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Ich wünsche all meinen Leserinnen und Leser ein ebenso glückliches wie lustvolles Osterfest mit allen Freuden, die das Leben hergibt.

Ich selbst lege mir einige Tage Hasenpfoten an, damit ich nicht in Versuchung komme, geräuschvoll und hasenschnell kleine Knöpfe zu drücken, die diese seltsamen Muster an Bildschirmen und in Blogs erzeugen.

Normalerweise lese ich Anke Gröner nicht, weil sich mein Interesse an Spielfilmen sehr in Grenzen hält. Doch in letzter Zeit macht sie sich öfter Gedanken, die über das Flimmerfühlen hinausgehen, zum Beispiel zur Religion:

„Es ist ziemlich nervig, allein durch das kleine silberne Kreuz, das ich trage, von vornherein in einen Topf geworfen zu werden mit einer Gruppe von Hinterwäldlern, die die Bibel wörtlich nehmen wollen und ihren Kindern beibringen, dass Darwin keine Ahnung hatte und Homosexuelle in der Hölle landen“.

Fragt sich, wann die Kirchen endlich Gedankenfreiheit gewähren, denn die Bibel ist ein vielfältiges Buch, das unterschiedliche Autoren hat – und durchaus auch Autoren mit unterschiedlichen Absichten.

Melody hat eine phänomenale Geschäftsidee: “Blog-Betreuung. Stabile Seitenlage, Sicherstellung der Zufuhr von gewissen beruhigenden und entspannenden Substanzen und umständliche Gespräche zur Selbstfindung in der Gruppe oder gegen Aufpreis im Einzelgespräch.“ Hinzufügen möchte ich noch Selbsthilfegruppen für Blogger: Die Gruppe der EA könnte sich erweitern um eine BA – Bloggers Anonymous.

Oder wie wäre es, „Sofortentspannung für Blogger“ anzubieten? Nicht ganz so psychologisch, aber schnell wirksam und zumeist frei von jeglichen Nebenwirkungen, aber mit einem schönen Effekt: Der Blogger oder die Bloggerin könnte anschließend Bloggen wie er/sie sich dabei gefühlt hat und die einschlägigen Damen und vereinzelte Herren könnten ein Blog eröffnen über die Techniken, die sie dabei verwenden. Wie sagte doch noch jüngst ein Cheftheoretiker der Bloggerbranche: „Blogs sind kommunikative Infrastruktur“. In dem Fall hätte er Recht.

Nehmen wir an, sie treffen eine Dame, (es könnte auch ein Herr sein) mit einem T-Shirt auf dem W² steht? Was sagt ihnen das? Nun, es heißt, dass sie die Dame oder den Herrn zwar kennen lernen können, mit der körperlichen Liebe aber so lange warten müssen, bis sie eine Ehe eingehen. Klar, was kann W² schon heißen außer „Willing to Wait“?

Für Frauen und Männer, die es noch deutlicher sagen wollen, gibt es T-Shirts mit „No Over Nite Parking“ und „Virgin is not a bad word“. Allerdings existieren derartige Sprüche auch auf dem Höschen, und dort ist die Schrift naturgemäß etwas kleiner, während die Texte doch sehr lang sind, zum Beispiel dieser: „Verkehrskontrolle – warte bis zur Heirat“.

Warum der Warnhinweis allerdings erst an dieser Stelle erfolgt, ist etwas unklar – und wenn die Lesesituation einmal eintreten sollte, trägt man vermutlich auch gerade seine Brille nicht mehr. Vielleicht wäre das eine gute Entschuldigung? „Weißt du Mutter, er hatte seine Brille schon abgenommen, da konnte er doch nicht lesen, was auf dem Höschen stand“.

Sie meinen, eigentlich sei es keine neue Nachricht? Doch, schon, denn nun hat es der Ex-Kriminalist Bernd Rein aus Hünstetten bei Wiesbaden gesagt – er beruft sich auf Zeugenaussagen.

Sie meinen, das sei eine Zeitungsente? Aber nicht doch. Die Quelle heißt kath.net und dort scherzt man niemals.

Wenn ich Don Alphonso lese, muss ich an „Des Kaisers neue Kleider“ denken. Er hat es tatsächlich geschafft, mitten in die Welt ein Scheingebilde hineinzulegen, das dann zu allem Überfluss auch noch öffentlich diskutiert wird: der baldige Sieg der Blogger über die Journalisten. Ist die Gebetsmühle einmal gedreht, klappert sie unentwegt vor sich hin, und wenn man sich wirklich die Mühe macht, die Ausführungen vom Don noch zu lesen, dann kommt dabei die raus: Die vom SPIEGEL haben ja keine Ahnung von Blogs – nur Don Alphonso hat eine Ahnung.

Schade, dass es so weit kommen musste. Schade, dass die Blogger nichts dagegen unternehmen, dass Don Alphonso für sie alle spricht.

Fast alle. Denn dem Journalisten und Blogger Mario Sixtus ist angesichts des Unverständnisses des Don (und seines Konterparts vom SPIEGEL) der Hut hoch gegangen, und er hat einen für einen Journalisten recht ungewöhnlichen offen Brief verfasst, der absolut gesalzen ist. Darin bezichtigt er sowohl den Don wie auch den SPIEGEL-Mann, aus der Sicht der Dinosaurier der Medienwelt zu argumentieren: „Blogs und Journalismus? Phhh. Das ist so, als würde man darüber diskutieren ob der ein- oder der zweispännigen Pferdekutsche die Zukunft gehört, während Henry Ford längst sein Modell T am Fließband fertigt.“

In der Tat. Die Frage ob Blogger oder „normale“ Presse ist völlig zweitrangig in einer Zeit, in der die Informationsgesellschaft sowohl den Bloggern wie auch den professionellen Journalisten davongaloppiert. Hat denn noch niemand entdeckt, dass Google ohne einen einzigen Redakteur eine bessere Nachrichtenaufbereitung betreibt als das örtliche Intelligenzblatt? Und hat niemand die Nachricht gelesen, dass Agence France Presse gegen Google prozessiert? Falls die AFP verliert, ist dies der Anfang vom Ende für die Presseagenturen, aber das nur nebenbei.

