Die Presse hatte heute kaum Themen, wenn man einmal davon absieht, dass der Bundesaußenminister im Kreuzfeuer steht – warum, begreifen ohnehin nur eingefleischte Zeitungsleser, während die meisten anderen Bürger den Kopf schütteln über die aufgeblasenen Kröten, die jetzt von einigen Wichtigtuern überall herumgezeigt werden.
Seit Fischer ohne Not die Verantwortung für die Vorgänge um die so genannte „Visa-Affäre“ übernommen hat, dreschen halt die üblichen Raubauze auf ihn ein: allen voran der bayrische Ministerpräsident Stoiber. Das Thema wird unter dem Stichwort „Untersuchungsausschuss“ behandelt, weil deren Vorsitzender, Eckart von Klaeden, sich offenbar wichtig gemacht hatte – ebenfalls ohne Not. Man muss schon ein aufrechter Demokrat sein, um Untersuchungsausschüsse zu goutieren: In Wahrheit kommt dabei seit Jahren nichts als Geschrei heraus, und genutzt werden diese Gremien letztendlich dazu, um den dümmlichen Parteienstreit immer wieder an die Öffentlichkeit zu bringen. Über den Streit um die Visa kam denn heute auch der Missbrauch in die Presse.
Warum Grammys vergeben werden? Damit Leute, die ohnehin schon sehr viele CDs verkaufen, noch mehr verkaufen, denke ich. Wer viel hat, der hat nie genug – also müssen die Populisten unter den Populären geehrt werden, nicht die Innovativen – aber das ist schon seit Jahren so.
Nein, es gab nichts zu schreiben. Deswegen wärmte die Presse ein wenig vom Eingemachten auf: Der Stellenabbau bei Firmen, die gut verdienen, wird zwar zu Recht gerügt, aber langsam wird das Thema fad, und man sollte vielleicht einmal anders darüber schreiben: Die Manager, die bei ausgezeichneten Geschäftsergebnissen Menschen entlassen, nur um an der Börse gelobt zu werden, müssen einfach deutlicher als unfähig bezeichnet werden: Doch welcher Journalist traut sich schon, so etwas zu schreiben? Warten wir es ab. Vielleich findet sich jemand.
Noch ein Thema zum Abgähnen: Studiengebühren. Es scheint so langsam die beliebten Bildungsthemen „Pisa“ und „Rechtschreibreform“ abzulösen. Es wird uns wohl noch das ganze Jahr verfolgen, denn zwar ist längst alles gesagt, aber noch nicht von jedem. Auch noch nicht von jedem Journalisten, und falls auch jenen nichts mehr einfällt, kann man ja mal Studenten befragen – notfalls tun es auch Passanten.
Nachzügler gab es vor allem zum Gedenken an die Dresdener Bombennächte und den Neonazis und sonstigen Rechtsextremisten, die massenhaft nach Dresden gekarrt wurden.
Das Wunderwort ist heute „Tickets“. Die Rede ist von der BVG, die jetzt elektronische Tickets einsetzen will. So können denn auch Fahrkarten (denn um solche handelt es sich) mal in die Schlagzeilen kommen.
Vergaß ich etwas? Ja, Zuzahlungen, weil es sich um eine Luftblase meiner Quelle handelt, und ebenso Handy, weil es einem „Haufen Buntes“ entnommen ist, und eine Stichwahl, die nur eine bescheidene Bedeutung hat.
Die Quelle.
Die Stichworte des Tages:
Aufmarsch · Gedenken · Grammy · Handy · Missbrauch · Nationalversammlung · Neonazis · Rakete · Rechtsextremisten · Stellenabbau · Stichwahl · Studiengebühren · Ticket · Untersuchungsausschuss · Zuzahlungen
Seit Fischer ohne Not die Verantwortung für die Vorgänge um die so genannte „Visa-Affäre“ übernommen hat, dreschen halt die üblichen Raubauze auf ihn ein: allen voran der bayrische Ministerpräsident Stoiber. Das Thema wird unter dem Stichwort „Untersuchungsausschuss“ behandelt, weil deren Vorsitzender, Eckart von Klaeden, sich offenbar wichtig gemacht hatte – ebenfalls ohne Not. Man muss schon ein aufrechter Demokrat sein, um Untersuchungsausschüsse zu goutieren: In Wahrheit kommt dabei seit Jahren nichts als Geschrei heraus, und genutzt werden diese Gremien letztendlich dazu, um den dümmlichen Parteienstreit immer wieder an die Öffentlichkeit zu bringen. Über den Streit um die Visa kam denn heute auch der Missbrauch in die Presse.
Warum Grammys vergeben werden? Damit Leute, die ohnehin schon sehr viele CDs verkaufen, noch mehr verkaufen, denke ich. Wer viel hat, der hat nie genug – also müssen die Populisten unter den Populären geehrt werden, nicht die Innovativen – aber das ist schon seit Jahren so.
Nein, es gab nichts zu schreiben. Deswegen wärmte die Presse ein wenig vom Eingemachten auf: Der Stellenabbau bei Firmen, die gut verdienen, wird zwar zu Recht gerügt, aber langsam wird das Thema fad, und man sollte vielleicht einmal anders darüber schreiben: Die Manager, die bei ausgezeichneten Geschäftsergebnissen Menschen entlassen, nur um an der Börse gelobt zu werden, müssen einfach deutlicher als unfähig bezeichnet werden: Doch welcher Journalist traut sich schon, so etwas zu schreiben? Warten wir es ab. Vielleich findet sich jemand.
Noch ein Thema zum Abgähnen: Studiengebühren. Es scheint so langsam die beliebten Bildungsthemen „Pisa“ und „Rechtschreibreform“ abzulösen. Es wird uns wohl noch das ganze Jahr verfolgen, denn zwar ist längst alles gesagt, aber noch nicht von jedem. Auch noch nicht von jedem Journalisten, und falls auch jenen nichts mehr einfällt, kann man ja mal Studenten befragen – notfalls tun es auch Passanten.
Nachzügler gab es vor allem zum Gedenken an die Dresdener Bombennächte und den Neonazis und sonstigen Rechtsextremisten, die massenhaft nach Dresden gekarrt wurden.
