Nun sammle ich schon seit Jahren Darstellungen, die angeblich erotisch sein sollen, aber doch wohl eher zur Erheiterung beitragen, und veröffentliche sie doch ganz selten – schon allein deswegen, weil ich mit diesen Bildern nicht zu den Originalseiten verlinken kann, die natürlich nicht mehr so lustig sind, sondern voll zur Sache gehen.
Aber da wir ja nun mal wissen, dass selbst Gemälde Stielaugen bekommen, wenn besonders große Brüste auftauchen, nun denn ... dann zeige ich eben das voyeuristische Bild, wie es auf die überdimensionale Frauenbrust hinabblickt.

Retouchiert nach einem Bild für Bangbros.
Aber da wir ja nun mal wissen, dass selbst Gemälde Stielaugen bekommen, wenn besonders große Brüste auftauchen, nun denn ... dann zeige ich eben das voyeuristische Bild, wie es auf die überdimensionale Frauenbrust hinabblickt.

Retouchiert nach einem Bild für Bangbros.
sehpferd - am Mittwoch, 11. Mai 2005, 21:57 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Falls Ihnen noch eine Lampe für das Schlafzimmer fehlt – nun, es gibt immer Möglichkeiten, etwas zu erwerben, was kein anderes Pärchen, keine andere Hetäre und kein anderes braves Mädchen hat. Sollten sie auf die Idee kommen, so etwas selbst zu basteln, nun ja ... wer sollte es verhindern?
Ich habe dies, im Übrigen, schon vor einigen Monaten bei einer Künstlerin in Budapest gesehen.

Location: Budapest, Millenium Park, August 2003
© 2005 by sehpferd
Ich habe dies, im Übrigen, schon vor einigen Monaten bei einer Künstlerin in Budapest gesehen.

Location: Budapest, Millenium Park, August 2003
© 2005 by sehpferd
sehpferd - am Mittwoch, 11. Mai 2005, 21:20 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wie ich gerade lese, muss es ein Riesenbrimborium um den so genannten Muttertag gegeben haben. Ich, für meinen Teil, habe mich diesem Tag komplett entzogen: Meine Mutter erinnert sich beim Muttertag ohnehin nur an den Affentanz, den die braunen Machthaber einst darum gemacht hatten.
Auch Miss Understood erinnerte sich an den Muttertag und beschenkte dazu die beste Mutter, die sie kennt: sich selbst.
Die ultimativen Antworten finden sie ohnehin dort, wo man immer die besten Antworten findet - hier.
Auch Miss Understood erinnerte sich an den Muttertag und beschenkte dazu die beste Mutter, die sie kennt: sich selbst.
Die ultimativen Antworten finden sie ohnehin dort, wo man immer die besten Antworten findet - hier.
sehpferd - am Mittwoch, 11. Mai 2005, 21:13 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Für alle diejenigen, die sich nicht Tag für Tag mit sich selbst beschäftigen wollen: Sehen sie, liebe Leserinnen und Leser, sie wissen wahrscheinlich, dass sie niemals langweilig werden, wenn sie hier interessante Literatur oder alternativ ein ereignisreiches Liebesleben hervorbringen. Diejenigen aber, die sich schon morgens mit der Katze zwecks Produktion möglichen Contents unterhalten (wozu Katzen selten freiwillig bereits sind) sollte doch in Erwägung ziehen, ein Stadtblog zu eröffnen.
Als ich in meine letzte deutsche Wohnung zog, beobachtete ich die kluge Art, mit der Katzen in meiner kleinen Stadt über die damals noch stark befahrene Basler Straße gingen. Ja, und – sagen sie mal, was machen eigentlich die Katzen in ihrer Stadt?
Bevor sie fragen: Es sind solche mit vier Beinen gemeint.
Als ich in meine letzte deutsche Wohnung zog, beobachtete ich die kluge Art, mit der Katzen in meiner kleinen Stadt über die damals noch stark befahrene Basler Straße gingen. Ja, und – sagen sie mal, was machen eigentlich die Katzen in ihrer Stadt?
Bevor sie fragen: Es sind solche mit vier Beinen gemeint.
sehpferd - am Mittwoch, 11. Mai 2005, 21:08 - Rubrik: europa stadt blogs
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Immer, wenn ich gerade über die Liebe schreiben will, also jene Liebe, bei der Schweiß und andere Körperflüssigkeiten eher eine Rolle spielen als sinnliches Verzehren und Liebesschwüre vermittels elektronischer Medien, also rundheraus, immer, wenn ich anfange davon zu schreiben, denke ich daran, dass die freie rede in Wort, Schrift und Bild dort ihre Begrenzung findet, wo das Schamgefühl des Volkes verletzt wird. Wenn ich richtig gelesen haben (und es auch verstanden, was noch schwieriger ist) hat Doloressa gerade eine Abmahnung ihres Blog-Hosters bekommen, wegen irgendetwas von Igittigitt und verfassungskonform oder so.
Ich wage deswegen nur, Ihnen zu verraten, dass sie sich möglicherweise einmal auf Fleshbot umtun sollten, wenn sie denn das Volljährigkeitsalter erreicht haben – und überhaupt – die Texte können die meisten von ihnen ohnehin nicht lesen – sie stehen dort auf Französisch. Das Pärchen hinter dem Blog offenbar auch.
Ich wage deswegen nur, Ihnen zu verraten, dass sie sich möglicherweise einmal auf Fleshbot umtun sollten, wenn sie denn das Volljährigkeitsalter erreicht haben – und überhaupt – die Texte können die meisten von ihnen ohnehin nicht lesen – sie stehen dort auf Französisch. Das Pärchen hinter dem Blog offenbar auch.
sehpferd - am Mittwoch, 11. Mai 2005, 21:01 - Rubrik: wundersames
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Playboy hat sein „Playmate of the Year 2005” gefunden – es ist nach Presseangaben Tiffany Fallon. Ich habe keine Ahnung, wie sie angezogen auszieht – aber zehntausende von Amerikanern wissen, wie sie ausgezogen aussieht – inzwischen weiß ich es auch.
Via Fleshbot
Via Fleshbot
sehpferd - am Mittwoch, 11. Mai 2005, 20:49 - Rubrik: wundersames
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Eine strippende 19-jährige Schülerin wurde in einem Sensationsbericht der norwegischen Nachrichtenseite „TV2 – Nettavisen“ für Furore gesorgt. „Nettavisen“ hatte einen Bericht über die „Russ“ als Aufhänger für einen Artikel genommen, in dem künstliche Entrüstung aufgebaut werden sollte – unter anderem durch einen Link auf das dabei aufgenommene Video.
Nun sind strippende 19-jährige noch so ziemlich das harmloseste, was bei den Russ-Feiern der norwegischen Schulabgänger passiert – sie bestehen im Wesentlichen aus einer tagelangen Sauforgie mit lauter Musik, in der man „alles dürfen darf“ und für schlechtes Benehmen in der Öffentlichkeit sogar noch mittels eines Punktekontos belohnt wird.
TV2 hat inzwischen eine Rüge des norwegischen Presserats bekommen.
Nun sind strippende 19-jährige noch so ziemlich das harmloseste, was bei den Russ-Feiern der norwegischen Schulabgänger passiert – sie bestehen im Wesentlichen aus einer tagelangen Sauforgie mit lauter Musik, in der man „alles dürfen darf“ und für schlechtes Benehmen in der Öffentlichkeit sogar noch mittels eines Punktekontos belohnt wird.
TV2 hat inzwischen eine Rüge des norwegischen Presserats bekommen.
sehpferd - am Mittwoch, 11. Mai 2005, 18:55 - Rubrik: wundersames
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Soeben bei Treehuggin’ Pussy gelesen, was die deutsche Blogger-Welt so vereint. Wenn ich die recht umfangreiche Zusammenfassung noch einmal zusammenfassen sollte, könnte ich sie in einen einzigen Satz bringen:
Deutschlands Blogs werden von selbstzufriedenen, überwiegend technisch orientierten Herren und in die eigene Rede verliebten Damen gestaltet, die sich selbst einerseits allesamt zu wichtig nehmen, die andererseits aber für die Zukunft der Informations- und Kommunikationsgestaltung in Deutschland absolut ohne Belang sind.
Deutschlands Blogs werden von selbstzufriedenen, überwiegend technisch orientierten Herren und in die eigene Rede verliebten Damen gestaltet, die sich selbst einerseits allesamt zu wichtig nehmen, die andererseits aber für die Zukunft der Informations- und Kommunikationsgestaltung in Deutschland absolut ohne Belang sind.
sehpferd - am Mittwoch, 11. Mai 2005, 18:48 - Rubrik: blog nachrichten
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Ein geflügeltes Wort, das in meiner Jugend sehr populär war, sagte, dass man den Kakao, durch den man gezogen würde, nicht auch noch trinken müsse. Daran wird heute der Autor einer PC-Welt-Pressemitteilung wohl rechnen müssen – denn die Weblogs haben ihn voll im Visier. Der Grund: PC Welt hat eine unsägliche Pressemitteilung verfasst. Statt zukünftigen Bloggern zu raten, was sie tun können und zu qualitativ hochgehenden, vielgelesenen Blogs zu kommen, wird ihnen ein langatmiger Vortrag darüber gehalten, was sie besser nicht tun sollten.
