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Nun, sitzt ihre Hose noch?

Wie die BBC berichtete, gehört eine Dame namens Francesca zu den beliebtesten Pornostars des Vereinigten Königreichs – was an sich keine besondere Meldung wert wäre, schon gar nicht bei der BBC, aber die Dame ist bereits 59 Jahre alt und ziemlich fett. Ihre Karriere begann sie erst vor einigen Jahren im Internet mit sechs Fotos – allein die Veröffentlichung brachten ihr 250 Emails ein.

Das Interesse an ihrem voluminösen Körper hat sie alsbald vermarktet. Heute kann sie sich leisten, 15 GBP im Monat allein für den Zugriff auf ihre Fotogalerie zu nehmen, und auch der private Kontakt zu ihr ist möglich und nicht kostenlos, wie aus einer Escortservice-Seite hervorgeht.

Wie man daraus erkennt, braucht man nicht unbedingt einen schönen Körper, um ein Pornostar zu werden, sondern nur zwei Dinge: Eine Kamera und eine Internetverbindung – und außerdem, so sagte ein Fachmann mit englischem Humor, wäre es sehr hilfreich, wenn man sich gerne ausziehen würde.

Sagte jemand, es gäbe keine Karrierechancen mehr?

Nein, nein, ich habe mich nicht verschrieben. Ein Unternehmen namens MCA erstellt jetzt ein Blog, um „ein konzentriertes Informationsangebot zu den unternehmerischen und technologischen Aspekten des Unified Messaging“ anzubieten, jedenfalls während der CeBIT, und danach, wird eben dieses Blog mit einer „geringeren Schlagzahl“ fortgeführt – und dennoch soll es das führende Blog zum Thema werden.

Was so eine „Unified Dingsda ist“? Wenn ich es richtig verstanden habe, sitze ich dann vor dem Bildschirm und darf mal Kapitän spielen: „EDV-Arbeitsplätze werden mit ZNV-NT zu universellen Informationscockpits“. Na ja, wer es braucht. Ich nicht. Ich bin schon froh, wenn mich während des Schreibens kein Telefon stört.

Auf ein Jubiläum der besonderen Art weist uns heute der Stern hin: Vor 100 Jahren wurde der Erreger der Lustseuche, die in Deutschland auch die „Franzosenkrankheit“ genannt wurde, und deren offizieller Name „Syphilis“ ist, von zwei Berliner Ärzten entdeckt. Ausgerottet ist die Krankheit keinesfalls: Sie wird über den gesamten Globus geschleppt und meist während des spontanen Geschlechtsverkehrs mit Fremden übertragen.

Kondome könnten helfen, die Krankheit einzudämmen, doch „vergessen“ viele Menschen anscheinend immer wieder, was das kleine Tütchen alles bewirken kann. Die Ärzte schlagen jedenfalls bereits Alarm, weil es zu viele Neuerkrankungen gibt. Im Jahr 2004 waren es beinahe doppelt so viel wie 2001.

Als die Friseurinnen noch Friseusen hießen, oder auch Frisösen, wenn man es so schreiben wollte, trugen sie Sommers wie Winters Kittel, und selbstverständlich waren vor allem Männer daran interessiert, was sie wohl darunter trugen – vor allem im Sommer, und dann vor allem, wenn es sehr heiß war.

Im fernen Polen gibt es freilich einen Frisiersalon, in dem der Haarschnitt nebensächlich, die Damen dafür umso interessanter sind: Sie bedienen das überwiegend männliche Publikum nämlich in ihrer Unterwäsche.

Diese Dienstkleidung entspricht nun aber nicht den Vorschriften des polnischen Arbeits- und Gesundheitsrechts, und deshalb beschloss eine Behörde am Dienstag, dass die Damen keine Haare mehr schneiden dürften. Fragt sich, ob sie das jemals vorhatten.

Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass der Friseurberuf früher von Badern ausgeübt wurde. Die Angestellten, Bademädchen genannt, galten auch schon damals nicht als eben Prüde, was den Badehäusern erheblichen Zulauf brachte, dem Berufsstand aber bis heute ins negative Licht setzt.

Bei der Diskussion um Blogs muss ich stets ein wenig lächeln. Darüber nämlich, dass über sie gesprochen wird wie über Löwenzahn. Dieser nämlich wächst auf überdüngten Wiesen und entfaltet sich ohne weiteres Zutun. So ähnlich vermehren sich auch die Blogs, wird uns stets weisgemacht.

Doch die Schelme, die so etwas verbreiten, wissen natürlich genau: Je mehr Blogs man Unterschlupf gewährt (oder „hostet“, wenn sie wollen), umso mehr Ruhm hat man als Unternehmer, und umso besser ist man auf die kommende wirtschaftliche Verwendung von Blogs vorbereitet – und je nach Betreiber verdient man ja bereits heute an der Werbung.

Blog-Hoster sind keine Wohlfahrts- sondern Wirtschaftsunternehmen. Möglicherweise haben das noch nicht alle kapiert, aber es wäre an der Zeit, es endlich zu begreifen: der Motor der Wirtschaft ist die Gewinnabsicht – und das ist keineswegs ein unehrenhaftes Motiv.

Den Titel sah ich wohl, allein für den Inhalt fehlte mit der Glaube: Blog around the clock – Werbung für ein Softwaretool für den blogfreien Arbeitsplatz – wegen der Firmengeheimnisse.

Ja, selbstverständlich – es ist den Menschen ja völlig unmöglich, das, was sie am Tag versäumt haben, am Abend nachzuholen. Merke: Nur Firmen haben Computer. Privatleute nicht.

