Trotz intensiven Suchens fand ich keine unmittelbaren Bezüge zwischen dem Matjes und der Frauenbrust, weshalb mein für Freitag geplanter Artikel wohl nicht erscheinen wird.
Da ich jedoch wenigstens etwas veröffentlichen möchte, was meiner Ankündigung halbwegs entspricht, zeige ich heute mal dieses Bild.
Biologisch vorgebildete Leser werden allerdings leicht feststellen, dass es sich bei dem schmückenden Objekt keinesfalls um einen Matjes handelt.
foto (c) 2004 by sehpferd
Da ich jedoch wenigstens etwas veröffentlichen möchte, was meiner Ankündigung halbwegs entspricht, zeige ich heute mal dieses Bild.
Biologisch vorgebildete Leser werden allerdings leicht feststellen, dass es sich bei dem schmückenden Objekt keinesfalls um einen Matjes handelt.
foto (c) 2004 by sehpferd
sehpferd - am Mittwoch, 23. Juni 2004, 23:18 - Rubrik: wundersames
Als "String-Alarm" bezeichnete der Schweizer "Blick" die neue Werbeoffensive des Modehändlers C&A für Mini-Tangas: "Ein riesiger Hintern", so schreibt die Zeitung, zöge in Düsseldorf die Blicke auf sich. Das Portal von T-online wärmte noch einmal alle Werbekampagnen der letzten Monate wieder auf und schrieb von zunehmend sexistischer und pornografischer Werbung. Nun, die Leute von T-online müssen es ja wissen. Sie bringen vorsichtshalber alle Fotos und noch eine Menge sexy Dessous-Fotos dazu: Doppelmoral wie in den 50-ern.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Warum singen die Vögel? Ich weiß es nicht, ich bin schließlich kein Ornithologe. Freilich, es müsste herauszufinden sein – doch für mich singen sie einfach. Mag sein, dass sie auf andere scheißen. Nicht auf mich.
Warum schreiben Autoren? Ich weiß es ebenfalls nicht, aber ich höre die Frage oft. Es ist, mit Verlaub, die dümmste Frage, die man mir stellen kann. Warum malt ein Maler? Warum komponiert ein Komponist? Also: Warum schreibt ein Autor? Ich weiß es nicht. Ich schreibe für irgendjemanden, da draußen. Ich lese irgendetwas, von denen da draußen. Mag sein, dass Leute auf mich scheißen. Sollen sie mich nicht lesen. Im Internet wird man kaum noch sagen können: „Ich befinde mich gerade im kleinsten Raum meines Hauses und habe deinen Artikel vor mir. Bald werde ich sie hinter mir haben“. (Abgewandeltes Zitat, Gustav Mahler zugeschrieben). Das heutige Druckerpapier ist viel zu glatt.
Was soll ich nur tun, ich armer Mensch? Einen neuen Blog eröffnen, zum Beispiel: „1000 Gründe, heute (k)einen Artikel zu schreiben“ – hätte ungefähr die gleiche Bedeutung wie der einschlägige Bier-Blog.
Heute, liebe(r) Leser(in), schreibe ich einen Artikel, weil Mittwoch ist. Morgen wird es mir vielleicht in den Fingern jucken, noch einmal über die Berufsunfähigkeit von nickelallergischen Stripperinnen zu schreiben, und Freitag vielleicht über das Verhältnis von Matjesheringen und Frauenbrüsten – falls mir eine entsprechende Anregung über den Weg läuft.
Warum schreiben Autoren? Ich weiß es ebenfalls nicht, aber ich höre die Frage oft. Es ist, mit Verlaub, die dümmste Frage, die man mir stellen kann. Warum malt ein Maler? Warum komponiert ein Komponist? Also: Warum schreibt ein Autor? Ich weiß es nicht. Ich schreibe für irgendjemanden, da draußen. Ich lese irgendetwas, von denen da draußen. Mag sein, dass Leute auf mich scheißen. Sollen sie mich nicht lesen. Im Internet wird man kaum noch sagen können: „Ich befinde mich gerade im kleinsten Raum meines Hauses und habe deinen Artikel vor mir. Bald werde ich sie hinter mir haben“. (Abgewandeltes Zitat, Gustav Mahler zugeschrieben). Das heutige Druckerpapier ist viel zu glatt.
Was soll ich nur tun, ich armer Mensch? Einen neuen Blog eröffnen, zum Beispiel: „1000 Gründe, heute (k)einen Artikel zu schreiben“ – hätte ungefähr die gleiche Bedeutung wie der einschlägige Bier-Blog.
Heute, liebe(r) Leser(in), schreibe ich einen Artikel, weil Mittwoch ist. Morgen wird es mir vielleicht in den Fingern jucken, noch einmal über die Berufsunfähigkeit von nickelallergischen Stripperinnen zu schreiben, und Freitag vielleicht über das Verhältnis von Matjesheringen und Frauenbrüsten – falls mir eine entsprechende Anregung über den Weg läuft.
sehpferd - am Mittwoch, 23. Juni 2004, 09:16 - Rubrik: blog nachrichten
Mütter, warnt eure Töchter: Stripteasen schadet der Gesundheit. Nicht an sich, sondern wegen des Nickels in den Stangen, an denen die Frauen sich quälen müssen. Behauptet jedenfalls die Washingtontimes unter Berufung auf UPI. Jetzt muss das arme betroffene Mädchen Verkäuferin sein – nicht von Chromteilen, hoffen wir doch. Vor allem reduziert sich aber ihr Monatslohn von annähernd 7.500 USD auf lächerliche 2.500 USD. Armes Aschenbrödel.
sehpferd - am Dienstag, 22. Juni 2004, 20:34 - Rubrik: seltsame welt
Die Künstler Luizo Vega und Fabian Pereyra taten etwas, auf das auch schon früher jemand hätte kommen können: Sie ließen 30 barbusige Modelle im Garten des Museums für die schönen Künste in Buenos Aires auftreten und luden dazu hunderte von Fotografen ein.