Kann mir irgendjemand erzählen, warum er jeden Morgen zum Briefkasten geht, um eine Zeitung zu lesen, in der Nachrichten von gestern und vorgestern stehen, wenn er die Nachrichten von heute samt aller Hintergründe später im Internet abrufen kann? (Bitte keine Kommentare dazu, ich habe meine private Antwort darauf gefunden).

Was aber passiert auf der anderen Seite? Bei den Bloggern? Glauben die Leute, die heute in Deutschland die „großartigen“ Blogs führen, wirklich, dass man mit ein bisschen Programmiertechnik, dem Hass auf Microsoft, linken Durchhalteparolen und dergleichen auf Dauer ein Publikum erreicht, das am Zeitgeschehen teilhaben will? Welche aktuellen Informationen, die man aus keiner anderen Quelle hätte bekommen können, kamen denn in den letzten Wochen und Monaten von Bloggern? Ich kann sie an einer Hand abzählen, und da brauche ich nicht mal sämtliche Finger.

Wenn Blogger wirklich gute, aktuelle oder wenigstens interessante Informationen verbreiten, dann werden sie sowohl vom Publikum wie auch von der offiziellen Presse durchaus goutiert. Heute werden sie bereits mehr oder weniger heimlich abgekupfert, und morgen, da bin ich sicher, werden die Ersten von uns ihre Informationen vermarkten. Denn wir haben alle die gleiche Zielgruppe im Auge – die Leser. Die allerdings informieren sich heute noch lieber im SPIEGEL, in der ZEIT, in der Süddeutschen oder sonst wo – dort bekommen sie jedenfalls Nachrichten, die sich noch halbwegs nachprüfen lassen. Was sie bei Bloggern bekommen, wissen wir ja: manchmal ganz nette Unterhaltung, bisweilen eine anregende Lektüre, mal ein offenes Fenster ins Schlafzimmer - und höchstens in Fachblogs ein paar Informationen, die nur für wenige Menschen wertvoll sind. Den Rest kann man aus der Sicht der Berichterstattung, mit Verlaub, in die Tonne treten - jedenfalls heute noch. Ich sage nicht, dass dies so bleiben muss.

Stellen sie sich einmal vor, es gäbe eine kleine, unscheinbare Kamera, die sie mit einer Fernbedienung über den Boden lenken könnten – fällt ihnen etwas dazu ein? Ich hoffe doch nicht – doch den meisten Männern, so denke ich, würden mit den Stichworten Sommer, kurze Röcke und Betrachtungswinkel schon etwas anfangen können.

Ach, ich weiß, was sie jetzt sagen – wer käme denn auf die Idee, ausgerechnet so eine Kamera anzubieten? Ich verrate es Ihnen: Sony Ericson. Als Zubehör für Handys. Die Kamera heißt ROB-1, schafft 15 Bilder pro Sekunde, die es direkt an ihr Mobiltelefon sendet – auch aus der Froschperspektive, denn „die Zeiten, in denen Sie für schwierige Aufnahmen auf dem Boden herumkriechen mussten, sind vorbei“.

Fleshbot wurde zur Froschperspektive etwas deutlicher. Der Preis war vorerst noch nicht in Erfahrung zu bringen.

Miss Understood kauft ihre Werbung nicht – dann nämlich, wenn sie in der falschen Weise umworben wird: Dies war der Titel einer Tagung, die das Werbeunternehmen Leo Burnett im Juni 2004 initiiert hatte.

Vor einigen Tagen bereits wurde die Studie von einer Werbe-Fachseite im Web als „pünktlich zum Frauentag erschienen“ bezeichnet, worüber ich mal hinweglächeln will, doch worum geht es?

Um Wesentlichen darum, dass manche Firmen nicht daran denken, welche Kaufkraft den Frauen mittlerweile erwachsen ist: Sie kaufen nun mal eben nicht „nur Joghurt, Brot und Seife, sondern auch Aktienfonds, Bohrmaschinen und Autos“, und wenn man um sie wirbt, dann muss man es schon richtig machen.

Mich hat wenig überrascht, dass „Sex Sells“ auch für Frauen gilt – doch muss man bei ihnen anders an die Sache herangehen: eben aus einer weiblichen Sicht, also vor allem als diejenige, die den Sex genießt. Wenn man jahrelang die VOGUE liest, weiß man, dass sexuelle Anspielungen aller Art in der Modewerbung eine große Rolle spielen, doch bei anderen Produkten ist dies offenbar noch nicht der Fall – da würde noch gar nicht erkannt, welche Möglichkeiten der Werbung offen stehen würden, um Frauen zum gewünschten Produkt zu locken.

Wenn sie sich für Werbung interessieren – lesen sie einmal den ganzen Artikel oder stöbern sie in den Unterlagen, die das Unternehmen Leo Burnett ins Web gestellt hat.

Diesmal hat die „Freundin“ den Vogel bei den beliebten Volksbefragungen abgeschossen. Die Frauenzeitschrift fragte nach einem Bericht der KRONE danach, wie es Frauen mit Sexspielzeugen hielten, und siehe: „Einer großen Mehrheit von 83 Prozent aller Frauen sind Sex-Spielzeuge aller Art zuwider“.

Selbst, wenn ich annehmen, dass die angeblich 11 Prozent der befragten Frauen, die Lust am Spielzeug haben, eventuell mehrere Liebesspielzeuge besitzen könnten, fragt sich doch, wo allein die 350.000 verkauften Dildos und Vibratoren im letzten Jahr hingegangen sind. Und bevor ich vergesse, dies zu erzählen: Es gibt noch weitaus mehr Liebesspielzeuge als nur Dildos.

Wenn einem Wissenschaftlerteam sonst nichts Neues einfällt, kann es ja mal Quantität sein – und so hat das Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie der Universität Göttingen nun 50.000 Menschen (nehmen wir einmal an, es waren Deutsche) nach ihren Schwierigkeiten mit dem Partner befragt, und siehe: „Unzufriedenheit im Bereich Sexualität und Erotik ist die häufigste Ursache für Partnerschaftsprobleme“, gefolgt von Kommunikationsproblemen und Schwierigkeiten, negative Gefühle zu verbalisieren.

Fragen wir mal lieber nicht, wie viel Sinn es hat, 50.000 Menschen über das Internet zu befragen. Mehr ist nicht immer besser.

Tolle neueste Nachrichten über Sex sind zurzeit – trotz des Frühlingserwachens – noch schwer zu finden. World Sex News wollte ganz aktuell sein und verwies auf eine Studie, in der die Relationen zwischen Geld und Sex hergestellt wurden, was dann so klang: „Wenn man die Frequenz sexueller Betätigungen von einmal im Monat auf einmal pro Woche erhöht, hat dies den gleichen Zugewinn in Glück, als wenn man ihr Gehalt um 50.000 USD pro Jahr anhebt“.

Nun ja, Jungs, Studien kann man ja öfter mal als neu veröffentlichen, aber diese ist vom Juli 2004 – wer sie unbedingt lesen will: Hier ist sie, ganz und gar.

Sollten sie nächste Woche in Kumasi sein, könnten sie Zeuge einer Demonstration nackter Prostituierter werden, die damit gegen den Abriss von zwei Gebäuden protestieren wollen, in denen sie bisher ihrem Gewerbe nachgingen.

Ich hätte kaum darüber geschrieben (wer weiß schon, wo Kumasi liegt) wenn die Dame auf dem Bild dazu nicht ihre Lieblingswährung im BH stecken hätte: Euro.

VNein, "you can never have too many vulvas" ist kein Spruch eines alternden Machos, sondern der Werbespruch einer jungen Dame, die sie verkauft – eben jene Vulvas aus Stoff als Handtasche oder Geldbörse.

Billig ist die Sache nicht – die verlockenden kleinen Behälter werden für ab etwa 40 USD bis 300 USD verkauft, je nach Größe und Ausstattung. Dass sich diese aufreizenden Täschchen gut für die Anbahnung schlüpfriger Gespräche eignen, sollte man natürlich berücksichtigen, bevor man so ein Täschchen mit in die Disko nimmt – vielleicht sollten sie erst einmal versuchen, das Täschchen zum kleinen Schwarzen bei einem Konzert zu tragen, an dem klassische Musik dargeboten wird.

(Alle Preisangaben ohne jegliche Gewähr)

Was machen sie eigentlich, wenn ihr Blog nicht so richtig läuft? Nun, sie können ein paar Computerkids dransetzen, um ihre Artikel aufzurufen, sie können es mit so genanntem „Sex-Content“ versuchen (zum Beispiel: „Wie kommt das Sperma auf die Handy-Tastatur?“) oder sie können ein paar Kollegen veranlassen, auch Blogs anzulegen und dann zu ihnen zu verlinken.

Allerdings brachte mich dieser Artikel noch auf eine andere Idee: Sagen sie doch einfach, dass ihre „gefühlten Besucherzahlen“ bei weitem höher wären als die tatsächlichen, denn sehen sie: die überaus wertvollen gefühlten Zugriffszahlen zu den Inhalten, die auf ihren Seiten stehen, sind doch viel mehr wert als die nüchternen Zugriffszahlen, die auf die trickreichen Blogger im Nebenhaus verweisen: die schlagen schließlich nur Schaum auf und denken, was Großes geschaffen zu haben. Nächste Runde: Gefühlte Besucherzahlen gegen schaumgeschlagene Besucherzahlen.

Frau Freilich hat festgestellt, dass die Anzahl der Blogs im deutschsprachigen Raum steigt, und sie will auch festgestellt haben, dass „mit der steigenden Anzahl an Blogs der Content gegenproportional … abfällt“.

Dem kann ich nur zustimmen – wobei ich doch gerne anmerken würde: mit der steigenden Anzahl der Blogs wächst keinesfalls auch die Vielfalt oder die Qualität, denn „Content“ ist ein Unwort – es kann für jeden beliebigen Inhalt stehen.

Ein bisschen gewundert habe ich mich auch über die „Sexblog-Flut“. Ich habe keine derartige Flut gesehen, nicht einmal in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, aber schon gar nicht im deutschsprachigen Raum – aber das Wort „Flut“ macht sich natürlich rhetorisch sehr gut … da denkt man schnell an die Flucht, bevor man im Wasser ersäuft.

Im Übrigen gäbe es ein gutes Mittel gegen die „unsexy“ Weblogs, nämlich sexy Weblogs von Frauen für Frauen und vereinzelte Männer. Aber meckern ist natürlich einfacher als machen: Auch so ein Sache, die typisch für Blogs ist, und manchmal gar für mein Blog. Ich verspreche: das ändert sich bald.

Peter Harry Carstensen wird seinem jüngst erworbenen Ruf eines politischen Großsprechers wieder einmal gerecht. Die Angebote an einen möglichen Koalitionär SPD wurden deutlich reduziert: „Jetzt gelten andere Preise“ soll der CDU-Mann geraunzt haben – um dabei insbesondere einen Fallrückzieher in der Schulpolitik zu machen.

Es muss in diesem Zusammenhang bezweifelt werden, dass es der CDU tatsächlich um das vorgebliche Hauptthema, die Arbeitsplätze, geht. Vielmehr deutet dieses Verhalten darauf hin, dass allenthalben christdemokratische Ideologie durchgesetzt werden soll. Man kann der SPD nur empfehlen, Herrn Carstensen so lange auflaufen zu lassen, bis er seine arrogante Herrschaftshaltung aufgibt – so viel Rückgrat können die Schleswig-Holsteinischen Wähler von der SPD wenigstens noch erwarten.

Denn selbst diejenigen, die einen Regierungswechsel in Berlin befürworten, und zu denen ich bekanntermaßen auch gehöre, wollen keine Dominanz der christdemokratischen Ideologien, sondern eine effektivere Regierung für den Bürger, die schneller und flexibler auf eine sich rapide verändernde Welt reagiert. Peter Harry Carstensen gibt und schon einmal einen Vorgeschmack, wie es nicht werden darf.

Falls sie eine Frau sind, brauche ich ihnen nicht zu sagen, dass sie manchmal davon träumen, dass ihr Freund, Liebhaber oder Ehemann einmal etwas ganz anders macht als er ist sonst tut – und zwar etwas, das sie erregt.

Wenn sie aber ein Mann sind, dann denken sie vielleicht, dass Frauen eigentlich ein wenig Prüde sind, eigentlich nicht sehr viel Experimentieren wollen, ja, vielleicht, dass sie selber gar nicht so sehr an Sex interessiert sind – Umfragen sollen so etwas ja angeblich beweisen.

