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Die Partei Bibeltreuer Christen (PBC) meint: "Deutschland braucht Jesus". Die TAZ meint: Wenn am 22. Mai Jesus Ministerpräsident ist, wird er allein regieren - ohne die PBC.

Nun, dieser Meinung schließe ich mich vorbehaltlos an.

Nachdem Nachtfalter hier zuletzt den Entwurf einer Geschichte hinterlassen hat, war Gramse natürlich nicht untätig – wie kann es auch sein, dass eine Dame etwas besser macht als er selbst? Also hat er sich hingesetzt und eine geheimnisvoll erotische Vorlage geliefert – die eigentliche Geschichte aber fehlt. Jeder darf sie als seine Eigene verbreiten, wenn sie denn das zweite, ungeschriebene Kapitel umfasst.

Ich habe schon auf den unmöglichsten Seiten etwas über Sex gelesen, aber auf „American Baby“, also einer Seite für Mütter, hätte ich es nicht erwartet (obwohl Babys ohne jeden Zweifel etwas mit Sex zu tun haben). Dabei ist das Thema sehr populär: Fast alle Paare haben nach dem ersten Baby sexuelle Probleme, doch wird häufig nicht genügend darüber gesprochen.

Eine Mutter erklärt, was eine Frau dem Ehemann sagen sollte, damit er sich nicht nutzlos stresst und sie zu ihrer Lust kommt. Vielleicht sogar oral? „Sprechen sie mit ihm darüber“ rät die Autorin, die Mutter dreier Kinder ist.

Ich finde Piercings an den Ohren einfach ausgezeichnet, und bei jüngeren Frauen mag ich auch Brustpiercings – aber ein ausgesprochener Fanatiker der Hautdurchstecherei bin ich nicht. Wen es nach vielen, vielen Piercings aller Art gelüstet, der wird hier fündig.

In den USA tobt gerade der Arbeitskampf der United Airlines Angestellten gegen ihre Fluggesellschaft. Alles entzündet sich an den Firmenrenten, die United Airlines zum Teil einsparen will. Nun haben einige der Stewardessen eine wundersame Initiative ergriffen: Sie ziehen sich erstmal aus. Natürlich für einen Kalender, natürlich züchtig und natürlich mit Klamotten in den Farben der Fluggesellschaft.

Das Web bietet immer wieder Überraschungen, und jeden Tag wird gefrankensteint – nur Frankensteins Monster wurde noch nicht gefrankensteint. Das hat jetzt ein Ende – Photoshop macht es möglich – und hier ein besonders wildes Exemplar.

Ein älterer Artikel von mir über Frankensteining, falls sie nicht wissen, was es ist.

Wissenschaftler des “Monell Chemical Senses Center” in Philadelphia wollen herausgefunden haben, dass die Achselhöhlen von Schwulen und Lesben anders riechen als jene von Heteros. Aber bitte doch, liebe Wissenschaftler. Nur – wie komme ich so nahe an eine Person heran, dass ich ihre Achselhöhlen riechen kann?

Auf die üblichen Flirtentfernungen bin ich nicht sehr empfänglich für Achselhöhlengerüche, und ich halte mich auch nicht in Umgebungen auf, in denen reichlich Schweiß abgesondert wird – dennoch habe ich bisher immer unterscheiden können.

Ach so – richtig: wir kommunizieren ja über Pheromone – und ich dachte immer, wir kommunizieren über Gesten, Augen, Lippen und meinetwegen auch mal die Sprache. Und persönlich reagiere ich auf Parfüms wie Magie Noire oder Opium bei weitem heftiger als auf Schweißdrüsenextrakte.

Zwei Damen haben eine Passion für die modische Vergangenheit: Und was so harmlos aussieht, erweist sich schnell als ein durchaus erotisches Abenteuer. Aber sehen sie selbst (ich habe mal zu den 40ern verlinkt. Mary hatte im übrigens schon ein Blog - mit Hasenohren aus Plüsch.

Man kennt die Frage aus vielen Foren – es gäbe so viele erotische Seiten, die von Männern für Männer gemacht würden – doch wann gibt es endlich erotische Seiten für Frauen? Nun, es gibt sie. Betreten auf eigene Gefahr – und ohnehin kostenpflichtig. Allerdings meine ich, dass auch nerve.com bereits auf weibliche erotische Bedürfnisse Rücksicht nimmt – und diese Seite wird von Frauen gemacht.

Aber vielleicht werden ja Blogs zu den beliebtesten Erotikseiten für Frauen? Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung.

Heute führe ich sie noch einmal nach Camden - das Foto der T-Shirts war einfach zu schlecht.

Hier ist Camden, wie ich es liebe:

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Wobei mir einfällt, dass ich noch immer nach einem London City Blog lechze.

Sie müssen es wirklich nicht lesen. Es ist kein Text, sondern der Versuch eines dieser Dreckschleuderer, Spam zu verteilen.

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Manchmal weiß ich nicht, was ich von den jungen Mädchen halten soll, die hier (und anderwärts) urplötzlich auftauchen, um zu zeigen, was für tolle Frauen sie sind. Aufgefallen ist mir das neue Blog „Girls just wanna have fun“ (ein Satz, den ich sehr bezweifle) und Sexy Lil Bitch (besser man guckt wegen der „Bitch“ mal bei Leo nach).

Also schön, die „Bitch“ hat viele Fotos von sich, auf denen sie ihre Schönheit zeigt. Ich selbst erinnere mich bei dem Wort "Bitch" allerdings eher an den Camden Stable Market, auf dem ich diese T-Shirts fand.

bitch

Und weil die Texte etwas verwaschen sind:

If you think I’m a Bitch, wait until you meet my Mother
Und:
I'm not A Bitch – I’m The Bitch – and it’s Miss Bitch To you

Ich habe ja schon mehrere Beiträge (1 2 3 ) über jagende weibliche Raubtiere und die ihnen folgenden Hyänen geschrieben, aber diese wurden bislang als polemisch aufgefasst. Inzwischen scheint sich das gewandelt zu haben. Auf meinen neuen Artikel folgten sehr schnell die aufgegriffenen Gedanken von Sophie, aber was ich wirklich tun muss, ist jetzt Kyra zitieren: „frauen sind mehr jägerinnen als man vermuten würde ... irgendwie verpacken das weibchen allerdings raffinierter. zumindest sabbern sie dabei nicht so auffällig".

Na also, ich wusste doch, dass irgendwo ein Unterschied ist.

Ich mache keinen Hehl daraus, zwei Mal geschieden worden zu sein. Das erste Mal gingen die Lebenswege generell auseinander, was ich nicht hätte verhindern können, das zweite Mal war ich leichtfertig in der Wahl meiner Partnerin, was ich hätte verhindern können. Ich hatte in beiden Ehen Eheverträge – die haben manches Schlimme verhindert. Aber ich darf Ihnen dennoch sagen: Die Absicht war, mit meiner ersten Frau bis ins Alter zusammenzubleiben. Nur: Was nicht geht, geht eben nicht.

Heute wird jede dritte Ehe geschieden – in den Städten jede Zweite. Das ist wirklich kein positives Zeichen für die Gesellschaftsordnung. Nur – wie kann man dies verändern? Ich denke, dass es eine Fülle von Maßnahmen gibt, aber ich hege außerordentlich große Zweifel daran, dass die Psychotherapie Lösungen bringt – Menschen, die sich nicht (mehr) verstehen, sind nicht krank in dem Sinne, dass sie emotional wieder „eingerenkt“ werden müssen.

Gelegentlich liest man dann Lustiges: Die FAZ schreibt von einer „noch jungen Verhaltenstherapie“, die vielleicht helfen könnte. Nun, wenn die Urgroßmutter alt ist, dann ist die Großmutter natürlich jung, doch eines ist richtig: Hier, im psychotherapeutisch ultrakonservativen Deutschland, mag Verhaltens- wie auch Paartherapie natürlich zu den jüngsten Errungenschaften des Genres gehören.

Doch die FAZ weiß einen Rat. Ein Schweizer Fachmann kommt ins Spiel: Guy Bodenmann von der Universität in Freiburg in der Schweiz. Der macht Seminare, wie ein paar andere Leute und Institutionen auch: das Wochenende zu etwa 500 Euro. Reich werden die Leute nicht dabei: Die Seminare sind wenig begehrt. Sie sollen erfolgreich sein: 70 Prozent Quote – sagt eben jener Guy Bodenmann, doch er hat noch einen Nachsatz und zieht ein paar Prozent ab – übrig blieben, so schätzt er, 40 bis 50 Prozent. Damit man die Zahlen richtig interpretieren kann, hier die Relation: Von den Menschen, die sich in so schweren Ehekrisen befinden, dass sie Seminare besuchen, könnten bis zu 50 Prozent nach dem Seminar besser miteinander umgehen“.

Lassen wir die Psychologen mal reden: jede Ehe verändert sich mit den Jahren, sei sie kinderlos oder durch Kinder angereichert. Es liegt in der Verantwortung beider Ehepartner und des sozialen Umfeldes, die Ehe so zu stützen, dass ein Leben in ihr angenehmer ist als ein Leben draußen – und das muss für beide Partner gelten.

