Das wöchentliche Geblubber aus den Algen
Während ich abends hinter meiner persönlichen Firewall sitze und hoffe, dass Norton alle Versuche, auf meinen Rechner zuzugreifen, schon abwehren wird, bin ich am Tage hinter einer festen Brandmauer, die alles abwehrt, was ihr irgendwie verdächtig erscheint. Warum ich das schreibe? Weil diejenigen Blogs auf Twoday, die werbefinanziert sind, an dieser Super-Brandmauer abblitzen. Mich stört es nicht, weil mein Blog nicht werbefinanziert ist – aber eure Blogs kann ich größtenteils nicht lesen.
Warum ich so wenig Erotisches schreibe? Weil ich mich so viel mit dem Wortschatz der Erotik beschäftige, und das kostet sehr viel Zeit. Wer weiß schon, dass Wörter wie „Homosexualität“ oder „Pornografie“ relativ neuen Datums sind, und dass viele Wörter wie zum Beispiel das „Frauenhaus“ oder die „Dirne“ heute eine ganz andere Bedeutung haben als früher?
Deutschland hat seit heute einen neuen Bundespräsidenten. Ich liebe ihn nicht und halte ihn für eine der ungeeignetsten Persönlichkeiten, die jemals das Amt bekleidet haben. Nicht, weil er „schlecht“ wäre, sondern weil er auf der falschen Besetzungscouch sitzt: Bundespräsidenten hatten wir uns bislang als gereifte Persönlichkeiten mit integrierenden Kräften vorgestellt. Nun ist er es aber dennoch. In der Demokratie muss man sich an manches gewöhnen, auch dass ein Karrierist Bundespräsident wird. Ich prophezeie schon heute eines: Dieser Mann wird nicht glücklich mit seinem Amt, und seine Steigbügelhalter werden nicht glücklich mit ihm. Was sie nich daran hinderte, bereits kurz nach der Wahl der Presse auf den Ohren herumzutrampeln: „Auftakt für einen Machtwechsel“ titelte daraufhin die Unionsfreundliche Presse. Was ich dazu sage? Auch die Änderung der Machtverhätnisse und ganz normal für die Demokratie. Freilich sollte Frau Merkel und die mit ihr verbundenen Konsorten öfter mal den „Gehirn Ein“-Schalter betätigen. Bevor sie solche Sprüche loslassen, denn der Souverän ist nicht die Allianz von Frau Merkel, Herrn Stoiber und Herrn Westerwelle, sondern das Volk.
Glücklich ist wahrscheinlich die glockenreine gospelnde Joy, die sich nun wie ein Star fühlen kann: Vorsicht, liebe Joy, zwar haben auch schon mal ein paar Nonnen einen Hit gelandet, aber ob die Jugendlobpreisleiterin der Kirchengemeinde im Christus Centrum Tostedt auf Dauer mit den Erwartungen an einen wirklichen Profi-Star verträgt, das bliebe abzuwarten.
Wirklich glücklich bin ich hingegen über einen Baum: Die güldene Palme ging an den Richtigen: Ich kann mir eher eine Welt ohne GWB vorstellen als eine Welt ohne Michael Moore.
Hier hat sich eine alte Bekannte wieder blicken lassen: Mistress Michelle, die jetzt mit Sklavenmails Furore machen will. Wer ganz genau hinschaut, wird auch ein paar "Gehänge" zu sehen bekommen - nun ja, jeder nach seinem Geschmack.
Ich lese, im Übrigen, weiterhin mit viel Vergnügen Miss Understood. Sie ist für mich die Bloggerin schlechthin: selbstsüchtig, öffentlichkeitswirksam, immer ein bisschen auf dem Nebengleis und dabei äußerst erfolgreich – und dies allein wegen der originellen Schreibe. Aber das alles weiß sie ja selbst viel besser, auch wenn sie es beständig leugnet.
Während ich abends hinter meiner persönlichen Firewall sitze und hoffe, dass Norton alle Versuche, auf meinen Rechner zuzugreifen, schon abwehren wird, bin ich am Tage hinter einer festen Brandmauer, die alles abwehrt, was ihr irgendwie verdächtig erscheint. Warum ich das schreibe? Weil diejenigen Blogs auf Twoday, die werbefinanziert sind, an dieser Super-Brandmauer abblitzen. Mich stört es nicht, weil mein Blog nicht werbefinanziert ist – aber eure Blogs kann ich größtenteils nicht lesen.
