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Selten so etwas Humorvolles über Sex gelesen – mit so viel Wahrheit: Sex mit Männern geht nämlich wirklich gut (aus der Sicht einer Frau, was dachten Sie?). Interessantester Satz: „Falls Sie vor Penissen Angst oder Abscheu empfinden, sollten Sie Sex mit Männern meiden.“

Dem ist nichts hinzuzufügen, aber für noch wichtiger halte ich diesen Hinweis: Ein neuer Partner weiß oft nicht, ob die Dame, mit der er essen geht, empfänglich für einen späteren Feuchtigkeitsaustausch ist: Ein weiterer Tipp “Sie müssen es nicht aussprechen, aber Sie sollten es signalisieren: Lockere Gespräche, einladendes Lächeln, unkeusche Blicke, Sie wissen doch, wie das geht.“

Vielleicht kommt doch einmal Sinn in eine Blog-Diskussion – selten genug ist es ja. Heute schrieb ich bereits etwas für Weib über Weib – und darüber, sich selbst zu offenbaren, auf Neudeutsch "Outing" genannt.

Jetzt lese ich gerade etwas von Laureen, die zwischen „Lust“ und „Gefühlen“ trennt. Sie schreibt „Gefühle sind weit mehr als Lust, Gefühle sind immer, Lust kommt und geht“. Sie sieht das Dilemma, in dem sich jeder befindet, der seine innere Lust in Worte verwandeln will: „Ich müsste über Gefühle erzählen, um Lust begreiflich zu machen“.

Über Gefühle reden – wie oft haben wir es versucht, damals, als die Welle der Psychogruppen langsam anrollte und jeden umschmeichelte, der seine Ängste und Schwächen an den Tag legen wollte. Ja, wir haben es versucht. Wir haben uns eingeredet, es zu können. Wir haben Sätze gesagt wie: „Ich versteh dich sehr gut“. Wir haben sie geglaubt.

Wir haben nichts verstanden. Was uns da angeweht hat, war nichts als ein Hauch, ein leichtes Frösteln, wenn die Seele denn berührt wurde. Aber verstanden haben wir den anderen ganz und gar nicht.

Ich weiß, wie ein Glas Champagner schmeckt. Du weißt es auch. Glaubst du im Ernst, es schmeckt für uns beide gleich? Und denkst du, wir könnten es jemals mit Worten sagen, was dieses einfache Glas Champagner auf der Zunge auslöst? Nun, und dann haben wir noch nicht von John Coltrane, Peter Tschaikowsky und den vielen anderen geredet, und noch ganz und gar nicht von uns.

Nein, ich verstehe niemanden, und das ist gut so. Auf diese Art lerne ich etwas von den Menschen, die mir dennoch ihre Geschichten erzählen. Ich kann nämlich zuhören, wenn ich will.

Die Bloggerin Lili G. Canada muss man sich merken, wenn es um erotische (ja, sehr erotische) Fotografie geht. Ob es Kunst ist oder nicht – hingucken muss man einmal – wenn man darf. Um dies zu unterscheiden, hat Frau Canada gleich zwei Blogs angelegt. Beide sind erotisch – Blog 2 trägt aber den Vermerk „adult content“ – nur für Erwachsene. Offen gestanden kleckst mir die Dame zu sehr mit Farbe herum. Aber das mag jeder selbst entscheiden – ist schließlich eine Frage des Geschmacks.

Bei der Gelegenheit noch entdeckt: diesen Blogger. Er blogt Fotos bekannter Fotografen und sein Geschmack ist exzellent.

Das Leben hat seine intimen Seiten. Kehre ich mein Intimleben ins Web, muss es mir wohl fehlen, es sei denn, ich wäre im Gewerbe.

Es gilt, wie immer, das richtige Maß zu finden. Weib schreibt dazu: „Das, was hier stand waren Momentaufnahmen. Rohmaterial. Zu roh, zu blutig und zu fleischig, um es auf immer und ewig hier einfach so stehen zu lassen und mich damit verletzlich und angreifbar zu machen“.

