Dieses Jahr hatte ich ja einen Schwur getan, nichts über das Sexualleben des Weihnachtsmannes, des Klauses, Nikolauses, Pelzmärtels und wie die Brüder sonst noch alle heißen, hinauszublasen. Ich wollte auch kein Wort über erotische Weihnachtsfrauen, rote Unterwäsche oder gar Weidenruten schreiben.
Indessen: Meint ihr, er wäre offen, der Sack? Zugebunden bis obenhin. Aber es war gewiss etwas Schönes darin. Es roch so nach Feigen und Nüssen. Oder war es nach Äpfeln und Bananen? In jedem Fall werde ich den Gedanken nicht los, dass mir wohl doch noch ein Weihnachtsduft in die Nase steigt.
Meine Leserinnen und Leser werden mich ja gewiss in diesem Jahr zu Weihnachten reich beschenken: Ich brauche nur so kleine bescheidene Dinge wie eine komplette Charles-Mingus-Sammlung (CD, Vinyl habe ich längst verkauft), einen Laptop und ein verlässliches Handy und vielleicht noch einen neuen Satz Wharfedale- oder KEF-Lautsprecher.
Indessen: Meint ihr, er wäre offen, der Sack? Zugebunden bis obenhin. Aber es war gewiss etwas Schönes darin. Es roch so nach Feigen und Nüssen. Oder war es nach Äpfeln und Bananen? In jedem Fall werde ich den Gedanken nicht los, dass mir wohl doch noch ein Weihnachtsduft in die Nase steigt.
Meine Leserinnen und Leser werden mich ja gewiss in diesem Jahr zu Weihnachten reich beschenken: Ich brauche nur so kleine bescheidene Dinge wie eine komplette Charles-Mingus-Sammlung (CD, Vinyl habe ich längst verkauft), einen Laptop und ein verlässliches Handy und vielleicht noch einen neuen Satz Wharfedale- oder KEF-Lautsprecher.
sehpferd - am Donnerstag, 17. November 2005, 23:19 - Rubrik: papierkorb nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Bevor ich vergesse, ihnen dies zu erzählen: Diese Webseite will weibliche Anatomie für Künstler bieten. Ich denke, man sollte sich besser an Exemplare mit lebender Anatomie wenden. Aber wem es denn Freude bereitet, der mag die Posen abonnieren. - Rachel standing zum Beispiel.

Female Anatomy for Artist: huge source of hi-res female pose photos
Grafik: © 2005 by female-anatomy-for-artist.com

Female Anatomy for Artist: huge source of hi-res female pose photos
Grafik: © 2005 by female-anatomy-for-artist.com
sehpferd - am Donnerstag, 17. November 2005, 20:00 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Ich denke immer, so etwas könnte von mir sein. Damit aber erst gar keine Verdachtsmomente entstehen: Ich kenne die Person nicht, finde aber schon die Grafik zum Schweinequieken. Freilich könnte man die gleichen Argumente, die gegen Sexblogs verwendet werden, auch gegen die Poesiealben anderer Blogger und Bloggeusen verwenden, aus denen das virtuelle Gefühlsschmalz pfundweise trieft.
Zitierte ich nicht neulich gerade Friedrich Holländers: „Wiener Schmarrn“? Nun, manche Wienerinnen und solche, die das Gemüt einer Wienerin haben, scheinen nie aus der Schubertät heraus zu kommen. Und damit keine Missverständnisse entstehen: Damen, die nie aus der Schubertät kommen, gibt es nicht ausschließlich in Österreich.

Photo: © 2005 by anonymous, owner of „anti(sex)blog
Zitierte ich nicht neulich gerade Friedrich Holländers: „Wiener Schmarrn“? Nun, manche Wienerinnen und solche, die das Gemüt einer Wienerin haben, scheinen nie aus der Schubertät heraus zu kommen. Und damit keine Missverständnisse entstehen: Damen, die nie aus der Schubertät kommen, gibt es nicht ausschließlich in Österreich.

Photo: © 2005 by anonymous, owner of „anti(sex)blog
sehpferd - am Donnerstag, 17. November 2005, 18:57 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wenn die Blogger (vor allem die deutschen Blogger) mal wieder ins Netz rülpsen und zeigen wollen, wie großartig sie sind, sollten sie einmal dies lesen:
„Printjournalisten sind es, die oft erst die arbeits- und somit kostenaufwendigen Ergebnisse vorlegen, auf denen die Kollegen von den neueren Medien aufbauen können. Vielleicht hat das auch ja etwas mit dem Wesen des gedruckten Wortes zu tun. Gäbe es jedenfalls die Zeitung nicht mehr, ob auf Papier oder online, säßen die Blogger ziemlich verlassen vorm Keyboard".
Dem kann ich nur zustimmen. Blogger sind, was das Tagesgeschehen betrifft, zumeist kommentierende Zaungäste – und zumeist kann das, was sie zu sagen haben, bestenfalls in linken Szenenkneipen überzeugen.
„Printjournalisten sind es, die oft erst die arbeits- und somit kostenaufwendigen Ergebnisse vorlegen, auf denen die Kollegen von den neueren Medien aufbauen können. Vielleicht hat das auch ja etwas mit dem Wesen des gedruckten Wortes zu tun. Gäbe es jedenfalls die Zeitung nicht mehr, ob auf Papier oder online, säßen die Blogger ziemlich verlassen vorm Keyboard".
Dem kann ich nur zustimmen. Blogger sind, was das Tagesgeschehen betrifft, zumeist kommentierende Zaungäste – und zumeist kann das, was sie zu sagen haben, bestenfalls in linken Szenenkneipen überzeugen.
sehpferd - am Donnerstag, 17. November 2005, 18:31 - Rubrik: blog nachrichten
Dass Blogger und Journalisten zusammenarbeiten, wäre an sich die natürlichste Sache der Welt. Das ganze kindergartenhafte Gerangel um diese Frage ist müßig, denn der Krieg zwischen den bösen Fürsten der so genannten „Mainstream“-Presse und den kleinen wackeren Robin Hoods der Bloggerszenerie gehört in den Bereich der oft kindlichen Fantasien der Bloggerinnen und Blogger.
Der Knackpunkt liegt denn auch ganz woanders: Blogger sind im Grunde genommen durchgängig unsozial: Sie produzieren das umsonst, wovon Journalisten leben. Damit werden sie wahrscheinlich dafür sorgen, dass immer weniger hauptberufliche Journalisten von ihrem Beruf leben können und immer mehr Verleger auf billigere freie Mitarbeiter zurückgreifen. Blogger vernichten also langfristig die Existenzgrundlagen der einfachen Vor-Ort-Journalisten und tun Gutes für den Profit der Verleger – kein Grund, auf so etwas auch noch stolz zu sein.
Die guten Nachrichten folgend den Schlechten auf dem Fuß: warum nicht gelernte Journalisten und gute Blogger einsetzen und beide bezahlen? Diese hier wollen es versuchen.
Der Knackpunkt liegt denn auch ganz woanders: Blogger sind im Grunde genommen durchgängig unsozial: Sie produzieren das umsonst, wovon Journalisten leben. Damit werden sie wahrscheinlich dafür sorgen, dass immer weniger hauptberufliche Journalisten von ihrem Beruf leben können und immer mehr Verleger auf billigere freie Mitarbeiter zurückgreifen. Blogger vernichten also langfristig die Existenzgrundlagen der einfachen Vor-Ort-Journalisten und tun Gutes für den Profit der Verleger – kein Grund, auf so etwas auch noch stolz zu sein.
Die guten Nachrichten folgend den Schlechten auf dem Fuß: warum nicht gelernte Journalisten und gute Blogger einsetzen und beide bezahlen? Diese hier wollen es versuchen.
sehpferd - am Donnerstag, 17. November 2005, 18:25 - Rubrik: blog nachrichten
Was, sie bewohnen ganz allein eine 90-qm-Wohnung? Die Augenbrauen der Gutmenschen gehen sichtbar nach oben, und man merkt schon, dass sich im Hirn schon sämtliche Theorien über soziale Gerechtigkeit aufreihen, die sich nur mühsam als höfliche Sätze durch das Mundwerk quälen.
Bitte schön liebe Familien: Diese Wohnung ist 1948 als große, bürgerliche Wohnung geplant worden, mit einem verbundenen Wohn- und Speisezimmer sowie einem großzügigen Schlafzimmer. Abgeschlossene 12-qm-Kaninchenställe waren damals nicht in Planung - sie gab es dann später, in Wohnungen des sozialen Wohnungsbaus und sie wurden dort als "Kinderzimmer" ausgewiesen.
Jetzt allerdings suche ich einen Käufer. Nicht, weil mir die Wohnung zu groß ist, sondern weil ich längere Zeit ins Ausland gehe. Sehen sie, und nun sehen sich diese Wohnung Menschen mit Kindern an und sagen: „Ach, so hatten wir uns das nicht vorgestellt“. Natürlich nicht. Eine Wohnung von 90 qm, die von einem einzelnen Menschen bewohnt wird, ist nicht unbedingt für eine Familie mit Kindern geeignet.
Bitte schön liebe Familien: Diese Wohnung ist 1948 als große, bürgerliche Wohnung geplant worden, mit einem verbundenen Wohn- und Speisezimmer sowie einem großzügigen Schlafzimmer. Abgeschlossene 12-qm-Kaninchenställe waren damals nicht in Planung - sie gab es dann später, in Wohnungen des sozialen Wohnungsbaus und sie wurden dort als "Kinderzimmer" ausgewiesen.
Jetzt allerdings suche ich einen Käufer. Nicht, weil mir die Wohnung zu groß ist, sondern weil ich längere Zeit ins Ausland gehe. Sehen sie, und nun sehen sich diese Wohnung Menschen mit Kindern an und sagen: „Ach, so hatten wir uns das nicht vorgestellt“. Natürlich nicht. Eine Wohnung von 90 qm, die von einem einzelnen Menschen bewohnt wird, ist nicht unbedingt für eine Familie mit Kindern geeignet.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Alle guten Vorsätze halfen nichts: ich bin wieder beim Gemischtwarenladen angelangt. Dabei wollte ich doch eigentlich nur noch für Europa, für mehr Pragmatismus und für eine neue soziale Ordnung schreiben, was leider heißen würde, auch gegen die Lokalpatrioten, Nationalisten aller Parteien, Linksfantasten, Gutmenschentum und andere Ideologien zu kämpfen.
Aber Europa, Pragmatismus, neue soziale Ordnung? Alles keine Bloggerthemen. Also lasse ich wieder die Seichtheit herein. Die allein bringt Zugriffe. Fragt sich nur, was Zugriffe wert sind.
Aber Europa, Pragmatismus, neue soziale Ordnung? Alles keine Bloggerthemen. Also lasse ich wieder die Seichtheit herein. Die allein bringt Zugriffe. Fragt sich nur, was Zugriffe wert sind.
1972: Bürger für Brandt. 2005: Mädchen gegen Merkel. Es gibt wohl kaum etwas, das den Zustand der Jugend besser definiert, doch muss ich erwähnen. Die Mittelgeneration ist noch schlimmer. Sie motzt mittlerweile gegen den Staat, dass die Fetzen fliegen, will nicht an ihm beteiligt sein, sondern nur eines – von seinen Geldsegnungen profitieren. Oder wie war das mit „Ihr – nicht ich“?