Obwohl im Kern zutrifft, was die PC-Welt schreibt, ist die Botschaft völlig demotivierend, und man muss sich ernsthaft fragen, was die Hobbyzeitschrift (nach Eigenangaben „meistverkauftes Computer-Monatsmagazin“ damit beabsichtigt.
Das Auffälligste an dieser Pressemitteilung ist allerdings, dass man sich seitens der PC-Welt-Redaktion offenbar für Fachleute hält: Zweimal ist von „den Computerexperten“ (sinnigerweise einmal mit und einmal ohne Bindestrich) die Rede. Da frage ich mich natürlich, was eigentlich diese Computerleute dazu befähigt, über Kommunikationsmedien zu schreiben.
Der Eimer mit dem Kakao, in dem sich die PC-Welt-Redaktion inzwischen baden kann, wurde freilich nicht wegen des Inhalts ausgekippt, sondern wegen einer Empfehlung: Die Bindestrich-Experten empfahlen nämlich 20six als Blog-Medium der Wahl, und wer bei einer solchen Empfehlung nicht genau begründet, warum, der muss wohl damit rechnen, mit Häme überschüttet zu werden. Nichts gegen 20six, aber es wäre doch immerhin interessant gewesen, wenn sich die Leute von PC-Welt auch anderwärts informiert hätten. Kosten, Nutzen und Leistung lassen sich eben nicht leichthändig mit ein paar Phrasen abtun.
Die einfältige Pressemitteilung wurde – natürlich ohne kritische Kommentierung – neben den üblichen Verdächtigen sogar vom Nachrichtenmagazin „Focus“ nachgedruckt.
Obwohl im Kern zutrifft, was die PC-Welt schreibt, ist die Botschaft völlig demotivierend, und man muss sich ernsthaft fragen, was die Hobbyzeitschrift (nach Eigenangaben „meistverkauftes Computer-Monatsmagazin“ damit beabsichtigt.
Das Auffälligste an dieser Pressemitteilung ist allerdings, dass man sich seitens der PC-Welt-Redaktion offenbar für Fachleute hält: Zweimal ist von „den Computerexperten“ (sinnigerweise einmal mit und einmal ohne Bindestrich) die Rede. Da frage ich mich natürlich, was eigentlich diese Computerleute dazu befähigt, über Kommunikationsmedien zu schreiben.
Der Eimer mit dem Kakao, in dem sich die PC-Welt-Redaktion inzwischen baden kann, wurde freilich nicht wegen des Inhalts ausgekippt, sondern wegen einer Empfehlung: Die Bindestrich-Experten empfahlen nämlich 20six als Blog-Medium der Wahl, und wer bei einer solchen Empfehlung nicht genau begründet, warum, der muss wohl damit rechnen, mit Häme überschüttet zu werden. Nichts gegen 20six, aber es wäre doch immerhin interessant gewesen, wenn sich die Leute von PC-Welt auch anderwärts informiert hätten. Kosten, Nutzen und Leistung lassen sich eben nicht leichthändig mit ein paar Phrasen abtun.
Die einfältige Pressemitteilung wurde – natürlich ohne kritische Kommentierung – neben den üblichen Verdächtigen sogar vom Nachrichtenmagazin „Focus“ nachgedruckt.
sehpferd - am Mittwoch, 11. Mai 2005, 18:46 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Bei Google News muss man manchmal zweimal hingucken, ob eine Nachrichte neu ist oder vom Vorjahr: Doch diese datiert klar vom 11. Mai Anno 2005 und verkündet die Neuheit, dass ein gewisser Don Alphonso, aka Rainer Meyer, und ein gewisser Kai Pahl ein Buch verfasst haben – mal nachgesehen: Erschienen im September 2004.
Immerhin wird Miss Understood sich freuen: Sie wird als einzige in dem Artikel der Frankfurter Rundschau verlinkt, wo es heißt: „Das Buch will die 15 interessantesten Blogs präsentieren. Wenn etwa unter missunderstood.twoday.net kontinuierlich die Missverständnisse und Differenzen zwischen Mann und Frau beschrieben werden, dann ist das nicht nur witzig, sondern reicht auch über den Tag hinaus.“
Wie man sieht, leben Blogs, Bücher hingegen nicht: Miss Understood beschreibt keinesfalls nur Missverständnisse und Differenzen zwischen Mann und Frau – hier zum Beispiel über ihren Muttertag - aber irgendetwas muss man ja zitieren. Zum Abschluss ist es noch einmal Herr Meyer: „Was genau die Menschen bei den Blogs suchen, weiß ich auch nicht". Wie gut, dass ich es weiß: Sie suchen nach Stichwörtern und hoffen, bei Blogs in weniger Fallen, Portale und Werbeseiten hineinzufallen als sonst bei Google-Suchen.
Immerhin wird Miss Understood sich freuen: Sie wird als einzige in dem Artikel der Frankfurter Rundschau verlinkt, wo es heißt: „Das Buch will die 15 interessantesten Blogs präsentieren. Wenn etwa unter missunderstood.twoday.net kontinuierlich die Missverständnisse und Differenzen zwischen Mann und Frau beschrieben werden, dann ist das nicht nur witzig, sondern reicht auch über den Tag hinaus.“
Wie man sieht, leben Blogs, Bücher hingegen nicht: Miss Understood beschreibt keinesfalls nur Missverständnisse und Differenzen zwischen Mann und Frau – hier zum Beispiel über ihren Muttertag - aber irgendetwas muss man ja zitieren. Zum Abschluss ist es noch einmal Herr Meyer: „Was genau die Menschen bei den Blogs suchen, weiß ich auch nicht". Wie gut, dass ich es weiß: Sie suchen nach Stichwörtern und hoffen, bei Blogs in weniger Fallen, Portale und Werbeseiten hineinzufallen als sonst bei Google-Suchen.
sehpferd - am Mittwoch, 11. Mai 2005, 12:52 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Die Idee, Online-Marketing "online" ins Internet zu bringen, klingt nicht gerade originell – doch der Schweizer Blogger Jörg Eugster glaubt an den Erfolg: „Die Beiträge müssen für die Leserschaft des Blog einen Nutzen darstellen“. Das hoffen wird doch zumindest, Herr Eugster. Freilich sollte dies für andere Blogs inzwischen auch gelten.
Gelesen hier das Blog dann hier.
Gelesen hier das Blog dann hier.
sehpferd - am Mittwoch, 11. Mai 2005, 12:48 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
In Berlin ist eine Menge Beton eingeweiht worden: Der Holocaust, so heißt es, entziehe sich der Beschreibung, also müsse auch das Denkmal unbeschreiblich sein. Wer es so sehen will, mag es tun, doch für die Anderen gibt es bereits genügend Gedenkstätten, die beeindruckender sind als die Betonklötze.
Glaubt denn irgendjemand wirklich, dass ein Jugendlicher, der irgendwo zwischen den Klötzen steht, einen Bezug findet zu einer Zeit, die er ohnehin nicht verstehen kann? An einer S-Bahn-Station aussteigen, zwischen die Klötze gehen, stehen bleiben, Bezug finden, Weg hinaus finden, zurück in die S-Bahn?
Alsdann, man hat Gedenken zum Vorzeigen – in der Hauptstadt. Ich würde mir inzwischen mehr Denkstätten in diesem Land wünschen und weniger Gedenkstätten – denn die Gefahren kommen nicht mehr aus der Vergangenheit, sondern liegen in einer oberflächlich-geschwätzigen Gegenwart.
Glaubt denn irgendjemand wirklich, dass ein Jugendlicher, der irgendwo zwischen den Klötzen steht, einen Bezug findet zu einer Zeit, die er ohnehin nicht verstehen kann? An einer S-Bahn-Station aussteigen, zwischen die Klötze gehen, stehen bleiben, Bezug finden, Weg hinaus finden, zurück in die S-Bahn?
Alsdann, man hat Gedenken zum Vorzeigen – in der Hauptstadt. Ich würde mir inzwischen mehr Denkstätten in diesem Land wünschen und weniger Gedenkstätten – denn die Gefahren kommen nicht mehr aus der Vergangenheit, sondern liegen in einer oberflächlich-geschwätzigen Gegenwart.
sehpferd - am Mittwoch, 11. Mai 2005, 09:12 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Langsam zieht der Abend herauf – Zeit, einmal nachzudenken: Seit 600 Tagen strapaziere ich nun meine Finger, um in ein komisches Viereck irgendwelche Texte hineinzubringen. Seit 600 Tagen löse ich Kontroversen und bisweilen Sympathien aus, und halte mich, wie immer auf Armlänge distanziert.
Menschen, trotz der Distanz auf Armlänge – ich möchte etwas mit euch tun. Möchte im Web Denkfabriken mitbegründen helfen und den Städtern ihre Stadtblogs schenken, will die Kräfte bündeln, wo ich kann und Synergien erzeugen, wo das Volk der Blogger etwas gemeinsam vorantreiben kann. Ich möchte virtuelle Salons sehen, in denen sich Menschen unterschiedlicher Richtungen zum Gespräch versammeln, und meinetwegen virtuelle Lusthäuser, in denen man sein intimes Geflüster teilt.
