anstoss

  sehpferdvs sehpferds magazin für anstöße und anstößiges
Angeblich muss man Jessica Alba kennen. Vielleicht, wenn man viel ins Kino geht. Jedenfalls gibt es neue Nacktfotos von ihr – behauptet jedenfalls GQ über die neue Ausgabe von GQ (US-Ausgabe). Das Wundersame an diesen Fotos ist das Rüschenhöschen, von dem manche meinen, es ähnele irgendwie einem Windelhöschen. Nun ja, jeder nach seinem Geschmack. Wer Varianten liebt, ist hier immer gut aufgehoben, und beinahe hätte ich Maxim vergessen ... wie konnte ich nur.

Möglicherweise sind die meisten Amerikaner Kunstbanausen, aber ein gewisser Renee vom „Live Journal Abuse Team“ ist es bestimmt. Er sandte ein Email an die Betreiberin des populären LifeJournals „Pussy Talk“:

Dear LiveJournal user nicebluejournal,

We regret to inform you that your default user icon (icon) is presently in violation of the LiveJournal Terms of Service. While we should make clear that the actual content is not in violation, its use as a default image is. Default images can be viewed in many places around the LiveJournal site, and as such, we require that nothing potentially objectionable be placed in them. Icons containing nudity may be used only in communities where the members will not find them objectionable, or in your personal journal …”.


In der Essenz geht es darum, dass die Verwendung eines Nacktbildes als Icon die Geschäftsbedingungen von LifeJournal verletzt. Der Mailschreiber versucht klar zu machen, dass erotische Inhalte in einem Weblog keine Verletzung solcher Geschäftsbedingungen darstellten, wohl aber die Verwendung derartiger Icons, weil man sie an vielen Stellen im Rahmen der LifeJournal Webseiten sehen könne.

Freilich ist das beanstandete Icon nun weder ein Sex- noch ein Aktfoto, sondern ein Gemälde von Amedeo Modigliani. Vielleicht sollten wir Inspektor Renee mal eine kleine Kunstgeschichte für Anfänger schenken?

Nachdem bereits die Suchmaschinenbetreiber vom deutschen Recht schwer gebeutelt werden, müssen nun auch Metasuchmaschinenbetreiber mit Verurteilungen rechnen: „Sobald Betreiber von Metasuchmaschinen Kenntnis von ehrverletzenden Anzeigen in ihrer Trefferliste haben, müssen sie die Einträge sperren“, schrieb Heise online. Im vorliegenden Fall hatte irgendeine schräge Webseite behauptet, sie habe von einer bedingt prominenten Fernsehmoderatorin Nacktfotos, die es in Wirklichkeit aber gar nicht gab. Da Suchmaschinen dies nicht erkennen können, wurde die Seite dann von der ursprünglichen Suchmaschine zur Metasuchmaschine durchgereicht.

Sollte das Urteil rechtskräftig werden, müssen deutsche Suchmaschinenbetreiber mit einer Flut weiterer Prozesse rechnen, und auch andere, die regelmäßig Webseiten verlinken, könnten davon betroffen sein. Doch das wäre nicht das Schlimmste: Ganze Branchen könnten ihre wirtschaftliche Existenz verlieren.

Gut, dass es noch andere Meinungen gibt. Withöft & Terhaag sind jedenfalls gegen das Urteil in die Berufung gegangen.

Deutsche sind nicht so doof, um auf die Schmalspurinformationen der privaten Nachrichtesender hereinzufallen. Wie das Medienmagazin DWDL berichtete, informierten sich am vergangenen Donnerstag je etwa 6 Millionen Deutsche bei ARD und ZDF.

Was Sehpferd besonders freute: Phönix, der viel geschmähte, aber ganz ausgezeichnete Dokumentationskanal, erreichte Einschaltquoten bis zu 5 Prozent.

Alle Jahre wieder kommt eine Zeitschrift mit einer Umfrage, wie es die Menschen mit dem Sex im Auto halten. Interessant ist, dass dabei der SMART auf Platz 2 in der Rangliste liegen soll.

Eigentlich ist er sogar für Blowjobs zu klein, sodass die Frage bleibt, welche Art von Sex es wohl gegeben haben mag – Handjobs?

Heide Simonis eine großartige Frau – zumal sie die erste Regierungschefin in Deutschland war und weit und breit keine Zweite in Sicht ist. Freilich ist ein gewisser Jochen Mai von der Wiso-Redaktion anderer Meinung. Der schreibt neuerdings ein Blog, und weil es halt schwierig ist, jeden Tag irgendetwas in das Blogloch hineinzustopfen, liest man heute dies:

Ist das nicht eklig?! Dass Menschen so an ihrer Macht kleben, dass man sie schon mit dem Schweißbrenner davon lösen muss?! Spätestens nach den ersten zwei Demütigungen hätte sich Simonis zurückziehen sollen - aber nein, sie hat sich noch zweimal demütigen lassen.