Gilt es für beide? Männer galten schon immer als leichtfertig, und Frauen sind esimmer mehr. Nach der Emanzipationsbewegung haben sie sich das Recht auf außereheliche erotische Kontakte genommen, wie es zuvor die Männer taten. Aus diesen Kontakten entstehen auch Scheidungen: Das Leben der frisch verliebten ist immer rosiger als das Leben einer Ehefrau. Ich weiß, was sie jetzt sagen werden: Der Partner ist schuld. Mag sein. Ich sehe auch die generelle Problematik. Doch glauben sie, dass eine frisch verliebte Eheausreißerin durch Therapie in den Schoß der Ehe zurückzubringen ist? Ich nicht.

Zurück zur FAZ, und zurück zu Herrn Bodenmann. Der kann sich „gut vorstellen“, dass man die „hilfreichen Kurse“ einfach zur “gesetzlichen Pflicht“ macht. Vielleicht sollten wir Herrn Bodenmann mal daran erinnern, dass die Schweiz, aber auch andere Länder mit westlichen Kulturen, Demokratien sind? Ja, ja, man könnte den „Besuch einer Eheberatung auch zu einer Bedingung für eine Scheidung machen“. Natürlich – man kann alles, aber auch alles staatlich regulieren. Eheberechtigungsscheine? Zeugungsberechtigungsscheine? Scheidungsberechtigungsscheine? Warum eigentlich keine Sterbeberechtigungsscheine?

Irgendetwas muss durcheinander geraten sein in der Psychotherapie – aber neu ist das eigentlich auch nicht. Der FAZ muss man attestieren, dass sie auch noch eine andere, abweichende Meinung veröffentlichte: die des Psychologen Notker Klann, der darauf baut, dass man lernen müsse, auf die Signale des Partners zu hören – und das soziale Umfeld in die Verantwortung nimmt.

Natürlich ist Zimmermädchen kein toller Job. Aber wer sagt bitte, dass eine junge Frau, die nichts Gescheites gelernt hat, unbedingt einen tollen Job haben muss? Im Hirn so manches Menschen scheint sich festgefressen zu haben, dass die Unterstützung durch Staat und Gesellschaft immer noch der beste Weg ist, ein Leben zu gestalten – leider ist es ein Irrweg, und diejenigen, die jetzt noch darauf bauen, dass es so bleibt, werden sich in ein paar Jahren umgucken, und dies völlig unabhängig davon, welche Regierung wir dann haben.

Im Übrigen suchen nicht nur Berliner Hotels (um die es im Beitrag ging) händeringend Zimmermädchen. In ganz Deutschland und Österreich werden – teils ebenfalls händeringend – Zimmermädchen gesucht. Selbst im Elsass (nicht gerade eine Region mit vielen Arbeitsplätzen) sucht die Gastronomie nach Personal – und würde auch gerne Polen einstellen, sogar polnische Köche.

Ich war einige Zeit lang in Südafrika. Dort erzählte mir eine Dame mit glühenden Augen, dass sie in einer Organisation arbeite, die Hilfsserviererinnen (Abräumerinnen, etwa eine für sechs Tische) zu Serviererinnen ausbildet. Sie sagte, sie täte damit etwas Großes und Wichtiges für die Zukunft junger Frauen in Südafrika.

Und hier? Ach, vergessen sie’s. Unsere Volk von Besserwissern und Schnäppchenjägern mag zwar gewerkschaftliches Rückgrat demonstrieren, wenn es darum geht „höhere Löhne“ für Arbeiten zu fordern, die kein Mensch mehr machen will – aber wenn es darum geht, „preiswerte“ Hotels zu suchen, dann darf das Zimmer natürlich nichts kosten. Sehen sie, und wenn das Zimmer nichts kosten darf, darf das Zimmermädchen natürlich erst recht nichts kosten.

Ich habe gerade beim M-E-X Blog gelesen, dass es nun eine (echte) Suchmaschine für Blogs ähnlich den Google-News gibt.

Bevor die Suchmaschine Findory über den grünen Klee gelobt wird: Erstens gibt es sie nicht mit deutschem Blog-Content, und außerdem scheinen auch die amerikanischen Blog-Themen auf den ersten Blick relativ belanglos zu sein. Mir ist allerdings noch nicht klar, ob dies an der Zusammenstellung oder an den Kategorien liegt, die Findory verwendet.

Dennoch interessant und wert, sie im Auge zu behalten: Findory, die Suchmaschine für News und Blogs. Mal sehen, wann sie nach Deutschland schielt.

Sie brauchen Themen? Aber bitte doch:

- Alte Menschen – wo zieht es sie hin?
- Antiquitäten – wo gibt es sie?
- Bepflasterung, Fußwege, Ziegel oder Schotter?
- Bier – wo gibt es das Besondere?
- Bordsteine – sollten sie sich mal ansehen
- Cafés und was man dort erwarten darf (oder auch nicht)
- Damen der Nacht (vorsicht vor Bedrohungen!)
- Damen des Tages – wo kann man die Schönsten sehen?
- Eichhörnchen – wo sind die zahmen?
- Eis – wann essen es die Leute, wie, wo?
- Flohmärkte, Chancen und Risiken
- Jugendliche – die angesagtesten Plätze zum Abzappeln
- Kirchen – wegen der Architektur und sowieso
- Konditoreien – die Guten, nur die Guten
- Geldautomaten – gibt es sie, sind sie sicher?
- Gras an Parkrändern – mit oder ohne Hundescheiße
- Historische Plätze, von denen man nicht mehr viel weiß
- Hotels – in welchen stimmen die Leistungen?
- Katzencontent (Stadtkatzen, Vierbeinige)
- Kinder – wo hat man Kindersitze? (Dumme Frage für Skandinavier)
- Kreditkarten – nimmt man sie, oder stellt man sich damit an wie in Deutschland?
- Koscher – nicht jeder isst Schweinefleisch
- Fisch – wo kauft oder iss man ihn?
- Museen – nicht die aus dem Reiseführer
- Nach oben sehen (Häuserfassaden, Architektur)
- Parks – solche zum Ausruhen und verschwiegen für Paare
- Personal – wie man müdes Personal auf Trab bringt – oder auch nicht
- Penner – die Originale unter ihnen, bitte schön
- Pissoirs – ja wirklich. Nicht jeder besucht dazu Restaurants
- Postkarten aus alter Zeit
- Straßenbahnfahrkarten – wie bedient man die verfluchten Automaten?
- Schwulen- und Lesbenszene
- Skulpturen, die nicht im Reiseführer stehen
- Tauben – Stadttauben ( für mich die Ratten der Luft)
- Trinkgeld – wieviel man gibt und wem
- Turmfalkencontent – ja wohl, sie leben in der Stadt
- Touristenfallen – wenigstens vor dem Schlimmsten bewahren
- Spatenzencontent (Fliegende, Gebäudezustand für diese Vögel)
- Warenhäuser – welche sind zu empfehlen (auch architektonisch)
- Was blüht gerade in der Stadt (an Pflanzen)
- Wein – wo kann man gepflegt (draußen) Wein trinken?
- Wurst – alles über die aktuelle Wurst am Stand

Das ist natürlich nicht alles, reicht Ihnen doch aber sicher für das erste Vierteljahr, nicht wahr?

Blogs

Virtuell Bündeln, um Synergien freizusetzen

An Blogs

Mitarbeiten
Konzepte verändern
Projekte erstellen

Für Blogs

Archiv und Web abfragen
Fotografieren
Recherchieren
Schreiben
Stichwörter geben
Themen suchen
Themensammlungen erarbeiten
Vorschläge erarbeiten

Vor Blogs

Konzepte Erarbeiten
Konzepte überprüfen

Sollte ihr Blog kommerziell sei, muss die Sache vorab abgeklärt werden – ansonsten wird man sich über den gegenseitigen Austausch von Wort- und Denkpaketen gegen Kleinigkeiten des Alltags schon einig, wie ich meine – und im Notfall reicht auch mal „Danke“.

Anfragen bitte an sehpferd@sehpferd.de

Das wöchentliche Geblubber aus den Algen - fast immer sonntags

Bei der Entwicklung der Blogs kann, wer will, in den letzten Monaten erhebliche Veränderungen feststellen.

Die Tendenz, die eigene Webseite durch ein Blog zu ergänzen, ist eine der Varianten, die andere (ich gestehe, sie selbst zu verfolgen), ist mehrere Blogs auf eine einzige Webseite zu verlinken, auf der dann die allgemeinen Daten zu finden sind, während die tagesaktuellen Daten im Blog besser aufgehoben sind. Mein Europe City Blog Projekt folgt klar diesem Trend.

Wer als Datenverarbeiter oder DV-Organisator wirklich kompetent ist, weiß, wie unterschiedlich Stamm- und Bewegungsdaten gehandhabt werden, und in Blogs ist nun mal kein geeigneter Platz für Stammdaten.

