anstoss

  sehpferdvs sehpferds magazin für anstöße und anstößiges
Hatte ich ihnen nicht heute eine Geschichte von den „Schwarzen Witwen“ aufgetischt. Da wusste ich noch nicht, dass auch noch die Gottesanbeterinnen zur Sprache kommen würden.

Nämlich in einem Interview mit dem Merkel-Biografen Gerd Langguth:
(Zitat von hier):

(Ist es bei Frau Angela Merkel) ...wie bei der Gottesanbeterin, die nach der Begattung das Männchen umbringt?

Langguth: Hier geht es nicht um Sex, sondern um Politik. ... auch mit Konkurrenten geht sie nicht zimperlich um ...die Zahl ihrer Skalps ist enorm.

Interessantes Thema – Montags, aus meinem Papierkorb – wie überlebt man eigentlich Sex mit einer Frau, in deren Netzen man sich restlos verfangen hat?

Ich meine, außerhalb der Welt der „Schwarzen Witwen“ – dort muss man sich als Mann nur „einschnüren“. Ich glaube nicht, dass dies bei männlichen Menschen funktioniert.

Betriebe, die Dienstleistungen oder Waren zur Befriedigung sexueller Bedürfnisse“ anbieten, dürfen sich in irgendwelchen Stadteilen von Düsseldorf nicht mehr ansiedeln.

So ein Pech aber auch.- müssen die Leute eben wieder im Internet kaufen – jedenfalls die Waren. Wobei mir einfällt – die Dienstleistungen, könnte man die nicht beim Pizza-Service mitbestellen?

Nun, ich glaube, den Satz streiche ich mal wieder – und frage mich, warum die Pacht denn eigentlich in diesen Stadtteilen so hoch ist, dass sich kein Pizza-Service mehr ansiedeln kann. Sehen sie, so wird eine anständige Nachricht daraus – und jetzt schnell im Papierkorb veröffentlichen.

Wie ich gerade lese, kann „jeder fünfte Deutsche“ auf Sex in der Beziehungen verzichten. In einer mit einem stinknormalen, andersgeschlechtlichen Partner, wie ich vermute.

Kein Wunder, dass es keine erotischen Nachrichten mehr gibt – und sollte die Enthaltsamkeit beim Gebären vielleicht auch ihren tieferen Grund in der Verweigerung der nämlichen zwanzig Prozent haben?

Ach so – der Trend ist aus „Amerika“ (merkwürdiger Ausdruck für das Land) „herübergeschwappt“. Na sehen sie mal, wie die Trends so schwappen. Man kann sich auch als Wissenschaftler ganz schön lächerlich machen, wenn sie mich fragen.

Der Witz offenbart sich eigentlich nur in englischsprachigen Ländern, aber ich bringe diese Meldung dennoch: Wenn sie eine Schlampe werden wollen, können sie ab sofort „Schlampen-Pillen“ kaufen – 180 Stück in der Packung, das reicht lange für eine Schlampe.

Das schlechte an der Sache: Sie wirken nicht bei menschlichen Schlampen („Bitches“) sondern nur bei denen, von denen sie ihren Namen haben – Hündinnen nämlich.

bitch

Bei ihnen wirken sie nicht

Eines sollte jedem Menschen klar sein: Wer unter Gewaltanwendung zur Prostitution gezwungen wird, verdient unser Mitleid, und dort, wo es möglich ist, eine neue Chance – auch, falls es sich bei der Frau um eine illegale Einwanderin handelt.

Das ist die gute Seite an den Botschaften, die gerade aus Schweden zu mir kommen: dort will man möglicherweise in Zukunft Frauen, die als Prostituierte gegen ihren Willen arbeiten mussten, eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis geben.

Die schlechte Seite: Nach schwedischem Verständnis, das ausgesprochen stark von feministischen Kräften beeinflusst ist, sollen Männer, die solche „Sklavinnen“ als Bettgefährtinnen nehmen, wie Vergewaltiger bestraft werden.

Es ist wie so oft in Schweden: Man will das Gute im Menschen herausarbeiten, und fördert doch nur das Böse: Wenn die käufliche Sexualbereitschaft, sei sie fremd beeinflusst oder nicht, nämlich mit der Vergewaltigung gleichgesetzt würde, dann würde das widerwärtige und menschenverachtende Verbrechen der Vergewaltigung abgewertet.

