Wahrscheinlich wird die CSU nie verstehen, dass die Verfassung eines freiheitlichen Europas keinen „Gottesbezug“ verträgt. An den Haaren herbeigezogen sind allerdings die Argumente: Jetzt wird eine angeblich 2000-jährige „christliche Geschichte“ als neues Argument eingebracht. Ware es gestern nicht noch die christlich-jüdische abendländische Kultur?
Vielleicht können sich Bayerns Christsozialisten einmal für eine Version entscheiden. Und erst dann den europäischen Staatschefs vorwerfen, sie würden die Sache nicht begreifen.
Vielleicht können sich Bayerns Christsozialisten einmal für eine Version entscheiden. Und erst dann den europäischen Staatschefs vorwerfen, sie würden die Sache nicht begreifen.
sehpferd - am Freitag, 18. Juni 2004, 12:01 - Rubrik: glaube und aberglaube
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Eigenlich müsste man für diese Dame keine Werbung mehr machen, zählt sie doch ohehin schon zu den populärsten deutschsprachigen Bloggerinnen.
Doch die Sache ist in jeder Hinsicht interessant, vor allem aber aus dieser Perspektive: Wie sich Selbstdarstellerinnen so herausputzen, dass andere Menschen tatsächlich meinen, sie hätten irgendeine Bedeutung, die über ihren Blog hinausgeht.
Vielleicht gibt es gar schon einen Fanclub?
Doch die Sache ist in jeder Hinsicht interessant, vor allem aber aus dieser Perspektive: Wie sich Selbstdarstellerinnen so herausputzen, dass andere Menschen tatsächlich meinen, sie hätten irgendeine Bedeutung, die über ihren Blog hinausgeht.
Vielleicht gibt es gar schon einen Fanclub?
sehpferd - am Freitag, 18. Juni 2004, 07:27 - Rubrik: aufgegriffen
Früher war die Sache einfach: Wer der Vater eines Kindes war, wusste nur die Mutter – und die bestimmte im Zweifel entweder einen wohlhabenden Freund dazu, den Vater abzugeben oder aber, weitaus häufiger, ihren Ehemann.
Inzwischen hat die Wissenschaft freilich den Spermafopperinnen eine Grenze gesetzt: Wird jemand als Vater bezichtigt, kann er innerhalb weniger Sekunden eine Speichelprobe vom Kind entnehmen und einen Vergleichstest machen lassen – spottbillig im Vergleich zu jahrzehntelangen Unterhaltszahlungen.
Was jetzt ein deutscher Richter einem Vater sagte (OLG Köln) schlägt dem Fass freilich den Boden aus: Demnach hat ein Mann zwar im Grundsatz das Recht, die Vaterschaft anzuzweifeln, aber kein Recht, dies auch feststellen zu lassen. Dies, so der Richter „müsse vielmehr das Gericht im Vaterschaftsprozess anordnen“.
Auch die Bundesjustizministerin hat bereits verkündet, dass sie die „freien“ Vaterschaftstest unterbinden will – angeblich soll dafür mal wieder das Menschenrecht herhalten. Doch dieses „Menschenrecht“ schützt vor allem jene Frauen, die schon bisher ausgesprochen leichtfertig mit ihren Sexualpartnern umgingen. Offenbar soll sich das russische Sperma-Roulette für die Damen wieder lohnen, denn eine offizielle Vaterschaftsklage gegen die Mutter kann lange dauern – und bis der Prozess dann entschieden ist, darf der „Vater“ zahlen: Geld zurück gibt es nicht.
Inzwischen hat die Wissenschaft freilich den Spermafopperinnen eine Grenze gesetzt: Wird jemand als Vater bezichtigt, kann er innerhalb weniger Sekunden eine Speichelprobe vom Kind entnehmen und einen Vergleichstest machen lassen – spottbillig im Vergleich zu jahrzehntelangen Unterhaltszahlungen.
Was jetzt ein deutscher Richter einem Vater sagte (OLG Köln) schlägt dem Fass freilich den Boden aus: Demnach hat ein Mann zwar im Grundsatz das Recht, die Vaterschaft anzuzweifeln, aber kein Recht, dies auch feststellen zu lassen. Dies, so der Richter „müsse vielmehr das Gericht im Vaterschaftsprozess anordnen“.
