anstoss

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Manchmal fragen mich ja Leute, warum ich so skeptisch bin, wenn es um Gefühle geht. Die Antwort ist ganz einfach: weil sich Menschen zu jeder Sekunde, die auf diesem Erdball vergeht, massenhaft in ihren Gefühlen täuschen. Nun, sagen die Frauen dann oft gedehnt, Männer ... und dann setzen sie dieses verächtliche Gesicht auf, dass sie, wie es scheint, ständig vor dem Spiegel üben. (Die Pause ist, im übrigen, bei weitem länger als die drei Punkte es jemals auszudrücken vermöchten).

Da trifft es sich gut, auf einen Mann zu stoßen, der Gefühle zeigt ... freilich nicht sentimental, sondern ehrlich. Sozusagen knochenehrlich. Das bliebt er auch, wenn er schreibt, warum er ein Blog führt:

„Weil ich mir selbst weismachen muss, dass ich nicht bloß ein idiotischer hormongesteuerter Neandertaler bin, der alles f***t, was sich bewegt“.

Hier ist er, der Schmuddelblogger.

Wer bei Google zur Zeit nach der Jungfernschafts-Verkäuferin Rosie Reid sucht, fällt unversehens auf Medavia – und eben diese Medavia verspricht, uns allen Ruhm zu verschaffen – fünfzehn Minuten lang.

Die Werbung auf Google lautet: "Medienkontakte für Bristoler Studenten"

Vielleicht sollten Männer statt Sildenafil, lieber Reime anwenden, um Frauen zu gefallen? Das behauptet jedenfalls die australische Autorin Kathy Lette.

Sie wird im Independent als Kronzeugin dafür angeführt, dass der Sex bei Frauen im Kopf beginnt. Der Artikel von James Burleigh bezieht sich auf das Versagen von Sildenafil als „Lustmacher“ für Frauen.

Sicher, von Mythen und Realitäten des Spermas ist schon oft geschrieben worden, aber dieser Artikel ist witzig, ausführlich und charmant. Wie Stevie Burns nun mal ist. Sie schrieb es in ihrer Saucebox.

Wie macht eine schöne Frau eigentlich den „ultimativen Eiertest“? Indem man ihm beim Ei-Essen zusieht. Braucht er Gewalt, kann er bleiben. Meint die Bloggerin Belle de Jour. Wie gut, dass ich keine Eier esse.

Woher er die Bilder hat, verrät er uns nicht, der scheue Mitmensch, der all diese Damen vom Wal-Mart ausgegraben hat. Die Marktuniformen täuschen freilich – sie befinden sich immer nur am oberen Bildrand. Weiter unten ist dann zu sehen, was Männer offenbar so sehen wollen: Frauen, die sich bis auf die Haut entkleiden. Dieser Weg führt zu Beth. Sie soll in Colorado Springs bedienen.

Via: ticklefight

Erich Fried gehört zu denjenigen Dichtern deutscher Sprache, die sehr selten in den literarischen Kritiken zu finden sind, während seine politische Überzeugung recht häufig kritisiert wurde: er schrieb, so kann man wohl sagen, stets mit Herzblut - dies wird nicht immer verstanden.

Merkwürdig nur, wie der Dichter neuerdings verkitscht wird, seit er den Weg in die Poesiealben gefunden hat: wer Liebesschmerz hat, konnte sich schon immer leicht identifizieren: im Schmerz wird wenig unterschieden. So wurde der Dichter denn benutzt, solange, bis er in der Öffentlichkeit verbraucht war: Was es ist.

Irgendwann einmal musste diese Entwicklung zu einem Desaster werden: Der Dichter wird nicht mehr nur verkitscht, sondern auch noch verulkt und rot-schwarz-gelb angemalt. So weit ist es gekommen, und das Volk jubelt: endlich eine nationale Identität, endlich. Was es ist? Inzwischen eine billige, effektheischende und auf nationalistisches Gedankengut abzielende Schnulze. Was es ist? Nur noch eine „Maxi-CD“.