Doch diese rein technische Frage ist nicht der Grund für die Veränderungen in den Blogs: Vielmehr sind Blogs zu einem weiteren Fühler von Wirtschaftsunternehmen, Verbänden, Organisationen und einzelnen Gewerbetreibenden geworden, um das eigene Unternehmen in der Öffentlichkeit zu präsentieren – und zwar in einem anderen Licht als auf den offiziellen Webseiten. Dem Trend folgen in Amerika auch die Escort-Agenturen: Die offiziellen Seiten, manchmal als Schmuddelseiten verschrien und stets mit dem Etikett „nur für Erwachsene“ behaftet, werden durch ganz normale Blogs ergänzt. In denen die Damen ein paar Interna aus ihren Gewerbe bloggen – immer so, dass es nicht gegen die guten Sitten verstößt.

Womit ich bei den „guten Sitten“ wäre. Zunächst einmal haben wir hier in Deutschland das Recht, unsere Meinung in Wort, Schrift und Bild zu verbreiten – wir unterliegen also keiner Zensur. Dieses Recht kann freilich durch Gesetze eingeschränkt werden: Zum Beispiel dürfen die Persönlichkeitsrechte nicht verletzt werden, und der Jugendschutz muss beachtet werden. Dennoch wird bei so genannten „Erotikblogs“ in deutschsprachigen Ländern sehr schnell herumgeschrien, dass es sich um Pornografie handeln würde – und das ist in den meisten Fällen eben nicht der Fall. Sexualität ist so natürlich wie Essen und Trinken, und eine „halb nackte“ junge Frau ist kein Fall für den Staatsanwalt. Doch denke auch, dass man sich über harmlose „Fetische“ (die meist gar keine sind) hier durchaus unterhalten kann: Zwar sind eingefleischte Fußerotiker ausgesprochen langweilig, doch kann die Liebe zu den Füßen im Rollenspiel durchaus die eheliche (und natürlich auch die außereheliche Lust, Schelminnen und Schelme) durchaus steigern.

Wieder zurück zu den Blogs – ich denke, die „Erotikbloggerinnen“ und die seltenen "Erotikblogger" sollen aufhören, sich zu vereinzeln. Sie können sich nur durchsetzten, wenn sie ihre Konkurrenzkämpfe auf das Inhaltliche legen und nach außen gemeinsam auftreten. Wie man das machen kann? Ganz einfach – man bildet eine Arbeitsgemeinschaft mit Gütesiegel. Das nimmt den Leuten draußen jedenfalls erst mal den Wind aus den Segeln.

Bei dieser Gelegenheit noch ein Wort zu den Gemeinschaften („Communitys“). Sie existieren nicht wirklich, sondern werden von manchen Blogbetreibern dazu genutzt, um einmal angemeldete Benutzer bei der Stange zu halten. Das ist legitim, und kann sowohl zu gemeinschaftlichem Handeln wie auch zur gemeinschaftlichen Ausgrenzung führen, oder mit anderen Worten: Man findet schneller Freunde, kann aber nicht so leicht verhindern, dass Leute einem gemeinschaftlich in den Vorgarten pinkeln. Insoweit sollten sich selbstbewusste Bloggerinnen und Blogger nicht von der „Cummunity“ an der Nase herumführen lassen – was wirkt, wirkt auch nach außen. Man ist also nicht auf den engen Kreis der eigenen „Gemeinde“ angewiesen.

Tja, heute ist Pfingsten. Warum ich darüber kein Wort verliere? Weil sich heute die Kirche selbst feiert. Soll sie mal. Ich bin nicht ihr Mitglied, und habe mindestens mit diesem Fest so gar nichts zu tun.

Charlotte Rampling hat der „Welt“ ein Interview gegeben, in dem sie aussprach, was viele Frauen denken, nämlich „Sex ist die schärfste Waffe der Frau. Damit kann sie einen Mann vollkommen verrückt machen“. Frau Rampling ging in dem Gespräch noch weiter, indem sie behauptete, dass Männer dem beständigen erotischen Angriff einer Frau beinahe schutzlos gegenüberstünden.

Sicher hat Frau Rampling Recht – nur haben nicht alle Frauen die erotische Ausstrahlung, die erforderlich ist, um einen Mann wehr- und willenlos zu machen, und zweitens ist dazu neben der Veranlagung auch eine gewisse Verführungskunst erforderlich, über die sehr junge Frauen noch nicht verfügen.

Mich interessiert, was meine Leserinnen und Leser dazu meinen. Sind die starken Verführerinnen und die schwach gewordenen Männer unter uns? Oder geht heute alles gleichberechtigt, selbstbewusst und damit letztendlich ein wenig langweilig zu? Ich enthalte mich erstmal der Stimme.

Ein erotischer Text? Einer, der alle diese Ausdrücke vermeidet, die wir üblicherweise verwenden, wenn wir von den beteiligten Körperteilen und deren feuchten Ausflüssen reden? Einer, der den Autor nicht zwingt, in Einzelheiten zu schildern, wie der erste Knopf geöffnet wurde, die Zungenspitze sich sanft der Brust näherte und wie sich die Dame dem Herrn nach und nach öffnete, ihn schließlich verschlang, sich wild gebärdete und animalisch aufschrie und letztlich alles mit einem Kleenex-Tuch wieder abtrocknete, was dabei feucht geworden war?

Nein, nichts dergleichen.

Also würden ein Mann und eine Frau in eine Wohnung gehen. Der Mann würde sich wundern, weil er aufgefordert wird, sich umgehend völlig zu entkleiden, während ihn die Frau dabei beobachtet. Ihn bewegen seine Gedanken, seine Hoffnungen, seine Ängste. Er will reden, doch die Frau gebietet ihm, zu schweigen. Sie verbindet ihm die Augen, und führt ihn dann irgendwo hin. Was bedeutet dies? Kann ihn jemand sehen? Ist er noch in derselben Wohnung? Ruhen bereits viele Augenpaare auf ihm? Er versucht, diesem Rascheln eine Bedeutung zu geben oder jenem Klirren, dem Windhauch auf seiner feuchten Haut ebenso wie dem Duft unterschiedlicher Parfüms. Die Dame bleibt stehen und gebietet ihm, sich nicht von der Stelle zu rühren. Er hört noch, wie die Tür zuschlägt. Er ist allein mit seinen Gedanken, vergisst, dass er nackt ist, schärft seine Sinne ...

So, ich höre jetzt mal auf. Ich schrieb dies, um ihnen zu beweisen, dass man sehr wohl eine erotische Geschichte schreiben kann, die selten zu den Punkten kommt, an denen gesaugt, gepumpt und gestöpselt wird. Verlagern sie die Orte, wechseln sie die Geschlechter, benutzen sie andere Sprachelemente und füllen sie die Lücken - dann können aus diesem Entwurf einige Dutzend erotische Geschichten entstehen.

Also keine Angst, meine Damen – ich mache ihnen keine Konkurrenz. Ich wollte es nur beweisen.

Der Hinweis einer Dame auf Fuß- und Schuhfetischismus veranlasste mich, mal wieder in meinen Archiven zu blättern – und siehe, ich stieß auf den Schuhfetischisten unter den Bloggern, der allerdings inzwischen sein Blog gewechselt hatte. Er zeigt überwiegend Schuhe, Bettschuhe zumeist.

Meinen Leserinnen und Leser möchte ich dieses Bild nicht vorenthalten. Falls jemand glaubt, mein Fetisch sei wirklich der Fußfetisch, so muss ich ihn enttäuschen – aber mich würde wirklich interessieren, wie viele Männer das Ablutschen der einzelnen Zehen wirklich als Vergnügen empfinden, und nicht nur als Rollenspiel. Was mich beinahe dazu veranlassen könnten, einen Artikel über „echten Fetischismus“ und „Fetische im Rollenspiel“ zu schreiben.

Das Bild stammt aus einem Web-Archiv - das copyright ist mir leider unbekannt.

erntezeit

Nach einer neuen Studie sieht es zunächst recht goldig aus für die deutschen Blogs: Demnach sollen sich 68 Prozent der deutschen Blogleser in Blogs über „die neuesten Trends, News und Meinungen“ informieren. Das Fazit derselben Pressemitteilung kling aber eher spröde: „Internet-User“, so heißt es letztlich, nutzten Blogs „flankierend“ zu anderen Informationsquellen.

Vorläufig kann ich nur sagen: Sie tun gut daran. Wenn wir als Blogger dies ändern wollen, müssen wir den Spieß umkehren: Bei uns müssen die relevanten Informationsquellen gebündelt verfügbar sein – und das heißt vorläufig mit dem offiziellen Journalismus eng zusammenarbeiten.

Links:
Die Studie.
Eine weitere Meinung von Sehpferd.

Sie wissen, was ein Wackeldackel ist? Sehr richtig, ein aus Kunststoff gefertigtes Dackelmodell mit beweglichem Kopf und gelgentlich auch beweglichem Schwanz, das durch die Bewegungen des Fahrzeugs in Schwingungen versetzt wird. Diese Bewegungen werden durch einen geeigneten Mechanismus so übertragen, dass am bewegliche aufgehängten Kopf (oder auch Schwanz) ein Bewegungseffekt ("wackeln") entsteht. Wikipedia kann es, wie immer, noch viel schöner.

Und hier auch gleich eine Korrektur zur Überschrift: ©Wackel Marie und ©Zappel Marie und ©Wobbel Venus (ich glaube Wackeltusse® existiert noch nicht). Also, nochmal, die MD0, eben jene ©Wackel-Was-Auch-Immer ist „speziell für unsere Autofahrer oder Fernfahrer entwickelt worden. Die tägliche Begleitung und immer die wichtigsten Attribute der weiblichen Gestalt im Blickfeld. Während der Autofahrt heben und senken sich ihre prallen und besonders weichen "Wackel-Brüste" je nach Straßenlage.“(Zitat des Herstellers).

Da die Firma, die es herstellt, ein „Nur für Erwachsene“ Plakat über ihr gesamtes Angebot geklebt hat, kann ich hier auch nicht direkt verlinken – der Grund liegt darin, dass man noch andere Silikon-Püppchen im Angebot hat, die nicht einfach nur die Brüste wackeln lassen.

Der Büromanager von Nerve meinte jedenfalls zu dem Angebot des Hauses Microdoll: „How Fantasiereichen“. Well, wasn’t it for Shlappinweinerschnitzel? (Das müssen sie schon bei Google nachschlagen).

Bevor ich vergesse, ihnen dies zu erzählen: Miss Poppy hat neue „Geschenkartikel“. Fall sie glauben, dass ihr Freund endlich wissen sollte, was sie wirklich wollen – bestellen sie mal zwei Dutzend.

Falls er eine empfindsame Seele hat oder gerade Stress im Beruf: Lassen sie es lieber bleiben – und vor allem – bestellen sie nicht aus Versehen die falsche Farbe.

Für manche Menschen hier bin ich eine Persönlichkeit, der sie lieber nicht begegnen möchten, für andere eine, der sie unbedingt einmal begegnen wollen. Ich polarisiere also.

Vielleicht sollte ich Ihnen dies erklären: Mit dem Strom schwimmen ist einfach – das können sogar tote Fische. Gegen den Strom schwimmen ist schwer, aber weitgehend nutzlos – es sei denn, man wäre ein Fisch, der zu den Quellen zurück muss. Darauf kann ich aber weitgehend verzichten.

So halte ich es denn mit meinem eigenen Fluss, meiner eigenen Geschwindigkeit: Mal schnappe ich nach Luft, dann tauche ich tief, mal schwimme ich mit den Leuten, die das schnelle Wasser nützen wollen, mal begleite ich die, die heftig gegen den Strom schwimmen, mal überquere ich den Fluss und mal ankere ich mitten im Fluss und beobachte, was so an mir vorbeitreibt.

Das ist eine Seite. Deswegen mögen mich Leute, deswegen hassen mich Leute und deswegen versuchen sich Leute mit mir zu streiten. Sehen sie, und da geht es los: Wenn sie sich streiten wollen, haben sie einen Grund – vielleicht kann ich dann noch etwas für sie tun, vielleicht auch nicht. In jedem Fall profitieren sie davon – nicht ich. Also überlegen sie gut, bevor sie mit mir streiten.

Warum ich das schreibe? Weil all das individuelle Gezerfel gar nichts bringt. Wenn überhaupt etwas hilft, dann nur dies: Gemeinsam an einer Sache arbeiten, jeder so, wie er kann. Konkrete, erreichbare Ziele definieren. Sie konsequent verwirklichen. Dabei zu helfen, ist das, was ich Ihnen allen anbieten kann. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

Ich wurde gefragt. Nun, hier ist der Text:

Meine Schulzeit? Oh ja, meine Schulzeit. Derbe, viel zu kleine Holzbänke, viel zu viele Kinder, Nachmittagsunterricht aus Schulraum- und Lehrermangel, diese merkwürdigen Deckenleuchten, Schiefertafeln, Griffel, Schulspeisung.

Und ich? Kind einfacher Eltern, geliebt wegen meiner Intelligenz, verlacht wegen meines mangelnden sportiven Ehrgeizes, lernbegierig auf meine Art – und nur auf meine. Zuerst eine großzügige, verständnisvolle Lehrerin, dann eine Dame, die „riebergemacht“ hatte – keine bremische Kultur, nicht einmal eine Norddeutsche, sonder irgendeine andere - und schon ziemlich elitär. Doch der kleine Junge konnte sich noch durchsetzen.

Dann die andere Schule. Studienrätinnen und Studienräte, die meisten kaum mehr als mäßig intelligent. Sie hassten den kleinen Jungen einfacher Eltern, so, wie er sie hasste. Graue Menschen mit roter Tinte in den Adern, manche im Hintergrund noch ganz den alten Nazis verhaftet. Die ersten Jahre Deutsch und Geschichte und Französisch und Englisch bei unmöglichen Gestalten gehabt. Hätte ich nicht schon Englisch gekonnt, dort hätte ich es nie gelernt.

Argwohn gegen mich und noch einige andere Mitschüler, die nicht “so recht aufs Gymnasium passten“ – dabei war die Schule, an der ich war, ein ganz gewöhnliches Gymnasium, das froh sein konnte, überhaupt Schüler zu haben – besonders angesehen war es nicht. Auch die Geld- und Geisteseliten (zu denen natürlich auch Lehrerkinder zählten) unter den Schülern verachtete die kleine Gruppe von Underdogs: nicht der richtige Umgang. Nicht stramm genug. Nicht Deutsch genug. Nicht Gymnasialreif – und überhaupt schlechte Vorbilder.

Es gab andere – der olle Gramse, mein zweiter Deutschlehrer versuchte es wenigstens mit Geist. Mir attestierte er, dass ich es nie zu vernünftigem Deutsch bringen würde. Deswegen, unter anderem, wurde ich Schriftsteller. Dann natürlich Quante, der toll dreiste Mathematiklehrer. Er hieß tatsächlich so, und es gab kaum einen Schüler, schlecht oder gut, der ihn nicht rühmte. Er hatte vom Gymnasium bald die Nase voll und versuchte eine bessere Karriere als die, die einem Schulmeister blüht.

Und ich? Mich interessierte das alles nicht, von mathematischer Logik und Englisch einmal abgesehen. Was die Lehrer von mir wollten, war mir gleichgültig - ich wollte das durchsetzen, was ich wollte, und der Kampf ließ sich an der Schule nicht mehr gewinnen. Von heute aus gesehen ist es ein Wunder, dass ich es überhaupt duchgestanden habe.

Das Englisch ließ sich immer mal wieder verwenden, aber die Mathematik drehte sich so, wie sich auch mein Hirn drehte: Analyse zuerst, dann langsam auf den Punkt bringen, schließlich Lösungen vorschlagen. Davon lebe ich seither. Schriftsteller, ich sagte es schon öfter, bin ich zwar auch, und ja, ich lebe auch davon. Aber wenn ihr es wüsstet, was ich da schreibe, würdet ihr euch zu Tode lachen. Das kann ich nun wirklich nicht verantworten. Ich brauche meine Leser noch.

Die Neuigkeiten, Analysen, Meinungen und Trends zu Blogs finden sie ab sofort auch auf auf Sehpferds Blog. Hier die Kolumne zu den Zukunftsaussichten von Erotik-Blogs.

Ansonsten bleibt hier alles so, wie es war: Lust und Frust eines Diagonaldenkers.

Bevor ich vergesse, Ihnen dies zu erzählen: Selbst Mutter Natur schreckt nicht davor zurück, täglich diese widerwärtigen erotischen Assoziationen zu produzieren - ob Maiskolben, Kohlköpfe oder gar Früchte: Sie alle sind so entsetzlich pornografisch – vom Spargel gar nicht erst zu reden.

Via Flesbot

Wenn eine Frau einen Mann trifft, den sie nicht kennt, geht sie immer ein Risiko ein – sicher, das Risiko ist für manche Damen, die dies für den allgemeinen Geschmack zu oft tun, vermutlich größer als für den Rest der Frauen. Doch der Rat, den die Erotik-Bloggerin und Sexarbeiterin Vanessa Sue gibt, mag für alle Menschen gelten, und keinesfalls nur für Frauen – wenn du ein schlechtes Gefühl vor dem Blind Date hast – dann gehe gar nicht erst hin.

Damit sie nicht den Glauben an die Menschheit verlieren: Ausgangspunkt war eine Satire mit virtuellen Bildvorstellungen. Ich wurde gebeten, diese Vorstellungen in Prosa zu verwandeln, was die Sache natürlich verkompliziert. Dabei habe ich noch schnell Nachtfalter erfunden, weil die Geschichte von einer Dame geschrieben sein muss. Also, hier ist sie:

(sehpferd, so weit)

Wandlung (1. Episode der Nachtfalterin).

