Guido Westerwelle hat in einem Interview mit dem „Deutschlandfunk“ den Inhalt seiner Verbalentgleisungen der letzten Tage im Kern bestätigt, in der Ausdrucksweise aber deutlich verändert. DIE ZEIT brachte das komplette Gespräch.
Eines ist sicher. Westerwelle bleibt Westerwelle. Der Mann ist einfach nicht davon abzubringen, dass er den richtigen Ton trifft – und dies gilt offenbar auch noch dann, wenn ein sehr großer Teil seiner Partei nichts als Kopfschütteln für seine flapsigen Sprüche hat.
Also: Lieber Herr Westerwelle, vielleicht sollten sie bei all ihrer Arroganz mal zur Kenntnis nehmen, dass es tatsächlich noch Liberale gibt, die sich überlegen, ob sie FDP wählen sollten.
DIE ZEIT hat den Link nicht mehr, doch gibt es ihn noch beim Deutschlandfunk.
Eines ist sicher. Westerwelle bleibt Westerwelle. Der Mann ist einfach nicht davon abzubringen, dass er den richtigen Ton trifft – und dies gilt offenbar auch noch dann, wenn ein sehr großer Teil seiner Partei nichts als Kopfschütteln für seine flapsigen Sprüche hat.
Also: Lieber Herr Westerwelle, vielleicht sollten sie bei all ihrer Arroganz mal zur Kenntnis nehmen, dass es tatsächlich noch Liberale gibt, die sich überlegen, ob sie FDP wählen sollten.
DIE ZEIT hat den Link nicht mehr, doch gibt es ihn noch beim Deutschlandfunk.
sehpferd - am Mittwoch, 4. Mai 2005, 13:04 - Rubrik: deutschland im blick
Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Steht im Grundgesetz, und jetzt auch bei der SPD in der Werbung. Nur: Wo sind eigentlich die Adressaten der Botschaft? Der private Vermieter, der so gut wie ohne Gewinn an jeden vermieten soll, der daherkommt? Dem örtlichen Geschäftsmann, der sein Stadthaus hübsch renoviert, damit das Stadtbild glänzt? Der Mittelständler, der seiner Stadt zusätzlich zu so manchem Steuereuro auch noch ein Dutzend Parkbänke schenkt?
Wer Glück hat, bekommt gute Mieter, wer Pech hat, bekommt zahlungsunfähige Vandalen – beide aber wird er kaum jemals wieder los. Morgen schon ist die frisch renovierte Fassade wieder verschmiert, und der Geschäftsmann ärgert sich, dass die Polizei sein Eigentum nicht einmal schützen kann. Von denen Parkbänken haben gestern bestimmt irgendwo ein paar junge Leute das Holz entfernt, um damit ein Feuerchen anzuzünden – keine Motivation für den Spender, es noch einmal zu tun – keine Motivation der Stadt, das wertvolle Gemeingut zu schützen.
Draußen, an der Brücke über den Bach, standen eines Adam und Eva aus Holz. Jugendliche Randalierer haben erst Eva, dann Adam zerstört: Schulterzucken. Bei den Verantwortlichen. Wenn unsere Fassaden, Parkbänke und Kunstwerke schon die Polizei nicht schützen kann, wer denn dann? Die Randalierer und mutwilligen Zerstörer haben ohnehin nicht viel zu befürchten.
Danke, liebe SPD, für die Lektion an die Eigentümer. Oder müssen wir dankbar sein, dass wir nur mit der Nase ins Grundgesetz gestoßen worden sind und nicht gleich mit Ungeziefer verglichen wurden?
Wer Glück hat, bekommt gute Mieter, wer Pech hat, bekommt zahlungsunfähige Vandalen – beide aber wird er kaum jemals wieder los. Morgen schon ist die frisch renovierte Fassade wieder verschmiert, und der Geschäftsmann ärgert sich, dass die Polizei sein Eigentum nicht einmal schützen kann. Von denen Parkbänken haben gestern bestimmt irgendwo ein paar junge Leute das Holz entfernt, um damit ein Feuerchen anzuzünden – keine Motivation für den Spender, es noch einmal zu tun – keine Motivation der Stadt, das wertvolle Gemeingut zu schützen.
Draußen, an der Brücke über den Bach, standen eines Adam und Eva aus Holz. Jugendliche Randalierer haben erst Eva, dann Adam zerstört: Schulterzucken. Bei den Verantwortlichen. Wenn unsere Fassaden, Parkbänke und Kunstwerke schon die Polizei nicht schützen kann, wer denn dann? Die Randalierer und mutwilligen Zerstörer haben ohnehin nicht viel zu befürchten.
Danke, liebe SPD, für die Lektion an die Eigentümer. Oder müssen wir dankbar sein, dass wir nur mit der Nase ins Grundgesetz gestoßen worden sind und nicht gleich mit Ungeziefer verglichen wurden?
sehpferd - am Mittwoch, 4. Mai 2005, 09:54 - Rubrik: deutschland im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Aus meinem Papierkorb noch eine Anzeige zum Mittwoch:
(Anzeige) ... ich bin auf dem Land aufgewachsen und würde mich liebend gerne um weibliches Nutzvieh kümmern ...Wie auf dem Bauernhof werde ich dich liebevoll begutachten, melken, erziehen und mästen ...“.
Hörte ich gerade jemandem „Muh“ sagen?
(Anzeige) ... ich bin auf dem Land aufgewachsen und würde mich liebend gerne um weibliches Nutzvieh kümmern ...Wie auf dem Bauernhof werde ich dich liebevoll begutachten, melken, erziehen und mästen ...“.
Hörte ich gerade jemandem „Muh“ sagen?
sehpferd - am Dienstag, 3. Mai 2005, 23:40 - Rubrik: papierkorb nachrichten
Sie wurde in Deutschland geboren, lernte mit 7 Jahren fotografieren und lebt und arbeitet nun in Los Angeles. Auf ihrer Webseite: Sexy Zeug. Und natürlich viel mehr.
sehpferd - am Dienstag, 3. Mai 2005, 22:42 - Rubrik: fotografie im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Manchmal verstehen wir einander schon deswegen nicht, weil uns dauernd Begriffe aus dem englischen Sprachraum um die Ohren gehauen werden. Peer-to-Peer heißt „gleich-zu-gleich“, soziologisch auch „unter Altersgenossen“. Ein Peer-to-Peer-Journalismus wären also Nachrichten von Gleichen an Gleiche. Wenn nun jemand „Blogs“ einfällt, hat er den Nagel auf den Kopf getroffen.
Die Sache hat einen namhaften Haken: das Medium. Blogs sind frei herumschwirrende Nachrichtenträger, bei denen man sich nur auf eines verlassen kann: dass morgen alles anders ist. Wer qualitativ hoch stehende Nachrichten sucht, will aber, dass morgen alles so ist, wie heute: auf der Wirtschaftsseite die Wirtschaft, im Regionalteil das Regionale, auf den vermischten Seiten das Vermischte. Dies ist einer der Gründe, warum Blogger eher auf konservative Nachrichtenquellen zurückgreifen als sich auf Blogger zu verlassen. Google News bieten hinreichende Informationen, und wer will, kann die Quellen leicht herausfinden. Für Blogs existiert nichts Vergleichbares.
Das wissen wir natürlich längst. Was wir nicht wissen: Peer-to-Peer-Journalismus auf regionaler Ebene (z.B. in Stadtzeitungen und Stadtblogs) funktioniert nicht. Warum, ist ganz einfach: Erstens gibt es zu wenige Bürger, die anderen Bürgern berichten wollen, und zweitens sind sie nicht alle „Peers“, nämlich Gleiche: Dazu fehlt ihnen zumeist die nötige Qualität, die von Amateur wie Profi gleichermaßen verlangt wird: Ordentlich recherchieren, halbwegs brauchbar schreiben und die Sachen auf den Punkt bringen. Ansonsten bleibt nämlich alles unter dem Niveau der Polizeiberichte.
Letztendlich wird nur erfolgreich sein, wer auf genügend „Peers“ zurückgreifen kann, also Menschen, die erstens schreiben können und zweites genügend motiviert sind. Wie man sie auf Dauer bei der Stange halten kann, ist freilich eine andere Frage. Manche Dienste loben Prämien für besonders gute Artikel aus, aber dazu sind auf der anderen Seite eben auch Einnahmen nötig – und die haben Stadtblogs noch lange nicht.