Nun ja, lieber Jochen Mai, sie sind ja noch jung und außerdem ein Mann. Da lässt man sich nicht demütigen, sondern schreibt mal schnell ohne genau hinzugucken – Blogs für Redakteure machen es ja möglich, dass man auch mal Müll raustragen darf.

Überhaupt scheint Herr Mai der Mann fürs Grobe zu sein. Gleich nach dem Beitrag über Frau Simonis schrieb er über Männerrituale. Zitat: „So dumpf man das auch findet – mitzumachen ist oberste Pflicht. Es gibt dabei schließlich eine hidden agenda: Kann der/die Neue im Team spielen? Sich integrieren? Über sich selbst lachen? Oder ist es ein eitler Fatzke, Querulant, Kontaktallergiker?

Man beachte der/die im Zusammenhang mit Männerritualen und dem Fatzke, dem Querulanten, dem Kontaktallergiker? Merke: Gute Kollegen sind alle männlich, saufen und biedern sich an.

Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, will offenbar einen Rekord beim Aneinanderreihen von Unwörtern aufstellen. Er sprach nämlich von einer „Verzweckung“ der menschlichen Sexualität, die von „den Medien mit suggestiver Wucht“ betrieben würde und gleich danach von dem „Geschäft mit der Versuchlichkeit“, für das es einen „Riesenmarkt“ gäbe.

Verzweckt und versuchlicht – was mag er damit gemeint haben? Nun, erzählt ist es schnell: Der Kardinal behauptet, bei jungen Menschen würde der Reifungsprozess „brutal abgewürgt“ – durch Sex, selbstverständlich, und vor allem würden sie zu reinen Sexmaschinen verkommen, denn sie betrachteten des Sex als „rein funktional“. Nebenbei „offenbare sich“ auch noch eine „schlimme Sprachlosigkeit“, und insgesamt sei eine „Demontage“ am Werk.

Doch nicht alle sind schlecht, und der Kardinal zeigt den Weg: Die Jugendlichen müsste wieder von „Keuschheit und Reinheit“ sprechen lernen, damit sie wieder Zugang zu einem „ganzheitlichen Verständnis“ der menschlichen Sexualität kommen – und mit diesem Verständnis sollten sie dann auch heiraten, denn „die Keuschheit ist auch die beste Vorbereitung auf die Ehe“.

Natürlich herrscht in Deutschland Meinungsfreiheit, und auch der Herr Kardinal darf natürlich sagen, was er denkt. Nur: Was sollen die Jugendlichen bitte von einem Junggesellen mit Keuschheitsgelübde halten, der sie über Sexualität und Ehe spricht, als lebte er mitten drin?

Die Kirchen haben wieder Oberwasser. Inzwischen wird selbst Gregor Gysi als Zeuge dafür genommen, dass ohne Religion gar nichts geht: „Moralische Grundsätze können bei uns eigentlich nur aus der Religion kommen“ hat er anlässlich einer Diskussion gesagt.

Die Frage ist, ob solche Sätze einfach hingenommen werden sollten, denn natürlich kommen moralische Grundsätze niemals unmittelbar aus „der Religion“ – weder so, wie sie in den Büchern steht, noch so, wie sie von den Kanzeln herunter verkündet wird.

Woher, bitte schön, haben denn sie ihre moralischen Grundsätze, liebe Leserin oder lieber Leser? Ich, für meinen Teil, habe sie von meinen Eltern, und beide Eltern haben mit der Religion nie etwas am Hut gehabt. Später habe ich gelernt, dass mir die Schriften ebenso wenig bedeuten wie die Worte: Es sind allein die Taten, die zählen. Wer in seiner Jugend Menschen kennen lernt, die eine moralische Orientierung geben können, braucht keine Zehn Gebote, ja, nicht einmal eine Bibel: er weiß bis ins Alter, was man tun darf und was man tunlichst meiden sollte.

So ähnlich hat es der Religionsstifter, auf den sich die Kirchen ja nach wie vor berufen, zu Lebzeiten auch formuliert, und in dieser Weise stimme ich zu: Religionen können eine Grundlage der Moral sein – die Frage ist nur, ob die Kirchen noch einen nennenswerten Beitrag dazu leisten können: Zwar darf sich die Kirche nicht dem Zeitgeist unterwerfen, doch darf sie sich auch nicht über jedes Tüpfelchen des Menschseins urteilen. Das steht nur Gott zu, nicht der Kirche.