Wo war doch noch die Ampulle? Dort. Der Stoff, rot wie Blut, gleich werde ich ihn virtuell einspritzen. Aber ich, Dr. J., ich werde diesmal nicht Mr. H. – ich werde eine dieser bloggenden Schlampen, verstehen sie? High Heels, Strapse, schwarze Unterwäsche. Ich werde Nachtfalter.

<Hier beginnen, wenn sie vom Ende her kommend weiter lesen wollen>

Nachtfalter sitzt stets in jedem kleinen Café am Ende der Straße. Sie kennen mich. Ich bin die im schwarzen, etwas zu eng geschnitten Kleid – ja, die mit dem etwas zu kurzen Rock. Ja, die mit dem schmalen, etwas traurigen Gesicht, die mit den tief liegenden, dunklen Augen. Ich lese ein Buch, das ich von Zeit zu Zeit verträumt zur Seite lege. Ich schließe dann die Augen halb und streiche mir mit den Fingern den Rest des Kaffees von den Lippen.

Ich warte, bis sich ein Herr zu mir setzt. Es dauert meist nicht lange. Er schenkt mir ein Glas Sekt und flirtet mit mir. Wenn er nett ist, lade ich ihn nach Hause ein. Ich bin darauf eingestellt, dass er nur eine Nacht bleibt. Aber ich will es wissen. Ich werde drei Bilder von mir machen: vorher, währenddessen und nachher. Wenn sie den dritten Artikel gelesen haben, müssen sie wieder zu diesem zurückkehren.

Bilderstellung (2. Episode der Nachtfalterin).

Ein Bild. Klick. Das bin ich, verführerisch. Frisch rot belippt, Hauskleid, das viel von meinen Brüsten zeigt. Appetitlich. Verführerisch? Man wird sehen.

Er kommt, sieh mich: Augen, Lippen, Brust. Trinkt anstandshalber ein Glas Wein mit mir, bekommt den Blick gar nicht mehr los von der Brust, sitzt unruhig: Hat keine Zeit, aber einen Steifen. Verheiratet, vermutlich.

Hat auch keine Fantasie. Legt mich auf den Rücken, küsst mich ein paar Mal. Der Form halber. Schiebt das Hauskleid hoch, öffnet die Hose, drückt gegen die Stelle, von der er meint, dass sie sich öffnet. Ich kann gerade noch ein Kondom aus dem Nachtkästchen holen, ihm Latex über das Fleisch streifen. Er arbeitet schwer für seine Lust, keucht, verströmt sich in das Kondom, strahlt mich an. Ein Bild. Klick.

Er entschuldigt sich, gehen zu müssen, lässt das Kondom im Bett liegen, küsst mich flüchtig, Tür zu. Ich lege mich wieder ins Bett, versuche, an gar nichts zu denken. Ein Bild. Klick. Das war es also.

Ich stelle die Bilder ins Netz. Schreibe einen Text dazu. Diesen Text. Was, um Himmels willen, schreibe ich eigentlich morgen?

Bildbeschreibung (3. Episode der Nachtfalterin).

Drei Bilder. Davor. Dabei. Danach. Davor - erkenne ich mich. Ich will es wissen. Dabei – fahl, gelangweilt, die Pupillen mäßig geweitet. Muss vom Blitz kommen. Danach – ich sehe beschissen aus. Morgen muss es besser werden. Wenigstens dabei.

(Bitte wieder von vorne zu lesen).

Nichts ist Selbstverständlicher als die Idee, in Blogs über die eigene Stadt zu berichten – davon ist der deutsche Blogger „Sehpferd“ überzeugt. Er nennt als Beispiel die regionalen Zeitungen, die ja jeden Tag über die Stadt berichten, schränkt dann aber ein: „Sehen sie, diese Leute berichten das, was die Bürger der Stadt interessiert – aber das ist nicht genug. Sie müssen das zeigen, was die Besucher ihrer Stadt interessiert“.

Sehpferd meint, dass die Themen förmlich auf der Straße lägen, und er empfiehlt buchstäblich, doch mal die Straßen anzusehen, nämlich den Blick nach oben und nach unten zu lenken. Wer gerne einmal ein Bier trinkt, wird sicher eine Gaststätte kennen, in der außer Bier noch etwas Besonderes geboten wird – auch außerhalb Münchens, und Stuttgart ist voller kleiner Weinlokale und verschwiegener Plätze, in der man hervorragend sein „Viertele“ trinken kann, weiß er. Themen, über die man „bloggen“ könnte, verrät er regelmäßig auf seiner Webseite http://stadtblog.blogg.de , und in der Tat gibt es dort viele Hinweise: vom Jugendstil über die Jazzlokale und Parks bis hin zu den Würstchenbuden.

„Wir sind erst am Anfang“ sagt der Blogger, der zurzeit die Städte Budapest, Kopenhagen, Oslo, Stockholm und Helsinki betreut, wobei er die skandinavischen Städte gerne zugunsten einheimischer Blogger aufgeben würde. Gerade ist ein Berlin-Blog hinzugekommen, und Sehpferd hofft weiterhin auf mehr zuwachs – vor allem Wien, München und seine Geburtsstadt Bremen würde er gerne noch aufnehmen, doch die Pläne gehen eindeutig Richtung Europa: „Wenn wir einmal Wien, Budapest, Berlin, Paris und London haben“, meint der Blogger, dann haben wir den Durchbruch geschafft“.

In Paris haben sich bereits Kontakte ergeben, doch für London wird noch ein Europa Stadt Blog gesucht. Warum er das alles macht? „Fragen sie nicht nach dem warum“, rät er, „Leute, die immer erst nach dem warum fragen, bringen nie etwas zustande – machen sie es einfach“.

Wer Tipps für Stadtblogs sucht oder sonstige Anregungen für Blogs hat, kann sich an Sehpferd wenden.

Kontakt:
Sehpferd@sehpferd.de

Webseite:
http://www.sehpferd.de

Stadtblog:
http://stadtblog.blogg.de

Bei Bloggywood gelesen – oder vielmehr erhascht, denn Bloggywood schreibt nie viel – einen Link auf eng sitzende Jeans – vorläufig sitzen die Jeans nur eng an Frauenkörpern. No men? Wahrscheinlich würden sich viele Frauen danach verzehren.

Ich bin nicht immer begeistert von dem, was Bloggywood macht – aber er ist innerhalb eines Jahres einer der erfolgreichsten Blogger geworden, der alles verwurstet, was irgendjemanden interessieren könnte – meist Banales, manchmal Erotisches, aber eben immer das, was die Leute interessieren könnte. Dabei verwendet er den gleichen Trick wie der Schockwellenreiter in Deutschland, nur, dass er ihn noch perfektioniert hat: Wenig, möglichst gar nichts selbst schreiben, sondern heftigst in der Welt herumverlinken.

Nun hat sein Blog sein Einjähriges: herzlichen Glückwunsch, Bloggywood.

Neben allen Kombinationen mit „Pfingsten“ hat die Uni Leipzig diesmal ausgemacht, dass „Karneval“ das Ereignis des Wochenendes ist. Da ich begeisterter Stadtblogger bin, weiß ich natürlich, dass der Karneval der Kulturen in Berlin gemeint ist. Doch wer weiß es sonst schon? Sie, liebe Leserin, lieber Leser. Jetzt.

Also: Karnevalswochenende.

„Escort“ ist der vornehmere Name für das Gewerbe. Eine allein erziehende Mutter tut es und schreibt darüber in ihrem Blog – und unter anderem, warum sie den Job hasst und liebt.

Merkwürdigerweise treffen einige der Punkte auch auf andere Tätigkeiten zu – jeder, der in irgendeiner Weise allein arbeitet und es bestenfalls noch mit Kunden, Klienten oder anderen flüchtigen Partnern zu tun hat, wird mir zustimmen. Der einzige Unterschied: Die meisten unserer Berufe genießen gesellschaftliches Ansehen – der Beruf der Escortdamen (noch) nicht.

Ich kenne zufällig das Wort „loudenboomer“, das einst zum deutschen Wissenschaftlerjargon für die Atombombe gehörte – heute lebt der Ausdruck immerhin noch in einem Niederfrequenzverstärker fort, der eben „Laut Bums“ macht – der Loudenboomer eben – und leider auch in Munition.

Aber was, bitte, ist „weinerschleider“? Selbst die Durchforstung von Google, Yahoo und etlichen anderen der üblichen Verdächtigen bringt nichts, ich schwöre es, nur ein so genanntes Sexblog bringt es: "Ez" treibt es mit "Tbear", "Tbear" treibt es mit "ez". Nach zwei erfolgreichen Durchgängen ihres Sports schlägt "ez" vor, einen Dritten zu beginnen, zu dem man „weinerschleider“ braucht – „Something about the German word for lubricant is ‘weinerschleider’.” Nun – an anderer Stelle fand ich „Wienerschleider“ für Vaseline, was der Sache schon recht nahe kam – doch das Rätsel des „Weinerschleiders“, zu Deutsch des Gleitmittels für Analverkehr, ist damit noch nicht gelöst – vielmehr wurde mir ein neues aufgegeben – „Stoppentitzenfloppen“ soll ein anderes deutsches Wort für „Büstenhalter“ sein. Nun, irgendwie habe ich etwas versäumt.