Aber andererseits: Viele der Leserinnen und Leser von Weib haben sich wiedergefunden in jenen Geschichten, denn wenn es ehrliche Geschichten sind, erkennen Menschen sich leicht wieder: in ihrer Lust, aber auch in ihrer Verletzlichkeit.

Die Verletzlichkeit ... ist in Blogs überhaupt ein Platz für Menschen, die völlig ohne Eigennutz ehrlich und wahrhaftig sein wollen? Ja, sicher. Die Beiträge der kleinen Pinscher, die uns an die Beine pinkeln wollen, können wir ja immer noch löschen.

Irgendwie gibt es in der Erotikbranche für alles einen Markt. Jetzt baut ein Webseitenbetreiber darauf, dass sich noch jemand an Hippies erinnert – und falls sie sich auch noch erinnern: das waren die natürlichen, BH-losen Damen, die den ganzen Tag Barfuß herumgelaufen sind (wenn sie denn in Florida waren) und dabei Pott geraucht haben – ja, die Mädchen, die sie aus „Hair“ in Erinnerung haben.

Es muss noch Liebhaber solcher Frauen geben, meint jedenfalls ein Web-Unternehmer, der für natürliche und unrasierte (!) Damen wirbt, die Barfuß übers Gras gehen oder darin liegen. Die Frauen von damals sind es nicht – sondern junge Frauen aus neuer Zeit – deutlich erkennbar an reichlich Piercings und Tätowierungen. Aber sonst erkennt man durchaus, dass Mutter Natur an den Damen ein gutes Werk getan hat – und nicht der Herr Doktor.

Wang Qingsong ist Chinese und Fotograf – und er und seine Helfer müssen sehr geduldige Menschen sein, denn für die Vorbereitung seines Fotod "China Mansion" haben 20 Leute fünf Tage lang gearbeitet. Am eigentlichen Fototermin waren dann insgesamt 40 Leute beteiligt. Wie bitte? Für ein Foto? Nun, Herr Wang erklärt es Ihnen gerne.

Ein Tipp: Sie müssen das Foto am Bildschirm zunächst aufrufen, dann nach rechts ziehen.

Es gibt nichts, was es nicht gibt: Nun haben „Polizeiexperten ... das Gesicht des Nazareners anhand des Abdrucks auf dem Turiner Grabtuch rekonstruiert.“ Wie der Spiegel und andere Zeitschriften nach einem Bericht des Mailänder "Corriere della Sera" schrieben.

Heraus kam ein holder Knabe im lockigen Haar mit angeblich „femininen“ Gesichtszügen. Fragt sich nur, wie aus der langgesichtigen Gestalt auf dem Grabtuch plötzlich das Rundgesicht der „Polizeiexperten“ wurde.

Die Fragen um das so genannte „Turiner Grabtuch“ reißen deshalb aber nicht ab: Ein normaler Blick auf das Tuch zeigt so gut, wie keine Konturen, und erst ein „Negativbild“ (das sich jeder vom Originalbild herstellen kann) soll angeblich die „Wahrheit“ über das Aussehen des Religionsstifters zeigen. Seit Jahrzehnten bemühen sich Menschen mit teils wissenschaftlichen, teils pseudowissenschaftlichen Methoden, die „Echtheit“ der Reliquie zu beweisen. Genauere Informationen darüber findet man im Online-Lexikon Wikipedia.

Im "Spiegel" werden diese Untersuchungen dann zum Beispiel so dargestellt: „Israelische Mikrobiologen kamen auch zum Schluss, dass das Gewebe des Tuches "fast sicher" aus der Zeit Christi stamme. Die Forscher hatten nach eigenen Angaben Pollen und Abdrücke von Pflanzen gefunden, die es nur im Nahen Osten zur Zeit Christi gegeben habe.“ Wunder über Wunder: Es gibt also Pflanzen und Pflanzenteile, die es nur zur Zeit Christi im nahen Osten gegeben hat.

Auch der "Spiegel" ist offenbar nicht frei von journalistischen Schnitzern: Wir wussten immer, dass der Glaube Berge versetzt – aber dass er Pflanzen entstehen lässt, die nur zu Lebzeiten des Religionsstifters existierten, ist in der Tat neu.

Eigentlich wollte ich heute über einen Feiertag schreiben, der keiner ist: „Hl. 3 Könige“ steht wohl in manchen Kalendern. Doch dann entdeckte ich, dass ich darüber bereits am 6. Januar 2004 ausführlich geschrieben hatte.

Ich habe dem Artikel nichts Neues hinzuzufügen, außer dem: Wirkliches Christsein, römisches Christentum und Volksglauben unterscheiden sich wie Gold, Weihrauch und Myrrhen – den Geschenken der „Weisen aus dem Morgenlande“, wie sie der Evangelist Matthäus nannte.

Das Feuilleton von „Berlin Online“ bringt einen bemerkenswerten Bericht über die Flutkatastrophe – nein, nicht über die Aktuelle, sondern über jene von Lissabon am 1. November 1755. Die Wellen waren nicht so hoch (bis zu 22 Fuß sagen die Chronisten), aber der Sensationshunger war ebenso stark ausgeprägt. Der Kolumnist Matthias Georgi schreibt:

Später, als die wichtigsten Informationen schon lange bekannt waren, publizierte die Presse immer neue Berichte von Überlebenden. Dabei kamen Adlige genauso zu Wort wie Händler oder Diener. Alles, was als authentisch angesehen wurde, druckten die Zeitungen ab, auch wenn es nichts Neues erbrachte ... über zehn Wochen hinweg blieb das Beben Thema Nummer eins in den Londoner Medien“.

Katastrophen als Medienereignisse. Man versucht, die Zahl der Toten zu ermitteln, man eröffnet Spendenkonten, man schreibt und schreibt und schreibt. Wird uns dadurch irgendetwas deutlicher? Nein. Wir wissen nun, wie die zerstörten Regionen aussehen, zu Wasser, zu Lande und aus der Luft. Nützt uns das? Nein.

Die Flut hat Kinder zu Waisen gemacht – diese Tatsache wird selten erwähnt. Ich denke dies: Die Straßen werden bald wieder gebaut sein, die Häuser in Kürze wieder errichtet – Erwachsene haben überall auf der Welt ein Talent, sich mit wenig Außenhilfe schnell wieder selbst zu helfen. Aber die Waisen?

Sehen sie, von den Waisen ist fast gar keine Rede. Vielleicht noch von jenen, deren Eltern die Wellen ins Meer gerissen haben. Aber für die Kinder ist es gleichgültig, ob es die Welle war, die ihnen ihre Eltern entrissen hat, oder – AIDS.

Die FAZ berichtet vor kurzem:

Bis 12,3 Millionen der Aidswaisen leben laut Unicef derzeit in Afrika südlich der Sahara. Und die Zahl wird dort nach Schätzungen des Kinderhilfswerks bis zum Jahr 2010 auf 18,4 Millionen steigen. Die Daten zeugten von einer „schreienden Ungerechtigkeit”, sagte der Chef des Aidsprogramms der UN, Peter Piot“.

Man könnte zynisch darüber werden: Kommt ein Naturdrama, öffnen sich plötzlich die Geldbörsen. Aber Menschheitsdramen gehen der Bevölkerung (mit Verlaub) am Arsch vorbei: Oder glauben sie etwa, dass Meenschen ihre Geldbörsen nennenswert aufknöpfen, um 12 Millionen Aids-Waisen sinnvoll zu helfen? Dabei ist der Betrag, der dazu nötig wäre, nicht einmal besonders hoch: Patenschaften gibt es ab 30 Euro monatlich, und man weiß sogar noch, wo das Geld bleibt, das man gespendet hat.

