will es nicht wissen. Ich will die Fragmente erhalten, die zufälligen, flickwertartigen Begegnungen. Man vergisst sie sind Leben lang nicht, jene flüchtigen, scheu lächelnden Gesichter: Und so wird man noch nach Jahren eine Geschichte darüber schreiben können, sei sie wahr oder erfunden.
sehpferd - am Montag, 6. Dezember 2004, 20:59 - Rubrik: reisen bildet
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Sunner-Klus de groode Mann
kloppt an alle Dören an,
lüttje Kinner bringt he wat,
grote Kinner steckt he in`n Sack.
(Damit ich die Ohren der Dialektsprecher auch mal volldröhne)
kloppt an alle Dören an,
lüttje Kinner bringt he wat,
grote Kinner steckt he in`n Sack.
(Damit ich die Ohren der Dialektsprecher auch mal volldröhne)
sehpferd - am Montag, 6. Dezember 2004, 20:31 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
In angelsächsischen Ländern wird nicht lange gefackelt, wenn es um einen guten Zweck geht – auch nicht davor, die Brüste vorzuzeigen, wenn man dafür 10 Britische Pfund in die Spendenkasse bekommt. Wie der Multiple Sklerose Verband hierzulande reagieren würde, wenn eines seiner Mitglieder auf diese Art die Kassen füllen würde, kann ich jetzt schon sagen: Man würde die Person als „ungeeignet“ bezeichnen, um sich öffentlich für die Interessen der MS-Kranken einzusetzen.
Manchmal haben uns die Angelsachsen eben doch etwas voraus.
Manchmal haben uns die Angelsachsen eben doch etwas voraus.
sehpferd - am Montag, 6. Dezember 2004, 20:25 - Rubrik: seltsame welt
Wer als Mann einmal ins Vereinigte Königreich reist, sollte unbedingt Bradford besuchen: Dort findet man die Frauen mit den voluminösesten Brüsten der Insel, dicht gefolgt von Leicester, Glasgow und Birmingham. Die Städte haben im Übrigen auch noch andere Sehenswürdigkeiten. In Glasgow kann man zum Beispiel das Werk des britischen Architekten und Kunsterneurers Charles Rennie Macintosh bewundern. Spricht sich schottisch übrigens „Macintosh“, wie in „Magerquark“.
sehpferd - am Montag, 6. Dezember 2004, 20:14 - Rubrik: seltsame welt
Ich brauche Brot, Zwiebel, Früchte, Gemüse und dann und wann ein Glas Rotwein. Ich brauche die Liebe meiner Frau, eine schöne Wohnung, in der ich mich wohl fühlen kann und eine Verbindung in die Welt hinein. Ja, und ich brauche Formen, Farben und Töne.
Aber eines brauche ich nicht: Ein Vaterland. Kein deutschliberales, kein deutschchristliches und erst recht kein deutschsozialistisches oder deutschnationalistisches.
Warum Frau Merkel und Herr Stoiber so etwas brauchen, weiß ich nicht. Vielleicht haben sie kein Brot, oder keinen Wein, keine Farben oder keine Töne.
Ich habe schon eine Heimat. Sie liegt im Norden Deutschlands. Treffe ich einen katholischen Rheinländer, so ist die einzige Gemeinsamkeit zwischen ihm und mir, dass wir uns möglicherweise auf Deutsch verständigen können. Seine Alltagssprache aber, wie auch seine sonstigen Sitten und Gebräuche aber sind mir so fremd, dass ich ihn nicht einmal zu meinem Kulturkreis rechnen würde: Engländer und Dänen lägen mir da schon näher.
Nein, ich brauche keinen deutschen Patriotismus. Schon allein, weil ich in einer Zeit geboren wurde, als noch die Zeugen deutschen Größenwahns standen: Ganze Stadteile, die in Trümmern aufgegangen waren. In ihrem Schutt sehe ich, auch heute noch, das Vaterland begraben. Wenn es wieder Patridioten in Deutschland gibt, sollen sie meinetwegen einen Klub gründen. Ich trete ihm nicht bei.
Aber eines brauche ich nicht: Ein Vaterland. Kein deutschliberales, kein deutschchristliches und erst recht kein deutschsozialistisches oder deutschnationalistisches.