Michel Friedman hat die Teilnahme am Deutschen Evangelischen Kirchentag im Mai in Hannover abgesagt. Er hätte gar nichts Besseres tun können, denn es scheint so, als hätte sich die Gutmenschengilde, die in der evangelischen Kirche über mächtige Vertreterinnen und Vertreter verfügt, auf den Fernsehmoderator eingeschossen. Hauptverursacherin ist nach Presseberichten die Frauenunion, also die Damenriege der CDU/CSU, deren Vorsitzende Eva Möllring sogleich frohlockte.

Wie es in anderen Presseberichten heißt, habe auch eine Tübinger Frauenrechtsgruppe mit Namen „Terre des Femmes“ gegen den Auftritt Friedmanns protestiert.

Fragt sich, was der Kirchentag wert ist, wenn einem offenbar reumütigen Menschen wie Michel Friedmann das öffentliche Wort verweigert wird, nur, weil er sich die falschen Damen aufs Zimmer bestellt hat. Religion beinhaltet etwas mehr als „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ – jedenfalls aus christlicher Sicht.

Schade, wenn man die Sendungen nicht im Original sieht, sondern sich auf das „Kölner Domradio“ berufen muss. Wer auf „Phönix“ die überaus intelligente Diskussion zwischen Heiner Geißler und Gregor Gysi gesehen hat, der konnte wenigstens in etwa ahnen, was der schlaue Fuchs unter „Religion“ verstand – aus zweiter Hand klingt das dann so, als hätte Gisy den Katholiken Recht gegeben:

„Moralische Grundsätze können bei uns eigentlich nur aus der Religion kommen. Dieses Fundament muss man erkennen und da hätten die Kirchen eine Aufgabe, von der ich meine, dass sie sie nicht ausreichend wahrnehmen.“ Wie soll diese Aufgabe verwirklicht werden? „Man darf sich als Kirchen, finde ich, nicht dem Zeitgeist unterwerfen“, schlug Gysi vor.“

Das trifft alles zu, nur: Gysi verstand sowohl unter moralischen Grundsätzen wie auch unter Kirche, wie auch unter Religion nun leider etwas ganz anderes als die katholische Kirche. Doch dass ein Ex-Sozialist der Kirche Recht geben würde, kam dem Katholikennetz gerade Recht: Der Zweck, so wissen wir, heiligt die Mittel.

Die Blocks des sozialen Wohnungsbaus werden immer unbeliebter, doch das Märchen von den sozialen Blogbauten reißt nicht ab – inzwischen träumen auch die Yahoo-Macher davon und erfinden eine „stark vernetzte Community und neue Gratis-Angebote für Blogger“. Und so geht es dann weiter: „Yahoo will es außerdem noch einfacher machen, Kontakt mit Usern mit ähnlichen Interessen oder Bekannten aufzunehmen“.

Ich weiß nicht, wie sie denken, meine Leser, aber ich fühle mich an „Dinner for One“ erinnert – Sylvester für Sylvester die gleiche Prozedur – Community, Gratis, Kontakt und überhaupt – kommt alle in den Klub. Fällt den Leuten von Yahoo eigentlich nicht mal etwas für Erwachsene ein?

Nach einem Pressebericht tun sich die Kunstschulen in den Vereinigten Staaten von Nordamerika schwer, Nacktmodelle zu bekommen – weniger wegen des nach europäischen Maßstäben geringen Verdienstes von 12 USD die Stunde als viel mehr wegen der zunehmenden Prüderie.

Doch bei aller Prüderie sollten die Kunstschulen vielleicht einmal versuchen, die Vergütungen für Aktmodelle heraufzusetzen, denn wer seine Haut beim Fotografen zu Markte trägt, kann inzwischen erheblich mehr Geld verdienen.

Frauen können durch Pornografie abgewertet werden – das glauben jedenfalls viele Radikalfeministinnen. Doch manche Frauen wissen inzwischen auch, dass sie durch allerlei sinnliche Darstellungen durchaus aufgewertet werden können.

In einem der wenigen objektiven Artikel zum Thema versucht Jamie Gadette für die „Salt Lake City Weekly“ den Unterschied herauszuarbeiten. Wer hat die Macht über den Körper des anderen? Ist die Frau sie selbst oder nur ein Opfer krankhafter männlicher Fantasien? Die Antworten auf solche Fragen können verwirrend sein, so die Autorin, vor allem, wenn sich Abscheu und Lust darin vermischen.

Nein, dieser Link ist nichts für Jazzfans und hat auch keinen Bezug zu einem Blog ähnlichen Namens. Es ist einfach so, dass ein Liebespaar schaukelt. Wenn sie wollen, fällt aber auch dem König die Krone vom Kopf – wie sie sich vielleicht vorstellen können, passiert all dies bei ähnlichen Tätigkeiten.

Junge Frauen ziehen andere ebenso junge Frauen nackt aus und verprügeln sie dann. In einer verbotenen St-Pauli-Kaschemme, wo Frauenringkämpfe im Schlamm stattfinden? In irgendeiner Armee dieser Welt? In einem asiatischen Frauenknast?

Nein, in seriöser Umgebung unter lauter honorigen Mitmenschen. Wenn sie einmal lesen wollen, was Sehpferd anderwärts schrieb, dann lesen sie hier.

T-Online-Kunden müssen sich ja täglich mit der von der Boulevardpresse aufgemotzten Startseite einiges gefallen lassen – zum Beispiel den Titel „Skandalplakat wird verboten“. Zwar geht es dann innen etwas harmloser zu Werk, und tatsächlich erhalten auch die Freigeister und Katholikengegner einmal eine Chance, ihre Meinung zu äußern, doch dann bolzt man schon wieder: „Das Bild passt in eine ganze Reihe von Skandalwerbungen der letzten Zeit. Klicken Sie sich durch!„.

Es ist nichts zu sehen, was man nicht schon einmal gesehen hätte – in der VOGUE, beispielsweise, und ich gebe noch eines drauf: Der eigentliche Skandal liegt im Sieg der katholischen Kirche, nicht im Bild, das zur Werbung benutzt wurde.

Essbare Unterwäsche soll ja extrem sexy sein – vor allem die mit dem künstlichen Erdbeergeschmack. Freilich habe ich auch schon gehört, dass man sie selbst aus Salatblättern herstellen kann, und vermutlich sind kleinen Schleckermäulern mit Küchenerfahrung ohnehin keine Grenzen gesetzt – schließlich trug schon Josephine Baker ein Bananenröckchen, da wäre es doch nett, mal ein Butterkeksröckchen zu tragen oder so.

Die Unterwäsche, auf die ich mit der Nase gestoßen wurde, ist gar nicht essbar, weil Baumwolle und Spandex nun wirklich nicht gut schmecken, aber da nun mal der Name der Ware „Eine Revolution in essbarer Unterwäsche“ ist, kann man wirklich etwas davon essen – die kleinen, auf Schnüre aufgereihten Bonbons nämlich.

Vielleicht fällt der einen oder anderen Schneiderin, die gleichzeitig Köchin oder Konditorin ist, ja noch mehr ein zu essbaren Körperbekleidungen – wie wäre es mit einem Katzenzungenröckchen?

Jane Schwarz, angeblich 27 und Journalistin aus Berlin wusste es: „es ist ganz normal, dass Menschen in so jungen Städten wie Hamburg und Berlin viele Partner haben. Die Auswahl ist einfach größer und vieles wird möglich."

Äh, Frau Schwarz ... was meinten sie eigentlich mit „jungen Städten“? Hätte man doch lieber eine Klofrau fragen sollen? Nun, da war doch noch diese wichtige Stellungnahme einer Bardame, die angeblich Jenny Schröder heißt: „Manche kriegen nie einen ab und andere jedes Wochenende“.

Sehpferd dankt der Hamburger Morgenpost für diese wichtigen Informationen.

Was haben Sozialismus und freie Liebe miteinander zu tun? Nun, wir erfahren es von einem Spezialisten der Branche: „Revolutionäres Gedankengut erweist sich oft als Hirngespinst, sobald es Realität zu werden versucht. Ebenso wie der Sozialismus führt auch die freie Liebe heute ein Nischendasein. Ersterer wird von starrsinnigen Greisen in Nordkorea und auf Kuba mit Mühe ... am Leben erhalten. An Letztere glauben dank Alkohol (und Jürgen Drews) höchstens noch ein paar Ballermann-Stammgäste auf Mallorca".

Möglicherweise glauben an guten Journalismus nur noch ein paar alte Säcke in Blogs - die Elle offenbar nicht mehr.

Lisa ist eine (neue) Frauenzeitschrift, „Elle“ ist bekanntermaßen eine Frauenzeitschrift, und beide haben gerade Umfragen in Auftrag gegeben, die uns die dpa schön als Osterei verpackt hat. Demnach würden die Deutschen „reichlich(en) und guten Sex“ (Lisa) haben und sich „eindeutig“ für die Liebe entscheiden (Elle). Eine weitere Papierkorberkenntnis: „Man sollte den Partner aber so lassen, wie er ist, so neun von zehn Befragten“.

Allerdings kratze ich mir da doch die haarlose Stelle am Schädel: Warum lernen die meisten Männer eigentlich immer die zehnte der Befragten kennen?

Elle und Lisa als Osterei zum Beispiel hier.

Lisa schreibt Pressemitteilungen.

Sagte ich es nicht? Kaum zeigen sich die ersten Sonnenstrahlen, essen die Menschen wieder Eis in den Cafés, tragen die jungen Mädchen wieder bauchfreie Kleidung und schreiben die Gazetten wieder über die Liebe.