Natürlich habe auch ich dieser Tage einmal in die Schusterkugel geglubscht, um die Sex-Trends für 2005 herauszusehen, und ich meine, dies herausgefunden zu haben:

Haupttrend: Verführungen und erotische Inszenierungen aller Art

Männer: Rollenspiel-Experimente mit den femininen Anteilen

Frauen: Rollenspiele mit Unterwerfungen, Dreiecksbeziehungen

Natürlich gelten diese Angaben nicht für alle gesellschaftlichen Gruppen und nicht für Menschen jeden Alters, sondern eher für die Gruppe reiferer Erwachsener von etwa 30 – 60 Jahren.

Meine Beobachtungen beruhen ganz einfach auf dem Wandel im Verkauf erotischer Hilfsmittel und dem Angebot erotischer Dienstleistungen im Internet. Mal sehen, ob ich damit Recht behalte.

Die guten Ratschläge sind da – und wenn sie sogar im „independent“ stehen, muss ja etwas dran sein.

Roger Dobson empfiehlt denn auch Verständliches: Mehr Sex haben führt zu besserem Schlaf, und (man höre und staune) eine Vasektomie stärkt den Geschlechtstrieb. Letzteres überrascht freilich.

Für Nicht-Mediziner: Eine Vasektomie ist die „operative Entfernung eines Teiles des Samenleiters zur Unfruchtbarmachung des Mannes“.

In dem Buch „Dafür Bezahlen“ („Paying for it“) wird die Welt der bezahlten Sexarbeit beschrieben. Einen markanten Satz will ich meinen Lesern nicht vorenthalten. Die Autorin Greta Christina kam nämlich zu dem Schluss, es gäbe einen absolut egoistischen Grund, warum man Huren gut behandeln sollte: "Wenn die Leute, die diesen Dienst verrichten, dich mögen, bekommst du wahrscheinlich einen viel besseren Service".

Na also. Via Eye – ich habe den Link heute schon einmal benutzt.

Sasha, die Kolumnistin von Eye, bringst einen Rückblick auf die besten und die schlimmsten sexbezogenen Dinge des letzten Jahres. Dabei empfiehlt sie Enthaarungswachs als das ultimative Mittel zur erotischen Stimulanz und erklärt, warum man einen Qualitätsvibrator kaufen sollte: Mit einem besonders haltbaren Fabrikat (Hitachi Magic Wand) konnte sie in sechs Jahren ungefähr 2000 Orgasmen selbst herbeiführen – das entspricht einem Preis von 3,5 US-amerikanischen Cent pro Orgasmus. Natürlich empfiehlt und verwirft sie noch mehr – hier.

Eine interessante Diskussion: Männer können ja jetzt leicht feststellen, ob sie die Väter der Kinder sind, die Frauen ihnen zugeschrieben haben. Das soll demnächst wieder durch ein Gesetz verhindert werden. Ein Mann leitete das Thema ein, und er beklagte sich darüber.

Merkwürdig: Die Damen Diskussionsteilnehmerinnen waren beinahe einhellig der Meinung, dass es gut wäre, wenn der Zahl- und Versorgungsvater nicht wüsste ob der Spross sein leibliches Kind sei. Eine der Damen ereiferte sich gar: Kinder, die innerhalb der Ehe geboren würden, seien immer „leibliche“ Kinder des Ehemannes – so wolle es das Gesetz.

Vorgeschoben wurde als Begründung das Wohl der Kinder: Sie könnten später Schaden nehmen, wenn sie erkennen würden, dass die untergeschobene Vatergestalt gar nicht ihr Vater ist.

Mir schien eher, dass die Damen keine Moral mehr kennen, wenn es um ihre wirtschaftlichen Vorteile geht. Schwangerschaftsroulette mit Zufallsvaterwahl ist wirklich kein empfehlenswertes Glücksspiel. Ich nenne es Betrug.

Geld, so sagen die Helfer vor Ort, sei nun wirklich kein Problem. Mittlerweile gibt es Geld im Überfluss – so viel, dass eigentlich niemand mehr so recht weiß, wie man es jemals sinnvoll in den Katastrophengebieten verwenden soll.

Doch morgen wird der Fischer sein beschädigtes Boot reparieren müssen und der Schneider seine von der Flut fort gespülte Nähmaschine ersetzen. Dazu werden sie minimale Kredite benötigen und bald dies erkennen: sie werden von den Banken keinen müden Euro oder Dollar dafür erhalten.

Die Macher der Spendenaktionen werden sich dennoch zurücklehnen und später behaupten, jeder Euro oder Dollar sei sinnvoll verwendet worden, und die Sozialverbände werden das Gleiche sagen. Eine Organisation ist ausgeschert: „Médecins sans frontières“ sagte die laufende Spendenaktion ab. Es sei „eine Frage der Ehrlichkeit unseren Spendern gegenüber“. Fragt sich, wie ehrlich eigentlich andere Organisationen sind.

Liebe kann man nicht kaufen. Warum sind wir eigentlich immer so eisern darin, diesen Satz zu verteidigen? Natürlich kann man sich keine echte sinnliche Zuneigung kaufen, aber die Illusion, geliebt zu werden, ist ohne Zweifel käuflich.

Warum opponieren vor allem Frauen, wenn es um die Käuflichkeit von Emotionen geht? Kaufen nicht gerade sie körperliches Wohlbefinden? Dabei ist noch nicht die Rede von jenen Frauen, die sich in der Karibik die Illusion erotischer Zuwendung erwerben. Kein Wunder: sie schweigen darüber.

Dass Damen im Internet Männerfallen auslegen, ist ja keine Neuigkeit, und auch nicht neu dürfte sein, dass sie damit bei dümmlichen Männern Geld abzocken, die sie dann noch genüsslich als „Säue“ bezeichnen. Neu ist allerdings, dass viele dieser Damen Deutsche sind, wie ich überrascht feststellte, als ich einen Fleshbot-Beitrag las. Diese hier betreibt sogar noch ein Blog. Ich wusste ja immer, dass Bloggerinnen mehr wert sind als jeder andere Mensch auf der Welt.

Die bürgerliche Doppelmoral wird in der Boulevard-Presse heftigst gepflegt. Diesmal hat sich ein CDU-Politiker offenbar auf eine Dame eingelassen, die für den gläubigen Katholiken nicht koscher genug war.

Schreibt die BZ: „Der CDU-Mann hat Besseres zu tun, als sich mit abgelegten Nackt-Geliebten abzugeben. Er weint ihr keine Träne nach.“ Nun, vielleicht hätte er sich früher überlegen können, was er will? Kann man wahrscheinlich von einem Jungpolitiker nicht erwarten, denn wie wir hörten, hat er „Besseres“ zu tun. Vielleicht hatte er auch Besseres zu tun, als für die BZ publikumswirksam ein Nacktfoto der Dame zu zerreißen: pfui Teufel, Herr deutscher CDU-Politiker.

Empfehlen kann ich dazu noch diesen Artikel der "Welt" über den merkwürdigen Sinneswandel dieses "Getleman".

Wie soll man, um des Himmels willen, jeden Monat seine Frauenzeitschrift verkaufen? Mit Sexthemen, natürlich, und dreisten Umfragen. Eine der neuesten will wissen, dass sich „83 Prozent der Frauen“ zu gestresst fühlten, um Sex zu haben.

Mag der Teufel wissen, wie solche Ergebnisse zustande kommen. Immerhin schienen die Frauen aber Zeit zu finden, sich selbst zu befriedigen: Bei etwa 50 Prozent soll es super geklappt haben, der Rest hatte offenbar auch dabei so viel Stress, dass selbst dies nichts mehr half.

Ich sehe sie förmlich – ausgebrannt, mit grauen Gesichtern sitzen Deutschlands Frauen abends gestresst vor dem Fernseher, den gelbeierverkleckerten Morgenmantel angezogen, währen ihr Alter im Trainningsanzug am PC sitzt, Pornos guckt und dabei Pils säuft.

Doch halt! Frau Angelika Faas aus Hamburg ist Paartherapeutin, und da weiß sie natürlich was: Sport treiben hilft, die Leidenschaft wieder anzustacheln – da kann der Mann in Ruhe weiter Pornos gucken und Bier saufen (das hat sie natürlich nicht gesagt) und die Frau kann sich mal ein bisschen unter leckeren jungen Kerlen umsehen. Das hat sie natürlich auch nicht gesagt, sondern dieses: „Viele Frauen stecken in der Perfektionsfalle“ und dass die Frauen gleichzeitig „Supermama, Superkollegin, Superfreundin“ und „perfekte Geliebte“ sein wollen, und dass eben jenes nicht klappen könne und dass ... Schwamm drüber ... offenbar hat man aus Tibet mal wieder ein paar Gebetsmühlen importiert.

Was schrieb einst eine berühmte Hure? „Kein Wunder, dass die Männer zu uns kommen.“ Nein, wirklich kein Wunder, wenn es denn so wäre, wie die Frauenzeitschriften ermittelt haben wollen. Es ist natürlich nicht so, trotz solcher Umfrageergebnisse.

Hier gelesen.

Zehn Gebote, sieben Hauptsünden, sechs Sünden gegen den HG, sechs Kirchengebote, neun Wege, an den Sünden eines anderen teilzuhaben und vier Sünden, die zum Himmel schreien. Hoffentlich findet sich der Herr Pfarrer da noch durch.

Kaffeeautomatenliebhaber, Nostalgiefans und Freunde des Unsinns – es ist wieder einmal soweit. Kottan ermittelt … auf 3SAT .

Mario Sixtus hat aufgegeben. Nein, nicht seine journalistische Laufbahn, ja nicht einmal sein Blog. Nur sein Buchprojekt: Im Mai 2005 sollte es erscheinen. Thema: Blogs. Zitat: „Ein Buch auf dem qualitativen Niveau, wie ich es angestrebt hatte, existiert im deutschsprachigen Raum zwar noch nicht, aber es müsste eben sehr bald erscheinen und nicht erst 2007. Und ich schreibe lieber ein gutes Buch nicht, als - aus Zeitmangel - ein schlechtes.“

Andere schreiben schlechte Bücher: Erstens können sie überhaupt nicht schreiben, zweitens schreiben sie seitenweise ab, und drittens schreiben sie an ihren Lesern vorbei. Gut zu wissen, dass Mario Sixtus eben dies nicht vorhatte.

Nein, 2007 hätte dieses Buch wirklich nicht erst erscheinen dürfen. Bis dahin sind Blogs nämlich entweder völlig anders oder mausetot – und die gegenwärtige deutschsprachige Blog-Literatur wird längst in Warenhäusern verramscht.

Dann werden Menschen kopfschüttelnd hineinsehen und sagen: „und was sollte der Scheiß“? Fragen wir und dies lieber jetzt und hier aber bitte so: worauf wollen wir eigentlich hinaus?

Auch in den Katastrophengebieten gibt es Blogger. Wer der offiziellen Berichterstattung misstraut oder wer wissen will, wie sich Helfer fühlen, ist hier richtig.

Männer wollen eigentlich lieber verführt werden als verführen. Das freilich scheitert an den Frauen, die ebenfalls lieber verführt werden wollen als selber zu verführen.

Es scheint, als ob es eine Konjunktur für die Spender sinnlicher Genüsse gäbe, während die Preise für die Empfänger immer höher werden. Die Marktgesetze von Angebot und Nachfrage machen eben vor nichts halt.

Der Sieger kam aus China. Die „Deutsche Welle“ erkor das chinesische „Hundeblog“ zum weltweit besten Blog - Chinesischkenntnisse sind freilich Voraussetzung, um das Blog zu verstehen. Die Begründung der Jury für den Preis: „ein gutes Beispiel dafür, wie Weblogs Sichtweisen in die Öffentlichkeit bringen, die in den traditionellen Medien nicht angesprochen werden können“.

Unter den deutschen Blogs ging das „Medienrauschen“ als Sieger hervor.

Das Katholikennetz hat in diesem Monat eine Abtreibungsgegnerseite und ein katholisches Blog gekürt. Am Christentum interessierte Menschen werden dort kaum etwas Wichtiges finden, Katholiken aber schon: Zum Beispiel einen Spendenaufruf für das Katholikennetz.

Heute werden linksgerichtete Organisationen mit obskuren Zielen, Demokratiekritiker sowie die Organisation Attac versuchen, den demokratischen Staat anzukratzen. Sie wollen die Arbeitsagenturen einzelner Städte besetzen, um deren Arbeit behindern. Dies geschieht ausschließlich aus Eigennutz: man will in die Presse. Die Menschen sind solchen Organisationen offenbar längst gleichgültig: „Leidtragende werden die Arbeitslosen sein, die gerade zu Beginn des Jahres schnelle Hilfe benötigen“, sagte ein Sprecher von ver.di laut "Spiegel".

Offenbar gibt es Lichtblicke: ver.di scheint etwas gelernt zu haben: viel zu lange schon hat man auf falsche Freude gesetzt, deren Janusgesicht doch offensichtlich war.

Das verspätete wöchentliche Geblubber aus den Algen – fast immer sonntags (aber selten verspätet)

Nein, nein, eigentlich sollte es heute gar kein Geblubber aus den Algen mehr geben. Ich habe den Weihnachtsmann dieses Jahr einen guten Mann sein lassen und bin auf eine Sonneninsel geflogen. Leider gab es wenig Sonne, dafür war das Hotel eine einzige Katastrophe. „Hotel unter deutscher Leitung“ heißt offensichtlich „Qualität findet nicht statt“.

Nun, ich habe mir den Urlaub trotz des unsagbarer miesen Hotels und des schlechten Wetters nicht verkorksen lassen, sondern die Restsonne, die Fischküche und den Wein genossen.

Der Rückblick auf das letzte Jahr? Jammerdeutschland und vorerst keine Aussichten auf Besserung, Gewerkschaften und Kirchen als Fortschrittsverhinderer und weder eine Regierung noch eine Opposition, die dies ändern wollen. Grabenkämpfe um Kopftücher und einen Gottesbezug in der Verfassung. Das war das Negativste.

Das Positive: ein Präsident, der die Dinge beim Namen nennt und sich damit an die Spitze des Fortschritts stellt. Eine Gesellschaft, die offenbar langsam lernt, dass die linken Rattenfänger Giftköder ausgelegt haben. Die ersten Stimmen aus dem Volk, die einsehen, dass unsere Gesellschaftsordnung nicht verkrusten darf. Die Hoffnung: Möglichst viele Menschen, die sich in den bürgerlichen Initiativen sammeln, um den dahindümpelnden Musikdampfer „Deutschland“ wieder in ein schnelles Handelsschiff zu verwandeln.

Was man selber tun kann? Vor allem endlich, endlich, endlich davon abzugehen, dass unsere bisherigen Moral- und Sozialvorstellungen bis ans Ende aller Tage Bestand haben werden, und dabei doch ein brauchbares Sozialsystem mit einer grundlegenden Moral zu erhalten. Dazu brauchen wir, mit Verlaub, kein Christentum, sondern die Freiheit zum Handeln, die Gleichheit vor dem Gesetz und die Brüderlichkeit, den Ärmsten vom Überfluss abzugeben.

Mich soll wundern, was wir 2005 von den Blogs zu erwarten haben. Hoffentlich mehr. Das letzte Jahr war erbärmlich für die deutschen und österreichischen Blogger: Selbstbeweihräucherung auf der einen Seite, ein nicht enden wollendes Kindergartengebrabbel auf der anderen. Fortschritte? Da muss schon vieles anders werden, vor allem aber dies: Die stärksten Kräfte unter uns müssen sich zusammentun – und bitte: mir ist scheißegal, ob daraus die erotischste Frauenzeitschrift im Netz wird oder das kritischste Politikmagazin, wenn es nur mehr wird als das blah, blah, mit dem wir uns letztes Jahr voneinander verabschiedet haben – und das auch heute schon wieder aufgenommen wird.

Ach, was das letzte Jahr für mich war? Ich habe zwei wichtige Entscheidungen getroffen, die meinem Leben eine neue Bahn geben. Es war an der Zeit, und es gab die Gelegenheit. Jetzt fehlt nur noch eine dritte Entscheidung: die für eine neue, möglichst verheißungsvolle Tätigkeit.

Was das Jahr 2005 bringen wird? Herausforderungen natürlich, wie jedes Jahr.

Ohne Worte

burgerking

(c) foto 2004 by sehpferd

Keine Gewalt der Erde kann mich davon abbringen, meinen Lesern dieser Tage Glück und Zuversicht für das neue Jahr zu wünschen. Jenen, die noch in ihren Mauselöchern hocken und die Dunkelheit beweinen, die angeblich bei ihnen herrscht, darf ich sagen: Kommen sie heraus und genießen sie das Glück der Gegenwart, die Lust, zu leben und die Herausforderung, die Zukunft mitgestalten zu können.

Diese Tage haben mehr als manche andere gezeigt, dass die Gewalten der Natur jeden Tag in unser Leben hineinschlagen können – und gerade deswegen wird es Zeit, morgen einen kleinen Apfelbaum zu pflanzen – es darf durchaus auch ein Gedanke sein, der zu mehr Lebensfreude führt.

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Jetzt, nachdem das christliche Weihnachtsfest vorbei ist, dürfen wir wohl auf den Boden der Tatsachen zurückkommen. Jetzt dürfen wir beiden christlichen Kirchen wohl wieder sagen, dass es ein Christentum ohne Erbsünde, ohne Jungfrauengeburt und ohne Dreifaltigkeit gibt.

Jetzt – spätestens jetzt – sollten wir den Christen wohl wieder sagen, dass sie eine andere Aufgabe haben als sich den Himmel zu verzuckern und zu verkitschen: Sie sollen, wenn es denn geht mit Freude und Zuversicht, ihren Mitschwestern und Mitbrüdern dazu verhelfen zu Nahrung, Frieden, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit zu kommen. Das wiegt mehr als alle Evangelien zusammen.

Den plötzlichen einbrechenden Naturgewalten haben wir nichts entgegenzusetzen. Nicht einmal Worte. Es ist viel von Toten die Rede in diesen Tagen. Sollten wir nicht besser an die Überlebenden denken? Wie sie jetzt schnell und gut wieder ein halbwegs normales Leben führen können? Wir sollten. Vor allem aber dürfen wir ruhig die Nachrichten einmal wegschalten – und dafür in uns gehen.

Wir bewohnen alle denselben kleinen Planeten, der uns ermöglich hat, ein besseres Leben als eine Affenhorde zu führen. Aber es ist eben nur ein kleiner Planet, den wir gerne mit philosophischen und religiösen Gedanken verzieren - der Planet allerdings weiß davon nichts.

 

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