Die Richtung meiner Kamera wäre klar gewesen: Schon geraten? Falsch geraten. Ich hätte auf die Fotografen abgezielt. Nackte Brüste sieht man in Massen, geifernde Männeraugen seltener.
Mehr bei Ananova.
Die Richtung meiner Kamera wäre klar gewesen: Schon geraten? Falsch geraten. Ich hätte auf die Fotografen abgezielt. Nackte Brüste sieht man in Massen, geifernde Männeraugen seltener.
Mehr bei Ananova.
sehpferd - am Dienstag, 22. Juni 2004, 20:26 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Der erste Nackteinkaufstag in London erwies sich als Pleite: Nur 15 Kunden tauchten im Plaza-Center in der Londoner Oxford Street auf. Möglicher Grund: Der Fußball war an diesem Abend attraktiver als das nackte Shoppen. Mehr bei der BBC.
sehpferd - am Dienstag, 22. Juni 2004, 20:18 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Was in den USA “True Love Waits” ist, heißt in Australien “Worth the Wait” (sinngemäß etwa: „Das lohnende Warten“).
Warten worauf? Auf eine„christliche Ehe“, denn beide Bewegungen wollen, dass insbesondere Frauen so lange wie möglich Jungfrauen bleiben. Offenbar haben die Adepten der Jungfrauenbewegung inzwischen eine Rhetorikausbildung bekommen: Man gibt sich modern, offen und selbstbewusst – und nicht mehr elitär, sektiererisch und missionarisch: Ja, man will anders sein, sich ein bisschen der heutigen Welt widersetzen und dadurch überlegen werden. Wie schön es klingt.
Die Dame, die zu Wort kommt, versucht, nicht anzuecken. Verzichtet hat sie freiwillig aus religiösen Gründen, und eine Beziehung habe sie gegenwärtig keine, aber schon einmal eine gehabt: Vier Jahre, schwierige Jahre, wie sie sagt. Ihr Ziel: In der Hochzeitsnacht zu sagen, sie habe sich für ihren Mann aufbewahrt.
Na schön. Fragt sich, was sie am Morgen danach sagt.
Warten worauf? Auf eine„christliche Ehe“, denn beide Bewegungen wollen, dass insbesondere Frauen so lange wie möglich Jungfrauen bleiben. Offenbar haben die Adepten der Jungfrauenbewegung inzwischen eine Rhetorikausbildung bekommen: Man gibt sich modern, offen und selbstbewusst – und nicht mehr elitär, sektiererisch und missionarisch: Ja, man will anders sein, sich ein bisschen der heutigen Welt widersetzen und dadurch überlegen werden. Wie schön es klingt.
Die Dame, die zu Wort kommt, versucht, nicht anzuecken. Verzichtet hat sie freiwillig aus religiösen Gründen, und eine Beziehung habe sie gegenwärtig keine, aber schon einmal eine gehabt: Vier Jahre, schwierige Jahre, wie sie sagt. Ihr Ziel: In der Hochzeitsnacht zu sagen, sie habe sich für ihren Mann aufbewahrt.
Na schön. Fragt sich, was sie am Morgen danach sagt.
sehpferd - am Dienstag, 22. Juni 2004, 17:33 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wie kommt es, dass Menschen keine Partner finden? Erstens, weil sie sich nicht am Markt befinden. Zweitens, weil sie sich am falschen Markt befinden. Drittens, weil sie ignorieren, dass es Märkte gibt.
Sich nicht am Markt zu befinden ist ein schleichender Prozess: Wer jung ist, findet meist in der Nachbarschaft, im nächsten Dorf, in der Schule oder beim Studium einen Partner. Wird man etwas älter, bleibt noch der Arbeitsplatz – doch auch hier sind die guten Weiden bald abgegrast: Was bleibt, ist sich zu regen und aktiv auf Partnersuche zu gehen: Wissen wer man ist, seinen Marktwert kennen und den nichts wie ran an die Märkte.
Wer es nicht tut, hat kaum Chancen. Das Lamento, keinen Partner zu finden, füllt die Foren, Chats und Blogs jeden Tag. Doch statt aktiv zu werden, werden Einwände gegen den Markt produziert:
- Man sei keine Ware.
Dieser Einwand ist ebenso dumm wie populär. Mutter Natur hat uns mit allerlei Eigenschaften ausgestattet, um attraktiv für das andere Geschlecht zu sein. Dazu kommen noch soziale Komponenten. Das sind, wenn man so will, Markteigenschaften. Alleinstellungsmerkmale vielleicht gar.
- Der Zufall führe Menschen zusammen, nicht das Anbieten
Die Schicksalsgläubigkeit scheint eine der Eigenschaften zu sein, die uns am meisten daran hindert, persönliche Fortschritte zu machen. Wer auf den Zufall hofft, hat sich selbst schon aufgegeben – und das ist keine gute Basis für eine Beziehung.
Früher, so wird zusätzlich oft eingewendet, habe es keine Märkte gegeben. Das ist genau so falsch. Sie waren nur kleiner und übersichtlicher. Doch die neue Zeit hat auch neue Gesetze: Der Partnermarkt endet nicht am Rand des Dorfes oder Wohnbezirks, ja nicht einmal an der Grenze eines Landes oder Kontinents. Seine Grenzen sind im Kopf.
Ich habe schon einmal darüber geschrieben. Etwas anders, vor allem aber zu lang: Hier.
