Also, etwas muss ich Ihnen jetzt doch mal erzählen: Ja, Sie dort, der/die Sie öfter mal Sachen in Ihr Blog stellen, die Ihnen hinterher zu heiß sind – so heiß, dass sie alles wieder vom Herd nehmen und ins Klo schütten.
Wer nämlich ein Radar – sprich einen Feedreader auf Ihr Blog gerichtet hat, der kann Ihre Beiträge auch dann noch lesen, wenn sie online bereits das blogzeitliche gesegnet haben.
So bleibt also immer etwas hängen, beispielsweise auch die Empfehlung eines Bloggers an eine Bloggerin „solch ungemein erotische Erlebnisse im Nähkästchen“ zu behalten – Fluch der Technik, eben. Wie war das noch: Vor Inbetriebnahme des Blogwerks Gehirn einschalten – dann vermeidet man Peinlichkeiten.
Wer nämlich ein Radar – sprich einen Feedreader auf Ihr Blog gerichtet hat, der kann Ihre Beiträge auch dann noch lesen, wenn sie online bereits das blogzeitliche gesegnet haben.
So bleibt also immer etwas hängen, beispielsweise auch die Empfehlung eines Bloggers an eine Bloggerin „solch ungemein erotische Erlebnisse im Nähkästchen“ zu behalten – Fluch der Technik, eben. Wie war das noch: Vor Inbetriebnahme des Blogwerks Gehirn einschalten – dann vermeidet man Peinlichkeiten.
sehpferd - am Dienstag, 22. November 2005, 22:40 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Es gibt wieder Gerüchte über virtuelle Geschlechtsumwandlungen: Sie gehen schnell (innerhalb von 10 Minuten), erfordern weder Perücken noch Ganzkörperenthaarung, ersparen Ausgaben für falsche Brüste, weibliche Kosmetikartikel und Pussypants – und vor allem muss man sich keine komplette Garderobe des anderen Geschlechts kaufen – soll ja peinlich sein.
Allerdings wurde ein entsprechender Beitrag, der in einem einschlägigen Blog erschien, sehr schnell wieder zurückgezogen, und so fragen wir uns einfach einmal, wer hinter diesem Blog steht – Frau oder Mann?
Bei diesem hier wissen wir es ja immer noch nicht, aber trösten sie sich – auch dieses Blog ist längst den Weg (fast) aller Sexblogs gegangen.
Allerdings wurde ein entsprechender Beitrag, der in einem einschlägigen Blog erschien, sehr schnell wieder zurückgezogen, und so fragen wir uns einfach einmal, wer hinter diesem Blog steht – Frau oder Mann?
Bei diesem hier wissen wir es ja immer noch nicht, aber trösten sie sich – auch dieses Blog ist längst den Weg (fast) aller Sexblogs gegangen.
sehpferd - am Dienstag, 22. November 2005, 21:09 - Rubrik: blog nachrichten
Sagen sie ja niemandem, dass ich pragmatische Wege zum Ziel bevorzuge, pragmatische Erklärungen der Lebensumstände allen anderen vorziehe und mir eine pragmatische Politik wünsche.
Nein, sagen sie es nicht. Sagen sie es bitte vor allem keinem Deutschen, und einem deutschen Blogger schon gar nicht. „Pragmatisch“ ist für die meisten deutschen das rote Tuch, hinter dem gleich das Tor zur Hölle lauert: Mephisto denkt pragmatisch, Faust idealistisch. Noch Fragen?
Ja., ein Vorschlag. Werfen sie ihren Goethe die Treppe herunter – es ist ja bald wieder Altpapiersammlung. So, und dann misten Sie mal den Kleiderschrank ihrer Ideologien aus, ganz gleich, ob er gerade rechts- oder linkslastig bestückt ist, vor Bürgermief stinkt oder sich vor Reinheit langweilt.
Haben Sie alles draußen? Jetzt legen sie bitte noch alle Ihre Betroffenheitskorsetts ab und ihre Bedenkentragebeuteln.
Geschafft? Sie dürfen nun wieder einräumen. Das schwarze oder rote Ideologiekleid zum Ausgehen, der Rest der Jahreszeit und den Bedürfnissen angepasst, vor allem aber deutlich weniger. Frisch aufgeräumt sieht doch der Schrank ihrer vermufften Ideologien schon viel besser aus, nicht wahr? Und nun verbrennen sie alle ihre Betroffenheitskorsetts nebst Bedenkentragebeutel. Sehen sie, sie könnten sich eigentlich so etwas wie eine transparente Moral leisten, nicht wahr? Sie trägt sich wesentlich leichter als das alte Fischbeinkorsett, und man kann sich viel sicherer darin bewegen.
Wenn sie dann damit fertig sind, dann kommen sie doch wieder einmal zu mir, das über das Leben zu diskutieren.
Nein, sagen sie es nicht. Sagen sie es bitte vor allem keinem Deutschen, und einem deutschen Blogger schon gar nicht. „Pragmatisch“ ist für die meisten deutschen das rote Tuch, hinter dem gleich das Tor zur Hölle lauert: Mephisto denkt pragmatisch, Faust idealistisch. Noch Fragen?
Ja., ein Vorschlag. Werfen sie ihren Goethe die Treppe herunter – es ist ja bald wieder Altpapiersammlung. So, und dann misten Sie mal den Kleiderschrank ihrer Ideologien aus, ganz gleich, ob er gerade rechts- oder linkslastig bestückt ist, vor Bürgermief stinkt oder sich vor Reinheit langweilt.
Haben Sie alles draußen? Jetzt legen sie bitte noch alle Ihre Betroffenheitskorsetts ab und ihre Bedenkentragebeuteln.
Geschafft? Sie dürfen nun wieder einräumen. Das schwarze oder rote Ideologiekleid zum Ausgehen, der Rest der Jahreszeit und den Bedürfnissen angepasst, vor allem aber deutlich weniger. Frisch aufgeräumt sieht doch der Schrank ihrer vermufften Ideologien schon viel besser aus, nicht wahr? Und nun verbrennen sie alle ihre Betroffenheitskorsetts nebst Bedenkentragebeutel. Sehen sie, sie könnten sich eigentlich so etwas wie eine transparente Moral leisten, nicht wahr? Sie trägt sich wesentlich leichter als das alte Fischbeinkorsett, und man kann sich viel sicherer darin bewegen.
Wenn sie dann damit fertig sind, dann kommen sie doch wieder einmal zu mir, das über das Leben zu diskutieren.
sehpferd - am Dienstag, 22. November 2005, 19:58 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Sie kennen das ja wahrscheinlich – niemand weiß so genau, wann eigentlich Weihnachten ist, deswegen kauft man Weihnachtsgeschenke entweder im August oder dann, wenn Leute zu fragen beginnen „was machst du eigentlich Weihnachten?“ – Ja richtig, da war doch noch etwas – Weihnachten eben.
Die meisten meiner Mitmenschen glauben ja, Weihnachten sei am 24. Dezember. Da ist es natürlich nicht, sondern am 25. Dezember - das ist der so genannte "christliche" Weihnachtstag. Aber es stimmt nicht, denn Weihnachten ist nicht ein Tag und auch nicht eine Folge von Tagen , die von einem „heiligen“ Abend über den ersten bis zum zweiten „Weihnachtsfeiertag“ reichen, sondern es ist eine ganze Anreihung von Tagen – die „Wiehen Nachten“ eben. Manche Schreiber lassen auch das „e“ weg uns schreiben: „Wihen Nachten“, und im Süden sagt man bisweilen „Raunächte“ dazu.
Eigenartig, wie sich das Christentum dieser „Wiehen Nachten“ bemächtigt hat. Selbst im Internet findet man kaum noch einen Hinweis auf die Zwölf Nächte, die man auch die Zeit „zwischen den Jahren“ nennt, und die etwa von unserem „Heiligen Abend“ bis zum „Dreikönigstag“ reichen – das ist auch die Zeit, in der eines unserer letzten vor den Missionaren geretteten Symbole, der immergrüne Lichterbaum, verschwinden muss.
Das eigentliche Fest ist dabei die Wintersonnenwende: Danach werden die Tage wieder länger und die Hoffnung auf ein wunderschönes neues Jahr keimt wieder auf, und wenn es auch noch kalt wird oder schneit, bringen die Tage wieder mehr Licht in die Täler, die Häuser und die Herzen.
Ich kenne sie noch aus meiner Jugend, die Zeit „zwischen den Jahren“ – eine Zeit der Besinnung wie auch der Hoffnung, die mindestens 12 Nächte währte und die vor allem deswegen als so eigenartig galt, weil sie weder zum alten noch zum neuen Jahr gehörte.
Armseliges Weihnachten ohne Krippe und Kirche?
Bei mir gibt es kein Weihnachten mit christlichen Symbolen. Manchmal, wenn es gar nicht anders geht, besuche ich Weihnachten eine Kirche – das bedeutet dann „Teilnahme am Zeitgeschehen“, und so kann ich auch mit dem Leben, was in den südlichen katholischen Gegenden als Weinachten gilt.