Indessen – ich sehe kaum etwas dergleichen. Mein Spiegel ist die Presse. Was dort über Blogs steht, ist höchst belanglos geworden – so belanglos, wie Blogs geworden sind. Doch ich will es nicht beim Klagelied belassen: Ideen müssen her, zündende Ideen, die endlich das Neue schaffen, von dem die Macher der Mini-Medien, Blogs genannt, immer geträumt haben.
Von den 600 Tagen, die ich bislang bloggte, war keiner wirklich verloren. Ich habe Profil und Richtung gewonnen, aber das reicht mir noch lange nicht. Wir müssen alle dazu beitragen, dass Blogs beachtet werden. Mag sein, dass sie, liebe Bloggerin, lieber Blogger, zufrieden sind, wenn ihre 10 Leserinnen oder Leser jeden Tag kommen. Ich bin es nicht. Wer etwas bewirken will, muss hunderte, besser tausende und noch besser zehntausende im Land erreichen. Das können wir nicht? Klar können wir das. Aber nicht, indem jeder von uns nachts sein Tütensüppchen kocht.
Vielleicht habe ich nicht Recht. Vielleicht mache ich auch noch nicht genügend Vorschläge. Vielleicht taugen meine bisherigen Ideen nicht viel.
Was meinen sie, liebe Leserin, lieber Leser?
Menschen, trotz der Distanz auf Armlänge – ich möchte etwas mit euch tun. Möchte im Web Denkfabriken mitbegründen helfen und den Städtern ihre Stadtblogs schenken, will die Kräfte bündeln, wo ich kann und Synergien erzeugen, wo das Volk der Blogger etwas gemeinsam vorantreiben kann. Ich möchte virtuelle Salons sehen, in denen sich Menschen unterschiedlicher Richtungen zum Gespräch versammeln, und meinetwegen virtuelle Lusthäuser, in denen man sein intimes Geflüster teilt.
Indessen – ich sehe kaum etwas dergleichen. Mein Spiegel ist die Presse. Was dort über Blogs steht, ist höchst belanglos geworden – so belanglos, wie Blogs geworden sind. Doch ich will es nicht beim Klagelied belassen: Ideen müssen her, zündende Ideen, die endlich das Neue schaffen, von dem die Macher der Mini-Medien, Blogs genannt, immer geträumt haben.
Von den 600 Tagen, die ich bislang bloggte, war keiner wirklich verloren. Ich habe Profil und Richtung gewonnen, aber das reicht mir noch lange nicht. Wir müssen alle dazu beitragen, dass Blogs beachtet werden. Mag sein, dass sie, liebe Bloggerin, lieber Blogger, zufrieden sind, wenn ihre 10 Leserinnen oder Leser jeden Tag kommen. Ich bin es nicht. Wer etwas bewirken will, muss hunderte, besser tausende und noch besser zehntausende im Land erreichen. Das können wir nicht? Klar können wir das. Aber nicht, indem jeder von uns nachts sein Tütensüppchen kocht.
Vielleicht habe ich nicht Recht. Vielleicht mache ich auch noch nicht genügend Vorschläge. Vielleicht taugen meine bisherigen Ideen nicht viel.
Was meinen sie, liebe Leserin, lieber Leser?
Ich erinnere mich durchaus noch an Zeiten, zu denen Studentinnen und Studenten protestierten, weil sie ein Anliegen hatten: endlich die braune Brühe aus dem Land herauszuquetschen und den menschlichen Überbleibseln der Gesinnungsbraunen das Fürchten zu lehren. Man war nicht sehr nett zueinander, aber wenigstens hat man etwas erreicht in jenen Zeiten – etwas, das politisch dringend nötig war.
Und heute? Da gehen sie auf die Straße, um gegen Studiengebühren zu protestieren – und sie machen dabei mit „Argumenten und Trillerpfeifen“ auf ihr so genanntes Anliegen aufmerksam. Da mag man selbst Angela Merkel Recht geben, die unserer pöbelnden akademischen Jugend attestierte, ein Produkt mangelnder Erziehung des Elternhauses zu sein – wobei ich selbstverständlich auch weiß, dass hinter der ganzen Kampagne diesmal nur ein paar selbstverliebte Scharfmacher stehen. Leute zum Beispiel, die behaupten, dass die Bürgersöhnchen und Bürgertöchterchen an den Universitäten „wieder“ unter sich sein wollten.
Tatsache ist freilich, dass Arbeiter und Handwerker bereits heute die Ausbildung der Bürgersöhnchen und Bürgertöchterchen bezahlen – mit ihrem Steuergeld. Niemand wird behaupten, dass diese Gelder derzeit genügend nutzbringend eingesetzt werden. Das war zwar noch nie anders, aber heute haben wir andere Zeiten – Zeiten, in denen sich eben auch Studentinnen und Studenten nach der Decke strecken müssen. Je eher sie es lernen, um so besser.
Also bitte, akademisch sich vorbereitende Menschen zwischen 18 und 25 – wäre es nicht gescheiter, euch mal für eure Zukunft einzusetzen, also für kostenfreie Kindergartenplätze, statt euch mit eurem Kampf gegen Studiengebühren der Lächerlichkeit Preis zu geben? Danke für die Aufmerksamkeit – und schmeißt eure Trillerpfeifen auf den Müll.
Und heute? Da gehen sie auf die Straße, um gegen Studiengebühren zu protestieren – und sie machen dabei mit „Argumenten und Trillerpfeifen“ auf ihr so genanntes Anliegen aufmerksam. Da mag man selbst Angela Merkel Recht geben, die unserer pöbelnden akademischen Jugend attestierte, ein Produkt mangelnder Erziehung des Elternhauses zu sein – wobei ich selbstverständlich auch weiß, dass hinter der ganzen Kampagne diesmal nur ein paar selbstverliebte Scharfmacher stehen. Leute zum Beispiel, die behaupten, dass die Bürgersöhnchen und Bürgertöchterchen an den Universitäten „wieder“ unter sich sein wollten.
Tatsache ist freilich, dass Arbeiter und Handwerker bereits heute die Ausbildung der Bürgersöhnchen und Bürgertöchterchen bezahlen – mit ihrem Steuergeld. Niemand wird behaupten, dass diese Gelder derzeit genügend nutzbringend eingesetzt werden. Das war zwar noch nie anders, aber heute haben wir andere Zeiten – Zeiten, in denen sich eben auch Studentinnen und Studenten nach der Decke strecken müssen. Je eher sie es lernen, um so besser.
Also bitte, akademisch sich vorbereitende Menschen zwischen 18 und 25 – wäre es nicht gescheiter, euch mal für eure Zukunft einzusetzen, also für kostenfreie Kindergartenplätze, statt euch mit eurem Kampf gegen Studiengebühren der Lächerlichkeit Preis zu geben? Danke für die Aufmerksamkeit – und schmeißt eure Trillerpfeifen auf den Müll.
sehpferd - am Dienstag, 10. Mai 2005, 21:35 - Rubrik: deutschland im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen


Für alle Architekturliebhaber(innen)
sehpferd - am Dienstag, 10. Mai 2005, 20:39 - Rubrik: mein europa
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
In Japan rollt eine neue Welle auf das Internet zu: Blogger, genauer gesagt Bloggerinnen, die gewagte Fotos von sich selbst in ihren Blogs veröffentlichen. Die Blogs heißen deshalb auch Erogs, und die Damen nennt man „Eroggers“.
Nun, in Deutschland oder Österreich dürften allein der Versuch zu einem Desaster führen, wie in der virtuellen Twoday-Gemeinschaft bereits zuvor lebhaft diskutiert.
Dennoch – die Idee ist eigentlich so schlecht nun auch wieder nicht: Grenzen genau abstecken, im Rahmen des eben noch Sittsamen bleiben, und dann vor allem kräftig abzocken.
Nun, in Deutschland oder Österreich dürften allein der Versuch zu einem Desaster führen, wie in der virtuellen Twoday-Gemeinschaft bereits zuvor lebhaft diskutiert.
Dennoch – die Idee ist eigentlich so schlecht nun auch wieder nicht: Grenzen genau abstecken, im Rahmen des eben noch Sittsamen bleiben, und dann vor allem kräftig abzocken.
sehpferd - am Dienstag, 10. Mai 2005, 19:52 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Gerade über die Blogomanie dies gelesen: Es gibt Blogs, Moblogs, Vlogs und sogar Kellogs.
sehpferd - am Dienstag, 10. Mai 2005, 19:37 - Rubrik: papierkorb nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Schwedinnen haben es nicht leicht – besonders die 16-jährige Anne nicht, die sich gegenüber der Tageszeitung „Dagens Nyheter“ empörte, dass sie sechs Mädchen gesehen habe, die sich in einer Bar nur mit G-String und T-Shirt zeigten – und dann habe man Wasser über eben diese T-Shirts gegossen.
Ich vermute, dass es einfach noch zu kalt für so etwas war. Aber es war „The Local“ immerhin eine Meldung wert – vielleicht ist den schwedischen Journalisten auch mal wieder der Stoff ausgegangen?