Sich nicht am Markt zu befinden ist ein schleichender Prozess: Wer jung ist, findet meist in der Nachbarschaft, im nächsten Dorf, in der Schule oder beim Studium einen Partner. Wird man etwas älter, bleibt noch der Arbeitsplatz – doch auch hier sind die guten Weiden bald abgegrast: Was bleibt, ist sich zu regen und aktiv auf Partnersuche zu gehen: Wissen wer man ist, seinen Marktwert kennen und den nichts wie ran an die Märkte.
Wer es nicht tut, hat kaum Chancen. Das Lamento, keinen Partner zu finden, füllt die Foren, Chats und Blogs jeden Tag. Doch statt aktiv zu werden, werden Einwände gegen den Markt produziert:
- Man sei keine Ware.
Dieser Einwand ist ebenso dumm wie populär. Mutter Natur hat uns mit allerlei Eigenschaften ausgestattet, um attraktiv für das andere Geschlecht zu sein. Dazu kommen noch soziale Komponenten. Das sind, wenn man so will, Markteigenschaften. Alleinstellungsmerkmale vielleicht gar.
- Der Zufall führe Menschen zusammen, nicht das Anbieten
Die Schicksalsgläubigkeit scheint eine der Eigenschaften zu sein, die uns am meisten daran hindert, persönliche Fortschritte zu machen. Wer auf den Zufall hofft, hat sich selbst schon aufgegeben – und das ist keine gute Basis für eine Beziehung.
Früher, so wird zusätzlich oft eingewendet, habe es keine Märkte gegeben. Das ist genau so falsch. Sie waren nur kleiner und übersichtlicher. Doch die neue Zeit hat auch neue Gesetze: Der Partnermarkt endet nicht am Rand des Dorfes oder Wohnbezirks, ja nicht einmal an der Grenze eines Landes oder Kontinents. Seine Grenzen sind im Kopf.
Ich habe schon einmal darüber geschrieben. Etwas anders, vor allem aber zu lang: Hier.
sehpferd - am Dienstag, 22. Juni 2004, 09:06 - Rubrik: aufgegriffen
Die Herren der Deutschen Bundesbank müssen die Republik offenbar mit einem Kindergarten verwechseln: Schon zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit riefen sie nach Presseberichten nun dazu auf, doch die Sparschweine zu schlachten und dem Handel die dort angeblich so dringend benötigten Münzen zurückzugeben.
Es gibt viele Methoden, sich lächerlich zu machen: Aber muss man das in Deutschland eigentlich täglich tun?
Es gibt viele Methoden, sich lächerlich zu machen: Aber muss man das in Deutschland eigentlich täglich tun?
sehpferd - am Dienstag, 22. Juni 2004, 08:18 - Rubrik: einig fallerland
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Die Welt kennt Mozart meist als Kugel. Manche wissen auch, dass er dauernd an irgendetwas herumkomponiert hat, mal was für Fürsten und Grafen und mal, damit sich Bürger und Pöbel amüsieren konnten.
Ob das am 16. Juli 1782 im Burgtheater zu Wien erstmals aufgeführte Singspiel „Entführung aus dem Serail“ zur einen oder anderen Kategorie gehört, ist umstritten, jedenfalls war das Publikum damals begeistert: eine Türkenoper! Na, so etwas!
Nun wird das Singspiel, das sich inzwischen Oper nennt, wieder aufgeführt: In Berlin, und das als Serail bezeichnete Frauenhaus ist nichts als ein Puff. Das Publikum murrt, weil ihm die Bildungsbürgerlaune vergällt wird: alles ist nicht wie gewohnt, und dann diese Sex-Szenen - einfach abstoßend. Fragt die „BZ“: und wer zahlt für diese Sauerei?
Aber zitieren wir doch lieber den Diplom-Informatiker (Informatiker reichte der BZ offenbar nicht) Klaus-Peter Schröder, der mit seiner Familie in der Oper war. Der hatte nämlich seinem lieben Sohn, dem 14-jährigen Gregor, zur Jugendweihe einen Besuch in der Oper geschenkt, und nun fragt sich der Mann, wo denn die Zensur bleibt. Das wörtliche Zitat will ich nachreichen: „Im Kino gibt es eine freiwillige Selbstkontrolle, wieso auch nicht im Theater?"
Auch ein 66-jähriger Daimler-Chrysler-Mitarbeiter tönte laut. Sein Name ist Matthias Kleinert, und er ist laut BZ Berater des Vorstandsvorsitzenden von Daimler-Chrysler, Jürgen Schrempp. Ebene jener Herr Kleinert meinte, er wolle den Vorstand von Daimler-Chrysler nun bitten, seine (er sagte: unsere, aber na ja) finanzielle Förderung der Komischen Oper zu überprüfen." Was da zu „überprüfen“ ist, sind popelige 20.000 Euro. Was man nicht alles sagt, wenn man sich geärgert hat. Manchmal ist es halt besser, man schweigt. Zumal, wenn man von der BZ gefragt wird. Ist das klar, Herr Kleinert? Offenbar nicht.
Sollte ich noch etwas zu Mozart sagen? Eigentlich nicht. Irgendwann kommen auch Opern mal in die Jahre, und dann wird es einfach Zeit für eine Parodie.
Der "New Scotsman" scheint auch fleißig BZ zu lesen:
"The modern interpretation of the classic work, funded by German taxpayers, has failed to impress Germany’s cultural elite". Fragt sich nur, ob Leute wie Herr Kleinert zu den kulturellen Eliten zählen.
Ob das am 16. Juli 1782 im Burgtheater zu Wien erstmals aufgeführte Singspiel „Entführung aus dem Serail“ zur einen oder anderen Kategorie gehört, ist umstritten, jedenfalls war das Publikum damals begeistert: eine Türkenoper! Na, so etwas!