Die meisten meiner Mitmenschen glauben ja, Weihnachten sei am 24. Dezember. Da ist es natürlich nicht, sondern am 25. Dezember - das ist der so genannte "christliche" Weihnachtstag. Aber es stimmt nicht, denn Weihnachten ist nicht ein Tag und auch nicht eine Folge von Tagen , die von einem „heiligen“ Abend über den ersten bis zum zweiten „Weihnachtsfeiertag“ reichen, sondern es ist eine ganze Anreihung von Tagen – die „Wiehen Nachten“ eben. Manche Schreiber lassen auch das „e“ weg uns schreiben: „Wihen Nachten“, und im Süden sagt man bisweilen „Raunächte“ dazu.
Eigenartig, wie sich das Christentum dieser „Wiehen Nachten“ bemächtigt hat. Selbst im Internet findet man kaum noch einen Hinweis auf die Zwölf Nächte, die man auch die Zeit „zwischen den Jahren“ nennt, und die etwa von unserem „Heiligen Abend“ bis zum „Dreikönigstag“ reichen – das ist auch die Zeit, in der eines unserer letzten vor den Missionaren geretteten Symbole, der immergrüne Lichterbaum, verschwinden muss.
Das eigentliche Fest ist dabei die Wintersonnenwende: Danach werden die Tage wieder länger und die Hoffnung auf ein wunderschönes neues Jahr keimt wieder auf, und wenn es auch noch kalt wird oder schneit, bringen die Tage wieder mehr Licht in die Täler, die Häuser und die Herzen.
Ich kenne sie noch aus meiner Jugend, die Zeit „zwischen den Jahren“ – eine Zeit der Besinnung wie auch der Hoffnung, die mindestens 12 Nächte währte und die vor allem deswegen als so eigenartig galt, weil sie weder zum alten noch zum neuen Jahr gehörte.
Armseliges Weihnachten ohne Krippe und Kirche?
Bei mir gibt es kein Weihnachten mit christlichen Symbolen. Manchmal, wenn es gar nicht anders geht, besuche ich Weihnachten eine Kirche – das bedeutet dann „Teilnahme am Zeitgeschehen“, und so kann ich auch mit dem Leben, was in den südlichen katholischen Gegenden als Weinachten gilt.
sehpferd - am Dienstag, 22. November 2005, 19:30 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Heute wird die Kanzlerin gewählt – ich kann nur hoffen, dass ihre Regierung endlich den beliebtesten deutsche Volkssport, das Mauselochgucken*, verhindern kann.
Europa blickt nach Deutschland – nicht aus den Mauselöchern, und dazu inzwischen recht ungeduldig.
*Das Zitat : "Kiek nich in't Muusloch, Kiek in de Sünn" ist von
Wilhelm Kaisen, geb. 1878 gest. 1979, Bremer Bürgermeister von 1945 bis 1965
Europa blickt nach Deutschland – nicht aus den Mauselöchern, und dazu inzwischen recht ungeduldig.
*Das Zitat : "Kiek nich in't Muusloch, Kiek in de Sünn" ist von
Wilhelm Kaisen, geb. 1878 gest. 1979, Bremer Bürgermeister von 1945 bis 1965
sehpferd - am Dienstag, 22. November 2005, 09:20 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Sprechblasen eines Diagonaldenkers – fast immer montags
Heute wollte ich eigentlich nicht meine politische Neutralität unter Beweis stellen, aber die Sprechblase des Diagonaldenkers ist heute auf zwei Damen fokussiert: Beide, weil sie offenbar zuerst reden und dann denken – und dies sogar schon dann, wenn die neue Regierung, der sie angehören, noch nicht einmal vereidigt wurde.
Die Rede ist, wie ich schon sagte, von zwei Damen: Frau von der Leyen (CDU) wusste schon immer, was für Männer in Deutschland gut ist und sagt dies auch überdeutlich – sie hat vermutlich Glück gehabt, dass niemand so genau hingehört hat, als sie Männererziehung in Deutschland wie folgt ankündigte: „In Deutschland ist eine Veränderung in der Väter- und Männerrolle, hin zu einem tatsächlich gleichberechtigten Partner, überfällig. Männer, die dazu nicht bereit sind, werden keine Partnerin mehr finden“.
Nun gut, Frau von der Leyen – wenn sie meinen, dass man mit Überheblichkeit ein Familienministerium führen kann – bitte schön. Der Versuch ist erlaubt.
Auch besser wissen sollte es die alte und neue Bundesgesundheitsministerin, Frau Ulla Schmidt, die es offenbar nicht lassen kann, sich ständig an irgendwelche Rampen zu stellen und etwas angeblich Wichtiges zu verkünden: Diesmal waren es die Arzthonorare.
Wem will sie damit eigentlich imponieren? BILD-Lesern? Oder den leider immer wieder auftauchenden sozialistischen Bevormundern und Gleichmachern in der SPD? Selbst wenn sie ein bisschen Recht hätte: Vielleicht sollten wir sie doch höflich bitten, die Konsequenzen ihrer Verlautbarungen vorher einmal zu überlegen – und das wird in Zukunft noch für viele Schwätzerinnen und Schwätzer gelten.
Heute wollte ich eigentlich nicht meine politische Neutralität unter Beweis stellen, aber die Sprechblase des Diagonaldenkers ist heute auf zwei Damen fokussiert: Beide, weil sie offenbar zuerst reden und dann denken – und dies sogar schon dann, wenn die neue Regierung, der sie angehören, noch nicht einmal vereidigt wurde.
Die Rede ist, wie ich schon sagte, von zwei Damen: Frau von der Leyen (CDU) wusste schon immer, was für Männer in Deutschland gut ist und sagt dies auch überdeutlich – sie hat vermutlich Glück gehabt, dass niemand so genau hingehört hat, als sie Männererziehung in Deutschland wie folgt ankündigte: „In Deutschland ist eine Veränderung in der Väter- und Männerrolle, hin zu einem tatsächlich gleichberechtigten Partner, überfällig. Männer, die dazu nicht bereit sind, werden keine Partnerin mehr finden“.
Nun gut, Frau von der Leyen – wenn sie meinen, dass man mit Überheblichkeit ein Familienministerium führen kann – bitte schön. Der Versuch ist erlaubt.
Auch besser wissen sollte es die alte und neue Bundesgesundheitsministerin, Frau Ulla Schmidt, die es offenbar nicht lassen kann, sich ständig an irgendwelche Rampen zu stellen und etwas angeblich Wichtiges zu verkünden: Diesmal waren es die Arzthonorare.
Wem will sie damit eigentlich imponieren? BILD-Lesern? Oder den leider immer wieder auftauchenden sozialistischen Bevormundern und Gleichmachern in der SPD? Selbst wenn sie ein bisschen Recht hätte: Vielleicht sollten wir sie doch höflich bitten, die Konsequenzen ihrer Verlautbarungen vorher einmal zu überlegen – und das wird in Zukunft noch für viele Schwätzerinnen und Schwätzer gelten.
sehpferd - am Montag, 21. November 2005, 21:14 - Rubrik: sprechblasen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Nein, nicht mich. Wenn ich mein Französischlexikon richtig gelesen habe, dann heißt „acheve moi“ wohl „mach mich fertig“, und wenn eine junge Dame sich dies auf den Bauch tätowiert hat, was ist dann? (Auf ihrer Rückseite steht „sauve moi“, sie können also wählen).
Was hat nun Fleur Delacour damit zu tun? Oh, vor allem dies: Die Fantasiegestalt wird verkörpert durch die französische Schauspielerin Clémence Poésy – und von ihr haben findige Leute nun zwei Ausschnitte aus „Bienvenue chez les Rozes“ ausgegraben – sehen sie und dort tritt die Dame als Verführerin auf – ziemlich ausgezogen und mit eben jenem „mach mich fertig“ auf dem Bauch.
Was werden nun wohl die Harry-Potter-Fans denken?
Gefunden bei: fleshbot.
Was hat nun Fleur Delacour damit zu tun? Oh, vor allem dies: Die Fantasiegestalt wird verkörpert durch die französische Schauspielerin Clémence Poésy – und von ihr haben findige Leute nun zwei Ausschnitte aus „Bienvenue chez les Rozes“ ausgegraben – sehen sie und dort tritt die Dame als Verführerin auf – ziemlich ausgezogen und mit eben jenem „mach mich fertig“ auf dem Bauch.
Was werden nun wohl die Harry-Potter-Fans denken?
Gefunden bei: fleshbot.
sehpferd - am Montag, 21. November 2005, 20:42 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wir und die Welt da draußen – ein kybernetischer Kreis. Wir schreiben, und wir verändern uns dadurch. Jeder Autor weiß es – ist es neu? Nein, natürlich nicht.
Sehen sie, liebe Leserinnen und Leser, ich schrieb es oft: Man kann sein Leben gründlich beobachten und dann darüber schreiben, wodurch sie das Leben ein wenig verändert, und wenn man nun über diese Veränderung wieder schreibt, dann verändert sich das Leben etwas mehr. Macht man die Sache richtig, dann wird es besser und besser, und man wird erstaunt feststellen, dass es sich schneller und schneller verändert. Hat man einen bestimmten Zustand erreicht, so kann diesen Kreis durchaus unterbrechen – und sich ausruhen auf dem schönen Stand, den man nun erreicht hat. Das Schreiben ist nicht mehr nötig. Wer ein Egoblog führt, kann es schließen.
Auf der anderen Seite ist es nun so: Wenn ich über wenig mehr als mein Sexualleben schreibe, dann muss ich zwangsläufig eben dieses Sexualleben sehr gut beobachten – besser, als wenn ich nicht darüber schreiben würde. Indem ich nun aber darüber schreibe, verändere ich mich und der nächste Sex wird anders sein. Er wird aber auch dadurch anders werden, dass ich mehr von seinen beschreibbaren Komponenten aufnehmen muss, denn ich will doch morgen wieder über mein Sexleben schreiben.
Erwartet meine Leserschaft, dass ich den Partner häufiger wechsele, so werde ich den Partner häufiger wechseln müssen, wenn ich weiter gelesen werden will, und ich werde mich umsehen müssen, wie ich mehr und möglicherweise sensationeller Partner gewinnen kann, um jene und auch mich wieder zu beobachten und darüber zu schreiben, und dies gilt natürlich auch, wenn ich besondere Vorlieben habe – ich kann dann meine Leserschaft nicht dauernd mit der kleinen Reitpeitsche beglücken, die ich vielleicht einmal genossen habe, sondern muss mehr Erfahrungen mit anderen Gerätschaften bei Damen suchen, die damit umgehen können.
Sehen Sie - und irgendwann ist das alles wirklich öd – und dann erkenne ich, dass ich größere Abstände halten muss zwischen dem Erleben und dem Schreiben – aber natürlich könnte ich auch einfach mein Blog schließen, wenn ich nicht wirklich Schriftsteller sein will.
Wie ich schon anderwärts sagte: Sexblogs sind endlich. Es sei denn, man wäre Schrifststeller(in) oder Sexarbeiter(in).
Sehen sie, liebe Leserinnen und Leser, ich schrieb es oft: Man kann sein Leben gründlich beobachten und dann darüber schreiben, wodurch sie das Leben ein wenig verändert, und wenn man nun über diese Veränderung wieder schreibt, dann verändert sich das Leben etwas mehr. Macht man die Sache richtig, dann wird es besser und besser, und man wird erstaunt feststellen, dass es sich schneller und schneller verändert. Hat man einen bestimmten Zustand erreicht, so kann diesen Kreis durchaus unterbrechen – und sich ausruhen auf dem schönen Stand, den man nun erreicht hat. Das Schreiben ist nicht mehr nötig. Wer ein Egoblog führt, kann es schließen.
Auf der anderen Seite ist es nun so: Wenn ich über wenig mehr als mein Sexualleben schreibe, dann muss ich zwangsläufig eben dieses Sexualleben sehr gut beobachten – besser, als wenn ich nicht darüber schreiben würde. Indem ich nun aber darüber schreibe, verändere ich mich und der nächste Sex wird anders sein. Er wird aber auch dadurch anders werden, dass ich mehr von seinen beschreibbaren Komponenten aufnehmen muss, denn ich will doch morgen wieder über mein Sexleben schreiben.
Erwartet meine Leserschaft, dass ich den Partner häufiger wechsele, so werde ich den Partner häufiger wechseln müssen, wenn ich weiter gelesen werden will, und ich werde mich umsehen müssen, wie ich mehr und möglicherweise sensationeller Partner gewinnen kann, um jene und auch mich wieder zu beobachten und darüber zu schreiben, und dies gilt natürlich auch, wenn ich besondere Vorlieben habe – ich kann dann meine Leserschaft nicht dauernd mit der kleinen Reitpeitsche beglücken, die ich vielleicht einmal genossen habe, sondern muss mehr Erfahrungen mit anderen Gerätschaften bei Damen suchen, die damit umgehen können.
Sehen Sie - und irgendwann ist das alles wirklich öd – und dann erkenne ich, dass ich größere Abstände halten muss zwischen dem Erleben und dem Schreiben – aber natürlich könnte ich auch einfach mein Blog schließen, wenn ich nicht wirklich Schriftsteller sein will.
Wie ich schon anderwärts sagte: Sexblogs sind endlich. Es sei denn, man wäre Schrifststeller(in) oder Sexarbeiter(in).
sehpferd - am Montag, 21. November 2005, 19:45 - Rubrik: blog nachrichten
Die neue Ausgabe von „Mindestens Haltbar“ ist da und ich kann über sie mindestens dies sagen: sie ist wenigstens optisch ansprechender als ihre Vorgängerin.
Ansprechend, gefällig, geschmäcklerisch ist diese Blogzeitung, ein bisschen verflittert und verglittert, was am Wienerischen Einschlag liegen mag. Alles ein bisschen angewittert, wie weggeworfene Rosensträuße, alles ein bisschen Poesiealbum.
Ja, ich kann den einen oder anderen Artikel mit Vergnügen lesen, ja, ich kann hie und da lächeln – und doch kommt mir am Ende alles so vor, als würde hinter mir Imme Kirmes aufstehen, der Liebling aller Deutschlehrer, und eines ihrer Elaborate zelebrieren und alle würden vor Ehrfurcht ob ihrer Sprachgewalt erstarren.
Die Welt der seichten, schönen, plätschernden Unterhaltung ist offenbar eine Domäne der Damen geblieben, und auch dies hat sich nicht verändert: Man muss viel schreiben, Seiten füllen, Worte hervorzaubern und wieder verschwinden lassen, gluckernd fortfahren wie ein Bächlein, und ab und an behaupten, es gäbe aber tiefe Gründe im Bachbett.
Eine schöne Bettliteratur? Vielleicht. Aber bitte – nehmen Sie ihren Computer mit ins Bett? Ich nicht. Zwei Artikel habe ich dennoch zu Ende gelesen (obgleich auch sie viel zu lang waren): Etwas über die Mythen an sich und etwas Anderes über Frösche und Mythen im Besonderen - immerhin wurde der zuletzt genannte Beitrag tatsächlich von einem Mann verfasst.
Ansprechend, gefällig, geschmäcklerisch ist diese Blogzeitung, ein bisschen verflittert und verglittert, was am Wienerischen Einschlag liegen mag. Alles ein bisschen angewittert, wie weggeworfene Rosensträuße, alles ein bisschen Poesiealbum.
Ja, ich kann den einen oder anderen Artikel mit Vergnügen lesen, ja, ich kann hie und da lächeln – und doch kommt mir am Ende alles so vor, als würde hinter mir Imme Kirmes aufstehen, der Liebling aller Deutschlehrer, und eines ihrer Elaborate zelebrieren und alle würden vor Ehrfurcht ob ihrer Sprachgewalt erstarren.
Die Welt der seichten, schönen, plätschernden Unterhaltung ist offenbar eine Domäne der Damen geblieben, und auch dies hat sich nicht verändert: Man muss viel schreiben, Seiten füllen, Worte hervorzaubern und wieder verschwinden lassen, gluckernd fortfahren wie ein Bächlein, und ab und an behaupten, es gäbe aber tiefe Gründe im Bachbett.
Eine schöne Bettliteratur? Vielleicht. Aber bitte – nehmen Sie ihren Computer mit ins Bett? Ich nicht. Zwei Artikel habe ich dennoch zu Ende gelesen (obgleich auch sie viel zu lang waren): Etwas über die Mythen an sich und etwas Anderes über Frösche und Mythen im Besonderen - immerhin wurde der zuletzt genannte Beitrag tatsächlich von einem Mann verfasst.
sehpferd - am Montag, 21. November 2005, 18:55 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
So viel kann ich ihnen verraten: Keuschheit ist unheimlich „in“ – als Schlagwort, aber nicht in der Realität. Doch nun will ich etwas weiter ausholen: Drehen wir das Rad der Geschichte mal mindestens 50 Jahre zurück, in die Zeit von Old Conny und Fat Louis - ab da kenne ich mich nämlich etwas genauer aus in der Republik.
Da gab es ihn also, Old Conny, den alten Häuptling der Indianer, der seine vereinigten Trizonesier in eine bessere Zukunft führen sollte: Das hat er auch geschafft. Nur die Sexualmoral, die importierte man aus dem 19. Jahrhundert unter Umgehung der Aufbruchstimmung der Jugend zu Anfang des 20. Jahrhunderts und mit Teils deutlich brauen Rückständen in die Nachkriegszeit. Wer hätte sich nicht noch in den 50ern von einer der weiblichen oder männlichen Geistsnazis sagen lassen müssen, was ein „deutsches Mädel“ oder ein „deutscher Junge“ besser unterlassen sollte?
Am liebsten hätten die Damen und Herren damals gehabt, dass wir uns alle wieder „organisiert“ hätten – nicht in einer Staatsjugend, die gab es im Westen gottlob nicht, aber vielleicht in der Parteijugend? Bei den Pfadfindern? Im der Schreberjugend? Eines war klar. Man wollte die Jugend unter Kontrolle haben.
Man führte die Doppelmoral des Bürgertums fort: Den jungen Mädchen (damals durchaus noch „Backfische“ genannt) und den jungen Männern wurde zwar gleichermaßen auferlegt, keusch in die Ehe zu gehen, doch galt diese Regelung merkwürdigerweise nur für Mädchen. Von Knaben wurde erwartet, „Erfahrungen“ zu haben, wofür neben den üblichen entfernten Tanten und Cousinen auch professionelle Dienstleisterinnen zur Verfügung standen: Immer blieb die nähere Umgebung, die gleiche soziale Umgebung, aber außen vor: Dort taten „es“ die Mädchen nicht.
Die Diskussion „entbrannte“, als die Zeitschriften „BRAVO“ und „TWEN“ die Keuschheit in Frage stellten. Vor allem „TWEN“ war den Moralschützern damals ein Dorn im Auge – mit Schaum vor dem Mund standen die mit Adenauer und der CDU verbündeten Pfaffen und ihre zweite Garnitur in der „Jugendarbeit“ da und versuchten zu retten was zu retten war: Seelen, Moral, Deutschsein, Vaterland und vor allem natürlich die „Reinheit“.
Doch ach – alles Bemühungen waren vergeblich. Die Pille kam und mit ihr brach das Imperium der Keuschheit in wenigen Jahren zusammen, und in den Folgejahrzehnten entwickelten Frauen eigene sexuelle Aktivitäten, die man zuvor nicht einmal Kurtisanen zugetraut hatte – daran änderte im Prinzip auch AIDS nichts – im Gegenteil. Erst durch AIDS kamen viele Leute auf Experimente mit der Haut als dominierende Lustzone, von den vielen Varianten einsamer Vergnügungen gar nicht zu reden – der Markt boomt nach wie vor.
Keusch? Oh, ich will noch einige weitere Artikel darüber schreiben: Über Keuschheitsgeschirre für Männer und Frauen, beispielsweise. Wahrscheinlich werde ich dies ziemlich unkeusch tun.
Da gab es ihn also, Old Conny, den alten Häuptling der Indianer, der seine vereinigten Trizonesier in eine bessere Zukunft führen sollte: Das hat er auch geschafft. Nur die Sexualmoral, die importierte man aus dem 19. Jahrhundert unter Umgehung der Aufbruchstimmung der Jugend zu Anfang des 20. Jahrhunderts und mit Teils deutlich brauen Rückständen in die Nachkriegszeit. Wer hätte sich nicht noch in den 50ern von einer der weiblichen oder männlichen Geistsnazis sagen lassen müssen, was ein „deutsches Mädel“ oder ein „deutscher Junge“ besser unterlassen sollte?
Am liebsten hätten die Damen und Herren damals gehabt, dass wir uns alle wieder „organisiert“ hätten – nicht in einer Staatsjugend, die gab es im Westen gottlob nicht, aber vielleicht in der Parteijugend? Bei den Pfadfindern? Im der Schreberjugend? Eines war klar. Man wollte die Jugend unter Kontrolle haben.
Man führte die Doppelmoral des Bürgertums fort: Den jungen Mädchen (damals durchaus noch „Backfische“ genannt) und den jungen Männern wurde zwar gleichermaßen auferlegt, keusch in die Ehe zu gehen, doch galt diese Regelung merkwürdigerweise nur für Mädchen. Von Knaben wurde erwartet, „Erfahrungen“ zu haben, wofür neben den üblichen entfernten Tanten und Cousinen auch professionelle Dienstleisterinnen zur Verfügung standen: Immer blieb die nähere Umgebung, die gleiche soziale Umgebung, aber außen vor: Dort taten „es“ die Mädchen nicht.
Die Diskussion „entbrannte“, als die Zeitschriften „BRAVO“ und „TWEN“ die Keuschheit in Frage stellten. Vor allem „TWEN“ war den Moralschützern damals ein Dorn im Auge – mit Schaum vor dem Mund standen die mit Adenauer und der CDU verbündeten Pfaffen und ihre zweite Garnitur in der „Jugendarbeit“ da und versuchten zu retten was zu retten war: Seelen, Moral, Deutschsein, Vaterland und vor allem natürlich die „Reinheit“.
Doch ach – alles Bemühungen waren vergeblich. Die Pille kam und mit ihr brach das Imperium der Keuschheit in wenigen Jahren zusammen, und in den Folgejahrzehnten entwickelten Frauen eigene sexuelle Aktivitäten, die man zuvor nicht einmal Kurtisanen zugetraut hatte – daran änderte im Prinzip auch AIDS nichts – im Gegenteil. Erst durch AIDS kamen viele Leute auf Experimente mit der Haut als dominierende Lustzone, von den vielen Varianten einsamer Vergnügungen gar nicht zu reden – der Markt boomt nach wie vor.
Keusch? Oh, ich will noch einige weitere Artikel darüber schreiben: Über Keuschheitsgeschirre für Männer und Frauen, beispielsweise. Wahrscheinlich werde ich dies ziemlich unkeusch tun.
sehpferd - am Montag, 21. November 2005, 18:47 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Da mich neulich ja jemand der Kränkung bezichtigt hat: No comment – außer der Überschrift. Zu den deutschen Blogs habe ich schon alles gesagt, was zu sagen war. Falls sie es in Kurzform wollen: Flaute.
sehpferd - am Montag, 21. November 2005, 18:42 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Ab und an kommt wieder jemand auf meine Seite, der von einem der hasserfüllten Artikel über mich angelockt wurde – ach, liebe Mitmenschen, ich sage euch dies: Das bringt euch auch nicht weiter. Redet mit mir, nicht über mich, dann habt ihr etwas davon.
Ja, es gab Zeiten, da habe ich mich hier noch mit den Platzhirschen und denn entsprechenden Platzhirschdamen (höflich, nicht wahr?) herumgeschlagen. Da dachte ich aber noch, die wären welche. Heute weiß ich: Im Blogs röhren alle, so gut sie können – auch wenn sie keine Platzhirsche sind. Die Jungs aber, die sich damals unbedingt kloppen wollten, sind alle irgendwo in der Privatheit verschollen. Ich denke manches Mal hinter ihnen her, sie wären dort von vornherein besser aufgehoben gewesen.
Ja, es gab Zeiten, da habe ich mich hier noch mit den Platzhirschen und denn entsprechenden Platzhirschdamen (höflich, nicht wahr?) herumgeschlagen. Da dachte ich aber noch, die wären welche. Heute weiß ich: Im Blogs röhren alle, so gut sie können – auch wenn sie keine Platzhirsche sind. Die Jungs aber, die sich damals unbedingt kloppen wollten, sind alle irgendwo in der Privatheit verschollen. Ich denke manches Mal hinter ihnen her, sie wären dort von vornherein besser aufgehoben gewesen.
sehpferd - am Sonntag, 20. November 2005, 21:01 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – fast immer sonntags
Heute Nachmittag bin ich in den Herbstwald gegangen, der hier immer noch von tief grünen Wiesen gesäumt wird, und habe die tief stehende Sonne genossen. Mein letzter Herbst in Deutschland – etwas mehr als 200 Tage liegen noch vor mir: Man kann die Wochen schon zählen, kann sagen, wie viele Montage es noch geben wird, wie oft die Müllabfuhr noch vor dem Haus hält, um die neuen High-Tech-Eimer zu früher Stunde auszuleeren.
Das Blog hat nur noch wenig Bedeutung. Ich kann immer, überall und über fast alles schreiben, aber ich denke auch, dass ich mich nun konzentrieren sollte – auf wirklich gute, geistig wie vielleicht auch emotional anspruchsvolle Projekte, die nicht zuletzt auch Geld einbringen. Wer mich kennt, weiß, wie ich es hasse, völlig ohne Honorare zu arbeiten. Dass eine Sache Freude bereitet, ist noch lange kein Grund, damit keine Einkünfte zu erzielen, wenn Sie mich fragen sollten.
Dieser Tage wollte jemand wissen, warum ich blogge, welche Ziele ich damit verfolge, und warum ich, obwohl ich blogge, so blogkritisch bin. Ich habe ein wenig darauf geantwortet, aber es gibt nun wirklich wichtigere und interessantere Themen für mich als solche Fragen. Sie erinnern mich ein bisschen an das blogübliche Stöckchenwerfen: Wer gar nicht mehr weiß, was er schreiben soll, wirft Stöckchen. Wer gar nicht mehr weiß, warum er überhaupt seine wertvollen Lebensstunden damit verbringt, in winzige Kästchen Buchstaben zu tippen, muss offenbar andere fragen.
Ich, für meinen Teil sage ihnen dieses: Autoren und andere Zeitzeugen überfällt von Zeit zu Zeit (manchmal auch permanent) die ungebändigte Begierde, zu schreiben. Das tun wir, und natürlich sind wir eitel und wollen gelesen werden. Aber das ist auch schon alles. Neulich wollte (woanders) ein Spitznasenbär, dass ich ihm meinen Artikel über ein politisches Thema erläutere. Sehen sie, und das mache ich niemals: Der Leser darf sich denken, was er will – und ich darf über ihn denken, was ich will.