Ja, ich schrieb schon einmal darüber. Aber mir fiel erst jetzt ein, wie viel Zeit dazwischen liegt: 1972 der Aufbruch der Jugend für Willy Brandt – und die Kinder in der Rolle des verantwortungslosen Ohnemichels.
Ja, ich schrieb schon einmal darüber. Aber mir fiel erst jetzt ein, wie viel Zeit dazwischen liegt: 1972 der Aufbruch der Jugend für Willy Brandt – und die Kinder in der Rolle des verantwortungslosen Ohnemichels.
sehpferd - am Donnerstag, 17. November 2005, 18:06 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
... denn Sie brauchen eine Brille.
sehpferd - am Mittwoch, 16. November 2005, 23:20 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Gramse erzählte mir vor einiger Zeit eine Geschichte, dass er, Gramse, eines Tages bei einer jungen Frau aus gutem Hause eingeladen war. Im Verlauf des Abends erzählte sie Gramse, dass sie, Linda Catharina L., bei Blind Dates nun schon zum zweiten Mal eine Geschlechtskrankheit bekommen habe, worüber sie, Linda Catharina L., nicht eben erfreut war.
Befragt, aus welchem Grunde sie denn mit dem fraglichen Mann ins Bett gestiegen sei, ohne auch nur an Verhütung zu denken, sagte sie: „Weil er es doch so gerne hatte“.
Gramse beschloss, in dieser Nacht (und auch später) Linda Catharina L., nicht (mehr) beizuwohnen.
Befragt, aus welchem Grunde sie denn mit dem fraglichen Mann ins Bett gestiegen sei, ohne auch nur an Verhütung zu denken, sagte sie: „Weil er es doch so gerne hatte“.
Gramse beschloss, in dieser Nacht (und auch später) Linda Catharina L., nicht (mehr) beizuwohnen.
sehpferd - am Mittwoch, 16. November 2005, 22:56 - Rubrik: erzaehlt und geschminkt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Da ich wohl für die bloggenden Damen dieser Welt in meinem letzten Artikel ein wenig zu dick aufgetragen habe, dürfen sich nun die Herren ärgern - oder auch amüsieren.
Also, gehen wir die Geschichte noch mal an. Diesmal mit männlichen Bloggern, und weil es so schön ist, wechseln wir gleich mal die Perspektive.
Der Blogger steht also vor dem Spiegel, betrachtet wohlgefällig seinen Körper: Schlanker Bauch, breite Brust, knackiger Po – schon in Ruhestellung sieht man seinem Penis die gewaltigen Ausmaße an, die er während der Liebe annehmen wird. Er strotzt vor Kraft, Gesundheit und Selbstbewusstsein. Wenn er will, quietscht sein Bett jede Nacht unter der Last zweier Menschen: er und die Klassefrau.
Das will er aber nicht. Will auch mal einen Saufen gehen, den beknackten Bloggerkollegen sagen, dass sie alle Schlappschwänze sind. Schwierigkeiten? Wo gibt es denn so was, Mann? Wer Probleme hat, ist doch bloß ein Wichser, der keine Lösungen mehr findet. Gefühle? So was Beknacktes – das ist doch was für Frauen, oder? Hauptsache, man gibt vor, Gefühle zu haben – im Bett sind die Frauen doch alle gleich, komm geh weg, Macker, erzähl mir nichts. Scheißfrauenversteher und Warmduscher. Vor allem aber - denk nichts - du must locker sein, verstehst du, locker!
Der kernige Blogger ist nie krank, hat nie einen Hänger, hatte nie eine Zicke im Bett, die ihm zum Überfluss noch einen Tripper hinterlassen hat, wurde nie von einer Tusse gelinkt. Er ist einfach göttlich. Ja, so sind sie eben, die Blogger. Aber das wissen Sie ja aus der Realität: Der Umwelt den perfekten Menschen vorzulügen, ist ein besonderer Sport der Männer.
Auch hier: Falls die Meisterspione wieder einmal heraufinden wollen, an wen es gerichtet ist – hier die Antwort: An alle, die es betrifft - von A bis Z.
Also, gehen wir die Geschichte noch mal an. Diesmal mit männlichen Bloggern, und weil es so schön ist, wechseln wir gleich mal die Perspektive.
Der Blogger steht also vor dem Spiegel, betrachtet wohlgefällig seinen Körper: Schlanker Bauch, breite Brust, knackiger Po – schon in Ruhestellung sieht man seinem Penis die gewaltigen Ausmaße an, die er während der Liebe annehmen wird. Er strotzt vor Kraft, Gesundheit und Selbstbewusstsein. Wenn er will, quietscht sein Bett jede Nacht unter der Last zweier Menschen: er und die Klassefrau.
Das will er aber nicht. Will auch mal einen Saufen gehen, den beknackten Bloggerkollegen sagen, dass sie alle Schlappschwänze sind. Schwierigkeiten? Wo gibt es denn so was, Mann? Wer Probleme hat, ist doch bloß ein Wichser, der keine Lösungen mehr findet. Gefühle? So was Beknacktes – das ist doch was für Frauen, oder? Hauptsache, man gibt vor, Gefühle zu haben – im Bett sind die Frauen doch alle gleich, komm geh weg, Macker, erzähl mir nichts. Scheißfrauenversteher und Warmduscher. Vor allem aber - denk nichts - du must locker sein, verstehst du, locker!
Der kernige Blogger ist nie krank, hat nie einen Hänger, hatte nie eine Zicke im Bett, die ihm zum Überfluss noch einen Tripper hinterlassen hat, wurde nie von einer Tusse gelinkt. Er ist einfach göttlich. Ja, so sind sie eben, die Blogger. Aber das wissen Sie ja aus der Realität: Der Umwelt den perfekten Menschen vorzulügen, ist ein besonderer Sport der Männer.
Auch hier: Falls die Meisterspione wieder einmal heraufinden wollen, an wen es gerichtet ist – hier die Antwort: An alle, die es betrifft - von A bis Z.
sehpferd - am Mittwoch, 16. November 2005, 22:03 - Rubrik: blog nachrichten
Ich frage mich immer häufiger, warum die Frustrationsschwelle der Damen, die jetzt um die dreißig sind und sich in Blogs hineingefressen haben, so niedrig ist.
Was bitte liebe Bloggerinnen hatten sie denn von ihrem Leben erwartet? Dass sie die Karriereleiter kontinuierlich nach oben klettern werden, Männer vernaschen können, soviel sie wollen und dennoch von irgendeinem degenerierten Märchenprinzen begehrt werden, der zu allem Überfluss auch noch bei Ihnen bleibt? Und dies vor allem dann, wenn die Zickigkeit jeden Tag zwischen den Zeilen der Blogs hinausquietscht?
Falls sie nicht zu den Zicken gehören sollten – Herzblut, Seelenschweiß und heiße Tränen sind absolut normale Regungen eines lebendigen Menschen. Wenn sie nicht auch manchmal durch die engen Täler gehen müssten, sich an Sträuchern die Beine zerkratzten und lange Wege ohne Licht zurücklegen müssten, könnten sie sich dann noch freuen, wenn die Sonne wieder einmal in ihre Hintertür schiene? Ach, Sie meinen, sie müssten „cool“ bleiben?
Sagen sie mal, Frau Ahh bis Zett, wie lange wollen sie sich selbst eigentlich noch betrügen? Kommen sie zu Sinnen! Nur das Leben ist das Leben – und es findet jetzt statt.
Falls die Meisterspione wieder einmal heraufinden wollen, an wen es gerichtet ist – hier die Antwort: An alle, die es betrifft - von A bis Z.
Was bitte liebe Bloggerinnen hatten sie denn von ihrem Leben erwartet? Dass sie die Karriereleiter kontinuierlich nach oben klettern werden, Männer vernaschen können, soviel sie wollen und dennoch von irgendeinem degenerierten Märchenprinzen begehrt werden, der zu allem Überfluss auch noch bei Ihnen bleibt? Und dies vor allem dann, wenn die Zickigkeit jeden Tag zwischen den Zeilen der Blogs hinausquietscht?
Falls sie nicht zu den Zicken gehören sollten – Herzblut, Seelenschweiß und heiße Tränen sind absolut normale Regungen eines lebendigen Menschen. Wenn sie nicht auch manchmal durch die engen Täler gehen müssten, sich an Sträuchern die Beine zerkratzten und lange Wege ohne Licht zurücklegen müssten, könnten sie sich dann noch freuen, wenn die Sonne wieder einmal in ihre Hintertür schiene? Ach, Sie meinen, sie müssten „cool“ bleiben?
Sagen sie mal, Frau Ahh bis Zett, wie lange wollen sie sich selbst eigentlich noch betrügen? Kommen sie zu Sinnen! Nur das Leben ist das Leben – und es findet jetzt statt.
Falls die Meisterspione wieder einmal heraufinden wollen, an wen es gerichtet ist – hier die Antwort: An alle, die es betrifft - von A bis Z.
sehpferd - am Mittwoch, 16. November 2005, 20:08 - Rubrik: blog nachrichten
Polizisten haben bisweilen durchaus Humor, und Polizeipressestellen schreiben sogar manchmal über Sex – sogar über „Sex auf Bestellung mit Partnerinnen, die er sich nicht selbst aussuchen kann“. Wovon die Rede ist? Na, von einem Bullen natürlich.
sehpferd - am Mittwoch, 16. November 2005, 19:33 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Bundesbürger, habt fein acht. Wenn es so weitergeht, kommt bald Adenauers „Aktion Saubere Leinwand“ wieder – mit der BILD-Zeitung als oberster deutscher Moralinstanz.
Das geht dann so: BILD glaubt, dass eine Szene in einem TATORT-Krimi so nicht gezeigt werden darf. Nun nutzt BILD ihre Meinungsbildungskraft, um die Biederfrauen und Biedermänner von den Sofas zu holen, es kommt zu angeblichen Protesten: Vor allem von „bayrischen Landespolitikern“. Die gehen offenbar spazieren und treffen dabei ganz zufällig den ARD-Vorsitzenden Thomas Gruber, der ebenfalls ganz zufällig auf den SR-Intendant-Fritz Raff trifft, der dann seine persönliche Schere aus dem Badezimmer holt und mit Hilfe von ein paar Kolleginnen und Kollegen noch schnell am Film ein bisschen herum schnibbelt. Offizielle Lesart: „Es gab vermehrt Kritik an dieser Szene. Deshalb haben wir die Stelle korrigiert“.
Immerhin hat der „Bundesverband Regie“ interveniert -doch die ARD gab sich blauäugig: ARD-Sprecher Rudi Küffner jedenfalls leugnete, dass auf den Intendanten des Saarländischen Rundfunks Druck ausgeübt worden wäre. Nein, natürlich nicht, der hat ja seine Schere aus dem Badezimmer genommen und voller Selbstzweifel selber noch kurz vorher am Film herumgeschnibbelt.
Wie sagte einst der Vorsitzende des denkwürdigen Unternehmens, das ich hier nicht nennen will: „Die Informationen, die ich ihnen heute gebe, haben denjenigen Wahrheitsgehalt, den solche Informationen üblicherweise zu haben pflegen“.