Nun wird das Singspiel, das sich inzwischen Oper nennt, wieder aufgeführt: In Berlin, und das als Serail bezeichnete Frauenhaus ist nichts als ein Puff. Das Publikum murrt, weil ihm die Bildungsbürgerlaune vergällt wird: alles ist nicht wie gewohnt, und dann diese Sex-Szenen - einfach abstoßend. Fragt die „BZ“: und wer zahlt für diese Sauerei?
Aber zitieren wir doch lieber den Diplom-Informatiker (Informatiker reichte der BZ offenbar nicht) Klaus-Peter Schröder, der mit seiner Familie in der Oper war. Der hatte nämlich seinem lieben Sohn, dem 14-jährigen Gregor, zur Jugendweihe einen Besuch in der Oper geschenkt, und nun fragt sich der Mann, wo denn die Zensur bleibt. Das wörtliche Zitat will ich nachreichen: „Im Kino gibt es eine freiwillige Selbstkontrolle, wieso auch nicht im Theater?"
Auch ein 66-jähriger Daimler-Chrysler-Mitarbeiter tönte laut. Sein Name ist Matthias Kleinert, und er ist laut BZ Berater des Vorstandsvorsitzenden von Daimler-Chrysler, Jürgen Schrempp. Ebene jener Herr Kleinert meinte, er wolle den Vorstand von Daimler-Chrysler nun bitten, seine (er sagte: unsere, aber na ja) finanzielle Förderung der Komischen Oper zu überprüfen." Was da zu „überprüfen“ ist, sind popelige 20.000 Euro. Was man nicht alles sagt, wenn man sich geärgert hat. Manchmal ist es halt besser, man schweigt. Zumal, wenn man von der BZ gefragt wird. Ist das klar, Herr Kleinert? Offenbar nicht.
Sollte ich noch etwas zu Mozart sagen? Eigentlich nicht. Irgendwann kommen auch Opern mal in die Jahre, und dann wird es einfach Zeit für eine Parodie.
Der "New Scotsman" scheint auch fleißig BZ zu lesen:
"The modern interpretation of the classic work, funded by German taxpayers, has failed to impress Germany’s cultural elite". Fragt sich nur, ob Leute wie Herr Kleinert zu den kulturellen Eliten zählen.
sehpferd - am Montag, 21. Juni 2004, 21:50 - Rubrik: kult und kultur
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Die Lüste der großen Männer, die gerne manchmal kleine Buben wären, haben sich nun auch bis in das Forum der Frauenzeitschrift „Brigitte“ hineingeschlichen. Susilein jedenfalls gibt ihrem Mann gerne den Schnuller, will aber mal wissen, was denn wohl andere Frauen darüber denken.
Erstaunlicherweise machen sich viele Frauen lustig darüber und fragen beispielsweise, ob der liebe Ehemann nun wohl Cola oder Bier in die Nuckelflasche bekommt. Interessanter finde ich allerdings, ob der liebe Ehemann nicht an zwei anderen Schnullern interessierter ist. Aber auch das diskutieren die Brigitte-Damen bereits heftig.
Erstaunlicherweise machen sich viele Frauen lustig darüber und fragen beispielsweise, ob der liebe Ehemann nun wohl Cola oder Bier in die Nuckelflasche bekommt. Interessanter finde ich allerdings, ob der liebe Ehemann nicht an zwei anderen Schnullern interessierter ist. Aber auch das diskutieren die Brigitte-Damen bereits heftig.
sehpferd - am Montag, 21. Juni 2004, 21:03 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Die Ehefrau des Rennfahrers Ralf Schumacher, Cora, machte dieser Tage wieder von sich reden: Als Rennfahrerin. Doch wie immer, wenn Frau Schumacher irgendwo auftaucht, scheint auch ein neuer Zickenkrieg zu beginnen: diesmal mit Rennfahrerin Ellen Lohr.
Letztere machte in der Presse unflätige Anspielungen über Frau Schumachers Brüste, deren Volumen, wie manche Beobachter meinen, in letzter Zeit erheblich zugenommen habe: „Wenn sie mal einen Unfall hat“, so sagte Frau Lohr über Frau Schumacher, „dann könnten ihre Brüste platzen“.
Noch sind sie nicht geplatzt: Frau Schumacher fuhr das Rennen, das im Wesentlichen dem Miniaturauto einer bayrischen Nobelmarke neuen Schwung bringen soll.
Letztere machte in der Presse unflätige Anspielungen über Frau Schumachers Brüste, deren Volumen, wie manche Beobachter meinen, in letzter Zeit erheblich zugenommen habe: „Wenn sie mal einen Unfall hat“, so sagte Frau Lohr über Frau Schumacher, „dann könnten ihre Brüste platzen“.
Noch sind sie nicht geplatzt: Frau Schumacher fuhr das Rennen, das im Wesentlichen dem Miniaturauto einer bayrischen Nobelmarke neuen Schwung bringen soll.
sehpferd - am Montag, 21. Juni 2004, 12:15 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Ich versuche stets zu verunmöglichen, dass die reale Unmöglichkeit des Unschwachsinns in mein Blog einzieht. Sie halten diesen Satz für Schwachsinn? Selbstverständlich. Vielleicht sollte man dann einmal diesen zitieren:
„An der realen Unmöglichkeit, die berechtigten Ansprüche der Menschen auf Arbeit und soziale Sicherheit mit nationalen Mitteln zu erfüllen, ist diese Kernkompetenz zerbrochen.“
Er stammt von Sigmar Gabriel, SPD-Politiker. Der hat immerhin ein Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien.
