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Irgendwie ahnten wir es: Seit es massive kommerzielle Interessen am Sex-Fernsehen gibt, sind die Pornografiegegner mit den Pornografiebefürwortern auf Schulterschluss gegangen: Nie waren sich alle so einig, dass der Rotlicht-Schmutz, zwischen 0 und 6 Uhr gesendet, Kinderherzen verdirbt und Erwachsene vom Pfad der Tugend abbringt. Freilich nur, solange es „Free to Air“ gesendet wird – wenn man dafür bezahlt, ist es in Ordnung.

Sollte ich jetzt von einem Sieg des erotischen Bezahlfernsehens sprechen? Ich bin sicher, jeder der Beteiligten würde diese Lesart entschieden zurückweisen. Aber es ist doch sehr merkwürdig, dass sich die deutschen Fernsehsender dem Bezahlfernsehen so ein schönes Geschenk gemacht haben.

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Was kann für eine Frau schöner sein als sich vor Männern auszuziehen? Nein, das ist keinesfalls ein chauvinistischer Ausfall des Chronisten, sondern der Eindruck, den offenbar die Leiterin der Leipziger Strip-Schule, Heidi Wittwer, hat.
in der Frau lernen kann, wie sie sich so auszieht, dass die Männer Stielaugen bekommen.

Ihre Meinung: Bevor es die Damen zum ersten Mal auf der Bühne täten, sei ihnen so übel wie nie zuvor, doch wenn sie es einmal gemacht hätten, sei es „so geil“, dass man die Frauen gar nicht mehr von der Bühne herunterbrächte.

Die Chefin selbst ist keinesfalls ein West-Import: Heidi Wittwer strippte schon zu DDR-Zeiten: Erst lernte sie im „Grünauer Karnevalclub“, dass Misswahlen nicht ganz so kapitalistisch waren, wie man vermuten würde, und wurde dort „Miss Leipzig“. Der nächste Schritt war der „Freie Deutsche Gewerkschafts-Bund“ der DDR, wo die Genossen beim Varietégenuss von ihr als „Nummerngirl“ in knappen Dessous aufgeheitert wurden, und schließlich ließ sie dann vor den DDR-Eliten alle Hüllen fallen: In selbst geschneiderten Bühnenkostümen konnte man dort auch schon mal an dem partizipieren, was es in der Alltags-DDR selten gab: Ananas und Schampus, zum Beispiel.

Vor den Erfolg freilich hat auch Gott Eros den Schweiß gesetzt: Nicht schön muss man sein, aber Ausstrahlung haben – und vor allem hart trainieren, sonst wird man „eine Stripperin, die keine ist“ – und solche mag die nach Perfektion strebende Lehrerin nicht leiden.

Wenn das Thema auf „Übergriffe“ beim Strip kommt, weiß Heidi Wittwer freilich andere Geschichten zu erzählen als die Boulevard-Presse: Vor allem um ihre Jungs hätte sie Angst, sagte sie der Zeitschrift „Strip:“: Vor allem bei den auch heute noch üblichen „Frauentagspartys“ würden ihre männlichen Stripper ganz schön zerrupft: da werden schon mal ein paar Knöpfchen abgerissen, und dann und wann soll auch schon mal eine begeisterte Dame einen Herrenslip als Andenken mitgenommen haben.

Auf der nach Eigenangaben größter Erotikmesse der Welt, der EROTICA, die alljährlich im Londoner Stadtteil Kensington stattfindet, soll der Weltrekord im Massenküssen gebrochen worden sein. Mit 2000 küssenden Paaren, also 4000 Personen habe man den in den USA aufgestellten Rekord um 800 Küsserinnen und Küsser übertroffen. Insgesamt hatte man an drei Messetagen mehr als 70.000 Besucherinnen und Besucher erwartet, die an etwas über 200 Ständen ihren Bedarf an erotischen Materialen aller Art decken konnten. Traditionell sehr auf Fetisch-Kleidung aller Art ausgerichtet, waren dieses Mal nach Presseberichten mehr Möbelhersteller zu sehen, die dem mono- wie auch dem polygam genutzten Lotterbett noch einige fesselnde Elemente hinzufügt.

gelesen bei Ananova

Der Mensch ist bekanntlich der sinnlichen Welt besonders zugewandt, und dazu gehören natürlich auch Töne. Kinder und jugendliche sollen davon eine Menge hören: Zwischen 20 und 20.000 Hertz, wobei die 20.000 meist als 20 Kilohertz geschrieben werden. Freilich gibt es Menschen, die das Gras wachsen hören, namentlich Käufer von HiFi-Anlagen über 50.000 Euro. Die behaupten nämlich, man könne zwar nur 20 Kilohertz hören, aber bis zum doppelten fühlen. Natürlich wissen wir nicht, womit sie dies „wahrnehmen“, aber das ist egal. Mit einem HiFi-Heiligen kann man über Frequenzen zu wenig diskutieren wie mit einem katholischen Priester über die Sakramente.