Das geht dann so: BILD glaubt, dass eine Szene in einem TATORT-Krimi so nicht gezeigt werden darf. Nun nutzt BILD ihre Meinungsbildungskraft, um die Biederfrauen und Biedermänner von den Sofas zu holen, es kommt zu angeblichen Protesten: Vor allem von „bayrischen Landespolitikern“. Die gehen offenbar spazieren und treffen dabei ganz zufällig den ARD-Vorsitzenden Thomas Gruber, der ebenfalls ganz zufällig auf den SR-Intendant-Fritz Raff trifft, der dann seine persönliche Schere aus dem Badezimmer holt und mit Hilfe von ein paar Kolleginnen und Kollegen noch schnell am Film ein bisschen herum schnibbelt. Offizielle Lesart: „Es gab vermehrt Kritik an dieser Szene. Deshalb haben wir die Stelle korrigiert“.
Immerhin hat der „Bundesverband Regie“ interveniert -doch die ARD gab sich blauäugig: ARD-Sprecher Rudi Küffner jedenfalls leugnete, dass auf den Intendanten des Saarländischen Rundfunks Druck ausgeübt worden wäre. Nein, natürlich nicht, der hat ja seine Schere aus dem Badezimmer genommen und voller Selbstzweifel selber noch kurz vorher am Film herumgeschnibbelt.
Wie sagte einst der Vorsitzende des denkwürdigen Unternehmens, das ich hier nicht nennen will: „Die Informationen, die ich ihnen heute gebe, haben denjenigen Wahrheitsgehalt, den solche Informationen üblicherweise zu haben pflegen“.
sehpferd - am Mittwoch, 16. November 2005, 19:15 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Ich gestehe. Ich kann gar nicht genug bekommen von Sophie (von ihrem Blog, versteht sich) – nicht überwiegend wegen ihrer erotischen Geschichten – sondern, weil ich so etwas liebe.
sehpferd - am Dienstag, 15. November 2005, 21:06 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wer wissen will, was in diesem Staat völlig falsch ist, der muss bei der Höhe der Lohnkosten anfangen – inklusive aller Lohnkosten versteht sich, also die Bruttolöhne plus der Nebenkosten, die für den Unternehmer entstehen. Das kann man alles mit einer großen Klappe behandeln, und wahlweise moderen Ökonomen oder Karl Marx zitieren. Aber darum geht es mir nicht. Es geht um eine Kleinigkeit, genau genommen um 52 Euro und 35 Cents.
Sehen sie, da hat bei mir ein Heizkörper nicht funktioniert. Schräg gegenüber wäre ja ein Installateur gewesen, aber den kannte ich nicht. Also bei meinem langjährigen Partner, der Firma Sch. angerufen, einen Monteur bestellt. Nein, er könne sich die Sache einteilen, wie es ihm gerade passe – man ist nett zueinander hier im Markgräflerland. Der Mann kommt, ist kompetent, klopft zwei Mal gegen das Heizungsventil, sagt „schon erledigt“.
Sehr schön. Heute kam die Rechnung:über € 52,35. Sehen sie, und nun wundern sich unsere Politiker, Handwerker und Grünkrämer, dass die Leute einfach kein Geld ausgeben wollen. Nicht, dass ich dem lieben Herrn Handwerksmeister nicht gönne, mal eine Rechnung für fast nichts ausgestellt zu haben – er muss seinen Gesellen schließlich bezahlen, und ich muss für meine Blödheit, ihn beauftragt zu haben, ja auch bestraft werden – das geht schon in Ordnung.
Aber, liebe Politikerinnen und Politiker: Warum muss der deutsche Bürger eigentlich vier, fünf oder gar noch mehr Stunden arbeiten, damit er eine dreiviertel Handwerkerstunde bezahlen kann? Das ist etwas faul im Staate Deutschland – stinkoberfaul.
Sehen sie, da hat bei mir ein Heizkörper nicht funktioniert. Schräg gegenüber wäre ja ein Installateur gewesen, aber den kannte ich nicht. Also bei meinem langjährigen Partner, der Firma Sch. angerufen, einen Monteur bestellt. Nein, er könne sich die Sache einteilen, wie es ihm gerade passe – man ist nett zueinander hier im Markgräflerland. Der Mann kommt, ist kompetent, klopft zwei Mal gegen das Heizungsventil, sagt „schon erledigt“.
Sehr schön. Heute kam die Rechnung:über € 52,35. Sehen sie, und nun wundern sich unsere Politiker, Handwerker und Grünkrämer, dass die Leute einfach kein Geld ausgeben wollen. Nicht, dass ich dem lieben Herrn Handwerksmeister nicht gönne, mal eine Rechnung für fast nichts ausgestellt zu haben – er muss seinen Gesellen schließlich bezahlen, und ich muss für meine Blödheit, ihn beauftragt zu haben, ja auch bestraft werden – das geht schon in Ordnung.
Aber, liebe Politikerinnen und Politiker: Warum muss der deutsche Bürger eigentlich vier, fünf oder gar noch mehr Stunden arbeiten, damit er eine dreiviertel Handwerkerstunde bezahlen kann? Das ist etwas faul im Staate Deutschland – stinkoberfaul.
sehpferd - am Dienstag, 15. November 2005, 20:50 - Rubrik: wirtschaft im blick
„Ich habe jetzt schon zwei Mal meine PIN-Identifikation eingegeben, und beide Male hat mein Telefon die Annahme verweigert“. Eine halb entnervte, halb aufgebrachte Dame stand vor dem jungen Mann, den dies alles offenbar nicht erschreckte. So sah er denn die Dame mit einem halb lächelnden, halb kriminalistischen Blick an und fragte leise: „Sind sie sicher, dass Sie den Pincode auswendig wissen und ihn gar nie verändert haben?" Die Dame nickt heftig und kramt aus ihrem Handtäschchen die Unterlagen hervor: Pin, Puk, Pin2, Puk2, reicht es dem netten jungen Mann und sagt: „Bitte schön – probieren Sie selbst“:
Der Mann nimmt das Handy bedächtig in die Hand, schaltet es ein, bewegt seine Finger sorgsam und nachdenklich über die Tastatur und siehe – es verweigert auch ihm den Dienst. Doch der forschende Geist gibt niemals auf, und so öffnete das Briefchen mit den Pin2, tippte nun diesen mit der gleichen Sorgfalt und Bedächtigkeit ein, wie er es bereits bei den ersten Zahlen getan hatte, und – musste wieder erleben, dass dieses verflixte Telefon auch bei ihm nicht funktionierte.
Er blickte eine Weile dorthin, wo die Wand war, seine Blicke durchbrachen die Wand offenbar, und seine blauen Augen wurden noch blauer und heller, als sie ohnehin schon waren, und kurz, bevor es der Dame peinlich wurde, kamen die Blicke durch die Wand wieder zurück und sahen die junge Dame lächelnd an, als er sagte: „Kennen Sie zufällig jemanden, der das gleiche Handy hat?“ Die Dame machte eine kurze Aufwärtsbewegung ihres Oberkörpers, gerade so, als wollte sie eben jetzt einen Heiden missionieren, besann sich dann aber offenbar und sagte: „Klar, meine Freundin – haben wir doch zusammen gekauft“.
Der junge Mann öffnete das Telefon, nahm wortlos die Karte aus dem Gerät, steckte eine andere hinein, tippte eine Pin-Nummer ein und sah sich dann das Adressbuch an, das auf dem Handy gespeichert war und sagte schließlich: „Sehen sie mal – kennen Sie die Leute?“.Die Dame warf einen scheuen Blick auf das Display, auf dem „Oymelchen“ und „Wackermacker“ auftauchten und sagte dann errötend: „Nein, die kenne ich nicht – was sind das für Adressen?“ Der Mann lächelte: „Das ist das Telefonbuch Ihrer Freundin, meine Dame“ – sie hat vermutlich Ihr Handy, und sie haben eben ihrs – deswegen geht gar nichts mehr. Die junge Dame war zunächst etwas verstört, erbleichte dann sichtlich und sagte: „Und sie – kann auch mein Telefonbuch lesen?“ Der junge Mann lächelte mild: „Ja, das kann sie möglicherweise“ und sah ihr diesmal vorsichtshalber nicht in die Augen. Er bemerkte nur, wie ihre Hand zitterte, als sie schnell das Telefon und die Unterlagen zusammenraffte und sich hastig verabschiedete.
Der Mann nimmt das Handy bedächtig in die Hand, schaltet es ein, bewegt seine Finger sorgsam und nachdenklich über die Tastatur und siehe – es verweigert auch ihm den Dienst. Doch der forschende Geist gibt niemals auf, und so öffnete das Briefchen mit den Pin2, tippte nun diesen mit der gleichen Sorgfalt und Bedächtigkeit ein, wie er es bereits bei den ersten Zahlen getan hatte, und – musste wieder erleben, dass dieses verflixte Telefon auch bei ihm nicht funktionierte.
Er blickte eine Weile dorthin, wo die Wand war, seine Blicke durchbrachen die Wand offenbar, und seine blauen Augen wurden noch blauer und heller, als sie ohnehin schon waren, und kurz, bevor es der Dame peinlich wurde, kamen die Blicke durch die Wand wieder zurück und sahen die junge Dame lächelnd an, als er sagte: „Kennen Sie zufällig jemanden, der das gleiche Handy hat?“ Die Dame machte eine kurze Aufwärtsbewegung ihres Oberkörpers, gerade so, als wollte sie eben jetzt einen Heiden missionieren, besann sich dann aber offenbar und sagte: „Klar, meine Freundin – haben wir doch zusammen gekauft“.
Der junge Mann öffnete das Telefon, nahm wortlos die Karte aus dem Gerät, steckte eine andere hinein, tippte eine Pin-Nummer ein und sah sich dann das Adressbuch an, das auf dem Handy gespeichert war und sagte schließlich: „Sehen sie mal – kennen Sie die Leute?“.Die Dame warf einen scheuen Blick auf das Display, auf dem „Oymelchen“ und „Wackermacker“ auftauchten und sagte dann errötend: „Nein, die kenne ich nicht – was sind das für Adressen?“ Der Mann lächelte: „Das ist das Telefonbuch Ihrer Freundin, meine Dame“ – sie hat vermutlich Ihr Handy, und sie haben eben ihrs – deswegen geht gar nichts mehr. Die junge Dame war zunächst etwas verstört, erbleichte dann sichtlich und sagte: „Und sie – kann auch mein Telefonbuch lesen?“ Der junge Mann lächelte mild: „Ja, das kann sie möglicherweise“ und sah ihr diesmal vorsichtshalber nicht in die Augen. Er bemerkte nur, wie ihre Hand zitterte, als sie schnell das Telefon und die Unterlagen zusammenraffte und sich hastig verabschiedete.
sehpferd - am Dienstag, 15. November 2005, 20:16 - Rubrik: erzaehlt und wahr
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Eigentlich wollte ich nie mehr etwas zu HiFi schreiben, weil sich zu diesem Thema inzwischen fast nur noch arrogante Schnösel äußern, bei denen beispielsweise „Kabel musizieren“.
Aber – sagen sie mal, haben Sie einen Computer? Einen Laptop vielleicht gar? Dann können Sie doch über ihren USB-Anschluss jeden beliebigen DVD-Player, einige Fernsehtuner, Rundfunktuner, Festspeicher und noch ein paar andere Geräte anschließen, nicht wahr?