Ich vermute, dass es einfach noch zu kalt für so etwas war. Aber es war „The Local“ immerhin eine Meldung wert – vielleicht ist den schwedischen Journalisten auch mal wieder der Stoff ausgegangen?
sehpferd - am Dienstag, 10. Mai 2005, 19:22 - Rubrik: papierkorb nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Acht Männer und 16 Frauen wurden von der Stockholmer Polizei nach einer Schlägerei vor einem Stockholmer Nachtlokal festgenommen. Bei den Frauen handelte es sich um eine feministische Gruppe, die sich nach Polizeiangaben mit „Baseballschlägern und Schirmen“ bewaffnet hatten.
Ungefähr 30 der jungen Frauen hatten sich in zunächst angeblich friedlicher Absicht vor dem Nachtklub versammelt, wobei ihre Vorstellungen von „friedlich“ offenbar nicht mit der Einstellung des Personals und der Kunden des Nachtklubs übereinstimmten.
Die prügelnden Frauen bekannten sich zur feministischen Organisation „Feministas", deren Vorsitzende sich allerdings gegenüber der Presse von der militanten Aktion distanzierte.
Ungefähr 30 der jungen Frauen hatten sich in zunächst angeblich friedlicher Absicht vor dem Nachtklub versammelt, wobei ihre Vorstellungen von „friedlich“ offenbar nicht mit der Einstellung des Personals und der Kunden des Nachtklubs übereinstimmten.
Die prügelnden Frauen bekannten sich zur feministischen Organisation „Feministas", deren Vorsitzende sich allerdings gegenüber der Presse von der militanten Aktion distanzierte.
sehpferd - am Dienstag, 10. Mai 2005, 19:10 - Rubrik: zeit geschehen
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Bevor ich vergesse, Ihnen dies zu erzählen: es gibt BDSM wirklich, und es gibt ganz viele Leute, die es einfach tun – und wenn das so ist, gibt es natürlich auch Leute, die etwas dazu zu sagen haben: „Die Grundlage von BDSM ist das Rollenspiel“, stellt Dossie Easton für ABC News fest. Ei potz, so etwas hätten wir ohne die umfassenden Recherchen von ABC News natürlich nie erfahren. Vielleicht wäre die Meldung vor 10 Jahren sogar noch originell gewesen, wer weiß?
sehpferd - am Dienstag, 10. Mai 2005, 18:53 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Die Schauspielerin Bai Ling wird zwar nicht in der neuen Episode der „Star Wars“ zu sehen sein, dafür liegt sie aber auf irgendeinem schwarzen Zeug nackt im Playboy herum – in der Juni-Ausgabe, wie es heißt. Wissen will es das Sex and Fun-Weblog.
sehpferd - am Dienstag, 10. Mai 2005, 18:52 - Rubrik: wundersames
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Der Erfolg der Republik Irland beruht unter anderem darauf, zukunftsträchtige Industrien ins Land geholt zu haben: Softwareschmieden zum Beispiel. Doch das ist nicht das einzige: Man hat dort die Lehrpläne so verändert, dass die Ausbildung den Bedürfnissen der modernen Zeit entspricht – und die Softwareschmieden sich deswegen darauf verlassen können, keine total verbildeten Mägdelein und Knaben von der Schule zu beziehen - und natürlich nicht nur sie, sondern der Rest der Wirtschaft auch.
Wer dies in Deutschland auch nur ansatzweise vorschlagen würde, müsste mit Spott, Häme und Verachtung rechnen, und mit Sicherheit würde ihm unterstellt, dass er nun die Errungenschaften des Abendlandes auf die Müllkippe der Geschichte werfen wolle.
Möglicherweise gehört das Bildungsideal des Herrn Humboldt schon lange dort hin. Es könnte ja immerhin sein, dass es dort besser aufgehoben wäre als in der Schule. Vielleicht sollte von ihm nur eine Randnotiz in den Geschichtsbüchern bleiben:
"Im Jahre 2020 beschloss die Bundesregierung, die Länderhoheit in der Bildung und das bis dahin gültige Humboldtsche Bildungsideal auf die Müllkippe der Geschichte zu werfen. Es sollte aber noch fast 30 Jahre dauern, bis diese Maßnahmen im Jahre 2050 nach und nach Fuß fassten – Deutschland musste sich damals durch ein Tal der Tränen kämpfen, das nur mit dem Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg vergleichbar ist. Während manche Historiker den Politiker die Schuld geben wollen, weisen andere die Schuld an der Misere der Arroganz der deutschen Eliten, namentliche den Geisteswissenschaftlern und Schriftstellern zu“.
Nun ja, es ist ja noch heute. Vielleicht geht ja doch noch einmal ein Ruck durch die Riege der Arroganz.
Wer dies in Deutschland auch nur ansatzweise vorschlagen würde, müsste mit Spott, Häme und Verachtung rechnen, und mit Sicherheit würde ihm unterstellt, dass er nun die Errungenschaften des Abendlandes auf die Müllkippe der Geschichte werfen wolle.
Möglicherweise gehört das Bildungsideal des Herrn Humboldt schon lange dort hin. Es könnte ja immerhin sein, dass es dort besser aufgehoben wäre als in der Schule. Vielleicht sollte von ihm nur eine Randnotiz in den Geschichtsbüchern bleiben:
"Im Jahre 2020 beschloss die Bundesregierung, die Länderhoheit in der Bildung und das bis dahin gültige Humboldtsche Bildungsideal auf die Müllkippe der Geschichte zu werfen. Es sollte aber noch fast 30 Jahre dauern, bis diese Maßnahmen im Jahre 2050 nach und nach Fuß fassten – Deutschland musste sich damals durch ein Tal der Tränen kämpfen, das nur mit dem Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg vergleichbar ist. Während manche Historiker den Politiker die Schuld geben wollen, weisen andere die Schuld an der Misere der Arroganz der deutschen Eliten, namentliche den Geisteswissenschaftlern und Schriftstellern zu“.
Nun ja, es ist ja noch heute. Vielleicht geht ja doch noch einmal ein Ruck durch die Riege der Arroganz.
sehpferd - am Dienstag, 10. Mai 2005, 12:40 - Rubrik: deutschland im blick
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Seit ein paar Tagen bekomme ich Besuch von unendlich vielen Busen-Liebhabern. Bei näherem Erforschen meiner Seele möchte ich aber bitte doch bemerken würfen, dass mir Brüste beliebiger Größe ohne Silikon lieber sind, als Brüste beliebiger Größe mit Silikon.
sehpferd - am Montag, 9. Mai 2005, 22:59 - Rubrik: wundersames
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Immer, wenn ich aus Budapest wieder nach Deutschland komme, habe ich erst einmal den Schalter umzulegen: Die „Badische Zeitung“ weiß so viel unheimlich Wichtiges zu berichten, was mich, Pardon, liebe „Badische“, eigentlich schon gar nicht mehr wirklich interessiert: Meine Heimat ist nicht Baden, also kann das Folkloristische schon mal entfallen, und die Befindlichkeitskostüme und Deutschmäntel überlasse ich gerne jenen, die sie von Amts wegen tragen müssen.
Letzte Woche haben die beiden deutschen Zeitungen in Budapest die Wirtschaftsentwicklung Ungarns, insbesondere aber die der Hauptstadt analysiert. Obwohl beide von gleichen Zahlen ausgehen, ist das Glas bei der „Budapester Zeitung“ immer halb voll, während es beim „Pester Lloyd“ immer halb leer ist. An den Zahlen ändert das nichts: Investiert wird weiter, nur anders.
Erst am zweiten Abend krieche ich dann wieder unter den Google-Teppich, um vergessene Kondome, leichtfertige Damen und ein paar diagonale Liebesbeziehungen darunter hervorzukehren. Wie alle meine Leserinnen und Leser wissen, vermelde ich sie genüsslich, halte sie aber nicht unbedingt für wichtig. Was ich so sah? Nun, ein paar Seiten, zu denen ich keinesfalls verlinken darf, dann ein paar Fotografen, die ja verstehen, mit Staubpinseln umzugehen und so die Replikate der Replikate ihrer Replikate immer mal für „nagelneu“ ausgeben können, und – ach ja, das Frühjahr hakt noch ziemlich. Im Freien ist es noch zu kalt für die Liebe, und im Warenhaus traut man sich nun doch nicht, das Höschen auszuziehen – ansonsten fand ich die üblichen Liebespaare aber bereits in den üblichen Posen vor – jedenfalls in Ungarn. Es scheint, als würde man in Deutschland eher miteinander ins Bett gehen würde als sich stundenlang zu liebkosen, wie es Ungarn oder Italiener in der Jugend tun.
Ach ja: Habe nochmals „Rossini“ im Fernsehen gesehen – künstliche Dramatik, Blut, Leidenschaft – und letztlich doch nur zerplatzende Seifenblasen aufgeschäumter Illusionen – da lob ich mir ein ordentliches italienisches Essen – da weiß man, was man hat.
Ach, sie wollten eigentlich etwas anderes: Schweiß in Strömen, wippende Brüste, unegale Liebesakte und Spermaflecken auf dem Seidenteppich? Es kommt alles irgendwann einmal wieder. Aber zwischendurch: Bitte einmal tief einatmen, Herr Sehpferd – und die Tastatur einfach einmal von oben herab betrachten – und ihr sagen: du elendigliches Miststück, die du mich dauernd dazu verführst, dich intim zu streicheln.
Letzte Woche haben die beiden deutschen Zeitungen in Budapest die Wirtschaftsentwicklung Ungarns, insbesondere aber die der Hauptstadt analysiert. Obwohl beide von gleichen Zahlen ausgehen, ist das Glas bei der „Budapester Zeitung“ immer halb voll, während es beim „Pester Lloyd“ immer halb leer ist. An den Zahlen ändert das nichts: Investiert wird weiter, nur anders.
Erst am zweiten Abend krieche ich dann wieder unter den Google-Teppich, um vergessene Kondome, leichtfertige Damen und ein paar diagonale Liebesbeziehungen darunter hervorzukehren. Wie alle meine Leserinnen und Leser wissen, vermelde ich sie genüsslich, halte sie aber nicht unbedingt für wichtig. Was ich so sah? Nun, ein paar Seiten, zu denen ich keinesfalls verlinken darf, dann ein paar Fotografen, die ja verstehen, mit Staubpinseln umzugehen und so die Replikate der Replikate ihrer Replikate immer mal für „nagelneu“ ausgeben können, und – ach ja, das Frühjahr hakt noch ziemlich. Im Freien ist es noch zu kalt für die Liebe, und im Warenhaus traut man sich nun doch nicht, das Höschen auszuziehen – ansonsten fand ich die üblichen Liebespaare aber bereits in den üblichen Posen vor – jedenfalls in Ungarn. Es scheint, als würde man in Deutschland eher miteinander ins Bett gehen würde als sich stundenlang zu liebkosen, wie es Ungarn oder Italiener in der Jugend tun.
Ach ja: Habe nochmals „Rossini“ im Fernsehen gesehen – künstliche Dramatik, Blut, Leidenschaft – und letztlich doch nur zerplatzende Seifenblasen aufgeschäumter Illusionen – da lob ich mir ein ordentliches italienisches Essen – da weiß man, was man hat.
Ach, sie wollten eigentlich etwas anderes: Schweiß in Strömen, wippende Brüste, unegale Liebesakte und Spermaflecken auf dem Seidenteppich? Es kommt alles irgendwann einmal wieder. Aber zwischendurch: Bitte einmal tief einatmen, Herr Sehpferd – und die Tastatur einfach einmal von oben herab betrachten – und ihr sagen: du elendigliches Miststück, die du mich dauernd dazu verführst, dich intim zu streicheln.
sehpferd - am Montag, 9. Mai 2005, 22:39 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Über das Vermögen der X-Gate Gate Multimedia Broadcasting GmbH, deren Unternehmensgegenstand der Betrieb des Fernsehsenders TV6 ist, wurde mit Beschluss vom 29.03.2005 das Vergleichsverfahren (Österreichisch: der Ausgleich) eröffnet.
Der Sender, der einst durch freizügige Auftritte erotischer Pärchen Furore machte, hat damit das Geschäftsziel nicht erreicht: Nach Presseberichten sind 2,6 Millionen Euro Schulden aufgelaufen. Die Ursachen für das Ausgleichsverfahren wurden seitens des Senders mit Unterkapitalisierung und Umsatzschwächen angegeben.
Medienmacher waren allerdings von vornherein skeptisch über das Experiment: Der Sender, der aus einem Linzer Nachtklub heraus betrieben wurde, wechselte zu oft das Konzept und stand am Ende mit einem Abendprogramm da, das nur noch aus so genannten „Game-Shows“ bestand, während das Nachtprogramm über einen verschlüsselten Kanal empfangen werden sollte. Auf diesem Gebiet freilich ist die Konkurrenz groß – es tummeln sich bereits einige Franzosen und Italiener auf dem heiß umkämpften Markt.
Nach Informationen österreichischer Medien soll in jedem Fall versucht werden, den Sender zu halten. Wie weit dies möglich sein wird, dürfte vor allem daran liegen, ob man für TV6 ein neues Konzept vorlegen kann – die gegenwärtige Werbung, „mit deinem Anruf rettest du TV6“ dürfte dafür kaum der geeignete Weg sein.
Voriger Beitrag über TV6.

Der Sender, der einst durch freizügige Auftritte erotischer Pärchen Furore machte, hat damit das Geschäftsziel nicht erreicht: Nach Presseberichten sind 2,6 Millionen Euro Schulden aufgelaufen. Die Ursachen für das Ausgleichsverfahren wurden seitens des Senders mit Unterkapitalisierung und Umsatzschwächen angegeben.
Medienmacher waren allerdings von vornherein skeptisch über das Experiment: Der Sender, der aus einem Linzer Nachtklub heraus betrieben wurde, wechselte zu oft das Konzept und stand am Ende mit einem Abendprogramm da, das nur noch aus so genannten „Game-Shows“ bestand, während das Nachtprogramm über einen verschlüsselten Kanal empfangen werden sollte. Auf diesem Gebiet freilich ist die Konkurrenz groß – es tummeln sich bereits einige Franzosen und Italiener auf dem heiß umkämpften Markt.
Nach Informationen österreichischer Medien soll in jedem Fall versucht werden, den Sender zu halten. Wie weit dies möglich sein wird, dürfte vor allem daran liegen, ob man für TV6 ein neues Konzept vorlegen kann – die gegenwärtige Werbung, „mit deinem Anruf rettest du TV6“ dürfte dafür kaum der geeignete Weg sein.
Voriger Beitrag über TV6.

sehpferd - am Montag, 9. Mai 2005, 20:23 - Rubrik: wundersames
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Nachdem ich eine Weile im Ausland war, habe ich heute wieder Schockwellenreiter gelesen – und, offen gestanden, fand ich schon wieder extrem überflüssig, was der Mann schreibt – und vor allem, wen er angreift und warum. Zitat: „Opa Frank erzählt vom Krieg und will daher kein Blogger sein. Ist auch gut so, dann werden wir in Zukunft von solch elitär anmaßender Suada verschont“.
Da ist er, wie ich meine, auf dem Holzweg - und zwar auf einem ziemlich einsamen. Da ich sie, liebe Leserinnen und Leser, auf gar keinen Fall verschonen will, bitte schön ... ich finde derartige Artikel um ein Vielfaches unterhaltsamer als das dauernde Geschwätz über Programmiersprachen und Betriebssysteme. Auch „Boyz die Toyz“ brauchen, werden irgendwann einmal erwachsen und beginnen Sätze mit „obwohl“ zu bilden. Die Revoluzzerphasen sind nämlich endlich ... genau wie Blogs.
Da ist er, wie ich meine, auf dem Holzweg - und zwar auf einem ziemlich einsamen. Da ich sie, liebe Leserinnen und Leser, auf gar keinen Fall verschonen will, bitte schön ... ich finde derartige Artikel um ein Vielfaches unterhaltsamer als das dauernde Geschwätz über Programmiersprachen und Betriebssysteme. Auch „Boyz die Toyz“ brauchen, werden irgendwann einmal erwachsen und beginnen Sätze mit „obwohl“ zu bilden. Die Revoluzzerphasen sind nämlich endlich ... genau wie Blogs.
sehpferd - am Montag, 9. Mai 2005, 20:05 - Rubrik: blog nachrichten
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Der Name steht für deutsche Ingenieurkunst, Präzision und Qualität ebenso wie für Überheblichkeit, Verschlafenheit und Kultgläubigkeit.
Leica, die Liebliche, eigentlich aber eine Abkürzung für Leitz Camera . Erfunden von Oscar Barnack, einem Mitarbeiter, und einem jener Leute, die Trends voraussehen konnten: Warum nicht preiswerten Kinofilm, also 35-mm-Film, für eine Standkamera verwenden? Die Gegenargumente (und davon gab es reichlich) wischte er vom Tisch: Die Filme, so hieß es, seine viel zu grobkörnig. Doch Barnack und Leitz vertrauten auf die technisch Entwicklung: Die Leica, 1925 zuerst auf einer Messe gezeigt, wurde ein gigantischer Erfolg. Sie brachte die Fotografie sozusagen auf die Straße: Kein schweres Gerät mehr, keine klobigen Kameras.
Gut, dass damals die Pragmatiker Recht beheilten, denn die Ideologen sahen die Kleinbildkameras weiter scheel von der Seite an – noch bis weit in die 50er Jahre reichte die Diskussion, so lange, bis Ilford und Kodak Emulsionen herausbrachten, die auch bei starken Vergrößerungen kein erkennbares Korn mehr zeigten.
1954 gab es noch einmal einen großen Schritt nach vorn: Das Schraubgewinde der Leica wurde durch ein Bajonett abgelöst – und durch diese und andere Neuerungen blieb man dort, wo man hinwollte. Auf Platz eines im Qualitätsbewusstsein.
Doch dann verfiel man in einen langen Dornröschenschlaf. Leitz baute weiter gute Objektive und gute Leicas, doch die Benutzer wollten Spiegelreflexkameras und preiswertere Wechselobjektive. Die bekamen sie auch – von Canon, Nikon und Ashai – die deutsche Kameraindustrie erlebte einen nie da gewesenen Niedergang. Die Contaflex (West) versank ebenso in der Bedeutungslosigkeit wie die von der Ihagee Dresden hergestellte Exakta. Als man sich seitens Leitz 1965 entschloss, eine Leicaflex zu produzieren, waren viele Kunden, darunter so gut wie die gesamte Werbefotografie, bereits auf japanische Fabrikate umgestiegen.
Dennoch schaffte man es noch einmal, ging sogar an die Börse. Der Grund: Eine Leica zu haben ist für viele Amateure ein Prestigegewinn. Manche Leute kauften sie und schossen nicht ein einziges Foto damit – der Besitz bedeutete ihnen alles. Amateure, die vor allem viel fotografieren wollten, deckten sich hingegen schnell anderwärts ein: dort entwickelte man schneller und ging auf einen sich rasch wandelnden Markt flexibler ein.
Mit einer Revolution freilich hatte niemand gerechnet, und als sie kam, mussten auch die arrogantesten Manager einsehen, dass Beharren allein nicht reicht um den Markt zu halten: Die digitale Fotografie hat über die analoge gesiegt, und dies sowohl im professionellen wie auch im Amateurbereich. Die kleine, schicke Kamera heißt nicht mehr Leica, sonder Nikon, Canon oder Sony.
Nun haben sie kalte Füße, die Leute bei Leitz. Hoffen auf die Nischen, aber auch die haben längst andere besetzt, jedenfalls, wenn es darum geht, mit fotografischem Gerät auch wirklich Bilder zu schießen. Der Markt für Leute, die sich eine Leica in die Vitrine stellen, ist hingegen nicht unendlich.
Gelesen unter anderem im Handelsblatt.
Leica, die Liebliche, eigentlich aber eine Abkürzung für Leitz Camera . Erfunden von Oscar Barnack, einem Mitarbeiter, und einem jener Leute, die Trends voraussehen konnten: Warum nicht preiswerten Kinofilm, also 35-mm-Film, für eine Standkamera verwenden? Die Gegenargumente (und davon gab es reichlich) wischte er vom Tisch: Die Filme, so hieß es, seine viel zu grobkörnig. Doch Barnack und Leitz vertrauten auf die technisch Entwicklung: Die Leica, 1925 zuerst auf einer Messe gezeigt, wurde ein gigantischer Erfolg. Sie brachte die Fotografie sozusagen auf die Straße: Kein schweres Gerät mehr, keine klobigen Kameras.
Gut, dass damals die Pragmatiker Recht beheilten, denn die Ideologen sahen die Kleinbildkameras weiter scheel von der Seite an – noch bis weit in die 50er Jahre reichte die Diskussion, so lange, bis Ilford und Kodak Emulsionen herausbrachten, die auch bei starken Vergrößerungen kein erkennbares Korn mehr zeigten.
1954 gab es noch einmal einen großen Schritt nach vorn: Das Schraubgewinde der Leica wurde durch ein Bajonett abgelöst – und durch diese und andere Neuerungen blieb man dort, wo man hinwollte. Auf Platz eines im Qualitätsbewusstsein.
Doch dann verfiel man in einen langen Dornröschenschlaf. Leitz baute weiter gute Objektive und gute Leicas, doch die Benutzer wollten Spiegelreflexkameras und preiswertere Wechselobjektive. Die bekamen sie auch – von Canon, Nikon und Ashai – die deutsche Kameraindustrie erlebte einen nie da gewesenen Niedergang. Die Contaflex (West) versank ebenso in der Bedeutungslosigkeit wie die von der Ihagee Dresden hergestellte Exakta. Als man sich seitens Leitz 1965 entschloss, eine Leicaflex zu produzieren, waren viele Kunden, darunter so gut wie die gesamte Werbefotografie, bereits auf japanische Fabrikate umgestiegen.
Dennoch schaffte man es noch einmal, ging sogar an die Börse. Der Grund: Eine Leica zu haben ist für viele Amateure ein Prestigegewinn. Manche Leute kauften sie und schossen nicht ein einziges Foto damit – der Besitz bedeutete ihnen alles. Amateure, die vor allem viel fotografieren wollten, deckten sich hingegen schnell anderwärts ein: dort entwickelte man schneller und ging auf einen sich rasch wandelnden Markt flexibler ein.
Mit einer Revolution freilich hatte niemand gerechnet, und als sie kam, mussten auch die arrogantesten Manager einsehen, dass Beharren allein nicht reicht um den Markt zu halten: Die digitale Fotografie hat über die analoge gesiegt, und dies sowohl im professionellen wie auch im Amateurbereich. Die kleine, schicke Kamera heißt nicht mehr Leica, sonder Nikon, Canon oder Sony.
Nun haben sie kalte Füße, die Leute bei Leitz. Hoffen auf die Nischen, aber auch die haben längst andere besetzt, jedenfalls, wenn es darum geht, mit fotografischem Gerät auch wirklich Bilder zu schießen. Der Markt für Leute, die sich eine Leica in die Vitrine stellen, ist hingegen nicht unendlich.
Gelesen unter anderem im Handelsblatt.
sehpferd - am Montag, 9. Mai 2005, 19:12 - Rubrik: deutschland im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Während Millionen von Internetbenutzern Wikipedia nicht nur als eine verlässliche Quelle, sondern als die beim weitem verlässlichste, aergiebigste und dabei noch aktuellste Quelle des gesammelten Menschheitswissens ansehen, behauptet ein kürzlich lancierter Pressetext das Gegenteil, ohne freilich Begründungen dafür zu geben.
Der im Internet weit verbreitetet Text nimmt Bezug auf eine Information des Redaktionsbüros Diehl, das eine Webseite mit dem Namen „Bildungsklick.de“ betreibt. In einem ausgesprochen polemischen Beitrag, der ebenfalls als Pressemitteilung lanciert wurde, wird „Wikipedia“ aufgrund der offenen Struktur diffamiert. Wörtlich heißt es im Pressetext: „Denn tatsächlich ist Wikipedia kein im herkömmlichen Sinn verlässliches Lexikon, sondern eine 'freie' Enzyklopädie, nämlich ein Vorschlagewerk.“ An anderer Stelle wird an der Rechtschreibequalität herumgenörgelt: „Auch ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten, dass die Beiträge in Einklang mit den gängigen Regeln des richtigen Schreibens und Interpunktierens gebracht werden.“
Welche Absicht mit der Pressemitteilung verfolgt wird, ist weitgehend unklar – und lässt gerade wegen dieser Unklarheiten diverse Möglichkeiten der Spekulation offen.
Völlig unverständlich ist jedoch, warum ausgerechnet die Tele-Akademie der Fachhochschule Furtwangen den Pressetext verwendet, um für ein eigenes „Online-Workshop für Blogger und Wikis“ zu werben, wie man sich denn überhaupt fragt, welcher Sinnzusammenhang zwischen dem Artikel des Redaktionsbüros Diehl und der Pressemitteilung der Fachhochschule Furtwangen besteht.
Inzwischen hat auch die Online-Gazette "Computerwelt" auf den Artikel Bezug genommen - kritiklos und unkommentiert. Da könnte man sich noch fragen, was derartige Medien eigentlich wert sind.
Der im Internet weit verbreitetet Text nimmt Bezug auf eine Information des Redaktionsbüros Diehl, das eine Webseite mit dem Namen „Bildungsklick.de“ betreibt. In einem ausgesprochen polemischen Beitrag, der ebenfalls als Pressemitteilung lanciert wurde, wird „Wikipedia“ aufgrund der offenen Struktur diffamiert. Wörtlich heißt es im Pressetext: „Denn tatsächlich ist Wikipedia kein im herkömmlichen Sinn verlässliches Lexikon, sondern eine 'freie' Enzyklopädie, nämlich ein Vorschlagewerk.“ An anderer Stelle wird an der Rechtschreibequalität herumgenörgelt: „Auch ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten, dass die Beiträge in Einklang mit den gängigen Regeln des richtigen Schreibens und Interpunktierens gebracht werden.“
Welche Absicht mit der Pressemitteilung verfolgt wird, ist weitgehend unklar – und lässt gerade wegen dieser Unklarheiten diverse Möglichkeiten der Spekulation offen.
Völlig unverständlich ist jedoch, warum ausgerechnet die Tele-Akademie der Fachhochschule Furtwangen den Pressetext verwendet, um für ein eigenes „Online-Workshop für Blogger und Wikis“ zu werben, wie man sich denn überhaupt fragt, welcher Sinnzusammenhang zwischen dem Artikel des Redaktionsbüros Diehl und der Pressemitteilung der Fachhochschule Furtwangen besteht.
Inzwischen hat auch die Online-Gazette "Computerwelt" auf den Artikel Bezug genommen - kritiklos und unkommentiert. Da könnte man sich noch fragen, was derartige Medien eigentlich wert sind.
sehpferd - am Montag, 9. Mai 2005, 19:10 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Als „bedeutsam, noch über den Tag hinaus“, wollte man uns den durch die Zeit-Veröffentlichung mit Goldbronze überzogenen Artikel des Günter Grass verkaufen, der sich angeblich mit dem „Kapitalismus“ auseinander setzte. Doch erstens wird der Dichter alt, sodass es ihm schwer fällt, Neues zu sagen, und zweitens ist die Analyse nicht eben seine starke Seite – und so blieb es denn bei dem, was vielmals gesagt war, dem, was als Fehler der Republik längst erkannt war und dem, was seit Jahrzehnten auf der Hand lag.