Doch die Meldung, mit der Annanova jüngst daher kam, mutet doch merkwürdig an: In der ersten Meldung vom 13. November hieß es nämlich noch, das weibliche Orgasmen von einer Musik mit einer Frequenz von 33 Megahertz beflügelt würden.

Irgendwie müssen die Redakteure gemerkt haben, dass sie die Frequenz ihres Computers wohl mit der Frequenz der Orgasmen verwechselt hatten und korrigierten: Nun waren es plötzlich 33 Hertz. (Für Akustik-Laien: 33 Schwingungen pro Sekunde). Ob der Orgasmus nur durch direkten Kontakt mit der Membran des Basslautsprechers, im Medium Luft oder durch Übertragung von Körperschall erreicht werden konnte, entzieht sich allerdings nach wie vor unserer Kenntnis.

erster Artikel
zweiter Artikel

Wie merkwürdig Journalisten mit dem Thema „Prostitution“ umgehen, beweist ein jetzt erschienener Artikel in „YAHOO“, der in seinen Grundzügen von AP stammen dürfte: Zunächst wird mit Recht darauf hingewiesen, dass es einen verbrecherischen „Frauenimport“ aus den ehemaligen Ostblockländern gibt, dann werden Zahlen aus Polizeiquellen genannt, was richtig ist: dies ist ein Verbrechen. Schließlich wird darauf hingewiesen, dass die Dunkelziffer viel höher sei.

So weit, so schlecht, doch da man ja gerade mal am zitieren von Polizeiberichten ist, werden dann „BKA-Angaben“ verwendet, nach denen Frauen „legal mit einem Drei-Monats-Visum“ nach Deutschland einreisen würden. Und nun kommt es: „während das Visum gilt, verstoßen sie bereits gegen ausländerrechtliche Bestimmungen“ – klar ist das so, aber was bitte ist ein „Verstoß gegen ausländerrechtliche Bestimmungen“ gegen den organisierten und menschenverachtenden Frauenhandel?

Es scheint so, als ob die Journalistenfreunde bei YAHOO oder eben bei AP alle Maßstäbe abhanden gekommen sind: Da werden Frauen genannt, die keinerlei Ahnung hatten, welche Tätigkeit sie in der Bundesrepublik ausüben würden, und die als Sexsklaven gegen ihren Willen handeln müssen, und sie werden den Frauen gleichgestellt, die wussten, dass sie als Prostituierte arbeiten würden, und last not least werden diese wieder mit Frauen verglichen, die aus freier Entscheidung und auf eigene Faust mit einem gültigen Visum einreisen, um in Deutschland als Prostituierte zu arbeiten: Ein relativ geringfügiges Vergehen gegen das Ausländergesetz.

Auf diese Weise wird der Frauenhandel, der im Titel als „Sklavenhandel“ bewertet wird, auf eine Stufe mit einem simpeln Vergehen gestellt – und der ganze Artikel, der ansonsten in seiner Ernsthaftigkeit nicht zu bezweifeln ist, wird abgewertet.

© 2003 by sehpferd press

Die Salzburger Nachrichten haben darauf hingewiesen, dass Politiker ihre Wahlen möglicherweise mit billiger Volksempörung über so genannte „Frauenimporte“ gewinnen wollen. Freilich war der Gegenstand der Berichterstattung über alles empörend, doch schreibt die Zeitung, dass sich mit dem Slogan „Huren – Nein Danke“ eben auch positive Stimmung machen lässt.

Doch was macht das offizielle Wien abends, wenn Entspannung angesagt ist? In den 22 Bordellen der Stadt arbeiteten 265 offizielle Huren, so weiß die Zeitung, und sie sagt, dass diese ja wohl irgendwo her die Freier beziehen müssen, und schlussfolgert: Tagsüber Empörung – Abends Puff. Und einige der bei Tag empörten „Herren“ hat, wie es scheint, nicht gestört, dass die „Dame“, die sie besuchten, erst 15 Jahre alt war.