Fremdwörter sind leicht zu benutzen, weil wir sie normalerweise nicht erklären müssen. Wir können beinahe sicher sein, dass die meisten anderen Menschen sie auch nicht genau verstehen und sie vermutlich meist deshalb verwenden. Respekt ist ein solches Wort. Dabei bedeutet es nicht mehr als „Anerkennung“. „Ich respektiere dich“ heißt wortwörtlich das Gleiche wie „ich erkenne dich an“.

Nur – im Gegensatz zum dahingeplapperten „respektiere deine Mitmenschen“ bekommt „erkenne deine Mitmenschen an“ plötzlich etwas Verbindliches: Ich muss sie nämlich zunächst kennen, um sie anzuerkennen, und um sie überhaupt kennen zu lernen, bin ich gezwungen, in einen Dialog mit ihnen einzutreten – wenn sie denn noch Leben und ich sie erreichen kann.

Wenn ich meine Betrachtungen der letzten Jahre einmal durchsehe, fällt mir bei der Diskussion um die Prostitution auf, dass kaum eine bürgerliche Frau eine Hure respektiert – vor alle, weil sie niemals eine Hure kennen gelernt hat. Das mag, zugegebenermaßen, ein Extrembeispiel sein, es gilt aber, abgewandelt, auch für andere Lebensbereiche.

Was muss man tun, um respektiert zu werden, und was kann man tun, um zu respektieren? Nun, vor allem reden. Der Mathematiker und Schriftsteller Charles Lutwidge Dodgson hat es einmal so ausgedrückt: „Wir können schon (reden). Solange jemand da ist, mit dem es sich lohnt“. Sicher hat er dies für ein junges Mädchen geschrieben. Aber es mag ja auch für andere gelten.

Was macht die Liebe aus? Ist es Liebe, wenn man sie körperlich praktiziert? Ja? Auch noch, wenn man sich dabei fotografiert? Ja, in jedem Fall? Aber was, wenn man auch noch Dritte einbindet und wieder fotografiert? Nun, dann muss es wohl Liebe sein. Die Bilder, die dabei entstehen, sind bei NERVE zu sehen, im bezahlten Premium-Mitgliederbereich. Kostet leider, lohnt aber für Liebhaber erotischer Fotografie.

nerve premium siege

© 2004 ©Siege, Katie James and Nerve.com, Inc.

Jaiko Suzuki ist eine Stripteasetänzerin auf der Bühne und eine Stripschwimmerin im Wasser, und offenbar ist sie es mit voller Überzeugung. Seit der Fotograf Eric Rhodes sie zum ersten Mal in Tokio gesehen hat, folgt er ihr mit der Kamera überall hin – und zeigt jetzt bei NERVE (im freien Mitgliederbereich), wie sinnlich die Japanerin ist.

Ole von Beust triumphiert bei der Hamburger Bürgerschaftswahl mit einem sensationellen Ergebnis von etwa 47 Prozent. Diese ergaben erste Hochrechnungen. Die Schill-Partei wird demnach nicht in die neue Bürgerschaft einziehen und auch für die FDP hat es nach der Hochrechung mit etwa 3,1 Prozent der Stimmen nicht gereicht.

Was man von Ole von Beust bisher sagte, war einfach: Er hat den Verkehr wieder zum Fließen gebracht und die Stadt so weit wieder sicher gemacht, dass man als Renter(in) wenigstens wieder allein in die Vorhalle des Hauptbahnhofs gehen konnte.

Von dem alten Parteienbündnis (Rot-Grün) sagen die Hamburger allgemein wenig Psoitives, und dies ist milde ausgedrückt – „nie wieder Rot-Grün“ war die Meinung vieler Wähler Ende des vergangenen Jahres, und unter ihnen waren viele Wechselwähler.