Warum eigentlich kann das ihre edelgesichtige HiFi-Blechkiste eigentlich nicht? Und warum findet beispielsweise die Analogisierung der CDs und DVDs immer noch im CD- oder DVD-Spieler statt und nicht in der Blechkiste, wo sie hineingehört – möglicherweise gar als wechselbares Einschubmodul?
Die Branchengurus wissen natürlich: Die Digitalisierung der Musikwiedergabe wird früher oder später den Tod der High-End-Peripheriegeräte bedeuten, weil diese keinerlei High-End benötigen. CD-Spieler sind inzwischen nichts als billige Massenprodukte (fragen Sie doch bitte ihren Nobelgerätehersteller, welches Fabrikat er einbaut, und gucken sie mal auf den Einkaufspreis). Die Hersteller versuchen einen Trick: Jeder kann angeblich besser analogisieren als der andere, und dies soll dann mehrere hundert Euro wert sein – nur: nahezu jeder analogisiert im CD-Spieler – offenbar, weil dies das einzige Digitalgerät ist, was die Hersteller ernst nehmen.
Die Hersteller zittern mit Recht: Schon in wenigen Jahren wird es gar keine analogen Medien mehr geben – außer Sonderproduktionen für Vinyl-Freaks. Ist irgendwie einer der so genannten „renommierten“ Hersteller darauf vorbereitet? Habe ich bereits 4 digitale Eingänge an meiner Blechkiste? Und Ausgänge? No, Sir or Madam – und wenn, dann sind sie nicht USB. Und so müssen wir vorläufig in den meisten Fällen damit leben, dass unseren Verstärkern ein Digitalsignal angeboten wird, das aus einem Wandler für ein paar Euro besteht.
Mir macht es nichts aus – ich habe ja keinen Verstärker für 3000 Euro – aber was machen eigentlich die Leute, die einen haben?
Aber – sagen sie mal, haben Sie einen Computer? Einen Laptop vielleicht gar? Dann können Sie doch über ihren USB-Anschluss jeden beliebigen DVD-Player, einige Fernsehtuner, Rundfunktuner, Festspeicher und noch ein paar andere Geräte anschließen, nicht wahr?
Warum eigentlich kann das ihre edelgesichtige HiFi-Blechkiste eigentlich nicht? Und warum findet beispielsweise die Analogisierung der CDs und DVDs immer noch im CD- oder DVD-Spieler statt und nicht in der Blechkiste, wo sie hineingehört – möglicherweise gar als wechselbares Einschubmodul?
Die Branchengurus wissen natürlich: Die Digitalisierung der Musikwiedergabe wird früher oder später den Tod der High-End-Peripheriegeräte bedeuten, weil diese keinerlei High-End benötigen. CD-Spieler sind inzwischen nichts als billige Massenprodukte (fragen Sie doch bitte ihren Nobelgerätehersteller, welches Fabrikat er einbaut, und gucken sie mal auf den Einkaufspreis). Die Hersteller versuchen einen Trick: Jeder kann angeblich besser analogisieren als der andere, und dies soll dann mehrere hundert Euro wert sein – nur: nahezu jeder analogisiert im CD-Spieler – offenbar, weil dies das einzige Digitalgerät ist, was die Hersteller ernst nehmen.
Die Hersteller zittern mit Recht: Schon in wenigen Jahren wird es gar keine analogen Medien mehr geben – außer Sonderproduktionen für Vinyl-Freaks. Ist irgendwie einer der so genannten „renommierten“ Hersteller darauf vorbereitet? Habe ich bereits 4 digitale Eingänge an meiner Blechkiste? Und Ausgänge? No, Sir or Madam – und wenn, dann sind sie nicht USB. Und so müssen wir vorläufig in den meisten Fällen damit leben, dass unseren Verstärkern ein Digitalsignal angeboten wird, das aus einem Wandler für ein paar Euro besteht.
Mir macht es nichts aus – ich habe ja keinen Verstärker für 3000 Euro – aber was machen eigentlich die Leute, die einen haben?
sehpferd - am Dienstag, 15. November 2005, 18:51 - Rubrik: wirtschaft im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Nachdem ich mich ja für Stadtblogs stark gemacht hatte, musste ich zweierlei erkennen: Erstens, dass die Idee mit Blogger nicht funktionieren würde und zweitens, dass es recht viele „Möchtergerne“-Anbieter von Stadtblogs gibt – denn als Geschäftsidee haben es eben auch andere entdeckt.
Die Sache soll offenbar so funktionieren wie einst die Kommunen Geocities, Tripod und wie sie alle hießen: Der Provider gibt dem Benutzer kostenlose Möglichkeiten, sich im Web zu äußern, und kassiert dafür die Werbeeinnahmen. Das ist gut und schön, solange das Geschäft fair bleibt. Ein Stadtblog zu führen ist aber bei Städten ab 100.000 Einwohner ein Recherche- und Schreibgeschäft, das mindestens täglich zwei bis drei Stunden kostet. Die hat man als Angestellter oder Selbstständiger normalerweise nicht. Deswegen vernachlässigen die Leute ja auch früher oder später ihre Blogs oder schreiben nur noch Marginalien hinein – mir gehr es derzeit freilich nicht anderes. Der Grund: Ich bin mal wieder in der Kleinstadt im äußersten Südwesten der Republik, kümmere mich um meinen Job und meine Immobilien und bestimmt nicht um das Budapestblog.
Natürlich fällt auch dies auf: Wollen sich Menschen wirklich aus Stadtblogs (und auch anderen Touristenseiten) informieren, wenn dort nur etwas für einheimische Teens oder amerikanische Rucksacktouristen steht? Ich brauche das alles nicht. Ich halte Städte für etwas Lebendiges, weiß, dass ich das Blog (eigentlich) jeden Tag aktualisieren muss – was der Rucksacktourist mit Starrblick auf Bed and Breakfast 1995 über Cork oder Manchester geschrieben hat, interessiert doch nicht wirklich – ich will wissen, was heute in Cork oder Manchester passiert und – ich will es für alle Menschen wissen, nicht nur für Leute unter 30.
Es gibt zwei Wege, Stadtblogs noch zum Erfolg zu führen, aber beide wurden bislang noch nicht nennenswert praktiziert. Die erste wäre, dass sich die Damen und Herren von der örtlichen Zeitung einmal in die Niederungen der Blogs begeben – die nämlich verfügen über die notwendigen Informationen, und die Zweite ist, dass sich ein Unternehmer findet, der Blogger angemessen für Recherchen vor Ort bezahlt – nur dann werden wir wirklich aktuelle Beiträge haben.
Beides ist noch viel zu selten der Fall. Sich einfach hinzustellen und zu sagen: hey, wir machen jetzt in allen Städten Blogs, entspricht jener Arroganz, die ich an Blogbetreibern wie auch an Bloggern so verachte.
Die Idee, eine Stadt lebendig im Web abzubilden, erfordert nämlich dies: Zeit, ein offenes Ohr, Organisationstalent, viel eigene Lesetätigkeit, viele eigene Veranstaltungsbesuche, viel hören, was Touristen und Einheimische auf der Straße sagen. Das Blog ist dabei letztlich nur der Topf, in den alles eingeht. Aber das kann ich derzeit niemandem wirklich klar machen – jedenfalls keinem Blogger oder Blogbetreiber. Als Kopfgeburt ist das Stadtblog offenbar immer eine Fehlgeburt.
Die Sache soll offenbar so funktionieren wie einst die Kommunen Geocities, Tripod und wie sie alle hießen: Der Provider gibt dem Benutzer kostenlose Möglichkeiten, sich im Web zu äußern, und kassiert dafür die Werbeeinnahmen. Das ist gut und schön, solange das Geschäft fair bleibt. Ein Stadtblog zu führen ist aber bei Städten ab 100.000 Einwohner ein Recherche- und Schreibgeschäft, das mindestens täglich zwei bis drei Stunden kostet. Die hat man als Angestellter oder Selbstständiger normalerweise nicht. Deswegen vernachlässigen die Leute ja auch früher oder später ihre Blogs oder schreiben nur noch Marginalien hinein – mir gehr es derzeit freilich nicht anderes. Der Grund: Ich bin mal wieder in der Kleinstadt im äußersten Südwesten der Republik, kümmere mich um meinen Job und meine Immobilien und bestimmt nicht um das Budapestblog.
Natürlich fällt auch dies auf: Wollen sich Menschen wirklich aus Stadtblogs (und auch anderen Touristenseiten) informieren, wenn dort nur etwas für einheimische Teens oder amerikanische Rucksacktouristen steht? Ich brauche das alles nicht. Ich halte Städte für etwas Lebendiges, weiß, dass ich das Blog (eigentlich) jeden Tag aktualisieren muss – was der Rucksacktourist mit Starrblick auf Bed and Breakfast 1995 über Cork oder Manchester geschrieben hat, interessiert doch nicht wirklich – ich will wissen, was heute in Cork oder Manchester passiert und – ich will es für alle Menschen wissen, nicht nur für Leute unter 30.
Es gibt zwei Wege, Stadtblogs noch zum Erfolg zu führen, aber beide wurden bislang noch nicht nennenswert praktiziert. Die erste wäre, dass sich die Damen und Herren von der örtlichen Zeitung einmal in die Niederungen der Blogs begeben – die nämlich verfügen über die notwendigen Informationen, und die Zweite ist, dass sich ein Unternehmer findet, der Blogger angemessen für Recherchen vor Ort bezahlt – nur dann werden wir wirklich aktuelle Beiträge haben.
Beides ist noch viel zu selten der Fall. Sich einfach hinzustellen und zu sagen: hey, wir machen jetzt in allen Städten Blogs, entspricht jener Arroganz, die ich an Blogbetreibern wie auch an Bloggern so verachte.
Die Idee, eine Stadt lebendig im Web abzubilden, erfordert nämlich dies: Zeit, ein offenes Ohr, Organisationstalent, viel eigene Lesetätigkeit, viele eigene Veranstaltungsbesuche, viel hören, was Touristen und Einheimische auf der Straße sagen. Das Blog ist dabei letztlich nur der Topf, in den alles eingeht. Aber das kann ich derzeit niemandem wirklich klar machen – jedenfalls keinem Blogger oder Blogbetreiber. Als Kopfgeburt ist das Stadtblog offenbar immer eine Fehlgeburt.
sehpferd - am Dienstag, 15. November 2005, 18:46 - Rubrik: blog nachrichten
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Ohne Worte


sehpferd - am Dienstag, 15. November 2005, 18:39 - Rubrik: wirtschaft im blick
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Vielleicht ist es ja schon gar nicht mehr neu für Sie, aber nachdem die Duden-Software 3.0 bei den letzten ungefähr 20 Artikeln nur fünf Mal abgestürzt ist, stürzte sie heute bei zwei kurzen Absätzen gleich fünf Mal hintereinander ab – und das Ganze kostete mich ungefähr eine Viertelstunde. Herzlichen Glückwunsch zu ihren hervorragenden Programmierern lieber Duden-Verlag. Anwender freuen sich stets über grüne Bananen.
sehpferd - am Dienstag, 15. November 2005, 18:31 - Rubrik: wirtschaft im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Mindestens das 24ste Spam-Mail in einer Woche:
"Bestellen Sie diesen Report für nur 199 € und Ihre Webseite landet auf den besten Plätzen".
