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Wir brauchen eigentlich keine authentische Bibel in den deutschsprachigen Ländern – wir haben ja das österreichische Katholikennetz (kath.net). Das nämlich behauptet in einem aktuellen Beitrag, es sei „längst klar“, dass vorehelicher Geschlechtsverkehr in „jeder Form“ nicht dem Willen Gottes entspräche. Wie schön, dass wenigstens das Katholikennetz den Willen Gottes kennt – in der Bibel suchen wir vergeblich nach einer Stelle, in der Gott vom „vorehelichen Geschlechtsverkehr“ spricht.

In dem Artikel werden zudem in völlig unzulässiger Weise „vorehelicher“ und „außerehelicher“ Geschlechtsverkehr in einen Zusammenhang gebracht, den die Bibel nicht kennt – dies sollten Christen eigentlich wissen.

Ich behaupte schon seit langer Zeit, dass die Mehrzahl der hässlichen grauen Schraubemanncomputer nur eine Zukunft hat: alsbald auf dem Müll zu landen. Doch immerhin scheinen sie zu etwas gut zu sein: Belgier nutzen sie offenbar zur Körperertüchtigung und üben Computerweitwurf.

Via Bloggywood

Wir wussten natürlich schon immer, dass die Redakteure von Männermagazinen ihre Hosen mit der Kneifzange anziehen, aber wir wussten noch nicht, dass sie auf die Zehntelminute genau wissen wollen, wie lange wir im Durchschnitt unsere Erektionen halten können. Vor allem aber würde uns alle brennend interessieren, ob die Befähigung, diese Frage zu beantworten, irgend etwas mit den männlichen Liebhaberqualitäten zu tun hat. Es wurde ja nicht nach unsererer persönlichen Erektionsdauer gefragt.

Wie war noch die Frage, Mens Health?

1. Wie lange hält eine Erektion im Schnitt an?
32,7 Minuten 17,2 Minuten 9,5 Minuten

"Sex ist böse, böse zu sein, ist eine Sünde. Vergib eine Sünde, und du kannst Sex haben."

Die angeblich erfolgreichste Skifahrerin der Gegenwart, Janica Kostelic, auf ihrem Helm.

Die beiden Traditionskirchen kommen nicht zur Ruhe – nach den amerikanischen und österreichischen Sex-Vorwürfen gegen katholische Priester stehen nun griechisch orthodoxe Geistliche in Verdacht, sich mit „Liebhabern“ zu vergnügen: Funk und Fernsehen brachten jedenfalls nach einem Pressebericht bis „spät in die Nacht“ Mitschnitte des heimlichen Liebesgeflüsters.

Was passiert eigentlich mit einem pornografischen Foto, wenn man die Akteure aus ihm herausretouchiert? Ein Künstler wollte es wissen und zeigt auf seiner Webseite, wie die Orte des intensiven Treibens um der Schaulust willen ohne seine Protagonisten aussehen.

Der Künstler hat freilich noch ganz andere Seiten, zum Beispiel diese.

Zur aktuellen Diskussion um Blogs und journalistische Verantwortung empfehle ich, sich einmal dies anzusehen.

Es mag ja sein, dass dieser Herr ein unglaubliches Sendungsbewusstsein hat – aber ob es dazu beiträgt, unser Medium als glaubwürdig zu vermarkten, mag jeder für sich selbst beantworten. Ich sehe in all dem zunächst einmal einen Eintopf, der mir nicht schmeckt.

Ich habe, vermutlich viel früher als ihr alle, von Winnie the Pooh gehört, der bei mir „Poo(h), der Bär“ hieß – dank einer freundlichen Schenkung des Amerikahauses.

Natürlich habe ich mich damals gefragt, was den ein „Heffalump“ wohl sein möge. Meine Mutter, die eine kluge und pragmatische Frau ist, konnte nicht nur englisch (was für eine einfache Frau der damaligen Zeit eher ungewöhnlich war), sondern hatte auch einen Geistesblitz und meinte es bedeute sicher „have a lump“ und bezeichne, wie sie meine, einen Elefanten, der ein Stück Zucker wolle.

Wie ich jetzt erfahre, hat man den Heffalump inzwischen vergeistigt –auch nicht schlecht. So etwas passiert nicht jeder Kunstfigur.

Ich verfolge nicht jedes erotische Blog, das hier angemeldet wird, und kann mir deswegen kein Urteil erlauben, was in den letzten Tagen hier geschehen ist.