Bei einem anderen Punkt könnte man helfen: Blogger horchen in der Regel auf, wenn man ihnen Themen vorgibt: vom Hundekot über die Würstchenbude bis zum Jugendstil. Und wem gar nichts mehr einfällt: Ein Pissoir kann stilvoll sein - oder eben auch nicht.
Die Sache hat einen namhaften Haken: das Medium. Blogs sind frei herumschwirrende Nachrichtenträger, bei denen man sich nur auf eines verlassen kann: dass morgen alles anders ist. Wer qualitativ hoch stehende Nachrichten sucht, will aber, dass morgen alles so ist, wie heute: auf der Wirtschaftsseite die Wirtschaft, im Regionalteil das Regionale, auf den vermischten Seiten das Vermischte. Dies ist einer der Gründe, warum Blogger eher auf konservative Nachrichtenquellen zurückgreifen als sich auf Blogger zu verlassen. Google News bieten hinreichende Informationen, und wer will, kann die Quellen leicht herausfinden. Für Blogs existiert nichts Vergleichbares.
Das wissen wir natürlich längst. Was wir nicht wissen: Peer-to-Peer-Journalismus auf regionaler Ebene (z.B. in Stadtzeitungen und Stadtblogs) funktioniert nicht. Warum, ist ganz einfach: Erstens gibt es zu wenige Bürger, die anderen Bürgern berichten wollen, und zweitens sind sie nicht alle „Peers“, nämlich Gleiche: Dazu fehlt ihnen zumeist die nötige Qualität, die von Amateur wie Profi gleichermaßen verlangt wird: Ordentlich recherchieren, halbwegs brauchbar schreiben und die Sachen auf den Punkt bringen. Ansonsten bleibt nämlich alles unter dem Niveau der Polizeiberichte.
Letztendlich wird nur erfolgreich sein, wer auf genügend „Peers“ zurückgreifen kann, also Menschen, die erstens schreiben können und zweites genügend motiviert sind. Wie man sie auf Dauer bei der Stange halten kann, ist freilich eine andere Frage. Manche Dienste loben Prämien für besonders gute Artikel aus, aber dazu sind auf der anderen Seite eben auch Einnahmen nötig – und die haben Stadtblogs noch lange nicht.
Bei einem anderen Punkt könnte man helfen: Blogger horchen in der Regel auf, wenn man ihnen Themen vorgibt: vom Hundekot über die Würstchenbude bis zum Jugendstil. Und wem gar nichts mehr einfällt: Ein Pissoir kann stilvoll sein - oder eben auch nicht.
sehpferd - am Dienstag, 3. Mai 2005, 20:27 - Rubrik: europa stadt blogs
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Mag sein, dass der Historiker Michael Wolffsohn umstritten ist. Aber es ist schließlich wahr, dass ein Herr Müntefering bei seinem Heuschrecken-Vergleich auch Assoziationen zu „ausrotten“ oder „vernichten“ wenn nicht gewollt, so doch billigend in Kauf genommen hat.
Der Theaterdonner, den die Sozialdemokratie nun inszeniert, ist absolut lächerlich. Nicht Michael Wolffsohn hat sich im Ton vergriffen, nicht er muss sich „entschuldigen“, sondern ein anderer: Herr Müntefering. Er hat die verbale Entgleisung gebraucht, er ist der Verursacher, und er ist der Verantwortliche – aus seinem Munde ist das unsägliche, dumme Wort gekommen. Dieser Herr Müntefering, und kein anderer, sollte sich beeilen, sich schnellstens öffentlich für die „Heuschreckenschwärme“ zu entschuldigen. Er wird es nicht tun. Er wähnt sich im Recht. Er weiß die Sozialdemokratie hinter sich.
Es herrschen keine Maßstäbe mehr in unserem Land. Natürlich hat auch Herr Wolffsohn überzogen, und doch hat er recht, wenn er sagt: "Mich interessiert nicht Herr Müntefering, mich interessiert die Tatsache, dass in der heutigen Gesellschaft eine so große Akzeptanz für Sprachbilder dieser Art vorhanden ist."
Indessen – so groß ist die Akzeptanz nun auch wieder nicht. Selbst SPD-Mitglieder sind offenbar politisch klüger als ihre Parteiführung und folgen den linken Donnersprüchen nicht mehr ohne weiteres, und auch Teile des grünen Koalitionspartners lassen sich nicht einfach vom Koalitionspartner für dumm verkaufen – Wahlkampftaktik hin, Wahlkampftaktik her.
So weit – so ernst. Börsianer und andere Pragmatiker sollen den Begriff inzwischen schon in ihre Vokabular übernommen haben: „Bei der Firma Xy ... könnte eine Heuschreckenübernahme bevorstehen“ soll dieser Tage schon mancher Börsianer zum anderen gesagt haben. Nun, vielleicht gibt es in Zukunft keine „Erdrutschniederlagen“ für die SPD mehr, sondern „Heuschreckenfraßniederlagen“ und der Jüngling wird nach der Party erzählen, dass die ansonsten so blass wirkende Buchhalterin daheim über ihn hergefallen sei, wie ein Heuschreckenschwarm über die Wirtschaft.
So bleibt denn zu sagen, dass über die ganze Heuschreckenangelegenheit schon viel zu viel Pulver verschossen wurde, und den aufgebrachten Genossen sei geraten, einmal etwas zu zeigen, was immer gut ankommt: Humor. Und mit dem kann Deutschland vielleicht auch noch den Herrn Müntefering eine Weile ertragen.
Näehre Informationen, Hintergründe und Tastachen: „Der Spiegel“ und „Die Zeit“.
Der Theaterdonner, den die Sozialdemokratie nun inszeniert, ist absolut lächerlich. Nicht Michael Wolffsohn hat sich im Ton vergriffen, nicht er muss sich „entschuldigen“, sondern ein anderer: Herr Müntefering. Er hat die verbale Entgleisung gebraucht, er ist der Verursacher, und er ist der Verantwortliche – aus seinem Munde ist das unsägliche, dumme Wort gekommen. Dieser Herr Müntefering, und kein anderer, sollte sich beeilen, sich schnellstens öffentlich für die „Heuschreckenschwärme“ zu entschuldigen. Er wird es nicht tun. Er wähnt sich im Recht. Er weiß die Sozialdemokratie hinter sich.
Es herrschen keine Maßstäbe mehr in unserem Land. Natürlich hat auch Herr Wolffsohn überzogen, und doch hat er recht, wenn er sagt: "Mich interessiert nicht Herr Müntefering, mich interessiert die Tatsache, dass in der heutigen Gesellschaft eine so große Akzeptanz für Sprachbilder dieser Art vorhanden ist."
Indessen – so groß ist die Akzeptanz nun auch wieder nicht. Selbst SPD-Mitglieder sind offenbar politisch klüger als ihre Parteiführung und folgen den linken Donnersprüchen nicht mehr ohne weiteres, und auch Teile des grünen Koalitionspartners lassen sich nicht einfach vom Koalitionspartner für dumm verkaufen – Wahlkampftaktik hin, Wahlkampftaktik her.
So weit – so ernst. Börsianer und andere Pragmatiker sollen den Begriff inzwischen schon in ihre Vokabular übernommen haben: „Bei der Firma Xy ... könnte eine Heuschreckenübernahme bevorstehen“ soll dieser Tage schon mancher Börsianer zum anderen gesagt haben. Nun, vielleicht gibt es in Zukunft keine „Erdrutschniederlagen“ für die SPD mehr, sondern „Heuschreckenfraßniederlagen“ und der Jüngling wird nach der Party erzählen, dass die ansonsten so blass wirkende Buchhalterin daheim über ihn hergefallen sei, wie ein Heuschreckenschwarm über die Wirtschaft.
So bleibt denn zu sagen, dass über die ganze Heuschreckenangelegenheit schon viel zu viel Pulver verschossen wurde, und den aufgebrachten Genossen sei geraten, einmal etwas zu zeigen, was immer gut ankommt: Humor. Und mit dem kann Deutschland vielleicht auch noch den Herrn Müntefering eine Weile ertragen.