Ask Men sagt ihnen, was die Spatzen von den Dächern pfeifen: Frauen haben durchaus sehr ausgeprägte erotische Interessen, und auch solche, die ihnen kaum über die Lippen gehen würden – auf die sie aber dennoch neugierig sind.

Natürlich gibt es viele Tipps, aber einen sollten sie beherzigen, wenn sie ein Mann sind: Sie darf anfangen, darf ihre scharfen Krallen in ihren Rücken drücken und ... nun, dies soll ja gar kein pornografischer Artikel werden. Aber wenn sie erkennt, was sie an ihnen als Mann tun darf, dann wird sie auch damit herausrücken, was sie schon immer wollte – doch bevor sie ihnen das sagt, sollten sie vielleicht einen Schnaps trinken – es könnte mehr sein, als sie sich je gewünscht hätten.

Mehr bei Ask Men.

Wiederbejungferungen der emotionalen Art scheinen eine neue Mode innerhalb der US-amerikanischen Jugend zu sein. Wie aus einem Pressebericht hervorgeht, geben einige Studentinnen und Studenten, unter ihnen sogar Paare, ihre sexuellen Beziehungen wieder auf und leben hinfort abstinent – wiederbejungfert, sozusagen.

Die Jungfernschaft scheint dabei für viele ein Glaubensbekenntnis eigener Art zu sein: Eine Studentin sagte, sie glaube an die Jungfernschaft, und auch ein Student „glaubt“ daran, doch fügt er noch hinzu „ weil ich ein Christ bin“.

Keuschheitsringe, Gelübde, pseudoreligiöse Keuschheitsschwüre, Wiederbejungferung durch Geisteskraft – in was für einer Welt leben diese Leute eigentlich? Ich hege den Verdacht, dass ihre Persönlichkeiten hochgradig gestört sind – nicht, weil sie vielleicht Jungfrauen bleiben wollen, denn das ist ihre höchst persönliche Entscheidung, sondern weil sie sich drehen wie die Mühlen im Wind. Sind die Beziehungen mies, entschließen sie sich zur Jungfräulichkeit, sind sie gut, haben sie wieder Sex – ein Wort wie Selbstverantwortung scheinen sie nicht zu kennen.

Da hat es wohl wenig Sinn zu sagen, dass Christus keinen Termin für die Aufnahme sexueller Beziehungen genannt hat – aber das hatten wir ja schon mal.

Gelesen in der Chicago Sun-Times

Agence France Presse (AFP) hat Klage gegen Google eingereicht, weil sie ihr Copyright auf AFP-Nachrichten dadurch verletzt sieht, dass Google diese Nachrichten in seinen „News“ verbreitet. Weder die Anwälte von AFP noch von Google waren bislang zu Stellungnahmen bereit. Dies berichtete Yahoo nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters.

Man darf gespannt sein, wie der Prozess ausgeht. Die meisten Tageszeitungen verwenden in erheblichem Maße Agenturmaterial, das oft in kaum veränderter Form übernommen wird – und dann natürlich auch so in den „Google-News“ erscheint. Die Sache ist insbesondere interessant, weil Google diese Meldungen nur sehr mittelbar verwendet – sie entstammen nämlich allesamt Online-Zeitungen, und das Google-News-Programm sammelt die Schwerpunkte der Tagesmeldungen automatisch, also ohne das Zutun eines Redakteurs.

Der deutsche Milliardär Hasso Plattner hat die Kosten für eine der größten Benefiz-Veranstaltungen gegen die Ignoranz gegenüber der Immunschwächekrankheit Aids übernommen, deren Schirmherr der inzwischen 86-jährige Nelson Mandela ist. Mandela sagte dazu: „«ich kann mich ... nicht ausruhen, während unser geliebter Kontinent von einer tödlichen Epidemie heimgesucht wird».

Die Veranstaltung fand am vergangenen Samstag vor 20.000 Zuschauern im südafrikanischen George auf einem der exklusivsten Golfplätze der Welt statt. Neben den Musikbeiträgen zahlreicher in- und ausländischer Künstler gab es eine beachtliche Anzahl von engagierten Stellungnahmen zum Thema Frauen und Aids. So sagte beispielsweise Annie Lennox, dass in der afrikanischen Gesellschaft Frauen machtlos und verletzlich den Launen der Männer ausgesetzt wären, die sich weigerten, sicheren Sex zu haben und Kondome zu benutzen.

Persönlich möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass die Aids-Katastrophe im südlichen Afrika bei weitem mehr Menschen getötet hat, als die von den Medien werbewirksam ausgeschlachtete Tsunami-Katastrophe. Dies wird wohl so bleiben, denn die Aids-Opfer, unter ihnen zahllose Waisen, bekommen in der Öffentlichkeit kaum Aufmerksamkeit.

Wenn Männer den Drang verspüren, die Nacht weder allein, noch ohne sexuelle Lust zu verbringen, gibt es mindestens drei Wege, dies zu bewerkstelligen: Eine Hure vom Straßenrand aufpicken, in den Puff gehen oder sich bei einer Agentur eine Begleiterin für eine Nacht einzukaufen.

Damen haben hingegen einen gewissen Vorbehalt, die Herren aus den einschlägigen Mietrammleranzeigen zu rekrutieren, und meist sind ihnen auch die Tarife der Agenturen einfach zu hoch. Doch was bleibt dann noch übrig, um mit einem Herrn eine erregende Liebesnacht zu genießen?

Maggie Tapert zum Beispiel und ihr „Tempel“. Das Spiel heißt „Spiritualität durch lustvolle Sexualität“ und beginnt damit, dass die Damen in Dessous bei Kerzenlicht herumliegen. Dann, so heißt es in einem Zeitungsbericht, zeigten sich „acht kostümierten mythische Archetypen fünf Männer und drei Frauen, die als sexuelle Dienstleister“ angeheuert wurden. Die Sache beginnt mit einer mutigen Frau, die in etwa einer Stunde zum Stöhnen gebracht wird, während andere teilweise noch zögern – „um 21.30 Uhr aber surren fast alle Vibratoren“ schreibt die Berichterstatterin der Schweizer Sonntagszeitung, Silke Bender.

Für mich ist Ostern künstlicher Pudding mit Waldmeisteraroma, fest gekocht und so fein wie möglich geschnitten – und auf dieses Ostergras kommen dann aus Eierbechern geformte weitere bunte und sicherlich stark gefärbte Puddingeier, und das Ganze kann man dann mit Vanillinsoße essen. Nun ja, heute möchte ich es nicht mehr essen, wie ich denn auch die Hühnereier meiden muss, die früher immer vor Ostern plötzlich enorme Preissteigerungen verzeichneten. Später wurde ich dann ein Fan der feinen Nugateier und sonstiger Schweizer Kreationen, und noch später habe ich mir stets einen frischen Zweig Baumwolle gekauft, wenn es Ostern wurde.

Wie schön kann doch ein solches Leben sein, ein Leben in Frieden und Freiheit und Liebe. Nicht, dass sich die Damen und Herren Schulmeister nicht bemüht hätten, mir den wahren Sinn des Osterfestes zu vermitteln, doch sehen sie: Palästina war so weit weg, dass ich nicht einmal so weit denken konnte, und die Zeit lag soweit zurück, dass ich nicht so weit zählen konnte. Als es dann soweit war, und ich schon mal über die nächsten zwei Wiesen und den Fluss hinwegdenken konnte, und die Zeit von „vor 2000 Jahren“ nicht mehr als so dramatisch empfand, interessierte ich mich dann doch noch für den Mann aus Nazareth. Ein Mann, dem viele folgten, die ohne Hoffnung waren. Ein starker Prediger und glänzender Rhetoriker. Ein Mann voll des Mutes, die Schriftgelehrten der damaligen Zeit öffentlich anzugreifen und sich damit selbst angreifbar zu machen.

Sehen sie, ich wäre sogar bereit gewesen, diesem Mann zu folgen – wenn da nicht eine Kirche gewesen wäre, die seinen Namen trägt, eine Kirche, die uns sogar daran hindern will, unsere Wahrheit über Gott, unsere Wahrheit über den Religionsstifter und letztendlich unsere Wahrheit über uns selbst herauszufinden. Ist dies einmal gelungen, braucht man ohnehin keine Kirche mehr, weil Papier nur noch Papier ist und Worte nur noch Worte sind.

Die schöne Osterzeit – lassen wir sie einfach so schön. Freuen wir uns an den aufbrechenden Knospen, an der aufkeimenden Liebe bei den jungen Menschen (oh, Pardon - nicht ausschließlich bei ihnen) und an der Wärme, die die Sonne den älteren jetzt wieder schenkt.

Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – fast immer sonntags

Ich freue mich, vor allem über die Wärme und dann natürlich über die schöne Osterzeit, die seit meiner Kindheit immer nur Liebe, Frohsinn und Unbeschwertheit bedeutete. Ich wundere mich immer darüber, dass die Gesichter der Kirchenmänner immer so ernst werden, wenn von Ostern die Rede ist – sie hätten doch nun wirklich allen Grund, sich über das neue lichtdurchflutete Zeitalter zu freuen, das doch nach ihrer eigenen Auffassung durch das Wirken ihres Religionsstifters entstanden ist.

Mein Blog wird seit der Umstellung immer beliebter – vor allem werden sowohl Blogger als auch Zeitschriften auf mich aufmerksam, die mich sonst nicht einmal mit dem Gesäß angeguckt hätten. Das mag an vielem liegen, vor allem aber an drei Alleinstellungsmerkmalen: Erstens habe ich oft neue Nachrichten, bevor sie jemand anders hat – und zweitens recherchiere ich mithilfe des Webs, meines eigenen Archivs und meines Elefantengedächtnisses gerne nach, was ich so lese, und drittens bringe ich die Dinge schneller auf den Punkt als die Mehrheit meiner Bloggerkolleginnen und Kollegen.

Womit auch eines klar wäre: Der oft erhobene Vorwurf, ich würde mein Blog mit „Sex“ verkaufen, kann nicht aufrecht erhalten werden: Wirkliche Sexblogs, wie beispielsweise „Swingandyouaresinging“ haben erheblich mehr Zulauf – ich kann es anhand der Rückläufer von dort auf meine eigene Seite messen. Der Grund, warum sie so gefragt sind, liegt im Wesentlichen in einer Kombination von Wörtern, die ich hier meide – nun, sie wissen schon, welche Wörter gesucht werden.

Selbst wenn sie nicht wirklich, absichtlich oder zufällig, in einem Sinnzusammenhang gebraucht werden, fassen dies die Suchmaschinen dennoch so auf – daher der starke Zulauf. Aber natürlich hat „Weib“ auch ihre Fans, die täglich vor ihrer virtuellen Tür herumlungern und gar nicht erwarten können, bis der nächste Beitrag erscheint. Ich persönlich finde Erotikblogs oder erotische Webtagebücher nur dann in Ordnung, wenn sie ehrlich sind (oder mindestens so gut erfunden, dass sie ehrlich aussehen). Ein Beispiel für kompromisslose Ehrlichkeit ist zum Beispiel das Weblog „Walking Vixen“ von Audacia Ray. Im deutschsprachigen Raum fehlen, wie ich finde, noch solche Tagebücher. Das eine gescheiterte Experiment mit „Bettys Bett“ hat eigentlich viel zu viel Staub aufgewirbelt – dieser künstlich erzeugte Dunst könnte jemanden hindern, es erneut zu versuchen.


Wenn sie wirklich wissen wollen, mit welchem Wort ich den größten Erfolg habe, so ist es derzeit der Name einer australischen Modefirma – ansonsten bewegt sich nicht viel. Es ist leider sehr schwierig, mit einem neuen Artikel mehr als 2000 Leserinnen und Leser zu gewinnen. Meine Leserinnen und Leser kommen ja zu einem überwältigenden Teil von den großen Suchmaschinen, also nicht von anderen Bloggern und vor allem nicht von so genannten Blog-Suchmaschinen

Wie sie als meine Stammleser wissen, hatte ich eine Aktion „sehpferd schreibt es für sie“ losgetreten, die bislang leider nicht den gewünschten Erfolg hatte, aber der wird wohl noch kommen: Ich verspreche, das Experiment zu wiederholen. Einen Beitrag habe ich allerdings geschrieben, und zwar zum Thema „Wasserball“, der tatsächlich vom Wasserball handelt und nicht etwa von einem anderen „Wassersport“.

Ich werde demnächst mein Angebot wiederholen. Achten sie bitte drauf, empfehlen sie mein Blog weiter, wenn sie können, vor allem an die Presse und ansonsten – haben sie noch einen schönen restlichen Sonntag.

Irgendwie muss BILD der Textilarbeiterin, Telefonistin oder Kassierin ja erklären, warum angeblich der Sex mit dem Boss karrierefördernd ist als eine gute Ausbildung, und an dieser Stelle macht sich immer ein Psychologe gut – diesmal ein Herr Dr. Wolfgang Rost.

Nun, BILD beginnt so zu dichten: „Schuld daran ist offenbar der Neandertaler in uns!“. Freilich hätte jedes Konversationslexikon dazu ausgereicht, festzustellen, dass der Neandertaler nicht in uns wohnt, aber das macht ja nichts – schnell mal was dahinschreiben, merkt ja keiner, jedenfalls keine Textilarbeiterin. Doch siehe – nun kommt der Psychologe ins Spiel, der etwas beobachtet hat – bei den „Affenmenschen“ nämlich. Die gibt es zwar nicht, aber das macht auch nichts – Affenmenschen, Menschenaffen – wer guckt da schon so genau hin? Erstaunliches weiß der Psychologe nun aber über eben diese „Affenmenschen“ zu berichten: „Will eine Affendame Nahrung, um zu überleben, bietet sie ihrem Gegenüber ihren Körper an“. Wie interessant, BILD zu lesen. Ich dachte immer, dass Affendamen durchaus in der Lage wären, sich selbst zu ernähren.

Jedes Büro hat seine Geschichte über eine Frau, die sich angeblich „hochgeschlafen hat“ – doch wann immer man nachforscht, hat sie sich nicht „hochgeschlafen“, sondern in den richtigen Momenten eine Menge richtiger Sachen getan – und eine davon war, den günstigsten Zeitpunkt zu erwischen, auch Sex einzusetzen.

Jetzt allerdings will BILD herausgefunden haben, dass nach „einer“ Studie aus dem Vereinigten Königreich, an der angeblich 2000 Frauen teilnahmen, „jede Fünfte“ für „eine Beförderung mit dem Chef ins Bett“ gehen würde, was dann anderwärts so nachgedichtet wurde: Jede fünfte Frau würde die Chance nutzen, sich im Beruf „hochzuschlafen“, oder „Sex als Karriere Turbo für jede fünfte Frau“.

Diese Nachricht muss doch eine Quelle haben? Welches wissenschaftliche Institut hat solche Daten ermittelt? Die Suche gestaltet sich schwierig – offenbar hat kaum jemand vor der BILD-Zeitung dieses Zeug gedruckt, und der Rest gibt BILD als Quelle an - oder auch „das eZine Shortnews“, dessen Autoren sich häufig auf die BILD-Zeitung berufen.

Fündig wird man schließlich in einer Ananova-Meldung, in der die Quelle genannt wird: Es ist das „Nuts Magazin“ – nicht eben eine jener Zeitschiften, die man als unvoreingenommene Informationsquelle empfehlen würde. Jedenfalls sagte „Nuts“ Herausgeber Phil Hilton: Er könne nicht glauben, dass anlässlich dieser Ergebnisse in britischen Büros überhaupt noch gearbeitet würde.

Eine ähnliche Studie wurde im Übrigen schon 2004 vom „More“ Magazin in Auftrag gegeben. Sie kam zwar zu den gleichen Prozentzahlen, aber mit einer deutlichen Abweichung in ihrer Aussage: Demnach würde 21 Prozent der befragten 5000 Frauen mit ihrem Chef schlafen, gleichgültig, ob sie einen wirtschaftlichen Vorteil dadurch hätten oder nicht.

BILD hat inzwischen noch nachgelegt und das Moralintöpfchen in der Sache aufgeschraubt - hier.

Wussten sie, dass die Sex-Arbeiterinnen und Sex-Arbeiter in den USA ein eigenes Magazin haben? Ich wusste es auch nicht, bis ich bei Audacia Ray (Waking Vixen Blog) davon las.

Damit es ein Erfolg wird, hat man erst einmal eine Riesenparty veranstaltet, von deren Erlös das Magazin weitgehend finanziert werden soll. Wie es dort herging? Natürlich heiß – außer für Audacia Ray, die an der Kasse Eintrittskarten verkaufte. Sie erzählt folgende Episode, die nicht untypisch ist für das Verhältnis von Sexarbeit zur so genannten „guten“ Gesellschaft:

At one point in the night some cigarette marketers came through, and as they were leaving, they told me, "This sure doesn't look like a room full of hookers." I smiled at them and replied, "Well, a lot of us are sex workers, not everyone here is a hooker." They still looked puzzled and asked, "Well, how can you tell who is and who isn't?"

Indeed, that is the question.”

Deutsch in etwa: Einige Gäste sagten beim Hinausgehen: „Das sieht hier wirklich nicht aus wie ein Raum voller Nutten“. Die Antwort: „Nun, eine Menge von uns sind Sex-Arbeiter, wir sind nicht alle Nutten“. Nachdem die Herren immer noch verwirrt waren, fragte sie nach: „Wie kann man unterscheiden, ob eine hier eine Nutte ist oder nicht?“

Audacia schrieb in ihr Blog: „Genau – das ist die Frage“.

Redakteur Klaus Werle vom Manager-Magazin wollte es genau wissen und begab sich in die Hörsäle, und was er dort vorfand, ist bemerkenswert: „Dies ist die erste Generation, die Globalisierung nicht als abstrakte Veränderung erlebt hat, sondern als schlichte Realität“. Er meinte weiter, dass die jungen Leute ihre beruflichen Realitäten daher ganz selbstverständlich beispielsweise in San Francisco oder Kapstadt suchen würden.

Ich frage mich dabei zunächst: warum eigentlich nicht? Deutsche Unternehmen sind sowohl in Deutschland wie auch in San Francisco oder Kapstadt, sie sind aber auch in Ungarn, Tschechien und Polen. Dorthin zu gehen und sich den „Wind, um die Nase wehen zu lassen“, ist, jedenfalls nach bremischer Auffassung keinesfalls schlecht, sondern fördert den Weitblick.

Nun bin ich ein schlechter Deutscher, denn ein guter Deutscher fragt nicht „, warum nicht?“, sondern er fragt „ja, warum denn um Himmels willen“, und wir hören: „Generation Good-bye haben wir die junge Elite deshalb getauft, auch als Mahnung für Politik und Wirtschaft. Denn wenn die Jugend geht, hat Deutschland verloren. Sehr schön. Da wäre erstens zu fragen, warum es sich bei den Leuten um Eliten handelt (es handelte sich nach meinem Kenntnisstand lediglich um Universitätsabsolventen), und außerdem werden nur ganz wenige dauerhaft gehen – die meisten werden wiederkommen, und sie werden dann besser sein als die Nesthocker der vorausgegangenen Generationen.

Doch wir sind eben in Deutschland. Bei uns werden auch durchaus positive Entwicklungen sofort ins Negative verkehrt – wir haben ja noch nicht genug Pessimismus, und wo man noch deutschtümelnder denkt, zum Beispiel bei den CDU-nahen Medien, das heißt es dann gleich so: „Die jungen Eliten sollten in unserem Land beherzt die eigenen Chancen wahrnehmen. In ein paar Jahren werden wegen der demografischen Entwicklung die Chancen für Junge wieder ansteigen. Vogel-Strauß-Politik oder Überlegungen, sozusagen ins Exil zu gehen, helfen nicht weiter“.

Es scheint, als ob die neue Generation klüger und weitblickender ist als die geschwätzige und raffgierige Mittelgeneration, die letztendlich heute auch die Medien beherrscht. Wer ständig nur die eigene Scholle, sein heiß geliebtes Bundesland oder eben auch nur sein geliebtes Deutschland im Auge hat, wird nach und nach keinen Boden mehr unter den Füßen finden. Was wir brauchen, sind Europäer – und da scheint die junge Generation (sehr zu meiner Überraschung) auf dem besten Weg zu sein.

Sie wollen ein Blog-Buch kaufen? Ja, das können sie natürlich, nur werden sie bald merken, dass sie von ganz wenig bis zu gar nichts davon haben. Denn was sie eigentlich tun müssen, um ein erfolgreiches Blog zu führen, wird in den meisten Publikationen nur sehr dürftig angerissen – und meist noch mit Beispielen, die vom Zeitgeschehen sehr schnell eingeholt werden.

Hinzu kommt, dass die meisten Bücher die Frage des Bloggergretchens nicht stellen: „Sag, mein Freund, wie hältst du es mit deinen Zielen?“ Die bei sonstigen Projekten üblichen Grundfragen entfallen nur allzu oft: Wo, wann wie und mit welchem Ziel willst du eigentlich bloggen?

Wer sich nicht klar ist, ob ein Buch dazu nützlich ist, kann es sich jetzt leicht machen und „Das Blog Buch“ von Dirk Olbertz einfach herunterladen.

Das Buch ist keine Offenbarung, aber auch nicht einfach nur vollbedrucktes Papier. Es enthält ein paar grundlegende Hinweise, wie man ein Blog anlegt, führt und erfolgreich macht und gibt dem Anwender gerade so viel Startinformationen, dass er selber weitermachen kann, ohne sofort wieder auf die Nase zu fallen.

Das sollte, so denke ich, eigentlich genügen.

Schade, dass es ausgerechnet Pro Sieben ist, also eine Art Boulevardsender, der am Karfreitag ein Thema aufgreifen will, das bei der Suche nach einer neuen Moral wichtiger erscheint als mancher österlicher Segen, nämlich: Wer war Jesus?

Dabei ist nach meiner Meinung völlig unbedeutend, ob er mit Maria aus Magdalena eine Liebesbeziehung hatte oder nicht, sondern wie viel Menschlichkeit wir dem Religionsstifter zutrauen, aber auch wie viel Religiosität. Es ist keine Christen-Provokation, Christus für sich selbst aus der Bibel neu zu interpretieren, die Provokation liegt im Anspruch der Kirchen auf eine „heilige Dreifaltigkeit“.

Wenn Jesus auch nur halbwegs derjenige war, den uns die drei Synoptiker vermitteln wollten, dann war er vor allem ein gläubiger Jude, Prediger, Täufer, Rabbiner und Prophet. Für keinen der vier genannten Lebensentwürfe gilt im alten Testament das Verbot, eine Frau physisch zu lieben.

Jedes Jahr ist wieder Frühjahr, und natürlich entdecken in jedem Jahr junge Frauen, dass es Zeit wird, zu lernen, wie man einem Mann irgendwelche Freuden bereitet. Da sitzen sie nun auf dem Sofa – und dann? Wird sie die Stellen finden, an denen er wirklich reizbar ist?

Nun, für die ersten drei brauchen die Anfängerinnen nicht einmal ein Kleidungsstück zu berühren – vermutlich sind sie sogar noch für „True-Love-Waits“-Adeptinnen erlaubt. Was Frauen immer wieder überrascht: Hände sind eine sehr erogene Zone, und falls sie seine Finger in Rotwein oder Champagner tauchen und sie dann sanft ablecken, können sie ihn anschließend voraussichtlich um den Finger wickeln – und fragen sie jetzt bitte nicht, ob dies auch mit Bier oder Cola funktioniert.

Oh, bevor ich vergesse, es ihnen zu erzählen – diese Tipps stammen aus dem Männermagazin Ask Men. Ab und zu lohnt es sich, beim Feind nachzulesen, um den Kampf zu gewinnen.

Brauchen sie noch ein paar Kleinigkeiten, um sich und ihre Liebhaber zu erfreuen? Versuchen sie es mal mit der Marke mit dem kleinen Geheimnis: Victoria’s Secret. Die Leute machen gerade Winterschlussverkauf und schmeißen Höschen und Tops ab ca. 4 US-Dollar heraus. Ein Tipp (nicht nur für Damen): Kaufen sie viel auf einmal, dann halten sie die Versandkosten gering – und seien sie schnell.

Der frühe Vogel fängt den Wurm, sagen die Angelsachsen. Die Links führen zu der Größe „M“ – sie können dies aber modifizieren.

Alle Preise ohne Gewähr.

Wenn sie ihren Liebhaber, Freund oder auch Ehemann mal so richtig heiß machen wollen, dann sollten sie mal einen Blick auf die Webseite des erst 1994 gegründeten Unternehmens Agent Provocateur werfen. Die Wäsche, die dort verkauft wird, gilt als die gewagteste der Branche, sodass Fleshbot gar dichtete, sie hätten „Slips mit sichtbarer Landebahn“. Hier jedenfalls finden sie die neue Frühjahrskollektion.

Aber nicht solche ein Slip ist es, den ich ihnen ans Herz legen möchte, sondern ein Negligé, das dank eines fellähnlichen Marabu-Besatzes garantiert den Jäger ihn ihm weckt – sie brauchen für ihn keinesfalls ein Affenkostüm und auch die Palmen und Lianen können sie weglassen. Nur das Licht sollte noch eine Weile anbleiben, damit er auch sieht, was er an ihnen hat.

Der Tag beginnt bei mir heute mit Blogywood. Er ist so eine Art „ich schreibe alles, solange ich es nicht selbst schreiben muss“-Blogger, aber er ist repräsentativ für einen großen Teil der amerikanischen Bloggerszenerie: Alles, was effektheischend und belanglos ist, kommt bei ihnen zu neuen Ehren. Ein paar Sätze, flapsig hingeschrieben, oft nur ein einziger Satz – dann der Link. Ich gestehe, dass auch ein Teil meiner Leser das belanglose Zeug will, und so gucke ich halt öfter mal nach bei Blogywood.

Dort kann man dann abgeschriebene Texte lesen, so wie diesen:

„Distracted by billboards? Offended by their sexist, ageist content? Want to drive safely, with your attention not being diverted by catchy images and slogans? As a tourist, would you like to observe historical monuments and beautiful views, rather than companies logos overlapping them? Not happy with commercialization, visual pollution of public spaces?” (SeeFree® Visual Spam Blocking System™, die auch das Copyright am kursiven Text haben).

Nun, es folgt ein Produkt, für das auf diese weise Gratiswerbung betrieben wird, und die nicht nur bei Blogywood, sondern in dutzenden anderer amerikanischer Blogs – und glauben sie nicht, dass dieses Produkt dort etwa ernsthaft diskutiert oder möglicherweise gar in Frage gestellt wird – nein, es wird dafür geworben, was das Zeug hält. Offenbar betrachten es viele namhafte Blogger als ihre Aufgabe, ständig kritiklos für Technikprodukte zu werben – auch deutsche Blogger machen da keine Ausnahme.

Da die elektronische Brille (denn um eine solche handelt es sich) angeblich „visual Spam“ filtert, nützt den Bloggern natürlich auch noch dies – „Spam“ wird immer wieder als Suchwort verwendet. Wie die Brille freilich Werbung von großflächigen Verkehrszeichen trennt, wird in der Werbung nicht gesagt.

Die Wissenschaft verkündet eine neue Botschaft: Kaugummi strafft die Brüste, und vielleicht vergrößert regelmäßiges Kaugummikauen sie gar. Natürlich kommt nicht jedes Kaugummi in Frage, sondern nur B2Up, das Bust-Up Kaugummi.

Die Kraft des Gummis liegt freilich nicht im Kauen, sondern in den Wirkstoffen der Pflanze Pueraria mirifica (Kudzu) , deren Knollen Phytoöstrogene enthalten sollen, also pflanzliche Wirkstoffe, die den Östrogenen verwandt sind. Ob der Wirkstoff freilich tatsächlich die Brüste strafft oder gar vergrößert, ist nach dem Inhalt des Artikels der BBC umstritten.

In den meisten Publikationen über Phytoöstrogene wird ohnehin Soja als Mittel der Wahl bevorzugt.

Zunächst muss ich sagen: Ich wurde mit der Nase darauf gestoßen. Erst wollte ich nicht mal darüber schreiben, weil die Stuten-, und Hengstkämpfe, die regelmäßig in Weblogs ausgetragen werden, mich erstens langweilen und ich zweitens verhindern will, dass sie auf meine Seite überschwappen.

Der ursprüngliche Autor hatte wohl etwas anderes im Sinn, als er eine Rede von Willy Brandt einer von Horst Köhler gegenüberstellte, was beiden gegenüber nicht fair ist. Aber wer erwartet schon Fairness von Blogs? Sie etwa?

Doch dann passierte das, was ich an Blogs so hasse: Irgendjemand spring herein, dreht den Spieß für seine Zwecke um und salbadert auf Teufel komm heraus über sein Lieblingsthema. Diesmal handelt es sich um eine Dame, die uns vehement klar zu machen versucht, dass Willy Brandts Leben nun mal völlig neu gesehen werden müsste – durch die Brille der Feministin.

Das Problem ist, dass Leute auf solche Manipulationen hereinfallen. Nachdem ein bisschen Brandt nicht ausreichte, wurde ein bisschen Rodin nachgereicht, und als dies auch noch nicht funktionierte, ein bisschen Gretchen Dutschke und schließlich endet alles darin, dass die Tischplatte durch die Frauenfaust wackelt und man an der Fleischtheke von Supermärkten irgendwas ausprobieren kann, was mit Massekälbern zu tun hat.

Was wurde am Ende gewonnen? Gar nichts. Brandt blieb Brandt und Köhler blieb Köhler. Eine Dame hat einen Haufen Dampf abgelassen zu einem Thema, das (nicht nur) dort äußerst unpassend war. Schließlich der überwiegend vergebliche Versuch des Bloggers W.v.S., dagegen zu halten. Vergeblich, weil es mindestens für Männer aussichtslos ist, sich mit plakativ agrumentierenden Feministinnen zu streiten, zumal die Bloggerin, wenn es denn hart auf hart geht, sofort ins nächste rhetorische Mauseloch schlüpft.

Was bleibt? Ein angeblich verwirrter W.v.S., den die Auseinandersetzung sichtlich beeindruckte und der am Ende sogar seine Leser fragte, ob er sexistisch oder frauenfeindlich wäre.

Falls sie gerne wissen möchten, was ich dazu zu sagen habe: Seien sie, liebe Mitmenschen, ob sie nun Frauen oder Männer sind, einfach immer authentisch, in vulgo „so, wie sie eben sind“. Sonst noch etwas? Ja. Lassen sie bitte die Toten ruhen. Sie können sich nicht mehr wehren. Willy Brandt nicht, Rudi Dutschke nicht und Rodin erst recht nicht.

Ach ja: Sollten sie sich nun für die Bloggerin interessieren, die sich so wirksam ins Bild gebracht hat: Hier ihr Blog auf Twoday und dort ihrer auf 20six.

 

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