Was in Hamburg verwundert, ist dies: Herrn Schill wird nach wie vor viel Gutes angedichtet, und hätte er nicht den ersten Bürgermeister durch den Dreck gezogen, dann würden ihm viele Hamburger heute noch zujubeln. Darin lag lange Zeit die Unsicherheit am heutigen Wahltag: Doch nun haben die Hamburger Bürger Herrn Schill aus dem Parlament gejagt – und das ist gut so für Hamburg.

Wie inzwischen verlautete, will Herr Schill nach seinem politischen und persönlichen Desaster auswandern: Sein Ziel sei "vermutlich" Südamerika, sagte er im Deutschen Fernsehen. Laut "SPIEGEL" war der Kommentar Kommentar des ZDF-Moderators Knut Terjung: "Gute Reise, Herr Schill."

Die wünscht ihm Sehpferd auch - und möge er in Südamerika so glücklich werden, dass er niemals zurückkehrt.

Wer das Wort „Moral“ sehr oft im Munde bewegt, und es dabei gelegentlich ausspricht, kann bei diesem Blogger einmal nachsehen, wo die Menschenwürde tatsächlich endet.

Mit diesem Satz noch lange nicht: „Wie lange dauerte Ihre bisher längste Beziehung? Nennen Sie uns bitte Namen und Kontaktdaten dieser Person.“.

Mehr bei Jochenausberlin.

Gefühle wörtlich öffentlich zu machen ist außerhalb der Dichtung, bestimmter Männer- und vielleicht auch Frauenbünde und möglicherweise in der psychotherapeutischen Gruppenbewegung früher nicht üblich gewesen. Sie fristeten ihr Dasein in versteckten Tagebüchern und waren nicht dazu gedacht, jemals das Licht der Öffentlichkeit zu erblicken. Deshalb war eigentlich auch gleichgültig, was darin stand – es diente ja nur dem Dialog mit sich selbst, von dem man manches Mal auch Lebenshilfe erwartete.

Nun aber liegen diese Gefühlsäußerungen überall öffentlich herum – meist ohne einen Rahmen, in dem man sich wieder finden könnte, aber mit dem Anspruch, beachtet zu werden.

Die Frage, die sich nun stellt, ist doch: Was ergibt sich daraus? Neue Chancen oder vielleicht gar nur neue Risiken? Sind es Wege in die Ausweglosigkeit oder Wege, die irgendwo zu einem neuen Tor führen, hinter dem sich neue Welten auftun?

Und wir? Wie gehen wir damit um? Welche Beachtung sollen wir Gefühlen schenken? Sollen wir sie einfach respektieren? Dann dürften wie kaum Stellung beziehen. Oder aber sollten wir unseren Respekt nicht gerade darin äußern, dass wir kommentieren, und, wo nötig, auch einmal kritisieren?

Für mich steht diese Diskussion nach wie vor am Anfang.

Der Ausgangspunkt dieser Überlegung war hier.

Wie der Schweizer BLICK jetzt schrieb, fand das erste Foto-Shooting für den Schweizer Jungbauernkalender 2005 jetzt statt: Aus 70 schönen Damen vom Lande wurden inzwischen 25 ausgewählt, von denen sich dann vielleicht zwölf im Kalender wiederfinden werden. Was wir zu erwarten haben? Der „BLICK“ beschreibt es so: „Die langen blonden Haare im Wind, die Füße in Gummistiefeln und dazu viel nackte Haut“. So etwas Ähnliches gab es freilich schon häufiger, aber eben nicht in der Schweiz. Zudem bemerkt der BLICK, dass man sich trotz der bereits begonnenen Shootings noch bis zum 15. April bewerben könne.

Hanna Gagel setzt sich in der „Neuen Zürcher Zeitung“ mit weiblicher Erotik auseinander. Sie ist der Auffassung, man geniere sich heute, Erotisches im Werk von Künstlerinnen wahrzunehmen. Doch am Ende eines langen und einfühlsamen Artikels kommt sie zu dem Schluss, Mutter Natur habe so oder so Erotik, auch wenn es unser Puritanismus nicht wahrhaben wolle.

Dem ist nichts hinzuzufügen - ausser dass "unser" nicht ausschließlich für die Schweiz stehen dürfte.

Sollte es etwas Verwirrung mit den „zuletzt geänderten“ Beiträgen geben – dies liegt vor allem daran, dass ich mein Menü bereinigt habe. Die Rubrik „Beziehungs Beratung“ musste ich leider entfernen, da ich sie im Rahmen eines neuen Projektes benötige, alle anderen Beiträge sind aber weiterhin vorhanden.

In den letzten Tagen stutze ich über einen Artikel in dieser Kommune, der sich mit dem Deutschsein beschäftigt. Mir fällt dazu in erster Linie ein, dass wir die Sprache immerhin mit einem Teil der Schweizer und den Österreichern teilen, und manche Österreicher werden ja sogar vor der Weltöffentlichkeit als „Deutsche“ hingestellt.

Doch ist es allein die Sprache? Brauchen wir Deutschen wirklich eine „Nationale Identität“, wie jetzt oft gefordert wird? Oder könnte es uns nicht reichen, zu sagen, wie seien Hamburger, Schleswiger oder Sachsen?

Wir werden demnächst alle Heimat finden in einem erweiterten Europa – doch wer von uns hat schon über seine europäische Identität nachgedacht, in die unsere heimische Kultur ja eingehen wird? Ich fürchte, es fordert von den meisten Deutschen zu viel Überwindung, über die Grenzen hinaus zu denken.

Das wöchentliche Geblubber aus den Algen

Die Kommune, innerhalb derer ich schreibe, ist zur Ruhe gekommen: Die Turbulenzen der vergangenen Woche scheinen überwunden zu sein und offenbar hat eine Zeit der inneren Sammlung begonnen.

Um noch einmal bei einem kürzlich von mir benutzen Bild zu bleiben: Die Kasperl haben ihre Klatschen beiseite gelegt und pfeifen sich ein Liedchen, die Krokodile haben die Schlammschlachten satt und liegen träge in ihren Flussbetten. Die Gretel sind überraschenderweise mit Einsichten beschäftigt und die Großmütter verlegen sich erneut auf das Stricken ihrer Erfahrungen. Ich hoffe, die Damen und Herren, die natürlich alle keine Kasperl, Gretel, Krokodile und Großmütterchen sind, haben Humor. Bei Twoday braucht man ihn bisweilen.

Irgendetwas muss den Wandel ausgemacht haben. Bei gläubigen Katholiken könnte es die Fastenzeit sein, bei anderen die Sonnenscheindauer. Vielleicht sammeln auch alle Kräfte für die kommende Paarungszeit?

Nun, offenbar ist der Friede noch nicht über alle gekommen, denn gerade las ich fast eine ganze Seite Mutmaßungen über mich, mit den üblichen Verdächtigungen. In meiner ursprünglichen Heimat sagt man an solchen Stellen „Du kannst tun, was du willst – die Leute reden so oder so über dich“. („Do, watt du wullt – de Lüd snakt doch“). (Nein, für den letzten Satz übernehme ich keine Garantie bezüglich der Rechtschreibung – weder alt noch neu).

Ich, für meinen Teil, schreibe weiter wie es mir gefällt, lese auch noch jene, von denen ich glaube, dass sie die Zeit repräsentieren und ignoriere einfach den Rest. Dazu gehört auch, ob jemand meine Beiträge kommentiert oder nicht – sie werden auch ohne Kommentare heftigst gelesen, und da nicht alle Meinungen darstellen – was soll Mensch da schon zu kommentieren haben? Wobei ich diese Woche eines zum ersten Mal getan habe: Unflätige Kommentare gelöscht.

Den Rest des Unrats sammele ich gerade ein: Alles, was eifrige Damen und Herren so über mich geschrieben haben – veröffentlichen werde ich diese amüsante Kollektion zum Jahresende. Ich kann schon jetzt versichern, dass sie einen gewissen Unterhaltungswert hat.