Näehre Informationen, Hintergründe und Tastachen: „Der Spiegel“ und „Die Zeit“.
sehpferd - am Dienstag, 3. Mai 2005, 20:18 - Rubrik: deutschland im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Windmühlen hatten schon immer etwas Magisches an sich, und nicht selten wurden diese Orte verdächtigt, Spuk und Hexenwerk zu beherbergen – und die schell rotierenden Mühlenflügel waren ein beliebtes Thema für Horrorgeschichten, in denen Mensch und Tier von Windmühlenflügel erfasst und getötet wurden.
Nun ist es die Zwergfledermaus das Opfer, und das Geschrei über die toten Blutsauger* ist so groß, dass es die heute die Titelseite der Badischen Zeitung füllt. Die hat auch schon eine Lösung: die Fledermauszwerge lieben die lauen Sommernächte, und an eben jenen könnte man die Rotoren doch eigentlich abschalten.
Mal sehen, wie es ausgeht – und ob es dabei ausschließlich um Fledermäuse geht. Dann vielen Badenern sind die neumodischen Windmühlen ohnehin ein Dorn im Auge – mit oder ohne das Sterben der Blutsauger.
Quelle: Badische Zeitung vom 3. Mai 2005 – unverlinkbar.
(Bevor die Biologen über mich herfallen: Mir ist klar, dass Zwergfledermäuse Insektenfresser sind)
Nun ist es die Zwergfledermaus das Opfer, und das Geschrei über die toten Blutsauger* ist so groß, dass es die heute die Titelseite der Badischen Zeitung füllt. Die hat auch schon eine Lösung: die Fledermauszwerge lieben die lauen Sommernächte, und an eben jenen könnte man die Rotoren doch eigentlich abschalten.
Mal sehen, wie es ausgeht – und ob es dabei ausschließlich um Fledermäuse geht. Dann vielen Badenern sind die neumodischen Windmühlen ohnehin ein Dorn im Auge – mit oder ohne das Sterben der Blutsauger.
Quelle: Badische Zeitung vom 3. Mai 2005 – unverlinkbar.
(Bevor die Biologen über mich herfallen: Mir ist klar, dass Zwergfledermäuse Insektenfresser sind)
sehpferd - am Dienstag, 3. Mai 2005, 09:17 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Danke, liebe Bloggerfreunde in Deutschland, aber dass es am ersten Mai in Deutschland sehr heiß war, konnten wir alle auch aus dem Wettebericht entnehmen, durch Augenschein feststellen oder am Körperschweiß.
Viel interessanter wäre nun gewesen zu erfahren, ob gestern der Ansturm auf die Eisdielen eingesetzt hat, oder ob man die Besenwirtschaften (ja, die in der Stadt) schon geöffnet hatte oder wenigstens einen Biergarten, wobei sich auch Fotos gut gemacht hätten: Vorzugsweise solche von eisschlotzenden jungen Damen – die sind bei dieser Witterung immer beliebt.
Von den ersten lauen Nächten will ich erst gar nicht reden, und meine Stadblogambitionen muss ich auch mal wieder verschieben – ich bin gerade nicht in Budapest, und anderwärts führe ich kein echtes Stadtblog.
Aber sie dort ... ja, sie ... sie hätten doch gestern die Möglichkeit gehabt, oder?
* schlotzen - Süddeutsch (Badisch, Schwäbisch) für "schlecken".
Viel interessanter wäre nun gewesen zu erfahren, ob gestern der Ansturm auf die Eisdielen eingesetzt hat, oder ob man die Besenwirtschaften (ja, die in der Stadt) schon geöffnet hatte oder wenigstens einen Biergarten, wobei sich auch Fotos gut gemacht hätten: Vorzugsweise solche von eisschlotzenden jungen Damen – die sind bei dieser Witterung immer beliebt.
Von den ersten lauen Nächten will ich erst gar nicht reden, und meine Stadblogambitionen muss ich auch mal wieder verschieben – ich bin gerade nicht in Budapest, und anderwärts führe ich kein echtes Stadtblog.
Aber sie dort ... ja, sie ... sie hätten doch gestern die Möglichkeit gehabt, oder?
* schlotzen - Süddeutsch (Badisch, Schwäbisch) für "schlecken".
sehpferd - am Montag, 2. Mai 2005, 22:24 - Rubrik: europa stadt blogs
Fall sie je mit sexuellen Ungeheuern in Berührung kommen – seien sie bitte sicher, Safer Sex zu verwenden.
sehpferd - am Montag, 2. Mai 2005, 22:16 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Gut, sie haben kein Stadblog. Na schön, sie wollen auch keines führen. Aber: Gehen sie auch nie zum Blues? In ihrer Stadt?
Sehpferd sucht sie, die Berichte über die kleinen, versteckten Blueskneipen. Möglichst über diejenigen, die wirklich noch lebendig sind. Möglichst aktuell. Möglichst mit Fotos, und aus jeder europäischen Stadt.
Hier zum Beispiel das Mojo in Kopenhagen / Dänemark
Schreiben sie an sehpferd@sehpferd.com
Sehpferd sucht sie, die Berichte über die kleinen, versteckten Blueskneipen. Möglichst über diejenigen, die wirklich noch lebendig sind. Möglichst aktuell. Möglichst mit Fotos, und aus jeder europäischen Stadt.
Hier zum Beispiel das Mojo in Kopenhagen / Dänemark
Schreiben sie an sehpferd@sehpferd.com
sehpferd - am Montag, 2. Mai 2005, 22:10 - Rubrik: europa stadt blogs
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Es gibt einen neuen Paris-Hilton-Film, und der ist ganz legal entstanden – und dennoch wird ihn voraussichtlich niemand sehen – zu heftig für das Fernsehen, heißt es. Der Werbefilm (denn um einen solchen handelt es sich) wird bereits ausführlich diskutiert, zum Beispiel in AdWeek oder beim Blog „The Superficial“, auf dem auch das bisher einzige Szenenfoto aus dem Film zu sehen ist. Das Objekt der Begierde: ein Sechs-Dollar-Hamburger.
Ach ja, sollten sie beim Besuch der "Superficial" Seite eine alberne Werbung bekommen, die ihnen sagt, dass etwas mit ihrem Computer nicht in Ordnung ist, ignorieren sie diese bitte.
Inzwischen gefunden: Das Video.
Ach ja, sollten sie beim Besuch der "Superficial" Seite eine alberne Werbung bekommen, die ihnen sagt, dass etwas mit ihrem Computer nicht in Ordnung ist, ignorieren sie diese bitte.
Inzwischen gefunden: Das Video.
sehpferd - am Montag, 2. Mai 2005, 20:27 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Der Schockwellenreiter hat angeblich nicht selbst herausfinden können, was ein „Impact-Blog“ ist. Vielleicht hätte er statt Google zu bemühen, einmal auf die Seite von www.leo.org gucken sollen? Statt dessen hat er daraus ein Riesen-Rambazamba gemacht und ist dabei bis zu Papa Scott vorgedrungen, der auch nichts zur Sache beitragen konnte. Den Focus-Redakteur Jochen Wegner hat er bei dieser Gelegenheit mal ratschbatsch abgewatscht – nicht eben die feine Art.
Zur Erinnerung: Jochen Wegner hatte versucht, den deutschen Bloggern den Spiegel vorzuhalten und ihnen unter anderem nachgesagt, sie hätten keine Kultur der Rhetorik (was ich wohl eher mit „Disukussionskultur“ übersetzt hätte). Vermutlich war diese überaus dezente Kritik bereits zu viel für deutsche Blogger.
Zur Erinnerung: Jochen Wegner hatte versucht, den deutschen Bloggern den Spiegel vorzuhalten und ihnen unter anderem nachgesagt, sie hätten keine Kultur der Rhetorik (was ich wohl eher mit „Disukussionskultur“ übersetzt hätte). Vermutlich war diese überaus dezente Kritik bereits zu viel für deutsche Blogger.
sehpferd - am Montag, 2. Mai 2005, 20:00 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Heute ist so ein Tag, an dem es über Erotik kaum etwas zu schreiben gibt – anderen geht es da offenbar ähnlich wie mir. Das Women Web kommt nämlich heute mit einer Studie über „Sugar Daddys“ angetanzt: Zitat: „Laut jüngsten Forschungsergebnissen der Harvard University nutzen Sugar Daddys die finanzielle Bedürftigkeit der Frauen aus und bringen sie durch Geschenke oder Geld dazu mit ihnen ungeschütztem Sex zu haben“.