Wir haben in manchen Blogs jüngst erfahren, dass die so genannten „Sexblogs“ sich vermehren wie die Kaninchen. Verifizieren kann man es weder in Deutschland noch in den USA – und die Kunde, die aus Japan zu uns kommt, sagt eher dies aus: Blogs sind nicht nur oft billiger und einfacher zu gestalten als Webseiten, sondern sie lassen (zumeist) auch eine gewisse Anonymität zu – und dies kommt den oft sehr jungen Damen in Japan entgegen, die von bestimmten Diensten leben.

Auf der anderen Seite entstehen durch die Blogbegeisterung natürlich auch ganz neue Medien, und ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein Mensch nach lange durchgehaltener, erotisch wenig ansprechender Ehe sehr überrascht ist, welch Blüten plötzlich für ihn blühen. Junge Menschen unter den Bloggern sollten vielleicht daran denken, dass die neuen Erfahrungen, die ein Mensch über 40 im Bereich der Lust macht, von jenen, die ein Mensch mit 20 hat, durchaus abweichen können – vor allem die Empfindungen sind in den späteren Jahren völlig anders als in der frühen Jugend.

Und bevor ich vergesse, dies zu erwähnen: Die körperliche Liebe gehört zum Leben wie essen und trinken. Wer den Genuss beschreiben kann, mit dem er gestern ein Fünf-Gänge-Menü mit einem überraschend servierten Champagnersorbet verspeist hat, sollte auch das recht haben, die Genüsse zu beschreiben, die ihr oder ihm die Liebe beschert.

Die Vorstellungen von Satan sind so verschieden wie die von Gott. Wir kennen ihn von der Bühne als verführerisch säuselnden, weltgewandten Herrn mit guten Manieren, doch wissen wir aus der gleichen Quelle, dass ein Pakt mit dem Herrn gar üble Konsequenzen haben kann.

Ganz andere Konsequenzen freilich hat die satanische Begegnung für die „Satan’s Cheerleaders“. Sie leben davon, des Teufels Cheerleaders zu sein, und siehe, es zahlt sich aus. Nicht für den Teufel, sondern für die Mädchen – ihr Terminkalender ist gut gefüllt.

Sollten die Biografien stimmen, muss man den Hut vor den Mädchen ziehen – wer so einen Lebensweg hatte und dann doch noch auf die Bühne kommt, und sei es als des Teufels Cheerleader, der verdient Respekt – und ob die Damen wirklich des Teufels sind, mag jeder selbst entscheiden. Verkaufen lässt sich die Masche jedenfalls offenbar gut.

Nein, sie denken schon wieder, was sie gerne denken würden, aber ich dachte gerade an eine Webseite, die so heißt.

Die Dame, der das Ganze gehört, lässt sich vorsichtshalber für ihre Webseite eine Bestätigung geben, dass Besucher auch wirklich erwachsen sind. In ihrem Blog folgt sie offenbar nicht ganz so strengen Regeln. Ich las ein paar Anmerkungen zur Ausübung.

Die Menschen, die hier pausbäckig von „Pornografie“ oder beseelt von „Erotik“ reden, ahnen oft nicht, dass es Lebensformen gibt, bei denen sich ihre Pupillen vor Entsetzen weiten, die aber die jeweiligen Spieler eher gelassen sehen: das Verhältnis der „Sklavin“ zum Meister beispielsweise oder eben auch das Verhältnis eines Sklaven zu seiner Meisterin.

Wer dergleichen als Zeitgeschehen beobachtet, bekommt Abstand. Alle anderen müssen offenbar Grabenkriege ausführen: Der Anstand kämpft Scheingefechte gegen die Perversion. Ich, für meinen Teil, sehe es mit Abstand. Wie die Mutter ihrer 9-jährigen Tochter erklärt, dass sie eine Sklavin ist, muss sie allerdings selber wissen. Ich könnte es nicht einmal einer erwachsenen evangelischen Feministin erklären – jedenfalls nicht so, dass sie es wirklich versteht.

Ich hatte bereits vorher vom Blog einer Sklavin berichtet.

Pünktlich zum ersten Jahrestag der EU-Erweiterung hat der deutsche Blogger „Sehpferd“ sein neues Projekt auf den Weg gebracht: das Europäische Stadtblog.

Ziel des Projektes ist, in möglichst vielen europäischen Städten „Stadtblogs“ entstehen zu lassen, also tagebuchähnliche Informationsseiten über das Leben in der jeweiligen Stadt. „Sehpferd“ ist sich bewusst, dass er hier noch einen steinigen Acker vorfindet. „Blogger“, so weiß er aus umfangreichen Recherchen, „sind viel zu oft in ihre Empfindungen verstrickt“. Ihre weitere Lebensumgebung, die Stadt, würden sie deshalb oft gar nicht wahrnehmen.

Doch der Initiator ist zuversichtlich: Er hofft, dass sich neben einigen bereits etablierten Bloggern auch andere Menschen beteiligen, die zuvor noch nie auf die Idee kamen, ein Blog zu eröffnen. Er will jedenfalls wissen, dass bei einigen ehemaligen Lokalredakteuren „Tonnen von Material“ lagern würden – Material, dass in den Lokalzeitungen keine Chance auf Veröffentlichung hätte.

Sehpferd gibt in seinen Blogs und anderwärts zahllose Anregungen für Stadtblog-Themen: von dem Blick nach oben auf die Schönheit alter Fassaden bis zum Blick nach unten auf Gullis, Stadtgras und Hundekot. Doch die eigentlichen Stadtgeheimnisse, so meint er, lägen wahrscheinlich gleich um die nächste Ecke – man müsse sie nur erkennen – denn von der Currywurstbude bis zum Blumenladen weiß er von zahllosen Orten zu berichten, in denen sich das Leben nicht so abspielt, wie es in Reiseführer steht.

Im Gegensatz zu anderen Bloggern, die in steter Fehde mit den Journalisten liegen, möchte Sehpferd die aktiven und ehemaligen Zeitungsschreiber durchaus mit im Boot haben. Nach seiner Meinung läge hier gegenwärtig ein großes Potenzial brach, dass es noch zu nutzen gelte. Alle Interessenten, seien sie Journalisten, Blogger oder einfach Neugierige können sich an Sehpferd Email-Adresse wenden.

Zu verdienen ist bei der Sache freilich nichts – Bloggen ist eine brotlose Kunst, die man lediglich um der Freude willen betreibt – und, wenn es um Stadtblogs geht, sicher auch aus Liebe zu seiner Stadt.

Über Sehpferd:

Sehpferd ist das Web-Pseudonym eines deutschen Blogger mit breit gefächertem beruflichen Hintergrund. In Norddeutschland geboren, lernte er mit etwa 25 Jahren die Vorteile Süddeutschland kennen, bevor er beruflich zahlreiche europäische Städte besuchte. Seine Initiative für das Stadtblog-Projekt beruht auf der Erkenntnis, dass Europa zusammenwachsen muss und dass dazu noch viele Aktivitäten notwendig sind. Sehpferd hilft gerne beim Gründen neuer Stadtblogs, muss aber sagen, dass er beruflich vorerst noch anderweitig gebunden ist. Seine gegenwärtige Wirkstatt liegt in der Nähe von Basel, jedoch hat er enge Bindungen an die ungarische Hauptstadt Budapest.

Hinter den Stadtblogs steht keine Gewinnabsicht.



Webseite: http://www.sehpferd.de
Stadtblog: http://stadtblog.blogg.de/
Email: sehpferd@sehpferd.de

Gutmenschen werden in Deutschland nicht etwa diffamiert, wie es jüngst der Dichter Günter Grass ausdrückte, sondern veredelt: Was sie denken und fühlen, ist keinesfalls gut, sondern sie veredeln ihre Gedankengänge nur damit, dass sie Argumente durch positiv besetzte Empfindungen zu ersetzen versuchen: Eigentlich ist dies ein Griff in die Trickkiste der Rhetoriker.

Gefühle sind aber keinesfalls immer besser als Verstand. Die vorgeblichen Gutmenschen, die ihr braves Glasmännlein dauernd gegen den bösen Holländermichel ausspielen, sollten sich vielleicht einmal vergegenwärtigen, dass erst die Kombination von Verstand und Gefühl günstige Entscheidungen ermöglicht – und solche Prozesse suchen wie bei den so genannten „Gutmenschen“ leider oft vergeblich.

Typisch für den Gutmenschen ist, die Folgen seiner gut gemeinten Gedanken nicht zu beachten. Die Dinge, die der Gutmensch vertritt, sind deshalb gut, weil er sie für gut hält – gleichgültig, welche Folgen dies haben mag.