Zudem haben die schwedischen Neomoralisten offenbar eine merkwürdige Vorstellung von Prostitution: sie glauben, dass vor der Tür einer „Sexsklavin“ ein Mann steht, der den Hurenlohn kassiert – und das, so meint man, sei dann eben das deutliche Zeichen für den Zwang. Wenn es so einfach wäre, dann wäre die Welt wirklich ein beschaulicher Ort, an dem die Guten daran zu erkennen wären, dass sie gut sind und die Bösen daran, dass sie Böse sind. Vielleicht hätten die schwedischen Politiker mal ihre Polizei fragen sollen, bevor sie darüber in der Öffentlichkeit reden?

Nun, lassen wir die Schweden in Ihrem Glauben. Nur vermeiden sie bitte, in Schweden auch nur in die Nähe eines Bordells zu gehen.

Manchmal würde ich ja gerne zu den lustigen Seiten der Pornografie verlinken, aber dort befinden sich dann leider auch immer Dinge in der Nähe, die aus mehreren Gründen nicht mehr so lustig sind. Erträglich finde ich die Kritiken der Erotik-Seiten von Jane, überhaupt eine der verlässlichsten Quellen für Qualität im Netz.

Doch es gibt immer wieder auch andere Kritiker, zum Beispiel solche, die ein Blog betreiben. Boogie und Fry, zum Beispiel – ich kann aber nicht zu ihnen verlinken, weil sie auf ihrer Seite ständig irgendwelche Bilder aus den kritisierten Seiten zeigen – Großaufnahmen, versteht sich – also kein Link für die Seite: Cynical Porn reviews of Porn Sites von Boogie und Fry.

Also, ich weiß nicht genau, wie ich Ihnen das erklären soll, aber – ich liebe das Varieté, die Revue, die Girl-Truppen und nicht zuletzt die Burleske.

All das ist schon ein wenig Schnee von gestern, gibt es doch das Internet und sehr intime Striptease-Shows – aber die artistische und komödiantische Erotik von damals war eben etwas ganz anderes.

Nun kommt sie wieder, die Burleske, Vielleicht jedenfalls – und ganz bestimmt bei Mia Jenning's Burlesque troupe.

Mehr über die alten Stars der Burleske hier.

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn sie weiterhin meine Meinungen zu deutschen Blogs lesen wollen, wechseln sie bitte zu meiner neuen Seite .

Ihr Sehpferd

Liebe Leserinnen und Leser,

ich schließe alle Beiträge zur Wahl 2005 mit dem heutigen Tage und teile Ihnen mit, dass ich mich über die Wahl und die unmittelbaren Themen, die dazu gehören, nunmehr ausschließlich auf dem Wahlblog äußere.

Kleine Pikanterien aus dem Umfeld der Politik sowie andere Meinungen zu Deutschland und deutschen Blogs finden sie in aus meiner Feder in Zukunft nur noch auf dieser Seite.

Ihr Sehpferd

Ich habe heute meine Bloglinks aufgeräumt. Wenn ich zu Ihrer Seite nicht verlinke, obwohl sie mir gefällt, dann liegt dies an meiner Konzeption, die ich etwas verändert habe. Nicht mehr verlinkt wird auch der Schockwellenreiter, dessen Weblog zwar mittlerweile immer noch viel gelesen wird, dessen Beiträge aber zu einseitig geworden sind, um das Blog hier weiter zu verlinken. Leider nicht mehr in meinen Links: Jimmy. Er hat sein Blog wegen einer Erkrankung aufgegeben.

Ich weise noch auf meine neue Seite hin, auf der ich nunmehr die neuesten Nachrichten aus Politik und Blogger-Interna weiter schreibe. Sie werden bereits mittelfristig hier nicht mehr erscheinen.

Bis zur Wahl können sie mich auch regelmäßig hier lesen.

Das Weblog Spreeblick hat es mit der Ankündigung, in Zukunft als Kommanditgesellschaft zu firmieren und das Blog im Verbund mit anderen über Werbung zu finanzieren, bis in den Focus geschafft.

Unter den Altbloggern, die in der Wirtschaft so etwas wie ein tefulisches Element sehen, hat diese Aktivität zahlreiche Proteste hervorgerufen. Es gibt sogar einen „Krieg gegen Spreeblick“.