Wie verwerflich, wie verwerflich – denn dadurch verbreiteten sie die gefährliche Aids-Seuche. Fassen sie sich jetzt schon an den Kopf? Nun, vielleicht geht ihnen ein Licht auf, wenn sie weiterlesen: Die schlimmen Verhältnisse wurden in Kenia festgestellt, die gesamte Studie betraf ausschließlich Afrika.
Dort, so wissen wir inzwischen alle, liebes Women Web, verbreitet sich die Seuche katastrophal. Die „Sugar Daddys“ hingegen haben die Forscher zur besseren Vermarktung ihrer ansonsten wahrscheinlich wertlosen Studie in den Vordergrund gestellt – aber was soll’s. Wie gesagt, es gibt im Moment wenig Nachrichten aus der Welt der schrägen Amouren. Zitat Women Web: „(Sugar Daddys) sind ... ältere Männer, die jüngere Frauen für sexuelle Beziehungen mit finanziellen und materiellen Entgeltungen bezahlen.“ Ja, so etwas soll es geben.
Wie verwerflich, wie verwerflich – denn dadurch verbreiteten sie die gefährliche Aids-Seuche. Fassen sie sich jetzt schon an den Kopf? Nun, vielleicht geht ihnen ein Licht auf, wenn sie weiterlesen: Die schlimmen Verhältnisse wurden in Kenia festgestellt, die gesamte Studie betraf ausschließlich Afrika.
Dort, so wissen wir inzwischen alle, liebes Women Web, verbreitet sich die Seuche katastrophal. Die „Sugar Daddys“ hingegen haben die Forscher zur besseren Vermarktung ihrer ansonsten wahrscheinlich wertlosen Studie in den Vordergrund gestellt – aber was soll’s. Wie gesagt, es gibt im Moment wenig Nachrichten aus der Welt der schrägen Amouren. Zitat Women Web: „(Sugar Daddys) sind ... ältere Männer, die jüngere Frauen für sexuelle Beziehungen mit finanziellen und materiellen Entgeltungen bezahlen.“ Ja, so etwas soll es geben.
sehpferd - am Montag, 2. Mai 2005, 19:34 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Weil ein Polizist die Personalausweisnummer der Schauspielerin Uschi Glas angeblich als Zugriffsschlüssel auf eine pornografische Seite benutzt hat, klagt diese jetzt gegen die Berliner Polizei. Offizieller Grund: Die Polizei habe sich bei ihr nicht entschuldigt, wie verschiedene Zeitungen schrieben.
Eine ganz andere Sache ist freilich, warum die Polizei ausgerechnet die Personalausweisnummer von Uschi Glas und nicht von irgendjemand anderem genommen hat: Die Schauspielerin geht offenbar etwas sorglos mit dem Dokument um, denn es wurde in einer Schweizer Illustrierten veröffentlicht. Mit diesem Dokument hätte sich demnach jeder Zugang zu den fraglichen Seiten verschaffen können – und nicht nur die Polizei. Wenn sie es denn tat, was seitens eines Sprechers der Polizei vehement bestritten wurde.
Eine ganz andere Sache ist freilich, warum die Polizei ausgerechnet die Personalausweisnummer von Uschi Glas und nicht von irgendjemand anderem genommen hat: Die Schauspielerin geht offenbar etwas sorglos mit dem Dokument um, denn es wurde in einer Schweizer Illustrierten veröffentlicht. Mit diesem Dokument hätte sich demnach jeder Zugang zu den fraglichen Seiten verschaffen können – und nicht nur die Polizei. Wenn sie es denn tat, was seitens eines Sprechers der Polizei vehement bestritten wurde.
sehpferd - am Montag, 2. Mai 2005, 19:18 - Rubrik: papierkorb nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Das MEX Blog hatte bereits zu Anfang im Durchschnitt etwa 5.000 Besucherinnen und Besucher pro Monat – das ist für ein Weblog bereits eine ausgezeichnete Besucherzahl. Heute wird nun gemeldet, dass man im April dieses Jahres auf 400.000 Seitenaufrufe von etwa 100.000 Besuchern kam.
Bedenkt man nun, dass sich dieses Weblog zum überwiegenden Teil mit Wirtschaftsfragen beschäftigt, so kann man nur den Hut ziehen – und sich dennoch klammheimlich fragen, wieso ein Blog, das im Grunde wenig Informationen bietet, dennoch so beliebt ist. Aber wie wir wissen, ist die Welt voller Rätsel.
(Korrektur der Zahlen am 02.05.2005, 20.12 Uhr)
Bedenkt man nun, dass sich dieses Weblog zum überwiegenden Teil mit Wirtschaftsfragen beschäftigt, so kann man nur den Hut ziehen – und sich dennoch klammheimlich fragen, wieso ein Blog, das im Grunde wenig Informationen bietet, dennoch so beliebt ist. Aber wie wir wissen, ist die Welt voller Rätsel.
(Korrektur der Zahlen am 02.05.2005, 20.12 Uhr)
sehpferd - am Montag, 2. Mai 2005, 19:01 - Rubrik: blog nachrichten
Heute in den Extremerotik-Anzeigen:
Elchtest
Dass es menschliche Tiere gibt, ist mir nicht neu – aber Elche sind nun wahrlich nicht besonders niedlich. Doch einer will nun „lernen, wie ein Elch im Wald rumzulaufen und Trüffel zu suchen“. Nun, Trüffel suchen normalerweise Säue, aber das nur nebenbei.
Jedenfalls gilt: Solange das Geweih durch die Tür geht, mag der Elch sogar ins Schlafzimmer passen.
Rasierte Bäurin
(Aus einem Anzeigentext) „Ich ... möchte gerne von molliger Bäuerin wie ein Schwein behandelt werden ! Einzige Bedingung. Sie sollte rasiert sein.
Und ich dachte immer, dass Schweine rasiert würden und nicht Bäuerinnen?
(Die Anzeigen sind echt, aber über die Quelle schweige ich mich aus).
Elchtest
Dass es menschliche Tiere gibt, ist mir nicht neu – aber Elche sind nun wahrlich nicht besonders niedlich. Doch einer will nun „lernen, wie ein Elch im Wald rumzulaufen und Trüffel zu suchen“. Nun, Trüffel suchen normalerweise Säue, aber das nur nebenbei.
Jedenfalls gilt: Solange das Geweih durch die Tür geht, mag der Elch sogar ins Schlafzimmer passen.
Rasierte Bäurin
(Aus einem Anzeigentext) „Ich ... möchte gerne von molliger Bäuerin wie ein Schwein behandelt werden ! Einzige Bedingung. Sie sollte rasiert sein.
Und ich dachte immer, dass Schweine rasiert würden und nicht Bäuerinnen?
(Die Anzeigen sind echt, aber über die Quelle schweige ich mich aus).
sehpferd - am Sonntag, 1. Mai 2005, 23:30 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – fast immer sonntags
Der erste Mai ist der traditionelle Kampftag der Gewerkschaften – deshalb will ich mich mal nicht darüber auslassen, was heute wieder alles aus Gewerkschaftsmund in die Welt kam – irgendwann müssen die Jungs ja mal Narrenfreiheit haben.
Statt in die emotionale Aufheizkiste zu gehen, sind heute wohl ohnehin viele Menschen ins kühle Nass gegangen, oder sie haben endlich mal wieder im Freien gesessen, um sich ein Eis zu gönnen. Ich selbst habe tatsächlich auch im Freien einen Kaffee getrunken, weil die heute wiedereröffnete Winzerkneipe Hochkonjunktur hatte. Na ja, „Winzerkneipe“ sagt man nicht, obwohl sie eine ist. Früher heiß so etwas mal eine „Besenwirtschaft“, auch „Straußi“ genannt. Doch die deutsche Vorschriftenwut macht vor den Besenwirtschaften nicht halt, und bevor man sich vor Gericht um die Gesäßbreite streitet, haben eben manche Winzer vorgezogen, lieber gleich Wirte zu werden statt Besenbetreiber. Tatsächlich gab es hier vor kurzem einen Prozess, in dem das Gericht dann leibhaftig zu einem Ortstermin ging, um festzustellen, wie viele Plätze (gemessen an der Gesäßbreite) so eine Bank hat.