Das Wunderwort ist heute „Tickets“. Die Rede ist von der BVG, die jetzt elektronische Tickets einsetzen will. So können denn auch Fahrkarten (denn um solche handelt es sich) mal in die Schlagzeilen kommen.
Vergaß ich etwas? Ja, Zuzahlungen, weil es sich um eine Luftblase meiner Quelle handelt, und ebenso Handy, weil es einem „Haufen Buntes“ entnommen ist, und eine Stichwahl, die nur eine bescheidene Bedeutung hat.
Die Quelle.
Die Stichworte des Tages:
Aufmarsch · Gedenken · Grammy · Handy · Missbrauch · Nationalversammlung · Neonazis · Rakete · Rechtsextremisten · Stellenabbau · Stichwahl · Studiengebühren · Ticket · Untersuchungsausschuss · Zuzahlungen
sehpferd - am Dienstag, 15. Februar 2005, 19:40 - Rubrik: deutschland im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Zum langsam vergehenden Valentinstag gilt es einen Bäcker zu feiern. Sein Name ist Van Buggenhout, und er hat dem Vernehmen nach zum Fest des heiligen Valentins einige erotische Darstellungen in Marzipan geformt.
Des Einen Lust, des Anderen Leid: Eine Dame aus der Nachbarschaft soll den wackren Bäckersmann angezeigt haben. Die Meldung verbreitete sich in niederländischsprachigen Blogs in Windeseile – und sogar Ananova bekam Wind davon.
Des Einen Lust, des Anderen Leid: Eine Dame aus der Nachbarschaft soll den wackren Bäckersmann angezeigt haben. Die Meldung verbreitete sich in niederländischsprachigen Blogs in Windeseile – und sogar Ananova bekam Wind davon.
sehpferd - am Montag, 14. Februar 2005, 23:22 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Die 31-jährige Schwedin Victoria Ed aus Rengsjö kaufte eine Flasche Ketchup bei ihrem Lebensmittelhändler, doch offenbar verging ihr und ihrer Familie bald der Appetit: Jedenfalls behauptete sie, dass sich in der Flasche nicht nur Tomatenketchup, sondern auch ein Penis befunden habe – nicht eben alltäglich für Ketchupflaschen.
Das Corpus Delicti wandert nun zusammen mit der Flasche in ein Labor, in dem man feststellen wird, um was es sich wirklich handelt. Tomatenketchup dürfte in den nächsten Tagen wohl kaum auf dem Speiseplan der Familie stehen.
Gelesen bei TV2.DK
Das Corpus Delicti wandert nun zusammen mit der Flasche in ein Labor, in dem man feststellen wird, um was es sich wirklich handelt. Tomatenketchup dürfte in den nächsten Tagen wohl kaum auf dem Speiseplan der Familie stehen.
Gelesen bei TV2.DK
sehpferd - am Montag, 14. Februar 2005, 21:52 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Nicht nur ich leide unter den dürftig fließenden Erotiknachrichten – andere tun es auch. Vor allem in Österreich ist nach den vielen Sexskandalen der Vergangenheit gerade nichts zu holen – und so greift Tirol-Online Autor Thomas Hörmann die Huren auf. Die stehen am Südring, und zwei von ihnen sind gar keine Damen. Fragt sich, woran man das erkennt, und siehe, ein Kriminalmann ist zur Stelle: „Wenn der Stubaitaler den Mund aufmache, dann wisse man gleich, dass er ein Mann ist“. Ob das am Bariton oder am Dialekt liegt, wurde nicht berichtet, doch wäre da noch ein junger Mann von den fernen Philippinen: Er sei nicht von einer „echten Frau“ zu unterscheiden – wir vermuten mal, nicht obenherum, und das Höschen kommt ja bekanntlich erst später weg.
Doch nun wird die Sache erst richtig interessant. Ob die Herren Freier denn die Herren Huren schon mal wegen Betrugs anzeigen würden, wollt der Journalist wissen, und der Kripomann verneinte zwar, sagte aber, dass sie schon einen Betrug geltend machen könnten.
Doch der Journalist wäre nicht Journalist, wenn er dies nicht nachrecherchiert hätte, und so erfahren wir denn auch noch, dass eine Anwältin derartige Liebesdienste „unter Männern“ als Betrug werte, zumal „durch die Bezahlung auch der Vorsatz der Bereicherung gegeben“ sei.
Nun, der Kripomann gab dann doch noch etwas von seiner Lebensweisheit preis: Es könne ja sein, so sinnierte er, dass die Herren einer Marktnische abdeckten. Natürlich denkt man sich gleich beim ersten Satz, dass es so sein könnte, aber wenn man den einen ganzen Artikel darüber schreiben kann, dass unter den Damen „Damen“ auch Herren „Damen“ sind, dann hat man die leeren Zeitungszeilen mal wieder gefüllt – und ich habe einen Artikel für mein Blog.
Doch nun wird die Sache erst richtig interessant. Ob die Herren Freier denn die Herren Huren schon mal wegen Betrugs anzeigen würden, wollt der Journalist wissen, und der Kripomann verneinte zwar, sagte aber, dass sie schon einen Betrug geltend machen könnten.
Doch der Journalist wäre nicht Journalist, wenn er dies nicht nachrecherchiert hätte, und so erfahren wir denn auch noch, dass eine Anwältin derartige Liebesdienste „unter Männern“ als Betrug werte, zumal „durch die Bezahlung auch der Vorsatz der Bereicherung gegeben“ sei.
Nun, der Kripomann gab dann doch noch etwas von seiner Lebensweisheit preis: Es könne ja sein, so sinnierte er, dass die Herren einer Marktnische abdeckten. Natürlich denkt man sich gleich beim ersten Satz, dass es so sein könnte, aber wenn man den einen ganzen Artikel darüber schreiben kann, dass unter den Damen „Damen“ auch Herren „Damen“ sind, dann hat man die leeren Zeitungszeilen mal wieder gefüllt – und ich habe einen Artikel für mein Blog.
sehpferd - am Montag, 14. Februar 2005, 21:29 - Rubrik: wundersames
Meist redet der SPIEGEL ja ganz vorne mit, aber was Udo Ludwig gerade recherchiert hat, klingt ziemlich wiedergekäut. Hurentester sind wahrlich nichts Neues, wobei es weniger darum geht, Huren zu „testen“, sondern nach dem Liebesdienst im Internet zu veröffentlichen, welche Frauen sich redlich Mühe gegeben haben, etwas für den Kunden zu tun und welche lustlos ihre Nummer abgerissen haben.
Dass Huren im Web annoncieren, ist so neu auch nicht – bereits seit Jahren bieten Webdienste offene oder verdeckte Hurenanzeigen an – und die besseren Damen offerieren ihre Dienste ohnehin im Netz – manche sogar mit Preisangaben. Aber ein „gigantischer virtueller Strich“ sind Hurenportale noch nicht – zwar klingen 408.000 Klicks pro Monat, die bei einer Hamburger Webseite anfallen, nach viel, aber geklickt ist noch nicht gesehen, gesehen ist noch nicht interessiert, und interessiert ist noch lange nicht kontaktiert. Am Ende bleiben etwa 14.000 Klicks pro Tag – nicht eben viel für eine durch Werbung unterstütze Erotik-Seite. Selbst die Seiten einzelner Dominas kommen auf bis zu 5000 Klicks.
Wie auch immer – auch der SPIEGEL stellt letztendlich fest, dass Qualität Geld kostet und zitiert einen Freier: „Für einen Mercedes muss ich auch mehr ausgeben als für einen Seat“. Nun, das wussten wir eigentlich auch schon vorher, doch wussten wir auch dies: Deutsche kaufen eher Schnäppchen als Qualität.
Dass Huren im Web annoncieren, ist so neu auch nicht – bereits seit Jahren bieten Webdienste offene oder verdeckte Hurenanzeigen an – und die besseren Damen offerieren ihre Dienste ohnehin im Netz – manche sogar mit Preisangaben. Aber ein „gigantischer virtueller Strich“ sind Hurenportale noch nicht – zwar klingen 408.000 Klicks pro Monat, die bei einer Hamburger Webseite anfallen, nach viel, aber geklickt ist noch nicht gesehen, gesehen ist noch nicht interessiert, und interessiert ist noch lange nicht kontaktiert. Am Ende bleiben etwa 14.000 Klicks pro Tag – nicht eben viel für eine durch Werbung unterstütze Erotik-Seite. Selbst die Seiten einzelner Dominas kommen auf bis zu 5000 Klicks.
Wie auch immer – auch der SPIEGEL stellt letztendlich fest, dass Qualität Geld kostet und zitiert einen Freier: „Für einen Mercedes muss ich auch mehr ausgeben als für einen Seat“. Nun, das wussten wir eigentlich auch schon vorher, doch wussten wir auch dies: Deutsche kaufen eher Schnäppchen als Qualität.
sehpferd - am Montag, 14. Februar 2005, 21:06 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Die Presse widmet heute verständlicherweise dem Aufmarsch der Rechtextremisten in Dresden viel Aufmerksamkeit. Doch man kann eine Lehre daraus ziehen: Auf 5000 bundesweit angereiste Neonazis kamen 50.000 Dresdener Bürger, den ein Zeichen setzten, und zwar dies: „die Stadt hat Nazis satt“ – es war deutlich sichtbar, und bestand aus hunderten von Kerzen. Die Deutschen verstanden den Jahrestag der Zerstörung Dresdens durchaus richtig: sie riefen zur Versöhnung auf, und als Symbol dafür wird die Frauenkirche genannt, die auch mit dem Geld der ehemaligen Feinde wiederaufgebaut wurde.
Zum Pressethema wurden auch Leichen: Dabei geht es auch einmal wieder um Gunther von Hagens, dessen Leichenjahrmarktsschau schon lange die Gemüter erregt. Mit Recht, denn die Leichen werden für eine pseudointellektuelle Schickeria präpariert, die mit ekelhafter Sensationslust ansieht, was auf den Friedhof gehört und nicht in die Kunstgalerie. Zitat: „Die Angestellten seiner Firma im chinesischen Dalian zerlegen Leichen im Akkord, um den Bedarf der 'Körperwelten' zu decken". Freilich erschien das Stichwort „Leichen“ auch noch in Verbindung mit dem Irak und der Flutkatastrophe.
Erfolgsmeldungen machen selten Schlagzeilen, diese aber schon: Die Ariane 5 hat zwei neue Satelliten ins All gebracht und stärkt damit Europas Wettbewerbskraft gegenüber den konkurrierenden Amerikanern. Nicht ganz so toll sieht es mit dem Smart aus, der heute ebenfalls falls häufig erwähnt wurde: er macht Verlust, doch das macht nichts, denn angeblich hat er eine „starke Substanz“. Nun ja, wenn schon Straßenhüpfer eine „starke Substanz“ haben, was mag dann erst mit Werther sein? Um den kümmert sich, klar der Kulturteil der Zeitungen: „Werther hat sich umgebracht, Goethe nicht.“ Ach,, wie sinnig.
Auch ziemlich überflüssig: Die "Globale Sex-Studie 2004“. Sie stellt unter anderem fest, dass immer mehr Menschen ihr Glück darin finden, gar keinen Sex zu haben. – wie schade. Da auch die Berlinale unter dem Motto „Sex“ steht und Kinseys Forschungsergebnisse auch gerade mal wieder diskutiert werden, schaffte es der Sex also heute in die Schlagzeilen.
Rechtzeitig zum Valentinstag entdeckte die Presse das Stichwort Schokolade und die ihr innewohnenden Aufmunterungskräfte. Fazit: Je mehr Kakao, umso besser. Der Artikel ist freilich noch wichtiger als das ganze Brimborium um einen so genannten „Song Contest“, Was immer das sein mag – ab in die Tonne.
Vergaß ich etwas? Oh ja, den Sport: durch ihn wurde das Schlagwort „Beste“ zum Renner. Aber das ist wahrscheinlich jeden Montag so.
Die Quelle, wie jeden Tag: Wortschatz.
Zum Pressethema wurden auch Leichen: Dabei geht es auch einmal wieder um Gunther von Hagens, dessen Leichenjahrmarktsschau schon lange die Gemüter erregt. Mit Recht, denn die Leichen werden für eine pseudointellektuelle Schickeria präpariert, die mit ekelhafter Sensationslust ansieht, was auf den Friedhof gehört und nicht in die Kunstgalerie. Zitat: „Die Angestellten seiner Firma im chinesischen Dalian zerlegen Leichen im Akkord, um den Bedarf der 'Körperwelten' zu decken". Freilich erschien das Stichwort „Leichen“ auch noch in Verbindung mit dem Irak und der Flutkatastrophe.
Erfolgsmeldungen machen selten Schlagzeilen, diese aber schon: Die Ariane 5 hat zwei neue Satelliten ins All gebracht und stärkt damit Europas Wettbewerbskraft gegenüber den konkurrierenden Amerikanern. Nicht ganz so toll sieht es mit dem Smart aus, der heute ebenfalls falls häufig erwähnt wurde: er macht Verlust, doch das macht nichts, denn angeblich hat er eine „starke Substanz“. Nun ja, wenn schon Straßenhüpfer eine „starke Substanz“ haben, was mag dann erst mit Werther sein? Um den kümmert sich, klar der Kulturteil der Zeitungen: „Werther hat sich umgebracht, Goethe nicht.“ Ach,, wie sinnig.
Auch ziemlich überflüssig: Die "Globale Sex-Studie 2004“. Sie stellt unter anderem fest, dass immer mehr Menschen ihr Glück darin finden, gar keinen Sex zu haben. – wie schade. Da auch die Berlinale unter dem Motto „Sex“ steht und Kinseys Forschungsergebnisse auch gerade mal wieder diskutiert werden, schaffte es der Sex also heute in die Schlagzeilen.
Rechtzeitig zum Valentinstag entdeckte die Presse das Stichwort Schokolade und die ihr innewohnenden Aufmunterungskräfte. Fazit: Je mehr Kakao, umso besser. Der Artikel ist freilich noch wichtiger als das ganze Brimborium um einen so genannten „Song Contest“, Was immer das sein mag – ab in die Tonne.
Vergaß ich etwas? Oh ja, den Sport: durch ihn wurde das Schlagwort „Beste“ zum Renner. Aber das ist wahrscheinlich jeden Montag so.
Die Quelle, wie jeden Tag: Wortschatz.
sehpferd - am Montag, 14. Februar 2005, 09:07 - Rubrik: deutschland im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – fast immer sonntags
Die schlechten Nachrichten zuerst: Die Welt der Blogger wird sich dramatisch verändern. Nun die Gute: Die Welt der Blogger wird sich dramatisch verändern.
Ach, sie denken vielleicht, ich hätte mein Geblubber in volltrunkenem Zustand verfasst – weit gefehlt. Aber die Zeiten ändern sich, und wenn wir dies nicht wahrnehmen, werden viele Blogs das werden, was heute schon die meisten privaten Homepages sind: Webmüll.
Wer sich an eine veränderte Welt anpassen kann, wird auch mit den neuen Zeiten für die Blogs leben können: Wurden Blogs bisher vielleicht hin und wieder einmal gelesen, wenn sich jemand ganz zufällig auf unsere Seiten verirrt hatte, werden wir in Zukunft gezielt für uns werben müssen. Wir müssen interessante Themen bieten, die einen möglichst großen Personenkreis interessieren und allen erzählen, dass die Informationen, nach denen sie suchen, eben bei uns stehen – und nicht bei der Konkurrenz.
Womit das Wort gefallen wäre: Die Blogger, die sich alle so lieb in den Armen liegen, Konkurrieren alle um Leser. Natürlich kann ich die „Zeit“ und die „Vogue“ abonnieren und vielleicht gar noch lesen, aber ich kann nicht die Zeit, die Süddeutsche, die FAZ und die Welt abonnieren und tatsächlich lesen. Also muss ich mich entscheiden – und genau so entscheidet sich der Blogleser.
Mag sein, dass heute noch gut geschrieben Webseiten gelesen werden, nur, weil sie gut geschrieben sind. Aber auch die Macherinnen und Macher der ersten Stunde müssen mittlerweile erkennen: Blogs verlangen Inhalte, sonst werden sie fad. Man kann die zickige Schülerin mit Allüren erfinden oder die allein erziehende Mutter mit Großstandcharme und Beziehungsproblemen, den Möchtegernphilosphen von der Gutmenschenfakultät oder das bloggende Ungeheuer, das alles ratzfatz um sich herum verbal erschlägt – ja, das kann man. Doch wie lange hält man es durch, dies zu sein? Menschen entwickeln sich. Eines Tages haben sie Gefühle, die sie ihrem Weblog nicht mehr anvertrauen mögen. Irgendwann entwickeln sie sich beruflich oder sehen ein, dass eine Erwerbstätigkeit keine Schande ist. Irgendwann werden sie erwachsen.
Wenn wir auf Dauer gelesen werden wollen, müssen wir irgendeine Kompetenz beweisen. Das wird zählen, und das wird uns Leser bringen. Alles andere wird langfristig untergehen – mir scheint manchmal, dass es auch gut so ist.
Da es schon Montag ist, wünsche ich einen schönen Sonntag gehabt zu haben.
Die schlechten Nachrichten zuerst: Die Welt der Blogger wird sich dramatisch verändern. Nun die Gute: Die Welt der Blogger wird sich dramatisch verändern.
Ach, sie denken vielleicht, ich hätte mein Geblubber in volltrunkenem Zustand verfasst – weit gefehlt. Aber die Zeiten ändern sich, und wenn wir dies nicht wahrnehmen, werden viele Blogs das werden, was heute schon die meisten privaten Homepages sind: Webmüll.
Wer sich an eine veränderte Welt anpassen kann, wird auch mit den neuen Zeiten für die Blogs leben können: Wurden Blogs bisher vielleicht hin und wieder einmal gelesen, wenn sich jemand ganz zufällig auf unsere Seiten verirrt hatte, werden wir in Zukunft gezielt für uns werben müssen. Wir müssen interessante Themen bieten, die einen möglichst großen Personenkreis interessieren und allen erzählen, dass die Informationen, nach denen sie suchen, eben bei uns stehen – und nicht bei der Konkurrenz.
Womit das Wort gefallen wäre: Die Blogger, die sich alle so lieb in den Armen liegen, Konkurrieren alle um Leser. Natürlich kann ich die „Zeit“ und die „Vogue“ abonnieren und vielleicht gar noch lesen, aber ich kann nicht die Zeit, die Süddeutsche, die FAZ und die Welt abonnieren und tatsächlich lesen. Also muss ich mich entscheiden – und genau so entscheidet sich der Blogleser.
Mag sein, dass heute noch gut geschrieben Webseiten gelesen werden, nur, weil sie gut geschrieben sind. Aber auch die Macherinnen und Macher der ersten Stunde müssen mittlerweile erkennen: Blogs verlangen Inhalte, sonst werden sie fad. Man kann die zickige Schülerin mit Allüren erfinden oder die allein erziehende Mutter mit Großstandcharme und Beziehungsproblemen, den Möchtegernphilosphen von der Gutmenschenfakultät oder das bloggende Ungeheuer, das alles ratzfatz um sich herum verbal erschlägt – ja, das kann man. Doch wie lange hält man es durch, dies zu sein? Menschen entwickeln sich. Eines Tages haben sie Gefühle, die sie ihrem Weblog nicht mehr anvertrauen mögen. Irgendwann entwickeln sie sich beruflich oder sehen ein, dass eine Erwerbstätigkeit keine Schande ist. Irgendwann werden sie erwachsen.
Wenn wir auf Dauer gelesen werden wollen, müssen wir irgendeine Kompetenz beweisen. Das wird zählen, und das wird uns Leser bringen. Alles andere wird langfristig untergehen – mir scheint manchmal, dass es auch gut so ist.
Da es schon Montag ist, wünsche ich einen schönen Sonntag gehabt zu haben.
Die Kooperation zwischen dem auf dem Blog „43 Things“ basierenden Startup-Unternehmen „Robot Co-op Blogs“ und dem Online-Buchhändler Amazon hat in der Presse lebhaftes Interesse gefunden, während sich die Blogger weitgehend zurückgehalten haben, so, als beträfe es sie nicht.
Indessen sind mittlerweile ein paar Hintergrundinformationen durchgesickert, die die Sache in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen. Wie der Informationsdienst „intern.de“ unter Berufung auf einen Artikel in salon.com meldete, könnte die Webseite „43 things“ von vornherein als verlängerter Marketing-Arm des Versandbuchhändlers in die Bloggerszenerie geplant worden sein. Diese Information war sogar der „Business Week“ einen Beitrag wert.
Nun ist „43 things“ nicht irgendein Blog, sondern eine Plattform für Menschen, die noch etwas vom Leben erwarten: Ziele setzen, den Weg dorthin verfolgen, und letztlich über Erfolg oder Misserfolg berichten. Wer gleiche Ziele hat, wird auf andere Autoren hingewiesen, um einen Gedankenaustausch zu ermöglichen.
Menschen, die sich solche ehrgeizigen Ziele gesetzt haben, brauchen Bücher: Meist solche, die es in den zwei Buchklitschen am Ort nicht gibt (wenn es denn überhaupt einen Buchhändler am Orte gibt – in Amerika und Kanada, aber auch in Finnland, Schweden und Norwegen kann der Gang zum Buchhändler Stunden dauern. Was liegt da näher, als die Bücher bei Amazon zu bestellen?
Doch die Sache hat noch einen anderen Vorteil: Amazon bekommt durch das Blog auch einen Überblick über die Interessenlage einzelner Kunden und kann sie nun gezielter mit Werbung versorgen. Dies mag nachteilig für die Mitbewerber von „Amazon“ sein – sie müssen sich wieder etwas einfallen lassen. Für den Kunden, so meint jedenfalls die „Business Week“, sei es keinesfalls nachteilig: Wenn sie erfahren würden, dass Amazon hinter dem Blog steht, wäre ihr Vertrauen nur noch größer – schließlich hätten sie Amazon größtenteils auch schon so etwas Intimes wie ihre Kreditkartennummer anvertraut.
Das Beispiel von Amazon wird – da sind sich die Insider der Internet-Branche ziemlich sicher – Schule machen. Blogs sind ein hervorragendes Mittel, Gutes über Waren und Dienstleistungen zu sagen und die Leser dann nach und nach zum Kauf zu bewegen, vorausgesetzt, dies geschieht nicht allzu vordergründig. Es scheint, als sei die Zeit der Blauäugigkeit abgelaufen: Blogs sind längst zu einem Kommunikationsmedium geworden wie jedes andere auch – nur die Mehrheit der Blogger hat es noch nicht begriffen.
sehpferd berichtete darüber zuvor unter dem Titel "Amazon steigt bei einem Blogger ein".
Indessen sind mittlerweile ein paar Hintergrundinformationen durchgesickert, die die Sache in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen. Wie der Informationsdienst „intern.de“ unter Berufung auf einen Artikel in salon.com meldete, könnte die Webseite „43 things“ von vornherein als verlängerter Marketing-Arm des Versandbuchhändlers in die Bloggerszenerie geplant worden sein. Diese Information war sogar der „Business Week“ einen Beitrag wert.
Nun ist „43 things“ nicht irgendein Blog, sondern eine Plattform für Menschen, die noch etwas vom Leben erwarten: Ziele setzen, den Weg dorthin verfolgen, und letztlich über Erfolg oder Misserfolg berichten. Wer gleiche Ziele hat, wird auf andere Autoren hingewiesen, um einen Gedankenaustausch zu ermöglichen.
Menschen, die sich solche ehrgeizigen Ziele gesetzt haben, brauchen Bücher: Meist solche, die es in den zwei Buchklitschen am Ort nicht gibt (wenn es denn überhaupt einen Buchhändler am Orte gibt – in Amerika und Kanada, aber auch in Finnland, Schweden und Norwegen kann der Gang zum Buchhändler Stunden dauern. Was liegt da näher, als die Bücher bei Amazon zu bestellen?
Doch die Sache hat noch einen anderen Vorteil: Amazon bekommt durch das Blog auch einen Überblick über die Interessenlage einzelner Kunden und kann sie nun gezielter mit Werbung versorgen. Dies mag nachteilig für die Mitbewerber von „Amazon“ sein – sie müssen sich wieder etwas einfallen lassen. Für den Kunden, so meint jedenfalls die „Business Week“, sei es keinesfalls nachteilig: Wenn sie erfahren würden, dass Amazon hinter dem Blog steht, wäre ihr Vertrauen nur noch größer – schließlich hätten sie Amazon größtenteils auch schon so etwas Intimes wie ihre Kreditkartennummer anvertraut.
Das Beispiel von Amazon wird – da sind sich die Insider der Internet-Branche ziemlich sicher – Schule machen. Blogs sind ein hervorragendes Mittel, Gutes über Waren und Dienstleistungen zu sagen und die Leser dann nach und nach zum Kauf zu bewegen, vorausgesetzt, dies geschieht nicht allzu vordergründig. Es scheint, als sei die Zeit der Blauäugigkeit abgelaufen: Blogs sind längst zu einem Kommunikationsmedium geworden wie jedes andere auch – nur die Mehrheit der Blogger hat es noch nicht begriffen.
sehpferd berichtete darüber zuvor unter dem Titel "Amazon steigt bei einem Blogger ein".
sehpferd - am Sonntag, 13. Februar 2005, 11:44 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Alles neu macht der März: Ab März werden sie in „sehpferds sinnigen seiten“ Kategorien finden, die sie in einem RSS-Feed auf ihre Webseite übernehmen können. Vorläufig habe ich die Kategorien
Presse Zusammenfassung
Blog Nachrichten
Erotik Nachrichten
Inland Nachrichten
vorgesehen. Das erste Beispiel ist schon da. Ich hoffe, jeden Tag Zeit zu finden, die zusammengefasste Presseschau zu schreiben – versprechen kann ich es freilich nicht – mein Beruf nimmt mich derzeit sehr in Anspruch. Außerdem möchte ich meine Webseiten noch alle so umbauen, dass sie auch mit Mozilla Firefox und Opera gelesen werden können, denn immer mehr meiner Leser verwenden jetzt Alternativen zum Internet-Explorer.
Selbstverständlich konnten sie meine Kategorien (oder das ganze Blog) auch bisher schon in ihrem RSS-Feed-Reader lesen und per RSS auf ihre Webseiten übernehmen, doch will ich es ihnen allen in Zukunft leichter machen, die richtige Sparte auszuwählen.
sehpferd
Presse Zusammenfassung
Blog Nachrichten
Erotik Nachrichten
Inland Nachrichten
vorgesehen. Das erste Beispiel ist schon da. Ich hoffe, jeden Tag Zeit zu finden, die zusammengefasste Presseschau zu schreiben – versprechen kann ich es freilich nicht – mein Beruf nimmt mich derzeit sehr in Anspruch. Außerdem möchte ich meine Webseiten noch alle so umbauen, dass sie auch mit Mozilla Firefox und Opera gelesen werden können, denn immer mehr meiner Leser verwenden jetzt Alternativen zum Internet-Explorer.
Selbstverständlich konnten sie meine Kategorien (oder das ganze Blog) auch bisher schon in ihrem RSS-Feed-Reader lesen und per RSS auf ihre Webseiten übernehmen, doch will ich es ihnen allen in Zukunft leichter machen, die richtige Sparte auszuwählen.
sehpferd
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wen wundert es – die Atomwaffen reizen Journalisten auch heute wieder, Massenhaft Artikel zu schreiben. Dabei wird Nordkorea am meisten erwähnt, aber auch die Befürchtung, dass Islamisten in den Besitz von Atomwaffen kommen könnten, findet sich in der Presse wieder.
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hat Bundespräsident Horst Köhler gerade gefordert, die Entwicklungshilfe drastisch aufzustocken – der Mann hat Recht – ich hoffe allerdings, dass diese Hilfe auch in die richtigen Hände kommt.
Fast alle übrigen Schlagworte des Tages aus der deutschen Presse lassen sich als „Kampf gegen den Rechtsextremismus“ zusammenfassen. Man fürchtet, dass die Neonazis insbesondere das Gedenken an die Zivilopfer des zweiten Weltkriegs dazu missbrauchen könnten, ihr braunes Süppchen daraus zu kochen. Nun will der Staat einen Riegel davor schieben: Diskutiert wird die Verschärfung des Versammlungsrechts und der Schutz bestimmter Stätten, wobei als Beispiel das Holocaust-Mahnmal genannt wird.
Freilich bleibt die Frage, wie man mit dem Leid der Deutschen umgeht, die ja alle, ob sie nun Nazis waren oder nicht, dem alliierten Bombardement ausgesetzt waren. Die Diskussion darüber zeigt neben Berührungsängsten auch bereits Zeichen lückenhafter Vorstellungskraft: In den Straßen der Städte starben ja nicht nur diejenigen, die NSDAP gewählt hatten, sondern auch bereits deren Kinder. Verdrängen ist hier offenbar nicht die Lösung, und für eine Aufarbeitung ist es viel zu spät: Versöhnung wäre das richtige Gedenken: Die Briten haben dies längst begriffen.
Fragt sich, was den Teppich heute in die Schlagzeilen brachte: Zumeist war er rot und lag in Berlin. So wird eben auch einmal ein Teppich zum Star der Berichterstattung.
Bemerkung zu diesem Artikel:
Der Artikel enthält die am 13.02.2005 in der Presse am meisten verwendeten Schlagworte. Quelle ist das aktuelle Wortschatz-Lexikon der Universität Leipzig.
Heute waren die Stichworte:
Atomwaffen
Entwicklungshilfe
Holocaust-Mahnmal
Leid
Neonazis
Teppich
Versammlungsrecht
Verschärfung
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hat Bundespräsident Horst Köhler gerade gefordert, die Entwicklungshilfe drastisch aufzustocken – der Mann hat Recht – ich hoffe allerdings, dass diese Hilfe auch in die richtigen Hände kommt.
Fast alle übrigen Schlagworte des Tages aus der deutschen Presse lassen sich als „Kampf gegen den Rechtsextremismus“ zusammenfassen. Man fürchtet, dass die Neonazis insbesondere das Gedenken an die Zivilopfer des zweiten Weltkriegs dazu missbrauchen könnten, ihr braunes Süppchen daraus zu kochen. Nun will der Staat einen Riegel davor schieben: Diskutiert wird die Verschärfung des Versammlungsrechts und der Schutz bestimmter Stätten, wobei als Beispiel das Holocaust-Mahnmal genannt wird.
Freilich bleibt die Frage, wie man mit dem Leid der Deutschen umgeht, die ja alle, ob sie nun Nazis waren oder nicht, dem alliierten Bombardement ausgesetzt waren. Die Diskussion darüber zeigt neben Berührungsängsten auch bereits Zeichen lückenhafter Vorstellungskraft: In den Straßen der Städte starben ja nicht nur diejenigen, die NSDAP gewählt hatten, sondern auch bereits deren Kinder. Verdrängen ist hier offenbar nicht die Lösung, und für eine Aufarbeitung ist es viel zu spät: Versöhnung wäre das richtige Gedenken: Die Briten haben dies längst begriffen.
Fragt sich, was den Teppich heute in die Schlagzeilen brachte: Zumeist war er rot und lag in Berlin. So wird eben auch einmal ein Teppich zum Star der Berichterstattung.
Bemerkung zu diesem Artikel:
Der Artikel enthält die am 13.02.2005 in der Presse am meisten verwendeten Schlagworte. Quelle ist das aktuelle Wortschatz-Lexikon der Universität Leipzig.
Heute waren die Stichworte:
Atomwaffen
Entwicklungshilfe
Holocaust-Mahnmal
Leid
Neonazis
Teppich
Versammlungsrecht
Verschärfung
sehpferd - am Sonntag, 13. Februar 2005, 10:18 - Rubrik: deutschland im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wikipedia ist mit Sicherheit eine der besten Einrichtungen, die wir im weltumspannenden Internet haben. Dennoch gibt es gelegentlich Kritik, denn manche Artikel sind nicht ganz ausgegoren. Wie es sich damit verhält, sagt Dan Gilmor in seinem Blog.
Ob der jüngste Spross von Wikipedia, Wikinews, auch zum Erfolg wird, bleibt hingegen abzuwarten: Vorläufig verlegen sich noch viele potenzielle Schreiber auf das Beobachten. Immerhin aber widmete die New York Times den Wikinews bereits einen groß angelegten Artikel.
Ob der jüngste Spross von Wikipedia, Wikinews, auch zum Erfolg wird, bleibt hingegen abzuwarten: Vorläufig verlegen sich noch viele potenzielle Schreiber auf das Beobachten. Immerhin aber widmete die New York Times den Wikinews bereits einen groß angelegten Artikel.
sehpferd - am Samstag, 12. Februar 2005, 22:55 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Auch Menschen, die dem Karneval an sich nichts abgewinnen können, blicken gerne nach Rio, um einen etwas anderen Karneval mit dunkelhäutigen, oft barbusigen Schönheiten zu sehen. Wer versäumt hatte, sich ein Flugticket zu kaufen, kann sich mit diesen oder diesen Bildern vielleicht doch etwas trösten.
via fleshbot
via fleshbot
sehpferd - am Samstag, 12. Februar 2005, 22:31 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Japaner sind bekanntlich ganz entzückt von riesigen Brüsten – und wenn es sie denn nicht in der Realität gibt, so wenigstens an Puppen. Wem eine zweibrüstige Puppe mit Megabusen nicht ausreicht – bitte schön, es gibt sie auch mit vier Brüsten.
via fleshbot
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sehpferd - am Samstag, 12. Februar 2005, 22:18 - Rubrik: wirtschaft im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Missmutig, falsch geschminkt und schlecht beleuchtet und dabei noch sichtlich übernächtigt sahen sie aus, die einstigen Wunderkinder von TV6, als sie vom Inhaber und Moderator Peter S. am vergangenen Dienstag präsentiert wurden.
Die Rede ist von einem Paar, dass monatelang auf der Bühne des Linzer „Sexodroms“ in einer extrem erotischen Show auftrat und stets kurz vor Mitternacht zu einer eigenen Show ins Fernsehstudio kam: Den meisten Zuschauern sind sie besser bekannt als „Steffi und Boris“. Während Steffi überwiegend durch ihre Brüste glänzte, die sie auch häufiger den Zuschauern präsentierte, war Boris für einen Erotikdarsteller beinahe ein wenig zu introvertiert. Sie hatten durchaus ihre Fans, denn beide verstanden Erotik mit Witz zu kombinieren – nicht eben häufig in der heutigen Medienwelt.
Der erneute Auftritt erwies sich freilich als ausgesprochen peinlich. Moderator Peter Stolz zeigte sich von einer seiner weitaus schlechtesten Seiten und tat alles, um die später Zuschauer zum Abschalten zu bewegen, während Steffi und Boris mit Mühe versuchten, gute Mine zum bösen Spiel zu machen.
Wie auch immer: Der Lack bei den beiden ist entweder inzwischen ab, oder die Fastnachtszeit hatte allen zu viel zugesetzt. Jedenfalls kamen sie schlecht geschminkt ins Studio, und die erbärmliche Beleuchtungstechnik beim Sender tat ein Übriges, um das Gegenteil von dem zu bewirken, was geplant war. So jedenfalls wird der umstrittene Fernsehsender auch noch die Zuschauer vergraulen, die ihm angesichts der langweiligen Dauerspielshows noch verblieben sind.
Ein Bild des Jammers: Steffi und Boris, links Moderator Peter S.