Bislang hatte man vom Spreeblick, wenn überhaupt, nur die harsche Kritik an Jamba gehört – ansonsten war das Blog zum Fürchten langweilig, wurde aber dennoch relativ häufig verlinkt – davor muss man eigentlich schon wieder den Hut ziehen.

Ich erinnere mich noch an einen eindeutigen Artikel gegen Werbung im Spreeblick, bei dem der Inhaber harsch die Meinung der Bildzeitung kritisierte, dass Werbung schon recht bald in erheblichem Maße in Weblogs erscheinen würde.

Inzwischen hat man die Seiten gewechselt: Entstanden ist nun die „Spreeblick Verlag KG“, die sich in Zukunft innerhalb eines Blogverbundes mit Werbung und Sponsoren finanzieren lassen will.

Ob das Konzept aufgeht, wird abzuwarten sein – zwar ist der „Spreeblick“ auf dem richtigen Weg, aber die Beiträge im neuen Verbund sind immer noch etwas dürftig – doch das kann man ja noch ändern.

Also zunächst: Herzlichen Glückwunsch zum späten Meinungswandel, Spreeblick. Ich bin gespannt, wie die konservativen Betonköpfe unter den Bloggern reagieren werden, die darin sicherlich eine erneute „Verzweckung“ der Blogs sehen. Erste Kommentare zeigen schon deutlich den Schaum, der ihnen vor dem Mund steht.

Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – fast immer sonntags

Diese Woche war vor allem von den unsäglichen Querelen geprägt, die uns die deutsche Bundespolitik bereitete – und außer den Grünen, die sich sehr gelassen auf eine Zeit der Opposition vorbereiten, verfielen die übrigen Parteien und solche, die es noch werden wollen, in eine hektische Standort- und Personensuche. Am schlechtesten sah die Sozialdemokratie aus: Es gab keinen Leim mehr, der sie zusammenhält, nicht einmal mehr die Demokratie: der Bundespräsident wurde in übler Weise beschimpft und beleidigt, und einige meiner Mitblogger dachten noch, dass dies gar nicht schadet: Der Präsident wäre schließlich kein König. Nein, er ist nur der Repräsentant des demokratischen Staates, und das Ausland sieht sehr wohl, dass die SPD-Männer, die hier eine große Lippe riskiert haben, gegen ungeschriebene demokratische Spielregeln verstoßen haben. Einige tun das, im übrigen, nach wie vor.

Eine Woche der Politik? Ja, auch. Blogger schicken sich gerade überall an, Wahlblogs zu installieren – offenbar mit Erfolg, aber noch ohne durchschlagende Wirkung. Es ist wahrhaftig so, dass uns in Deutschland ein guter politischer Diskussionsstil fehlt, und wir ihn erst finden müssen. Außerdem ist es sehr schwer, Journalisten und Blogger mit einem vielfältigen politischen Spektrum für Blogs zu begeistern: Meist wird den Linksparteien viel zu viel Aufmerksamkeit beigemessen, derzeit insbesondere dem äußerst merkwürdigen Linksbündnis, das in Wahrheit so „links“ gar nicht ist: beide Gallionsfiguren sind tief in die Bürgerlichkeit eingebettet.

Mal sehen, was noch kommt: Witz und Weiblichkeit fehlt in den politischen Blogs, möglichst in Verbindung miteinander. Nur, wenn die Schreibe flott ist und neben typischen Politikeraussagen auch Volkes Stimme mit ein bisschen Politpfeffer verwurstet wird, kommen wir zu viel gelesenen Politblogs. Sonst langweilen wir uns – früher oder später.

Für mich persönlich stehen ganz andere Fragen zur Debatte: Ich will mit anderen Blogs kooperieren, und zwar in Themen-Blogs, denn ich halte die Art und Weise, wie bisher gebloggt wird, für wenig zukunftsträchtig: Einzelmensch sitzt vor dem PC und schreibt alles, was ihm so durch den Kopf geht ist ein Auslaufmodell – jedenfalls für den Teil der Massenkommunikation, den Blogger abdecken könnten. Ich weiß, dass es die Inselchen gibt, in denen fünf Leute ständig miteinander posten und dies furchtbar witzig finden, Worthülsen aneinander zu reihen. Ich weiß auch, dass es Menschen gibt, die so etwas für soziales Networking halten. Aber es ist nicht mein Ding.

Wer in letzter zeit Blogs gelesen hat, weiß, dass die Euphorie vorbei ist, und wo sie noch existiert, wird sie künstlich geschürt: Bloggerinnen und Blogger jedenfalls bemerken immer mehr, dass ihnen ihre Linkpartnerinnen und Linkpartner wegbrechen: Blog gegründet, ein halbes Jahr oder noch kürzer auf „Hurra“ gestellt und dann gesehen, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt.

So, das waren meine Probleme: Sie alle können etwas gegen den Verfall der Blogs tun: Ihre emotionalen und geistigen Kräfte in themenbezogene Blogs einbringen. Und sie könnten vielleicht dies hier mal lesen.

Wenn ich irgend etwas hasse, dann die Stellvertreter-Meckerei des recht gut verdienenden Mittelschicht an den sozialen Verhältnissen der deutschen Familie. Mit ihrem ständigen breit machen und wegdrängeln verhindern sie, dass den Menschen geholfen wird, die wirklich Hilfe benötigen..

Klar, dass eine Familie, die 3700 Euro netto heimbringt (das ist nur das Durchschnittseinkommen der 2-Kinder-Familie) , auch noch andere Bedürfnisse hat als die Kinder durchzubringen. Ein Eigenheim ist ja schon überwiegend vorhanden, und ein sattes Sparkonto auch, aber man könnte sich ja immer noch mehr vorstellen.

Meine Leserinnen und Leser, lassen sie sich bitte nicht für dumm verkaufen. Eine Mittelschicht-Familie mit halbwüchsigen Kindern und zwei Verdienern hat sehr wohl die Mittel, für die eigene Altersversorgung Geld zurückzulegen, und das Kindergeld tatsächlich für die Kinder zu verwenden. Wenn die Mittelschicht (vor allem in der mittleren Generation) nicht mit Geld umgehen kann, muss sie es eben lernen.

(Damit keine Missverständnisse aufkommen: Meine Eltern waren nicht auf Rosen gebettet: Kein Kindergeld für das erste Kind, kein Spitzeneinkommen, einfachste Verhätnisse, Not, Winter 1947 - nichts zum Fressen (wörtlich gemeint), minus 20 Grad im Winter und nichts zum Heizen).

Nach Presseberichten will die schwedische Sozialdemokratie demnächst Zwangsquoten für weibliche Führungskräfte in der Wirtschaft einführen: Die Geschlechterquote soll 40 Prozent für Frauen betragen – dies kündigte der schwedische Justizminister Thomas Bodström an.

VDer Bielefelder Forscher Prof. Hans-Udo Eickenberg will wissen, dass Männer in der Familie gesünder leben als sonst irgendwo und meint, das müsse man den Männer wohl mal sagen, damit sie für mehr Nachwuchs sorgten.

Freilich, so meine ich, lassen sich viele Männer schon deswegen nicht auf Kinder ein, weil ihnen das Scheidungsrisiko viel zu hoch ist – denn die Ehefrau kann jeden Tag entscheiden, dass ihr die Ehe nicht mehr gefällt und mit den Kids abhauen. Und dann ist das soziale Überleben des Vaters extrem gefährdet – er darf nämlich nur noch zahlen. Allein die Vorstellung eines solchen Horrorszenarios schreckt genügend ab, um zu sagen: Kinder: Nein, danke.

Bevor ich vergesse, ihnen dies zu erzählen: die Mückenscheuche für missgünstige Medien ist erfunden. Vorgestellt wird sie dieser Tage auf einer Veranstaltung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Glauben sie nicht? Aber bitte schön, doch.

Sehen sie, und nun kennen sie auch den Namen der Mückenscheuche: Blogs.

Irgendwie wusste ich es immer, aber nun las ich es zum ersten Mal: Bloggen ist eine Religion, die Religion der Wahrheit.

Wenn es denn so ist, dann begreife ich langsam, warum ein großer Teil des Bloggervolkes sich immer wieder in die kühnsten Ideologien verbeißt: Sie halten diesen wilden Naturgarten hier offenbar für das Paradies – und nun verstehe ich auch, warum all diese Sozialfantasten glauben, dass Manna vom Himmel fallen wird und sich Wasser automatisch in Wein verwandelt: Alles Religion.

Soweit der harte Kern der Blog-Religion. An der Legende um einen Religionsstifter wird sicher im Moment gerade gestrickt, und eigentlich fehlt nur noch ein Bloggergott.

Der Text in aller Kürze (zitiert nach dem MEX Blog)

Blogging is not just a publishing format, they say. Not merely a tool. Jason actually talked about blogging as a “belief”. A belief in the truth”.

Wenn es denn so ist: Ce n’est pas un blog.

Dies müssen sie sehen – und wenn sie eine Dame sind, sollten sie gleich den großen Wunschzettel zur Hand nehmen und ihn anschließend ihrem reichsten Gönner in die Hand drücken – denn die Sachen (Preise in englischen Pfund) sind nicht gerade klein.

Dafür ist das Angebot aber auch ausgesprochen sexy. Am Besten, sie gucken mal selbst.

damaris lingerie

(c) 2005 by damaris

via touche sexy and via fleshbot

Da liegt sie also, die Wundertüte: Ein bisschen Abfall der Weltpresse, der anderwärts in den Papierkorb wandert, durchaus zu Recht. Ein paar Bonbons aus der Welt der körperlichen Liebe, schön süß-sauer gemischt. Ein wenig Kritik an der Arroganz der Kirchen und der Gewerkschaften, der Parteien oder der Institutionen, und dann und wann einmal an der Oberflächlichkeit mancher Journalisten. Blogger spare ich mal aus: Lernphase.

Soweit, so gut. Ich betreibe kein Gewerbe, dem dieses Blog irgendwie nützt, doch ich erwarte mittelfristig (also innerhalb von zwei bis drei Jahren) einen Nutzen. Bislang ist ein solcher nicht erkennbar.

Sehen sie, liebe Leserinnen und Leser, es wird so oft beklagt, dass Menschen hier verschwinden, einfach so. Das passiert meist, wenn die aktuellen Fragen des Alltags Vorrang bekommen – dann müssen sie eben auf ihre Lieblingsautorinnen und Lieblingsautoren verzichten. Aber es passiert auch, wenn sie da tun, was ich jetzt seit fast zwei Jahren praktiziere: Tag für Tag den Gegenwert von mindestens fünfzig Euro (wenn nicht weit mehr) an Zeit in dieses Blog hineinzupumpen.

Sehen sie, und ich hätte nun wirklich gerne einen Nutzen vom Schreiben.

Man kann mir beispielsweise Kolumnen und Gastbeiträge anvertrauen. Nicht nur, wenn sie ein Blog betreiben, sondern insbesondere, wenn sie eine Zeitung herausgeben. Sie können Themenblogs gründen und mich dorthin locken, um mit ihnen etwas auf die Beine zu stellen.

Sie könnten mich natürlich auch zu Tagungen oder Konferenzen einladen. Wenn sie in so etwas nicht involviert sind, können sie mich ihre Projekte beurteilen lassen, bevor sie verwirklicht werden, um potenzielle Probleme darin zu finden. Noch habe ich dazu nur wenig Zeit, aber auch das wird sich einmal ändern.

Sie könnten natürlich auch einfach die Stadtblogs fördern oder irgendetwas, das mir am Herzen liegt. Sehen sie, sie haben bestimmt etwas, das ich brauchen kann – und ich habe eine Menge, was sie brauchen können.

In diesem Sinne, Kolleginnen und Kollegen, kommt sie doch bitte mal zur Sache.

Eine junge Frau, die für die schwedische Regierung in einer Anti-Drogen-Kampagne tätig war, ist gegen eine Abfindung von etwa 43.500 Euro entlassen worden, nachdem bekannt wurde, dass sie in früheren Jahren einmal in der Erotikbranche gearbeitet hatte. Dies berichtete die norwegische Tageszeitung „Aftenposten“ in ihrer englischen Ausgabe.

Nun, ich kenne die Umstände nicht, unter denen dies geschah, aber eine ist mir inzwischen ohnehin klar: Schweden wird immer mehr zu einer einsamen Insel eines radikalen, konservativen Feminismus, der mit seiner sauertöpfischen Moral seinesgleichen in Europa sucht.

Falls sie noch nach einer erotischen Lust suchen, die ein bisschen abseits des Üblichen liegt, aber ganz und gar ungefährlich ist und bei den Damen garantiert nicht zu Schwangerschaften führt – bitte, ihnen kann geholfen werden.

Das Objekt der lüsternen Begierde sind dabei die rasierte Achselhöhlen der Damen, die gewissermaßen zum Appetitholen erst einmal als Fotoserie angeboten werden.

Wahrscheinlich wissen die Damen auf einer japanischen Webseite genau, worum es geht, und vielleicht sagen sie es auch jenen unter uns, die japanisch sprechen – ich nicht.

japanische achselhoehlen

(c) 2005 by shimiken.e-city

Vielleicht hätte ich die Geschichte von Borghild erfinden sollen, der angeblichen Liebespuppe, die als Prototyp für Soldaten aus Hitlers Wehrmacht gedacht war? Nein, lieber nicht. Wenn schon, dann könnte ich die Geschichte einer Liebesaffäre zwischen einem alternden Lüstling und einer verführerischen Schönheit erfinden, die sich letztlich als Automat erweist? Ach so, sie kennen auch diese Geschichte. Moderne Version gefällig?

Nun, Gramse könnte (ich tue so etwas nicht) heute Nacht eine Dame treffen, die keinen Hehl daraus macht, sich dem weitaus zweitbesten Mann hinzugeben, der gerade durch die Tür kommt. Nach erfolgreicher Verrichtung und labendem Schlaf stellt er beim Aufwachen fest, dass eine leere Liebsespuppenhülle auf dem Boden liegt, die noch deutliche Spuren der Benutzung zeigt.

Doch lieber keine solche Geschichte? Na, dann aber auch keine von Borgholde, oder wie die Dame hieß.

Wenn sie eine Dame sind und demnächst einen Liebhaber empfangen, dem sie vorgeflunkert haben, noch nicht viel erotische Erfahrungen zu haben, (gar keine würde ich nicht empfehlen, das stößt ab) dann brauchen sie flüssige Jungfrauen-Tropfen.

Am besten, sie verschwinden 15 Minuten vorher (so steht es jedenfalls auf dem Beipackzettel), um ihr Näschen zu pudern und die besagten Tropfen dabei an dem gewünschten Ort zu platzieren, da das Mittel etwa diese Zeit braucht, um seine Wirkung zu entfalten.

Falls ihr Liebhaber ein Schleckermäulchen ist, wird er allerdings nicht viel Freude haben – wenn es das ist, was draufsteht, muss der Geschmack abscheulich sein.

Via Blogywood

Falls sie einmal eine Verrichtung vorhaben sollten, stellen sie bitte sicher, dass eine entsprechende Box vorhanden ist. Sollten sie daran interessierst sein, die Verrichtung gegen Geld anzubieten, aber bitte auch: Die Stadt Berlin hätte es bitte nicht so gerne, wenn sie ihre Verrichtung in den Grünanlagen wahrnehmen würden.

Sie meinen, eine Verrichtung sei eine Notdurft? Oh nein, es ist eine Behördenumschreibung für die körperliche Liebe, und eine Verrichtungsbox ist eben jener Ort, an dem sich eine ziemlich unromantische Verrichtung kurzfristig ausrichten lässt.

Oder eben so: „Der Wirtschaftsstadtrat von Mitte, Dirk Lamprecht (CDU), ... sagte, es gäbe bislang weder Anträge zur Aufstellung solcher Verrichtungsboxen, noch seien der Stadt irgendwelche Überlegungen bekannt, dass solche Boxen aufgestellt werden".

Die Saison für derartige Verrichtungen wird die Fußball-Weltmeisterschaft sein - und aus ihrem Anlass will die Stadt auch noch 100.000 Verrichtungsschutzutensilien verteilen lassen – da kann man nur sagen: Sehpferd wünscht gute Verrichtung.

Höret, ihr Deutschen, der Weg ist gefunden. Wisset, dass er nicht in der Senkung von Abgaben noch in der Erhöhung solcher besteht. Denn jemand ist gekommen, das Heil zu bringen: Jürgen Liminski ist sein Name, und er ist wahrhaftig ein gestandener Journalist – was freilich nichts darüber sagt, wie kompetent er ist.

Jedenfalls weiß er dies: Uns fehlen acht Millionen Konsumenten. Wären sie da, würde auch die Wirtschaft boomen. Wo wir dir herkriegen? Na Babys, was dachten sie? Wie man sie bekommt? Ach, das wissen sie nicht? Na, dann lesen sie mal.

 

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