Wie wäre es, liebe Firma Clearswift, bei der nächsten Pressemitteilung über Blogger mit „A-Wop-blog-a-loo-lop a-blog-bam-boo Tutti Frutti?“

Es muss ja schrecklich interessant sein, die Kollegin einmal nackt zu sehen – selbst, wenn man sie nie nackt sehen konnte. „naked fake“ heißt das Wunderwerkzeug, dass es möglich machen soll – wie genau, wird vorsichtshalber nicht verraten.

Das Beispielfoto einer pulloverbehafteten Dame mit hinzugefügtem nackten Oberkörper weist allerdings einen kleinen Schönheitsfehler auf: Der Hals ist noch frisch vernarbt, wie bei Frankensteins Braut. Wie heißt die Herstellung solcher Darstellungen noch? Frankensteining?

frankensteining

(c) 2005 by ebiz.netopia.com

Wenn ich eine Pressemitteilung lese, die von Blogs handelt, bin ich meist gespannt, was dahinter stehen mag, zumal, wenn von einem professionellen Einsatz des Blogs die Rede ist.

"Weblogs oder Blogs sind in den USA bereits der Megatrend in der Unternehmenskommunikation. Mit dem ersten Business-Blog zum Thema 'Kundenmanagement' importiert die Frankfurter Christoph Busch Unternehmensberatung GmbH die Idee in den deutschsprachigen Raum".

Selbstverständlich war ich interessiert, was es damit auf sich hatte, besuchte das Blog der Unternehmensberatung, und las:

Weblogs oder Blogs sind in den USA bereits der Megatrend in der Unternehmenskommunikation. Mit dem ersten Business-Blog zum Thema Kundenmanagement habe ich die Idee nun in den deutschsprachigen Raum "importiert".

Ich bin immer entzückt, wenn jemand so viel zu sagen weiß.

Akademie.de ließ heute eine Pressemitteilung los, bei deren Lektüre wohl überwiegend Damen das Wasser im Munde zusammenlaufen wird: kein Diätdenken mehr, und dazu „endgültig Schluss ... mit Verzicht, schlechtem Gewissen, Jo-Jo-Effekt und Kalorienzählen“. Die Autorin, Angelika Stein, verspricht dazu, Wege aufzuzeigen, wie man gut und genussvoll essen kann - und trotzdem abnimmt.

Das macht zwar jede andere Ernäherungsberaterin auch – aber eben nicht mit so viel PR. Wer wirklich noch mehr wissen will, kann diesem Link folgen, und das Wichtigste vergaß ich fast zu erwähnen: Angelika Stein führt auch ein Blog. Thema am 1. März: Mäuse specken ab mit grünem Tee.

Wann können einem Menschen selbst gedrehte Sexfilmchen gestohlen werden? Na, bei einem Einbruch, bei einem Hackeangriff auf sensible Telefondaten, wenn man das Filmchen versehentlich auf den Müll wirft – oder eben, wenn der Computer repariert wird. Dann zieht der Mechaniker mal eben schnell das Sexfilmchen ab und stellt es ins Netz.

Also, das mit der Computerreparatur ist neu, und neu ist auch, dass es ein prominenter Mann, nämlich der Limp-Bizkit-Sänger Fred Durst, in dem Filmchen mit einer unbekannten Frau treibt.

Sonst hatten wir immer prominente (na, ja) Frauen, die es mit mal prominenteren, mal weniger prominenten Männern taten. Nun tauchen natürlich Fragen auf: Wer wird diesmal nett in die Kamera lächeln? Fred Durst oder seine unbekannte Partnerin?

Obwohl mein Zettelkästchen immer ganz schön voll ist, konnte ich noch keine gestohlenen Videos prominenter Frauen finden, die mit Frauen intim wurden, während beide in die Kamera lächelten, und von Männern habe ich dergleichen bei der Betätigung mit ihresgleichen auch noch nicht gehört. Es gibt also noch Potenziale.

In den letzten Tagen ist in zahlreichen Blogs direkt oder indirekt über mich geschrieben worden – mehr kann man sich als Autor nicht wünschen. Die Beiträge waren, wie das Leben auch sonst so ist: Mal stimmt man mir zu, mal lehnt man mich ab, mal diskutiert man meine Thesen. Letzteres gefällt mir natürlich am Besten, und ich danke an dieser Stelle mal allen, die es getan haben.

Da in den Suchmaschinen ständig nach mir herumgesucht wird, gebe ich noch einen wohlmeinenden Rat: Wenn sie etwas über mich wissen wolle, dann fragen sie mich doch einfach. Ich habe Email, und alle höflichen Anfragen werden, wenn es die Zeit erlaubt, auch beantwortet.

Die Revolution des weiblichen Orgasmus ist da – es klingt wie aus den 70er Jahren, aber es stammt aus der Werbung eines Wiener Handelshauses. Man vertreibt dort ein Produkt namens C.O.M.E., was „Clinical Orgasm Muscle Exerciser“ heißen soll. Auf der Webseite lernen wir dann in Bild und Wort, dass Damen ihre Beckenbodenmuskulatur mithilfe des Geräts trainieren können.

Bei Fleshbot ist der Erfinder des Wunderwerks bei einer merkwürdigen Aktivität zu sehen – das Szenenfoto stammt übrigens aus dem Film zum Produkt, den man allein wegen dieser Stelle einmal ansehen sollte – den Rest kann man sich dann schenken.

Manchmal kann ich Bilder nicht recht deuten, aber jedenfalls geht es diesen Damen vor allem darum, mit irgendetwas aufzufallen.

Auf die Seite gestolpert bin ich über Fleshbot, die freilich etwas anderes im Auge hatten – aber mir genügten die schrägen Damen auf dieser Seite völlig, auch wenn das Datum (November 2004) nicht mehr ganz taufrisch ist. Wer dann immer noch nicht genug aufs Auge bekommen hat – es gibt eine zweite, ähnliche Seite mit noch mehr Fotos.

blueblood

Foto: (c) 2004 by Amelia G & Forest Black

Nachdem Fleshbot mich auf naked sushi aufmerksam machte (Boing-Boing und der Schockwellenreiter brachten es auch). Habe ich mir die blogähnliche Webseite des Fotografen Poul Costinsky einmal angesehen.