In letzter Zeit habe ich hier ein wenig über die Macho- und Zickenhaftigkeit sowie die schreckliche Schreibe der Sexblogs polemisiert, doch heute würde ich sehr gerne einmal in die Runde fragen: Geht es nicht auch anders? Ich denke immer, Sophie versucht es, aber natürlich kommt auch sie ab und an in die Kakaobadewanne. Da empfiehlt sich der Spruch einer älteren Bardame: „Du kannst nichts daran ändern, wenn sie dich durch den Kakao ziehen – aber du kannst vermeiden, ihren Kakao zu trinken“. Doch das nur nebenbei. Mag keiner über die Affären schreiben, in denen er oder sie Angst geschwitzt, sich vor Schweiß, verschmutzter Wäsche oder schlechtem Atem geekelt hat? Wo er oder sie sich auszog und man hätte lieber “nein Danke – nur das nicht“ gesagt? Hat sich nie jemand in die Hände eines Menschen begeben, von dem er nicht wieder loskam? Ja, ich weiß, das klingt alles Negativ. Aber wenn ich die siebte Geschichte von zwei schönen jungen Menschen lese, die sich mit sportivem Ehrgeiz stundenlang die (Pardon) Seele aus dem Leib vögeln – dann habe ich doch wirklich alle gelesen, oder etwa nicht? Da bleibe ich lieber bei Audacia Ray - sie schreibt wenigstens so, dass ich mich nicht langweile.
In diesem Sinne wünsche ich einen nachdenklichen Restsonntag.
Heute Nachmittag bin ich in den Herbstwald gegangen, der hier immer noch von tief grünen Wiesen gesäumt wird, und habe die tief stehende Sonne genossen. Mein letzter Herbst in Deutschland – etwas mehr als 200 Tage liegen noch vor mir: Man kann die Wochen schon zählen, kann sagen, wie viele Montage es noch geben wird, wie oft die Müllabfuhr noch vor dem Haus hält, um die neuen High-Tech-Eimer zu früher Stunde auszuleeren.
Das Blog hat nur noch wenig Bedeutung. Ich kann immer, überall und über fast alles schreiben, aber ich denke auch, dass ich mich nun konzentrieren sollte – auf wirklich gute, geistig wie vielleicht auch emotional anspruchsvolle Projekte, die nicht zuletzt auch Geld einbringen. Wer mich kennt, weiß, wie ich es hasse, völlig ohne Honorare zu arbeiten. Dass eine Sache Freude bereitet, ist noch lange kein Grund, damit keine Einkünfte zu erzielen, wenn Sie mich fragen sollten.
Dieser Tage wollte jemand wissen, warum ich blogge, welche Ziele ich damit verfolge, und warum ich, obwohl ich blogge, so blogkritisch bin. Ich habe ein wenig darauf geantwortet, aber es gibt nun wirklich wichtigere und interessantere Themen für mich als solche Fragen. Sie erinnern mich ein bisschen an das blogübliche Stöckchenwerfen: Wer gar nicht mehr weiß, was er schreiben soll, wirft Stöckchen. Wer gar nicht mehr weiß, warum er überhaupt seine wertvollen Lebensstunden damit verbringt, in winzige Kästchen Buchstaben zu tippen, muss offenbar andere fragen.
Ich, für meinen Teil sage ihnen dieses: Autoren und andere Zeitzeugen überfällt von Zeit zu Zeit (manchmal auch permanent) die ungebändigte Begierde, zu schreiben. Das tun wir, und natürlich sind wir eitel und wollen gelesen werden. Aber das ist auch schon alles. Neulich wollte (woanders) ein Spitznasenbär, dass ich ihm meinen Artikel über ein politisches Thema erläutere. Sehen sie, und das mache ich niemals: Der Leser darf sich denken, was er will – und ich darf über ihn denken, was ich will.
In letzter Zeit habe ich hier ein wenig über die Macho- und Zickenhaftigkeit sowie die schreckliche Schreibe der Sexblogs polemisiert, doch heute würde ich sehr gerne einmal in die Runde fragen: Geht es nicht auch anders? Ich denke immer, Sophie versucht es, aber natürlich kommt auch sie ab und an in die Kakaobadewanne. Da empfiehlt sich der Spruch einer älteren Bardame: „Du kannst nichts daran ändern, wenn sie dich durch den Kakao ziehen – aber du kannst vermeiden, ihren Kakao zu trinken“. Doch das nur nebenbei. Mag keiner über die Affären schreiben, in denen er oder sie Angst geschwitzt, sich vor Schweiß, verschmutzter Wäsche oder schlechtem Atem geekelt hat? Wo er oder sie sich auszog und man hätte lieber “nein Danke – nur das nicht“ gesagt? Hat sich nie jemand in die Hände eines Menschen begeben, von dem er nicht wieder loskam? Ja, ich weiß, das klingt alles Negativ. Aber wenn ich die siebte Geschichte von zwei schönen jungen Menschen lese, die sich mit sportivem Ehrgeiz stundenlang die (Pardon) Seele aus dem Leib vögeln – dann habe ich doch wirklich alle gelesen, oder etwa nicht? Da bleibe ich lieber bei Audacia Ray - sie schreibt wenigstens so, dass ich mich nicht langweile.
In diesem Sinne wünsche ich einen nachdenklichen Restsonntag.
sehpferd - am Sonntag, 20. November 2005, 20:30 - Rubrik: wochenschau
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
In meinem Erotiklexikon verweise ich grundsätzlich auf Google, Wikipedia und (leider immer noch) den deutschen Wortschatz. Dort gibt es das Wort „Lustfinger“, das ich wie folgt erkläre: „Als natürlicher Finger der Zeigefinger, sonst aber ein Miniatur-Dildo, der auf den Finger aufgesteckt wird“. Um die Verweisfunktion zu überprüfen, googele ich ab und an ein wenig und siehe:
„Chinesische Lustfinger. Chinesische Lustfinger. Noppen-Fingerhüllen für die erotische Stimulation. 8 cm lang, Ø 2 cm (dehnbar). 1 x Schwarz, 1 x Hautfarben. ...
www.neckermann.de/shop/chinesische_lustfinger.asp - 22k - Im Cache - Ähnliche Seiten“
Inzwischen hätte es „Finger Sleeves“ gegeben, wie ich auch bei Neckermann feststellen konnte.
Aber das wollte ich Ihnen gar nicht erzählen. Wenn sie nämlich bei Google anklicken, was Neckermann dort zu bieten hat, kommt eine Seite, auf der bedauert wird, dass es dieses Produkt leider nicht mehr gäbe – aber man hätte Alternativen, zum Beispiel diese:
City-Shopper
Decke (für den Strand)
AAA-Akkus
Haartrockner
Und vor allem ...
Die Schmuse-Maus „Mimi“.
Alledrings kann ich mir nicht so recht vorstellen, dass ein Sucher nach Lustfingern mit dem Erwerb der Schmusemaus glücklich wäre.
„Chinesische Lustfinger. Chinesische Lustfinger. Noppen-Fingerhüllen für die erotische Stimulation. 8 cm lang, Ø 2 cm (dehnbar). 1 x Schwarz, 1 x Hautfarben. ...
www.neckermann.de/shop/chinesische_lustfinger.asp - 22k - Im Cache - Ähnliche Seiten“
Inzwischen hätte es „Finger Sleeves“ gegeben, wie ich auch bei Neckermann feststellen konnte.
Aber das wollte ich Ihnen gar nicht erzählen. Wenn sie nämlich bei Google anklicken, was Neckermann dort zu bieten hat, kommt eine Seite, auf der bedauert wird, dass es dieses Produkt leider nicht mehr gäbe – aber man hätte Alternativen, zum Beispiel diese:
City-Shopper
Decke (für den Strand)
AAA-Akkus
Haartrockner
Und vor allem ...
Die Schmuse-Maus „Mimi“.
Alledrings kann ich mir nicht so recht vorstellen, dass ein Sucher nach Lustfingern mit dem Erwerb der Schmusemaus glücklich wäre.
sehpferd - am Samstag, 19. November 2005, 11:44 - Rubrik: papierkorb nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Nachdem ich ja häufiger über das Anti(Sex)Blog geschmunzelt habe und es inzwischen gar als Anregung benutzt habe, um selbst einen Blogbeitrag durch den Kakao zu ziehen, fiel mir doch dies auf: In den letzten zwei Tagen gab es drei Beiträge, die sehr kurzfristig wieder gelöscht wurden:
Gleitgel (Kategorie Sumpfterrain) über dies
Frauen leider Frauenleiden (Kategorie Erdbeerzeit) über dies
Gebärdensprache (keine Kategorie, in eigener Sache)
Da frage ich mich nun, warum. Besonders „Gleitgel“ war eine in jeder Hinsicht berechtigte Persiflage auf einen Beitrag, der – nun ja, lassen wir die detaillierte Kritik. Jedenfalls klingt er wie hunderte ähnlicher Beiträge auch: Vielleicht veröffentlichen ja demnächst Frauenzeitschriften Strickmuster für Sexblogbeiträge. Noch besser ist freilich wäre: ein Vademekum für Sexblogs, in dem man durch Auswürfeln den nächsten Satz bestimmen kann. Der Fantasie wären keine Grenzen gesetzt: man könnte auch aus einem einzigen Anfangssatz eine ganze Geschichte generieren.
So, Gilde der Programmiererinnen und Programmierer – nun mal ran! Mithilfe des Eliza-Codes und etwas Fantasie sollte es doch möglich sein, oder? Ich halte es für allemal sinnreicher als die Sexblogs, die auch für meine Lesart immer öder werden.
Gleitgel (Kategorie Sumpfterrain) über dies
Frauen leider Frauenleiden (Kategorie Erdbeerzeit) über dies
Gebärdensprache (keine Kategorie, in eigener Sache)
Da frage ich mich nun, warum. Besonders „Gleitgel“ war eine in jeder Hinsicht berechtigte Persiflage auf einen Beitrag, der – nun ja, lassen wir die detaillierte Kritik. Jedenfalls klingt er wie hunderte ähnlicher Beiträge auch: Vielleicht veröffentlichen ja demnächst Frauenzeitschriften Strickmuster für Sexblogbeiträge. Noch besser ist freilich wäre: ein Vademekum für Sexblogs, in dem man durch Auswürfeln den nächsten Satz bestimmen kann. Der Fantasie wären keine Grenzen gesetzt: man könnte auch aus einem einzigen Anfangssatz eine ganze Geschichte generieren.
So, Gilde der Programmiererinnen und Programmierer – nun mal ran! Mithilfe des Eliza-Codes und etwas Fantasie sollte es doch möglich sein, oder? Ich halte es für allemal sinnreicher als die Sexblogs, die auch für meine Lesart immer öder werden.
sehpferd - am Samstag, 19. November 2005, 10:10 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Statt einer Würdigung eines Sexblogs
Schalten Sie doch bitte mal die Spannung ein! Ah, Danke! Jetzt ist sie also da, die sexuelle Erregung. Sie hält auch an, bis man den Schlüssel in Händen hält, mit dessen Hilfe dann die Hotelzimmertür aufgeschlossen werden soll.
Der Schlüssel muss aber ganz schnell aus der Hand woanders hinwandern, denn nun braucht man die Hand, um „natürlich“ die Finger an die Dame zu legen, während man im Aufzug hinauffährt. Dieser hat eine Ecke, in die sie gepresst wird, und dies vermutlich mit reinem Körpereinsatz, denn nun wird von ihm erst ihr Bein angewinkelt, was ja ohne Handeinsatz wieder kaum geht. Jedenfalls wird sein Becken nun gegen ihres gedrückt (in der Ecke, mit angewinkeltem Bein) worauf er nun eine Mund-Hals-Kombination küsst, um ihr sogleich mit der nächsten freien Hand und bei weiterhin angewinkeltem Bein unters Hemdchen zu fassen.
Er muss alle bislang genutzten Hände nun blitzschnell wieder befreien, denn sonst hätte er die Aufzugtür nicht festhalten können, die gerade zu ging (auf geht sie auf, zu geht sie zu), worauf er den Aufzug aufhält (oder die Tür, die hatte er schon in der Hotelhalle aufgehalten).
„Bei der Tür“ (jetzt nicht mehr bei der Aufzugtür, die ist inzwischen schon wieder „zu“) will er aufsperren (und nicht etwa zusperren, man denke), doch sie hindert ihn von hinten kommend und durch den Hosenstoff hindurch masturbierend daran, seine ganze Konzentration auf das Schlüsselloch zu verwenden. (Es musste ein sehr altmodisches Hotel gewesen sein, wegen des Schlüssellochs) und nun, liebe Leserinnen und Leser, die Krönung der Geschichte:
„Sex im Hotel ist schon etwas sehr, sehr geiles meine Damen und Herren“.
Wer hätte das gedacht?
Schalten Sie doch bitte mal die Spannung ein! Ah, Danke! Jetzt ist sie also da, die sexuelle Erregung. Sie hält auch an, bis man den Schlüssel in Händen hält, mit dessen Hilfe dann die Hotelzimmertür aufgeschlossen werden soll.
Der Schlüssel muss aber ganz schnell aus der Hand woanders hinwandern, denn nun braucht man die Hand, um „natürlich“ die Finger an die Dame zu legen, während man im Aufzug hinauffährt. Dieser hat eine Ecke, in die sie gepresst wird, und dies vermutlich mit reinem Körpereinsatz, denn nun wird von ihm erst ihr Bein angewinkelt, was ja ohne Handeinsatz wieder kaum geht. Jedenfalls wird sein Becken nun gegen ihres gedrückt (in der Ecke, mit angewinkeltem Bein) worauf er nun eine Mund-Hals-Kombination küsst, um ihr sogleich mit der nächsten freien Hand und bei weiterhin angewinkeltem Bein unters Hemdchen zu fassen.
Er muss alle bislang genutzten Hände nun blitzschnell wieder befreien, denn sonst hätte er die Aufzugtür nicht festhalten können, die gerade zu ging (auf geht sie auf, zu geht sie zu), worauf er den Aufzug aufhält (oder die Tür, die hatte er schon in der Hotelhalle aufgehalten).
„Bei der Tür“ (jetzt nicht mehr bei der Aufzugtür, die ist inzwischen schon wieder „zu“) will er aufsperren (und nicht etwa zusperren, man denke), doch sie hindert ihn von hinten kommend und durch den Hosenstoff hindurch masturbierend daran, seine ganze Konzentration auf das Schlüsselloch zu verwenden. (Es musste ein sehr altmodisches Hotel gewesen sein, wegen des Schlüssellochs) und nun, liebe Leserinnen und Leser, die Krönung der Geschichte:
„Sex im Hotel ist schon etwas sehr, sehr geiles meine Damen und Herren“.
Wer hätte das gedacht?
sehpferd - am Freitag, 18. November 2005, 22:18 - Rubrik: aufgegriffen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
So, meine Lieben Leserinnen und Leser, es ist Zeit, dass ich mich mal in Ruhe in meinen Großvatersessel* setze, ein Glas Pinotage zu mir nehme und euch dies sage.
Erstens blogge ich nicht

Ich schreibe hier mein kleines Journal – ja, ich weiß, das habe ich schon oft gesagt, aber es kommen eben auch immer neue Leserinnen und Leser hinzu, also: Ce n’est pas un blog. Mir ist piepschnurzegal, was Bloggerinnen und Blogger denken.
Zweitens schreibe ich nicht, um zu gefallen
Sehen sie, mich interessiert nicht, ob Ihnen gefällt oder nicht gefällt, was ich schreibe. Ich schreibe es einfach, weil ich es sagen kann, will oder (seltener) auch muss. Wenn es ihnen gefällt – gut. Wenn nicht – auch gut. Dies ist kein Abnickjournal und auch kein Damenfangjournal, und verdient wird mit all dem kein Eurocent.
Drittens kritisiere ich, was ich für kritikwürdig halte
Ich gebe zu: Manchmal kritisiere ich ein Blog auch, weil es unter alle Sau ist. Normalerweise aber finde ich die Blogs, die Blogger und die Artikel, die ich bespreche, durchaus der Kritik würdig. Ich würde mir selber schaden, wenn ich ausschließlich über Blogmüll berichten würde.
Viertens bin ich kein Vereinsmeier
Nur, weil diese Veranstaltung hier „Blogs“ heißt, bin ich nicht schon automatisch im Verein. Ich nehme mir heraus, eine freie, unabhängige Meinung zu vertreten, und orientiere mich dabei sehr selten am Medium und seinen Regeln. Ich bin nicht Mitglied in eurem Verein – ich schreibe nur.
Fünftens ist Stillstand Rückschritt
Man kann an einigen prominenten Blogs feststellen, dass sie keinerlei Fortschritte machen – ersparen sie mir die Namen, aber die fünf angeblich bedeutendsten deutschen Blogs gehören wahrscheinlich dazu. Die Mischung von ein ganz viel Technik, ziemlich viel linkem politischen Ballast und ein wenig Erotik hat keine Zukunft mehr. Sehen sie sich einmal um, wie viele andere berühmte Blogs heute entweder geschlossen haben oder jedenfalls Dauerwinterschlaf halten, dann wissen Sie, dass wir Fortschritt brauchen – und Zusammenarbeit. Dergleichen kommt nicht zustande, indem sich die „berühmten“ Bloggerinnen und Blogger ständig gegenseitig hochloben, sondern wenn wir uns endlich überlegen, wie wir effektiver an die breite Öffentlichkeit gehen können.
Also: Prost! Und wenn ihnen das alles zu ernst war: Es kommen im Laufe des Wochenendes auch noch humorvollere Beiträge.
Und ich merke schon mal an:
* Ich bin selbst nicht Großvater, aber der Sessel ist verkäuflich
Erstens blogge ich nicht
Ich schreibe hier mein kleines Journal – ja, ich weiß, das habe ich schon oft gesagt, aber es kommen eben auch immer neue Leserinnen und Leser hinzu, also: Ce n’est pas un blog. Mir ist piepschnurzegal, was Bloggerinnen und Blogger denken.
Zweitens schreibe ich nicht, um zu gefallen
Sehen sie, mich interessiert nicht, ob Ihnen gefällt oder nicht gefällt, was ich schreibe. Ich schreibe es einfach, weil ich es sagen kann, will oder (seltener) auch muss. Wenn es ihnen gefällt – gut. Wenn nicht – auch gut. Dies ist kein Abnickjournal und auch kein Damenfangjournal, und verdient wird mit all dem kein Eurocent.
Drittens kritisiere ich, was ich für kritikwürdig halte
Ich gebe zu: Manchmal kritisiere ich ein Blog auch, weil es unter alle Sau ist. Normalerweise aber finde ich die Blogs, die Blogger und die Artikel, die ich bespreche, durchaus der Kritik würdig. Ich würde mir selber schaden, wenn ich ausschließlich über Blogmüll berichten würde.
Viertens bin ich kein Vereinsmeier
Nur, weil diese Veranstaltung hier „Blogs“ heißt, bin ich nicht schon automatisch im Verein. Ich nehme mir heraus, eine freie, unabhängige Meinung zu vertreten, und orientiere mich dabei sehr selten am Medium und seinen Regeln. Ich bin nicht Mitglied in eurem Verein – ich schreibe nur.
Fünftens ist Stillstand Rückschritt
Man kann an einigen prominenten Blogs feststellen, dass sie keinerlei Fortschritte machen – ersparen sie mir die Namen, aber die fünf angeblich bedeutendsten deutschen Blogs gehören wahrscheinlich dazu. Die Mischung von ein ganz viel Technik, ziemlich viel linkem politischen Ballast und ein wenig Erotik hat keine Zukunft mehr. Sehen sie sich einmal um, wie viele andere berühmte Blogs heute entweder geschlossen haben oder jedenfalls Dauerwinterschlaf halten, dann wissen Sie, dass wir Fortschritt brauchen – und Zusammenarbeit. Dergleichen kommt nicht zustande, indem sich die „berühmten“ Bloggerinnen und Blogger ständig gegenseitig hochloben, sondern wenn wir uns endlich überlegen, wie wir effektiver an die breite Öffentlichkeit gehen können.
Also: Prost! Und wenn ihnen das alles zu ernst war: Es kommen im Laufe des Wochenendes auch noch humorvollere Beiträge.
Und ich merke schon mal an:
* Ich bin selbst nicht Großvater, aber der Sessel ist verkäuflich
Die designierte Familienministerin, Frau von der Leyen, scheint ihrer Schwester im Geist aus Österreich, Maria Rauch-Kallat, folgen zu wollen, denn sie sagte der „WELT“: „In Deutschland ist eine Veränderung in der Väter- und Männerrolle, hin zu einem tatsächlich gleichberechtigten Partner, überfällig. Männer, die dazu nicht bereit sind, werden keine Partnerin mehr finden“.
Wie schön, dass diese Frau weiß, was in Deutschland „überfällig ist“ – da wünschen wir ihr für ihre zukünftige Karriere in der CDU doch gleich mal viel Erfolg, denn wer hätte schon mit so viel Scharfsinn gerechnet?
Die Aussagen sind umso befremdlicher, als Frau von der Leyen ja schon Familienministerin in Niedersachsen war – das sollte man sich im Grunde doch etwas auskennen, wenn man ein neues Amt antritt – und nicht gleich herumzuklotzen und die Schuld für die deutsche Familienmisere bei den Männern zu suchen. Überhaupt sollte es sich für eine Familienministerin verbieten, einen Keil in die Familien zu treiben – hier die bereits perfekten Frauen, dort die Männer, die noch etwas lernen müssen.
Doch noch etwas fiel mir auf: Die Drohung oder Prognose an die Männer, keine Partnerin zu finden. Schon heute sind deutsche, aber auch österreichische und schweizerische Frauen nämlich so „anspruchsvoll“ in der Wahl ihrer Partner, dass immer mehr durchaus gute und liebevolle Männer durchs Netz fallen. Diese Männer werden teils zornig und verfluchen die Frauen als Gruppe, teils aber weichen sie eben auch aus: Im Ausland gibt es genügend partnersuchende Frauen.
Wissen Sie, wenn ich meinen Artikel über die so genannten „Importfrauen“ nicht schon einige Stunden vor diesem Artikel geschrieben hätte – jetzt wäre es an der Zeit, einmal der Arroganz kontra zu geben: Die Frauen, die übermäßige Ansprüche stellen, werden in Zukunft keine Partner mehr finden. Ich gebe zu, dass die eine Aussage so überheblich ist wie die andere: Aber das kann ich, für meinen Teil, in Kauf nehmen: Ich bin nicht Minister in Deutschland.
Abgesehen von Meinungen und Emotionen: Fast alle Frauen jenseits der 50 beklagen sich, dass es für sie so schwer wäre, einen neuen Lebenspartner zu finden. In diesem Alter haben wir also bereist die Situation, die wir heute bei den 20 – 35-jährigen Frauen noch nicht haben. Nur – Arroganz ist hier der schlechteste Ratgeber überhaupt, denn wir alle – auch die übertrieben „anspruchsvollen“ Mittzwanzigerinnen bis Mittdreißigerinnen, werden älter – und vielleicht verpassen sie ja vor lauter „Ansprüchen“ und Rollenverteilungsproblemen ja die Zeit, in der sie es noch leicht haben, einen Mann für das ganze Leben zu finden.
Wie schön, dass diese Frau weiß, was in Deutschland „überfällig ist“ – da wünschen wir ihr für ihre zukünftige Karriere in der CDU doch gleich mal viel Erfolg, denn wer hätte schon mit so viel Scharfsinn gerechnet?
Die Aussagen sind umso befremdlicher, als Frau von der Leyen ja schon Familienministerin in Niedersachsen war – das sollte man sich im Grunde doch etwas auskennen, wenn man ein neues Amt antritt – und nicht gleich herumzuklotzen und die Schuld für die deutsche Familienmisere bei den Männern zu suchen. Überhaupt sollte es sich für eine Familienministerin verbieten, einen Keil in die Familien zu treiben – hier die bereits perfekten Frauen, dort die Männer, die noch etwas lernen müssen.
Doch noch etwas fiel mir auf: Die Drohung oder Prognose an die Männer, keine Partnerin zu finden. Schon heute sind deutsche, aber auch österreichische und schweizerische Frauen nämlich so „anspruchsvoll“ in der Wahl ihrer Partner, dass immer mehr durchaus gute und liebevolle Männer durchs Netz fallen. Diese Männer werden teils zornig und verfluchen die Frauen als Gruppe, teils aber weichen sie eben auch aus: Im Ausland gibt es genügend partnersuchende Frauen.
Wissen Sie, wenn ich meinen Artikel über die so genannten „Importfrauen“ nicht schon einige Stunden vor diesem Artikel geschrieben hätte – jetzt wäre es an der Zeit, einmal der Arroganz kontra zu geben: Die Frauen, die übermäßige Ansprüche stellen, werden in Zukunft keine Partner mehr finden. Ich gebe zu, dass die eine Aussage so überheblich ist wie die andere: Aber das kann ich, für meinen Teil, in Kauf nehmen: Ich bin nicht Minister in Deutschland.
Abgesehen von Meinungen und Emotionen: Fast alle Frauen jenseits der 50 beklagen sich, dass es für sie so schwer wäre, einen neuen Lebenspartner zu finden. In diesem Alter haben wir also bereist die Situation, die wir heute bei den 20 – 35-jährigen Frauen noch nicht haben. Nur – Arroganz ist hier der schlechteste Ratgeber überhaupt, denn wir alle – auch die übertrieben „anspruchsvollen“ Mittzwanzigerinnen bis Mittdreißigerinnen, werden älter – und vielleicht verpassen sie ja vor lauter „Ansprüchen“ und Rollenverteilungsproblemen ja die Zeit, in der sie es noch leicht haben, einen Mann für das ganze Leben zu finden.
sehpferd - am Freitag, 18. November 2005, 19:17 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Ab und an gehe ich nach Basel und sehe dort recht viele Schweizer (gestandene Mannsbilder, sozusagen) die mit Ehefrauen daherkommen, die ganz offensichtlich anderen Gegenden dieser Welt entstammen.
Es gibt nur wenige, die ihre Frauen auf Auslandsreisen kennen gelernt haben. Die meisten von ihnen (Asiatinnen, Südamerikanerinnen, Afrikanerinnen und Osteuropäerinnen) sind jene, die als „Kauffrauen“ oder „Importfrauen“ bezeichnet werden.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Mann, der hier keine Frau bekommt, von solch einer Frau wirklich geliebt wird“ ist der übliche Satz, der den meisten Menschen einfällt, wenn sie ein solches Paar sehen. Vereinfacht: Er findet keine, also kauft er sich eine, aber die liebt ihn nicht, sonder kommt aus wirtschaftlichen Gründen.
Fragt sich, wo Männer (auch deutsche Männer) denn ihre Frauen finden sollen: Frauen, die sie Berufen unterstützen, die ohne Ehefrauen fast gar nicht ausgeführt werden könnten: Landwirte, Schäfer, Kleingewerbetreibende, Gastwirte und Handwerker, beispielsweise. Ich höre schon den Aufschrei: „Ausbeutung!“ – Aber das liegt wohl daran, dass sich viele Frauen nicht mehr bewusst sind, dass man gemeinsam auch stärker sein kann als alleine – und schon dadurch gewinnen kann.
Und die Beziehungen? Was bleibt denn von den modernen romantischen Ehen übrig, in denen man ja so viel Zeit hatte, sich gründlich kennen zu lernen, Gemeinsamkeiten zu suchen und zu finden, die Seelen im gleichen Takt schwingen zu lassen und was dergleichen Gesülze noch mehr ist? Bestenfalls 66 Prozent. Der Rest wird geschieden.
Ist es da nicht manchmal klüger, eine Ehe aus Vernunft, Verständnis und Miteinanderwachsen einzugehen? Alte Ehepaare werden mir zustimmen. Sie kennen verschiedene Phasen ihres Lebens und mussten immer wieder zusammenwachsen – das bindet mehr als die „Große Liebe“, die bekanntlich in wenigen Jahren zusammenschmilzt.
Warum also keine „Importfrau“? Wer jetzt die Nase rümpft, sollte vielleicht bedenken, dass zumindest einige dieser „Importfrauen“ ganz normale Europäerinnen sind, und einige von ihnen sogar aus der EU kommen. Und wenn schon die Rede von „Importfrauen“ ist, so gibt es durchaus auch in Mitteleuropa „Exportfrauen“ – vor allem Skandinavierinnen, die ihre Liebe bei einem vermeintlich heißblütigeren Mann im Süden Europas suchen – von Südafrika, Australien, Kanada und Alaska einmal ganz abgesehen. Dorthin gibt es sogar eine größere Anzahl deutscher „Importfrauen“.
Und damit nicht wieder der übliche Bloggerverdacht entsteht: Ich schreibe nicht, weil es mich betrifft. Meine Frau und ich sind Deutsche, und wir sind (noch) beide berufstätig.
Es gibt nur wenige, die ihre Frauen auf Auslandsreisen kennen gelernt haben. Die meisten von ihnen (Asiatinnen, Südamerikanerinnen, Afrikanerinnen und Osteuropäerinnen) sind jene, die als „Kauffrauen“ oder „Importfrauen“ bezeichnet werden.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Mann, der hier keine Frau bekommt, von solch einer Frau wirklich geliebt wird“ ist der übliche Satz, der den meisten Menschen einfällt, wenn sie ein solches Paar sehen. Vereinfacht: Er findet keine, also kauft er sich eine, aber die liebt ihn nicht, sonder kommt aus wirtschaftlichen Gründen.
Fragt sich, wo Männer (auch deutsche Männer) denn ihre Frauen finden sollen: Frauen, die sie Berufen unterstützen, die ohne Ehefrauen fast gar nicht ausgeführt werden könnten: Landwirte, Schäfer, Kleingewerbetreibende, Gastwirte und Handwerker, beispielsweise. Ich höre schon den Aufschrei: „Ausbeutung!“ – Aber das liegt wohl daran, dass sich viele Frauen nicht mehr bewusst sind, dass man gemeinsam auch stärker sein kann als alleine – und schon dadurch gewinnen kann.
Und die Beziehungen? Was bleibt denn von den modernen romantischen Ehen übrig, in denen man ja so viel Zeit hatte, sich gründlich kennen zu lernen, Gemeinsamkeiten zu suchen und zu finden, die Seelen im gleichen Takt schwingen zu lassen und was dergleichen Gesülze noch mehr ist? Bestenfalls 66 Prozent. Der Rest wird geschieden.
Ist es da nicht manchmal klüger, eine Ehe aus Vernunft, Verständnis und Miteinanderwachsen einzugehen? Alte Ehepaare werden mir zustimmen. Sie kennen verschiedene Phasen ihres Lebens und mussten immer wieder zusammenwachsen – das bindet mehr als die „Große Liebe“, die bekanntlich in wenigen Jahren zusammenschmilzt.
Warum also keine „Importfrau“? Wer jetzt die Nase rümpft, sollte vielleicht bedenken, dass zumindest einige dieser „Importfrauen“ ganz normale Europäerinnen sind, und einige von ihnen sogar aus der EU kommen. Und wenn schon die Rede von „Importfrauen“ ist, so gibt es durchaus auch in Mitteleuropa „Exportfrauen“ – vor allem Skandinavierinnen, die ihre Liebe bei einem vermeintlich heißblütigeren Mann im Süden Europas suchen – von Südafrika, Australien, Kanada und Alaska einmal ganz abgesehen. Dorthin gibt es sogar eine größere Anzahl deutscher „Importfrauen“.
Und damit nicht wieder der übliche Bloggerverdacht entsteht: Ich schreibe nicht, weil es mich betrifft. Meine Frau und ich sind Deutsche, und wir sind (noch) beide berufstätig.
sehpferd - am Freitag, 18. November 2005, 18:39 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Die Emanzipation hatte manche Folgen, aber mit der hat kaum jemand gerechnet: Jugendliche verbünden sich, um Machos zu werden, „richtige Männer“, wie man früher sagte, also Männer, die vor allem keine Gefühle zeigen – abgestumpfte Männer, wenn man so will. Die sausdämlichen Sprüche fangen schon in der Kindheit an: „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“, „du musst hart werden“, „da musst du durch“, „wir Männer müssen zusammenhalten“. Die andere Fraktion wird entsprechend mit Dreck beworfen: „Warmduscher, Sitzpinkler, Frauenversteher. Das ginge alles noch, wenn nur die Underdogs so herumproleten würden. Aber die Männer, die so reden, sind oft Akademiker.
Gerade ist die Rede davon, Gewaltspiele zu verbieten. Und wer spielt sie? Kindmänner – und dies trotz des Jugendverbots. Heute spielen sie Machos, und morgen werden sie Machos, und ich habe den blöden Verdacht, dass dies viele Mädchen und Frauen nicht einmal stört – solange sie den „harten Mann“ auf ihrer Seite haben. Was aber, wenn diese neuen „harten Männer“ sich ohne Rücksicht nehmen, was ihnen nicht entfliehen kann?
Ich denke es ist an uns, an den erwachsenen Männern, an den Großvätern und Vätern, den Jungen zu sagen: Leute, ihr baut Scheiße.
Gerade ist die Rede davon, Gewaltspiele zu verbieten. Und wer spielt sie? Kindmänner – und dies trotz des Jugendverbots. Heute spielen sie Machos, und morgen werden sie Machos, und ich habe den blöden Verdacht, dass dies viele Mädchen und Frauen nicht einmal stört – solange sie den „harten Mann“ auf ihrer Seite haben. Was aber, wenn diese neuen „harten Männer“ sich ohne Rücksicht nehmen, was ihnen nicht entfliehen kann?
Ich denke es ist an uns, an den erwachsenen Männern, an den Großvätern und Vätern, den Jungen zu sagen: Leute, ihr baut Scheiße.
sehpferd - am Freitag, 18. November 2005, 18:08 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Ist es nun Zufall? Heute Morgen begann ich, einen Artikel über die jugendlichen Machos zu schreiben, von denen einige virtuelle Gegner abknallen, während andere auf die Mindestanforderungen an zivilisiertem Umgang mit anderen einfach verzichten. Dann nagte ich mich so durch die Presse und siehe – mehr und mehr Probleme des Zusammenlebens der Geschlechter kamen mir ins Visier – einschließlich einer neuen deutschen Familienministerin, die offenbar denkt, dass sie den deutschen Männern erklären muss, wie sie leben sollen. Daumen runter, schon bevor sie überhaupt Bundesministerin wird. Ich verstreue das alles mal über den Abend.
sehpferd - am Freitag, 18. November 2005, 18:05 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
„Einzelne Blogger haben eine ähnlich hohe Leserzahl wie eine kleine Zeitung. Auf die Beiträge kommt es an. Es gibt auch langweilige Blogs. Man sollte sich fragen: Welchen Nährwert hat mein Blog, wen sättigt er? Ist ein Blog gut, spricht sich das sehr schnell herum in der Blogosphäre. Das Internet ermöglicht Gespräche, die in den Zeiten der Massenmedien nicht möglich waren.“
Richtig gelesen müsste dort natürlich stehen „in den USA haben einzelne Blogger ...“, auf den Nährwert kommt es natürlich nicht an, sondern auf die Attraktivität für die Leser, den satt wird man höchstens von solchem Gedröhne.
Gute Blogs sprechen sich keinesfalls schnell herum, eher schon solche, die von der traditionellen Presse spektakulär an die Öffentlichkeit gezerrt werden (beispielsweise Spreeblick) – und zuletzt: Das Internet ermöglicht keine Gespräche, sondern bestenfalls Dialoge in Schriftform.
Aber bitte schön – jeder antwortet eben das, was er kann.
Richtig gelesen müsste dort natürlich stehen „in den USA haben einzelne Blogger ...“, auf den Nährwert kommt es natürlich nicht an, sondern auf die Attraktivität für die Leser, den satt wird man höchstens von solchem Gedröhne.
Gute Blogs sprechen sich keinesfalls schnell herum, eher schon solche, die von der traditionellen Presse spektakulär an die Öffentlichkeit gezerrt werden (beispielsweise Spreeblick) – und zuletzt: Das Internet ermöglicht keine Gespräche, sondern bestenfalls Dialoge in Schriftform.
Aber bitte schön – jeder antwortet eben das, was er kann.
sehpferd - am Freitag, 18. November 2005, 17:56 - Rubrik: blog nachrichten