Doch denke ich, dass die Diskussion um „Pornografie“ auch hier ruhig mit etwas mehr Gelassenheit geführt werden könnte. Helmut Newton hat klar gesagt: „Was Pornografie ist, steht im Gesetzbuch“. Nun mögen in den Hirnen mancher Bloggerinnen und Blogger andere Pornografiebegriffe existieren, aber sie dürfen nicht als Maßstab genommen werden: Deutschland und Österreich sind Demokratien, in dem jede Frau und jeder Mann seine Meinung frank und frei öffentlich äußer darf: Eine Zensur findet nicht statt, die Gesetze aber sind zu beachten.

Soweit zu den Verhältnissen hier.

Wer sich eher als Zeitzeuge versteht, muss nun allerdings sagen, dass in Amerika, insbesondere auf Blogspot, seit einiger Zeit Blogs entstanden sind, die neben leidlich interessanten Beiträgen auch eine massive Werbung für Pornografie beinhalten.

Ich, für meinen Teil, verlinke nicht zu solchen Blogs, aber dennoch: Sie alle sind Blogger, wie wir auch. Sie wollen gelesen werden, finden sich selbst und ihre Beiträge interessant und lehnen sich kaum weiter zum Fenster hinaus, als es unsere hiesigen „Herz-und-Schmerz“-Blogger auch tun.

Fazit der Diskussion: Stürme im Wasserglas helfen gar nichts – Blogs mit guten Inhalten helfen sehr. Die aufgebauschte Empörung einzelner Blogger verstehe ich nicht: In der Ruhe liegt die Kraft. „Knallgrau“ beweist, dass man diese Ruhe hat.

Ich wünsche euch allen, die gleiche Kraft zu haben und merke an: Es ergibt mehr Sinn, für die Demokratie zu kämpfen als gegen Pornografie.

Das wöchentliche Geblubber aus den Algen - fast immer sonntags

Wie lange wollen die Politiker uns ihren unwürdigen Karneval, den sie mithilfe der Massenmedien veranstalten, eigentlich noch zumuten? Ja, gemeint ist die von Volker Kauder angestoßene und seither heftig geführte Debatte um die „Schuld“ an den Stimmengewinnen der NPD, oftmals leichtfertig als „Zunahme des Rechtsextremismus“ bezeichnet.

Die alte deutsche Krankheit: Irgendjemand muss schuld sein, aber möglichst sollte es der politisch anders Denkende sein. Tatsache zählen schon lange nicht mehr: Dass Rechtsextremisten in Österreich, den Niederlanden, in Frankreich und sogar im als liberal geltenden Dänemark eine beachtliche Wählerschaft haben, interessiert nicht – und dass Demokraten im Zweifel gegen rechts zusammenhalten müssen, offenbar auch nicht.

Was die Diskussion um Blogs angeht, so hat sie jetzt sogar den „Rheinischen Merkur“ erreicht. Autorin Monika Ermert fragt sich, ob sie die Nachrichtenwelt revolutionierten und tritt (wie kann es anders sein) den einzigen Fall in Deutschland breit, bei dem Blogger einmal nennenswert an die Öffentlichkeit kamen: Klingeltöne und kein Ende.

Doch tapfer bringt sie ihren Artikel zu Ende, nämlich so: „Mit der Zunahme der Menschen, die sich eines Blogs als Kommunikationsmittel bedienen, ist die Wahrscheinlichkeit einfach größer, dass ein Blogger vor Ort ist, und natürlich wird er das Gespräch eröffnen“.

Das ist sehr schön gedacht, liebe Frau Ermert, nur sind die Blogger hierzulande ganz eifrig entweder so mit sich selbst beschäftigt, dass für die Welt da draußen überhaupt keine Zeit bleibt, oder sie schreiben gerade einen Artikel über die böse Wirtschaftsordnung (auch der Jamba-Artikel fällt im Prinzip in diese Kategorie), sodass sie am Ende eben nicht vor Ort sind, sondern sich hinter ihrem Computer verkriechend – wenn nicht gerade eine Elefanteninvasion in Berlin-Mitte stattfindet, was sehr selten vorkommt.

Nach all dem von einem gewissen Don Alphonso losgetretenen Geschwätz, dass Weblogs der Sargnagel für die professionellen Medien im Internet werden können, ist inzwischen bei den meisten Bloggern Ernüchterung eingetreten. Wie ich bereits schrieb, macht ein Jamba noch keinen Sommer und überhaupt: Einmal einen Zufallserfolg gehabt zu haben macht noch keinen guten Journalismus aus. Da könnte man schon eher orakeln, dass ein blindes Huhn eben auch mal ein Korn findet.