Ich selbst habe heute noch einmal Hand angelegt an Europas Stadt Blog. Seit ich damit beschäftigt bin, hat sich meine Meinung zum Bloggen und über Blogger noch einmal verändert. In der letzten Woche habe ich dazu zahlreiche Artikel verfasst, die auch klar aussagen, in welche Richtung meine Beobachtungen gehen.
Indessen: Erst Dienst, dann Verdienst. Man muss schon eine Menge steinigen Acker bearbeiten, bevor man im Blogland zarte Blüten sieht, und bis der Rosengarten, den ich mir wünsche, in voller Blüte steht, mag noch ein wenig Zeit vergehen. Doch es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es.
Sehen sie, liebe Leserinnen und Leser, ich erwarte nur noch wenig von meinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Vor sehr, sehr langer Zeit habe ich einmal (hier) geschrieben, dass ich von Blogs Synergie erwarte. Das Ziel der Blogs ist nämlich nicht, dass möglichst viel Leute möglichst aneinander vorbei reden, sondern dass möglichst viel Leute an einer Sache arbeiten, um geistige oder emotionale Werte zu schöpfen. Aber wenn ich so etwas sage, werden mir wahrscheinlich wieder die Jungs von der Sozialen-Software-Fakultät ins Wort fallen, falls die nicht inzwischen alle in die Seminarwelt abgedriftet sind, um dort über Blogs das zu sagen, was sich in ihren Blogs nicht mehr zu sagen trauen: zum Beispiel, dass Blogs sehr erfolgreich sind.
Wie war das also mit der Synergie? Wenn alle Leute, die Stadtblogs machen, sich gegenseitig unterstützen, dann entsteht Synergie, und diese Synergie kann man wieder nutzen, um Innovationen hervorzubringen, die wieder neue Menschen anziehen, die dann gemeinsam neue Energien produzieren, die wieder in Synergie aufgehen. Das alles hat sehr viel Sinn, denn Stadtblogger sind keine Konkurrenten.
Fragt sich nur, ob ich die Menschen, die ihre Städte so lieben, dass sie darüber bloggen, jemals gewinnen werde – ich halte jedenfalls mal meinen Arm ausgestreckt.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein schönes Restwochenende.
Der erste Mai ist der traditionelle Kampftag der Gewerkschaften – deshalb will ich mich mal nicht darüber auslassen, was heute wieder alles aus Gewerkschaftsmund in die Welt kam – irgendwann müssen die Jungs ja mal Narrenfreiheit haben.
Statt in die emotionale Aufheizkiste zu gehen, sind heute wohl ohnehin viele Menschen ins kühle Nass gegangen, oder sie haben endlich mal wieder im Freien gesessen, um sich ein Eis zu gönnen. Ich selbst habe tatsächlich auch im Freien einen Kaffee getrunken, weil die heute wiedereröffnete Winzerkneipe Hochkonjunktur hatte. Na ja, „Winzerkneipe“ sagt man nicht, obwohl sie eine ist. Früher heiß so etwas mal eine „Besenwirtschaft“, auch „Straußi“ genannt. Doch die deutsche Vorschriftenwut macht vor den Besenwirtschaften nicht halt, und bevor man sich vor Gericht um die Gesäßbreite streitet, haben eben manche Winzer vorgezogen, lieber gleich Wirte zu werden statt Besenbetreiber. Tatsächlich gab es hier vor kurzem einen Prozess, in dem das Gericht dann leibhaftig zu einem Ortstermin ging, um festzustellen, wie viele Plätze (gemessen an der Gesäßbreite) so eine Bank hat.
Ich selbst habe heute noch einmal Hand angelegt an Europas Stadt Blog. Seit ich damit beschäftigt bin, hat sich meine Meinung zum Bloggen und über Blogger noch einmal verändert. In der letzten Woche habe ich dazu zahlreiche Artikel verfasst, die auch klar aussagen, in welche Richtung meine Beobachtungen gehen.
Indessen: Erst Dienst, dann Verdienst. Man muss schon eine Menge steinigen Acker bearbeiten, bevor man im Blogland zarte Blüten sieht, und bis der Rosengarten, den ich mir wünsche, in voller Blüte steht, mag noch ein wenig Zeit vergehen. Doch es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es.
Sehen sie, liebe Leserinnen und Leser, ich erwarte nur noch wenig von meinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Vor sehr, sehr langer Zeit habe ich einmal (hier) geschrieben, dass ich von Blogs Synergie erwarte. Das Ziel der Blogs ist nämlich nicht, dass möglichst viel Leute möglichst aneinander vorbei reden, sondern dass möglichst viel Leute an einer Sache arbeiten, um geistige oder emotionale Werte zu schöpfen. Aber wenn ich so etwas sage, werden mir wahrscheinlich wieder die Jungs von der Sozialen-Software-Fakultät ins Wort fallen, falls die nicht inzwischen alle in die Seminarwelt abgedriftet sind, um dort über Blogs das zu sagen, was sich in ihren Blogs nicht mehr zu sagen trauen: zum Beispiel, dass Blogs sehr erfolgreich sind.
Wie war das also mit der Synergie? Wenn alle Leute, die Stadtblogs machen, sich gegenseitig unterstützen, dann entsteht Synergie, und diese Synergie kann man wieder nutzen, um Innovationen hervorzubringen, die wieder neue Menschen anziehen, die dann gemeinsam neue Energien produzieren, die wieder in Synergie aufgehen. Das alles hat sehr viel Sinn, denn Stadtblogger sind keine Konkurrenten.
Fragt sich nur, ob ich die Menschen, die ihre Städte so lieben, dass sie darüber bloggen, jemals gewinnen werde – ich halte jedenfalls mal meinen Arm ausgestreckt.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein schönes Restwochenende.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Man mag die Bedeutung deutscher Blogger über- oder unterschätzen: Das ist eine Sache der Einschätzung, vielleicht aber auch nur eine der Betrachtungsweise, denn die praktischen Auswirkungen des Blogges wurden in Deutschland noch nie untersucht.
Allerdings können Blogger ihre Bedeutung daran erkennen, welchen Einfluss sie auf die öffentliche Meinung haben: Wenn sie nämlich Einfluss hätten, dann würden sich auch in die Zeitungsberichte einfließen - dort aber herrscht seit Wochen Ebbe: Blogger werden, wenn überhaupt, meist in negativen Zusammenhängen erwähnt.
Die Gründe dafür liegen im Dunkel, doch eines steht fest: Über Blogger wird immer nur dann (und dann eben meist negativ) geschrieben, wenn sie in einer Pressemitteilung vorkommen. Der nächste Schritt ist dann, dass die einschlägige Computerhobby-Presse dort abschreibt und dabei meist noch ein bisschen dicker aufträgt, als dies in manchen Pressemitteilungen ohnehin der Fall ist. Was wir daraus lernen können? Dass Blogger ohne Journalisten einpacken können. Vielleicht sollten sich die Blogger diesen Satz mal in die Hirne schreiben – oder noch besser: Klebt mal einen Zettel an euere Bildschirme: Ohne Journalisten sind Blogger aufgeschmissen.
Allerdings können Blogger ihre Bedeutung daran erkennen, welchen Einfluss sie auf die öffentliche Meinung haben: Wenn sie nämlich Einfluss hätten, dann würden sich auch in die Zeitungsberichte einfließen - dort aber herrscht seit Wochen Ebbe: Blogger werden, wenn überhaupt, meist in negativen Zusammenhängen erwähnt.