Der Funken dazu springt natürlich gelegentlich am Arbeitsplatz über – und was dann passiert, interessiert natürlich den Rest der Kolleginnen und Kollegen – und manchmal auch die Geschäftsleitung, so zum Beispiel bei Wal Mart: „Sie dürfen nicht mit jemandem ausgehen oder in eine Liebesbeziehung mit jemandem treten, wenn Sie die Arbeitsbedingungen dieser Person beeinflussen können oder der Mitarbeiter Ihre Arbeitsbedingungen beeinflussen kann“.

Nun, da man nicht „ausgehen“ oder „in eine Liebesbeziehung“ mit jemandem treten darf – heißt dies, dass man erotische Gelüste in der Kaffeeküche abhandeln muss? Vielleicht zwischen 11:30 und 11:40, wenn sowieso niemand da ist, weil alle in die Kantine wollen? Oder dass man von Mitarbeitern erwartet, Sexbeziehungen so abzuwickeln, dass man dazu weder ausgehen muss noch das Mäntelchen der Liebe darüber zu stülpen?

Da lob ich mir doch, was der Pressesprecher der Karstadt Warenhaus AG gesagt hat: „Liebe ist vertraglich doch gar nicht regelbar“. Wobei mir klar ist, was Wal Mart mit dem Verhaltenskodex gemeint hat – aber formulieren, muss man es halt auch können, sonst läuft man Gefahr, öffentlich durch den Kakao gezogen zu werden.

Gelesen in der WAZ.

Ich meine, ich hätte es schon einmal gebracht: die erschreckende Geschichte einer allzu heftigen erotischen Verwirrung (Video) und wie am Ende eine Unbeteiligte für alles verantwortlich gemacht wird, obwohl sie nicht einmal im entferntesten am erotischen Genuss teilhatte.

Aber gerade hat es fleshbot wieder aufgegriffen – und die Qualität ist diesmal wesentlich besser.

Also, falls sie es nicht bereits gelesen haben sollten was Männer und Frauen so alles machen, wenn sie heiraten, dann können sie es hören: Ende der 40er Jahre aufgenommen und in Englisch auf RCA Victor Schallplatten.

Eigentlich braucht der amerikanische Autor Dan Brown die Gratiswerbung des Vatikans nicht, um sein Buch „Sakrileg“ („The Da Vinci Code“) zu verkaufen, aber nun Griff ein Kardinal zum besten Mittel, dass sich ein Werbemann erträumen kann: Der Erzbischof von Genua, Tarcisio Bertone, sagte im Katholikensender Radio Vatikan nach Presseberichten, Katholiken sollten dieses Buch auf keinen Fall kaufen.

Das Buch enthält unter anderem die Behauptung, dass Jesus von Nazareth ein gemeinsames Kind mit seiner Jüngerin Maria Magdalena hatte. Die angebliche Blasphemie, die sich daraus ergibt, sieht die katholische Kirche vor allem darin, dass Jesus von Nazareth überhaupt in Verbindung mit sexuellen Aktivitäten gebracht wurde.

Die Behauptung, der spätere Religionsstifter und seine Anhänger hätten keinerlei Sex gehabt ist nach den Worten der Bibel genau so wenig belegt wie das Gegenteil, doch weisen einige Autoren darauf hin, dass es sehr unwahrscheinlich für einen gläubigen Juden, zumal einen Rabbi, gewesen wäre, wenn er kein normales Sexualleben gehabt hätte.

Wie dem auch sei – der Verlag kann zufrieden sein. So viel Gratiswerbung hätte man sich sicher aus Rom niemals erhofft.

Falls ihre Ehefrau oder Freundin eines Tages irgendwelche komischen Wasserbehälter in der Wohnung aufstellt oder die Möbel komplett neu arrangiert, die Fenster mit allerlei Tinnef behängt und von einem Leben in Harmonie spricht, hat sie gerade eine Überdosis Feng Shui bekommen.

Damit es noch mehr Harmonie gibt, bietet jetzt ein Unternehmen Feng Shui Unterwäsche an: Es wird sie in Rot, Grau und Weiß geben – als Boxershorts für Herren und als Slips für Damen.

Was sie genau bedeuten, war meinem Gewährsmann auch nicht klar. Sicher soll sein, dass der darauf abgebildete Drache ein gutes Mittel gegen die launische Natur des Hahnes ist, dessen Jahr nun in China beginnt.

Künstler aller Länder, nehmt euch in acht vor den Katholiken: Sie sind wieder einmal dabei, die Gerichte zu bemühen, um das durchzusetzen, was sie für „Blasphemie“ halten – und, wie es scheint, ist dies durchaus möglich, wenn man die geeigneten Richter findet. Jedenfalls wurde Marithe und Francois Girbauds Plakat beanstandet, das eine werbewirksame Darstellung von Leonardo da Vincis Abendmahl wiedergibt – mit Frauen, versteht sich. Das Plakat kann allerdings im Internet weiterhin auf der Webseite des Unternehmens besichtigt werden.

Warum die „moralische Gewalttat“ freilich eine Gefahr für Kinder sein soll, ist nicht ganz einzusehen, und ob die Darstellung auf dem Plakat eine Vorstufe dazu ist, dass „der Gekreuzigte morgen für Sockenwerbung“ herhalten muss, ist ebenso nur eine Meinung.

So bleiben denn Zweifel an der Notwendigkeit dieses Sieges, und Zweifel an der Kultur, in der das Urteil gesprochen wurde. Diesmal war es Frankreich, doch morgen kann es auch Deutschland sein.

Endlich hat Horst Köhler den Mut gehabt, klare und eindringliche Worte an die Parteien zu richten: Im Vordergrund ihrer Bemühungen müssen, so der Deutsche Bundespräsident, wettbewerbsfähige Arbeitsplätze stehen, und, vor allem an die Regierung gewandt, dies: „Taktische Reformpausen wegen Wahlterminen oder einen Zickzack-Kurs können wir uns nicht leisten“.

Der Präsident griff allerdings keineswegs nur die SPD an. Sein Appell richtete sich vielmehr an die Zauderer und Zögerer, die allenthalben verhindern wollen, dass Deutschland wieder in die Gänge kommt: „Köhler forderte eine umfassende Steuerreform, den Abbau von Subventionen und Bürokratie sowie Investitionen in Bildung und Forschung. Er kritisierte den fortwährenden Kompetenzstreit um die Bildung und forderte eine rasche Föderalismusreform.“

Freilich löste der Präsident damit bereits wieder dieselbe Diskussion aus, die er eigentlich verhindern wollte: Die SPD-Politiker Niels Annen und Michael Müller übten sich bereits wieder in der inzwischen bekannten Taktik der Sozialdemokratie, Scheinthemen auf den Tisch zu bringen, wann immer es um Deutschlands Zukunft geht. Es wird nicht lange Dauern, bis die Gewerkschaften ins gleiche Horn blasen.

Was wir brauchen, sind Arbeitsplätze, und zwar genau solche Arbeitsplätze, wie sie mittelfristig eben nur in Deutschland entstehen können. Was dazu gehört? Bessere Bedingungen für Unternehmer, vor allem niedrigere Steuern, weniger Verwaltungshürden und nicht zuletzt – kostengünstigere Produktiosstätten im Inland. Solange es die nicht gibt, sollten die Ideologen in der SPD und vor allem die unsäglichen Schreibtischhelden der Gewerkschaften vielleicht einmal schweigen, statt sich in der Presse das Maul zu zerreißen, wenn ein deutscher Bundespräsident ihnen die Leviten liest.

Aber auch der Presse selbst sind Vorwürfe zu machen: Wenn der STERN schreibt, Köhler provoziere mit einer „Merkel-Rede“, so ist dies nicht nur jenseits des guten Geschmacks, sondern grenzt bereits hart an die Verunglimpfung des Präsidenten. Vielleicht sollte man der Presse einmal die Leviten lesen: Es reicht heute einfach nicht mehr, populistisch über die jeweiligen Regierungen herzuziehen und an allem herumzumotzen, was sie jemals beschließt. Die Presse ist vielmehr aufgefordert, für ein wirtschaftlich stärkeres Deutschland in einem starken Europa zu kämpfen. Dazu freilich müssen vor allem die moralischen Werte aufpoliert werden: In einem Land, indem Leistung und Erfolg verlacht werden und in dem jugendliche Sozialhilfeempfänger öffentlich damit prahlen, dass sie gar nicht daran denken, zu arbeiten – in diesem Land ist das Leben, mit Verlaub, nicht sonderlich lebenswert.

Leider so im Stern.

Gelesen in der Zeit.

Nachdem ich in den letzten Tagen mit Suchanfragen nach Bettys Bett konfrontiert wurde, habe ich mir natürlich mal wieder Gedanken gemacht – und fand, dass erneut eine Bloggerin verschwunden ist, die hier erotische Inhalte hinterlassen hatte. Getilgt wird aber nichts, wie man hier nochmal sehen kann – aber wo das Bett jetzt steht, weiß ich ebenso wenig, wie ich den Grund ihres Verschwindens kenne. Was sagte noch das Kaninchen zum Kaninchen? Frage niemals, warum ein Kaninchen fehlt.