So lehnt der Gutmensch zum Beispiel Kinderarbeit ab, kann sich aber ebenso keine Alternative vorstellen, wie die Familien ohne Kinderarbeit überleben sollen. Es ist ihm –letztendlich- gleichgültig, solange sein Gedankengebäude nicht zusammenfällt.

Der deutsche Blogger Sehpferd verkauft ab sofort die unter seinem Namen registrierten Domains mit teilweise attraktiven Namen für erotische Webseiten:

lechzen.de
sehnlich.de
sehpferdchen.de
wortwechsler.de
fotolust.com
mehrhaut.de

Anfragen bitte an sehpferd@sehpferd.de

Stichwort: Domains.

Manchmal verändert sich die Kultur durch technische Medien. Neu ist dies nicht – wir erinnern uns noch vage an die Erfindung des Telefons, oder vielmehr daran, dass sich ein gewöhnlicher Angestellter eines leisten konnte. Schon weitaus mehr Leute werden sich an die Einführung von Email erinnern – eine weltweite Revolution des Schreibens wurde vorausgesagt, und tatsächlich gab es ein Strohfeuer der Begeisterung: Ich konnte morgens einer Frau in New Orleans schreiben und bekam schon abends eine Email zurück, ja, und es gab SMS, ein Medium, das auf den Tod der Schreibkultur hindeutete, und nun gibt es Blogs.

Wir wissen, dass sie etwas bedeuten – aber wir wissen oft nicht, was sie bedeuten. Mario Sixtus behauptet, dass nun endlich der Mensch zum Menschen käme – etwas, das Chats und Foren auch schon mal von sich behauptet hatten und dass durch Emails und SMS notfalls auch bewiesen werden könnte.

Also, wenn sie mich fragen sollten: Blogs werden die Welt verändern – wenn wir wollen. Doch das Wollen erscheint mir, mindestens in Deutschland, noch sehr in den Kinderschuhen zu stecken. Und auch das, was Mario Sixtus sonst so behauptet: Im Moment scheinen mir die Blogger noch keine Vor- und Nachnamen zu haben, sind bei weitem noch nicht echt genug und haben nach wie vor Angst davor, mit ihren eigenen Aussagen konfrontiert zu werden.

Früher hatten es junge Damen leicht: Sie konnten sich, wenn ihnen allerlei Malheur mit einem Herrn passiert war, einfach darauf herausreden, in Wohnungsfallen gelockt, mit Versprechungen vernebelt oder mit Alkohol enthemmt und dann durch Salamitaktiken verführt worden zu sein. Eine Eigenverantwortung wurde nicht angenommen.

Heute lamentieren sie natürlich auch noch – nur glaubt ihnen niemand mehr. Denn die Raubkatzen, die jetzt des Nachts auf die Pirsch gehen, wissen sehr wohl, was sie tun. Sie haben ihre eigenen Wohnungsfallen längst komfortabel ausgestattet, locken mit eigenen Versprechungen und wissen sehr genau, wie man die enthemmte Verführte auch ohne Alkohol spielen kann. Liebe junge Damen, lassen sie sich sagen: Inzwischen wird von den Herren eine gewisse Eigenverantwortung unterstellt.

Indessen: Mögen die Zeiten sich auch geändert haben, das Kokketieren ist geblieben: Zum Beispiel, damit zu kokettieren, eben nicht verantwortlich zu sein.

Bei meinem jüngsten Artikel über japanische erotische Blogs, so genannte Erogs, konnte ich meinen Leserinnen und Lesern noch keine Beispiele präsentieren – aber sie sind genau so, wie sie es sich vermutlich schon vorgestellt hatten – spärlich bekleidete junge Japanerinnen zeigen offenherzige Fotos von sich selbst. Eigentlich wäre wirklich interessant zu wissen, was sie dort so schreiben ... aber irgendwie kann ich mir das auch denken, ohne japanisch zu können.

Jedenfalls hat Fleshbot weder Kosten noch Mühe gescheut, um ein paar Beispiele ausfindig zu machen.

Mein dritter Artikel hat über 10.000 Leserinnen oder Leser (meinetwegen auch Klickerinnen oder Klicker) gefunden. So recht froh macht mich die Sache dennoch nicht, denn nur zwei Artikel aus meiner immerhin sehr fruchtbaren Produktion des Jahres 2005 sind überhaupt unter den ersten 25. Den schnellsten Aufstieg hat ein Artikel über eine rüschenbehoste Schöne geschafft. Was mir wirklich gefällt: Der Artikel über eine ehrenamtliche Helferin, die bei den „Grünen Damen“ auf keinen grünen Zweig mehr kam, nachdem sie sich dürftig bekleidet für einen guten Zweck hatte ablichten lassen. der Beitrag hält sich konstant unter den ersten zehn.

Nachdem sich in den letzten Wochen und Monaten so viele Menschen darüber erregt haben, dass es immer mehr Blogs mit so genannten „pornografischen“ Inhalten gibt, kann nur noch die Satire helfen, um den grellen Schein der Wahrheit auf die verlebten Fratzen des Schmuddelgewerbes zu richten. Hier also die ultimative Standortbestimmung:

Wenn sie sich einmal vor Ausübung des Geschlechtsverkehrs, einmal währenddessen und ein drittes Mal danach fotografieren lassen, dann ist das ein möglicherweise beglückendes persönliches Experiment, wenn sie es bloggen, sind sie eine von diesen Schlampen, die nichts anderes im Kopf haben als ein neues beschissenes Sexblog zu eröffnen.

Wenn sie nun dergleichen Fotos privat häufiger anfertigen, ist es Teil einer persönlichen Selbsterfahrung und kann dazu dienen, ihr sexuelles Ich im Schein des Blitzlichtes zu völlig neuen Höhen zu führen. Wenn sie es veröffentlichen, wird die Sache differenzierter – es kommt dann nämlich darauf an, wie sie es machen.

Wenn sie vorher, währenddessen und nachher möglichst unbeteiligt aussehen, die Fotos in immer gleichen Formaten in Kontrast betontem Schwarz-Weiß veröffentlichen und möglichst unverständliche, knappe Kommentare dazu schreiben, ist es ein wichtiges Projekt zeitgenössischer Kunst. Wenn sie hingegen mehrere Fotos der einzelnen Phasen des Geschlechtsakts in Farbe zeigen und dabei unterschiedliche Bildformate benutzen, und zudem als Darstellerin deutliche Emotionen erkennen lassen, ist es erotische Schundliteratur, und je nachdem, wie deutlich die Bilder von den einzelnen Phasen Details geschlechtlicher Betätigung erkennen lassen, ist es Pornografie – es sei denn, sie würden die Fotos abermals in kontrastintensivem Schwarz-Weiß veröffentlichen und möglichst kleine quadratische Formate verwenden.

Bitte schön, Madame: ihr Projekt. Sie wissen ja nun, wo sie ansetzen müssen. Ich verrate ihnen noch schnell ein Geheimnis: Die einfachste Digitalkamera reicht, um den Versuch zu starten. Falls sie an Kulturschöpfungen denken, sagen sie bitte, dass sie grundsätzlich mit der von ihrem Vater geerbten Rolleiflex fotografieren würden. Dann gehen die Köpfe hoch – ich verspreche es ihnen.

Gestern haben sie also das Gesetz eingebracht, die weltfremden Parlamentarier aus CDU und CSU, die damit offenbar einmal mehr populistische an die Front wollen, die sonst schon von der BILD-Zeitung besetzt ist.

Ihr Ziel: Freier von so genannten „Zwangsprostituierten“ sollen ab in den Knast – bis zu fünf Jahren. Der Gesetzentwurf der christdemokratischen Populisten stößt allerdings bei den Betroffenen, also Opferverbänden wie auch Justiz und Polizei, auf wenig Gegenliebe: Eine „Zwangsprostituierte“ arbeitet deswegen unter Zwang, weil sie von einer Gruppe von Menschen, gemeinhin als „Zuhälter“ bekannt, dazu veranlasst wird.

Eben jene aber, so der Polizeiexperte Manfred Paulus nach einem Bericht des „SPIEGEL“ würden durch alte wie auch neue Gesetzte kaum belangt: „die Täter (in Zuhälterprozessen) wüssten, dass ihnen die ‚laschen’ Gesetze im Ernstfall kaum gefährlich würden und die Urteile nicht allzu hart ausfielen“.

Die als Freier verdächtigten „Täter“ hingegen haben kaum eine Chance, festzustellen, welche Frauen „unter Zwang“ arbeiten. Weder die ausländische Herkunft noch das Aussehen oder Verhalten einer Prostituierten kann als „Verdacht“ hinreichen. Für Freier zählt nur das Bild, das Prostituierte nach außen zeigen: Das einer Hure eben.

Nur 23 Stimmen gab es gegen die EU-Verfassung im deutschen Bundestag – das sind zwar immer noch 23 zu viel, aber es ist doch ein Beweis dafür, dass die Demokratie funktioniert und Europa auch in Deutschland Ernst genommen wird.

Es ist aber auch ein deutliches Ergebnis gegen die Hetze linker und rechter Kreise, die in der Europa-Verfassung eine Bedrohung sehen. Insoweit darf man einmal mehr zufrieden sein mit der parlamentarischen Demokratie: wird sie von Randsiedlern verhetzt, hält sie doch im inneren zusammen.

In jenen Jahren, als die Herren noch als Triebtiere, die Damen hingegen eher als Haustiere galten (wer über 55 ist, dürfte sie noch kennen gelernt haben), in jenen lausigen Jahren also hätten vielleicht zwei Herren zusammen gesessen und sich gefragt, warum jener sehr gebildete Herr dort ein Verhältnis mit der Wurstverkäuferin hatte, und dann blickte man sich an und einer der Herren hätte bestimmt gesagt: DFG.

Inzwischen haben sich die Zeiten geändert, für Damen gilt längst, dass die Intelligenz kein Hindernis mehr für erotische Aktivitäten ist, sondern eher ein Antrieb, und für Herren? Nun, Intelligenz sei zwar prinzipiell nicht unbedingt ein Hindernis, doch bei vielen intelligenten Herren würde man als Frau die beabsichtige Funktionalität nicht beliebig vorfinden. Hingegen: DFG.


Anmerkung:

DFG – Das Verhältnis erfreulicher erotischer Aktivitäten ist der Intelligenz reziprok proportional – man kann es auch vulgärer ausdrücken. DFG eben.

Gelegentlich beschleicht mich das Gefühl, Personen aus einem Impuls heraus viel zu viel Aufmerksamkeit zu widmen, zumal, wenn sie dergleichen gar nicht verdienen.

Manchmal reicht mir die Scheinheiligkeit dieses Landes und seiner Menschen – gewiss hat sich Senator Peter Gloystein, CDU, nicht sehr hanseatisch benommen, als er in Sektlaune irgendeinem unserer Bürger den Schampus unmittelbar in die Kehle schütten wollte – er hätte sich ja immerhin erkundigen können, ob der nämliche Bürger nicht vielleicht Alkoholiker ist – da verträgt man keinen Sekt.

Aber die SPD-Hetze, die daraufhin sofort gegen den Senator eingesetzt hat? Die Blogger-Polemik hier auf Twoday? Überhaupt die Scheinheiligkeit der Linken? Wahrscheinlich hat der Senator recht, wenn er zurücktrat: Ein Staat, in dem man so humorlos ist, verdient keinen Peter Gloystein, und ein Staat, indem ein Obdachloser mehr Beachtung findet als ein Senator, muss sich wirklich fragen, wie er weiterhin glaubhaft existieren soll.

Damit keine Missverständnisse entstehen: Auch mich (als Butenbremer) befremdet das Verhalten des Senators. Doch hätte es mit einer Entschuldigung getan sein müssen. Es wird nicht erwartet, dass Senatoren es Jesus Christus gleich tun wollen.

Sylvie aus Innsbruck im österreichischen Tirol weiß, wie man Leser gewinnt: Man muss irgendein Reizwort als Titel in seinem Blog haben und dann vor allem dicke Backen machen: „Pornoblogs gehen mir auf die Nerven“, schreibt also Twodays Bloggerin „Nichtmädchen“, um dann sogleich als wichtiges Mädchen im Kreis ihrer Leserinnen und Leser zu verkünden: „hier bei twoday wimmelts ja nur so von lustreisen und sklave sowieso und S/M sowieso und irgendwelchen männern, die unter einem frauennamen pornostories schreiben und denken, keiner kommt drauf, dass sie kerle sind.“

Also, meine liebe Sylvia aus Innsbruck, erst einmal würde ich an deiner Stelle versuchen, zwischen „Pornografie“, „Erotik“ und „Literatur“ zu differenzieren, dann würde ich mich mir einen Abakus kaufen (oder Microsoft Excel) und mal hübsch zusammenzählen, wie viele Blogs es bei Twoday gibt und wie viele davon erotisch sind – Zweckmäßigerweise zählt man dazu Einträge – dann bekommt man ein sehr gutes Bild.

Drittens würde ich mir mal Gedanken über Wert oder Unwert der eigenen sexuellen Präferenzen machen, mein Toleranzspektrum und mein Selbstbild darin überprüfen und dann vielleicht mal überlegen, warum „die derzeitige Männersituation haarsträubend“ ist (Ihre Worte, verehrteste Sylvie).

Viertens möchte ich anmerken, dass es nicht nur „Kerle“ gibt, die „unter Frauennamen Pornostorys“ schreiben, sondern auch "Tussen" (ich hätte ich jetzt „Damen“ sagen sollen – es war lediglich eine Replik auf ihr Unwort „Kerle“), die durchaus wissen, was ein eigenes Sexualleben ist, und dies bei Twoday (zumeist beschönigt) beschreiben. Letzteres ist indessen legitim - man nennt es "Literatur".

Aber das ist es ja gar nicht: Mal das Empörungskorsett anlegen, Sylvie, nicht wahr? Ei, das bringt Leserinnen und Leser ... und außerdem kann man sich so schön aufregen dabei, und kommt mit so viel Menschen ins Gespräch: einfach toll, nicht wahr?

Sagte ich schon, dass ich keine Erotikblogs mag, es sei denn, sie wären intelligent? Nein? Dann sage ich es jetzt. Und für Nichtmädchen geht der Daumen nach unten. Nun ja, Sophie hatte eigentlich schon eine interessantere Antwort auf das Lamento des Nichtmädchens geschrieben als ich.

Ich weiß nicht, ob eine Werbekampagne allein reicht, um die Stimmung in Deutschland zu wandeln, aber ich weiß eines: Ein Pessimist ist so ziemlich das Schlechteste, was einem Bürger dieses Landes begegnen kann. Sehen sie, und deswegen freue ich mich auf die Ergebnisse der Werbekampagne. Die Menschen in unserem Land müssen lernen, dass nur sie selbst durch die Arbeit ihrer Hirne, Herzen und Hände die Lage in diesem Land verbessern können.

Ja, ich wünsche mir, dass die Innovatoren, die Erfinder und die Gründer wieder in das strahlende Licht der Öffentlichkeit kommen – sie sind es schließlich, die unsere Zukunft tragend gestalten werden – und nicht die Verwalter angestaubter Ideologien – merkwürdig, dass man diesen überhaupt noch zuhört, wenn sie nichts als graue Gedanken produzieren.

„Ich bin Deutschland“? Ja, es muss sein. Ich selber bin freilich schon einen Schritt weiter – ich bin nämlich bereits Europa.

Wie sie wissen, weigere ich mich konstant, irgendetwas über diese Organisation zu schreiben, und wenn sie auch tausendfach mit nackten Schauspielerinnen wirbt. Mein Grund: Ich mag keine Extremisten.

Andere haben andere Gründe – lesen Sie hier, was eine Verbraucherorganisation über PETA wissen will: Und vor allem – lesen sie sehr, sehr sorgfältig nach, mit wem PETA verbunden ist – vielleicht überdenken sie dann auch ihr Verhältnis zu diesen Organisationen.

Found via Bloggywood.

Früher, als die Klomänner in den erotischen Varietés noch Magazine mit halb ausgezogenen Frauen über dem Ladentisch und solche mit völlig ausgezogenen, eindeutig posierenden Damen unter dem Ladentisch verkauften – in eben jene Zeit fallen die „Girlie-Magazine“.

In Deutschland gab es auch eines: Es hieß „Gondel“ und war schrecklich skandalös, waren dort doch tatsächlich Damen zu sehen, die nichts als ihre Unterwäsche trugen.

Irgendwie rührselig, wenn man liest, dass zwei Traditionsmarken wie Rachengold und Atemgold verkauft werden sollen – und dies auch noch als das „aus für die Huste'guzel“ verkauft wird, und, nein, es ist nicht schön, wenn jetzt 150 Menschen auf der Straße stehen. Erinnern sie sich noch an die alte Werbung: „Wenn Petrus groll, nimm Rachengold“?

Doch warum stehen die Ragold-Mitarbeiter sie auf der Straße? Wegen des Käufers, der Firma Storck? Doch wohl nicht. Sie stehen dort, weil eine Unternehmerfamilie den Karlsruhern eine wirtschaftlich nicht mehr tragfähige Firma mit einem völlig veralteten Sortiment hinterlassen hat, während man in Mecklenburg-Vorpommern die modernen Marken pflegt – die gehören inwzischen dem Unternehmersohn, und diese wurden natürlich nicht mitverkauft.

Stilsicher hat ihren Berlin City Blog eröffnet – und, wie könnte es anders sein in diesen Tagen, mit einem Bericht und zahlreichen Gedanken zur neuen Holocaust-Gedenkstätte.

Nun steht es also da, schweigend, ohne Worte, ohne Hilfestellung, dunkel, nicht greifbar und kalt. Es ist weniger imposant, als gedacht. Und eindrucksvoller, als vermutet.“

Herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Start – und bitte mal einen Blick riskieren auf Berlin Retour. Nicht nur heute.

 

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