Die Gründe dafür liegen im Dunkel, doch eines steht fest: Über Blogger wird immer nur dann (und dann eben meist negativ) geschrieben, wenn sie in einer Pressemitteilung vorkommen. Der nächste Schritt ist dann, dass die einschlägige Computerhobby-Presse dort abschreibt und dabei meist noch ein bisschen dicker aufträgt, als dies in manchen Pressemitteilungen ohnehin der Fall ist. Was wir daraus lernen können? Dass Blogger ohne Journalisten einpacken können. Vielleicht sollten sich die Blogger diesen Satz mal in die Hirne schreiben – oder noch besser: Klebt mal einen Zettel an euere Bildschirme: Ohne Journalisten sind Blogger aufgeschmissen.
sehpferd - am Sonntag, 1. Mai 2005, 15:08 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Hal Faber macht sich lustig über eine Aussage, die auf „Les Blogs“ gefallen ist: „Ich kann als käuflich Schreibender wohl nicht darüber befinden, ob dieser Sex besser ist als der Amateur-Sex (ich bilde es mir ein), ich kann darauf hinweisen, dass Profi-Sex ganz anderen Produktionsbedingungen unterliegt.“
Da hat er ohne Zweifel Recht – und auch dem Duden will er so recht nicht mehr trauen: „Für unsere Kunden, die Leser, sind wir Journalisten, ob wir nun online oder offline schreiben, ganz gewöhnliche Abwichshuren.“. Was das mit dem Duden zu tun hat, soll der Screenshot vermitteln – nachvollziehen kann ich es nicht. Vielleicht habe ich zu wenig Rechte beim Herrn Duden.
Da hat er ohne Zweifel Recht – und auch dem Duden will er so recht nicht mehr trauen: „Für unsere Kunden, die Leser, sind wir Journalisten, ob wir nun online oder offline schreiben, ganz gewöhnliche Abwichshuren.“. Was das mit dem Duden zu tun hat, soll der Screenshot vermitteln – nachvollziehen kann ich es nicht. Vielleicht habe ich zu wenig Rechte beim Herrn Duden.
sehpferd - am Sonntag, 1. Mai 2005, 14:48 - Rubrik: blog nachrichten
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Audacia Ray ist zu einer der wichtigsten Frauen unter den bloggenden Sexarbeiterinnen geworden – und sie ist bei weitem die Intelligenteste von allen. Ihr Blog unter Blogspot bleibt weiterhin bestehen, jedoch hat sie ein neues Privatblog eröffnet – der Eintritt ist weiterhin frei, aber es ist eine Sperre davor: nur für Erwachsene. Damit will Frau Ray ihr neues Blog offenbar für neue, erotischere Inhalte frei machen.
sehpferd - am Sonntag, 1. Mai 2005, 13:07 - Rubrik: blog nachrichten
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Einmal eine wirklich witzige und zudem geschmackvolle Kondomwerbung – aus Kenia, wie es hier heißt.
sehpferd - am Sonntag, 1. Mai 2005, 12:53 - Rubrik: wundersames
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Nein, ich habe mich nicht ein bisschen vertan: Heute wird in weiten Teilen Europas das Osterfest gefeiert, bei all jenen Christen nämlich, die der zweitgrößten christlichen Glaubensgemeinschaft angehören: der orthodoxen Kirche.
Zwar hatten sich die Christen untereinander schon einmal geeinigt, das Osterfest zusammenzulegen – aber es wurde nichts daraus. Die Orthodoxe Kirche verweigerte am Ende doch die Zusammenarbeit, und so ist heute eben zum zweiten Mal Ostern.
Zwar hatten sich die Christen untereinander schon einmal geeinigt, das Osterfest zusammenzulegen – aber es wurde nichts daraus. Die Orthodoxe Kirche verweigerte am Ende doch die Zusammenarbeit, und so ist heute eben zum zweiten Mal Ostern.
sehpferd - am Sonntag, 1. Mai 2005, 12:39 - Rubrik: religion im blick
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Heute, am 1. Mai 2005, am ersten Jahrestag der Erweiterung der EU, eröffne ich offiziell das Europa Stadt Blog. Ich weiß, dass ich ein Pionier bin, jemand, der eine störrische Ackerkrume in einen Rosengarten verwandeln will. In Situationen wie dieser erinnere ich mich immer gerne der Worte einer bedeutenden Unternehmerpersönlichkeit, die die seinen jungen Leuten dies mit den auf den Weg gab: erst der Dienst, dann der Verdienst.
Der steinige Acker, den ich vorfinde, erfordert viel Arbeit: Ich, der ich eher als kritischer Geist bekannt bin, muss Überzeugungsarbeit leisten. Ich muss Ihnen allen da draußen sagen: Wenn sie ihre Stadt lieben, dann bloggen sie über diese Stadt, und auch dies: falls sie bereits bloggen, aber andere Themen im Moment interessanter finden: Sehen sie, Meinungen und Befindlichkeiten zerrinnen ihnen zwischen den Finger wie der Sand im Wind: was sie aber über ihre Stadt schreiben, das interessiert auf Dauer.
Ich trinke heute mit Ihnen allen, die sich interessieren oder noch interessieren werden, ein virtuelles Glas Champagner – und ich wünsche Ihnen und natürlich auch mir, dass wir ihn schon einmal auf eine Vielzahl von Städeblogs trinken können, die hier entstehen werden. Ich wende mich sehr bewusst auch an die Lokalredakteurinnen und Lokalredakteure deutscher Zeitungen. Ich weiß, dass für viele von Ihnen eine schwere Zeit ausgebrochen ist, doch kaum jemand kennt ihre Stadt so gut wie Sie – wer oder was sollte sie hindern, ein Blog zu eröffnen?
Ich selber bin in den nächsten Tagen voraussichtlich in Budapest und werde von dort berichten. Ich würd mich freuen, dann einen Waschkorb voll positiver Emails von Ihnen vorzufinden. Sie wissen ja: Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es.
In diesem Sinne danke ich Ihnen schon heute.
Ihr Sehpferd
Der steinige Acker, den ich vorfinde, erfordert viel Arbeit: Ich, der ich eher als kritischer Geist bekannt bin, muss Überzeugungsarbeit leisten. Ich muss Ihnen allen da draußen sagen: Wenn sie ihre Stadt lieben, dann bloggen sie über diese Stadt, und auch dies: falls sie bereits bloggen, aber andere Themen im Moment interessanter finden: Sehen sie, Meinungen und Befindlichkeiten zerrinnen ihnen zwischen den Finger wie der Sand im Wind: was sie aber über ihre Stadt schreiben, das interessiert auf Dauer.
Ich trinke heute mit Ihnen allen, die sich interessieren oder noch interessieren werden, ein virtuelles Glas Champagner – und ich wünsche Ihnen und natürlich auch mir, dass wir ihn schon einmal auf eine Vielzahl von Städeblogs trinken können, die hier entstehen werden. Ich wende mich sehr bewusst auch an die Lokalredakteurinnen und Lokalredakteure deutscher Zeitungen. Ich weiß, dass für viele von Ihnen eine schwere Zeit ausgebrochen ist, doch kaum jemand kennt ihre Stadt so gut wie Sie – wer oder was sollte sie hindern, ein Blog zu eröffnen?
Ich selber bin in den nächsten Tagen voraussichtlich in Budapest und werde von dort berichten. Ich würd mich freuen, dann einen Waschkorb voll positiver Emails von Ihnen vorzufinden. Sie wissen ja: Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es.
In diesem Sinne danke ich Ihnen schon heute.
Ihr Sehpferd
sehpferd - am Sonntag, 1. Mai 2005, 11:08 - Rubrik: europa stadt blogs
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Heute wäre der Tag gewesen, um das neue Europa zu feiern: ein Europa, das endlich Hand in Hand geht, das mit einer modernen Verfassung, einer geballten Wirtschaftskraft und dem Willen zur Integration der in ihm lebenden Völker vor einem Jahr einen historischen Schritt machte: die Erweiterung Europas durch eine große Anzahl osteuropäischer Staaten.
Doch wer feiert schon Europa? Die Pressemeldungen tröpfeln eher, als dass sie fließen. In Deutschland macht man sich ohnehin nichts aus Europa – man köchelt seine Ländersüppchen, streut ab und an ein paar Patriotensprüche unters Volk und denkt gar nicht dran, für unsere neue Nation zu werben: für Europa nämlich.