Der Mann hat zweifellos ein Faible für extreme Parties und entsprechende Damen – aber ich gelte ja als Befürworter der spontanen Partyfotografie.

Da der Mensch tatsächlich fotografieren kann, spricht nichts dagegen, auch einmal einen Blick auf den Rest der Aufnahmen zu werfen – und auch seine normale Fotogalerie ist sehenswert.

Wenn der Fotograf gerade mal keine Damen mehr oder weniger bekleidet fotografiert, macht er auch mal Jagd auf Möwen – für diejenigen, denen rohes Fleisch zum Hals heraushängt.

Gestern erhalten: “Viicodiin, Viiaagra, Codeiine, Cia1iis, C1onazepam, C1onazepam, Meridiia next, Lipiitor, F1exiril, Sooma, Zo1oft, Ambiien, Ce1ebrex, Tramaadol, U1tram, Nexiium & many more high demaning meds watch”.

Aber das ist noch lange nicht alles ... da Werbung für Viagra® mittlerweile bei vielen Menschen automatisch ins Klo ihrer Mailbox plumpst, ohne dass man noch mal die Wasserspülung betätigen müsste, haben die Vertriebsfirmen andere Ideen entwickelt, zum Beispiel V.i.a.g.r.a, wobei sie die Punkte durch beliebige andere Zeichen ersetzen können – alles schon da gewesen, und natürlich V1agra und Viaggra. Wie wäre es mit „Via Gra-z“ oder Vi(eh)-Agra-r? Hatte ich noch nicht. Mag sein, dass die SPAM-Versender noch keine deutschen Wortspiele beherrschen – aber das kommt sicher auch noch.

„Dies ist ein Geschäft mit einem gewinnbringenden Produkt, von einem gewinnbringenden Unternehmen in einer gewinnbringenden Industrie. Mit so vielen Gewinnen, wird der Erfolg einiges an Arbeit abverlangen. Aber das wird nicht schwierig sein“.

Aha. Ich bin im Bilde. Hatte mir beinahe so etwas gedacht.

Wer Hüte verkauft, muss ein Hut-Blog haben. Ob es sich lohnt? Allzu viele Einträge gibt es dort nicht zu sehen, aber Bloggywood fand immerhin einen Hut im Angebot des bloggenden Hutmachers, der sein Interesse weckte – „The Condom Cap“. Sie eignet sich, wie der Hersteller versichert, für alle Größen. Kopfgrößen natürlich. Möglicherweise muss man so aussehen wie der Mann in der Werbung auf der Webseite, wenn man ein Kodom als Kopfschmuck bevorzugt.

Da ich Martin Röll ja angeblich fehlinterpretiert habe, will ich diesmal nicht über ihn schreiben, sondern auf das verweisen, was er anlässlich eines Vortrag in Stuttgart gesagt hat, wo er auf Einladung des Kepler-Seminars zum Thema Weblogs sprach. Titel: „Wie Weblogs die Welt verändern“.

Wenn die schlauen Jungs aus den technischen Redaktionen über Blogs schreiben, werde ich immer ganz blass, weil ich mal wieder nur „Bahnhof umsteigen“ verstehe. Es könnte natürlich auch sein, dass manche Damen und Herren sich etwas verworren ausdrücken: Wer jahrelang für Hobby-Magazine schreibt, verliert vielleicht die Fähigkeit, sich an ein kulturell interessiertes Publikum zu wenden.

Möglicherweise hat Wolfgang Roth auch nur gedacht, er müsse mal einen kräftigen Eintopf für Telepolis zusammenkochen – es ist ja gerade Montag, und dieser Tag eignet sich immer bestens zum Zuammenmanschen der Speisereste vom Wochenende. Dabei kommt dann dies heraus:

„Doch ist Bloggen erfolgreich und hat schon einige Leute ihren Job gekostet und Jamba den Ruf, doch dazu später. Eine gute Nachricht ist das natürlich nur, wenn es der Job anderer Leute ist, beispielsweise der von Eason Jordan von CNN, Dan Rather von CBS News und der des US-Senators Trent Lott, die alle über Enthüllungen aus der Bloggerszene stolperten“.

Was lernen wir daraus? Die Nachrichten selbst spielen gar keine Rolle, Hauptsache, man schreibt. Das kennen wir ja schon. Aus Blogs.

Eine Dokumentation über den Irak von heute, aus der Sicht von sieben Fotografen und Filmemachern – und ein eindringliches, ungeschminktes Dokument der Zeit.

Ankündigung von der Webseite (gekürzt):

"Seven independent photographers and filmmakers present rare windows on Iraq, the land that cradled what we now call civilization. "

Da ich heute schon über die neue Zeitschrift „Easy Living“ schrieb, hier noch die Assoziation: Für mich ist „Easy Living“ der Hauch einer erotischen Stimme, einer Stimme, die mich seit meiner frühesten Jugend faszinierte: Billie Holiday (CD). Was sie sang, hatte schon das Hirn des Knaben vernebelt, und es kling heute noch manchmal im Kopf des Herrn im besten Alter nach, wenn er einfach spazieren geht.

Living for you is easy living
It’s easy to live when you’re in love
And I’m so in love
There is nothing in life but you

Text gelesen bei: Lyriksfreak

Ich erinnere mich dunkel, dass irgendjemand aus der geschwätzigen Werbebranche vor kurzem wissen wollte, dass Sex kein Thema mehr wäre. Andere sind da offenbar ganz anderer Meinung, zum Beispiel die Verlagsgruppe Condé Nast: Sie hat Frauen nach ihrem Sexualverhalten gefragt – man munkelt, um den Markt für eine neue Zeitschrift zu testen, die als „Easy Living“ an die Leserinnen herangebracht werden soll. Und siehe – es gibt ihn, den Markt.