„An der realen Unmöglichkeit, die berechtigten Ansprüche der Menschen auf Arbeit und soziale Sicherheit mit nationalen Mitteln zu erfüllen, ist diese Kernkompetenz zerbrochen.“
Er stammt von Sigmar Gabriel, SPD-Politiker. Der hat immerhin ein Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien.
sehpferd - am Montag, 21. Juni 2004, 09:03 - Rubrik: einig fallerland
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Die meisten Menschen stellen sich unter „feurigem Sex“ bestimmt etwas anderes vor, als es Jennifer Steele tut: Sie ist eine Feuerschluckerin, und sie tut es nackt.
Bei Bedarf und je nachdem, ob das Publikum deutlich über 18 ist, bietet sie noch mehr: Auf ihrer Webseite bezeichnet sie sich als „der erste und einzige Pornostar, der Feuer schluckt, während er Sex hat (vaginal und anal)".
Wenn das nicht befeuert, was dann?
Bei Bedarf und je nachdem, ob das Publikum deutlich über 18 ist, bietet sie noch mehr: Auf ihrer Webseite bezeichnet sie sich als „der erste und einzige Pornostar, der Feuer schluckt, während er Sex hat (vaginal und anal)".
Wenn das nicht befeuert, was dann?
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Die Christdemokraten gelten ja, wenn man Umfragen ansieht, als Gewinner der weitgehend verfehlten, weil allzu undurchsichtigen Politik der Sozialdemokraten. Doch dies sollte ihnen vielleicht zu denken geben: Das deutsch-türkische Liebesdrama „Gegen die Wand“ räumte die Lolas ab – und nicht irgendein Film über die Segnungen der christlichen Ehe.
Was mir persönlich zeigt, dass die Christdemokraten mit ihrer Abendlands-Ideologie aus dem vorvorigen Jahrhundert am Ende sind: Gottesbezug, Abendland und Kirchenmacht haben abgewirtschaftet, weil sie sich nicht bewährt haben. Die Anti-Türkei und Anti-Muslim-Debatten kommen heute nicht einmal bei den Stammtischen der Dummbacken mehr an. Das Land braucht neue, frische Gedanken, nicht eine neue Version des bigotten, vermufften Bürgertums.
Vielleicht sollten die CDU-Gegner einmal deutlicher darauf hinweisen, welche Geisteshaltung sich Deutschland mit der Wahl dieser Partei einhandeln würde.
Was mir persönlich zeigt, dass die Christdemokraten mit ihrer Abendlands-Ideologie aus dem vorvorigen Jahrhundert am Ende sind: Gottesbezug, Abendland und Kirchenmacht haben abgewirtschaftet, weil sie sich nicht bewährt haben. Die Anti-Türkei und Anti-Muslim-Debatten kommen heute nicht einmal bei den Stammtischen der Dummbacken mehr an. Das Land braucht neue, frische Gedanken, nicht eine neue Version des bigotten, vermufften Bürgertums.
Vielleicht sollten die CDU-Gegner einmal deutlicher darauf hinweisen, welche Geisteshaltung sich Deutschland mit der Wahl dieser Partei einhandeln würde.
sehpferd - am Sonntag, 20. Juni 2004, 15:57 - Rubrik: einig fallerland
Wenn über eine alte Sache mal endlich Gras gewachsen ist, kommt sicher ein Kamel gelaufen, das alles wieder runterfrisst. Sagte man früher. Jetzt sollte man es der NewIndPress vielleicht einmal ins Poesiealbum schreiben.
Die Zeitung, die schon häufiger kopfschütteln ausgelöst hatte, titele „Porno Skandal Film beherrscht deutsche Filmpreise“. Zitiert wurde dann ein Artikel der Nachrichtenagentur Reuters über die deutschen „Lolas“, der darüber nun wirklich nichts aussagt.
Vielleicht sollte die Zeitung einmal dafür sorgen, dass die Redakteure demnächst das Gehirn einschalten müssen, bevor sie eine Überschrift zu einem Agenturartikel schreiben.
Die Zeitung, die schon häufiger kopfschütteln ausgelöst hatte, titele „Porno Skandal Film beherrscht deutsche Filmpreise“. Zitiert wurde dann ein Artikel der Nachrichtenagentur Reuters über die deutschen „Lolas“, der darüber nun wirklich nichts aussagt.
Vielleicht sollte die Zeitung einmal dafür sorgen, dass die Redakteure demnächst das Gehirn einschalten müssen, bevor sie eine Überschrift zu einem Agenturartikel schreiben.
sehpferd - am Sonntag, 20. Juni 2004, 15:47 - Rubrik: printmedien
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Dass man mit Fotohandys Nacktfotos machen kann, dürfte bekannt sein, und auch die Folgen solchen Tuns sind nicht ganz unbekannt geblieben. Dass man aber auch Nichtnacktfotos (mit oder ohne Handy) machen kann, wurde jetzt in einer Hamburger Prozessfarce deutlich: Eine 17-Jährige hatte ihren Exfreund bezichtigt, sie mit "Nacktfotos" zu erpressen. Bei der offenbar getürkten "Geldübergabe" einer vermeintlichen "Erpressung" sprangen dann zwei Polizisten aus dem Gebüsch. Die Sache hatte nur einen Haken: Es gab keine Aktfotos. Urteil: Freispruch.
Fragt sich nur, wie die Eltern der jungen Dame auf solch ein Gewäsch hin eine Ermittlung in die Gänge brachten. Schließlich sind Nacktfotos nicht unbedingt ehrenrührig.