Warum Frau Merkel und Herr Stoiber so etwas brauchen, weiß ich nicht. Vielleicht haben sie kein Brot, oder keinen Wein, keine Farben oder keine Töne.
Ich habe schon eine Heimat. Sie liegt im Norden Deutschlands. Treffe ich einen katholischen Rheinländer, so ist die einzige Gemeinsamkeit zwischen ihm und mir, dass wir uns möglicherweise auf Deutsch verständigen können. Seine Alltagssprache aber, wie auch seine sonstigen Sitten und Gebräuche aber sind mir so fremd, dass ich ihn nicht einmal zu meinem Kulturkreis rechnen würde: Engländer und Dänen lägen mir da schon näher.
Nein, ich brauche keinen deutschen Patriotismus. Schon allein, weil ich in einer Zeit geboren wurde, als noch die Zeugen deutschen Größenwahns standen: Ganze Stadteile, die in Trümmern aufgegangen waren. In ihrem Schutt sehe ich, auch heute noch, das Vaterland begraben. Wenn es wieder Patridioten in Deutschland gibt, sollen sie meinetwegen einen Klub gründen. Ich trete ihm nicht bei.
sehpferd - am Montag, 6. Dezember 2004, 09:22 - Rubrik: einig fallerland
Nein, ich lese keine BILD-Zeitung. Aber nachdem die australischen ABC News nun schon berichtet haben, dass Schneewittchen nur Schneewittchen sein kann, wenn sie nicht auch noch als Rosenrot nackt badet, konnte ich mir nicht verkneifen, nach der Quelle zu forschen.
Ich wusste ja schon immer, dass es die Schneewittchens dieser Welt faustdick hinter den Ohren haben.
Ich wusste ja schon immer, dass es die Schneewittchens dieser Welt faustdick hinter den Ohren haben.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Erotische Geschenkideen gefällig? Natürlich nicht bei mir. Ich zeige Weihnachten dieses Jahr die frostige Schulter - sondern hier.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Früher sagten die Alten den jungen Mädchen, sein sollten sich vor Männern hüten: Hinterlistig seien sie, und hinter den vielen schönen Worten verberge sich nur das eine: ihre unbändige Lust, den weiblichen Körper besitzen zu wollen - und hätten sie ihn einmal in ihren Wolfskrallen gehabt, dann würden sie die Mädchen fallen lassen wie die heißen Kartoffeln.
Heute täten manche Mütter vielleicht gut daran, ihre Söhne vor den Frauen zu warnen: Sie wollen immer mehr „nur das eine“ und sie wollen es möglichst in der ersten Nacht. Am schlimmsten, so weiß bereits ein 26-jähriger Student, der sich gerade auf Aids untersuchen ließ, seien Frauen zwischen 30 und 40. Erbarmungslos würden sie Sex fordern, und sie würden keinerlei Schutzmaßnahmen zulassen - die Begierde stünde bei ihnen absolut im Vordergrund.
Ob diese Geschichte nun stimmt oder nicht: Immer mehr Männer erfahren, dass Frauen sexuell aggressiver geworden sind: In der Realität durchstöbern sie nachts die innerstädtischen Bars, in denen sie Männer vermuten, und geizen dabei keinesfalls mit Einblicken. Viele von ihnen haben von vornherein beschlossen, keinesfalls alleine nach Hause zu gehen: Auch Kompromisskadidaten werden gerne genommen. Es ist ja nur für kurze Zeit, meist nur für ein paar Nächte. Macht nichts - Hauptsache Mann.
Die Männer, die sich für so etwas hergeben, sind keinesfalls gut angesehen. Galten sie früher als Schürzenjäger, so werde sie heute schon vielfach als Opfer der Hyänen der Nacht belächelt. Immer mehr sensible Männer klagen, von Frauen in den Sex hineingeredet worden zu sein: Sie hätten es eigentlich nicht wirklich gewollt – doch „nein“ zu sagen, hätten sie sich auch nicht getraut.
Inzwischen gibt es Gerüchte darüber, dass manche Frauen ganz gezielt nach relativ unerfahrenen Männern suchen, um sie ein wenig auf die eigenen Bedürfnisse abzurichten: Wer die richtigen Spielarten kennt, so heißt es, könne einen jungen Mann sehr schnell fest an sich binden: „Hörig machen“ sagte man einst dazu.
Gewiss, das alles sind noch Einzelfälle, von wenigen Männern berichtet, die schlechte Erfahrungen gemacht haben. Viel mag an ihren Schilderungen übertrieben sein, doch eines ist sicher: Die Emanzipation hat dazu geführt, dass Frauen sexuell aktiver und auch aggressiver geworden sind: Bei Blind Dates, so berichten viele Männer, würden Frauen bei Gefallen sehr schnell zur Sache kommen, und nicht selten gäbe es schon am selben Abend eine Einladung in „ihre“ Wohnung, die ganz unverhohlen für eine Liebesnacht vorbereitet wurde.
In diesem Artikel wurden Presseberichte, Forumsbeiträge verschiedener erotischer Foren, Blog-Beiträge sowie Presseberichte zu einem Bild der Zeit zusammengefasst. Mir ist klar, dass der Artikel Kontroversen auslöst – darin liegt auch meine Absicht.
Heute täten manche Mütter vielleicht gut daran, ihre Söhne vor den Frauen zu warnen: Sie wollen immer mehr „nur das eine“ und sie wollen es möglichst in der ersten Nacht. Am schlimmsten, so weiß bereits ein 26-jähriger Student, der sich gerade auf Aids untersuchen ließ, seien Frauen zwischen 30 und 40. Erbarmungslos würden sie Sex fordern, und sie würden keinerlei Schutzmaßnahmen zulassen - die Begierde stünde bei ihnen absolut im Vordergrund.
Ob diese Geschichte nun stimmt oder nicht: Immer mehr Männer erfahren, dass Frauen sexuell aggressiver geworden sind: In der Realität durchstöbern sie nachts die innerstädtischen Bars, in denen sie Männer vermuten, und geizen dabei keinesfalls mit Einblicken. Viele von ihnen haben von vornherein beschlossen, keinesfalls alleine nach Hause zu gehen: Auch Kompromisskadidaten werden gerne genommen. Es ist ja nur für kurze Zeit, meist nur für ein paar Nächte. Macht nichts - Hauptsache Mann.
Die Männer, die sich für so etwas hergeben, sind keinesfalls gut angesehen. Galten sie früher als Schürzenjäger, so werde sie heute schon vielfach als Opfer der Hyänen der Nacht belächelt. Immer mehr sensible Männer klagen, von Frauen in den Sex hineingeredet worden zu sein: Sie hätten es eigentlich nicht wirklich gewollt – doch „nein“ zu sagen, hätten sie sich auch nicht getraut.
Inzwischen gibt es Gerüchte darüber, dass manche Frauen ganz gezielt nach relativ unerfahrenen Männern suchen, um sie ein wenig auf die eigenen Bedürfnisse abzurichten: Wer die richtigen Spielarten kennt, so heißt es, könne einen jungen Mann sehr schnell fest an sich binden: „Hörig machen“ sagte man einst dazu.
Gewiss, das alles sind noch Einzelfälle, von wenigen Männern berichtet, die schlechte Erfahrungen gemacht haben. Viel mag an ihren Schilderungen übertrieben sein, doch eines ist sicher: Die Emanzipation hat dazu geführt, dass Frauen sexuell aktiver und auch aggressiver geworden sind: Bei Blind Dates, so berichten viele Männer, würden Frauen bei Gefallen sehr schnell zur Sache kommen, und nicht selten gäbe es schon am selben Abend eine Einladung in „ihre“ Wohnung, die ganz unverhohlen für eine Liebesnacht vorbereitet wurde.
In diesem Artikel wurden Presseberichte, Forumsbeiträge verschiedener erotischer Foren, Blog-Beiträge sowie Presseberichte zu einem Bild der Zeit zusammengefasst. Mir ist klar, dass der Artikel Kontroversen auslöst – darin liegt auch meine Absicht.
sehpferd - am Mittwoch, 1. Dezember 2004, 21:00 - Rubrik: zeit geschehen
Manchmal überlege ich ja, was ich schreiben könnte, und oft denke ich mir, dass es ein Eigenbeitrag sein müsste, ein Kommentar beispielsweise oder auch dann und wann auch eine kleine Erzählung.