Was Grass sagte, ist nichts Großes – es ist etwas ausgesprochen Überflüssiges. Hohle Sätze bleiben hohle Sätze, und sie werden nicht unbedingt dadurch besser, dass sie aus der Dichterfeder kommen. Zudem will der Dichter, wie fast alle seine Genossinnen und Genossen der Edelschreibkunst, nicht wahrhaben, dass dieses Deutschland nicht mehr das Deutschland ist, das Grass kennt – und möglicherweise liebt. Grass ist auf eine eigenartige, höchst antiquierte Art nationalistisch. Er denkt, wenn man so viel, deutsch zentriert, glaubt immer noch, dass wir hier, in diesem Land, unser eigen Süppchen kochen sollten.
So, wie sein Fazit, hört sich alles an, was Gras sagt - ganz offenbar überhaupt alles, was Grass noch zu sagen hat: „Als selbstbewusste Demokraten sollten wir der Macht des Kapitals, für die der Mensch nur produzierendes und konsumierendes Material ist, souverän widerstehen. Wer die geschenkte Freiheit gleich einem Börsengewinn verrechnet, hat nicht begriffen, was uns Jahr nach Jahr der 8. Mai lehrt.“
Ach, Herr Grass, der 8. Mai lehrt uns so viel – aber bestimmt nicht, dass wir der „Macht des Kapitals souverän widerstehen“ – und so einfältige Vergleiche, lieber Herr Grass, wie den, dass wie die „geschenkte Freiheit“ mit dem „Börsengewinn“ verrechnen würden, sollten sie uns doch lieber nicht antun. Wir können, mit Verlaub, selber denken.
Was Grass sagte, ist nichts Großes – es ist etwas ausgesprochen Überflüssiges. Hohle Sätze bleiben hohle Sätze, und sie werden nicht unbedingt dadurch besser, dass sie aus der Dichterfeder kommen. Zudem will der Dichter, wie fast alle seine Genossinnen und Genossen der Edelschreibkunst, nicht wahrhaben, dass dieses Deutschland nicht mehr das Deutschland ist, das Grass kennt – und möglicherweise liebt. Grass ist auf eine eigenartige, höchst antiquierte Art nationalistisch. Er denkt, wenn man so viel, deutsch zentriert, glaubt immer noch, dass wir hier, in diesem Land, unser eigen Süppchen kochen sollten.
So, wie sein Fazit, hört sich alles an, was Gras sagt - ganz offenbar überhaupt alles, was Grass noch zu sagen hat: „Als selbstbewusste Demokraten sollten wir der Macht des Kapitals, für die der Mensch nur produzierendes und konsumierendes Material ist, souverän widerstehen. Wer die geschenkte Freiheit gleich einem Börsengewinn verrechnet, hat nicht begriffen, was uns Jahr nach Jahr der 8. Mai lehrt.“
Ach, Herr Grass, der 8. Mai lehrt uns so viel – aber bestimmt nicht, dass wir der „Macht des Kapitals souverän widerstehen“ – und so einfältige Vergleiche, lieber Herr Grass, wie den, dass wie die „geschenkte Freiheit“ mit dem „Börsengewinn“ verrechnen würden, sollten sie uns doch lieber nicht antun. Wir können, mit Verlaub, selber denken.
sehpferd - am Montag, 9. Mai 2005, 19:01 - Rubrik: deutschland im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – fast immer sonntags
Hier in Budapest benutze ich immer noch eine Modemverbindung – und dadurch kann ich nur sehr wenig veröffentlichen, vor allem so gut wie keine Bilder. Wie vorausgesehen, wurde der Spargel hier am Wochenende noch einmal teurer und stieg auf bis zu 2,80 Euro, dann allerdings in beachtlicher Qualität – gleichmäßige Stangen, frische Ernte. Spargel essen habe ich erst als über 35-jähriger so richtig genossen. Vorher verfolgte mich immer noch der verinnerlichte Geschmack der bitteren, glibbrigen Stangen früherer Jahre – und natürlich war es eine Dame, der ich die Geschmackswende zu verdanken hatte.
Bei solchen Gelegenheiten denke ich immer darüber nach, wie viel sich in den Jahren verändert hat, in wie vielen Städten und Ortschaften ich schon gelebt habe, wie viele Berufe ich schon ausübte und natürlich mit wem ich schon in guten wie in bösen Beziehungen gelebt und geliebt habe – und dann muss ich immer ein wenig lächeln, wenn gerade wieder jemand lauthals und wichtig eine neue Erkenntnis ausposaunt – irgendetwas erkennt man doch stetes wieder, nur die Formulierungen ändern sich von Zeit zu Zeit.
Der Abstand von Deutschland tut mir gut – aus der Ferne sieht es aus wie ein Land, das sich darin gefällt, wochen- oder gar monatelang auf Themen herumzureiten, die sich eigentlich gar nicht als Themen eignen, doch bin ich schon morgen wieder drin – in Deutschland, in den Themen, eingewickelte in die Folie, Deutscher zu sein – und dann wenigstens dem gröbsten Unsinn widersprechen zu müssen. Wobei ich zu meiner Schande gestehen muss: wenn ich anderwärts in Europa bin als an meiner Wirkstätte, bleib der Feedreader in der Schublade, und ich lese nicht mal mehr mich selbst, geschweige denn den Schockwellenreiter oder sonst wen.
Eigentlich will ich nichts als Europas Stadt Blog zum Erfolg verhelfen, vielleicht noch eine Seite für Querdenker erfinden, die „Denkwerkstatt“ wiederbeleben und sonstige Anstöße zu geben. Auch das wäre vielleicht noch ein Job: Blogmoderator.
Was Blogs betrifft –es ist still geworden um die Blogs, vor allem, weil die Kluft zwischen Presse und Blogs in Deutschland wahrlich eine unüberwindbare Wildnis geworden zu sein scheint. Auch auf diesem Gebiet kann, soll und muss sich vielleicht etwas ändern. Auch hier will ich noch einmal nachfassen: Schließlich hatte ich einst in Stuttgart einmal einen viel beachteten Pressedienst für eine Nischen-Sozialeinrichtung.
So genannte „Erfolge“ in Blogs sind ohnehin schwer auszumachen. Ich habe einen Artikel über die falsche Reue einer Sängerin im Netz, der so gut wie nie gesucht wird und dennoch sensationelle Zugriffszahlen bekommt – vermutlich von Spammern – mein zweiter Einzelartikel mit über 10.000 Zugriffen. Und das so genannte „Rating“ bei Google? Die „Hommingberger Gepardenforelle“ mag ja sehr wichtig sein, aber ich frage mich doch schon eher, warum mein Artikel über eine etwas fragwürdige Befragung nun bei Google so oft geklickt wird: Offenbar ist „anal“ bei den nach erotischen Alternativen lechzenden Frauen und Männern so beliebt, dass sie begierig selbst den simpelsten Beitrag zum Thema verschlingen. In besagten Artikel wurde eigentlich nur die Frage gestellt, ob sich denn die ermittelten und in Prozentzahlen ausgedrückten Wünsche der Männer nach analen Vergnügungen nun auf die aktive oder die passive Variante beziehen würden. Wahrscheinlich bricht für einen Teil der Menschheit die Welt zusammen, wenn ich nun noch schreibe, dass ich mich bei der passiven Variante nicht einmal auf homosexuelle Männer beziehe – Prostatastimulation heißt das Thema, das viele Männer und inzwischen deshalb auch manche Frauen beschäftigt. Falls sie Mann sind, über 40 und nicht wissen, wo die Prostata sitzt: Es wird jetzt eigentlich mal Zeit, sie untersuchen zu lassen – ganz unerotisch.
Hier in Budapest benutze ich immer noch eine Modemverbindung – und dadurch kann ich nur sehr wenig veröffentlichen, vor allem so gut wie keine Bilder. Wie vorausgesehen, wurde der Spargel hier am Wochenende noch einmal teurer und stieg auf bis zu 2,80 Euro, dann allerdings in beachtlicher Qualität – gleichmäßige Stangen, frische Ernte. Spargel essen habe ich erst als über 35-jähriger so richtig genossen. Vorher verfolgte mich immer noch der verinnerlichte Geschmack der bitteren, glibbrigen Stangen früherer Jahre – und natürlich war es eine Dame, der ich die Geschmackswende zu verdanken hatte.
Bei solchen Gelegenheiten denke ich immer darüber nach, wie viel sich in den Jahren verändert hat, in wie vielen Städten und Ortschaften ich schon gelebt habe, wie viele Berufe ich schon ausübte und natürlich mit wem ich schon in guten wie in bösen Beziehungen gelebt und geliebt habe – und dann muss ich immer ein wenig lächeln, wenn gerade wieder jemand lauthals und wichtig eine neue Erkenntnis ausposaunt – irgendetwas erkennt man doch stetes wieder, nur die Formulierungen ändern sich von Zeit zu Zeit.