Was wichtig ist, liebe Leser, wissen sie sicher so gut wie ich: als Blogger eine Stimme zu haben, die aus der üblichen Schlappschreibe herausragt – doch selbst dann ist es schwer, gehört zu werden. Es sei denn, jemand schreibt oder sendet etwas Schlechtes über uns. Oder gar etwas Gutes? Mal sehen, was mehr Leser bringt.

„Etwa die Hälfte“ der von einem Meinungsforschungsinstitut im Auftrag des Magazins „FOCUS“ befragten Deutschen schalten das Mobiltelefon während der Liebe nicht aus. Ob sie es dann auch benutzen, ging aus der Umfrage nicht hervor.

Bilder dazu mag sich jeder selbst ausmalen. Dem FOCUS danken wir einmal wieder für die Ergebnisse zu diesem ausgesprochen wichtigen und brisanten Thema. Was würden wir eigentlich ohne FOCUS online tun? BILD-Zeitung lesen?

Seit Tagen wird an deutschen Stammtischen über kaum etwas anderes geredet als über Schiedsrichter. Tolles Thema, weil dazu mal wieder jeder etwas sagen kann, und weil ja immerhin der Verdacht besteht, dass der geliebte Fußballklub jetzt einen Tabellenplatz höher stehen könnte, wenn die bösen Jungs mit der Pfeife im Mund kein Geld genommen hätten.

Doch jetzt wird die Hose vollends heruntergelassen. Sie sollen auch Puffs besucht haben, wie die „Süddeutsche Zeitung“ wissen will. Etwas verblümt, aber im Kern doch eindeutig schreibt sie: „So sollen einige Schiedsrichter Stammgast in einem Frankfurter Bordell gewesen sei. Aus Schiedsrichterkreisen wird bestätigt, es sei zumindest eine Zeit lang üblich gewesen, dass Profiklubs ... Betreuer abgestellt hätten, die für Versorgung und Wohlergehen der schon am Vortag anreisenden Schiedsrichter-Gespanne zuständig gewesen seien. In Einzelfällen habe es dabei Sonderwünsche gegeben – auch dies sei in Teilen der Schiedsrichterszene bekannt.“

Nun ist es Zeit für die Boulevardpresse: Heute beruft sich BILD zwar noch auf den Bericht der Süddeutschen, weiß aber auch schon, dass ein Schiedsrichter mit „kroatischen Schönheiten“ bestochen worden wäre. Sagte ich nicht schon immer, dass Fußball und Nutten zusammen passen wie Fisch und Fahrrad?

Eines der Themen, an dem ich gerade arbeite, veranlasst mich, häufiger in die Bibel zu sehen. Dabei erinnere ich mich an vergangene Tage. Damals wurde der Aussage „es steht so in der Bibel“ immer entgegen gehalten „in der Bibel steht aber auch“, also eine abweichende Aussage.

Ich habe erst sehr, sehr viel später gelernt, die Bibel richtig zu lesen: Wer sagte was wo und wann zu welchem Anlass und an wen waren die Worte gerichtet?

So gelesen, bekomme ich eine ganz andere Bibel – nicht das schwarze Buch mit dem Kreuz vorne drauf, sondern ein sehr lebendiges Buch. Es scheint von jenem Buch, aus dem die Pfarrer heute Morgen von den Kanzeln predigen, erheblich abzuweichen.

Unter dem Titel „Die Straße der DUNKLEN LUST“ veröffentlicht die „BZ“ derzeit Rührstorys über Huren. Der Stil erinnert dabei auffällig an Kitschromane:

„Glaubt Clara noch irgendwie an die Liebe? Eigentlich nicht. "Aber wenn mich ein Mann wirklich lieben würde, höre ich sofort auf." Das war ein schöner Satz. Der nächste ist klug. "Und jeder Mann, der akzeptiert, dass ich eine Hure bin, liebt mich nicht.“

Schon zuvor lasen wir diesen Auszug aus dem Repertoire der Dichtkunst des BZ-Redakteurs: „Wenn Asphalt weinen könnte, wäre die Kurfürstenstraße ein reißender Fluss“.

Gerade mal den Gegenwert von zwei Laib Brot musste ein Bürger Pompejis aufwenden, um das Standardprogramm einer Hure zu genießen – so stand es jedenfalls im SPIEGEL.

Der günstige Preis soll aus der kargen Ausstattung der Bordelle und dem überaus großen Angebot entstanden sein. Die Spitzendamen der Zunft sollen nach der gleichen Quelle damals für den Liebesdienst so viel genommen haben, wie der Tageslohn eines Arbeiters ausmachte.

Die in Österreich erscheinende Tageszeitung Der Standard hat, wie es scheint, die Blogs entdeckt. Thema ist das angebliche „Unwort“ des Jahres, im Klartext „Humankapital“ und die Diskussion darüber. Wörtliches Zitat aus dem Standard: „Darüber ist mittlerweile ein heftiger Streit entbrannt, die Blogs sind hochemotional.

Nun sind zwar die Blogs nicht hoch emotional, sondern bestenfalls die Menschen, die dort schreiben und kommentieren, aber das verzeihe ich für diesmal. Schließlich werden ja auch nicht jeden Tag irgendwelche „parkenden Autos“ korrigiert.

Offenbar kommt der harsche Ton des Volker Kauder doch irgendwo an: beim bayrischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber nämlich. Originalton Stoiber: „Das ökonomische Versagen der Regierung Schröder, dieses Ausmaß an Arbeitslosigkeit, bildet den Nährboden für Extremisten, die letztlich die Perspektivlosigkeit der Menschen ausnutzen und damit die Demokratie in unserem Land gefährden".

Da will die CDU-Vorsitzende Merkel natürlich nicht zurückstehen: Sie warf dem Bundeswirtschaftsminister vor, er gäbe die Parole „Keine Panik“ aus. Das Ganze wird im gewohnten Bild-am-Sonntag-Stil ausgetragen, so, als ob es um nichts anderes ginge, als ein paar Büttenreden zu halten.

Möglicherweise freilich haben Frau Merkel und Herr Stoiber die Situation diesmal allerdings falsch eingeschätzt – nicht alle Menschen in diesem Land entnehmen ihre politische Bildung der BILD-Zeitung, und auch für Herrn Stoiber gibt es eine zweite Chance: Die Menschen feiern zurzeit Karneval, und da kommt schon mal durcheinander, ob eine Aussage aus der Bütt kam oder aus der bayrischen Staatskanzlei.

Ein paar Tatsachen zum Thema finden sie hier.

Falls sie dieser Tage unter die Dusche gehen, achten sie bitte darauf, dass sie ungeachtet ihres Trunkenheitszustandes die Kleidung ablegen, sonst geht es Ihnen so wir dieser Dame. Falls meine Leser Freude an diesem Bild hatten (ich nehme es an), dann gibt es hier noch eines.

Danke an convictbichtes, auf deren Webseite ich wegen der großen Mengen eindeutig pornografischer Werbung aber nicht verlinken will.

(Der Beitrag wurde ergänzt)

Nachdem ich am gestrigen Donnerstag erstmals keine Hemdglonkis (Hemdglunker und was dergleichen mehr ist) gesehen habe (es gab aber welche) und ich Pappnasen gegenüber ohnehin immer etwas voreingenommen bin (das ganze Jahr über, nicht nur dieser Tage) grinse ich doch über alle vier Backen, wenn ich diese Mieze sehe. (Ach Tierschützer, ich weiß schon, was jetzt kommt ...).

Wer denn nicht anders kann, mag Fasching feiern (hier feiert man ohnehin Fasnet), aber ich bleibe dabei: Fasching ist Silber, Schaffing ist Gold.

Das alte Lexikon, gehostet von der Universität Ulm, wurde von Christian Aschoff und seinen Mitarbeitern sorgsam eingescannt und teils bereits überarbeitet. Es ist mit einer sinnreichen Suchfunktion ausgestattet und wird damit zu einer wahren Fundgrube für Menschen, die nach Begriffen suchen, die heute nicht mehr verwendet werden.

Ein Teil ist noch nicht korrigiert - aber das kann ja noch werden. Hier kann man etwas über Geschichte der Online-Ausgabe erfahren.

Prostitution – Auszug aus dem Lexikon von 1888

In den halbzivilisierten Ländern der Neuzeit tritt die Prostitution in sehr ungezügelter Form auf. Die Almehs in Ägypten, die Nautschmädchen in Indien sind die Vertreterinnen der gemeinen P. wie die Puzen(?) auf Java und die Sives(?) in Polynesien. In schlimmster Weise treiben das Geschäft der P. die "Blumenmädchen" in China, die teils in "Blumenbooten" aus dem Wasser, teils in "blauen Häusern" auf dem Land Gäste empfangen; dort werden arme Kinder, die gestohlen oder von ihren Eltern verkauft wurden, lediglich zur P. herangebildet“.

Wenn Damen den Wunsch äußern sexuell stimuliert zu werden, muss dies nicht mehr durch schnödes Befingern und Bezüngeln geschehen: Vielmehr kann man dergleichen in Zukunft auch mit einer Fernbedienung erreichen. Voraussetzung ist freilich, dass man sich ein paar Elektroden einpflanzen lässt, die dann vermittels einer Fernbedienung aktiviert werden können.

Wie es funktioniert, wird der Professor wissen, der es erfunden hat, und dort erfährt man auch, was der Doktor für den Einbau des fernbedienbaren Orgasmuserzeugers haben will: 9000 Britische Pfund. Der Name des Geräts „Orgasmotron“, stammt übrigens aus dem Film „Barbarella“.

(Die Angabe des Preise erfolgt ohne Gewähr)

Junge Männer sollten aufpassen – es könnte gut sein, dass die neue Freundin vor der ersten Liebesnacht nach dem Benutzernamen und dem Passwort fragt – nur dann kommt das Höschen herunter.

Damen, die ihr Herz gar nie verschenken wollenl, können auch ein Top kaufen: „Unhackable Heart“. Falls es wirklich "unhackable“ bleibt, braucht man doch auch wieder ein Passort – oder einen Zugang? Oder wie nennt man den nun eigentlich einen „ungehackten“ Zugriff auf einen sicheren Server?

unhackable

Foto © 2005 by jinx.com

Von der dpa habe ich gelernt, dass es immer mehr Blogs junger Mütter und Väter gibt, die über die Entwicklung ihrer Babys berichten. Nebenbei erfuhr ich noch, dass diese Weblogs wie Pilze aus dem Boden wachsen.

Ich wollte schon immer wissen, was wirklich wichtig ist an Blogs: Windel wechseln und Zahnen. Jetzt weiß ich es.

Der Artikel enthält im Übrigen zwei gravierende Deutschfehler – ein Rekord bei solch einem kurzen Artikel, und vor allem: Kein Redakteur scheint es gemerkt zu haben.

„mit ihren neugeborenen Kinder“ –„so viel wie in den Jahr davor“

Kaum jemand kommt in seiner Jugend nennenswert mit einem Rechtsanwalt oder Wirtschaftsprüfer in Kontakt, und auch der Arzt ist nicht unser ständiger Begleiter. Anders beim Lehrer: Wir begegnen ihnen auf Schritt und tritt, täglich und unausweichlich.

Es ist selbstverständlich, dass wir nicht nur die Inhalte ihres Unterrichts vernehmen, sondern auch das Quietschen ihrer Schuhsohlen, den Schweiß auf ihrer Stirn und die Unsicherheit in ihren Augen. Wir sehen die Farbe ihrer Fingernägel, wenn sie denn weiblich sind, ebenso wie die Falten auf ihrer Haut und die Kleider, in denen sie sich auf uns zu bewegen.

Vor allem aber sehen wir die Gesten, hören die Zwischentöne, nehmen Meinungen wahr, seien sie direkt an uns gerichtet oder in oft zitierten Sätzen versteckt. „Krause Haare, krauser Sinn“ wird heute wohl niemand mehr sagen, doch selbst dies war zu meiner Schulzeit noch durchaus üblich.

Wir wissen, dass sie über uns urteilen, uns beurteilen. Wir ahnen, dass ein Teil davon wohlmeinend, ein anderer objektiv, ein dritter überzogen und der Rest absurd ist.

In unserer Schulzeit haben wir Lehrerinnen und Lehrer geliebt und gehasst. Das sind diejenigen, die wir wahrgenommen haben. Ich, für meinen Teil, erinnere mich noch an die liebevolle Frau Zoch, den fröhlichen, Kreide schmeißenden Physikkenner Quante und den Monokel tragenden Bonvivant Gramse. (Seine schlechte Deutschnoten haben mich motivierten, mit dem Schreiben zu beginnen, und er wurde das Vorbild meiner Kunstfigur „Gramse“). Den Rest haben wir nicht wahrgenommen: Graue, einseitige, starrköpfige, schlecht vorbereitete und ebenso schlecht angezogene Lehrerbeamte ohne Rückgrat.

Erst, wenn man einmal in Ruhe zurück blicken kann, bemerkt man, welchen Einfluss Lehrer wirklich auf uns hatten. Die jungen Pädagogikstudenten sollten es wissen und den Beruf nur dann ergreifen, wenn sie glauben, etwas durch ihre Persönlichkeit bewirken zu können. Dazu freilich müssen sie erst einmal etwas begreifen, nämlich dies: Lehrerinnen und Lehrer wirken durch ihr Verhalten, positiv wie auch negativ, mehr als durch die Worte, die ihren Mündern entströmen - und bisweilen völlig anders, als es sich in ihrem Selbstverständnis darstellt.

 

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