Das Positive? Nun, einige ernsthafte Diskussionen auf anderen Webseiten, an denen ich mich unauffällig beteiligt habe, die starke Resonanz (auch Kritiker heben den Wert eines Blogs), und mindestens die Hoffnung, dass einige neue Blogger dem Twoday frischen Wind unter den Segeln verschaffen.

Was sehe ich beim Durchstöbern von Twoday? Ein neues Blog, das eigentlich zwei Blogs ist und aus dem noch nicht so genau erkenntlich ist, was einmal daraus werden soll – aber eine junge Frau mit nackten Brüsten ist dort schon abgebildet – und schön ist sie außerdem.

Ein neues „Programmschema“ stellte der Fernsehsender „9Live“ vor. Zwar will man nicht so hart wie die „Dschungel-Show“ werden, doch seien für „richtig eklige“ Szenen angeblich „10.000 Euro drin“. „Rolltreppen ablecken“ gehört möglicherweise nicht zum ekligsten, und Geschäftsführer Marcus Wolter frohlockt: „Sie glauben gar nicht, für wie wenig Geld da interessante Dinge passieren“.

Der Sender setzt auch auf Hokuspokus, der als „Beratungssendung“ ausgewiesen wird: man präsentiert eine Astrologin, eine Kartenlegerin und eine „Schamanin“, die angeblich „Rauch lesen“ kann.

Nun, es muss wohl Kunden dafür geben, jedenfalls sackt der Sender im angeblich sparsamen Deutschland ganz schön ab: 78,7 Millionen Euro Umsatz machte man im Jahr 2003, wusste das BBV-Net.

Die BILD-Zeitung kann es nicht lassen, die deutschen Stammtische mit „Enthüllungen“ über Sibel Kekilli zu verwöhnen. Heute titelte die Tageszeitung im BILD-üblichen Kindergartendeutsch: „Wie viel Sünde kommt da noch raus?“. „Enthüllt“ wurden Kontakte von Frau Kekilli zum Uhse-Konzern und der Dolly-Buster-Produktion. Technischer Titel der Seite: porno_sibel/porno_sibel.htm. Verantwortliche BILD-Journalisten: Christoph Hülskötter (Redaktionsname „Hülzie“) und B. Friedrich.

Führungen durch den Zoo sollen Geld in die Krefelder Zoo-Kasse bringen, und deswegen hat man 25 verschiedene Themen ausgesucht, zu denen man sich im Zoo herumführen lassen kann. Eines der Themen ist Sex – doch wer wissen will, wie der wahrhaftige tierische Sex aussieht, muss mindestens 16 Jahre alt sein – schreibt die Westdeutsche Zeitung.

„Es ist nicht leicht, die Nachrichten zu verlesen und sich dabei synchron auszuziehen“ sagte Chan Long, Hongkongs (und vielleicht Chinas) erste Nackt-Nachrichtsprecherin im Fernsehen. Wie der Betreiber verlauten ließ, würden die „Feuer-und-Eis“-Nachrichten Samstags und Sonntags nachts gesendet. Bereits vor der ersten Sendung soll das Vorhaben in Hongkong lebhafte Diskussionen ausgelöst haben. Mehr in "The Straits Times". Auch bei AsiaMedia gibt es mehr zu lesen.

Oh, ich habe gar nicht geahnt, dass es ein Bild von der Dame gibt ... und sogar auf twoday - bei Mahalanobis. Thanks, Ananova.

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Ob es wirklich so sexy ist, gut schreiben zu können? Da müssten den Autoren und Autorinnen, vielleicht gar den Bloggern und Blogerinnen, die Liebe ja päckchenweise ins Postfach prasseln. Nun, wer es glaubhaft machen will, kann sich ein entsprechendes T-Shirt kaufen: Hier. „good writing is sexy”.