Warum ich so wenig Erotisches schreibe? Weil ich mich so viel mit dem Wortschatz der Erotik beschäftige, und das kostet sehr viel Zeit. Wer weiß schon, dass Wörter wie „Homosexualität“ oder „Pornografie“ relativ neuen Datums sind, und dass viele Wörter wie zum Beispiel das „Frauenhaus“ oder die „Dirne“ heute eine ganz andere Bedeutung haben als früher?
Deutschland hat seit heute einen neuen Bundespräsidenten. Ich liebe ihn nicht und halte ihn für eine der ungeeignetsten Persönlichkeiten, die jemals das Amt bekleidet haben. Nicht, weil er „schlecht“ wäre, sondern weil er auf der falschen Besetzungscouch sitzt: Bundespräsidenten hatten wir uns bislang als gereifte Persönlichkeiten mit integrierenden Kräften vorgestellt. Nun ist er es aber dennoch. In der Demokratie muss man sich an manches gewöhnen, auch dass ein Karrierist Bundespräsident wird. Ich prophezeie schon heute eines: Dieser Mann wird nicht glücklich mit seinem Amt, und seine Steigbügelhalter werden nicht glücklich mit ihm. Was sie nich daran hinderte, bereits kurz nach der Wahl der Presse auf den Ohren herumzutrampeln: „Auftakt für einen Machtwechsel“ titelte daraufhin die Unionsfreundliche Presse. Was ich dazu sage? Auch die Änderung der Machtverhätnisse und ganz normal für die Demokratie. Freilich sollte Frau Merkel und die mit ihr verbundenen Konsorten öfter mal den „Gehirn Ein“-Schalter betätigen. Bevor sie solche Sprüche loslassen, denn der Souverän ist nicht die Allianz von Frau Merkel, Herrn Stoiber und Herrn Westerwelle, sondern das Volk.
Glücklich ist wahrscheinlich die glockenreine gospelnde Joy, die sich nun wie ein Star fühlen kann: Vorsicht, liebe Joy, zwar haben auch schon mal ein paar Nonnen einen Hit gelandet, aber ob die Jugendlobpreisleiterin der Kirchengemeinde im Christus Centrum Tostedt auf Dauer mit den Erwartungen an einen wirklichen Profi-Star verträgt, das bliebe abzuwarten.
Wirklich glücklich bin ich hingegen über einen Baum: Die güldene Palme ging an den Richtigen: Ich kann mir eher eine Welt ohne GWB vorstellen als eine Welt ohne Michael Moore.
Hier hat sich eine alte Bekannte wieder blicken lassen: Mistress Michelle, die jetzt mit Sklavenmails Furore machen will. Wer ganz genau hinschaut, wird auch ein paar "Gehänge" zu sehen bekommen - nun ja, jeder nach seinem Geschmack.
Ich lese, im Übrigen, weiterhin mit viel Vergnügen Miss Understood. Sie ist für mich die Bloggerin schlechthin: selbstsüchtig, öffentlichkeitswirksam, immer ein bisschen auf dem Nebengleis und dabei äußerst erfolgreich – und dies allein wegen der originellen Schreibe. Aber das alles weiß sie ja selbst viel besser, auch wenn sie es beständig leugnet.
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Der Dokumentarfilm Fahrenheit 9/11 hat die goldene Palme in Cannes gewonnen. Wie der Präsident der Jury, Quentin Tarantino, gesagt haben soll, habe die Auszeichnung nicht mit den politischen Inhalten des Filmes zu tun. Sie wurde vielmehr für die großartige filmische Leistung vergeben.
Regisseur Michael Moore dankte vor allem den „Darstellern“, Herrn Bush, Herrn Cheney, Paul Wolfowitz und Donald Rumsfeld.
Regisseur Michael Moore dankte vor allem den „Darstellern“, Herrn Bush, Herrn Cheney, Paul Wolfowitz und Donald Rumsfeld.
sehpferd - am Sonntag, 23. Mai 2004, 07:40 - Rubrik: kult und kultur
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Wie verlautet, hat die ehemalige Pornodiva und heutige EU-Parlaments-Kandidatin Dolly Buster ein politisches Vorbild: Guido Westerwelle. Wie schön, wenn es einen einzigen Menschen auf der Welt gibt, der sich „Mister 18 Prozent“ zum Vorbild nimmt – oder gibt es noch einen Zweiten?
sehpferd - am Samstag, 22. Mai 2004, 21:43 - Rubrik: seltsame welt
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Die hirnlose Umfrage des Auto Club Europa (ACE), nach der angeblich ein Drittel aller Autofahrer im Stau an Sex denken, nimmt ein Kolumnist zum Anlass, eine Glosse zu schreiben – wahrscheinlich der einzig richtige Umgang mit derartigem Blödsinn. Demnach sollten sich geeignete Arbeitslose überlegen, eine Ich-AG zu gründen, um die Fantasien der wartenden Fahrer zu verwirklichen. Das Motto wäre einfach: „Wir sorgen im Stau für Verkehr“. Vielleicht gibt schon mal jemand ein paar derartige T-Shirts in Auftrag?
sehpferd - am Samstag, 22. Mai 2004, 21:30 - Rubrik: seltsame welt
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Singen kann sie offenbar nicht, nicht einmal, wenn die Stimme vom Band kommt, und ihrer Show fehlt jede Lebendigkeit: So urteilte der Kritiker der Basler Zeitung über das Konzert des farblosen Ex-Teenagerstars, der sich jetzt als Erotikmonster versucht. Britische Kritiker, so die Basler Zeitung, hätten ohnehin vom Sexappeal eines Kuscheltiers gesprochen.
sehpferd - am Samstag, 22. Mai 2004, 21:15 - Rubrik: nachrichten
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Wie mehrere Zeitschriften derzeit unter Berufung auf eine nicht näher genannte Quelle berichteten, nutzten Paris Hilton, Bijou Phillips und einige andere Partygäste die Anwesenheit von Ron Jeremy, um sich einmal aus der Nähe anzusehen, wodurch der Mann zu so viel Ruhm gekommen ist. Der Ort des Geschehens soll das Badezimmer gewesen sein, und offenbar waren alle Damen sehr beeindruckt. Jedenfalls soll Bijou Phillips nach der Besichtigung zu dem Schluss gekommen sein, dass ihr Freund damit nicht konkurrieren könne.
sehpferd - am Samstag, 22. Mai 2004, 21:05 - Rubrik: seltsame welt
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Während bei den Schweizer Jungbäurinnen noch eine Anstandsdame züchtig über die Sichtbarkeit der Brüste wachte, sind die kanadischen Rugby-Damen schon am Markt, und zwar völlig nackt.
Angeboten wird ein 20-Monats-Kalender, der eine Lücke im Kassenbuch füllen soll. Man spendet nicht für die Wohlfahrt, sondern für den Verein, und man erwartet, dass am Ende 80.000 Kanadische Dollar drin sein werden, sagten die Damen einer Zeitung.
Die Sportlerinnen sind in Schwarz-Weiß zu sehen. Dem Vernehmen nach kann man die meisten völlig unbekleidet besichtigen, doch verdecken sie die schamhafteren Teile ihres Körpers mit sportiven Utensilien, und wo die nicht ausreichen, auch schon mal mit einem Cowboyhut.
Als man zum Fotografen ging, wollte man noch ganz züchtig in Badeanzügen auftreten – doch Glamour wäre teurer gekommen, und da entschied man sich eben für Akt. Zu haben ist der Kalender bei einer Dame des Teams, die hier leider nur ihre Email-Adresse angibt. Ob sie Euros nimmt, stand nicht dabei.
Angeboten wird ein 20-Monats-Kalender, der eine Lücke im Kassenbuch füllen soll. Man spendet nicht für die Wohlfahrt, sondern für den Verein, und man erwartet, dass am Ende 80.000 Kanadische Dollar drin sein werden, sagten die Damen einer Zeitung.
Die Sportlerinnen sind in Schwarz-Weiß zu sehen. Dem Vernehmen nach kann man die meisten völlig unbekleidet besichtigen, doch verdecken sie die schamhafteren Teile ihres Körpers mit sportiven Utensilien, und wo die nicht ausreichen, auch schon mal mit einem Cowboyhut.
Als man zum Fotografen ging, wollte man noch ganz züchtig in Badeanzügen auftreten – doch Glamour wäre teurer gekommen, und da entschied man sich eben für Akt. Zu haben ist der Kalender bei einer Dame des Teams, die hier leider nur ihre Email-Adresse angibt. Ob sie Euros nimmt, stand nicht dabei.
sehpferd - am Freitag, 21. Mai 2004, 19:44 - Rubrik: lichtbilder - photography
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Manchmal liegen die vielgesuchten Bilderchen einfach nur so herum, weil sie jemand im Web gebunkert hat, habe wozu gibt es ticklefight? Die Leute dort scheinen sich wirklich gut auszukennen, und das Beste daran ist: Sie bringen Cartoons. Freilich nicht die Art von Cartoons, die wie im Fernsehen bewundern könnten. Ausnahmsweise kein Direktlink, die Webseite von Ticklefight muss ja auch mal beguckt werden. (Eventuell im Verzeichnis dort zurückblättern, nach Flintstones und Jetsons suchen).
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Verliebt sein – ein momentaner Zustand, in dem man an einer anderen Person fast so interessiert ist wie an sich selbst.
Gefunden bei: belle.
Gefunden bei: belle.
sehpferd - am Freitag, 21. Mai 2004, 10:36 - Rubrik: papierkorb nachrichten
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"If you want to make money, you make war, not love. You crash cars and blow up buildings, and leave the bed linen unstirred."
Derek Malcolm im „Guardian”
Derek Malcolm im „Guardian”
sehpferd - am Donnerstag, 20. Mai 2004, 22:50 - Rubrik: nachrichten
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„Ein Mann und seine Arbeit“ – das wäre ein schönes Thema für unsere Amateurfotografen. Wen und was würden sie wohl auswählen?
Timothy Archibald wusste genau, wen er auswählen würde: die Erbauer von Sexmaschinen. Die Maschine zu entwerfen, zu bauen und vertriebsseitig zum Erfolg zu bringen ist harte Arbeit. Doch immerhin glauben die meisten Erbauer fest daran, dass sie eine neue sexuelle Revolution einläuten würden: „Die Maschinen werden eines Tages in jedem Haushalt sein“ sagt einer der Erfinder.
In meinem Haushalt ist noch keine, aber ich benutze ja sogar den Fernseher sehr selten.
Timothy Archibald wusste genau, wen er auswählen würde: die Erbauer von Sexmaschinen. Die Maschine zu entwerfen, zu bauen und vertriebsseitig zum Erfolg zu bringen ist harte Arbeit. Doch immerhin glauben die meisten Erbauer fest daran, dass sie eine neue sexuelle Revolution einläuten würden: „Die Maschinen werden eines Tages in jedem Haushalt sein“ sagt einer der Erfinder.
In meinem Haushalt ist noch keine, aber ich benutze ja sogar den Fernseher sehr selten.
sehpferd - am Donnerstag, 20. Mai 2004, 22:37 - Rubrik: lichtbilder - photography
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Manchmal erhält man merkwürdige Zugriffe: Seit einiger Zeit wird bei Google offenbar nach „Berührerinnen“ gesucht. Nun, das ist ein Schweizer Ausdruck, der in Deutsch „Sexualbegleiterin“ heißt. Er bezeichnet eine Frau, die dazu ausgebildet wurde, mit Behinderten Sexualität auszuleben.
Eine der Frauen, die dieser Arbeit nachgehen, ist die 50-jährige Sozialpädagogin Heidi Suter, die sich anlässlich der Diskussion über Berührerinnen in der Schweizer Bevölkerung allerdings knallhart ausdrückt: „Es ist mir eigentlich egal, welche Berufsbezeichnung sie wählen. Ich biete sexuellen Kontakt gegen Geld, also bin ich eine Prostituierte“.
In der Schweiz gibt es zum Thema der Berührerinnen eine teils heftig ausgeführte Kontroverse, die sich von den Berufsmoralisten bis hin zu den Behinderten selbst durchzieht. So mutmaßte kürzlich ein Behindertenvertreter, dass die Einführung von Berührerinnen in die Projektarbeit mit Behinderten nicht den Bedürfnissen der Behinderten diene, sondern den Bedürfnissen der Betreuungsindustrie.
Eine der Frauen, die dieser Arbeit nachgehen, ist die 50-jährige Sozialpädagogin Heidi Suter, die sich anlässlich der Diskussion über Berührerinnen in der Schweizer Bevölkerung allerdings knallhart ausdrückt: „Es ist mir eigentlich egal, welche Berufsbezeichnung sie wählen. Ich biete sexuellen Kontakt gegen Geld, also bin ich eine Prostituierte“.
In der Schweiz gibt es zum Thema der Berührerinnen eine teils heftig ausgeführte Kontroverse, die sich von den Berufsmoralisten bis hin zu den Behinderten selbst durchzieht. So mutmaßte kürzlich ein Behindertenvertreter, dass die Einführung von Berührerinnen in die Projektarbeit mit Behinderten nicht den Bedürfnissen der Behinderten diene, sondern den Bedürfnissen der Betreuungsindustrie.
sehpferd - am Donnerstag, 20. Mai 2004, 11:38 - Rubrik: aufgegriffen
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Wenn es irgendwo eine große Hochzeit gibt, dann feiert man fröhlich mit in- und ausländischen Gästen, schenkt Geld und vielleicht auch ein Satellitenradio, wenn diese Hochzeit dann eben in der Wüste stattfindet.
So wird es wohl gewesen sein, und dann hat man sich gefreut und in die Luft geschossen, wie es unter Arabern (und nicht nur dort) bisweilen üblich ist.
In der konservativ gefilterten Presse liest sich das dann wie eine konspirative Verschwörung: „US-Soldaten hätten eine große Geldsumme, syrische Pässe und Satelliten gestützte Kommunikationsgeräte gefunden.“ Immerhin gab es andere Quellen, die davon sprachen, dass im Hochzeitshaus „zwei Millionen irakische Dinar, ein ausländischer Ausweis sowie ein Satellitenradio gefunden“ worden sei. Zwei Millionen irakische Dinar entsprechen knapp 1200 Euro. Möglicherweise ist das „viel Geld“ für einen Iraker, der gerade einen Hausstand einrichtet. Aber wieso macht die dpa oder t-online daraus eine „große Geldsumme“, sodass dem Leser suggeriert wird, es handele sich sicherlich um mehr als ein Hochzeitsgeschenk? Afp (via Koeln.de), die französische Presseagentur, wusste es jedenfalls anders.
In unserer Presse, so frei sie auch sein mag, wird merkwürdigerweise immer nur über die „Kampfhandlungen“ berichtet. Selbst „Der Spiegel“ bettet den Angriff einfach in einen Bericht über die „täglichen Kampfhandlungen“ ein. Die sinnlos zerfetzten Leiber von 40 Menschen, die noch kurz zuvor voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft waren, rühren, wie es scheint, niemandem mehr.
So wird es wohl gewesen sein, und dann hat man sich gefreut und in die Luft geschossen, wie es unter Arabern (und nicht nur dort) bisweilen üblich ist.
In der konservativ gefilterten Presse liest sich das dann wie eine konspirative Verschwörung: „US-Soldaten hätten eine große Geldsumme, syrische Pässe und Satelliten gestützte Kommunikationsgeräte gefunden.“ Immerhin gab es andere Quellen, die davon sprachen, dass im Hochzeitshaus „zwei Millionen irakische Dinar, ein ausländischer Ausweis sowie ein Satellitenradio gefunden“ worden sei. Zwei Millionen irakische Dinar entsprechen knapp 1200 Euro. Möglicherweise ist das „viel Geld“ für einen Iraker, der gerade einen Hausstand einrichtet. Aber wieso macht die dpa oder t-online daraus eine „große Geldsumme“, sodass dem Leser suggeriert wird, es handele sich sicherlich um mehr als ein Hochzeitsgeschenk? Afp (via Koeln.de), die französische Presseagentur, wusste es jedenfalls anders.
In unserer Presse, so frei sie auch sein mag, wird merkwürdigerweise immer nur über die „Kampfhandlungen“ berichtet. Selbst „Der Spiegel“ bettet den Angriff einfach in einen Bericht über die „täglichen Kampfhandlungen“ ein. Die sinnlos zerfetzten Leiber von 40 Menschen, die noch kurz zuvor voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft waren, rühren, wie es scheint, niemandem mehr.
sehpferd - am Donnerstag, 20. Mai 2004, 09:47 - Rubrik: aufgegriffen
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Fehlende Liebeskunst vermutet ein thailändischer Sex-Guru als Grund für die niedrige Geburtenrate seines Volkes. Diesem Missstand will er jetzt mit Sex-Paketchen begegnen, die Paaren überreicht werden sollen, wenn sie mit Thai Airways nach Phuket fliegen.
Außerdem soll es noch eine Unterweisung in der Liebeskunst als Zugabe geben. Ob die Unterweisung noch in der Wartehalle des Flugplatzes vollzogen wird, war aus der Presse nicht zu erfahren.
Außerdem soll es noch eine Unterweisung in der Liebeskunst als Zugabe geben. Ob die Unterweisung noch in der Wartehalle des Flugplatzes vollzogen wird, war aus der Presse nicht zu erfahren.
sehpferd - am Mittwoch, 19. Mai 2004, 21:21 - Rubrik: seltsame welt
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Regisseur Michael Winterbottoms jüngster Film "9 Songs" enthält fantastische Szenen: Darin sind sich die Kritiker einig. Indessen soll etwa die Hälfte des Films aus purem, ekstatischem Sex bestehen, sodass sich viele Briten fragen, ob er jemals durch die Zensur kommen würde.
Die 21-jährige Hauptdarstellerin Margo Stilley löste das Problem inzwischen auf ihre Art: Sie erzählte ihrer Mutter, dass alle Sexszenen in diesem Film lediglich gestellt wären – keine wäre wirklich so vollzogen worden, wie es im Film aussehen würde. Die britische „Sun“ machte daraus eine Rührstory: Die gute Margo sei doch so ein christliches Mädchen und habe in ihrem Leben nur einen einzigen Mann gekannt – die Liebe ihres Lebens.
Der Regisseur kann über diese Sichtweise nur lächeln. Der Film, so sagte er der „Independent“, sei ja gerade aus der Überlegung entstanden, dass ein Schauspieler bei einer Restaurantszene auch echtes Essen zu sich nehmen würde, und dass er über das Essen auf den Sex gekommen wäre: Der müsse letztlich auch real sein.
Hinzufügen möchte ich noch, dass der Guaridan inzwischen einen ausgezeichneten Artikel über den Film gebracht hat.
English:
Margo Stilley gained fame almost over night - but seems to be rather unhappy about that. As the "Sun" wrote, the movie "9 songs" will "send shockwaves through her home town of Bear Creek".
That is where her mother, Debbie Collins, still lives. When asked by journalists, she said that her darling daughter has "only ever" had one single boyfried. She also said, that she is praying for her daughter "twice a day".
The sex scenes in the movie, which left nothing out, where real - according to the director, Michael Winterbottom. But as little Margo is a good girl, she told her mother that all the scenes have been faked.
Die 21-jährige Hauptdarstellerin Margo Stilley löste das Problem inzwischen auf ihre Art: Sie erzählte ihrer Mutter, dass alle Sexszenen in diesem Film lediglich gestellt wären – keine wäre wirklich so vollzogen worden, wie es im Film aussehen würde. Die britische „Sun“ machte daraus eine Rührstory: Die gute Margo sei doch so ein christliches Mädchen und habe in ihrem Leben nur einen einzigen Mann gekannt – die Liebe ihres Lebens.
Der Regisseur kann über diese Sichtweise nur lächeln. Der Film, so sagte er der „Independent“, sei ja gerade aus der Überlegung entstanden, dass ein Schauspieler bei einer Restaurantszene auch echtes Essen zu sich nehmen würde, und dass er über das Essen auf den Sex gekommen wäre: Der müsse letztlich auch real sein.
Hinzufügen möchte ich noch, dass der Guaridan inzwischen einen ausgezeichneten Artikel über den Film gebracht hat.
English:
Margo Stilley gained fame almost over night - but seems to be rather unhappy about that. As the "Sun" wrote, the movie "9 songs" will "send shockwaves through her home town of Bear Creek".
That is where her mother, Debbie Collins, still lives. When asked by journalists, she said that her darling daughter has "only ever" had one single boyfried. She also said, that she is praying for her daughter "twice a day".
The sex scenes in the movie, which left nothing out, where real - according to the director, Michael Winterbottom. But as little Margo is a good girl, she told her mother that all the scenes have been faked.
sehpferd - am Mittwoch, 19. Mai 2004, 21:16 - Rubrik: seltsame welt
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Der Bundesgerichtshof versucht derzeit die Frage zu klären, welche rechtliche Bedeutung die Einwilligung des Partners bei einer BDSM-Szenerie hat. Im strittigen Fall geht es um einen 60-Jährigen, der seine Partnerin bei einem Sex-„Spiel“ mit einem Metallrohr erwürgt hat.
Selbstverständlich ist dies nicht nur eine juristische Frage, sondern in der Tat auch eine Frage der Moral. Extrem-BDSM ist nicht einfach eine harmlose Spielart natürlicher Bedürfnisse, sondern kann eben auch zu unbeabsichtigtem Leid, zu Verstümmelungen oder zum Tode führen.
Es ist an der Zeit, unvoreingenommen darüber zu diskutieren – möglichst ohne Talar oder schwarzes Latexkleid.
Selbstverständlich ist dies nicht nur eine juristische Frage, sondern in der Tat auch eine Frage der Moral. Extrem-BDSM ist nicht einfach eine harmlose Spielart natürlicher Bedürfnisse, sondern kann eben auch zu unbeabsichtigtem Leid, zu Verstümmelungen oder zum Tode führen.
Es ist an der Zeit, unvoreingenommen darüber zu diskutieren – möglichst ohne Talar oder schwarzes Latexkleid.
sehpferd - am Mittwoch, 19. Mai 2004, 19:46 - Rubrik: aufgegriffen
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Zwar betet sie bei der Konkurrenz, doch das katholische Netz widmete der Sängerin Florence Joy Büttner immerhin einen langen Artikel. Das beste Zitat kam freilich von der Webseite von SAT.1: „Wenn Florence Joy Büttner auf der Bühne steht, scheint die gläubige Christin, die aus Überzeugung Sex vor der Ehe ablehnt, irgendwie Kontakt zu einer höheren Macht aufzunehmen. Ihre klare Gospelstimme und ihr strahlendes Lachen lassen einen die Welt für Augenblicke vergessen“.
Noch dicker trug freilich die Heimatzeitung auf: „Zwei Dinge sind es, die ihr festen Halt geben: Ein behütetes Elternhaus mit einer wunderbar funktionierenden Familienstruktur und der Glaube an christliche Werte“, und weiter: „Man muss sich ... fragen, in was für einer Republik wir eigentlich leben, wenn Moral, Ethik und ein normaler Lebenswandel negativ ausgelegt werden“.
Hoffentlich übersteht die 17-jährige Jugendlobpreisleiterin der Kirchengemeinde im Christus Centrum Tostedt all dies Getue unbeschadet. Jedenfalls hat sie schon mal eine Webseite, auf der sie neben einer etwas dürftigen Biografie immerhin auch ihr berühmtes strahlendes Lächeln zeigt.
Noch dicker trug freilich die Heimatzeitung auf: „Zwei Dinge sind es, die ihr festen Halt geben: Ein behütetes Elternhaus mit einer wunderbar funktionierenden Familienstruktur und der Glaube an christliche Werte“, und weiter: „Man muss sich ... fragen, in was für einer Republik wir eigentlich leben, wenn Moral, Ethik und ein normaler Lebenswandel negativ ausgelegt werden“.
Hoffentlich übersteht die 17-jährige Jugendlobpreisleiterin der Kirchengemeinde im Christus Centrum Tostedt all dies Getue unbeschadet. Jedenfalls hat sie schon mal eine Webseite, auf der sie neben einer etwas dürftigen Biografie immerhin auch ihr berühmtes strahlendes Lächeln zeigt.
sehpferd - am Mittwoch, 19. Mai 2004, 19:43 - Rubrik: glaube und aberglaube
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Nun wissen wir, dank Nadja Auermann und dem Stern, woran wir kranken: an unserem fehlenden Nationalgefühl. „Es ist ungesund, keines zu haben“, sagte die zweifache Mutter dem Stern. Möglicherweise könnte das „Fehlen von Nationalgefühl“ demnächst auch als psychische Krankheit behandelt werden – damit wir alle an Wurzel und Stamm gesunden. Schließlich fehlt uns möglicherweise nicht nur das „Nationalgefühl“ sonder auch noch ein „gesundes Volksempfinden“.
Überhaupt kann man von der unnahbaren Späterblondeten noch mehr lernen: : sie kaufe, so offenbarte sie verblüfften Pressevertretern, ja nicht einmal Modemagazine – die lese sie im Flugzeug, weil sie dort umsonst seien.
Überhaupt kann man von der unnahbaren Späterblondeten noch mehr lernen: : sie kaufe, so offenbarte sie verblüfften Pressevertretern, ja nicht einmal Modemagazine – die lese sie im Flugzeug, weil sie dort umsonst seien.
sehpferd - am Mittwoch, 19. Mai 2004, 10:31 - Rubrik: einig fallerland
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