Die New York Post muss sich so etwas sicher auch oft überlegen. Wenn die Redakteurin oder der Redakteur dann lange genug am Finger gesaugt hat, kommt auch etwas heraus: zum Beispiel, dass auch Frauen Pornografieversessen sind. Dann übersieht man schnell einmal, dass Pornografie und Cyberchat nicht ganz das Gleiche sind, erfindet Lory, eine 37-jährige pornografiesüchtige Hausfrau, und macht eine Seifenoper daraus.
Im ersten Akt, verehrtes Publikum, sehen sie als Lory, wie sie nachts aus dem Ehebett schleicht, heimlich den Computer anwirft und sehnsuchtsvoll im Chat nach Liebhabern schmachtet.
Im zweiten Akt sehen wir die nämliche Dame, wie sie rotem Gesicht, leuchtenden Augen und wild zuckenden Fingern vor demselbigen Computer sitzt, während der Ehemann sich von hinten anschleicht und ihr eine furchtbare Szene macht.
Nach diesem Höhepunkt weiblicher Verruchtheit sehen wir im dritten Akt, wie sich eine in Lumpen gekleidete Lory zu den anonymen Sexsüchtigen schleppt, wo sie ihre Schandtaten beichten muss (Pardon: Wo sie das 12-Schritte-Programm zu absolvieren lernt) und zu alle dem muss sie noch mit ihrem Ehemann zur Paartherapie, damit derart verruchte Handlungen aus der Ehe und der Welt verschwinden.
Fast überflüssig zu sagen, dass noch ein Psychotherapeut auftaucht: ein schockierter. Er kann nicht begreifen, warum alle diese Frauen so etwas tun – und wenn sie es tun, warum sie dann nicht wenigstens in seine Praxis kommen und sich endlich, endlich, vom Joch der Last des Bösen befreien lassen.
Na also. Nun habe ich meinen Artikel. Die Vorlage dann hier. Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass ich längst einmal darüber hätte schreiben sollen, wie die Gesellschaft mit dem neuen erotischen Selbstverständnis der Frauen umgeht.
Die New York Post muss sich so etwas sicher auch oft überlegen. Wenn die Redakteurin oder der Redakteur dann lange genug am Finger gesaugt hat, kommt auch etwas heraus: zum Beispiel, dass auch Frauen Pornografieversessen sind. Dann übersieht man schnell einmal, dass Pornografie und Cyberchat nicht ganz das Gleiche sind, erfindet Lory, eine 37-jährige pornografiesüchtige Hausfrau, und macht eine Seifenoper daraus.
Im ersten Akt, verehrtes Publikum, sehen sie als Lory, wie sie nachts aus dem Ehebett schleicht, heimlich den Computer anwirft und sehnsuchtsvoll im Chat nach Liebhabern schmachtet.
Im zweiten Akt sehen wir die nämliche Dame, wie sie rotem Gesicht, leuchtenden Augen und wild zuckenden Fingern vor demselbigen Computer sitzt, während der Ehemann sich von hinten anschleicht und ihr eine furchtbare Szene macht.
Nach diesem Höhepunkt weiblicher Verruchtheit sehen wir im dritten Akt, wie sich eine in Lumpen gekleidete Lory zu den anonymen Sexsüchtigen schleppt, wo sie ihre Schandtaten beichten muss (Pardon: Wo sie das 12-Schritte-Programm zu absolvieren lernt) und zu alle dem muss sie noch mit ihrem Ehemann zur Paartherapie, damit derart verruchte Handlungen aus der Ehe und der Welt verschwinden.
Fast überflüssig zu sagen, dass noch ein Psychotherapeut auftaucht: ein schockierter. Er kann nicht begreifen, warum alle diese Frauen so etwas tun – und wenn sie es tun, warum sie dann nicht wenigstens in seine Praxis kommen und sich endlich, endlich, vom Joch der Last des Bösen befreien lassen.