Denn immer mehr Frauen bauen auf eine selbstbestimmte Sexualität, bei der sie es auch mit der Treue nicht so ganz genau nehmen: Etwa ein Viertel der Befragten hat schon einmal während einer festen Beziehung fremd geschlafen. Mehr als ein Siebtel der Befragten gab an, nicht einmal verliebt sein zu müssen, um mit jemandem ins Bett zu gehen: Sex reiche ihnen völlig aus, und immerhin fünf Prozent sagten, sie hätten sich für den „Mile High Club“ qualifiziert zu haben: Dazu ist es immerhin nötig, schon einmal Sex in einem Fluggerät gehabt zu haben.

Das neue Magazin der Condé-Nast-Gruppe, in dem fast zwei Jahre Entwicklungszeit stecken soll, wird ab dem 3. März 2005 im Vereinigten Königreiche erhältlich sein. Die Zeitschrift, die im ersten Jahr ihres Erscheinens zwischen 150.000 und 200.000 Leserinnen gewinnen will, wendet sich dem Vernehmen nach an lebensfrohe, sexaktive Frauen zwischen 30 und 59 Jahren.

Ich las in der Times.

"wreck tide" ist der Name eines Blogs, auf dem ich wenig fand, was meine Leser interessieren könnte - es sei denn, die Dame auf der rechten Seite, die unermüdlich mit dem Hintern wackelt.

Der Schockwellenreiter meinte, es sei ein schön gemachtes Blog. Na denn, wenn er meint.

Deutschland will, wie in mehreren Presseberichten bekannt wurde, eine Modifikation der EU-Dienstleitungsrichtlinie. Als Ziel wird angegeben, die Qualität der Dienstleistungen, die in Deutschland erbracht werden, zu sichern. Die Beispiele dazu werden an den Haaren herbeigezogen: so zum Beispiel, dass eine polnische Putzkolonne nach EU-Richtlinien auch Putzmittel nehmen dürfe, die in Deutschland wegen Gesundheitsgefährdung verboten seien.

Das mag alles zutreffen, aber wo immer, wann immer und wie immer ich in diesem Land nach Dienstleistungen frage, sind sie unbezahlbar oder sie werden gar nicht erst angeboten. Deutschland ist und bleibt eine Dienstleistungswüste – mit freundlicher Unterstützung der Bundesregierung und unter Mithilfe der Gewerkschaften.

Wie verschiedene schwedische Zeitungen inzwischen berichteten, war der Penis im Ketchup einer schwedischen Familie kein Penis, sondern eine Art Pilz.

Ins Ketchup gehörte er freilich dennoch nicht, doch wäre zu fragen, wie die Geschichte mit dem Penis überhaupt in die Presse kam. Hat man auch in schwedischen Redaktionen dieser Tage Langeweile?

Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – (fast) immer sonntags

Seit Schleswig-Holstein gewählt hat, erleben wir eine deutsche Untugend: Nicht mit Kompromissen leben zu können, alles auf die Spitze zu treiben und letztendlich dabei so viel Energien zu verschleudern, dass unsere Bürger eigentlich den Kopf schütteln müssten und die BILD-Zeitung am Kiosk lassen.

Zudem glauben mache CDU/CSU-Politiker offenbar, dass sich schlechte Kinderstube auszahlt: Ich würde, mit Verlaub, einmal die Bundestagswahlen abwarten. Wobei mir dies durch den Kopf geht: Eine CDU ohne Frau Merkel ist durchaus vorstellbar. Es gäbe einen guten Kanzlerkandidaten, der nicht von ungefähr in der Beliebtheit beim Volk auf Platz 1 steht – ohne Schnörkel, ohne Aufhebens und vor allem mit pragmatischem Auftreten.

Ob ich die Wende in Berlin will? Ja, ich will sie. Aber ich will sie mit gerechten, fairen und fähigen Politikern, nicht mit Leuten, die sich bei der BILD-Zeitung mit Schlammschleudern anbiedern. Auch halte ich Frau Merkel nicht für die geeignete Person, um die CDU zu führen oder gar Kanzlerin zu werden: Sie hat viel zu viel DDR-Vergangenheit, um die Bundesrepublik Deutschland in Gänze zu begreifen, geschweige denn, zu vertreten.

Neu aufgestellt, kann die CDU die Bundestagswahlen mit Ruhe abwarten: Sie wird die Wahl zwischen drei Koalitionspartner haben, mit denen sich in Variationen ausgezeichnete Politik machen lässt. Schon deshalb sollte sie aufhören, mit Schlamm zu werfen, denn ob es dem Sieger der nächsten Bundestagswahl, der zweifellos CDU heißt, gelingt, mit einer leider völlig profillosen FDP zu koalieren, wird sich erst noch zeigen.

Mein zweites Thema in der letzten Woche waren die Blogs. Ich denke nach wie vor, dass wie in Deutschland eine „Blogosphäre“ vorfinden, die kaum brisante Themen aufgreift – in der letzten Woche zum Beispiel wurde weder die Diskussion um das Papst-Buch aufgegriffen noch das reichlich brisante Thema, dass n-tv sich einen Teil seine Reportagen praktisch von einem christlichen Hilfswerk schenken lässt. Beides halte ich für typische Blogger-Themen, weil sich die so genannte Mainstream-Presse hier aus vielerlei Gründen zurückhält. Generell ist es nicht einmal der Mangel an politischen Blogs, der mich verdutzt dastehen lässt, sondern generell die Unfähigkeit der Blogger, Themen aufzugreifen, die auf der Straße liegen und nur darauf warten, aufgehoben zu werden. Statt dessen wirft man sich lieber Stöckchen zu und sagt sich Nettigkeiten.

Apropos Nettigkeiten: Mir eilt der Ruf voraus, gegen Gefühls-Blogs zu sein. Dass dies nicht der Fall ist, habe ich, wie ich hoffe, diese Woche mit einem Artikel bewiesen. Freilich muss derjenige, der Gefühle ausdrücken will, dazu die Sprache beherrschen und ein gutes Sprachempfinden haben: Daran allein scheitern mehr als 9 von 10 derartiger Blogs.

Hier, auf Twoday, kommen immer wieder Blogger hinzu, doch ab und an gehen auch welche: manche still, andere mit Getöse. Gerade ist Isenberg gegangen. Ich habe ihm einen Artikel zum Abschied gewidmet.

Meine Antworten an die Blogosphäre zur Qualitätsdiskussion glaube ich, mit diesem Beitrag abgearbeitet zu haben. Wiederholen möchte ich nur noch einmal dies: Qualität ist nicht das Ziel, sondern die Voraussetzung für das Bloggen.

In diesem Sinne wünsche ich meinen Leserinnen und Lesern einen schönen Sonntag.

Vielleicht könnte einmal jemand der Union ins Gewissen reden, und ihr Folgendes sagen: Wer morgen regieren will, sollte heute beweisen, dass er eine gute Kinderstube hatte.

Das scheint nach neuesten Äußerungen führender CDU- und CSU Politiker nicht überall der Fall zu sein. Die beiden Unionsparteien präsentieren sich als orientierungsloses Gebilde, das ratzfatz auf alles einschlägt, was Regierung bedeutet.

Zuerst bolzte Frau Merkel. Ob es nun einen Untersuchungsausschuss in der Visa-Affäre gibt oder nicht, ist der Dame, wie es scheint, egal. Sie forderte den deutschen Bundesaußenminister Fischer indirekt auf, zurückzutreten, nämlich dann, wenn er „noch einen Funken Selbstachtung hätte“. Offenbar besitzt sie selbst diese Selbstachtung, doch gibt es auch in ihrer Biografie ein paar unklare Punkte, wie wir uns erinnern – aber Selbstkritik war nie die Stärke von Frau Merkel. Ihre bisherige Stärke, die Zurückhaltung, scheint sie allerdings auch vergessen zu haben: Sie lässt sich immer mehr in die Anti-Regierungs-Kampagne einbinden und vergisst dabei, dass sie eigentlich eine Pro-CDU Kampagne lostreten müsste.

Derweil erweist sich der CSU-Mann Markus Söder einmal mehr als Mann fürs Grobe: Er warf dem deutschen Bundeskanzler eine „Mitschuld“ an den Sexualverbrechen vor, die an Kindern begangen wurden. Es ist ja möglich, dass ich mich Irre, aber hätte er da nicht auch die Bundeskanzler von Adenauer bis Kohl mit einbeziehen können, falls es eine solche Schuld geben sollte? Aber das macht ja nichts. Die Wahrheit ist nichts mehr wert. Hauptsache, man kann der „BILD am Sonntag“ wieder einmal eine Vorlage geben, um ihre Stammtischsprüche loszuwerden. Selbst, wenn Söders Vorschläge nicht völlig abwegig sind, ist der Angriff auf den Kanzler eine Unverschämtheit, die ihresgleichen sucht.

In Bild wird Rot-Grün dann auch systematisch in den Abgrund geschrieben. BILD nennt so etwas eine Analyse, doch der Analyst kann auch nur Bolzen und reitet auf den Arbeitslosen herum: „Es sind Schröders Arbeitslose. Es sind die Arbeitslosen von Rot-Grün.“ Es gibt kaum noch einen Unterschied zwischen der Meinung von BILD und der Absicht der CDU/CSU: Die Regierung soll offenbar demontiert werden.

Wie nahe sich BILD und die CDU/CSU sind, wird auch in einem anderen Fall deutlich: die Schleswig-Holstein-Wahl. Der Zweifel am SSW wird gemeinsam von der CDU und der BILD-Zeitung genährt: Hand in Hand geht man den Weg der Schamlosigkeiten.

Was ist das schönste, begehrenswerteste Objekt der Welt? Für viele ist es das Spiegelbild, und Fotografen interessieren sich seit jeher für das, was sie im Spiegel von sich selbst sehen, doch mehr und mehr Fotografen brauchen gar keinen Spiegel: Es reicht, die Kamera auf Armlänge von sich weg zu halten, um ein Bild vom geliebten Selbst zu bekommen.

Bei fotografierenden Frauen wird dieses Bild immer erotischer, und so auch bei Sylvie Blum. Sie setzt in ihrem neuen Bildband bewusst eine Technik ein, die keine perfekten Werbefotos erzeugt. Das Bild der Person soll flüchtig bleiben – so flüchtig, wie es Spiegelbilder nun einmal sind.

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Foto:(c) 2005 by Sylvie Blum

Beispiele: Bei Nerve im Mitgliederbereich (kostenpflichtig)

Kaufen: Bei Amazon, wo sonst?

Frühere Fotos: Hier.

Seien sie ehrlich, sie wollten schon immer eine. Eine, die zwar bieder daherkommt, aber geheime Qualitäten hat, und vor allem eine, die so scharf ist und dabei so dezent, dass man sie auf einer Parkbank setzen und heimlich mit dem Zeigefinger bedienen kann.

Die Rede ist natürlich von einer Dame. Sie heißt Rolleiflex und war jahrzehntelang das Hauptwerkzeug der Hochzeitsfotografen und der Traum vieler Amateure.

Jetzt kommt sie wieder. Als Kamera, aber mehr noch als Sammlerstück: Digital und geschrumpft.

Via Schockwellenreiter

Gabriele Kuhn macht sich im Kurier Gedanken zu Stundenhotels: „Hinter geschlossenen Türen wird im Minutentakt geschnauft und gestoßen. Zeit ist Geld, das Licht ist düster, die Dusche halb defekt. Alles ist flüchtig. Und es riecht nach schlechtem Perlwein.“

Doch sie sinniert darüber, ob es immer das sexuelle Schnäppchen in öden Absteigen sein muss und fährt fort: „Wellness für die Wollust – das wär’ etwas für die kleine, feine gemeinsame Entspannungspause zwischendurch“.

Hoffentlich fallen jetzt nicht alle Gutmenschen über sie her – Qualitätsbewusstsein beim bezahlten Geschlechtsakt, wo kämen wir denn da hin? Haben wir nicht gerade aus der einschlägigen Presse gehört, dass Huren angeschleppt, gezwungen und gedemütigt werden?

Immerhin, es gibt eine Option: Auch Ehepaare könnten, wie in Japan üblich, solche Hotels für ihre intimen Stunden nutzen. Dann, so schreibt sie, könnten „Mütter zu Mätressen mutieren“. Letzteres könnte man ja wirklich einmal aufgreifen. Vielleicht später?

Ich trage es mal in mein Notizbüchlein ein.

Die Presse hat ein Thema, das auch den Stammtischbruder interessiert: Da zieht sich ein Seifenopernstar aus, was nicht sonderlich interessant wäre, da es inzwischen sehr üblich geworden ist. Freilich erstens nur für Damen, und zweitens am diesseitigen Ufer: Frauen ziehen sich für Herrenmagazine aus, Männer, wenn überhaupt, für das „Playgirl“.

Sie haben es erraten: Es ist ein Mann, der sich jetzt auszieht, und er tut es für seinesgleichen: Alexander Solti posiert in "Du & Ich, das schwule Magazin". Da er viele weibliche Fans hat, werden die wohl alle demnächst am Kiosk nach diesem Magazin fragen – und sich irgendwie merkwürdig angucken lassen, denn „Du & Ich“ liegt meist irgendwo ganz hinten – dort, wo die Kioskbesitzerin nicht hinlangen kann, ohne aufzustehen. Allein das könnte den Kauf zum Risiko machen – Kioskbesitzerinnen stehen überhaupt nicht gerne auf.

Gute Nachrichten verbreitete heute die Morgenpost über den Kaffee: Nicht nur Leber und Lunge sollen vom Kaffee profitieren, sondern auch die Liebe. Belanglos? Selbstverständlich. Es ist Sonntag, und da wollen Zeitungsleser unterhaltsame Informationen.

Er sagt, er sei der „Sache entwachsen“, doch ist dies genau so zweifelhaft, wie alles, was er sonst schrieb. Gemeint ist Isenberg, einer der Pioniere von Twoday. Einer, der gegen Windmühlenflügel kämpfte, was ihn bei allen Widersprüchen liebenswert machte.

Warum er scheiterte? Weil er nicht verstanden wurde. Er wollte ein sensibler Schöngeist sein, ein Mensch, der tiefere Einsichten hat, ein Kämpfer für die Gerechtigkeit auf der Welt, mindestens in Österreich, aber gelegentlich auch anderwärts.

Seine Beiträge schwankten stets zwischen Kampfgeist und Resignation. Er wollte das Gute, das Wichtige, das Edle unter seine Leser bringen, und schuf doch nur das das Belanglose, und dies durchzog sein Blog von Beitrag zu Beitrag.

In seinem letzten Beitrag zeigt sich denn auch, welchem Irrtum er zum Opfer verfiel: Er sei, so schrieb, er angewidert von dem, was aus Twoday geworden ist. Das kann, übersetzt in die Wirklichkeit, nur heißen: Er mag die Menschen nicht mehr, die hier schreiben, kann ihre Ansichten nicht mehr teilen und findet sich hier nicht mehr wieder.

Doch Twoday ist nichts als ein Blogbetreiber, keine Kirche, Partei oder weltanschauliche Einrichtung. Wer hier schreibt, kommt wegen der technischen Qualität des Mediums, nicht wegen einer wie auch immer gearteten Kommune.

So erfahren wir denn doch noch, warum Isenberg wirklich aufgehört hat: Ihn stört der Wandel in diesem Medium, das wir als Blogs bezeichnen. Man muss sich hier nicht wiederfinden. Man muss hier schreiben und dabei zuversichtlich in die Zukunft blicken. Das ist alles.

Ich danke David Ramirer für seine Kritik, die mich veranlasste, diesen Beitrag neu zu schreiben. Seinen Kommentar habe ich dennoch gelöscht.

Frauen sollen ja immer dieses merkwürdige Kribbeln bekommen, wenn es um Schuhe geht - und ich glaube nicht, dass sie es nur in den Händen bekommen, wenn sie den Kreditkartenbeleg unterschreiben.

Diese Schuhe sind nämlich teuer - der Rest der dort gezeigten Artikel ist es auch.

Es gibt Bloggerinnen und Blogger, auf die ich niemals von selbst stoßen würde. Wahrscheinlich, weil sie weit entfernt von meinen Themen hausen, in Universen, zu denen ich wenig Zugang habe. Doreen Fräßdorf ist eine solche Bloggerin. Die 22-jährige studiert in Marburg Germanistik Kunstgeschichte und betreibt einige Webseiten.

Der Zufall hat mich darauf gebracht, einmal nachzuschauen, nachdem mir ein Leser schrieb: „Ich hab mich heute gefragt, wieso sickgirl 500 Besucher am Tag hat. Kennt die so viel Leute? Schreibt sie über Dinge, die so viele interessieren? Oder ist das Voyeurismus? Oder was. Weißt du es"?

Natürlich wusste ich es nicht, aber inzwischen bin ich klüger.