Wer die Pressemeldungen aus den USA verfolgt und ihnen halbwegs Glauben schenkt, der weiß, dass der amerikanische Präsident George W. Bush an der Kulturfront ein wichtiges Gefecht verloren hat: Die Pro-Jungfrauen-Kampagne, die gleichzeitig eine Anti-Kondom-Kampagne ist, eignet sich als Sexualerziehungsprogramm nicht. Im Gegenteil. Die Geschlechtskrankheiten unter Teenagern sind auf hohem Niveau, und insbesondere die unter 15-Jährigen halten hier einen traurigen Rekord.

Doch nun hat sich der US-amerikanische Präsident auf eine Eisfläche begeben, die ausgesprochen rutschig ist: Er fordert ein Verbot der so genannten Homo-Ehe in der Verfassung. Dies werden die Homosexuellen und Lesben in den USA nicht gelassen hinnehmen. Im Unterschied zu den Teenagern, denen die Sexualerziehung nach Präsidentenart einfach gleichgültig ist, haben die Gays nämlich eine verborgene politische und wirtschaftliche Macht: Und aus diesen Machtpositionen heraus können sie dem US-amerikanischen Präsidenten durchaus schaden, unabhängig davon, ob dieser nun wiedergewählt wird oder nicht.

Egal, was passiert: Mr. President hat den Gays und Lesben den Fehdehandschuh hingeworfen, und es besteht kein Zweifel, dass sie ihn aufnehmen werden: George W. Bush wird möglicherweise eine zweite Schlacht verlieren.

Die sachlichen Details können teilweise in der Netzeitung nachgelesen werden.

Kanada hat eine eigene, schockierende Sex-Sensation: Mädchen tun es. Das wäre an sich so neu nicht: Aber erstens tun es nicht die üblichen Verdächtigen der Unterschichten, sondern ausgesprochen „gute“ Mädchen. Das eigentlich schockierende für die Kanadier: Sie tun es schon ab 12, es ist ganz normal für sie und sie schämen sich nicht. „Sie verschenken Oralsex wie Bonbons“ schreibt Josey Vogels, in „hour.ca“, die bekennt, ihren ersten „Blowjob“ mit 14 gegeben zu haben.

Dies, so schreibt sie, sei ein Vorteil für sie gewesen: Sie genoss es, bevor ihr jemand erzählen konnte, es sei schlecht. Was daraus folgen könnte? Zweierlei: Entweder wird in 10 Jahren eine Studie beweisen, dass die Gewohnheit, im Alter von 12 Blowjobs zu verschenken, negative Folgen gehabt hat oder aber wir erleben eine Generation von Frauen, die wirklich etwas davon verstehen – meint Frau Vogels. Sie sollte es wissen - immerhin hat sie neben ihrer Tätigkeit als Kolumnistin schon einige Bücher geschrieben.

Der Original-Artikel von Sara Wilson, der alles auslöste, kann bei Globe and Mail nachgelesen werden.

Der Dresdener Parteienforscher Werner J. Patzelt weiß, was politische Betätigung früher hatte: Sex-Appeal“. Ob sein Ratschlag allerdings sehr sexy ist, muss bezweifelt werden, denn auch er hat nur deutschen Tugendrat: „Die Parteien müssen sich wieder auf ihr Kerngeschäft zurückziehen“. Man sein, mag sein – aber das ist nun gar nicht sehr erotisch. Was ar denn nun eigentlich früher am Politikbetrieb so sexy? Der Heiratsmarkt für die spät Berufenen? Die Lust an der Macht?

Ach, Professorchen, wir hätten ja so gerne gewusst, wie wir den deutschen Schäferhund wieder zum Schwanzwedeln kriegen, aber sie haben uns nur am Knochen riechen lassen.

Die "Leipziger Volkszeitung" fragte auch nicht danach - nun, vielleicht hat jemand aus der Leserschaft dieses Blogs einen Vorschlag.

Nach dem Karneval scheinen dem Bocholter-Borkener Volksblatt die Themen auszugehen, und dann berichtet man schon mal aus dem schwarzen Kontinent, wo alles so seltsam und ungewöhnlich ist. Im fernen Nigeria wird nämlich gestreikt, und zwar (so schreibt es jedenfalls diese Zeitung) weil viele Banken ihre weiblichen Angestellten indirekt zum Sex mit den Kunden zwängen.

Also so richtig direkt nicht, meint das Blatt weiter, aber da wären die Umsatzziele, und die ließen sich eben nur erreichen, wenn man mit den Kunden auch noch schnell ins Bett hüpfen würde. Den Beweis dafür scheint man vom Hörensagen zu haben: Geschäftsleute, Manager und Ausländer würden nämlich häufig von jungen Frauen angesprochen, die ihnen neben Bankkonten auch "spezielle Freundschaftsdienste" anböten.

So wird denn wohl an den Stammtischen in Borken und Bochum außer dem Karneval auch Afrika zum Thema werden: wie schön, wenn man dank seines Bildungsblatts mitreden kann. Wer etwas mehr über den Streik erfahren will, in dem es tatsächlich auch (aber eben nicht ausschließlich) um das Verhalten des Managements gegenüber weiblichen Angestellten geht, sollte lieber „all africa“ lesen.

Zur Ehrenrettung des Volksblattes muss erwähnt werden, dass auch andere Zeitungen diese Meldung kritiklos nach einem rpo-Bericht gedruckt haben.

Die mit der amerikanischen Jungfrauenkampagne einhergehende Sexualerziehung zur Keuschheit zeigt unerwartete „Erfolge“: Nach mehreren am vergangenen Dienstag veröffentlichten Berichten wird die Hälfte der Amerikaner unter 25 wenigstens einmal im Leben mit einer Geschlechtskrankheit infiziert worden sein.

Besonders die jungen Menschen unter 15, auf deren Verhalten gerade die Jungfrauenkampagne abgestimmt ist, sind stärker als alle anderen Altersgruppen mit Geschlechtskrankheiten infiziert – auch insgesamt hält die US-amerikanische Bevölkerung den zweifelhaften Rekord, die höchste Rate an Geschlechtskrankheiten von allen Industrienationen zu haben – dies geht nach einem Zeitungsbericht aus einer WHO-Studie hervor.

Wer glaubt, die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua sei Prüde, sollte mal einen Blick auf diese Damen werfen, die sich in aufgemalte Blütenkleidchen gehüllt haben. Auch andere asiatische Motive und sogar einen US-Dollar kann man auf den Körpern bewundern.

Anett Fehér, ausgeflippte ungarische Fernsehmoderatorin und besser bekannt als „Anettka“, will demnächst ins Europaparlament einziehen: Die 30-jährige ist dafür auch schon mal bereit, etwas mehr als ihre Brüste zu entblößen: Als sie ihren Entschluss bekannt gab, trug sie im ungarischen Fernsehen nichts, als ein bisschen Schmuck, wie CNN berichtete.

Freilich wehrte sich Frau Feher in einem Interview, „nur eine neue Cicciolina“ zu sein. Wie sie meinte, könnten es ein böses Erwachen für die etablierten Politiker geben – diese würden unterschätzen, dass sie schließlich täglich vier Stunden Fernsehen machen würde.

Ihre Webseite (in ungarischer Sprache) zeigt allerdings bereits etwas mehr von ihr, als man von deutschen Fernsehmoderatorinnen üblicherweise erwarten würde - nur ganz aktuell ist sie nicht.

Das Vibrieren eines Handys hat, wie man hört, schon viele junge Frauen auf die Idee gebracht, dass seine Nutzungsmöglichkeiten irgendwie über Lauschkontakte hinausgehen. Doch erst mit dem nötigen Zubehör kann diese Funktion voll genutzt werden, meint der Produzent eines Zubehörteils, das „VibraSMS“ heißt und von einer Firma mit dem Namen „Wähleinenorgasmus“ verkauft wird.

Es sei, so der Hersteller, auch für Menschen zu gebrauchen, die nie Anrufe bekämen: Man müsse, so der Hersteller, sein Handy nur so einstellen, dass es jede Minute „klingeln“ würde.

Kunst – da erstarrt das das deutschsprachige Volk vor Ehrfurcht, wenn die Kulturpäpste die Zeilen rütteln. Gerade erst hat man, sehr zögerlich, die Fotografie in den Stand der Kunst erhoben, und geeignete Kritiker für diesen Bereich fehlen, schreibt man vorsichtshalber nichts Negatives, sondern veröffentlicht, was Georg Kreisler schon im „Musikkritiker“ verulkte: „Schubert war ein stierer großer Komponierer … das Buch war sofort ein Riesenerfolg, und es sagten mir viele Herrn: Genial; Großartig; Sie müssen Kritiker wern"!

Doch während die Fotografen der Schönen und Reichen inzwischen in den Galerien hängen, ist ein anderer Typus des Fotografen so gut wie ausgestorben: der Zeitzeuge. Man mag argumentieren, dass auch Man Ray, Annie Leibovitz und Helmut Newton Zeitzeugen waren, muss dann aber ergänzen: Zeugen einer kleinen Schicht der Eliten und Eitlen. Fast keine Marktfrauen, Taxifahrer, Konsumbürger, Nachtschwärmer oder Spaziergänger aus dem Volk. Wäre da nicht Onkel Fritz Foto von der Busfahrt der Belegschaft zur Kohl-und-Pinkel-Fahrt *, niemand wüsste, wie eine Kontoristin anno 1956 gekleidet war, wie sie lächelte und die Beine brav in einer Linie hielt.

Nun besteht das Leben freilich nicht nur aus den Reichen und den zufällig geknipsten Kolleginnen und Kollegen. Es findet auf der Straße, in Hotelhallen, Einkaufszentren und Vergnügungsstätten statt. Dort allerdings fotografiert kaum jemand – außer Straßenfotografen, und dies durchaus auch erotisch. Nein, ich meine nicht diejenigen, die in „einem gegen Einblick besonders geschützten Raum“ fotografieren, wie es in einem neuen Gesetzestext heißt. Ich meine Menschen, die fotografiert werden, wenn sie ihr nacktes Gesicht mitsamt ihren Empfindungen in die Öffentlichkeit tragen. Wer sie indessen ablichtet, zumal in Deutschland, schrammt dauernd am Rande des Gesetzes vorbei: Das Recht am eigenen Bild kann privat eingeklagt werden.

Was werden spätere Generationen einmal wissen von dieser Zeit? Vermutlich nicht viel. Noch leben Zeitzeugen, die das“ Dritte Reich“, den zweiten Weltkrieg, die Trizone und die Anfänge der Bundesrepublik kennen. Werden sie gefragt, was sie erlebt haben in jenen Zeiten? Manchmal. Zu selten. Genau genommen fast nie.

Das führt dazu, dass wir uns kein Bild machen können von dem, was war. Es ist eben Geschichte. Buchwissen, Herrschaftswissen. Wir sind gar nicht gefragt, die Zeitzeugen, die noch von Kälte, Hunger und Adenauer-Staat berichten könnten. Die nachfolgende Generation will es ohnehin nicht wissen – sie ist gegenwärtig ausschließlich mit sich selbst beschäftigt.

Doch was, wenn spätere Generationen einmal fragen werden, wie denn das Leben Anno 2004 ausgesehen haben mag – was werden sie finden? Geschriebene oder fotografierte Zeitzeugnisse? Eventuell gar hier? Vielleicht hier. Aber dann müssten wir alle sehr viel verändern. Auch hier.

* für Nicht-Bremer = Betriebsausflug zu Lokalen, in denen zu Jahresbeginn Grünkohl mit Grützwurst angeboten wird.

 

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