Na also. Nun habe ich meinen Artikel. Die Vorlage dann hier. Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass ich längst einmal darüber hätte schreiben sollen, wie die Gesellschaft mit dem neuen erotischen Selbstverständnis der Frauen umgeht.
sehpferd - am Mittwoch, 1. Dezember 2004, 20:06 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Was der Schotte unter dem Kilt trägt? Nun, wir alle wissen es. Aber ob man die Katze ausgerechnet bei dieser Gelegenheit aus dem Sack lassen muss? Ich bezweifele es.
Via Nerve.
Via Nerve.
sehpferd - am Dienstag, 30. November 2004, 20:12 - Rubrik: seltsame welt
Wenn sie glauben, auf einer Party in dunklen Räumen nicht genügend aufzufallen, kann ihnen vielleicht der „Glow Thong“ helfen, wieder ein leuchtendes Beispiel der Weiblichkeit zu werden - jedenfalls zwei Stunden lang. Dann muss die Batterie nachgeladen werden – oder man wechselt schnell mal das Höschen.
via fleshbot
via fleshbot
sehpferd - am Dienstag, 30. November 2004, 20:05 - Rubrik: wundersames
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„Selbst wenn sie niemand anders sieht – sie sehen sie“, sagt ein Schönheitschirurg über die möglichen Gründe seiner Klientinnen, sich die Vagina verschönern zu lassen.
Obwohl Stripperinnen und Darstellerinnen in pornografischen Filmen als Hauptkunden dieser Art der Chirurgie gelten, sollen auch schon mal Hausfrauen bei den Chirurgen anklopfen – wie es scheint, fühlen sich manche Frauen einfach besser, wenn ihr Körper „rundherum“ makellos ist. Ob die Männer außerhalb von Stripbars und Pornokinos freilich darauf achten, wie die schönen Dinge des Lebens aussehen, wird von manchen Experten bezweifelt: Sie glauben nicht, dass Männer bei ihren Sexualpartnerinnen so genau hingucken.
Wie auch immer, die Erfolge der „Vaginoplasty®“ können auf zahlreichen Webseiten bewundert werden – zum Beispiel hier.
Mehr in der New York Times.
Obwohl Stripperinnen und Darstellerinnen in pornografischen Filmen als Hauptkunden dieser Art der Chirurgie gelten, sollen auch schon mal Hausfrauen bei den Chirurgen anklopfen – wie es scheint, fühlen sich manche Frauen einfach besser, wenn ihr Körper „rundherum“ makellos ist. Ob die Männer außerhalb von Stripbars und Pornokinos freilich darauf achten, wie die schönen Dinge des Lebens aussehen, wird von manchen Experten bezweifelt: Sie glauben nicht, dass Männer bei ihren Sexualpartnerinnen so genau hingucken.
Wie auch immer, die Erfolge der „Vaginoplasty®“ können auf zahlreichen Webseiten bewundert werden – zum Beispiel hier.
Mehr in der New York Times.
sehpferd - am Dienstag, 30. November 2004, 19:56 - Rubrik: zeit geschehen
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Das musste ja kommen: jetzt hat sich eine Nudistenorganisation gegen die populären Aktfotokalender ausgesprochen, mit deren Hilfe Wohlfahrtsorganisationen in den letzten Jahren viele Spenden eingesammelt haben. So meinte ein Nudistenchef in England jetzt „genug ist genug“ und zeigt sich von der Edelmenschenseite: Die reine Nacktheit sei nämlich gut, während die in den Kalendern dargebotene halb verdeckte Nacktheit sexuell sei.
Also das hätten wir ohne den Nudistenverband nun wirklich nie festgestellt. Aber da seine Sprecher so geschwätzig sind: Vielleicht könnte eben jener Verband ja einen völlig neuen Kalender herausbringen, bei dem alle Akteurinnen und Akteure splitterfasernackt sind, Titelvorschlag: "Nur wer nackt ist, ist nackt wirklich nackt".
Ach, sei finden so etwas zum Gähnen, vor allem wenn es sich um FKK-Freunde handelt? Ich auch. Aber versuchen könnte die Damen und Herren es ja doch einmal – wer weiß, vielleicht schlummert in mancher Nudistin und manchem Nudisten ja noch ein Schautalent.
Hier gelesen.
Also das hätten wir ohne den Nudistenverband nun wirklich nie festgestellt. Aber da seine Sprecher so geschwätzig sind: Vielleicht könnte eben jener Verband ja einen völlig neuen Kalender herausbringen, bei dem alle Akteurinnen und Akteure splitterfasernackt sind, Titelvorschlag: "Nur wer nackt ist, ist nackt wirklich nackt".
Ach, sei finden so etwas zum Gähnen, vor allem wenn es sich um FKK-Freunde handelt? Ich auch. Aber versuchen könnte die Damen und Herren es ja doch einmal – wer weiß, vielleicht schlummert in mancher Nudistin und manchem Nudisten ja noch ein Schautalent.
Hier gelesen.
sehpferd - am Montag, 29. November 2004, 23:15 - Rubrik: seltsame welt
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Wer kennt ihn nicht, den alten Witz von der sicheren und gottgefälligen Verhütungsmethode? Jedenfalls fragt eine noch sehr junge, leicht errötende Dame einen alten, weisen Pfarrer, ob es denn kein gottgefälliges Mittel für ein junges Mädchen gäbe, eine Schwangerschaft sicher zu verhüten. Der Pfarrer wusste Rat: Natürlich, man müsse nur Äpfel essen. Die Dame errötete erneut, während sie nachfragte: „Vorher oder nachher, Herr Pfarrer“? Der Pfarrer lächelt daraufhin und beschied der Dame: „Anstatt, liebes Fräulein, anstatt“.
In den Vereinigten Staaten von Nordamerika ist dergleichen Realität: Nur kein Sex, so wird jungen Leuten heute erklärt, sei ein absoluter Schutz gegen Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten – und das wolle vor allem Gott so. Soweit, so gut, wenn es denn funktionieren würde. Nun sind junge Amerikanerinnen und Amerikaner allerdings Menschen, die mindestens mit einem Fuß im ganz normalen Leben stehen und allerhöchstens mit dem anderen auf der Bibel.
So kommt es, dass fast alle irgendwie einmal naschen. Wer weiß, wie gefährlich naschen ist, weiß auch, dass man damit nicht mehr aufhören kann: einmal Schokolade – immer Schokolade. Nur, dass man von Schokolade nicht schwanger oder sterbenskrank wird, von ein bisschen Sex probieren aber möglicherweise schon – vor allem eben ohne Kondome.
Da wird ein Zeitungskolumnist schon mal zynisch: „Wenn du ein rechtsgerichteter Moralist bist, dann kommen diese Leute ja sowieso in die Hölle – ob sie unter Qualen sterben oder ihr Elend noch ein bisschen verbreiten, ist dann kaum noch wichtig“.
Dem ist kaum etwas hinzuzufügen, außer dem: Selbst ernannte Sexualmoralisten haben meist nur Angst, ehrlich zu sich selbst zu sein - dann wären sie nämlich keine.
In den Vereinigten Staaten von Nordamerika ist dergleichen Realität: Nur kein Sex, so wird jungen Leuten heute erklärt, sei ein absoluter Schutz gegen Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten – und das wolle vor allem Gott so. Soweit, so gut, wenn es denn funktionieren würde. Nun sind junge Amerikanerinnen und Amerikaner allerdings Menschen, die mindestens mit einem Fuß im ganz normalen Leben stehen und allerhöchstens mit dem anderen auf der Bibel.
So kommt es, dass fast alle irgendwie einmal naschen. Wer weiß, wie gefährlich naschen ist, weiß auch, dass man damit nicht mehr aufhören kann: einmal Schokolade – immer Schokolade. Nur, dass man von Schokolade nicht schwanger oder sterbenskrank wird, von ein bisschen Sex probieren aber möglicherweise schon – vor allem eben ohne Kondome.
Da wird ein Zeitungskolumnist schon mal zynisch: „Wenn du ein rechtsgerichteter Moralist bist, dann kommen diese Leute ja sowieso in die Hölle – ob sie unter Qualen sterben oder ihr Elend noch ein bisschen verbreiten, ist dann kaum noch wichtig“.
Dem ist kaum etwas hinzuzufügen, außer dem: Selbst ernannte Sexualmoralisten haben meist nur Angst, ehrlich zu sich selbst zu sein - dann wären sie nämlich keine.
sehpferd - am Montag, 29. November 2004, 22:55 - Rubrik: seltsame welt
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Natürlich kann man Handys auch dazu benutzen, Geschäftstelefonate zu führen, doch was wäre die Liebe ohne Handy? Das kleine mobile Telefon eignet sich ganz vorzüglich als Flirt- und Seitensprungmaschine – manche Damen haben sogar zwei oder noch mehr Telefone, um den Ehemann und die Verwandtschaft von den Liebehabern zu trennen – was im Übrigen auch sehr praktisch ist, falls das „normale“ Telefon einmal vom Ehemann observiert wird.
Freilich ist diejenige Art von Gefühlen, die über das Ohr in die Seele geht, eher von romantischer Art. Sollten auch andere Sinne gereizt werden, war bisher bei Telefongesprächen immer die doppelte Handbedienung nötig. Das will ein Hersteller von Liebesspielzeugen jetzt ändern. Wenn das Handy klingelt, schaltet sich automatisch ein unter der Wäsche getragenes Liebesspielzeug ein – und bleibt solange aktiv, wie der Anruf dauert.
Unnötig zu sagen, dass dies auch bei geschäftlichen Gesprächen funktioniert. Man denke: Da sitzt eine Geschäftsfrau im dunklen Kostüm auf dem Flughafen und gibt ihrem Geschäftspartner im fernen New York noch schnell die vorläufigen Verhandlungsergebnisse durch, während sie das kleine Spielzeug eingeschaltet lässt.
Nein, das ist nicht der Stoff, aus dem Erzählungen werden. Das sind pubertätsnahe Fantasien ohne realen Hintergrund. In der Praxis wird es schon schwer genug sein, mit einem permanent am Körper getragenen elektronischen Gerät am Flughafen durch die Sicherheitskontrolle zu kommen. Was dabei passieren könnte, ist nun allerdings keine reine Sache der Fantasie mehr – es soll schon zu heftigsten Auseinandersetzungen zwischen reisenden Damen und dem weiblichen Sicherheitspersonal gekommen sein, wenn es um die Bestimmung des genauen Ortes eines am Körper getragenen Metallteils ging.
Freilich ist diejenige Art von Gefühlen, die über das Ohr in die Seele geht, eher von romantischer Art. Sollten auch andere Sinne gereizt werden, war bisher bei Telefongesprächen immer die doppelte Handbedienung nötig. Das will ein Hersteller von Liebesspielzeugen jetzt ändern. Wenn das Handy klingelt, schaltet sich automatisch ein unter der Wäsche getragenes Liebesspielzeug ein – und bleibt solange aktiv, wie der Anruf dauert.
Unnötig zu sagen, dass dies auch bei geschäftlichen Gesprächen funktioniert. Man denke: Da sitzt eine Geschäftsfrau im dunklen Kostüm auf dem Flughafen und gibt ihrem Geschäftspartner im fernen New York noch schnell die vorläufigen Verhandlungsergebnisse durch, während sie das kleine Spielzeug eingeschaltet lässt.
Nein, das ist nicht der Stoff, aus dem Erzählungen werden. Das sind pubertätsnahe Fantasien ohne realen Hintergrund. In der Praxis wird es schon schwer genug sein, mit einem permanent am Körper getragenen elektronischen Gerät am Flughafen durch die Sicherheitskontrolle zu kommen. Was dabei passieren könnte, ist nun allerdings keine reine Sache der Fantasie mehr – es soll schon zu heftigsten Auseinandersetzungen zwischen reisenden Damen und dem weiblichen Sicherheitspersonal gekommen sein, wenn es um die Bestimmung des genauen Ortes eines am Körper getragenen Metallteils ging.
sehpferd - am Montag, 29. November 2004, 21:58 - Rubrik: aufgegriffen
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Falls sie nicht sicher sind, wo der echte Weihnachtsmann wohnt: auf dem Korvantunturi. Wo sonst, dachten sie?
sehpferd - am Montag, 29. November 2004, 21:57 - Rubrik: zeit geschehen
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