Dabei rechnen selbst die Salzburger Nachrichten nicht diejenigen Damen mit, die sich verwehren würden, „Huren“ genannt zu werden: wer einem beiläufigen „Freund“ nicht Stunden- sondern Nächteweise zur Verfügung steht, gehört in eine andere Kategorie – denn es ist nicht verboten, in Österreich mit Fremden auszugehen

Die Betreibergesellschaft des österreichischen Erotiksenders „TV6“, der aus einem Etablissement in Linz ausgestrahlt wird, ist von der Aufsichtsbehörde am 07. November 2003 energische gerüffelt worden: Demnach hat der Sender morgens zwischen 6:00 und 8:00 Uhr noch hocherotisches Material ausgestrahlt, während die Sendungen im Nachtprogramm zwischen 23:00 und 6:00 Uhr nicht genügend gekennzeichnet waren: Das Gesetz sieht aber vor, dass solche Sendungen akustisch angekündigt und auch optisch gekennzeichnet würden. Genaueres über den Verweis der Regulierungsbehörde ist auf der Webseite von „tkc.at“ zu finden.

Wie Medienbeobachter berichteten, ging es vor allem um die Beiträge des Ehepaares „Boris und Steffi“, die in mehreren vorproduzierten Shows gewagte sexuelle Darbietungen zeigten, und deren Oralkontakte man kurz nach Mitternacht auch „Live“ bewundern konnte. Morgens wurden dann Damen auf der Scheibe einer „Peepshow“ gezeigt, die sich deutlich bemühten, ihre weit geöffneten Schenkel in aufreizender Weise zu präsentieren.

Inzwischen ist auf TV6 außer einem ziemlich nicht sagenden Go-Go-Girl-Programm nichts erotisches mehr zu sehen – statt dessen laufen im Abendprogramm „Gameshows“ rund um die Uhr. Möglich, dass etwas anderes zu sehen wäre, wenn man gegen drei Uhr in der Nacht aufstehen würde – doch das ist nicht unbedingt des Chronisten Pflicht.

„Gibt Gott ein Häschen, gibt er ein Gräschen“ sagen die frommen unter den Gutmenschen, doch Herr Stoiber und seine Gefolgsleute wollen noch viel mehr: Sie wollen gleich 50 Euro-Ostereier pro Kind und Monat an die Rentenkasse überweisen – freilich weiß bislang niemand, wo die herkommen sollen. Und so richtig überwiesen werden sollen die ja auch nicht – eher schon gutgeschrieben.

Da man selbst im katholisch ausgerichteten Bayern weiß, dass Manna heute nicht mehr vom Himmel fällt, stehen die Opfer schon fest – die Kinderlosen nämlich sollen jetzt mal endlich ihre „verdiente“ Sozialstrafe bekommen – sie sind nämlich von Stoiber und seiner Partei zum Melkvieh der darbenden Nation auserkoren worden.

Fragt sich nur, wie weit die unverschämten Leute um Stoiber und seine kirchennahen Berater noch gehen wollen: Vielleicht wollen sie demnächst den Kinderlosen auch noch das Wahlrecht entziehen – zuzutrauen wäre es ihnen.

(c) 2003 by Sehpferd Press

Wer bislang dachte, Sinnlichkeit und Bäume würden bei den Poeten nur Im Frühjahr Assoziationen auslösen, hat seine Rechnung ohne einen Dichter der Moderne gemacht, der diesen denkwürdigen Satz jetzt in der „Süddeutschen Zeitung“ veröffentlichte: „Denn gerade erscheinen die Jahreskalender 2004 vieler Zeitungen und Magazine, auf denen pralle Weiblichkeiten sich sinnlicher entblättern als die Bäume im Herbst.“

Nun, ob sie immer „sinnlich“ sind darf bezweifelt werden und ebenso, ob die Damen immer dort „prall“ sind, wo der Chronist der „Süddeutschen“, Henning Klüver, dies erwartet. Doch mindestens dies ist sicher – von Kalendern ist die Rede, von solchen ais Italien, und eben jenen aus Italien, ohne die Pirelli eben nur eine Kautschukfabrik wäre.

Da staunen wir über die Vergleiche, die uns die „Corriere della Sera“ zieht, wenn sie sich auf die Suche nach der schönsten „Kalendermaus“ macht: Sie verglich die Kalenderdamen mit dem Wein, von dem es gute und nicht ganz so gute Jahrgänge gäbe, aber die Ernte stehe nie in Frage.

Endlich sieht man mal wieder, warum wir poetische Autoren brauchen: Es ist nicht nur Baumstrip-Zeit, sondern auch die beste Saison für pralle Weiber, und als ob das nicht schon zum Mäusepiepen wäre – jetzt kommen auch noch die Spätlesen auf den Markt.

Was mag man in einem solchen Fall wünschen? Ein gutes neues Jahr? Oder besser vielleicht: Gute Ernte?