Ein Blogger aus den Niederlanden muss wohl Studien in Anatomie betreiben, allerdings wie es scheint, ausschließlich an Frauen. Ich erinnere mich dabei dunkel an einen Receiver, für den der Hersteller warb: „So sieht er an aus – und so sieht er aus aus“. Beim Blogger sieht man die Damen auch immer zuerst, wie sie an(gezogen) aussehen, dann, wie sie aus(gezogen ) aussehen. Aufgenommen hat er (oder jemand) sie nach Art der Verbrecherfotos.

Nach kurzer Überlegung: Lasst uns lieber mehr davon sehen, wie sie an(gezogen) aussehen. Da bleibt uns wenigstens die Illusion.

((Achtung! Auf den oben angeführten Link erscheinen Fotos völlig unbekleideter Frauen. Wer deartige Bilder nicht sehen will, wird gebeten, diesen Beitrag zu übergehen).

Was hat Lenin mit Erotik zu tun? Wahrscheinlich nichts. Die Betreiber einer Webseite lieben es allerdings, mehr oder weniger nackte Damen vor Wladimir Iljitsch Porträt zu setzen. Weil er so männlich ist? Wir wissen es nicht. Als ich die Seite besuchte, gab es überwiegend leidlich sittsame Fotos. Auf diesem hier hält man Herrn Lenin allerdings die Augen zu – auf anderen durfte er zusehen.

Nehmen wir einmal an, es ginge darum, die deutsche Wirtschaft anzukurbeln: Bräuchten wir da nicht einige zündende Ideen? Ich gebe zu, sie könnten vielleicht etwas sinnvoller sein als nervige Klingeltöne – aber warum die Klingelton-Macher jetzt bei Bloggern genüsslich heruntergeputzt werden, ist mir auch nicht klar. Und der Spreeblick? Was ist los mit dem selbst ernannten Verbraucherschutzmagazin?

Wenn ich so frage, werden sie es erraten haben – eigentlich gar nichts. Immerhin gab es jüngst einen witzigen Beitrag – eine Werbung für Klingeltöne der etwas anderen Art – vom Blog des London Symphony Orchestras. Sie kosten allerdings auch 4,50 EUR.

Alle Preisangaben ohne jegliche Gewähr

Ja, freilich hat „Don Alphonso“ etwas geschrieben, das wie ein Buch aussieht, und ja, selbstverständlich muss man für dieses Erzeugnis Werbung machen, auch wenn es schon hoffnungslos veraltet war, als es erschien. Und deshalb: das alte Kleppergaulthema „Blogs: Konkurrenz für etablierte Medien“ nochmals auf die Bühne zu hieven – dazu gehört schon eine Menge Chuzpe, wenn ich mal so sagen darf.

Blogger gelten (warum auch immer) als die Verkörperung des schillerschen Menschen: Edel, hilfreich und gut sollen sie sein, nichts als ihre Überzeugung vertreten sollen sie, und kein Windstoß soll sie von dieser ihrer edlen Meinung abbringen.

Was läge da näher, als, sagen wir, über Blogger edle Gesichtscremes, Tomatenpflanzen oder Kondome zu verkaufen? Mit dem ehrlichen Bloggerinnen- oder Bloggergesicht müsste es doch ein Leichtes sein, so etwas zu tun?

Zitat: „Mit Hilfe neuer Technologien und modifizierter Vertragsbedingungen können Marketingexperten schnell von Blog zu Blog wechseln, um die Aufmerksamkeit der Kunden immer aufs Neue zu erhaschen“.

Nein, ich weiß, niemand bloggt wegen des schnöden Mammons, es sei denn, Leute in der Sexbranche – bis heute. Wer sagt, dass sich dies nicht ändern könnte? Heute ist man aus Überzeugung für Open-Source und gegen Microsoft und lässt keinen Tag vergehen, an dem nicht wieder so ein „wichtiger“ Beitrag erscheint – warum soll man nicht morgen für – na sagen wir, für kubanischen Rum und gegen den Rum der französischen Antillen sein?

Ich verweise mal auf diesen Artikel, bei dem man freilich ganz schön zwischen den Zeilen lesen muss, wenn man ihn verstehen will.

Im Streit zwischen drei Bloggern und dem Computerherstellers Apple geht es nicht nur heiß zu, sondern auch die Tatsachen werden nach Belieben verdreht. So weisen zahlreiche Presserzeugnisse darauf hin, ein Gericht in Kalifornien habe einen Unterschied zwischen Bloggern und professionellen Journalisten gemacht, als es entschied, dass Apple ein Recht darauf habe, nachzuforschen, wer die Firmengeheimnisse an die Öffentlichkeit gebracht habe.

Doch dem Gericht ging es um etwas anderes: Die Veröffentlichung von Firmengeheimnissen, so das Gericht, käme vielmehr einem Diebstahl gleich, und der Schutz von Unternehmensinformationen sei „durch kalifornisches Recht und andere Gerichtsurteile längst bestätigt“.