Habe ich da etwas falsch verstanden? Sollte mir jemand die besten Plätzchen angeboten haben? Ab und an mag ich sie ganz gerne. Nur wie viel Kilo Plätzchen bekomme ich denn nun für die 199 Euro?
Mir scheint, so viel davon will ich doch nicht essen.
"Bestellen Sie diesen Report für nur 199 € und Ihre Webseite landet auf den besten Plätzen".
Habe ich da etwas falsch verstanden? Sollte mir jemand die besten Plätzchen angeboten haben? Ab und an mag ich sie ganz gerne. Nur wie viel Kilo Plätzchen bekomme ich denn nun für die 199 Euro?
Mir scheint, so viel davon will ich doch nicht essen.
sehpferd - am Montag, 14. November 2005, 22:23 - Rubrik: papierkorb nachrichten
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Diese Geschichte hat Gramse* mir soeben erzählt:
„Ich möchte Barbara zu der Sitzung mitnehmen“, hatte Gramse seinem Chef, dem Herrn Friedhelm Dietrich Holzeneiner, gerade vorgeschlagen. Der sah Gramse halb an, als hätte er soeben sein Weihnachtsgedicht falsch aufgesagt und halb wie die Schwester Maria aus der psychiatrischen Klinik ihre neuen Patienten immer ansieht. Schließlich holte er tief Luft und sagte: „Barbara? Aber die hat doch von deinem Projekt nicht den blassesten Schimmer, Jojo“. Das stimmte natürlich, doch Gramse hielt dagegen: „Ich hoffe, dass du dich noch an das Liebeneiner-Projekt erinnerst, FDH, da hatten wir auch Barbara mit – und sie hat ja wohl die Kohlen für dich aus dem Feuer geholt, oder nicht?“
FDH hatte keine Lust, lange mit Gramse zu streiten, und sagte schließlich: „Na, dann nimm sie eben mit“.
Man ging in die Sitzung. Nach vier Stunden war die Luft dick, die Köpfe waren verrammelt und das Projekt kurz vor dem Scheitern, als sich Barbara meldete, was alle verwunderte: Sie hatte keine Kenntnisse des Produkts, keine Fachkenntnisse und vor allem nicht die geringste Ahnung vom Projekt. Sie sagte einen Satz, dann einen Zweiten, schließlich einen Dritten, der in eine Frage mündete. Sie erhielt eine Antwort, die sie sofort noch einmal vereinfachte, stellte sie als Argument in den Raum, nahm einen zweiten Zipfel aus der Diskussion auf und stellte ihn dagegen. Es dauerte noch etwa eine Stunde und dann war die Sache unter Dach und Fach.
Gramse sagt mir noch, er wünsche sich, dass mehr Menschen erkennen würden, wie wichtig eine Barbara im Team ist, und er verriet mir auch, was Barbara getan hatte: Sie hatte den einzig wichtigen Kernsatz, der in den ersten vier Stunden mehrfach erwähnt, aber nicht ausdrücklich ausgesprochen wurde, auf ein Minimum reduziert und dann gefragt: „Habe ich dies richtig verstanden?“
* Zur Person von Gramse.
„Ich möchte Barbara zu der Sitzung mitnehmen“, hatte Gramse seinem Chef, dem Herrn Friedhelm Dietrich Holzeneiner, gerade vorgeschlagen. Der sah Gramse halb an, als hätte er soeben sein Weihnachtsgedicht falsch aufgesagt und halb wie die Schwester Maria aus der psychiatrischen Klinik ihre neuen Patienten immer ansieht. Schließlich holte er tief Luft und sagte: „Barbara? Aber die hat doch von deinem Projekt nicht den blassesten Schimmer, Jojo“. Das stimmte natürlich, doch Gramse hielt dagegen: „Ich hoffe, dass du dich noch an das Liebeneiner-Projekt erinnerst, FDH, da hatten wir auch Barbara mit – und sie hat ja wohl die Kohlen für dich aus dem Feuer geholt, oder nicht?“
FDH hatte keine Lust, lange mit Gramse zu streiten, und sagte schließlich: „Na, dann nimm sie eben mit“.
Man ging in die Sitzung. Nach vier Stunden war die Luft dick, die Köpfe waren verrammelt und das Projekt kurz vor dem Scheitern, als sich Barbara meldete, was alle verwunderte: Sie hatte keine Kenntnisse des Produkts, keine Fachkenntnisse und vor allem nicht die geringste Ahnung vom Projekt. Sie sagte einen Satz, dann einen Zweiten, schließlich einen Dritten, der in eine Frage mündete. Sie erhielt eine Antwort, die sie sofort noch einmal vereinfachte, stellte sie als Argument in den Raum, nahm einen zweiten Zipfel aus der Diskussion auf und stellte ihn dagegen. Es dauerte noch etwa eine Stunde und dann war die Sache unter Dach und Fach.
Gramse sagt mir noch, er wünsche sich, dass mehr Menschen erkennen würden, wie wichtig eine Barbara im Team ist, und er verriet mir auch, was Barbara getan hatte: Sie hatte den einzig wichtigen Kernsatz, der in den ersten vier Stunden mehrfach erwähnt, aber nicht ausdrücklich ausgesprochen wurde, auf ein Minimum reduziert und dann gefragt: „Habe ich dies richtig verstanden?“
* Zur Person von Gramse.
sehpferd - am Montag, 14. November 2005, 21:58 - Rubrik: erzaehlt und geschminkt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Sie erinnern sich an meinen Beitrag über zwei hochnäsige Damen, die ihrer hoffnungsvollem Nachwuchs demonstrieren wollten, wie man besser nicht über die Straße geht?
Also wissen Sie, die Sache ist so: Es ist immer dieselbe Stadt, und immer einer von zwei Fußgängerüberwegen in dieser Stadt. Irgendwie scheint es der Verwaltung zu gefallen, dass man die Umgehungsstraße nicht nutzt – wegen einer Großbaustelle wird der Verkehr also permanent durch die Stadt geleitet, die sich selbstverständlich anmaßt, Tempo-30 und Tempo-20-Schilder aufzustellen.
Weil ich, im Gegensatz zum Rest der Menschheit, morgens nie in Eile bin, halte ich brav vor Zebrastreifen an, wenn sich beispielweise das gut gekleidete Ehepaar in mittleren Jahren schnellen Schrittes und ruckartig ohne Vorwarnung plötzlich auf dem ersten Drittel des Zebrasteifens befindet (sie müssen dies bei den Hasen gelernt haben und machen es offenbar jeden Morgen so) – selbstverständlich ohne den Verkehr auch nur im geringsten zu beachten.
Merkwürdig, die meisten einfachen Leute im schlechteren Viertel der Stadt, unter ihnen auch viele Huren und Barfrauen versuchen, die Straße möglichst schnell zu überqueren, während manche blondmähnigen Teenager offenbar versuchen, den Rekord im Langsamlaufen gegen die Schnecken zu gewinnen. In dem kleinen Industriegebiet mit Jeansoutlets tut sich so früh am Morgen noch nichts – dafür muss ich hier abends im Schritttempo und in Schlangenlinien um die Teenager herumfahren, die sich quer, diagonal und längs auf der Straße bewegen und nur unwillig davon zu überzeugen sind, dass Straßen in Industriegebieten für den rollenden Verkehr gedacht sind.
Aber das amüsiert mich zu einem großen Teil noch, doch dies nicht mehr: Da überquerte ein sehr alter Mann auf dem Zebrasteifen die Straße, der wohl einmal Bauer in einem südlichen Land gewesen sein mochte – nicht provozierend langsam, sonder mit dem etwas schlurfenden Schritt der alten Männer. Wer hätte ihn nicht passieren lassen, zumal er freundlich lächelte und es so schien, als wolle er sich noch für seine Langsamkeit entschuldigen.
Er hatte die Straße zu mehr als drei Viertel in meiner Richtung überquert, als ein junger Radfahrer mit einem Kinderanhänger auf den Fußgängerübergang zuraste – und nicht hielt. Dem alten Mann geschah nichts, weil ihm noch ein halber Meter auf den Radfahrer fehlte, und so kam denn auch dieser samt seiner Brut ohne Blessuren davon. Freilich hätte es auch anders ausgehen können. Erst neulich hat mich einer dieser Rad fahrenden Idioten auf einem Fußweg von hinten angefahren – ohne sich auch nur zu entschuldigen.
Da frage ich mich denn doch manchmal: Mit was für einem Gesocks lebe ich eigentlich in derselben Stadt?
Also wissen Sie, die Sache ist so: Es ist immer dieselbe Stadt, und immer einer von zwei Fußgängerüberwegen in dieser Stadt. Irgendwie scheint es der Verwaltung zu gefallen, dass man die Umgehungsstraße nicht nutzt – wegen einer Großbaustelle wird der Verkehr also permanent durch die Stadt geleitet, die sich selbstverständlich anmaßt, Tempo-30 und Tempo-20-Schilder aufzustellen.
Weil ich, im Gegensatz zum Rest der Menschheit, morgens nie in Eile bin, halte ich brav vor Zebrastreifen an, wenn sich beispielweise das gut gekleidete Ehepaar in mittleren Jahren schnellen Schrittes und ruckartig ohne Vorwarnung plötzlich auf dem ersten Drittel des Zebrasteifens befindet (sie müssen dies bei den Hasen gelernt haben und machen es offenbar jeden Morgen so) – selbstverständlich ohne den Verkehr auch nur im geringsten zu beachten.
Merkwürdig, die meisten einfachen Leute im schlechteren Viertel der Stadt, unter ihnen auch viele Huren und Barfrauen versuchen, die Straße möglichst schnell zu überqueren, während manche blondmähnigen Teenager offenbar versuchen, den Rekord im Langsamlaufen gegen die Schnecken zu gewinnen. In dem kleinen Industriegebiet mit Jeansoutlets tut sich so früh am Morgen noch nichts – dafür muss ich hier abends im Schritttempo und in Schlangenlinien um die Teenager herumfahren, die sich quer, diagonal und längs auf der Straße bewegen und nur unwillig davon zu überzeugen sind, dass Straßen in Industriegebieten für den rollenden Verkehr gedacht sind.
Aber das amüsiert mich zu einem großen Teil noch, doch dies nicht mehr: Da überquerte ein sehr alter Mann auf dem Zebrasteifen die Straße, der wohl einmal Bauer in einem südlichen Land gewesen sein mochte – nicht provozierend langsam, sonder mit dem etwas schlurfenden Schritt der alten Männer. Wer hätte ihn nicht passieren lassen, zumal er freundlich lächelte und es so schien, als wolle er sich noch für seine Langsamkeit entschuldigen.
Er hatte die Straße zu mehr als drei Viertel in meiner Richtung überquert, als ein junger Radfahrer mit einem Kinderanhänger auf den Fußgängerübergang zuraste – und nicht hielt. Dem alten Mann geschah nichts, weil ihm noch ein halber Meter auf den Radfahrer fehlte, und so kam denn auch dieser samt seiner Brut ohne Blessuren davon. Freilich hätte es auch anders ausgehen können. Erst neulich hat mich einer dieser Rad fahrenden Idioten auf einem Fußweg von hinten angefahren – ohne sich auch nur zu entschuldigen.