Fragt sich nur, wie die Eltern der jungen Dame auf solch ein Gewäsch hin eine Ermittlung in die Gänge brachten. Schließlich sind Nacktfotos nicht unbedingt ehrenrührig.
sehpferd - am Sonntag, 20. Juni 2004, 15:29 - Rubrik: nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wer Lust auf Rennküchenschaben hat, sollte vielleicht mal nach Litauen gehen. Oder doch wenigstens diese Webseite ansehen. Erotisch? Nein, ich glaube nicht. Sie sehen aus, wie Küchenschaben nun einmal aussehen. Fragt sich nur, ob der Tierschutzverein bald einschreitet.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Die Dame, die jahrelang im Internet als „Reitherrin Zenobia“ herumgeisterte und dabei lebhafteste Diskussionen ausgelöst hatte, ist mittlerweile öffentlich geworden: Sie hat eine Homepage eingerichtet, auf der ihre tatsächlichen Ansinnen zum Ausdruck kommen. Sie ist demnach nach Eigendarstellung eine so genannte „Domina“. Hatten wir das nicht schon immer gedacht?
Zitieren wir doch gleich mal von ihrer die Webseite:
Pferde und Ponys werden durch meinen Willen im Ersten und Letzten bestimmt.
Der leicht beseelte Widerstand des Pferdes,
entzückt mich wie der Widerstand der Seele meines Ponys.
Jedoch wähle ich nur Ponys mit guten Manieren.
Da wiehert der Pferd und sprungt über der Oma Hühnerstall ihrem Dach.
Zitieren wir doch gleich mal von ihrer die Webseite:
Pferde und Ponys werden durch meinen Willen im Ersten und Letzten bestimmt.
Der leicht beseelte Widerstand des Pferdes,
entzückt mich wie der Widerstand der Seele meines Ponys.
Jedoch wähle ich nur Ponys mit guten Manieren.
Da wiehert der Pferd und sprungt über der Oma Hühnerstall ihrem Dach.
sehpferd - am Sonntag, 20. Juni 2004, 11:15 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Ein Kannibale, ein Kannibale, geht ganz einsam auf die Pirsch – und manche Journalisten offenbar auch, die unbedingt Leute kennen lernen wollen, die etwas absonderliche erotische Gebräuche haben. Jedenfalls soll sich kürzlich ein Herr der Zunft als „menschliches Schwein“ ausgegeben und ein potenzielles Kannibalenopfer imitiert haben.
Die Adressatin, eine Dame, die sich Ladylazy nennt, war dumm genug, dem Herrn Schwein ihre Adresse zu geben – und einige Tage später stand er vor ihrer Haustür, um seine Schweinestory zu bekommen.
Hat er aber nicht. Der Hausmeister, so die Dame, habe es verhindert. Ins Gespräch gekommen sein dürfte sie dennoch – falls die Geschichte wahr ist. Weiß man bei den „Pets and Owners“ nie so genau.
Die Adressatin, eine Dame, die sich Ladylazy nennt, war dumm genug, dem Herrn Schwein ihre Adresse zu geben – und einige Tage später stand er vor ihrer Haustür, um seine Schweinestory zu bekommen.
Hat er aber nicht. Der Hausmeister, so die Dame, habe es verhindert. Ins Gespräch gekommen sein dürfte sie dennoch – falls die Geschichte wahr ist. Weiß man bei den „Pets and Owners“ nie so genau.
sehpferd - am Sonntag, 20. Juni 2004, 11:12 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wenn sie einmal gar nicht mehr wissen, worüber sie bloggen sollen, dann bloggen Sie doch darüber: Jeder lügt 200-mal am Tag. Und wie oft am Tag schreiben Forscher Schwachsinn? (von Bloggern will ich hier lieber nicht reden).
Kleine Anmerkung von mir am Rande: Lügen heißt „entgegen besserem Wissen die Unwahrheit sagen“. Die Definition des Net-Lexikons, die „Lüge ist eine Aussage, die nicht der Wahrheit entspricht“ muss den Hirnen der 70-er Jahre Generation entsprungen sein, und sie ist einfach falsch.
Da insbesondere Smalltalk (um den es im Artikel geht) aber keine sehr bewusste Unterhaltung ist, in der das bessere Wissen als Wert an sich erscheint, sind die kleinen Korrekturen an der Wirklichkeit keine Lügen, sondern bestenfalls etwas geschminkte Sichtweisen der Wahrheit.
Via: ferromonte.
Kleine Anmerkung von mir am Rande: Lügen heißt „entgegen besserem Wissen die Unwahrheit sagen“. Die Definition des Net-Lexikons, die „Lüge ist eine Aussage, die nicht der Wahrheit entspricht“ muss den Hirnen der 70-er Jahre Generation entsprungen sein, und sie ist einfach falsch.
Da insbesondere Smalltalk (um den es im Artikel geht) aber keine sehr bewusste Unterhaltung ist, in der das bessere Wissen als Wert an sich erscheint, sind die kleinen Korrekturen an der Wirklichkeit keine Lügen, sondern bestenfalls etwas geschminkte Sichtweisen der Wahrheit.
Via: ferromonte.
sehpferd - am Sonntag, 20. Juni 2004, 10:27 - Rubrik: aufgegriffen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Das wöchentliche Geblubber aus den Algen.
Immer, wenn ich schreibe, dass die 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts im Internet schlecht dokumentiert sind, bekomme ich Hiebe von den Pseudointellektuellen: Das Internet sei schließlich nicht die adäquate wissenschaftliche Informationsquelle, man müsse vielmehr ... und dann folgen Vorschläge zur wissenschaftlichen Arbeit aus dem vorigen, mehr aber noch aus dem vorvorigen Jahrhundert.
Der Grund könnte freilich noch ein anderer sein: die Ignoranz der Wissenschaftler gegenüber dem Zeitgeschehen. Auch hier, an diesem Ort, lese ich ja eigentlich nur zweierlei: Entweder die lieben Bloggerkolleginnen (meistens dann die –innen) stecken komplett in der Zeit, oder sie erheben sich wie die Habichte über das lächerliche Leben dort unten, das ihrer Meinung nach vor allem politisch, wirtschaftlich und letztendlich ganz und gar verkorkst ist. Da sie auch von etwas leben müssen, stürzen sie sich ab und an auf eine lächerliche Maus, die gerade mal gepiept hat, und werfen sie hoch in die Luft, damit jeder sieht, was für ein großartiger Vogel sie sind.
Nein, nicht dass ich frei davon wäre – aber ich weiß es mindestens, was ein großer Vorteil sein kann.
Zurück zu den 60ern. Das Zeitgeschehen spülte Frauen wie Rosemarie Nitribitt (dargestellt als Opfer, das selber Schuld hatte) und Vera Brühne (bezichtigt des Doppelmordes) an die Oberfläche. So weit, so gut. Doch wer waren diese Frauen wirklich? Was hat die damalige Presse, im Fall der Brühne insbesondere die Zeitschrift „Quick“ mit ihnen angestellt? Wo sind die damaligen Zeitungsberichte geblieben?
Weder Zeitzeugen (denen man es verzeihen mag) noch Wissenschaftler und Bibliotheken nehmen ihre Aufgaben wahr, das Zeitgeschehen im Internet offen zu legen. Wer nach Frau Brühne sucht, findet hunderte von lächerlichen Filmkritiken, die allesamt mit dem wirklichen Leben der Dame nichts zu tun hatten. Doch auch das ist nicht das Schlimmste. Am erbärmlichsten ist, wie wenig in den spektakulären Ereignissen der Zeitgeschichte Tendenzen gesucht werden: Das Leben muss der heutigen Jugend als das erscheinen, was schon meine Geschichtslehrer mir zu vermitteln versuchten: Geschichte ist die Aneinanderreihung von Geburt und Tod irgendwelcher Persönlichkeiten.
Wie daraus ein Weltbild entstehen soll, ist mir schleierhaft. Nach meinen Beobachtungen entsteht es auch nicht. Vielmehr blubbert jeder gerade in die Welt, was ihm zu seinem Leben so einfällt. Auch das ginge noch hin, wenn es nicht das Einzige wäre, was in den meisten Köpfen noch vor sich geht: Wir haben eine Generation der schrecklichen Selbstüberschätzer herangezogen, die sich an die Strohalme des persönlichen Glücks klammern, ohne zu bedenken, dass gerade diese Quelle sich nicht einfach beliebig absaugen lässt. So geschieht es, dass viele Bloggerinnen und Blogger ihr persönliches Unglück, aber auch jenes der entfernten Mächte von Wirtschaft und Politik lärmend beklagen. Hoffen wir, dass wenigstens dies noch jemand als Zeitzeugnis wahrnimmt.
Immer, wenn ich schreibe, dass die 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts im Internet schlecht dokumentiert sind, bekomme ich Hiebe von den Pseudointellektuellen: Das Internet sei schließlich nicht die adäquate wissenschaftliche Informationsquelle, man müsse vielmehr ... und dann folgen Vorschläge zur wissenschaftlichen Arbeit aus dem vorigen, mehr aber noch aus dem vorvorigen Jahrhundert.
Der Grund könnte freilich noch ein anderer sein: die Ignoranz der Wissenschaftler gegenüber dem Zeitgeschehen. Auch hier, an diesem Ort, lese ich ja eigentlich nur zweierlei: Entweder die lieben Bloggerkolleginnen (meistens dann die –innen) stecken komplett in der Zeit, oder sie erheben sich wie die Habichte über das lächerliche Leben dort unten, das ihrer Meinung nach vor allem politisch, wirtschaftlich und letztendlich ganz und gar verkorkst ist. Da sie auch von etwas leben müssen, stürzen sie sich ab und an auf eine lächerliche Maus, die gerade mal gepiept hat, und werfen sie hoch in die Luft, damit jeder sieht, was für ein großartiger Vogel sie sind.
Nein, nicht dass ich frei davon wäre – aber ich weiß es mindestens, was ein großer Vorteil sein kann.
Zurück zu den 60ern. Das Zeitgeschehen spülte Frauen wie Rosemarie Nitribitt (dargestellt als Opfer, das selber Schuld hatte) und Vera Brühne (bezichtigt des Doppelmordes) an die Oberfläche. So weit, so gut. Doch wer waren diese Frauen wirklich? Was hat die damalige Presse, im Fall der Brühne insbesondere die Zeitschrift „Quick“ mit ihnen angestellt? Wo sind die damaligen Zeitungsberichte geblieben?
Weder Zeitzeugen (denen man es verzeihen mag) noch Wissenschaftler und Bibliotheken nehmen ihre Aufgaben wahr, das Zeitgeschehen im Internet offen zu legen. Wer nach Frau Brühne sucht, findet hunderte von lächerlichen Filmkritiken, die allesamt mit dem wirklichen Leben der Dame nichts zu tun hatten. Doch auch das ist nicht das Schlimmste. Am erbärmlichsten ist, wie wenig in den spektakulären Ereignissen der Zeitgeschichte Tendenzen gesucht werden: Das Leben muss der heutigen Jugend als das erscheinen, was schon meine Geschichtslehrer mir zu vermitteln versuchten: Geschichte ist die Aneinanderreihung von Geburt und Tod irgendwelcher Persönlichkeiten.
Wie daraus ein Weltbild entstehen soll, ist mir schleierhaft. Nach meinen Beobachtungen entsteht es auch nicht. Vielmehr blubbert jeder gerade in die Welt, was ihm zu seinem Leben so einfällt. Auch das ginge noch hin, wenn es nicht das Einzige wäre, was in den meisten Köpfen noch vor sich geht: Wir haben eine Generation der schrecklichen Selbstüberschätzer herangezogen, die sich an die Strohalme des persönlichen Glücks klammern, ohne zu bedenken, dass gerade diese Quelle sich nicht einfach beliebig absaugen lässt. So geschieht es, dass viele Bloggerinnen und Blogger ihr persönliches Unglück, aber auch jenes der entfernten Mächte von Wirtschaft und Politik lärmend beklagen. Hoffen wir, dass wenigstens dies noch jemand als Zeitzeugnis wahrnimmt.
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Wer Single ist und lieber nicht die freie Wildbahn besucht, um dort die Fangnetze auszulegen, kann in Zukunft aufatmen: Single-the-Game steht für ihn zur Verfügung: Und dann ist alles möglich, vom leichten Flirt bis zu heftigen Bewegungen auf und unter den Linnen. Freilich wirkt das Spiel nur aufs Hirn: Physisch bleibt man im Trocknen.
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Das Durchsägen von Damen ist in der Zauberei seit Jahrzehnten ein beliebter Trick: Bislang sind noch alle dabei ganz geblieben.
Doch nun hat ein weiß maskierter Zauberlehrling eine Webseite eröffnet, auf der gar Schauriges geschieht: Bild für Bild wird gezeigt, wie man Furcht und Schrecken an das staunende Publikum heranbringt. Hätte sich besser gemacht in einer Jahrmarktsschau vor fünfzig Jahren – aus der Zeit müssen auch die Requisiten stammen, die der Zaubermann verwendet.
Schauerlich, oh, gar schauerlich ist es. Und zum Lachen. Jedenfalls für mich.
Doch nun hat ein weiß maskierter Zauberlehrling eine Webseite eröffnet, auf der gar Schauriges geschieht: Bild für Bild wird gezeigt, wie man Furcht und Schrecken an das staunende Publikum heranbringt. Hätte sich besser gemacht in einer Jahrmarktsschau vor fünfzig Jahren – aus der Zeit müssen auch die Requisiten stammen, die der Zaubermann verwendet.
Schauerlich, oh, gar schauerlich ist es. Und zum Lachen. Jedenfalls für mich.
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Eigentlich treibt mich nie etwas zu blog.de, doch gelegentlich finde ich spannend, wie es mit dem geistigen Potenzial in deutschen Blogs aussieht – und über den gibt blog.de verlässlicher Auskunft als irgendjemand sonst. Zitat aus dem „meistgeklickten" Beitrag der letzten 24 Stunden:
„joa dann ganz gechillt mit der bahn heim und nu grad treff ich mein schatz joa nachher schau ich mit franzi des deutschland spiel an und danach geh ma vieleicht ins jugendhaus da iss party“.
Danke, Anna Lena, für den Beweis, dass es immer noch schlimmer kommen kann, als man je gedacht hätte.
„joa dann ganz gechillt mit der bahn heim und nu grad treff ich mein schatz joa nachher schau ich mit franzi des deutschland spiel an und danach geh ma vieleicht ins jugendhaus da iss party“.
Danke, Anna Lena, für den Beweis, dass es immer noch schlimmer kommen kann, als man je gedacht hätte.
Junge Norweger und Norwegerinnen können sich bald mit einer Plakette schmücken, die Spermien zeigt, die auf Wellen schwimmen. Freilich nur dann, wenn 10 von 13 Fragen über Sex richtig beantwortet wurden.
Vergeben wird die Plakette nicht vom Sex-TÜV, sondern von der Gruppe RFSU, die nicht nur Sexualaufklärung betreibt, sondern auch der größte Vertreiber von Kondomen in Norwegen ist.
Eine Information am Rande lässt stutzen: 90 Prozent der jungen männlichen Norweger glauben, dass das „Nein“ einer Dame „Vielleicht“ bedeutet. Nun ist natürlich die Frage: Sind 90 Prozent aller jungen Norwegerinnen wankelmütig oder brauchen 90 Prozent aller jungen Norweger einen neuen Zugang zur weiblichen Psyche?
Vergeben wird die Plakette nicht vom Sex-TÜV, sondern von der Gruppe RFSU, die nicht nur Sexualaufklärung betreibt, sondern auch der größte Vertreiber von Kondomen in Norwegen ist.
Eine Information am Rande lässt stutzen: 90 Prozent der jungen männlichen Norweger glauben, dass das „Nein“ einer Dame „Vielleicht“ bedeutet. Nun ist natürlich die Frage: Sind 90 Prozent aller jungen Norwegerinnen wankelmütig oder brauchen 90 Prozent aller jungen Norweger einen neuen Zugang zur weiblichen Psyche?
sehpferd - am Samstag, 19. Juni 2004, 18:15 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Zitat:
"Sie haben gut gewählt ... Heiratsschwindel
Wir begrüssen Sie herzlich bei Heiratsschwindel. Informationen zu Heiratsschwindel. Wie schön, dass Sie uns auf unserer Seite über Heiratsschwindel besuchen. ... "
Bei einer Google-Suche über Heiratsschwidel gefunden bei Hochzeit Online.
Wer den Leuten auf den Leim geht, landet bei Amazon.de - die Webseite tarnt sich als "Hochzeit.Onlinetipps.ch".
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Wer den Leuten auf den Leim geht, landet bei Amazon.de - die Webseite tarnt sich als "Hochzeit.Onlinetipps.ch".
sehpferd - am Samstag, 19. Juni 2004, 17:55 - Rubrik: seltsame welt
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Sex, antike Göttinnen und Götter und Schach – wie kommt das zusammen? Ganz einfach. Mit Computerschach – wie sonst?
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