Wobei dies mal klar wäre: Wer Firmengeheimnisse der Konkurrenz zuspielt, ist ein ganz gewöhnlicher Verbrecher. Die Methode freilich, dies über ein Blog zu tun, ist neu – und nach wie vor ergibt sich die Frage: Wie sollen Blogger, also blutige Laien im Presserecht, eigentlich erkennen, welche Informationen ihnen die Firmen als „geheim“ zuspielen, damit sie veröffentlich werden und welche Informationen Insider-Verbrecher dazu benutzen, um sie just auf diesem Weg an die Konkurrenz zu liefern und so den Geschäftserfolg zu verhindern?

Wer immer Lust am Fleischlichen hat, ist auf dieser Webseite ausgezeichnet aufgehoben. Ich fürchte allerdings, die Sache wird nach zwei bis drei Tagen etwas langweilig.



via Bloggywood

Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – fast immer sonntags

Die Erdbeeren kommen nicht, die Spargel kommen nicht, die Erotik-Nachrichten kommen nicht: Es scheint, als habe sich alle Welt gegen den Genuss verschworen: Was bringt man uns schon? Fischer und wann er von den Visa gewusst? Merkel und „ich will an die Macht“? Oder vielleicht sogar Kinderwähler an die Front?

Deutschland liegt politisch, wirtschaftlich, intellektuell und emotional im Tiefkühlfach, und die Ware ist kurz vor dem Verfalldatum: Wenn die Mittelgeneration nicht endlich ihre brachliegenden Ressourcen in Produktivität und begeisternde Ideen umwandelt, dann können wir alle einpacken: alte, mittlere und junge Jahrgänge.

Meine Generation, also die über 50-jährigen, erwartet, dass die mittlere Generation ihre Aufgabe erkennt. Dazu gehört vor allem, den grassierenden Pessimismus zu beseitigen und den berufsmäßigen Pessimisten einmal die Leviten zu lesen. Die Presse würde sich hervorragend eignen, einmal die Themen zu wechseln und die Gewerkschaften, die Arbeitgeberverbände und ein paar andere Interessengruppen öffentlich in Frage zu stellen. Ach, das hatte ich schon einmal geschrieben? Und wenn ich es jeden Tag schreiben müsste: Es geht nicht an, dass die öffentliche Meinung von Verlautbarungen den Gewerkschaften und Verbänden nachhaltig beeinflusst wird, während die Vernunft keinerlei Sprachrohr mehr findet.

Hoffen auf die junge Generation? Sie ist unser aller Zukunft. Aber die mittlere Generation ist diejenige, die sie in die Zukunft hinein erzieht. Das geht nicht mit Pessimismus und Demokratieverdrossenheit, ja, es geht vermutlich nicht einmal mehr mit dem Prinzip „alles fließt“. Wir müssen junge Leute wieder vom Wert der Arbeit, vom Wert des Unternehmertums und dem einer demokratischen und liberalen Gesellschaft überzeugen und sie nicht den Verführern überlassen, die nicht nur in Braun und Rot, sondern auch noch in anderer Weise auf der Lauer liegen – und unter jungen Leuten nicht wenig Zulauf haben. Es mag ja sein, dass es schön ist, gegen die Globalisierung zu sein – aber es geht eben nur dann, wenn man wenigstens die europäische Binnenwirtschaft im Auge behält.

Doch was erleben wir? Massive Angriffe der Linksparteien und ihrer Helfershelfer auf die EU – vor allem auf die EU-Verfassung. Da helfen keine Krokodilstränen, man wäre ja „eigentlich“ für Europa, aber eben nicht für dieses Europa – es gibt, meine Damen und Herren Besserwisser, kein anderes Europa – und ich wäre schon recht froh, wenn die Menschen in Deutschland wenigstens eines unserer Nachbarländer so intensiv kennen würden, dass es sich überhaupt lohnt, weiter mit ihnen über Europa zu diskutieren.

Ob es sich lohnt, dies hier zu schreiben? Ich bezweifle es. Deutschland kennt derzeit kaum noch eine verantwortungsbewusste politische Diskussion – und die Blogger sind, mit Verlaub, wahrscheinlich die Letzten, die überhaupt politische Verantwortung wahrnehmen wollen.

Ich warte dennoch erst einmal auf den Frühling. Er soll ja auch die Hirne in wundersamer Weise beflügeln. Vielleicht gibt es dann ja genussvollere, erotischere und vor allem politisch und wirtschaftlich positivere Nachrichten.

Irgendwann wird es Zeit, dass die Kinder aus dem Haus gehen – spätestens, wenn Mutti und Vati Bäurin und Schweinchen spielen.

Via MEX.

 

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