Auch die Bundesjustizministerin hat bereits verkündet, dass sie die „freien“ Vaterschaftstest unterbinden will – angeblich soll dafür mal wieder das Menschenrecht herhalten. Doch dieses „Menschenrecht“ schützt vor allem jene Frauen, die schon bisher ausgesprochen leichtfertig mit ihren Sexualpartnern umgingen. Offenbar soll sich das russische Sperma-Roulette für die Damen wieder lohnen, denn eine offizielle Vaterschaftsklage gegen die Mutter kann lange dauern – und bis der Prozess dann entschieden ist, darf der „Vater“ zahlen: Geld zurück gibt es nicht.
sehpferd - am Donnerstag, 17. Juni 2004, 19:15 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Das lange umstrittene Projekt der „Berührer(innen)“, das es auch geistig und körperlich Behinderten ermöglichen soll, menschenwürdigen Sex zu haben, wurde jetzt in der Schweiz offiziell gestartet. Sechs Frauen und vier Männer werden in Zukunft schweizerischen Behinderten gegen Bezahlung zur Verfügung stehen, um erotische Dienste unterschiedlicher Art zu erbringen.
sehpferd - am Donnerstag, 17. Juni 2004, 18:47 - Rubrik: nachrichten
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Frauen mit langen Beinen haben nicht nur größere Flirtchancen, sondern auch ein geringeres Risiko, an Herzleiden zu erkranken. Da keine direkte Relation zwischen Koronarerkrankungen und Beinlänge besteht, vermuten Forscher eine bessere Ernährung während des Wachstums, die sowohl die Beine verlängert wie auch das Herz schützt.
sehpferd - am Donnerstag, 17. Juni 2004, 14:37 - Rubrik: nachrichten
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Der kleine Architekt kann dieses „ultimative“ Lehrspielzeug zum Bauen von Hochhäusern verwenden – und der kleine Terrorist lernt mit demselben Spielzeug, wie man es durch eine Explosion zerstören kann. Angeboten wird es als das „ultimative Lehrspielzeug“.
via Jimmiz
via Jimmiz
sehpferd - am Donnerstag, 17. Juni 2004, 10:15 - Rubrik: seltsame welt
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Das Abendland geht nicht unter: Deutsche dürfen sonntags immer noch nicht einkaufen, wann, wie und wo sie wollen. Entschieden hat dies das Bundesverfassungsgericht zur Freude der Kirchen und Gewerkschaften.
Einmal abgesehen davon, dass in einigen europäischen Ländern der Handel wirklich frei ist und nicht an des Staates Gängelband hängt, wird die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vor allem den Internet-Handel begünstigen: Der regionale Handel ist wieder um eine Möglichkeit des wirtschaftlichen Erfolgs ärmer geworden.
Einmal abgesehen davon, dass in einigen europäischen Ländern der Handel wirklich frei ist und nicht an des Staates Gängelband hängt, wird die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vor allem den Internet-Handel begünstigen: Der regionale Handel ist wieder um eine Möglichkeit des wirtschaftlichen Erfolgs ärmer geworden.
sehpferd - am Donnerstag, 17. Juni 2004, 09:22 - Rubrik: einig fallerland
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Es ist zwar nur eine Glosse – aber dennoch. Wer wissen will, wie arrogant ein Kommentator der TAZ sein kann, sollte dies lesen, auch wenn es vermutlich in jeder anderen Redaktion in den Papierkorb wandern würde. Doch es wirft ein Licht auf jene Menschen, die genau das lesen wollen, was Peter Köhler zu bieten hat. Humor habe ich irgendwie anders in Erinnerung, und Satiren auch.
sehpferd - am Donnerstag, 17. Juni 2004, 09:08 - Rubrik: aufgegriffen
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Wo eine weibliche Jungfrau ihr Blümchen im Internet zum Pflücken feilbietet, ist das männliche Pendant nicht fern: David Vardy heißt der 19-jährige Student, der nun einen Ebay-Versuch gestartet hat.
Vorbild war nach seinen Worten Rosie Reid, die lesbische Studentin, die ihre Jungfräulichkeit vor kurzem an einen Mann verhökert hat – falls die Geschichte stimmt und nicht nur von der Boulevard-Presse inszeniert wurde.
Fragt sich nur, wann ein Mann eigentlich Jungfrau ist, und auf welche Weise er seine Unschuld gerne verlieren würde. Hoffentlich hat er selbst darüber nachgedacht, sonst könnte es eine Überraschung geben.
Vorbild war nach seinen Worten Rosie Reid, die lesbische Studentin, die ihre Jungfräulichkeit vor kurzem an einen Mann verhökert hat – falls die Geschichte stimmt und nicht nur von der Boulevard-Presse inszeniert wurde.
Fragt sich nur, wann ein Mann eigentlich Jungfrau ist, und auf welche Weise er seine Unschuld gerne verlieren würde. Hoffentlich hat er selbst darüber nachgedacht, sonst könnte es eine Überraschung geben.
sehpferd - am Mittwoch, 16. Juni 2004, 19:51 - Rubrik: seltsame welt
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Während die deutsche Boulevardpresse ansonsten jeden Gerichtsprozess nutzt, um ein Skandälchen daraus zu schmieden, hat sie das so genannte Skandal-Video von Severina Vuckovic noch nicht entdeckt: Google News (deutsch) ist seit Wochen absolut Vuckovic-frei. Das internationale Interesse freilich ist gigantisch: Bei Lycos ist die Kroatin unvermittelt auf Platz sechs der Hitliste geraten (Vorwoche Platz 10, aus dem Nichts), und Sehpferd verzeichnete inzwischen 20.000 Zugriffe auf den Artikel über die Sängerin.
sehpferd - am Mittwoch, 16. Juni 2004, 19:42 - Rubrik: aufgegriffen
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Der Spiegel mokiert sich, wie ich meine mit recht, über das dummdeutsche Wort „Bereich“. Die Probe aufs Exempel: Google news (deutsch) findet 13900 Mal das Wort „Bereich“. Richtig verwendet, gilt das Wort dann, von von einem Gelände die Rede ist. Lassen könnte man das Wort auch noch für Geschäftsbereiche, obwohl man dort eigentlich Geschäftszweige sagen sollte - tut aber leider niemand mehr.
Ich persönlich benutzte dieses Wort auch dann und wann: „Mitgliederbereich“ heißt es bei mir offenbar allzu oft, doch kann ich mich damit herausreden, dass es sich wenigstens noch im einen virtuellen Ort handelt: 28 mal habe ich es bei „twoday“ getan, doch außer dem berühmten „Mitgliederbereich“ fand ich es meist in Zitaten.
Doch wann sagt der Deutsche „Bereich“? Erstens, wenn er die zutreffenden Wörter verlernt hat: von Abschnitt bis Zone, und dann, wenn es gar keine Bereiche gibt: Der Euro schwankt nicht in einem „Bereich zwischen“, er schwankt nur „zwischen“. Aktuelle Beispiele gibt es in Hülle und Fülle: Richtig ist „innerhalb der Familienberatung“ und nicht „im Bereich der Familienberatung“, ebenso muss es heißen „im Sport“ und nicht im „sportlichen Bereich“.
Die Krönung: „Im kirchlichen Bereich dürften Enttäuschungen über mangelnde Fortschritte im Bereich der Ökumene einen Schwerpunkt bilden“. Danke, das genügt.
Vielleicht schreibe ich bald so: „Im Erotikbereich werden die weiblichen Bedürfnisbereiche weitgehend ausgegrenzt“. Oder doch lieber nicht? Dieses Dummdeutsch, so scheint mir, haben nicht Journalisten erfunden, sondern Dummwissenschaftler, die nichts zu sagen hatten, aber eine Unmenge Wörter zu Papier bringen mussten.
Ich persönlich benutzte dieses Wort auch dann und wann: „Mitgliederbereich“ heißt es bei mir offenbar allzu oft, doch kann ich mich damit herausreden, dass es sich wenigstens noch im einen virtuellen Ort handelt: 28 mal habe ich es bei „twoday“ getan, doch außer dem berühmten „Mitgliederbereich“ fand ich es meist in Zitaten.
Doch wann sagt der Deutsche „Bereich“? Erstens, wenn er die zutreffenden Wörter verlernt hat: von Abschnitt bis Zone, und dann, wenn es gar keine Bereiche gibt: Der Euro schwankt nicht in einem „Bereich zwischen“, er schwankt nur „zwischen“. Aktuelle Beispiele gibt es in Hülle und Fülle: Richtig ist „innerhalb der Familienberatung“ und nicht „im Bereich der Familienberatung“, ebenso muss es heißen „im Sport“ und nicht im „sportlichen Bereich“.
Die Krönung: „Im kirchlichen Bereich dürften Enttäuschungen über mangelnde Fortschritte im Bereich der Ökumene einen Schwerpunkt bilden“. Danke, das genügt.
Vielleicht schreibe ich bald so: „Im Erotikbereich werden die weiblichen Bedürfnisbereiche weitgehend ausgegrenzt“. Oder doch lieber nicht? Dieses Dummdeutsch, so scheint mir, haben nicht Journalisten erfunden, sondern Dummwissenschaftler, die nichts zu sagen hatten, aber eine Unmenge Wörter zu Papier bringen mussten.
sehpferd - am Mittwoch, 16. Juni 2004, 14:35 - Rubrik: aufgegriffen
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Jeder neunte Schüler, so will der „Jugendreport Natur“ der Universität Marburg herausgefunden haben, glaubt, dass Enten gelb seien.
Selbstverständlich sind Enten gelb. Es sei denn, sie wären schwarz.
Selbstverständlich sind Enten gelb. Es sei denn, sie wären schwarz.
sehpferd - am Mittwoch, 16. Juni 2004, 12:21 - Rubrik: seltsame welt
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An Bord herrscht das Zwei-Klassen-System: Die Mannschaft erscheint uniformiert zum Dienst, während die Passagiere nackt ihre Speckfalten zeigen und ihren Körperschweiß überall verteilen dürfen: Die ersten Nudistenkreuzfahrt wurde medienwirksam inszeniert.
„Mit Erotik“, habe man nichts am Hut, meinte ein Sprecher des spanischen FKK-Verbandes. Das dachten wir uns eigentlich schon. Hoffentlich erträgt die arme Mannschaft ganztägig den Anblick der schwitzenden Leiber.
„Mit Erotik“, habe man nichts am Hut, meinte ein Sprecher des spanischen FKK-Verbandes. Das dachten wir uns eigentlich schon. Hoffentlich erträgt die arme Mannschaft ganztägig den Anblick der schwitzenden Leiber.
sehpferd - am Mittwoch, 16. Juni 2004, 12:01 - Rubrik: seltsame welt
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Radfahren ist gesund und Radfahrer handeln umweltbewusst. So weit, so gut. Da fährt man dann eben morgens auf dem linken Fußweg mit der vollen Geschwindigkeit, die so ein Fahrrad hergibt – und motzt, wenn Fußgänger nicht genügend rücksichtsvoll sind, am äußersten Gehwegrand zu spazieren. Neulich bin ich von einem älteren Radfahrer als Fußgänger gerammt worden. Auf einem ganz gewöhnlichen Fußweg. Kein „Entschuldigung“, sondern ein „gehen sie doch gefälligst weiter rechts“.
Nachts gibt es kaum einen Radfahrer, der das Licht einschaltet. Nicht auf der Straße, nicht auf dem Radweg, und schon gar nicht auf Fuß- und Waldwegen. Solche Radfahrer sind eine Gefahr für sich selbst und eine Gefahr für die Allgemeinheit, doch die meisten sehen es nicht ein, und dies verwundert. Denn mit wenigen Ausnahmen sind die Damen und Herren, die so handeln, keine Rotzlöffel, sondern gestandene Personen mittleren Alters.
Dies ist eine Beobachtung aus dem südlichen Deutschland, einer Gegend, die eigentlich wenig radfahrtypisch ist. Ich kann mich nicht erinnern, im radreichen Dänemark dergleichen erlebt zu haben.
Nachts gibt es kaum einen Radfahrer, der das Licht einschaltet. Nicht auf der Straße, nicht auf dem Radweg, und schon gar nicht auf Fuß- und Waldwegen. Solche Radfahrer sind eine Gefahr für sich selbst und eine Gefahr für die Allgemeinheit, doch die meisten sehen es nicht ein, und dies verwundert. Denn mit wenigen Ausnahmen sind die Damen und Herren, die so handeln, keine Rotzlöffel, sondern gestandene Personen mittleren Alters.
Dies ist eine Beobachtung aus dem südlichen Deutschland, einer Gegend, die eigentlich wenig radfahrtypisch ist. Ich kann mich nicht erinnern, im radreichen Dänemark dergleichen erlebt zu haben.
sehpferd - am Mittwoch, 16. Juni 2004, 10:16 - Rubrik: zeit geschehen
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Geschrieben habe ich schon einmal über Rasputins konservierten Penis, doch konnte ich meiner staunenden Leserschaft noch kein Bild präsentieren. Man folge dem Link.
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Viele US-Bibliotheken weigern sich offenbar, die staatlich verordneten Porno-Filter zu verwenden, heißt es dieser Tage in amerikanischen Medien. Dabei sind es weniger politische als viel mehr wirtschaftliche Gründe, von denen sich die Bibliothekare leiten lassen: Die Filtersoftware selbst sei viel zu teuer und außerdem schlecht – sie würde beispielweise auch Informationen über Brustkrebs ausfiltern.
Bibliotheken, die sich dem Filtersystem nicht anschließen, bekommen allerdings keinen Cent der drei Milliarden US-Dollar, mit denen die Bibliotheken gegenwärtig unterstützt werden – doch was bedeutet diese lächerliche Summe schon in einem Land wie den USA? Für die einzelne Bibliothek, so rechnen einige Bibliothekare vor, seien es nur ein paar hundert Dollar – und das sei die Sache absolut nicht wert.
Bibliotheken, die sich dem Filtersystem nicht anschließen, bekommen allerdings keinen Cent der drei Milliarden US-Dollar, mit denen die Bibliotheken gegenwärtig unterstützt werden – doch was bedeutet diese lächerliche Summe schon in einem Land wie den USA? Für die einzelne Bibliothek, so rechnen einige Bibliothekare vor, seien es nur ein paar hundert Dollar – und das sei die Sache absolut nicht wert.
sehpferd - am Dienstag, 15. Juni 2004, 19:52 - Rubrik: nachrichten
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Die beiden großen Kirchen in Deutschland bemühen sich um reuige Rückkehrer: Wiedereintritt ohne Bürokratie heißt das Zauberwort, von dem sich die Kirchen neben dem Seelenheil der Schäfchen wohl auch bessere Kirchensteuereinnahmen versprechen: In Deutschland kassiert der Fiskus nach wie vor die Kirchenbeiträge, die man hier ganz einfach „Kirchensteuer“ nennt und die Deutsche, wie es scheint, für ganz normal halten.
Schon heute will die evangelische Kirche etwa „ein Drittel“ der Austritte durch Wiedereintritte kompensieren. Dazu hat man in verschiedenen Kirchen „Wiedereintrittsstellen“ eingerichtet. Die katholische Kirche hingegen will die Schäfchen mit einer Internetseite zum Hirten zurückholen.
Fragt sich nur, ob die Wiedereintrittswelle durch eine neue spirituelle Erweckung ausgelöst wurde oder durch eine wiedererstandene Verbürgerlichung: Weiß zu heiraten gilt ja wieder als schick.
Schon heute will die evangelische Kirche etwa „ein Drittel“ der Austritte durch Wiedereintritte kompensieren. Dazu hat man in verschiedenen Kirchen „Wiedereintrittsstellen“ eingerichtet. Die katholische Kirche hingegen will die Schäfchen mit einer Internetseite zum Hirten zurückholen.
Fragt sich nur, ob die Wiedereintrittswelle durch eine neue spirituelle Erweckung ausgelöst wurde oder durch eine wiedererstandene Verbürgerlichung: Weiß zu heiraten gilt ja wieder als schick.
sehpferd - am Dienstag, 15. Juni 2004, 13:32 - Rubrik: glaube und aberglaube
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Ray Charles! The Great Ray Charles! The Genius! Gibt es dieser Ankündigung noch etwas hinzuzufügen? Ja, sehr viel. Erstens, dass er dieser Tage, 73-jährig, gestorben ist. Zweitens, dass er jetzt, in so gut wie allen Nachrufen, als Vorzeigeobjekt benutzt wird – du kannst schwarz, blind und elternlos sein und dennoch Karriere machen. Drittens, wie man einen Künstler heute sieht: Er gewann Grammys, zwölf an der Zahl. Die meisten zu Zeiten, an denen selbst ich noch ein sehr junger Mann war: Zwischen 1960 und 1966.
Den Jazzfans war er immer suspekt. Ein Mann, der schlecht Saxophon spielte und viel zu viel sang, und dazu noch begleiten von seinem Engelschor, dachten sie, könne kein guter Jazzmusiker sein. Freilich, denn das war er auch nicht. Er war ein Mann des Blues, jemand, der ihn nicht nur in die großen Städte hinein schrie, sondern in die ganze Welt.
Ja, er hat etwas neues erfunden, das heute oft in den Hintergrund gerät: Ray Charles erkannte als einer der ersten, dass die Inbrunst des Evangeliums und der Art, wie die schwarzen Gemeinden es zelebrierten, etwas mit Erotik gemeinsam hatten, und er wagte den Stilbruch: Blues, Sex und Gospel – das zusammen müsste die Mischung geben, die sein Publikum zum Schäumen brachte.: „What'd I Say“ wurde zum Sinnbild orgiastischer Musik.
Freilich war derselbe Mann auch Entertainer, amerikanischer Medienstar und Schnulzensänger: „Georgia on My Mind“ ist eine Schnulze, doch wie er dieses Schlagerliedchen gesungen hat - das macht im keiner der Lebenden nach.
Was von ihm bleiben wird? Bestimmt nicht sein Saxofonspiel, kaum seine wenigen Ausflüge in den Jazz. Eher schon der Blues, besonders die erotischen, ekstatischen Blues, die er mit den Rayletts vor Publikum gesungen hat, und ein paar all-amerikanische Schnulzen.
Den Jazzfans war er immer suspekt. Ein Mann, der schlecht Saxophon spielte und viel zu viel sang, und dazu noch begleiten von seinem Engelschor, dachten sie, könne kein guter Jazzmusiker sein. Freilich, denn das war er auch nicht. Er war ein Mann des Blues, jemand, der ihn nicht nur in die großen Städte hinein schrie, sondern in die ganze Welt.
Ja, er hat etwas neues erfunden, das heute oft in den Hintergrund gerät: Ray Charles erkannte als einer der ersten, dass die Inbrunst des Evangeliums und der Art, wie die schwarzen Gemeinden es zelebrierten, etwas mit Erotik gemeinsam hatten, und er wagte den Stilbruch: Blues, Sex und Gospel – das zusammen müsste die Mischung geben, die sein Publikum zum Schäumen brachte.: „What'd I Say“ wurde zum Sinnbild orgiastischer Musik.
Freilich war derselbe Mann auch Entertainer, amerikanischer Medienstar und Schnulzensänger: „Georgia on My Mind“ ist eine Schnulze, doch wie er dieses Schlagerliedchen gesungen hat - das macht im keiner der Lebenden nach.
Was von ihm bleiben wird? Bestimmt nicht sein Saxofonspiel, kaum seine wenigen Ausflüge in den Jazz. Eher schon der Blues, besonders die erotischen, ekstatischen Blues, die er mit den Rayletts vor Publikum gesungen hat, und ein paar all-amerikanische Schnulzen.
sehpferd - am Dienstag, 15. Juni 2004, 08:48 - Rubrik: kult und kultur
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Wenn man die hier versammelten Blogger betrachtet, die ja großen Teils Österreicher sind, so scheint es, als würde die Alpenrepublik nur zwei Sichtweisen kennen: die österreichische Sicht und die Weltsicht. Die Erste ist eine Nummer zu klein, die zweite eine Nummer zu groß.
Jetzt wird allenthalben (auch durch Blogger) wieder gesagt, wie schlecht Europa sei: „Seht ihr nicht die Wahlbeteiligung? Dies Europa muss schlecht sein, sonst wäre sie höher“. Aber, aber, liebe Österreicher(innen), lasst euch bitte sagen: Es geht gar nicht um die EU-Wahlen. Es geht darum, dass jeder einzelne Wiener bitte feststellen möge, dass die Welt nicht hinter der Stadtgrenze Wiens endet, und jeder Österreicher, dass es auch noch ein wenig Europa hinter der österreichisch-ungarischen Grenze gibt.
Eine Passage aus dem „Pester Lloyd“ mag es belegen: Da sagt der konservative, bodenständige Wiener Ladenbesitzer: „Das ist unsere Stärke, wir sind hier in der Nachbarschaft unserer Märkte“. „Und Budapest?“, fragt der Journalist. Antwort: „Fügt uns viel Schaden zu“.
Die wichtigen österreichischen Firmen sind längst in Osteuropa erfolgreich tätig – doch auch das scheint vielen Zeitgenossen nicht geläufig zu sein, und selbst dijenigen, die es wissen sollten, ignorieren es geflissentlich: Globalisierung ist des Teufels, Europäisierung ist des Beelzebubs, Nationalismus ist ein Heiligtum. Wie lange noch, bitte? Diese Frage geht bei weitem nicht nur an die Österreicher.
Jetzt wird allenthalben (auch durch Blogger) wieder gesagt, wie schlecht Europa sei: „Seht ihr nicht die Wahlbeteiligung? Dies Europa muss schlecht sein, sonst wäre sie höher“. Aber, aber, liebe Österreicher(innen), lasst euch bitte sagen: Es geht gar nicht um die EU-Wahlen. Es geht darum, dass jeder einzelne Wiener bitte feststellen möge, dass die Welt nicht hinter der Stadtgrenze Wiens endet, und jeder Österreicher, dass es auch noch ein wenig Europa hinter der österreichisch-ungarischen Grenze gibt.
Eine Passage aus dem „Pester Lloyd“ mag es belegen: Da sagt der konservative, bodenständige Wiener Ladenbesitzer: „Das ist unsere Stärke, wir sind hier in der Nachbarschaft unserer Märkte“. „Und Budapest?“, fragt der Journalist. Antwort: „Fügt uns viel Schaden zu“.
Die wichtigen österreichischen Firmen sind längst in Osteuropa erfolgreich tätig – doch auch das scheint vielen Zeitgenossen nicht geläufig zu sein, und selbst dijenigen, die es wissen sollten, ignorieren es geflissentlich: Globalisierung ist des Teufels, Europäisierung ist des Beelzebubs, Nationalismus ist ein Heiligtum. Wie lange noch, bitte? Diese Frage geht bei weitem nicht nur an die Österreicher.
sehpferd - am Montag, 14. Juni 2004, 19:24 - Rubrik: aufgegriffen
Schon vor 1000 Jahren soll es Push-up BHs gegeben haben, wie jetzt mehrere Zeitungen unter Berufung auf den chinesischen Archäologen Shao Guotian berichteten. Der Büstenhalter, der einer reichen Chinesin gehört haben soll, sei ganz aus Seide gefertigt gewesen, lediglich die Kissen, die den Push-up Effekt unterstützten, seinen aus Baumwolle hergestellt worden. Hinsichtlich der Art und Ausführung, so der Forscher, würde das Kleidungsstück heutigen Push-up-BHs durchaus ähneln.
Ich las dies, als ich gerade aus Budapest zurückkam, wo kaum eine Frau ohne Push-Up-BH aus dem Haus geht – nicht einmal eine Marktfrau.
Ich las dies, als ich gerade aus Budapest zurückkam, wo kaum eine Frau ohne Push-Up-BH aus dem Haus geht – nicht einmal eine Marktfrau.
sehpferd - am Montag, 14. Juni 2004, 17:42 - Rubrik: seltsame welt
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Wenn ich in den großen Städten unterwegs bin, habe ich meine Augen immer an den prächtigen Frontseiten alter Gebäude. Ab und an gibt es dann auch etwas Findelerotik, so wie hier in Budapest.

(c) 2004 by sehpferd

(c) 2004 by sehpferd
sehpferd - am Montag, 14. Juni 2004, 17:21 - Rubrik: kult und kultur
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Nein, ich schreibe nicht über Fußball – oder sollte ich doch? Zum Beispiel, wenn sich neun der „Ehefrauen und Freundinnen“ des russischen Fußballteams splitternackt auszuziehen, um sich dann mit einem Plakat ihres meistgeliebten Fußballidols (das hoffen wir doch, oder?) wieder zu bekleiden.
Zu lesen in den „mosnews“ – zu sehen ist dort ein Foto von Tatyana, Ehefrau des Verteidigers Vadim Yevseyev. Mehr Bilder dann aus dieser immer verläßlichen Quelle.
Zu lesen in den „mosnews“ – zu sehen ist dort ein Foto von Tatyana, Ehefrau des Verteidigers Vadim Yevseyev. Mehr Bilder dann aus dieser immer verläßlichen Quelle.
sehpferd - am Montag, 14. Juni 2004, 17:18 - Rubrik: nachrichten
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