Heute, am 1. Mai, werden wir wieder erleben, dass gedeutschtümelt wird, und jeder wird es auf seine Weise tun. Europa wird, wenn überhaupt, nur am Rande gesehen. Doch schlimmer als dies ist die Tatsache, dass immer mehr Deutsche ihre Mitmenschen im östlichen Europa als Gefahr ansehen, statt Europa als Ganzes als Chance wahrzunehmen.
Das ist das eigentliche Problem der Deutschen in den Niederungen ihrer Kultur: Sie sehen immer nur die Risiken, die Chancen sehen sie nicht.
Doch wer feiert schon Europa? Die Pressemeldungen tröpfeln eher, als dass sie fließen. In Deutschland macht man sich ohnehin nichts aus Europa – man köchelt seine Ländersüppchen, streut ab und an ein paar Patriotensprüche unters Volk und denkt gar nicht dran, für unsere neue Nation zu werben: für Europa nämlich.
Heute, am 1. Mai, werden wir wieder erleben, dass gedeutschtümelt wird, und jeder wird es auf seine Weise tun. Europa wird, wenn überhaupt, nur am Rande gesehen. Doch schlimmer als dies ist die Tatsache, dass immer mehr Deutsche ihre Mitmenschen im östlichen Europa als Gefahr ansehen, statt Europa als Ganzes als Chance wahrzunehmen.
Das ist das eigentliche Problem der Deutschen in den Niederungen ihrer Kultur: Sie sehen immer nur die Risiken, die Chancen sehen sie nicht.
sehpferd - am Sonntag, 1. Mai 2005, 11:03 - Rubrik: mein europa
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In Deutschland blühen noch viel zu wenige Blogblumen – und die meisten davon sind ohnehin nur Löwenzahn – das ist das Fazit des Focus-Redakteurs Jochen Wegner, und gesagt hat er es in einem Vortrag auf der Konferenz „Les Blogs“.
Neben anderen Punkten nannte der Redakteur als wichtige Gründe für das Versagen der deutschen Blogosphäre, dass Blogs nicht ernsthaft professionell betrieben würden und es zudem zu wenig qualitativ hochwertige Blogs gäbe. Darüber wurde schon diskutiert, und man kann selbstverständlich geteilter Meinung sein – Qualitätsdebatten enden sehr schnell in Prestigediskussionen und erschaffen jedenfalls keine Qualitäten.
Neu war allerdings die Aussage, in Deutschland existiere keine „Kultur der Rhetorik“ (gemeint sein könnte hier auch eine „Streitkultur“) – und dies ist wohl wahr, doch möchte ich die Sache etwas weiter fassen: In der Schule lernen wir ja angeblich, uns auszudrücken und müssen deswegen Aufsätze schreiben. Die Schönsten, das wissen wir, sind die blumig geschmückten Aufsätze belesener Mädchen – jedenfalls aus der Sicht der Lehrer. Denn je mehr ein Deutscher versucht, Literatur zu produzieren, umso mehr lobt ihn sein Lehrer, und umso mehr leuchten die Augen der Kritiker.
Was Deutsche nicht lernen, selbst, wenn es gelehrt wird: Strukturiert zu schreiben. Dabei ist es ganz einfach: Was ist es – wie es ist – was könnte sich daraus ergeben. Wer aber nicht einmal strukturiert schreiben kann: Wie soll jener eine Sache „auf den Punkt bringen“?
Das Deutsch des Journalisten gilt in der Schule als minderwertig. Es könnte ein Problem unserer Schulen zu sein: Alles, was praktisch verwendbar ist, scheint minderwertig zu sein. Wahrscheinlich ist es vergeblich, aber dennoch sei hier gesagt:
- Lerne strukturiert zu schreiben
- Erlerne einen beschreibenden Stil
- Erlerne die Regeln menschlicher Kommunikation
- Wappne dich mit rhetorischer Gewandtheit
Noch Fragen? Nein, ich kritisiere nicht nur. Ich lehre es notfalls sogar.
Neben anderen Punkten nannte der Redakteur als wichtige Gründe für das Versagen der deutschen Blogosphäre, dass Blogs nicht ernsthaft professionell betrieben würden und es zudem zu wenig qualitativ hochwertige Blogs gäbe. Darüber wurde schon diskutiert, und man kann selbstverständlich geteilter Meinung sein – Qualitätsdebatten enden sehr schnell in Prestigediskussionen und erschaffen jedenfalls keine Qualitäten.
Neu war allerdings die Aussage, in Deutschland existiere keine „Kultur der Rhetorik“ (gemeint sein könnte hier auch eine „Streitkultur“) – und dies ist wohl wahr, doch möchte ich die Sache etwas weiter fassen: In der Schule lernen wir ja angeblich, uns auszudrücken und müssen deswegen Aufsätze schreiben. Die Schönsten, das wissen wir, sind die blumig geschmückten Aufsätze belesener Mädchen – jedenfalls aus der Sicht der Lehrer. Denn je mehr ein Deutscher versucht, Literatur zu produzieren, umso mehr lobt ihn sein Lehrer, und umso mehr leuchten die Augen der Kritiker.
Was Deutsche nicht lernen, selbst, wenn es gelehrt wird: Strukturiert zu schreiben. Dabei ist es ganz einfach: Was ist es – wie es ist – was könnte sich daraus ergeben. Wer aber nicht einmal strukturiert schreiben kann: Wie soll jener eine Sache „auf den Punkt bringen“?
Das Deutsch des Journalisten gilt in der Schule als minderwertig. Es könnte ein Problem unserer Schulen zu sein: Alles, was praktisch verwendbar ist, scheint minderwertig zu sein. Wahrscheinlich ist es vergeblich, aber dennoch sei hier gesagt:
- Lerne strukturiert zu schreiben
- Erlerne einen beschreibenden Stil
- Erlerne die Regeln menschlicher Kommunikation
- Wappne dich mit rhetorischer Gewandtheit
Noch Fragen? Nein, ich kritisiere nicht nur. Ich lehre es notfalls sogar.
sehpferd - am Samstag, 30. April 2005, 21:00 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Diesen Artikel, liebe Leserinnen und Leser, schreibe ich in ungefähr drei Minuten. Das geht mir mit allen Artikeln so, die entweder keine Tatsachen enthalten oder auch bei solchen, bei denen die Fakten bei mir im Kopf vorhanden sind.
Wenn ich nun ein Thema ganz bewusst auf den Punkt bringen soll, brauche ich bei einem solchen kurzen Beitrag inklusive der Überarbeitung und der Rechtschreibprüfung etwa fünf Minuten.
Falls dieser Artikel nun aber Tatsachen enthalten soll, die ich anhand mehrerer Quellen recherchieren soll, kostet mich das in der Regel bis zu 15 Minuten, und wenn ich gar Quellen gegeneinander abwägen soll, dann bin ich unter einer halben Stunde selten fertig – allerdings wird der Artikel dann auch etwas länger.
Sehen sie, liebe Leserinnen und Leser, und nun beschleicht mich ein Verdacht. Könnte es sein, dass so viel Unsinn gebloggt wird, weil man einfach keine Zeit hat, gründlich zu sein? Ein paar Sätze wie diese hacke ich Ihnen – ich sagte es schon – jederzeit in drei Minuten zusammen.
Wenn ich nun ein Thema ganz bewusst auf den Punkt bringen soll, brauche ich bei einem solchen kurzen Beitrag inklusive der Überarbeitung und der Rechtschreibprüfung etwa fünf Minuten.
Falls dieser Artikel nun aber Tatsachen enthalten soll, die ich anhand mehrerer Quellen recherchieren soll, kostet mich das in der Regel bis zu 15 Minuten, und wenn ich gar Quellen gegeneinander abwägen soll, dann bin ich unter einer halben Stunde selten fertig – allerdings wird der Artikel dann auch etwas länger.
Sehen sie, liebe Leserinnen und Leser, und nun beschleicht mich ein Verdacht. Könnte es sein, dass so viel Unsinn gebloggt wird, weil man einfach keine Zeit hat, gründlich zu sein? Ein paar Sätze wie diese hacke ich Ihnen – ich sagte es schon – jederzeit in drei Minuten zusammen.
sehpferd - am Samstag, 30. April 2005, 20:45 - Rubrik: blog nachrichten
Streng medizinisch, freilich nach einem Arzneibuch von 1588, wird die erotische Wirkung der Spargelwurzel beschrieben – „und gibt darvon eins quintleins schwer mit fürnem wein zu trincken, es hilfft bald. Gemeldte Arzeney fürdert auch die ehelichen Werck“. In dem Artikel der „Märkischen Allgemeinen“ steht freilich noch viel mehr über das weiße Gemüse, nebst einer erotischen Fantasie der Künstlerin Karin Welponer.
sehpferd - am Samstag, 30. April 2005, 20:19 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Findelerotik in der Arzneiwerbung: Die Grünwalder Gesundheitsprodukte GmbH empfiehlt Asparagus-P® - und muss dabei natürlich auch auf das gleichnamige Gemüse kommen, dass einer etwas reiferen Dame wilderotisch und quer (!) zwischen die Zähne gesteckt wird. Eigentlich kenne ich dergleichen nur von Rosen. Aber wie schon gesagt – es handelt sich ja nur um Findelerotik
sehpferd - am Samstag, 30. April 2005, 20:09 - Rubrik: papierkorb nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Nein, sie müssen nicht Jungfrau sein, um morgen mit Europas Stadt Blog zustarten, sie sollten nur dabei sein. Denn morgen ist die offizielle Eröffnung. Einleitende Worte bei sehpferd.de.
Falls sie Wunder erwarten: Stadtblogs sind gegenwärtig noch so rar wie deutsche Erdbeeren im April, aber irgendjemand muss ja wohl mal den Anfang machen: Erst Dienst, dann Verdienst.
Wer sich sonst noch verdient machen will: Falls sie Freude daran haben, ein paar Mal wöchentlich über ihre Stadt zu berichten, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, verwaiste Blogs wieder zu aktivieren. Eröffnen sie ein City Blog über ihre Stadt, und verlinken sie es mit dem Europa City Blog. Es ist völlig gleichgültig, wer ihr Blog hostet, und ob sie eine Freikarte ziehen oder es bezahlen – Hauptsache es hat RSS – und wenn sie aktuelle Fotos hätten, wäre die Sache natürlich ganz ausgezeichnet.
Sehpferd sucht Blogger für City Blogs in Deutschland in: Bremen, Hamburg, Düsseldorf, Leipzig, München und Stuttgart. In Österreich mindestens für Wien. In der Schweiz gerne für Basel, Genf und Zürich. In England für London und Manchester, in Irland für Cork und Dublin, in Schottland für Edinburgh und Glasgow, und in Skandinavien für Helsinki, Kopenhagen, Oslo und Stockholm.
Aus den neuen europäischen Ländern fehlen vor allem Blogger in Prag und Warschau. Ein Tipp: Es ist viel einfacher, aus Touristenstädten zu bloggen als aus den Städten, die Touristen meiden. Mehr Tipps? Ich gebe gerne Auskünfte.
Falls sie Wunder erwarten: Stadtblogs sind gegenwärtig noch so rar wie deutsche Erdbeeren im April, aber irgendjemand muss ja wohl mal den Anfang machen: Erst Dienst, dann Verdienst.
Wer sich sonst noch verdient machen will: Falls sie Freude daran haben, ein paar Mal wöchentlich über ihre Stadt zu berichten, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, verwaiste Blogs wieder zu aktivieren. Eröffnen sie ein City Blog über ihre Stadt, und verlinken sie es mit dem Europa City Blog. Es ist völlig gleichgültig, wer ihr Blog hostet, und ob sie eine Freikarte ziehen oder es bezahlen – Hauptsache es hat RSS – und wenn sie aktuelle Fotos hätten, wäre die Sache natürlich ganz ausgezeichnet.
Sehpferd sucht Blogger für City Blogs in Deutschland in: Bremen, Hamburg, Düsseldorf, Leipzig, München und Stuttgart. In Österreich mindestens für Wien. In der Schweiz gerne für Basel, Genf und Zürich. In England für London und Manchester, in Irland für Cork und Dublin, in Schottland für Edinburgh und Glasgow, und in Skandinavien für Helsinki, Kopenhagen, Oslo und Stockholm.
Aus den neuen europäischen Ländern fehlen vor allem Blogger in Prag und Warschau. Ein Tipp: Es ist viel einfacher, aus Touristenstädten zu bloggen als aus den Städten, die Touristen meiden. Mehr Tipps? Ich gebe gerne Auskünfte.
sehpferd - am Samstag, 30. April 2005, 19:32 - Rubrik: europa stadt blogs
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Von Kira Eggers weiß ich gerade so viel, dass man sie eine Dänin ist, in Kopenhagen lebt und dass sie selten angezogen fotografiert wurde. Ihre Webseite ist alles andere als dezent, aus meiner Sicht eher schon ein wenig obszön, und das ist nur die Oberfläche – einen Blick unter die Decke zu werfen habe ich mir versagt.
Doch nun, merkt auf, liebe Leser und vereinzelte Leserinnen, hat sie ihre „letzte“ Nacktfotoserie angekündigt – in der dänischen Ausgabe des FHM. Was sie gerade macht? Sie dreht einen Film – er ist offenbar nicht dazu gedacht, abstinent lebenden jungen Mädchen gezeigt zu werden, aber was genau wir erwarten dürfen, sagt uns Frau Eggers auch nicht. Jedenfalls hat sie AVN gesagt, dass sie nicht „das Übliche“ in petto hätte, sondern eine “intensive erotische Stimmung“ zwischen den Akteuren zeigen wolle – was in vulgo heißen kann, dass bei einem Erotik-Film häufiger auch die Gesichter der Akteure gezeigt werden.
Nun, wir werden sehen – und wir wissen auch, dass in dieser Branche auf viele letzte Male auch noch ein paar allerletzte Male kommen können.
Doch nun, merkt auf, liebe Leser und vereinzelte Leserinnen, hat sie ihre „letzte“ Nacktfotoserie angekündigt – in der dänischen Ausgabe des FHM. Was sie gerade macht? Sie dreht einen Film – er ist offenbar nicht dazu gedacht, abstinent lebenden jungen Mädchen gezeigt zu werden, aber was genau wir erwarten dürfen, sagt uns Frau Eggers auch nicht. Jedenfalls hat sie AVN gesagt, dass sie nicht „das Übliche“ in petto hätte, sondern eine “intensive erotische Stimmung“ zwischen den Akteuren zeigen wolle – was in vulgo heißen kann, dass bei einem Erotik-Film häufiger auch die Gesichter der Akteure gezeigt werden.
Nun, wir werden sehen – und wir wissen auch, dass in dieser Branche auf viele letzte Male auch noch ein paar allerletzte Male kommen können.
sehpferd - am Samstag, 30. April 2005, 19:09 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Jetzt wissen wir es, dank BILD: Der Playboy-Chef Hugh Hefner feierte gelegentlich Orgien. Vor dem BILD „Bericht“ hatten wir immer gedacht, er hätte gelebt wie ein Mönch und seine Zeitschrift sei eine Publikation für christliche junge Männer.
Natürlich hat BILD dies nicht recherchiert, sondern einer Quelle entnommen, die diejenige Glaubwürdigkeit hat, die solche Quellen üblicherweise haben: Es ist aus einem Buch eines Ex-Playboy-Häschens.
Klar, dass sie mit irgendetwas zu Geld und Ruhm kommen musste - bislang hat sie nämlich noch nicht viel Zustande gebracht, die Frau Spaulding. Hier die Webseite. Und hier die Dame in den Posen, in denen sie selbst sich gerne sieht.
Natürlich hat BILD dies nicht recherchiert, sondern einer Quelle entnommen, die diejenige Glaubwürdigkeit hat, die solche Quellen üblicherweise haben: Es ist aus einem Buch eines Ex-Playboy-Häschens.
Klar, dass sie mit irgendetwas zu Geld und Ruhm kommen musste - bislang hat sie nämlich noch nicht viel Zustande gebracht, die Frau Spaulding. Hier die Webseite. Und hier die Dame in den Posen, in denen sie selbst sich gerne sieht.
sehpferd - am Samstag, 30. April 2005, 18:48 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen

