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Mit Weihnachten habe alle diese Seiten natürlich fast nichts zu tun. Die Zutaten sind trivial - meist reicht schon ein Fummel mit Pelzbesatz - wie als Glosse auch schon hier beschrieben.

Ich habe das Wort „aufsagen“ schon lange nicht mehr gehört, aber dies weiß ich noch genau: Dass wir Kinder uns früher bei den Großeltern immer unter den Weihnachtsbaum stellen mussten und unser Gedicht aufsagen: Es war vielleicht sogar einmal „denkt Euch, ich habe das Christkind gesehen“, obwohl eben jener blonder Flatterfratz bei uns in Norddeutschland gar nicht vorkam – und deshalb verstand dieses unsägliche Gedicht auch niemand. Das mag in Süddeutschland anders sein, wo ja jeder schon mal ein leibhaftiges Christkind auf dem Boden gesehen hat – nur beim Schwirren durch die Luft, da ist es eben schwer zu beobachten, dieses Christkind.

Also: Möglichst Mädchen sein, dann in Pose gehen (seht mal, wie wichtig ich bin) die Augen möglichst weit aufreißen, aber dabei versuchen, natürlich zu sein, Großeltern anblicken: „Denkt Euch“ ... dann den Blick wieder nach vorne, „ich habe“ in Alltagssprache, dann „das Christkind“ mit leicht gehobenem Kopf, beide Wortteile getrennt betonen, also Christ-Kind, beim „Ch“ den Blick verklärt nach oben richten, glücklich lächeln, und beim „gesehen“ schließlich den Sternenhimmel in den Köpfen leuchten lassen.

Ja, so war es, aber irgendwie anders. „Ihr müsst die Gedichte mit Betonung aufsagen“ lernten wir bei der Volksschullehrerin – und als wir eben jenes Gelernte dem Herrn Studienrat präsentierten, verbesserte er uns scharf: Ihr müsst den Sinn begreifen, das Gedicht in eurem Inneren fühlen und und es dann sprachlich gestalten.

Na klar. Ich wollte aber weder Schauspieler werden noch kam ich von drauß', vom Walde her, und den einzigen Wald, den ich bis dahin ernstlich wahrgenommen hatte, war der Stadtwald zu Bremen – und aus dem kam man nicht von „drauß“, sondern wartete an der Haltestelle auf den Autobus.

Genau das, was sie jetzt denken:

zirkus1

Ob es Ihnen schon aufgefallen ist, weiß ich nicht, aber ich empfand Lyssas Lounge schon immer als einen Ort gepflegter Langeweile. Das scheint abzufärben, vor allem auf „mindestens haltbar“ und neuerdings sogar auf die Auswahl des „Genitalen Grauens“: Die Artikel, denen dort zum Sieg verholfen wurde, zeichnen sich alle durch erzählerische Langatmigkeit aus, die den Artikeln einen merkwürdig sterilen Überzug gibt, so, als hätten alle die Worte in Kondome verpackt. Der gewillkürte Humor, der gelegentlich durchbricht, macht die Geschichten im Grunde kommen nur noch belangloser als sie es ohnehin schon sind.

Falls Sie an Neid denken: Ich war weder beteiligt noch trage ich High Heels.

Angeblich sollen englische Mädchen ihre Barbies zwischen dem siebten und elften Lebensjahr (nicht das der Barbies, sondern das der Mädchen) mit grausamen Methoden foltern, köpfen oder gar grillen. Dies werten Psychologen Presseberichten zufolge als „Abwendung“. Wir hoffen inständig, dass die Damen ihre Methoden in späteren Jahren nicht auf Hunde oder Ehemänner anwenden werden.

Möglicherweise ist Herr Müntefering ja noch dabei, zu lernen, aber die Dummheiten seiner Vorgänger hätte er eigentlich vermeiden können. Es geht mal wieder um den Spargel – und um die Behauptung, man könne deutsche Arbeitslose für dessen Ernte gewinnen.

Wie oft will eigentlich ein Minister in Deutschland diese Lachplatte noch spielen? Die Spargel- und Erdbeerbauern jedenfalls hat man einmal mehr verärgert – aus reinem Populismus. Denn Spargelstecher wie auch Erdbeerpflücker waren schon in der vergangenen Saison rar – und auch im letzten Jahr war kaum einer unserer Damen und Herren Arbeitslosen bereit, den Rücken für den Spargel krumm zu machen.

Der Bauernverband hat recht: Kein Wachstum ohne ausländische Erntehelfer – und wenn weniger gepflückt und gestochen wird, dann steigen auch die Preise. Pech für den Verbraucher. Und was die angeblich 32.500 Arbeitslosen betrifft, die angeblich auf die Felder gehen werden – sie dürfen mir mal ein Foto schicken, wenn sie einen treffen sollten, der es dort länger als drei Tage ausgehalten hat.

Nun ja – dass Speditionsunternehmen ein gar eigenwillig Völkchen sind, das von „Kunden“ und Service“ noch nie etwas gehört hat, dürfte ja hinlänglich bekannt sein. Man mag über Pakettransportunternehmen denken, was man will – dort funktioniert wenigstens der Service. Bei manchen traditionellen deutschen Spediteuren hingegen funktioniert offenbar gar nichts für den mit den Usancen nicht vertrauten Kunden – und das hat durchaus Methode: Ach, sie haben ein Gut zu transportieren? Dann lernen sie erstmal, wie man so etwas macht – und im Übrigen brauchen wir ausgerechnet SIE keinesfalls als Kunden – nur damit das Mal klar ist – verstanden, SIE Kundenidiot?

Nun, also meine für Freitag Nachmittag, spätestens Montag angekündigte Abholung von Gütern funktionierte schon gar nicht (siehe mein Bericht zuvor) und die Arroganzler aus den Kontoren des nämlichen Speditionsunternehmens machten sich nicht einmal die Mühe, mich anzurufen. (Zwei Telefonnummern hinterlegt, stets Bereitschaft, zwei Handys in der Tasche, besondere Formen der Heimarbeit vereinbart, vom Stress einmal ganz abgesehen).

Sicher, sicher, ich weiß, es gibt keine Kunden, nur Abholadressen und Zustelladressen. Der Fahrer ist nicht zuständig, der Disponent ist nicht zuständig, niemand ist zuständig. Nur – sagen sie später einmal nicht, meine Damen und Herren Speditionsunternehmer, insbesondere aber die Arroganzler unter den Angestellten dort, dass Ausländer ihre Existenz vernichtet hätten – ihre Existenzen, die vernichten sie gerade selbst, und sollte es nicht dieses Jahr sein, so trifft es sie vielleicht im nächsten Jahr.

No comment.

No comment.

No comment.

Oder ist es schon passiert? Ja, es ist vieles passiert. Vieles gelesen, vieles aufgelesen, viele Briefe bekommen (und offenbar auch gelesen) ... und aus dem Vielen will er nun Vieles machen, der Bettflüsterer.

Frisch auf, Bettflüsterer, nutze den Wind, den sanften Transport aus dem Süden*, der dich beflügelt und zum Götterhimmel der Autoren bringt, sitzend zur Rechten von Anaïs Nin, um mit ihr dies zu beschwören: „Man schreibt weder für sich selbst noch für andere. Man schreibt aus einer tiefen inneren Notwendigkeit“.

Ja, es ist viel passiert. Wissen Sie, was ich denke, wenn ich so etwas lese? Ich denke an Ringelnatz. Bei dem passierte nämlich auch etwas – bei seiner Tante im Strumpfenband und irgendwo daneben. Daneben?

Eben – daneben.

* Nach Peter Rühmkorf - Anti-Ikarus

„Der amerikanische Politologe Daniel W. Drezner geht davon aus, dass Journalisten sich mehr und mehr an Elite-Bloggern orientieren. Sie beeinflussen damit die Meinungsbildung in den Medien, sagte er der Netzzeitung“.

Es sollte natürlich heißen „ ... dass amerikanische Journalisten sich mehr und mehr an US-Elite-Bloggern orientieren – aber es ist ja so schön, mal wieder eine Behauptung, die ohnehin auf schwachen Füßen steht, auch noch zu globalisieren.

„Mach einen schönen tiefen Diener“, sagte man zu den Jungs, und den Mädchen wurde geraten, einen schönen Knicks zu lernen, wenn sie sich einmal wirklich intensiv bedanken wollten. Haben sie jüngst einmal ein Mädchen einen Knicks mache sehen? Einen richtig artigen Knicks?

Wahrscheinlich nicht. Selbst die Unterwürfigen üben keine Knickse mehr ein, weil dies die Herrinnen und Herren langweilen würde – sie gehen gleich auf die Knie. Die Stinknormalen aber werden wahrscheinlich nach einem Arzt rufen, wenn eine junge Verkäuferin einen braven Knicks macht und fragt: „Was darf ich den Herrschaften zeigen“?

Was mache ich jetzt daraus? Einen Artikel? Oder nehme ich es als Grundlage für eine Geschäftsidee? Sie dürfen mir raten, denn all dies unter Rubrik „Kladde“ schreibe ich ja nur – in Kladde.

Früher musste man immer „nett“ sein – weniger zu den Eltern, die den Herrn Sohn und seine Allüren ja kannten als vielmehr zu angemeldeten wie auch zufälligen Besuchern und natürlich vor allem zu Tanten, Onkeln und Großeltern. Vor allem aber musste man zu seiner „lieben Cousine“ nett sein, die, soweit ich mich zurückerinnere, als Mädchen wie auch als Frau absolut belanglos war.

Interessiert Sie das Thema? Dann schreiben Sie jetzt an meine Email-Adresse oder hinterlassen sie hier einen Kommentar. Ich werde den Artikel dann innerhalb eines Monats zu Ende schreiben.

Der Titel, mit “Keuschhaltung“ an preußisches Beamtendeutsch erinnernd, entstammt den Seiten, die man so gerne als „einschlägig“ bezeichnet: Die Seiten einiger Sektierer, die man entweder belächeln oder verachten kann, und die bestenfalls für eine Glosse taugen.

Indessen: was, über die Glosse hinaus, könnte ich schreiben über eine kalte Stahlplatte zwischen den Schenkeln, die jeden Metalldetektor auslöst und das Sicherungspersonal auf Flughäfen amüsiert?

Interessiert Sie das Thema? Dann schreiben Sie jetzt an meine Email-Adresse oder hinterlassen sie hier einen Kommentar. Ich werde den Artikel dann innerhalb eines Monats ausschmücken und ihn schmackhaft servieren.

Ich beabsichtige tatsächlich, mir eine Kladde zuzulegen. Schüler hatten sie früher, um das hineinzuschreiben, was noch nicht in Reinschrift stand – jedenfalls in Norddeutschland. Dem erwachsenen Autor dient sie dazu, ein Konzept zu entwickeln, das noch nicht ganz zur Veröffentlichung bereit ist: Womit sich eine schillernde Möglichkeit ergibt, etwas Paradoxes zu tun, nämlich in der Öffentlichkeit zu schreiben und es dennoch nicht zu tun.

„In Kladde“ wird also mein Konzeptbuch. Sie dürfen mich daran erinnern, dass ich es in Reinschrift übertragen sollte, wenn Sie es denn wirklich lesen wollen.

Nirgendwo ist die Wahrheit so leicht manipulierbar wie im Web – und besonders leicht kann man sie dort nach Belieben verändern, wo kein Impressum die Autoren offenbart.

Nur – falls sie dies sagen, werden sofort ein paar eilfertige Damen und Herren über Sie herfallen und Ihnen sagen, dass dies erstens selten und zweitens hier niemals der Fall wäre – und man würde sich derartige Äußerungen doch verbitten.

Mir geht es hier gar nicht darum, die Ritterinnen und Ritter ohne Furcht und Tadel anzufeinden – lasst ihnen doch ihren Glauben an die Reinheit. Mir fiel nur dies auf: Was „Wahrheit“ ist oder jedenfalls, das, was wir so bezeichnen, ist auch im Alltagsleben von Angesicht zu Angesicht oft nur schwer auszumachen. Wer die Wahrheit erkennen will, muss ebenso geduldig wie mutig sein und mit Bedacht handeln.

Es scheint, als würden allzu viele der Webgestalten den Mund sehr voll nehmen, wenn es um die Wahrheit geht - und lassen Sie mich doch dies noch dazu sagen: Warum sollte ich nicht vorübergehend in einem Stück spielen, dessen Autor ein anderer ist? Oder, mit anderen Worten: Das Leben ist eben nicht nur die nackte Realität, sondern auch ein Spiel mit möglichen Wandlungen.

Das wöchentliche Geblubber aus den Algen - meist sonntags

Wie ich vor einigen Tagen schrieb, werde ich mich nicht den Blog Lemmingen anschließen und so schnell wie möglich in den Abgrund rasen. Sie haben sicher schon an meiner Themenwahl bemerkt, dass sich meine Seiten erneut wandeln werden.

Wissen Sie, ich kann ja sehen, was so gelesen wird, und deshalb ist mir auch bewusst, dass ein großer Teil meiner Leserinnen und Leser irgendwelche Sensationen von meinen Seiten erwartet: Ausgezogene Bauernmädchen sind gerade sehr gefragt und offenbar auch Einkaufshilfen bei Badekleidung, die nicht in erster Linie zum Baden dient – Wicked Weasel Produkte, zum Beispiel. Ich denke dennoch, Sie sollten Ihrer Freundin lieber etwas aus dem schönen Katalog von Victoria’s Secret schenken – zu Weihnachten ist es ja schon ein wenig spät, aber war da nicht noch der Geburtstag, der Namenstag, der Hochzeitstag?

Ich muss ihnen ein Geständnis machen: Die angeblich oder tatsächlich berühmten weiblichen Personen, die ihre blanken Busen in einschlägigen Herrenzeitschriften fallen lassen oder die irgendwo ihre Nippelchen zeigen oder sich Privatpornos klauen lassen, habe ich, bevor ich über sie schrieb, meist nicht einmal beim Namen gekannt. Aber offenbar kannten sie andere, denn eines ist sicher: Sie brachten mir stets die höchsten Zugriffszahlen. Persönlich sagen mir diese Leute auch heute noch nichts, und ich sehe keinen Grund, warum ich mich jemals wirklich für sie interessieren sollte.

Mit der Sexualität und der Erotik ist es etwas anders: Sie hat den Weg dorthin zurückgefunden, wo sie auch in der Bibel steht: an einer vorrangigen Stelle. Es ist kein Zufall, dass Gott nur ein einziges Gebot ausgab, während Mose deren Zehn (und noch eine Fülle Weiterer dazu) verkündete – sie wurden von Christen später gegen die Lust und für ein „ehrbares Leben“ ausgelegt. Freilich übertreiben wir heute ein wenig mit der erotischen Literatur, die uns im Netz als erotischer Groschenroman begegnet – und sehr, sehr kurzlebig ist.

Im neuen Jahr werden Sie „sehpferds sinnige seiten“ abermals verändert vorfinden – der Untertitel sagt schon aus, dass ich mich mehr als diagonal denkender Zeitzeuge der Vergangenheit und der Gegenwart schreibend betätigen werde. Meine Lebensspanne, in der ich das Zeitgeschehen aktiv beobachte, umfasst nun beinahe 50 Jahre – wenn das kein Grund ist, mit Abstand auf die Zeit zu blicken, was sollte dann ein Grund sein?

Die Sparten, in denen ich schreiben werde, habe ich im Wesentlichen so gelassen. Die erotischen Links sind ganz verschwunden, und die anderen links von Bloggern, die ich ohnehin selten oder nie lese, habe ich vorläufig herausgenommen. Sie werden aber neu aufgebaut, sobald ich Menschen gefunden habe, die auch das tun, was ich so gerne betreibe, und damit sie wissen, was es ist, schreibe ich es Ihnen auf.

- Versuchen, das Mögliche zu erreichen
- Unterlassen, das Unmögliche zu erreichen
- Unterscheiden können zwischen dem Möglichen und dem Unmöglichen
- Einen beschreibenden Stil pflegen
- Versuchen, sein Selbst im Vordergrund zu halten
- Wenn es nicht geht, die Rolle mit Vehemenz spielen
- Versuchen, die Wahrheit zu finden, ohne zu sehr zu leiden
- Die Qualität der Wahrheit verändern, wenn es einem Anderen gut tut
- Zeiten des Säens nutzen im Vertrauen auf die Ernte
- Die Früchte zu ernten, wenn sie reif sind
- Die Zukunft als Herausforderung zu betrachten
- Aus der Vergangenheit zu lernen, ohne von ihr beherrscht zu werden
- Sich der eigenen Wurzeln bewusst sein, aber sie nicht überbewerten
- Den Fremden in seinem Anderssein erkennen
- Menschen Fische fangen zu lehren, statt ihnen Fisch zu schenken
- Den Starken zu kritisieren, den Schwachen zu motivieren
- So wenig ewige Wahrheiten wie möglich zulassen
- Ein anderes Licht auf die Dinge zu werfen, um die Augen zu öffnen
- Erst nachdenken – und dann beherzt handeln

Es ist eine lange Liste, nicht wahr? Ob ich sie immer beherzige? Nein, nicht immer. Aber den Anspruch habe ich schon – und versagen darf ich hin und wieder auch einmal.

Der kleine Laden in Basel, den ich jedes Jahr vor Weihnachten besuche, ist berühmt für seine fantastischen Christbaukugeln aus Polen. Jedes Jahr kommen neue und teilweise äußerst amüsante Objekte hinzu, und wenn der freundliche Herr sie dann von der Leine genommen hat, auf der sie aufgereiht besichtigt werden können, besorgt er aus dem Keller den Originalkarton – damit auch alles seine gute Ordnung hat.

Nun führt dieser Laden außer den Weihnachtskugeln vor allem Kuriositäten, und so staunte ich nicht schlecht, als plötzlich eine Packung mit essbarer Unterwäsche vor meiner Nase lag – freilich war sie nicht für mich bestimmt, sondern für eine junge Asiatin, die offenbar hellauf begeistert war. Die ebenfalls sehr zuvorkommende Verkäuferin fragte die Dame, die eine transparente Plastik-Einkaufstasche trug, ob sie das Teilchen wirklich ohne eine schützende Umverpackung mitnehmen wollte – schließlich stand „candy g-string“ in Großbuchstaben auf der Verkaufsverpackung. Doch sie lächelte nur und packte das Teilchen zu den übrigen Einkäufen.

Ich muss gestehen, ich habe mir nie Gedanken über essbare Unterwäsche gemacht – vermutlich wird die Dame sie erst kurz vor der vorgesehenen Verwendung anziehen – für ein Dessert nach einem langen Abendessen kann ich mir die Sache irgendwie nicht recht vorstellen – und das nicht nur wegen der künstlichen Aromen.

"Ingredients: Sugar, Corn Syrup, Citric Acid, Magnesium Stearate, Artificial Colors, Artificial Flavors."

Und diesen Rat sollten sie lieber nicht beherzigen, falls sie ein Gespräch mit ihrem Personalleiter vermeiden wollen - bedenken Sie, dass nicht alle Damen Humor haben:

"This would also make a great fun gift idea for a mate at work."

In Deutschland habe ich es noch nicht gesehen, aber im Vereinigten Königreich ist es zu haben.

Es geht uns ja so schlecht ... sehen Sie, da können Menschen in Deutschland ihre Kinder nicht mehr ausreichend ernähren – keine Vitamine im Winter. Ist das nicht schrecklich?

Vermutlich kennen sie das Soziallamento, das so natürlich nicht stimmt. Aber warum bitte ist es nicht möglich, Waren vor dem Verderben an die Armen zu verteilen? Es gibt darauf drei Antworten:

Der Händler macht sich nicht die Mühe

Hilfsorganisationen haben kein Interesse, praktische Hilfe zu leisten

Die Armen nehmen solche Waren nicht.

Ich bin sehr gespannt, wer letztlich für die Misere verantwortlich ist.

esgehtunsschlecht

Alle Jahre wieder versuche ich, einen Keller zu entleeren, in dem etwa 30 Umzugskartons darauf warten, an ihren Eigentümer zurückzukehren. Da eigene Versuche, diese als Beipack nach Finnland zu schicken, stets misslangen (Servicewüste Deutschland auch auf diesem Gebiet) beauftragte jene Person, um die es geht, schon ab und an einmal einen finnischen Spediteur.

Vor zwei Jahren schon riefen irgendwelche Leute an: Ja, sie würden die Sachen holen, diese Woche. Als sie erfuhren, dass es sich um dreißig Kartons handelte, und dass eben jene nicht auf Paletten waren, gaben sie den Auftrag zurück: kein Interesse. Statt dessen rief dann ein Spediteur aus Helsinki an: Ja, man käme, Donnerstag – verbindlich. Man könne nicht sagen, wann das Fahrzeug da wäre, man würde anrufen. Der Fahrer rief also an, eine halbe Stunde, bevor er kommen wollte – ja, man habe einen LKW mit Hänger, und nein, man habe keinen zweiten Mann, der Kartons tragen könne – und überhaupt sei man darauf nicht eingestellt. Na schön. Ich bin auch nicht darauf eingestellt, dass LKWs mit Hänger vor meiner Tür parken. Ein weiterer Anruf aus Finnland: Man habe aber noch ein Fahrzeug in Bern, das könne bis 22 Uhr bei mir sein – ob ich bitte so lange warten würde? Ich wartete, doch was interessiert dies schon einen finnischen LKW-fahrer nachts um 22 Uhr? Der nahm jedenfalls die Autobahn und fuhr nach Finnland.

Nun, Anfang dieser Woche erreichten mich (diesmal in Budapest) wieder die üblichen „es brennt“ Anrufe: Ich möge doch bitte sagen, wie ich erreichbar wäre, es sei so dringend. Ja, man würde kommen. Um was es sich denn handele? Ach, Kartons? Nein, da müsse man rückfragen. Die Anfrage war positiv: Der finnische Auftraggeber würde das gesamte Risiko des Transports tragen, ja, dann ginge es. Ob der Fahrer die Dinge aus dem Keller holen und vor dort aufladen könne? Er sei nicht dazu verpflichtet. Ob man ihn motivieren könne? Ja, selbstverständlich. Na schön, wenn nicht, verzichten sie bitte auf den Auftrag, nicht wahr? Nein, da würde sich eine Lösung finden lassen.

Also – Freitag wurde Heimarbeitstag. Spediteure haben eine eigenartige Vorstellung davon, was Menschen für sie leisten müssen – das wusste ich ja schon vorher: Notfalls lag ein Trinkgeld in beachtlicher Höhe bereit, um den Knaben, der da kommen sollte, zu motivieren, Kartons zu schleppen. Der kam nun nicht vormittags (Handy war selbstverständlich an Bord) sondern nachmittags, sah sich die Kartons an, schüttelte den Kopf und telefonierte. Ja, es würde ein anderes Fahrzeug kommen – heute noch, oder Montag. Ich könnte vielleicht noch hinzufügen: oder niemals, so wie das letzte Mal. "Heute noch" gab es jedenfalls nicht, únd das Speditionsunternehmen sah sich nicht genötigt, noch einmal anzurufen: wie ich bereits erwähnte, haben Spediteuere eine ganz eigene Art, auf die Zeit ihrer Mitmenschen überzugreifen.

Falls sie glauben, es handele sich um Juwelen: Es sind Bücher, nichts als ein Haufen altes Papier, das sich nur dem öffnet, der es liebt.

Ich freue mich ja, wenn in der deutschen Servicewüste einmal etwas grünt: Dies jedenfalls behauptet ein ortsansässiger Optiker, und ich will ihm wohl glauben, dass ich bei ihm am Freitag um 17 Uhr kommen kann, ich in dieser Zeit fachkundig und stilsicher beraten werde, eine augenoptische Untersuchung bekomme, die allen Anforderungen standhält und dass ich schließlich bis 18:00 Uhr mit meiner fertigen neuen Brille durch die Basler Straße gehen kann.

Welche Erfahrungen haben Sie (Gleitsichtbrillenträger wie ich haben natürlich keine Stimme)? Als ich nämlich noch keine Gleitsichtbrille trug, musste ich immer gut eine Woche warten, bis die mehrfachbeschichteten, bildschirmsicheren Kunststoffgläser einzeln geordert wurden. Damals (sagen wir bis vor 8 Jahren) hatten Optiker trotz fantastischer Gewinnspannen einen solchen Service nämlich nicht.

Ich bin gespannt, wie es heute ist - nicht in Werbeaussagen, sondern in der Realität.

Warum sollten in einer Zeit, in der sich die Kultur langweilt, nicht auch langweilige Wörter zu „Wörtern des Jahres“ gekürt werden?

Nun haben wir den Salat: „Bundeskanzlerin“ wurde zum Wort des Jahres. Freilich ist die „Gesellschaft für deutsche Sprache“ weder humorvoll noch sachkritisch, wenn es um unsere Sprache geht – sie wirkte schon immer so ein bisschen wie ein Oberlehrerverein.

Das Wort – so die „Gesellschaft für deutsche Sprache“, werfe Fragen auf – wichtige Fragen für unser Volk, wie es scheint, beispielsweise: „ob es weiterhin Bundeskanzleramt heißen muss oder wie Angela Merkel (CDU) auf diplomatischem Parkett angeredet wird.“

Lassen wir das diplomatische Parkett einmal aus, auf dem es besondere Regeln gibt (Frau Botschafter, Frau Botschafterin, von Eminenzen und Exzellenzen einmal ganz abgesehen), so ist der Streit eigentlich überflüssig: Eine Frau, die den Friseurberuf ausübt, ist eine Friseurin, eine Frau, die ein Taxi fährt, eine Taxifahrerin, und selbst eine weibliche Geistliche ist eine Pastorin. Kaum jemand sagt und schreibt es anders, außer ein paar Leuten, die im Geist ewig and der Uni geblieben sind – sie schreiben natürlich, wenn es denn geht (aber auch wenn es eigentlich nicht geht) irgendwo ein großes „I“ hinein und meinen, dass, was sie schrieben, sei Deutsch – erst kürzlich las ich dieses Dummdeutsch in einer Software-Beschreibung, und in Blogs ist es ebenso zu finden: LeserIn.

Es scheint, als würden wir in Deutschland Problem herbeireden. Immerhin schreibt die Gesellschaft für deutsche Sprache“ selbst richtiges Deutsch: „Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat die E-Mail-Adressen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geändert.“

Sehen Sie, so haben wir es gerne: „Die Kanzlerinnen und Kanzler der Universitäten der Bundesrepublik Deutschland“ – es geht doch, wenn man will, auch ohne die Frage, ob „Kanzlerin“ nun erhebliche Änderungen der Sprachkultur nach sich ziehen würde, oder?

Die „Zeitzeugnisse eines Diagonaldenkers“ hat es als Ersten meiner Blogs erwischt: Es wird ab sofort geschlossen. Nicht, dass ich des diagonalen Denkens überdrüssig wäre – aber das Blog, zur Wahl 2005 aus der Taufe gehoben, ist nun, nach der Regierungsbildung in Berlin, unnötig geworden.

Ich weine ihm keine Träne nach. Die Wahl ist vorbei, das Blog war ein Versuch, mehr nicht – und es war sicherlich mein letzter Versuch, mich innerhalb von Blogs mit Politik auseinander zu setzen. Der Grund dafür ist einfach: Die politische Welt, wie sie in den Blogs diskutiert wird, hat mit der realen Welt zu wenig Gemeinsamkeiten.

 

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