Jetzt tauchen sie langsam wieder auf, die Anzeigen, die wir ein Jahr vermissen mussten: „Lieber Weihnachtsmann, schenke mir doch bitte dieses Jahr eine Frau“, oder „Weihnachtswunsch: Ich würde so gerne einen netten Mann kennen lernen“. Wer es nicht schon bei seinem Lebensmittelhändler bemerkt hat, weiß es wenigstens jetzt: es wird Weihnachten.

Doch nicht immer suchen Menschen Partner. Der Wunsch, an den Festtagen wenigstens die Illusion einer Gemeinschaft zu erleben, beflügelt manche, eine Anzeige in die Zeitung zu setzen, um einfach andere Menschen zu finden, die auch allein sind.

Ich selber war einige Weihnachten alleine: es ist nicht schön. Man setzt sich am besten an den Computer und arbeitet an einer Homepage oder so etwas, dann merkt man nichts davon. Doch unter völlig Fremden zu sein, nur um nicht allein zu sein? Meist ist es entmutigend: in einer Gruppe Alleinlebender fühlt man sich noch einsamer, als wenn man die Nacht mit einem Bildschirm verbringt.

Nein, dieses Jahr bin ich Weihnachten nicht allein. Doch wäre ich es, ich würde die Nacht wohl wieder lieber mit meinem Bildschirm als mit einer Gruppe triefäugiger Singles verbringen – und mal nach den Weihnachtstagen gucken, ob noch ein einsamer Engel herumirrt, dem ich eine warme Wohnung bieten kann.

Einst war es ein Treffpunkt der Jugend, all jener, die über wenig Geld verfügten aber dennoch einmal nett spanisch essen gehen wollten, das „Andalucia" in Stuttgart, den Eingeweihten immer noch besser als „Casa Mu" bekannt, dann kamen auch die „besseren Leute" und am Samstag bildeten sich Schlangen bis auf die Straße, um einen der engen, aber überaus begehrten Plätze zu erhalten - und niemand störte sich daran, dass der Inhaber eigentlich Grieche war - man kochte ja ohnehin Mittelmeerküche.

Heute sieht das Lokal noch fast genau so aus wie damals, der Inhaber ist immer noch Grieche, wie es heißt ein Verwandter des ehemaligen Wirts und auch die Serviererin betont, eine Nichte des alten, mir bekannten Wirtes zu sein. Das Beste daran aber ist - man kocht noch wie damals, der Wein schmeckt noch wie damals, und auch die „Patatas Bravas", mittlerweile etwas teurer geworden, schmecken noch so wie vor Jahren - und bei einer Portion sind für zwei Personen immer gleich zwei Bestecke dabei, wie früher. Und auch das ist wie früher: Knoblauchsoße gibt es selbstverständlich dazu, aber eine „extra Portion" steht ebenfalls auf der Karte.

Die Inhaber der Webseiten, auf der das inzwischen zurückgezogene Video zu sehen war, in dem die Hotelerbin Paris Hilton und Rick Solomon bei Aktivitäten zu sehen waren, die man besser nicht veröffentlicht, tun alles, um die Flammen klein zu halten, aber es nützt nichts - und auch der Kampf der Anwälte des Hauses Hilton scheint vergeblich zu sein.

Inzwischen hat nämlich die „New York Post" aus der Schule geplaudert: Das Video, so ein Insider, zeige eine in die Kamera starrende Hilton, die versuche, sich von der „besten Seite" zu zeigen. Beide Beteiligte hätten gewusst, dass sie gefilmt würden und Salomon habe sich dabei in Sex-Positionen gebracht, die ... nun ja, den Rest sollte sich der Leser denken.

Auch im Internet kursieren die Videos weiterhin - ob es sich dabei um das Original handelt oder einen Dreiminutenextrakt daraus, der auch an Medien verkauft wurde, ist nicht genau bekannt. Selbstverständlich werden auch nirgendwo die Quellen genannt, aus denen das Video bezogen wurde.

Wie inzwischen aus US-amerikanischen Medien verlautete, soll Paris Hiltons Sexpartner inzwischen Klage gegen die Familie Hilton wegen Rufschädigung eingereicht haben. Wie er sagte, habe Paris Hilton bei dem Video „aktiv mitgewirkt". Der Hilton-Familie warf er vor, eine „berechnende Kampagne" gegen ihn zu führen.

Die ehemaligen Playboy-Playmates „Barbi Twins" wollen nach Pressberichten das Herrenmagazin „Hustler" wegen der dort veröffentlichten erotischen Fotos verklagen. Es soll sich dabei um die Darstellung intimer erotischer Kontakte zwischen den Schwestern handeln, die angeblich von Shan Barbis Ehemann, Ken Wahl, aufgenommen sein sollen, berichtet "The Advocate".