Ein Bild aus besseren Zeiten: Steffi

Die Rede ist von einem Paar, dass monatelang auf der Bühne des Linzer „Sexodroms“ in einer extrem erotischen Show auftrat und stets kurz vor Mitternacht zu einer eigenen Show ins Fernsehstudio kam: Den meisten Zuschauern sind sie besser bekannt als „Steffi und Boris“. Während Steffi überwiegend durch ihre Brüste glänzte, die sie auch häufiger den Zuschauern präsentierte, war Boris für einen Erotikdarsteller beinahe ein wenig zu introvertiert. Sie hatten durchaus ihre Fans, denn beide verstanden Erotik mit Witz zu kombinieren – nicht eben häufig in der heutigen Medienwelt.
Der erneute Auftritt erwies sich freilich als ausgesprochen peinlich. Moderator Peter Stolz zeigte sich von einer seiner weitaus schlechtesten Seiten und tat alles, um die später Zuschauer zum Abschalten zu bewegen, während Steffi und Boris mit Mühe versuchten, gute Mine zum bösen Spiel zu machen.
Wie auch immer: Der Lack bei den beiden ist entweder inzwischen ab, oder die Fastnachtszeit hatte allen zu viel zugesetzt. Jedenfalls kamen sie schlecht geschminkt ins Studio, und die erbärmliche Beleuchtungstechnik beim Sender tat ein Übriges, um das Gegenteil von dem zu bewirken, was geplant war. So jedenfalls wird der umstrittene Fernsehsender auch noch die Zuschauer vergraulen, die ihm angesichts der langweiligen Dauerspielshows noch verblieben sind.
Ein Bild des Jammers: Steffi und Boris, links Moderator Peter S.

Ein Bild aus besseren Zeiten: Steffi

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sehpferd - am Samstag, 12. Februar 2005, 21:38 - Rubrik: zeit geschehen
Als ob der Muttertag noch nicht genug wäre, mussten die Blumenhändler auch noch den Valentinstag als Blumentag neu erfinden - und die Rosenpreise steigen und steigen.
Da muss sich die Geliebte eben mit etwas weniger Rosen zufrieden geben - so weit, denn Valentinstag ganz zu verdammen, wie jene Webseite hier, will ich denn doch nicht gehen.
Da muss sich die Geliebte eben mit etwas weniger Rosen zufrieden geben - so weit, denn Valentinstag ganz zu verdammen, wie jene Webseite hier, will ich denn doch nicht gehen.
sehpferd - am Samstag, 12. Februar 2005, 00:07
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Wie Cnet meldete, hat der populäre Buchversandhändler Amazon sich finanziell an einem Blog beteiligt. Die Höhe der Investitionen wurde allerdings nicht bekannt.
Partner in der Kooperation ist der ehemalige Amazon-Manager Josh Peterson, dessen Firma Robot Co-op Blogs das anspruchsvolle Blog „43 things“ betreibt. Das Konzept von „43 things“ ist bislang einmalig in der Blogger-Welt: Am Anfang können die Mitglieder bis zu 43 Ziele definieren, die sie in naher oder ferner Zeit erreichen wollen. Einmal veröffentlicht, werden die Ziele dann zum Ansporn, über die Erfolge und Rückschläge auf dem Weg dorthin zu berichten.
Indessen scheint es Amazon auf einen Nebeneffekt anzukommen: Das Blog bietet die Möglichkeit, ähnlich gelagerte Ziele zu bündeln. Damit soll in erster Linie ein Gedankenaustausch ermöglicht werden, doch fällt als Nebeneffekt in dieser interessanten Zielgruppe eben so mancher Buchwunsch an – gut für den Kooperationspartner Amazon.
Die Beteiligung von Amazon an einem Blog wirft einen scharfen Lichtstrahl auf die zukünftige Verwendung des neuen Kommunikationsmittels „Blog“.
Das Weltbild der Blogger, die sich am Liebsten als eine große, vernetzte Gemeinschaft verstehen würden, gerät ins Wanken: In Zukunft werden Blogs und sicher auch Blogger immer mehr in andere Netzwerke eingebunden werden. Dies birgt vor allem Chancen für innovative Blogger, die eine neue Einnahmequelle suchen, während es für die bisherige Bloggergemeinde mit ihren kaum überschaubaren Interessen wahrscheinlich schwerer wird, in der Öffentlichkeit Beachtung zu finden.
Partner in der Kooperation ist der ehemalige Amazon-Manager Josh Peterson, dessen Firma Robot Co-op Blogs das anspruchsvolle Blog „43 things“ betreibt. Das Konzept von „43 things“ ist bislang einmalig in der Blogger-Welt: Am Anfang können die Mitglieder bis zu 43 Ziele definieren, die sie in naher oder ferner Zeit erreichen wollen. Einmal veröffentlicht, werden die Ziele dann zum Ansporn, über die Erfolge und Rückschläge auf dem Weg dorthin zu berichten.
Indessen scheint es Amazon auf einen Nebeneffekt anzukommen: Das Blog bietet die Möglichkeit, ähnlich gelagerte Ziele zu bündeln. Damit soll in erster Linie ein Gedankenaustausch ermöglicht werden, doch fällt als Nebeneffekt in dieser interessanten Zielgruppe eben so mancher Buchwunsch an – gut für den Kooperationspartner Amazon.
Die Beteiligung von Amazon an einem Blog wirft einen scharfen Lichtstrahl auf die zukünftige Verwendung des neuen Kommunikationsmittels „Blog“.
Das Weltbild der Blogger, die sich am Liebsten als eine große, vernetzte Gemeinschaft verstehen würden, gerät ins Wanken: In Zukunft werden Blogs und sicher auch Blogger immer mehr in andere Netzwerke eingebunden werden. Dies birgt vor allem Chancen für innovative Blogger, die eine neue Einnahmequelle suchen, während es für die bisherige Bloggergemeinde mit ihren kaum überschaubaren Interessen wahrscheinlich schwerer wird, in der Öffentlichkeit Beachtung zu finden.
sehpferd - am Freitag, 11. Februar 2005, 23:43 - Rubrik: blog nachrichten
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