Der Abstand von Deutschland tut mir gut – aus der Ferne sieht es aus wie ein Land, das sich darin gefällt, wochen- oder gar monatelang auf Themen herumzureiten, die sich eigentlich gar nicht als Themen eignen, doch bin ich schon morgen wieder drin – in Deutschland, in den Themen, eingewickelte in die Folie, Deutscher zu sein – und dann wenigstens dem gröbsten Unsinn widersprechen zu müssen. Wobei ich zu meiner Schande gestehen muss: wenn ich anderwärts in Europa bin als an meiner Wirkstätte, bleib der Feedreader in der Schublade, und ich lese nicht mal mehr mich selbst, geschweige denn den Schockwellenreiter oder sonst wen.
Eigentlich will ich nichts als Europas Stadt Blog zum Erfolg verhelfen, vielleicht noch eine Seite für Querdenker erfinden, die „Denkwerkstatt“ wiederbeleben und sonstige Anstöße zu geben. Auch das wäre vielleicht noch ein Job: Blogmoderator.
Was Blogs betrifft –es ist still geworden um die Blogs, vor allem, weil die Kluft zwischen Presse und Blogs in Deutschland wahrlich eine unüberwindbare Wildnis geworden zu sein scheint. Auch auf diesem Gebiet kann, soll und muss sich vielleicht etwas ändern. Auch hier will ich noch einmal nachfassen: Schließlich hatte ich einst in Stuttgart einmal einen viel beachteten Pressedienst für eine Nischen-Sozialeinrichtung.
So genannte „Erfolge“ in Blogs sind ohnehin schwer auszumachen. Ich habe einen Artikel über die falsche Reue einer Sängerin im Netz, der so gut wie nie gesucht wird und dennoch sensationelle Zugriffszahlen bekommt – vermutlich von Spammern – mein zweiter Einzelartikel mit über 10.000 Zugriffen. Und das so genannte „Rating“ bei Google? Die „Hommingberger Gepardenforelle“ mag ja sehr wichtig sein, aber ich frage mich doch schon eher, warum mein Artikel über eine etwas fragwürdige Befragung nun bei Google so oft geklickt wird: Offenbar ist „anal“ bei den nach erotischen Alternativen lechzenden Frauen und Männern so beliebt, dass sie begierig selbst den simpelsten Beitrag zum Thema verschlingen. In besagten Artikel wurde eigentlich nur die Frage gestellt, ob sich denn die ermittelten und in Prozentzahlen ausgedrückten Wünsche der Männer nach analen Vergnügungen nun auf die aktive oder die passive Variante beziehen würden. Wahrscheinlich bricht für einen Teil der Menschheit die Welt zusammen, wenn ich nun noch schreibe, dass ich mich bei der passiven Variante nicht einmal auf homosexuelle Männer beziehe – Prostatastimulation heißt das Thema, das viele Männer und inzwischen deshalb auch manche Frauen beschäftigt. Falls sie Mann sind, über 40 und nicht wissen, wo die Prostata sitzt: Es wird jetzt eigentlich mal Zeit, sie untersuchen zu lassen – ganz unerotisch.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Diese Geschichte muss ich Ihnen unbedingt erzählen. Sie beginnt mit einem Leserbrief. Meine Leserinnen und Leser werden sicher schon bemerkt haben, was ich von notorischen Leserbriefschreiberinnen und -schreibern halte, aber nun ja. Diejenigen, die qualifiziert schreiben, sollen ja wenigstens zu Ehren kommen und gedruckt werden.
Nun wird überall gemunkelt, der Spargel sei in diesem Jahr viel zu teuer. Wie kann, so fragt eine Dame ihre Zeitung, der Spargel bitte so teuer sein? Vor allem, wo er doch von Osteuropäern geerntet wird?
Tja, schwierige Frage. Erstens vielleicht, weil die Witterung nicht optimal für den Spargel war und sich die Saison deshalb ein wenig verschob. Zweitens, weil den Preis für den Spargel vom Markt reguliert wird, er also durch Angebot und Nachfrage entsteht.
Nun muss man freilich wissen, dass Wirtschaftskunde an deutschen Schulen nicht durchgehend unterrichtet wird, und je höher die Schulbildung, um so weniger praktisches Wissen – und eben unter anderem auch Wirtschaftswissen – bekommen die Schülerinnen und Schüler mit auf den Lebensweg.
Doch immerhin, die Dame hat eine Lösung – der Spargel solle nämlich, so die Schreiberin, ruhig so viel Geld kosten – aber eben nur dann, wenn er von deutschen Arbeitslosen geerntet würde, die damit wieder in Brot und Arbeit kämen, wenn er denn aber von diesen Osteuropäern geerntet würde, dann bitte solle er doch so viel kosten wie in Osteuropa.
Tja, liebe Mitmenschen, damit sie wissen, was der Spargel gerade im Moment in Budapest, Ungarn, auf dem Wochenmarkt beim Moskauer Platz kostet, lege ich mal ein Bild bei: 480 Forint, über den Daumen gepeilt 2 Euro – für die „erste Sorte“. Die ist allerdings nicht mit dem vergleichbar, was daheim bei Ihnen als „erste Sorte“ verkauft wird – hier besteht die erste Sorte immer noch aus Spargelstangen unterschiedlicher Länge und Dicke. Erwähnen will ich auch noch, dass nicht alle Schnittflächen nach tagesfrischem Spargelstich aussahen, dass ein ganz gewöhnlicher Donnerstag war (samstags steigen die Preise), dass die Qualität, die hier nur noch als „Spargelbruch“ oder „Gemüsespargel“ verkäuflich ist, stolze 1,60 Euro kostete und dass hier in Budapest inzwischen Spargelhochsaison ist.
Wobei ich noch nicht erwähnt habe, dass hier auch das Land zu osteuropäischen Preisen gehandelt wird, der Landwirt ein osteuropäisches Einkommen hat und die Spargelverkäuferinnen und Verkäufe auch osteuropäische Löhne bekommen. Noch Fragen in Deutschland?
Für Erdbeeren (einheimische) hat die Saison hier gerade begonnen. Ca. 6,00 Euro das Kilogramm habe ich soeben bezahlt. Hätten sie jetzt vielleicht Fragen?
(aus Budapest)

Nun wird überall gemunkelt, der Spargel sei in diesem Jahr viel zu teuer. Wie kann, so fragt eine Dame ihre Zeitung, der Spargel bitte so teuer sein? Vor allem, wo er doch von Osteuropäern geerntet wird?
Tja, schwierige Frage. Erstens vielleicht, weil die Witterung nicht optimal für den Spargel war und sich die Saison deshalb ein wenig verschob. Zweitens, weil den Preis für den Spargel vom Markt reguliert wird, er also durch Angebot und Nachfrage entsteht.
Nun muss man freilich wissen, dass Wirtschaftskunde an deutschen Schulen nicht durchgehend unterrichtet wird, und je höher die Schulbildung, um so weniger praktisches Wissen – und eben unter anderem auch Wirtschaftswissen – bekommen die Schülerinnen und Schüler mit auf den Lebensweg.
Doch immerhin, die Dame hat eine Lösung – der Spargel solle nämlich, so die Schreiberin, ruhig so viel Geld kosten – aber eben nur dann, wenn er von deutschen Arbeitslosen geerntet würde, die damit wieder in Brot und Arbeit kämen, wenn er denn aber von diesen Osteuropäern geerntet würde, dann bitte solle er doch so viel kosten wie in Osteuropa.
Tja, liebe Mitmenschen, damit sie wissen, was der Spargel gerade im Moment in Budapest, Ungarn, auf dem Wochenmarkt beim Moskauer Platz kostet, lege ich mal ein Bild bei: 480 Forint, über den Daumen gepeilt 2 Euro – für die „erste Sorte“. Die ist allerdings nicht mit dem vergleichbar, was daheim bei Ihnen als „erste Sorte“ verkauft wird – hier besteht die erste Sorte immer noch aus Spargelstangen unterschiedlicher Länge und Dicke. Erwähnen will ich auch noch, dass nicht alle Schnittflächen nach tagesfrischem Spargelstich aussahen, dass ein ganz gewöhnlicher Donnerstag war (samstags steigen die Preise), dass die Qualität, die hier nur noch als „Spargelbruch“ oder „Gemüsespargel“ verkäuflich ist, stolze 1,60 Euro kostete und dass hier in Budapest inzwischen Spargelhochsaison ist.
Wobei ich noch nicht erwähnt habe, dass hier auch das Land zu osteuropäischen Preisen gehandelt wird, der Landwirt ein osteuropäisches Einkommen hat und die Spargelverkäuferinnen und Verkäufe auch osteuropäische Löhne bekommen. Noch Fragen in Deutschland?
Für Erdbeeren (einheimische) hat die Saison hier gerade begonnen. Ca. 6,00 Euro das Kilogramm habe ich soeben bezahlt. Hätten sie jetzt vielleicht Fragen?
(aus Budapest)

sehpferd - am Donnerstag, 5. Mai 2005, 18:22 - Rubrik: mein europa