Da frage ich mich denn doch manchmal: Mit was für einem Gesocks lebe ich eigentlich in derselben Stadt?
sehpferd - am Montag, 14. November 2005, 21:08 - Rubrik: erzaehlt und wahr
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Sprechblasen eines Diagonaldenkers – fast immer montags
Am Anfang hatte der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung noch reichlich dick aufgetragen: „Wir lehnen den Koalitionsvertrag ab", sagte er ausgerechnet einer Zeitung, aus der heraus man besser nicht zitiert wird, und er fuhr fort „die nötigen Reformen bei Arbeitsmarkt, Gesundheit und Steuern fehlen. Damit fehlt auch der Impuls für Wachstum und Beschäftigung" fehlten. Es bedurfte der ganzen Größe des niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff, um die richtigen Worte an seine Adresse zu finden: Er würde dem „Ernst der Situation nicht mehr Rechnung tragen".
Freilich gelten die Worte Wulffs nicht nur für die Unions-Abweichler, sonder für alle, die sich vom Staat schöne Geschenke erhofft hatten, und darüber hinaus auch für alle diejenigen, die für die Koalition nichts als Häme haben, insbesondere die Besserwisser in der FDP, die immer noch glauben, ohne Mehrwertsteuererhöhung auskommen zu können, aber den Beweis dafür wegen der Oppositionsrolle nun ja nicht antreten müssen. Vermutlich hätten sie die Schulden, wie es bislang üblich war, einfach auf die nächste Generation abgewälzt: Nach uns die Sintflut – und das gilt wohl auch für Teile der Grünen.
Ich, für meinen Teil, bin über etwas froh: Deutschland wird nicht Christdemokratisiert, und die Grünen, die an dem gegenwärtigen Unheil eine Mitschuld tragen, sind in der Opposition. Und auch zur FDP kann ich nur eines sagen. Ich hätte die Partei zwar gerne in der Regierung gesehen, aber die Arroganz einzelner Mitglieder, ziemlich deutlich vertreten auch in der Person des Vorsitzenden, ist für viele Bürger unerträglich – dagegen sie ist sogar Herr Stoiber noch ein Robin Hood der sozialen Gerechtigkeit.
Am Anfang hatte der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung noch reichlich dick aufgetragen: „Wir lehnen den Koalitionsvertrag ab", sagte er ausgerechnet einer Zeitung, aus der heraus man besser nicht zitiert wird, und er fuhr fort „die nötigen Reformen bei Arbeitsmarkt, Gesundheit und Steuern fehlen. Damit fehlt auch der Impuls für Wachstum und Beschäftigung" fehlten. Es bedurfte der ganzen Größe des niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff, um die richtigen Worte an seine Adresse zu finden: Er würde dem „Ernst der Situation nicht mehr Rechnung tragen".
Freilich gelten die Worte Wulffs nicht nur für die Unions-Abweichler, sonder für alle, die sich vom Staat schöne Geschenke erhofft hatten, und darüber hinaus auch für alle diejenigen, die für die Koalition nichts als Häme haben, insbesondere die Besserwisser in der FDP, die immer noch glauben, ohne Mehrwertsteuererhöhung auskommen zu können, aber den Beweis dafür wegen der Oppositionsrolle nun ja nicht antreten müssen. Vermutlich hätten sie die Schulden, wie es bislang üblich war, einfach auf die nächste Generation abgewälzt: Nach uns die Sintflut – und das gilt wohl auch für Teile der Grünen.
Ich, für meinen Teil, bin über etwas froh: Deutschland wird nicht Christdemokratisiert, und die Grünen, die an dem gegenwärtigen Unheil eine Mitschuld tragen, sind in der Opposition. Und auch zur FDP kann ich nur eines sagen. Ich hätte die Partei zwar gerne in der Regierung gesehen, aber die Arroganz einzelner Mitglieder, ziemlich deutlich vertreten auch in der Person des Vorsitzenden, ist für viele Bürger unerträglich – dagegen sie ist sogar Herr Stoiber noch ein Robin Hood der sozialen Gerechtigkeit.
sehpferd - am Montag, 14. November 2005, 20:23 - Rubrik: sprechblasen
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Als ich vor Jahrzenten das erste Mal in die große Öffentlichkeit ging, ahnte ich nicht, was ich damit tat: Es ist nämlich der Zeitpunkt, an dem sich nicht nur die nächsten Verwandten, Freunde und Nachbarn ein Urteil darüber anmaßen, wes Geistes oder Ungeistes Kind man ist, sondern alle – und natürlich auch der Pöbel.
Das ist bei Blogs nicht anders. Der Pöbel ist unter den Bloggern und Blogkommentatoren wie unter allen anderen Menschen auch. Es gibt nur eine Möglichkeit, ihm zu begegnen: Konsequent ignorieren.
Ich habe dies wohl schon mal geschrieben: Wer jedes Mal reagiert wie eine Mimose, wenn einem jemand einen heftigen, aber vertretbaren Kommentar in sein Logbüchlein schreibt, der soll sich bitte ein anderes Hobby suchen als das Bloggen, denn wer auf der Bühne steht, bekommt niemals nur Beifall – Buhrufe kommen vor, und manchmal sind sie gar berechtigt. Wer denn sein Herz unbedingt ausschütten muss: Es gibt auch noch Tagebücher für den Bücherschrank.
Das ist bei Blogs nicht anders. Der Pöbel ist unter den Bloggern und Blogkommentatoren wie unter allen anderen Menschen auch. Es gibt nur eine Möglichkeit, ihm zu begegnen: Konsequent ignorieren.
Ich habe dies wohl schon mal geschrieben: Wer jedes Mal reagiert wie eine Mimose, wenn einem jemand einen heftigen, aber vertretbaren Kommentar in sein Logbüchlein schreibt, der soll sich bitte ein anderes Hobby suchen als das Bloggen, denn wer auf der Bühne steht, bekommt niemals nur Beifall – Buhrufe kommen vor, und manchmal sind sie gar berechtigt. Wer denn sein Herz unbedingt ausschütten muss: Es gibt auch noch Tagebücher für den Bücherschrank.
sehpferd - am Montag, 14. November 2005, 19:54
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Selbstverständlich müssen wir Optimisten sein – oder es jedenfalls wieder werden, und das ist mit dem deutschen Gerechtigkeitswahn nun wirklich nichts zu holen, sondern nur mit Tat- und Geisteskraft.
Dennoch finde ich es etwas merkwürdig, dass man, wenn man den Optimismus fördern will, einen „Jahresbeitrag“ von 100 Euro verlangt, für den es nach meiner Kenntnislage keinen Gegenwert gibt, und das ist nun ganz falsch: Wer geistige Förderer will, lieber Herr Johann C. Lindenberg, der muss sie umwerben – und keinen Mitgliedsbeitrag verlangen, denn eines ist sicher: Mit ein bisschen Werbegehampel erzeugen Sie den Optimismus nicht.
Recht haben die Leute dennoch: Wer dauerhaft Zweckpessimismus verbreitet, schädigt die Menschen in diesem Land – und das müssen wir sagen. Wenn möglich, jeden Tag mindestens ein Mal.
Wie war das noch? „Sieh den Donut, nicht das Loch!“. Aha.
Humorvoll hier beschrieben.
Dennoch finde ich es etwas merkwürdig, dass man, wenn man den Optimismus fördern will, einen „Jahresbeitrag“ von 100 Euro verlangt, für den es nach meiner Kenntnislage keinen Gegenwert gibt, und das ist nun ganz falsch: Wer geistige Förderer will, lieber Herr Johann C. Lindenberg, der muss sie umwerben – und keinen Mitgliedsbeitrag verlangen, denn eines ist sicher: Mit ein bisschen Werbegehampel erzeugen Sie den Optimismus nicht.
Recht haben die Leute dennoch: Wer dauerhaft Zweckpessimismus verbreitet, schädigt die Menschen in diesem Land – und das müssen wir sagen. Wenn möglich, jeden Tag mindestens ein Mal.
Wie war das noch? „Sieh den Donut, nicht das Loch!“. Aha.
Humorvoll hier beschrieben.
sehpferd - am Montag, 14. November 2005, 08:59 - Rubrik: wirtschaft im blick
„Sex blogs are ten a penny these days, but there are very few that are actually worth reading. This is certainly one of those few.
The problem with writing a sex blog is overcoming the awkward terminology that can hamstring projects like this from the start. The English language has never really been monumentally successful at finding words to do with sex that don't sound coarse or make people snigger. But Eros, Logos shows that these obstacles can be overcome with just plain, straightforward writing talent.
In Deutschland gibt es Sexblogs ja inzwischen auch im Dutzend billiger – aber die Schwierigkeiten sind doch ganz ähnlich. Finden sie nicht auch?
The problem with writing a sex blog is overcoming the awkward terminology that can hamstring projects like this from the start. The English language has never really been monumentally successful at finding words to do with sex that don't sound coarse or make people snigger. But Eros, Logos shows that these obstacles can be overcome with just plain, straightforward writing talent.
In Deutschland gibt es Sexblogs ja inzwischen auch im Dutzend billiger – aber die Schwierigkeiten sind doch ganz ähnlich. Finden sie nicht auch?
sehpferd - am Sonntag, 13. November 2005, 20:03 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Muss einfach noch durch ein Bild gewürdigt werden: Mein letzter Herbst im Markgräflerland.


Ohne Worte.


sehpferd - am Sonntag, 13. November 2005, 19:46 - Rubrik: papierkorb nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Und auch eine Antwort auf Kirschrot
Dies will ich Ihnen gleich zu Beginn sagen: Blind Dates sind nur etwas für die Hartgesottenen unter uns – und das gilt für Frauen wie auch für Männer. Wer nicht bereits ist, Enttäuschungen wegzustecken, ja selbst persönliche Angriffe, der sollte besser gar nicht erst aus dem Haus gehen – geschweige denn zu einem Blind Date.
Ich schrieb schon gestern Nacht: Erwarten sie gar nichts. Das ist die beste Voraussetzung, nicht enttäuscht zu werden. Auf der anderen Seite: Seien Sie auf alles vorbereitet. Nehmen sie, was angeboten wird, wenn es ihnen gefällt. Kondome gehören selbstverständlich ins Handtäschchen oder in die Hosentasche.
Ich schreibe dies mal für die Herren, aber für Damen gilt es nach Änderung einzelner Wörter auch – und es ist durchaus unter anderem auch als eine Antwort auf das gemeint, was Kirschrot in ihrem Blog schreibt.
Machen Sie sich dies klar: Etwa ein Drittel der Damen, mit denen sie in Kontakt kommen, haben wegen gravierender persönlicher Mängel eigentlich keine Chance am Partnermarkt. Man kann es ihnen nicht verdenken, dass sie sich dennoch ständig um Partner bemühen, aber man muss diese Tatsache im Auge behalten: Sie eignen sich nicht für dauerhafte Beziehungen und sind selbst in Kurzzeitbeziehungen meist viel zu problematisch.
Ein weiteres Drittel sind weder Fisch noch Fleisch. Sie wollen vor allem nichts aufgeben wegen der Beziehung, die sie anstreben. Das erklären sie ihnen mehr oder weniger blumig – hoffentlich bereits am ersten Tag, damit sie wissen, woran sie sind. In der Regel erkennen sie solche Damen daran, dass sie viel von ihren „Ansprüchen“ reden. Wenn sie eine Beziehung von kurzer Dauer wollen: Auf die Liebe verstehen sich die meist von ihnen.
Das letzte Drittel gilt es zu erforschen: Meist hatten die Damen bislang eher die Karriere im Kopf, oder sie wollen nach reiflicher Überlegung eine neue Dauerbeziehung eingehen. Bei diesen Damen ist die grundsätzliche Entscheidung gefallen, sie innerhalb einer gewissen Zeit wieder zu binden, und sie suche nun danach, die Spreu vom Weizen zu trennen – ein ähnlich schwieriges Unterfangen. Aber aus Frauensicht steht schon genug im Web.
Da drei Drittel bereits ein Ganzes ergibt, erwähne ich nicht die Schwindlerinnen, die bei den Blinddates einen Bodensatz darstellen. Sie benutzen diesen Weg, um Männer für eine Nacht einzusammeln oder kleine oder größere Betrugsmanöver anzuzetteln. Auch verheiratete Frauen bedienen sich zunehmend der Blind Dates, um Liebhaber zu gewinnen.
Die Kriterien, die Frau Kirschrot in ihrem Blog nennt, können sie, wie ich meine, getrost vergessen - zum großten Teil sind es Oberflächlichkeiten.
1. Kleiden
Kleiden sie sich, wie sie es für gut und richtig halten: Es drückt einen Teil ihrer Persönlichkeit aus. Vermeiden Sie aber, „overdressed“ aufzutreten: Das „große Abendessen“ passt nicht zum Blind Date - und also bleiben Krawatte und Anzug im Schrank. Achten sie auf ihre Kleidung, ihren Schmuck und die Art, wie sie geschminkt ist: Spielt sie viel mit ihrer Äußerlichkeit herum, ist meist innerlich nicht viel Substanz vorhanden.
2. So genannte Höflichkeit
Wer besonderen Wert auf Höflichkeit legt, legt viel Wert auf Äußerlichkeiten. Feine Damen, und noch mehr Damen, die sich gerne als freie Damen herausstellen wollen, achten sehr auf Höflichkeit, so genannte „gute Manieren“ und ähnliche Dinge. Seien sie vorsichtig, wenn sie eine solche Frau treffen: Sie wird noch mehr Präferenzen ähnlicher Art haben. Deswegen dürfen sie dennoch höflich sein: Das Wort „bitte“ ist wirklich nicht schlecht.
3. Nicht gleich essen gehen
Trinken sie einen Kaffee mit ihr oder trinken sie ein Glas Wein mit ihr – das ist unverbindlicher als ein Drei-Gänge-Menü mit ihr einzunehmen. Oder machen sie einen Spaziergang mit ihr – dann sehen sie mehr von ihr als nur ihren Oberkörper. Die bei Kirschrot besprochen Essmanieren sollten beim ersten Treffen nicht die geringste Rolle spielen, es sei denn, die Frau isst nur mit den Fingern, und sie sind nicht in einem indischen Restaurant. Essen eignet sich hingegen gut für ein zweites Treffen: Beim Dessert wird in der Regel die (mindestens innere) Entscheidung getroffen, ob man zu ihr, zu ihm oder gar nicht ins Bett geht.
4. Sinnlichkeit
Entweder Sie spüren ihre Sinnlichkeit oder nicht. Es ist Blödsinn, dass Sie bereits am ersten Abend feststellen können, wie sinnlich ihre Partnerin ist – Menschen, die eine gute Erziehung genossen haben, können sich gegenüber bloßen Beziehungsinteressenten durchaus neutral verhalten. Sie müssen sich mindestens ein zweites Mal unter anderen Bedingungen getroffen haben, um festzustellen, wie sinnlich ihre Partnerin wirklich ist.
5. Bezahlen
Bezahlen darf gar kein Thema sein. Die Dame bezahlt für sich, und sie bezahlen auch für sich. Dieses Thema ist ohnehin gewillkürt: Man geht mit einem Blind Date nicht gleich groß essen. Ist sie langweilig, müssen sie dies höflicherweise stundenlang ertragen, nur weil sie essen gegangen sind. Wenn der Kellner nicht fragt "gemeinsam oder getrenn?", was jeder Kellner beherrschen sollte, dann müssen sie als Mann eben die Dame fragen, ob sie eine getrennte Rechnung wünscht. Sagt sie "gemeinsam", dann sind sie zwar der lackierte, sie wissen dann aber auch, was sie von der Dame zu halten haben.
6. Reden, die man nicht mag
Blind Date Partnerinnen reden entweder Smalltalk oder über das, was sie selbst gerade bewegt. Ist es Ersteres, bemühen sie sich ein oder zweimal um ein neues Thema. Beim dritten Mal schlagen sie vor, das Treffen zu beenden – es ist nutzlos. Ist es das Zweite, hören sie gut zu und stellen sie ergänzende Fragen. Wenn ihnen ein Thema missfällt, sagen sie, warum. Und vor allem: Versuche sie, selbst auch einmal zu Wort zu kommen.
7. Flirten
Ob Flirten zu einem Blind Date gehört, mag jeder Mann selbst entscheiden. Verwöhnte, anspruchsvolle Frauen wollen immer sehr viel beflirtet werden und sie genießen es auch. Allerdings ist ein partnersuchender Mann nicht ausschließlich dazu da, anspruchsvollen Damen einen schönen Abend zu bereiten. Zudem ist Flirten beim Blind Date auch ein Teil der Einladung zum Geschlechtsverkehr. Wer als Frau zu heftig flirtet, fördert entsprechende Reaktionen – und riskiert eventuell, dass die Beziehung genau eine Nacht dauert.
8. Fragen und Antworten
Fragen nach dem Lebensweg sind bei ernst gemeinten Blind Dates durchaus erwünscht – das gilt für beide Seiten. Versuchen sie, den Lebenshintergrund ihrer Blind Date Partnerin zu erhellen und achten sie auf merkwürdige Reaktionen. Beim ersten Mal sollten sie zurückhaltend mit allen Einkommens- und Besitzfragen sein – ob sie Kinder hat, gehört allerdings zu den Fragen, die ihre Partnerin beantworten muss. Bei Kirschrot vermisste ich jeden Hinweis auf den Charakter – es waren, wie es mir erschien, nur Äußerlichkeiten gefragt.
Dies will ich Ihnen gleich zu Beginn sagen: Blind Dates sind nur etwas für die Hartgesottenen unter uns – und das gilt für Frauen wie auch für Männer. Wer nicht bereits ist, Enttäuschungen wegzustecken, ja selbst persönliche Angriffe, der sollte besser gar nicht erst aus dem Haus gehen – geschweige denn zu einem Blind Date.
Ich schrieb schon gestern Nacht: Erwarten sie gar nichts. Das ist die beste Voraussetzung, nicht enttäuscht zu werden. Auf der anderen Seite: Seien Sie auf alles vorbereitet. Nehmen sie, was angeboten wird, wenn es ihnen gefällt. Kondome gehören selbstverständlich ins Handtäschchen oder in die Hosentasche.
Ich schreibe dies mal für die Herren, aber für Damen gilt es nach Änderung einzelner Wörter auch – und es ist durchaus unter anderem auch als eine Antwort auf das gemeint, was Kirschrot in ihrem Blog schreibt.
Machen Sie sich dies klar: Etwa ein Drittel der Damen, mit denen sie in Kontakt kommen, haben wegen gravierender persönlicher Mängel eigentlich keine Chance am Partnermarkt. Man kann es ihnen nicht verdenken, dass sie sich dennoch ständig um Partner bemühen, aber man muss diese Tatsache im Auge behalten: Sie eignen sich nicht für dauerhafte Beziehungen und sind selbst in Kurzzeitbeziehungen meist viel zu problematisch.
Ein weiteres Drittel sind weder Fisch noch Fleisch. Sie wollen vor allem nichts aufgeben wegen der Beziehung, die sie anstreben. Das erklären sie ihnen mehr oder weniger blumig – hoffentlich bereits am ersten Tag, damit sie wissen, woran sie sind. In der Regel erkennen sie solche Damen daran, dass sie viel von ihren „Ansprüchen“ reden. Wenn sie eine Beziehung von kurzer Dauer wollen: Auf die Liebe verstehen sich die meist von ihnen.
Das letzte Drittel gilt es zu erforschen: Meist hatten die Damen bislang eher die Karriere im Kopf, oder sie wollen nach reiflicher Überlegung eine neue Dauerbeziehung eingehen. Bei diesen Damen ist die grundsätzliche Entscheidung gefallen, sie innerhalb einer gewissen Zeit wieder zu binden, und sie suche nun danach, die Spreu vom Weizen zu trennen – ein ähnlich schwieriges Unterfangen. Aber aus Frauensicht steht schon genug im Web.
Da drei Drittel bereits ein Ganzes ergibt, erwähne ich nicht die Schwindlerinnen, die bei den Blinddates einen Bodensatz darstellen. Sie benutzen diesen Weg, um Männer für eine Nacht einzusammeln oder kleine oder größere Betrugsmanöver anzuzetteln. Auch verheiratete Frauen bedienen sich zunehmend der Blind Dates, um Liebhaber zu gewinnen.
Die Kriterien, die Frau Kirschrot in ihrem Blog nennt, können sie, wie ich meine, getrost vergessen - zum großten Teil sind es Oberflächlichkeiten.
1. Kleiden
Kleiden sie sich, wie sie es für gut und richtig halten: Es drückt einen Teil ihrer Persönlichkeit aus. Vermeiden Sie aber, „overdressed“ aufzutreten: Das „große Abendessen“ passt nicht zum Blind Date - und also bleiben Krawatte und Anzug im Schrank. Achten sie auf ihre Kleidung, ihren Schmuck und die Art, wie sie geschminkt ist: Spielt sie viel mit ihrer Äußerlichkeit herum, ist meist innerlich nicht viel Substanz vorhanden.
2. So genannte Höflichkeit
Wer besonderen Wert auf Höflichkeit legt, legt viel Wert auf Äußerlichkeiten. Feine Damen, und noch mehr Damen, die sich gerne als freie Damen herausstellen wollen, achten sehr auf Höflichkeit, so genannte „gute Manieren“ und ähnliche Dinge. Seien sie vorsichtig, wenn sie eine solche Frau treffen: Sie wird noch mehr Präferenzen ähnlicher Art haben. Deswegen dürfen sie dennoch höflich sein: Das Wort „bitte“ ist wirklich nicht schlecht.
3. Nicht gleich essen gehen
Trinken sie einen Kaffee mit ihr oder trinken sie ein Glas Wein mit ihr – das ist unverbindlicher als ein Drei-Gänge-Menü mit ihr einzunehmen. Oder machen sie einen Spaziergang mit ihr – dann sehen sie mehr von ihr als nur ihren Oberkörper. Die bei Kirschrot besprochen Essmanieren sollten beim ersten Treffen nicht die geringste Rolle spielen, es sei denn, die Frau isst nur mit den Fingern, und sie sind nicht in einem indischen Restaurant. Essen eignet sich hingegen gut für ein zweites Treffen: Beim Dessert wird in der Regel die (mindestens innere) Entscheidung getroffen, ob man zu ihr, zu ihm oder gar nicht ins Bett geht.