Die Zwillinge behaupten, die Veröffentlichung dieser Fotos würde ihre Karriere zerstören. Zwar gab der Rechtsanwalt der Klägerin zu, beide hätten zuvor „einige“ Aktfotos von sich herstellen lassen, dies sei jedoch nicht mehr die Art von Tätigkeit, die sie jetzt ausüben.

Die Schwestern haben nämlich inzwischen eine neue Karriere im Gesundheitsgeschäft begonnen: Neben einer Fernsehshow gehört euch ein Gesundheitsmagazin dazu. Außerdem werden zahlreiche Gesundheitsprodukte verkauft.

Kommentatoren sagten allerdings, dass „einige“ Aktfotos wohl stark untertrieben sei – in Wahrheit gäbe es eine Menge davon – noch 2003 war der „Barbi Twin Calendar“ ein Renner auf dem Pin-up-Kalender-Markt.

Ich habe mich in den letzten Tagen sehr intensiv mit zwei Reden beschäftigt: der des Fuldaer Bundestagsabgeordneten Hohmann, der diese Rede noch als CDU-Abgeordneter gehalten hat und der der Kölner Erzbischofs Meisner, die in Budapest gehalten wurde. Beide wurden in der Presse heftig diskutierte, wobei die meisten Leser die Inhalte niemals kennen gelernt haben: Wer kein Internet hat, kann beide nicht lesen, wer es hat, macht sich offenbar kaum die Mühe.

Soweit zu den Menschen, die niemals Originalreden lesen. Denjenigen aber, die es behaupten, fehlt offenbar die Fähigkeit zu lesen. Sie können vielleicht noch einzelne Wörter lesen und zusammenhängende Sätze erkennen, doch kann man diesen Prozess schwerlich als „Lesen“ bezeichnen. Dann wäre „Hören“ auch teilnahmslos dasitzen, einige Wörter erkennen und noch einen Satz wahrnehmen.

Lesen bedeutet, soweit ich mich erinnere, einen Sinnzusammenhang in dem zu erkennen, was geschrieben wird – doch genau das ist es, woran es den heutigen Menschen mangelt. Da schreiben zum Beispiel „Anseher“ der Meisner-Rede, sie haben nicht erkennen können, wo sich der Bischoff in verletzender Weise gegen Homosexuelle geäußert habe – und ich selbst kann nicht umhin, zuzugeben, dass ich es beim ersten „Querlesen“ auch nicht verstanden habe. Man muss aber lesen, um verstehen zu wollen, was der Autor meint, sonst braucht man gar nicht erst anzufangen. So musste denn auch ich ein zweites Mal kritsicher lesen: Sätze stehen ja nicht in einer zufälligen Reihenfolge, sondern sollen genau so, wie sie geschrieben werden, eine bestimmte Wirkung im Zuhörer oder Leser erzeugen. Doch da zeigt sich ein zweiter Mangel: Deutsche können offenbar weder in Sinnzusammenhängen lesen, sie verstehen auch nichts von Kommunikation oder Rhetorik. Das ist zwar ein Bildungsmangel, aber einer, den deutsche Schulen sehr gerne in kauf nehmen.

Der Deutsche hat aber einen Sündebock, um seine Mängel zu kaschieren: die Presse. Ohne eigentlich zu wissen, was die Presse ist und wie sie arbeitet, werden dumme und dreiste Behauptungen aufgestellt, sie sei „einseitig" oder „linkslastig" oder, wie jetzt in einem Forumsbeitrag gefunden, eine „linksgesteuerte Lizenzpresse"
Nun, dass Deutsche also nicht lesen können, fällt es den Rednern und Schreibern unsäglicher Reden tatsächlich leicht, diese zu veröffentlichen, und sich dann mit Biedermanngesicht hinzustellen und zu sagen: „Seht, doch alles ganz harmlos, nicht?" Ja, sie können den besonders Dummen unter den Lesern sogar noch erklären, „die Presse" habe sie falsch zitiert oder alle Zitate seien aus dem Zusammenhang gerissen oder das, was sie in die Rede bewusst hineingelegt haben, sei am Ende falsch verstanden worden.

Bleiben drei Fragen:

Erstens, warum lernen Deutsche nicht lesen – sie gehen doch zur Schule?
Zweitens, warum lernen Deutsche so wenig über Rhetorik und Kommunikation?
Drittens: Warum schreibe ich dann eigentlich noch?

 

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