Das Blog, von dem die Rede ist, ist zunächst sehr schön gestaltet: Man bekommt sofort den Eindruck, dass hier jemand am Werk ist, der etwas Gutes auch schön machen will. Bilder kommen einem entgegen: es ist offenbar die Bloggerin, die hier zu mir spricht, und ich beginne zu lesen.

Zunächst fange ich nicht viel damit an. Ich kenne viele Blogs, in denen Menschen tatsächlich oder vermeintlich ihr Innerstes nach außen kehren. Doch je mehr ich lese, umso mehr entstehen bei mir Bilder, die vorher nicht da waren. Ich erkenne, dass auch ich nach Jahren noch einmal meine Füße auf Gehwege setzte, die ich schon vor 40 Jahren betrat, als sie in meinem Kopf noch „Trottoir“ hießen. Ich fand mich wieder in dem Bestreben, keinesfalls mit den Massen zu gehen, zu fahren oder zu sein, sondern nur mit wenigen Menschen zusammen zu sein – aber mit ihnen das zu tun, was ich wirklich will.

Die sprechenden Texte sind es wohl, die viele Menschen auf das Blog ziehen. Sie werden unterstrichen mit Bildern der Bloggerin und der Umgebung, in der sie lebt – festgehalten in schönen Bildern. Man merkt sofort, dass hier nicht einfach die Digitalkamera hingehalten wurde, und alles – Fotos, grafische Gestaltung und Text – ergeben dann das Bild, das viele Besucher wohl vor Augen haben, wenn sie einmal wieder bei Doreen klingen. Sie selbst weiß nicht recht, weshalb sie so erfolgreich ist, ja sie prüft es nicht einmal nach. Sie will nur schreiben, schreiben und nochmals schreiben. Vielleicht, so sagt sie, liegt es daran, dass sie eine Frau ist – eine attraktive Frau, zudem.

Die Befindlichkeiten? Sie fängt damit nicht viel an, schreibt vielmehr entlang ihrer Träume, ihrer Erinnerungen, ihrer Gefühle, ihrer Ängste, und das tut sie in einer Weise, die ihren Besuchern nicht verschlossen bleibt.Doch sie tut es nur für sich – es interessiert sie nicht sehr, was andere über sie denken, so wie sie auch kaum andere Blogs liest.

Ich bemerke, dass diese Frau getrieben ist vom Schreiben, vom Nachdenken über sich und wieder vom Schreiben: Festhalten, niederschreiben, Geschichten daraus machen, veröffentlichen. Hat sie einen psychischen Gewinn daraus? Sie verneint, bedächtig: Nein, das glaube sie nicht.

Bei aller Offenheit sich selbst gegenüber hält sie Grenzen ein: Ihre Beziehungen, so sagt sie, gingen die Öffentlichkeit nichts an, und auch die Kontroversen nicht, die sie hier und da hat. Ich gewinne den Eindruck, dass es ihr um das innere Bild geht, das sie nach außen bringen will: so weit möglich, in Worten, und dort, wo es nicht mehr geht, in Bildern.

Nachdem ich Doreens Blog gelesen hatte und ein paar zusätzliche Informationen von ihr erhielt, die mir halfen, sie besser zu verstehen, habe sich meine Augen geweitet: Wer ehrlich zu seinen Gefühlen steht, kann durchaus ein Blog betreiben, in dem Gefühle sprechen. Doch es bedarf dazu einer Sprache, die Bilder übermitteln kann.

Fragt man mich heute, warum diese Webseite manchmal bis zu 500 Besucher täglich hat, so weiß ich es: Ehrlichkeit kommt an, ein guter Text ist schön zu lesen, und die Fotos sprechen dazu noch ihre eigene Sprache ... und vielleicht liegt es auch ein bisschen daran, dass Doreen eine Frau ist.

© 2005 by sehpferd press – jegliche Verwendung dieses Beitrags ist nur nach vorheriger, schriftlicher Genehmigung des Autors sehpferd gestattet.

Nutten machen sich immer gut bei der Hexenjagd auf Politiker, und bei dem gegenwärtigen Kesseltreibgen auf Bundesaußenminister Fischer ist sich die WELT am Sonntag nicht zu schade, zu titeln: „Mit diplomatischer Hilfe ins Berliner Bordell“. Selbst die Badische Zeitung schlug in dieselbe Kerbe und titelte „Über das Visum direkt ins Bordell?“, wobei man ihr zugute halten muss, im Text darüber aufzuklären, dass dem nicht so ist: Die Visa-Vergabe habe nicht zur Zwangsprostitution geführt, ja, nicht einmal zu mehr Schwarzarbeit.

Mag sein, dass der Bundesaußenminister gegenwärtig nicht gut aussieht in der so genannten Visa-Affäre, mag sein, dass er jetzt nur der zweitbeliebteste Politiker der Bundesrepublik ist: er hat die Hexenjagd, die von der rechten Parlamentsseite dickbackig herausposaunt wird, nicht verdient, und Meinungsmache wie "Beihilfe von Rot-Grün zu Menschenhandel, Zwangsprostitution, Schwarzarbeit“ kommt aus jener Schublade, die Politiker gemeinhin nur öffnen, wenn Wahlkampf ist.

Das ganze Visa-Gedöns ist in Wahrheit nichts wert – und zudem schon Schnee von gestern: Die Ausgabe von Visa ist 2004 unter das Niveau von 1998 gesunken. Die Union spekuliert auf die niedrigen Instinkte der Bürger und eine Presse, die sich nur allzu bereitwillig an dem Halali auf Fischer beteiligt.

Zudem bewirkt die Union mit ihrem Gerede nicht nur eine Destabilisierung der Regierung, sondern auch eine der deutschen Interessen. In der Situation, in der wir sind, gilt es, alle Kräfte darauf zu verwenden, unsere Wirtschaft wieder in Fahrt zu bringen – und jede Ablenkung davon schadet uns allen. Dazu allerdings braucht man kein Gezeter und Geseire, sondern Geist und Tatkraft. Die trauen die Deutschen Herrn Fischer allerdings immer noch zu, wenngleich er nicht mehr auf Platz 1 steht. Dort steht allerdings auch nicht Frau Merkel, die für viele Deutsche der Inbegriff der Unwählbarkeit ist, sondern der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff. Frau Merkel wird sich einmal fragen dürfen, warum.

Soziale Netze sind etwas Heikles. Ich kann mich dunkel erinnern, in den 70er Jahren über den Grundgedanken neuer sozialer Netze geschrieben zu haben. Damals wurde der Verfall der natürlichen Familien beklagt, und von mir wurden als alternative Wunsch- und Zweckfamilien propagiert. Menschen, die sich zusammenfinden, um neue soziale Netze zu knüpfen. Das Netzeknüpfen war damals sehr populär, und es entstand gar eine Bewegung, die man damals wohl als alternativ bezeichnet hätte, die ein komplettes „Netzwerk“ solcher Gruppierungen fördern wollte.

Wenn ich mich recht erinnere, gehörten neben Gesundheitsläden und Gesundheitsselbsthilfegruppen auch Handwerkergruppen und andere Kollektive dazu, eben alles, was sich so in den 70ern an Grüppchen bildete.

Diese Netze hatten alle ihren Sinn, sie dienten alle zu irgendetwas, brachten auch die eine oder andere Freundschaft hervor, und sicher auch manche Ehe – aber eben keine sozialen Netze. Letztlich scheiterte die ganze Idee daran, dass Menschen eben nicht nur einem einzigen Kreis angehören, sondern vielerlei Interessen haben, die durch die künstlichen Netze nicht abgedeckt wurden.

Seit wir das Internet haben, werden schneller virtuelle Orte gefunden, an denen Nachrichtenaustausch möglich ist. Ich kann in diesem Zusammenhang nicht von Kommunikation reden, weil in erheblichem Maße fragwürdig ist, den bloßen Austausch von geschriebenen Nachrichten bereits als Kommunikation zu bezeichnen.

Allerdings sind diese Kontakte noch oberflächlicher und kürzer als alle Kontakte auf regionalen Ebenen, bei denenn man weder einfach hereinschneien noch ohne weiteres einen Rückzieher machen konnte: Man übernahm so etwas wie Verantwortung, wenigstens auf Zeit. Im heutigen Web übernehmen nur noch sehr wenige Menschen Verantwortung – sie holen sich ab, was zu haben ist und steigen dann wieder aus. Das nenne ich konsumieren und nicht sozial vernetzen. Auch dieses Thema ist freilich nicht neu. Ich kenne es aus den siebziger Jahren auch, nur: Damals konnte man die Menschen noch zur Rede stellen, notfalls Überzeugungsarbeit an ihnen leisten.

Natürlich bietet das Internet die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen – dies wird seit langem praktiziert, und das Etikett „Blogger“ steht nicht auf diesen Seiten. Meist handelt es sich, im Gegenteil, um stark moderierte Seiten, auf denen in nicht unerheblichem Maße Werbung betrieben wird – in den Vereinigten Staaten von Nordamerika besonders für Teenager, Eltern und Menschen über 50. Hier paart sich also das Kontakt- mit dem Konsumbedürfnis zum Nutzen der Betreiber.

Blogs hingegen sind nichts mehr und nicht weniger als vage Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen, und die meisten dieser Kontakte sind mehr als unverbindlich – und zudem nicht selten fragwürdig. Nehmen wir das Beispiel der typischen Blogwehleiderin, von denen es mehrere Dutzend gibt: Eigentlich müsste sie sich aktiv verändern, tut es aber nicht, weil es so schön ist, ständig darin bestärkt zu werden, dies nicht zu tun und statt dessen täglich Trostsauße zu bekommen. Jeder, wie er will. Aber eine soziale Verantwortung erkenne ich daraus nicht.

Blogs sind keine sozialen Netze. Sie können der Ausgangspunkt von persönlichen Kontakten sein, aber das trifft für jede virtuelle und tatsächliche zufällige Begegnung zu. Ob sich diese Kontakte als hilfreich oder kontraproduktiv erweisen, das mag jeder selbst entscheiden. Sogar die Blogger selbst, und insbesondere die Bloggerinnen denken sehr unterschiedlich über Kontaktwünsche und Kontaktmöglichkeiten – dazu kann man mehr in Blogs lesen, als ich es hier jemals schreiben könnte.

Dieser Beitrag nimmt indirekt Bezug auf:

Martin Röll
Typo

Sowie meinen Beitrag hier.

Querdenker haben die Eigenschaft, sich nicht im populären Meinungsstrom treiben zu lassen. Ein angehender Journalist nennt in seinem Blog einige Punkte, die seiner Meinung nach anders behandelt werden müssen. Ich kann ihm nicht in allen Punkten zustimmen, werde aber einige hier aufgreifen.

Dass ich dies aufgreifen werde, konnten sie sich vielleicht denken:

„… dass Sex und Liebe „jederzeit und überall abrufbar“ sind, wie es die Medien und die Werbung uns glauben machen wollen, in Wahrheit aber das Thema ein gewaltiger Komplex ist“.

Auch hier maße ich mir Kompetenz an:

dass wir in einem Zeitalter der Kommunikation leben, aber nicht mehr wirklich miteinander reden.

Und die Zusammenfassung dessen, was „sozial“ ist, unterschreibe ich auch:

dass es sozial nicht gerecht ist, wenn (kleine Angestellte und Arbeiter unter teilweise) miserablen Arbeitsbedingungen, durch ihre Steuern, die akademische Ausbildung von Studenten ... (mitbezahlen), diese selber aber nicht ihren Teil zu beitragen wollen, und dass ... ein Vorschuljahr obligatorisch werden und der Kindergarten nichts kosten sollte.

 

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