4. Sinnlichkeit
Entweder Sie spüren ihre Sinnlichkeit oder nicht. Es ist Blödsinn, dass Sie bereits am ersten Abend feststellen können, wie sinnlich ihre Partnerin ist – Menschen, die eine gute Erziehung genossen haben, können sich gegenüber bloßen Beziehungsinteressenten durchaus neutral verhalten. Sie müssen sich mindestens ein zweites Mal unter anderen Bedingungen getroffen haben, um festzustellen, wie sinnlich ihre Partnerin wirklich ist.
5. Bezahlen
Bezahlen darf gar kein Thema sein. Die Dame bezahlt für sich, und sie bezahlen auch für sich. Dieses Thema ist ohnehin gewillkürt: Man geht mit einem Blind Date nicht gleich groß essen. Ist sie langweilig, müssen sie dies höflicherweise stundenlang ertragen, nur weil sie essen gegangen sind. Wenn der Kellner nicht fragt "gemeinsam oder getrenn?", was jeder Kellner beherrschen sollte, dann müssen sie als Mann eben die Dame fragen, ob sie eine getrennte Rechnung wünscht. Sagt sie "gemeinsam", dann sind sie zwar der lackierte, sie wissen dann aber auch, was sie von der Dame zu halten haben.
6. Reden, die man nicht mag
Blind Date Partnerinnen reden entweder Smalltalk oder über das, was sie selbst gerade bewegt. Ist es Ersteres, bemühen sie sich ein oder zweimal um ein neues Thema. Beim dritten Mal schlagen sie vor, das Treffen zu beenden – es ist nutzlos. Ist es das Zweite, hören sie gut zu und stellen sie ergänzende Fragen. Wenn ihnen ein Thema missfällt, sagen sie, warum. Und vor allem: Versuche sie, selbst auch einmal zu Wort zu kommen.
7. Flirten
Ob Flirten zu einem Blind Date gehört, mag jeder Mann selbst entscheiden. Verwöhnte, anspruchsvolle Frauen wollen immer sehr viel beflirtet werden und sie genießen es auch. Allerdings ist ein partnersuchender Mann nicht ausschließlich dazu da, anspruchsvollen Damen einen schönen Abend zu bereiten. Zudem ist Flirten beim Blind Date auch ein Teil der Einladung zum Geschlechtsverkehr. Wer als Frau zu heftig flirtet, fördert entsprechende Reaktionen – und riskiert eventuell, dass die Beziehung genau eine Nacht dauert.
8. Fragen und Antworten
Fragen nach dem Lebensweg sind bei ernst gemeinten Blind Dates durchaus erwünscht – das gilt für beide Seiten. Versuchen sie, den Lebenshintergrund ihrer Blind Date Partnerin zu erhellen und achten sie auf merkwürdige Reaktionen. Beim ersten Mal sollten sie zurückhaltend mit allen Einkommens- und Besitzfragen sein – ob sie Kinder hat, gehört allerdings zu den Fragen, die ihre Partnerin beantworten muss. Bei Kirschrot vermisste ich jeden Hinweis auf den Charakter – es waren, wie es mir erschien, nur Äußerlichkeiten gefragt.
sehpferd - am Sonntag, 13. November 2005, 12:31 - Rubrik: wundersames
Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – fast immer sonntags
Wer mich ein wenig kennt, weiß, dass man mich überzeugen muss, wenn man überhaupt irgendetwas bei mir abladen will, was ich nicht ausdrücklich so bestellt habe. Sehen Sie, und weil das so ist, kann mich niemand von der durchschlagenden Macht der deutschen Blogs überzeugen. In Wahrheit haben Blogger keine Macht, und deswegen reden sie dauernd darüber. Als kleines Beispiel kann ich meinen Konflikt mit drei Firmen nennen, die ich hier wirklich nicht noch einmal alle aufführen will: Im Falle meines alten Internetproviders hatte ich ohne jeden Zweifel recht – doch weder die persönliche Initiative noch das Blog brachten den Durchbruch, und auch INTERNET PROFESSIONELL, die sich ruhig etwas engagierter hätten zeigen könnten, weisen ihrem Abonnenten Sehpferd die kalte Schulter. Nun, ich hatte schon lange vor, das Abonnement zu kündigen. Arroganz zahlt sich nicht aus. Wie kam es aber nun zum Durchbruch? Durch einen engagierten Redakteur einer Tageszeitung und eine Intervention bei der Hausbank des Unternehmens. Das Blog? Ich hätte mir jede Zeile sparen können.
Inzwischen beschäftige ich mich – ich schrieb es bereits – ja wieder sehr mit meinem privaten Glück und ein paar Dingen, die im Rahmen meines sich verändernden Lebens eben auch bedacht werden müssen.
Niemand in diesem Land weiß besser, was „Eigentum verpflichtet“ bedeutet, als die kleinen privaten Immobilienbesitzer, zu denen auch ich gehöre: Wie erhalten unsere Stadt in der Substanz, bestimmen ihr Aussehen und sorgen gegebenenfalls dafür, dass Menschen, die zu uns ziehen wollen, auch Wohnraum vorfinden. Was wir als Dank dafür bekommen? Hohe Gebühren, durchgängig viel zu niedrige Mieten und in manchen Regionen erhebliche Wertverluste. Nein, ich lamentiere nicht – das ist das Risiko, das wir tragen. Nur dies sei erlaubt zu sagen: Ich fühle mich meinem Eigentum verpflichtet, und ich brauche keine Erinnerung der Sozialdemokratie, wie jüngst im Wahlkampf geschehen. Inzwischen verkaufe ich meine Immobilien, weil ich Auslandpläne habe – aber auch dies kann ich Ihnen sagen. Leicht ist es nicht in einem Land, dessen Bürger ängstlich in den Mauselöchern sitzen.
Ich habe mein Leben minimalisiert – sehen sie, es ist teuer und völlig überflüssig, immer das Neueste und den modernsten Designerschnickschnack zu haben. Meine alte Nikon FM fotografiert wie am ersten Tag, obwohl sie reichlich angejahrt ist, und sehen sie, selbst meine Ashai Pentax, die ich im letzten Jahr verkauft habe, hätte noch funktioniert.
Das Wesentliche ändert sich – ich habe meine Jazzplatten jetzt durch sieben Wohnungen geschleppt – und das war es. Im letzten Jahr hat ein netter Mensch alle meine LPs mit modernem Jazz gekauft (extrem günstig, wie ich sagen darf), doch immer noch liegen hier über 100 Platten mit altem Jazz herum, und selbst die Schatzsuche im Keller bringt immer noch etwas hervor, und nicht nur das – da gibt es sogar noch Poster, die nicht unbedingt auf den Müll gehören). Auch interessant: Ein Paar Rank Wharfedale-Boxen „The Denton“ von ungefähr 1968 – eine ausgezeichnete englische Box zu Zeiten, als in Deutschland noch der „Taunus-Sound“ verherrlicht wurde. Dazu meine ältesten Designer-Möbel: Der Farner-Sessel aus dem Hause Bofinger. So liegt denn ein Teil des Lebens im Keller verborgen – und wird vielleicht nicht einmal mehr mitgehen in meine neue Wohnung.
Ab und an erinnere ich mich, dass ich ein Blog führe. Es ist gegenwärtig die zweite Wahl. Die erste Wahl ist das Leben.
Wer mich ein wenig kennt, weiß, dass man mich überzeugen muss, wenn man überhaupt irgendetwas bei mir abladen will, was ich nicht ausdrücklich so bestellt habe. Sehen Sie, und weil das so ist, kann mich niemand von der durchschlagenden Macht der deutschen Blogs überzeugen. In Wahrheit haben Blogger keine Macht, und deswegen reden sie dauernd darüber. Als kleines Beispiel kann ich meinen Konflikt mit drei Firmen nennen, die ich hier wirklich nicht noch einmal alle aufführen will: Im Falle meines alten Internetproviders hatte ich ohne jeden Zweifel recht – doch weder die persönliche Initiative noch das Blog brachten den Durchbruch, und auch INTERNET PROFESSIONELL, die sich ruhig etwas engagierter hätten zeigen könnten, weisen ihrem Abonnenten Sehpferd die kalte Schulter. Nun, ich hatte schon lange vor, das Abonnement zu kündigen. Arroganz zahlt sich nicht aus. Wie kam es aber nun zum Durchbruch? Durch einen engagierten Redakteur einer Tageszeitung und eine Intervention bei der Hausbank des Unternehmens. Das Blog? Ich hätte mir jede Zeile sparen können.
Inzwischen beschäftige ich mich – ich schrieb es bereits – ja wieder sehr mit meinem privaten Glück und ein paar Dingen, die im Rahmen meines sich verändernden Lebens eben auch bedacht werden müssen.
Niemand in diesem Land weiß besser, was „Eigentum verpflichtet“ bedeutet, als die kleinen privaten Immobilienbesitzer, zu denen auch ich gehöre: Wie erhalten unsere Stadt in der Substanz, bestimmen ihr Aussehen und sorgen gegebenenfalls dafür, dass Menschen, die zu uns ziehen wollen, auch Wohnraum vorfinden. Was wir als Dank dafür bekommen? Hohe Gebühren, durchgängig viel zu niedrige Mieten und in manchen Regionen erhebliche Wertverluste. Nein, ich lamentiere nicht – das ist das Risiko, das wir tragen. Nur dies sei erlaubt zu sagen: Ich fühle mich meinem Eigentum verpflichtet, und ich brauche keine Erinnerung der Sozialdemokratie, wie jüngst im Wahlkampf geschehen. Inzwischen verkaufe ich meine Immobilien, weil ich Auslandpläne habe – aber auch dies kann ich Ihnen sagen. Leicht ist es nicht in einem Land, dessen Bürger ängstlich in den Mauselöchern sitzen.
Ich habe mein Leben minimalisiert – sehen sie, es ist teuer und völlig überflüssig, immer das Neueste und den modernsten Designerschnickschnack zu haben. Meine alte Nikon FM fotografiert wie am ersten Tag, obwohl sie reichlich angejahrt ist, und sehen sie, selbst meine Ashai Pentax, die ich im letzten Jahr verkauft habe, hätte noch funktioniert.
Das Wesentliche ändert sich – ich habe meine Jazzplatten jetzt durch sieben Wohnungen geschleppt – und das war es. Im letzten Jahr hat ein netter Mensch alle meine LPs mit modernem Jazz gekauft (extrem günstig, wie ich sagen darf), doch immer noch liegen hier über 100 Platten mit altem Jazz herum, und selbst die Schatzsuche im Keller bringt immer noch etwas hervor, und nicht nur das – da gibt es sogar noch Poster, die nicht unbedingt auf den Müll gehören). Auch interessant: Ein Paar Rank Wharfedale-Boxen „The Denton“ von ungefähr 1968 – eine ausgezeichnete englische Box zu Zeiten, als in Deutschland noch der „Taunus-Sound“ verherrlicht wurde. Dazu meine ältesten Designer-Möbel: Der Farner-Sessel aus dem Hause Bofinger. So liegt denn ein Teil des Lebens im Keller verborgen – und wird vielleicht nicht einmal mehr mitgehen in meine neue Wohnung.
Ab und an erinnere ich mich, dass ich ein Blog führe. Es ist gegenwärtig die zweite Wahl. Die erste Wahl ist das Leben.
sehpferd - am Sonntag, 13. November 2005, 10:48 - Rubrik: wochenschau
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen

