anstoss

  sehpferdvs sehpferds magazin für anstöße und anstößiges
In Budapest begegnet man seinem Gedenken allenthalben. Der schwedischen Diplomat Raoul Wallenberg wurde zur Symbolgestalt für die Rettung vieler ungarischer Juden vor dem Naziregime – und für den möglichen Widerstand eines mutigen einzelnen Mannes gegen die Tötungsmaschinerie der Nazis.

Und hier, in Deutschland? Ich weiß, es gibt ein paar vereinzelte Straßen, die nach Raoul Wallenberg benannt sind. Wäre ich nicht häufiger im Ausland, ich hätte vielleicht nie von ihm gehört.

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photo (c) 2005 by sehpferd, Lörrach, Germany

Aus einer Rede, gehalten am 28.09.1969:

"Wir wenden uns an die im Frieden nachgewachsene Generationen, die nicht mit den Hypotheken der Älteren belastet sind und belastet werden dürfen; jene jungen Menschen, die uns beim Wort nehmen wollen und sollen. Diese jungen Menschen müssen aber verstehen, dass auch sie gegenüber Staat und Gesellschaft Verpflichtungen haben."

Was damals galt, gilt heute natürlich ebenso. Doch heute würden dem Autor wahrscheinlich die gleichen rotzfrechen und dümmlichen Sprüche entgegenschallen, die von den Webschreihälsen lauthals gegen die neue Kampagne "Du bist Deutschland" verbreitet werden.

Sie dürfen gerne nachlesen, wer es gesagt hat.

Zur offiziellen Seite "Du bist Deutschland".

Nachdem ich ein Bild einer etwas wässrigen Dame sah, dachte ich doch sogleich an die Aquarienhaltung von Frauen – ein launiges Thema wie die Zoo- und Haustierhaltung männlicher und weiblicher Wesen. Hatte ich nicht schon von menschlichen Hunden, Ponys, Pferden und Schweinen berichtet? Also: Be my fish tonight. Allerdings garantiere ich nicht, dass sie in der Bundesrepublik eine Genehmigung zur Haltung von Meerjungfrauen bekommen – sie stehen vermutlich unter Artenschutz.

Nackte Flitzerinnen stehen hingegen nicht unter Artenschutz – wer sich an ihrem Anblick erbaut, mag diesen Artikel ansehen - vermutlich wird er sich gleich auf die Bilder durchreichen lassen.

Nicht ganz so nackt ist eine Dame, die sich Autogramme auf ihre Brüste schreiben lässt. Ich nehme an, sie wird sich ab und an waschen, deshalb lohnt es sich vermutlich nicht so recht.

Zuletzt greift die Motte heute ein Webthema aus „Twoday“ auf: Was ist besser für die Liebe, gleich oder verschieden zu sein – also mal wieder ein „Henne-oder-Ei“ Problem. Klar, dass da jeder mal zulangen darf, wenn es um Meinungen geht.

Ich konnte leider nicht abstimmen., weil es die Optionen „sowohl als auch“ und „weder noch“ nicht gab – meine Lieblingsoptionen in solchen Spielchen. Was dahinter steht, kann man notfalls logisch begründen, schöner aber ist es beim „THE WIFE OF BATH“ gesagt.

But at the last he said in this mannere; "My lady and my love, and wife so dear, I put me in your wise governance, Choose for yourself which may be most pleasance And most honour to you and me also; I *do no force* the whether of the two: *care not For as you liketh, it sufficeth me."

Erotikblogs stehen im Ruf, nur von mittlerer Haltbarkeit zu sein. Autorinnen und Autoren stecken plötzlich ihre Nase in den Wind, finden interessant, dass sich andere für ihre Lustempfindungen begeistern. Sie beginnen, ihre Intimitäten zu enthüllen, freuen sich über die Resonanz, die sie bekommen und spüren neugierig dem nach, was wohl noch daraus werden wird.

Irgendwann kommt die Zeit, da rationalisieren sie: Es ist doch gut, wenn Menschen solches tun. Andere werden offenbar angeregt, schreiben begeistern Kommentare, sagen, dass ihr Liebesleben beflügelt worden wäre. Ist das nicht wunderschön?

Mag sein, dass es eine Weile schön ist. Doch schon bald wird deutlich, dass man ein Teil der Öffentlichkeit ist. Dass Menschen nicht nur neugierig teilhaben, sondern auch real begierig werden: Dieser wunderbare Körper, der sich diesem oder jenem offenbar bereits geöffnet hat – warum sollte er nicht auch dem begierigen Leser willig offenbaren?

Erst spät bemerken die Bloggerinnen und Blogger, wie nahe ihnen die Öffentlichkeit gekommen ist – und sei der Kreis auch noch so klein. Man muss sich entscheiden. Kein Mensch kann auf Dauer authentisch erotisch bloggen, es sei denn, er oder sie wären in der Branche. Der Weg teilt sich: Entweder, man erfindet nun Geschichten, wird Autor oder Autorin. Das geht, weil man dann Abstand hat. Oder aber, man lässt sich auf die neue Öffentlichkeit ein – dann ist man Darsteller der Person, die man im Blog beschreibt.

Authentisch? Niemand, der mit seinem Intimleben in die Öffentlichkeit drängt, bleibt authentisch: Das Eine beeinflusst das Andere.

Erotikblogs, ich sagte es zu Anfang, stehen im Ruf, von mittlerer Haltbarkeit zu sein. Der Wind beginnt, einem ins Gesicht zu wehen. Der Öffentlichkeit standhalten? An ihr zerbrechen? Es gibt einen dritten Weg: aufzuhören. Früher oder später erwischt es alle – bis auf jene, die ohne Öffentlichkeit nicht leben könnten: Menschen, die auch im wirklichen Leben Autorinnen und Autoren sind – und Sexarbeiter beiderlei Geschlechts.

Liebe Leserinnen und Leser,

Ab und an ist es Zeit, Bilanz zu ziehen. Nein, ich will sie nicht mit großen Worten langweilen, sondern nur etwas über Änderungen auf dieser Seite berichten, die für Sie wichtig sein könnten.

Änderung in den Kategorien

Wenn Sie bisher nach meinen Kategorien gesucht haben, dann haben sie diese lange, lange Liste vorgefunden, in der ich mich beinahe kaum selbst noch zurechtfand: Es hat etwas gedauert, bis ich herausfand, wie ich sie mir selbst gestalten konnte. Indessen – alle Kategorien sind noch da, aber ich schreibe zu keiner der bisherigen Kategorien mehr, sondern nur noch zu denen, sie sehen.

Wenn Sie globale RSS-feeds abonniert hatten, müssen sie gar nichts tun – alles läuft wie bisher. Auch die RSS nach Themenkreisen können weiter abgefragt werden.

Änderung der Blogroll

Bitte seien Sie mir nicht böse, wenn ich die Blogroll aufräume. Alle Links der „spicy blogs“ wandern zu Nachtfalter, die angeblichen „famous blogs“ werden entfallen und nur die Blogs eher traditioneller Autorinnen und Autoren (bisheriger Name „ladies and magazines“) bleiben verlinkt. Daneben finden sie, wie gewohnt, die wichtigsten Webseiten zum Nachschlagen.

Die Politik wandert aus

Alle politischen Stellungnahmen zu Deutschland und Europa, mit Ausnahme der Kolumnen „Geblubber aus den Algen“ und der neuen Kolumne „Sprechblasen“ werden in den Politikbereich von „Sehpferds sinnvollen Seiten“ verlegt, um eine klare Trennung zu haben.

Beiträge über die Liebe bleiben – doch der Schwerpunkt dafür wir „Nachtfalter

Die stilvollen, nachdenklichen Betrachtungen über die Liebe bleiben hier, während die eher flatterhaften Beiträge über Dessous, Liebesspielzeuge und Liebesdienerinnen auswandern – sie werden künftig im „Nachtfalter“ erscheinen, so lange dies möglich ist.

Was wird nun aus „Sehpferds sinnigen Seiten?“

„Sehpferds sinnige Seiten“ werden mehr zu einem Magazin umgebaut, das dann zwar möglicherweise weniger Besucherzahlen hat, aber an Qualität hinzugewinnt. Meine bisherigen Leser werden nichts entbehren, da ich regelmäßig auch hier über meine Aktivitäten anderwärts berichten werde – und natürlich bleiben auch die kleinen Randnotizen, die sie bisher hier aus dem Papierkorb fischen konnten – nur werden sie etwas gerafft.

Ich hoffe, Sie mögen meine Seiten weiterhin.

„Geschlossene Veranstaltung“ steht in unsichtbaren Lettern über den Webseiten, die sich „Blogs“ nennen. Überhaupt schon mal das Wort: Blogs – „Weblogbücher“ oder wie die Dinger heißen. Schon der Name ist überbewertet. Ein Weblog besteht aus Kästchen, in denen Texte stehen, und sie sind nach Datum und Zeit geordnet. Das ist alles - außer, dass man Anderen noch gestattet, ihren Senf dazu zu geben.

Da behaupten Menschen, sie fühlten sich aus Blogs „bestens informiert“. Die Wahrheit: so etwas kann gar nicht funktionieren. Die weitaus meisten Blogger haben nicht den geringsten Zugang zu authentischen Informationen und selbst Recherche ist ein Fremdwort für sie. Also sehen sie fern, kupfern Nachrichten aus erträglichen wie auch aus völlig unerträglichen Medien ab und sagen: „Schaut, wie toll informiert ich bin“.

Anderen geht es schon gar nicht mehr um Information. Sie haben ihre vorgefasste Meinung, die sie überall dort hinterlassen, wo Menschen eine ähnlich vorgefasste Meinung haben. Blogger lesen überwiegend deshalb Blogger, weil fast nur Blogger Blogger lesen wollen.

Die Öffentlichkeit? Ja, von was für einer Öffentlichkeit reden wir denn überhaupt? Ob es nun zwei Drittel der Bevölkerung sind, die nicht wissen, was ein Blog ist, spielt überhaupt keine Rolle: Wer weiß, was etwas ist, muss es noch lange nicht anwenden: Ich weiß ja auch, was Alkoprops sind und trinke dennoch keine. Unsere einzige Öffentlichkeit ist die, voneinander zu lesen – falls wir nicht das Glück haben, einmal in der richtigen Öffentlichkeit zu laden – sprich: In der Zeitung. Dann liest man uns wirklich.

Allerdings – dass wir es bisher nicht geschafft haben, heißt nicht, dass wir es nimmermehr schaffen werden. Freilich nicht, wenn wir so weitermachen: Zusammenarbeit hieße das Zauberwort, aber das ist nicht die Art Wort, die man in Blogs gebrauchen kann: Dort hat man sich inzwischen schon viel zu weit von der Realität entfernt. Sollte hingegen ein Verleger auf die Idee kommen, Blogs zu sponsern (wie es schon manchmal geschieht) dann werden unsere Chancen sprunghaft steigen – und die Öffentlichkeit, die sich viele von uns wünschen, wird dann auch tatsächlich stattfinden.

Mehr hier von Katrin Schuster.

Sprechblasen eines Diagonaldenkers – ab jetzt fast immer montags

Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler hat sich weit herausgelehnt, als er den Kirchen einen Platz zugewiesen hat, der ihnen nicht gebührt: die Mitte der Gesellschaft. Vielleicht solle der Präsident sein Weltbild einmal neu fokussieren: In der Mitte der Gesellschaft stehen Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit – und das sind nur die ideellen Werte. Die Kirchen sind gerne eingeladen, dazu Stellung zu beziehen, aber sie sind eine gesellschaftliche Kraft wie viel andere auch. Wenn sich ihr Stellenwert erhöhen soll, müssen sie beweisen, dass ihre Werte höher zu veranschlagen sind.

Auch sonst verwechselt der Bundespräsident wohl etwas: Natürlich suchen die Menschen, unter ihnen insbesondere die jüngeren Bürgerinnen und Bürger, wieder nach Werten und Orientierungen – jedoch ergibt sich die Frage, ob es sich um geistliche Orientierung handelt oder um den Wunsch nach neuen Lebensentwürfen.

Des Weiteren macht der Präsident einen Fehler, der im Kern des deutschen Wesens liegt: Nicht der Enthusiasmus, ob der Christen oder anderer, an sich ist eine Chance für Deutschland. Die Chance besteht vielmehr darin, die Begeisterung in reale Projekte einzubringen und tatkräftig zum Nutzen aller zu verfolgen.

Die meisten meiner Leser kennen meinen Kommentar „das wöchentliche Geblubber aus den Algen“, in dem ich die letzte Woche in Blogs und anderwärts zusammenfasse. Wer Freude daran hatte, den wird auch diese freuen: Ab sofort schreibe ich jeden Montag einen Kommentar mit dem Titel

„Sprechblasen eines Diagonaldenkers – fast immer montags“

Sehen sie und damit klar wird, dass ich niemanden verschone, fange ich gleich mal beim Staatsoberhaupt an. Aber freuen Sie sich nicht zu früh – verschont wird niemand, gleich, wes Geistes Kind er ist. Geschrieben wird überwiegend über Gedanken, die für Diagonaldenker nicht tragbar sind – und auch dies sei noch gesagt: Hier geht es nicht darum, Polemik wohlfeil zu verbreiten, sondern eine Diskussion anzufachen. Also: Wer von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, sich angehaucht fühlt, der blase mir die erste Seifenblase entgegen.

Es ist voraussichtlich mein letzter Herbst, in dem ich relativ beständig in Deutschland lebe – und da habe ich mich noch einmal in unsere Weinberge begeben – und für Sie alle ein Foto gemacht.

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photo: (c) 2005 by sehpferd, Lörrach, Germany

40 Tonnen Hundescheiße Werden nach Angaben der Stadtväter in Budapest täglich produziert. Jetzt versucht die Stadt, der Sache mit einer Werbekampagne zu begegnen. Die Pressemitteilung des Bürgermeisteramtes (zitiert nach der Budapester Zeitung):

„Etwa 400.000 Hunde leben in dieser Stadt, wobei nur die Hälfte von ihnen angemeldet ist. Sie produzieren täglich 40 Tonnen Kot, der nicht nur ein öffentliches Ärgernis, sondern auch ein gesundheitliches Risiko ist.“

Vor meiner Haustür in Budapest lässt man seine Hunde neuerdings in den Park am Szena Ter scheißen. Überraschenderweise überlebte das Gras bisher den massiven Angriff der Vierbeiner.

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Dass mit Blogs kein Geld zu verdienen ist, weiß ich und sie wissen es auch – weil wir alle unsere Blogs im Grunde sehr unprofessionell aufmachen, keine festen Zielgruppen haben und unsere Ideale aus Wolkenkuckucksheim hochhalten („authentische Meinungen echter Menschen“).

Da kommt die Botschaft aus den USA, dass ein gewisser Jason Calacanis 120 Blogger in 90 Blogs beschäftigt. Ja, sie lesen richtig, beschäftigt. Die Damen und Herren verdienen damit zwischen 200 und 3000 Dollar im Monat – und sie verdienen damit nach einem Pressebericht etwa ein Viertel, bis die Hälfte dessen, was Journalisten verdienen. Das Beispiel zeigt, wie weit hinter dem Mond wir in Deutschland sind – wenngleich natürlich feststeht, dass es mehr englisch sprechende Menschen auf der Welt gibt also solche, die Deutsch lesen können.


Auszug aus dem Orginaltext:

"Which led me to ask Nick Denton how much he earns from his blogs.

"We've never gotten into the numbers," he said. "We're a private company, and we prefer the focus to be on the stories (rather) than on the business model."

"Well, how much does he pay his bloggers? The amount floating around the internet is $2,500 a month per blogger plus traffic bonuses, courtesy of a talk Lockhart Steele, Gawker Media managing editor, gave at New York University last spring. "

Only the lonely know why I cry ... yes, you must have heard the song, probably sung "oh-ho-honly the lonely know the heartaches I’ve been through".

OK, so far love. But the website I'm linking to makes everyone cry – accept those who never wear socks.

via Jimmy

Wer nicht in der Bundesrepublik, nicht in der DDR und nicht im Deutschen Reich geboren wurde, wie ich, sondern in der amerikanischen Enklave der britischen Besatzungszone, wird es immer schwer haben, ganz Deutscher zu sein. Aber darum geht es nicht, sondern darum, jetzt endlich wieder zu beginnen

- Eigenverantwortung zu lernen oder wiederzugewinnen
- Gemeinschaftlich zu handeln für unser Land uns für Europa
- Die Belange der Stadt, des Landes und der Republik als „seine“ zu erkennen

Könnten wir nicht wenigstens dies als gemeinsame Grundlage anerkennen? Auch wenn ich hier, wie ich erwarte, von den Webextremisten verhöhnt werde: Auch ich bin Deutschland – aber ich bin darüber hinaus Europa, was noch bei weitem lohnender ist. Dennoch mache ich mit bei der Kampagne – „Du bist Deutschland“ – auch, wenn meine österreichischen, schweizer und andere deutschsprachige Leser davon natürlich recht wenig haben. Aber für sie bliebt ja noch, was ich sonst zu schreiben habe.

kampagne

Mit dem Logo soll auch eines ausgedrückt werden: Man muss den Blog-Ohnemichels deutliche Zeichen geben. Egoist zu sein und zu sagen "IHR - NICHT ICH" bedeutet auch, sich von der Gemeinschaft gelöst zu haben. Der Anspruch, zu sozialen Fragen Stellung zu beziehen, wird dadurch fragwürdig.

Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – fast immer sonntags

Da war also die Wahl – und zur Wahl selbst will ich gar nicht mehr sagen als diex: Ich war in Budapest, inmitten ungarischer und deutscher Bürger, als Kanzler Schröder zwei Mal ausfällig wurde: Einmal, vor der „Elefantenrunde“, fand er Worte gegen die Medien, die man besser vermeiden sollte – immerhin könnte es ja sein, dass man die Medien noch einmal braucht. Sodann, in der „Elefantenrunde“, wurde er auf eine unsägliche, arrogante Art ausfällig.

Meine lieben Leserinnen und Leser, wenn Herr Schröder dies über irgendeinen Sender gesagt hätte, der bestenfalls in deutschen Wohnstuben zu empfangen wäre, wäre das alles noch mit dem Mäntelchen der etwas überhitzten Liebe zu sich selbst zuzudecken gewesen. Aber wir haben andere Zeiten.

Heute nämlich können alle unsere Nachbarstaaten unsere ARD-Sender und das ZDF per Satellit empfangen – und in diesen Nachbarländern beherrschen sehr viel Menschen die deutsche Sprache in Wort und Schrift, sodass Herr Schröder (und jeder andere politisch aktive Mensch) dort sofort verstanden wird – und auch die Unflätigkeiten, die aus seinem Munde kamen. Sehen sie, da schämt man sich dann manchmal, ein Deutscher zu sein, wenn sich schon der Regierungschef nicht zu benehmen weiß.

Doch ich wollte Ihnen heute noch viel mehr dazu sagen: Im Internet sind vor einiger Zeit Wahlblogs entstanden. Nachdem die Wahl vorbei war, haben sich die Autoren so gut wie alle wieder zurückgezogen (es gibt dafür heftigere Ausdrücke). Politische Blogs? Ach so. Ja, das war mal während der Wahl. Jetzt ist Alltag. Da kann man wieder auf die Globalisierung schimpfen und auf den Neoliberalismus – das ist ja auch viel einfacher, als die Probleme mal mit den Händen anzupacken.

Dies nun wieder wirft viel Licht auf die Blogger, aber ein wenig Licht fällt dabei auch auf Deutschland: Politik ist jeden Tag man ist jeden Tag Deutscher und man kann jeden Tag auf seine Weise etwas für seine Stadt, sein Bundesland, die Republik oder unser Europa tun. Das ist, mit Verlaub, ihre Aufgabe, meine Damen und Herren Staatsbürger – und nicht ihre Tage vollzuknallen mit Wohlfühlterminen. Wobei ich gleich sagen will, dass ich nichts gegen das Wohlfühlen habe – aber alles zu seiner Zeit.

Wie so oft sonntags will ich sie noch einmal dazu anregen, mit mir zu kooperieren und mich in ihre gegenwärtigen Projekte einzubeziehen. Wir alle leisten am Meisten, wenn wir unsere besten Fähigkeiten zusammenwerfen – das gilt so gut wie überall, nur Blogger ignorieren dies nach wie vor. Es ist sehr schade, wie viel intellektuelles Potenzial dabei vor die Hunde geht.

In diesem Sinne könnten sie ja eigentlich noch mal nachdenken an diesem Wochenende.

Lächeln muss ich immer, wenn Leute in Blogs über Solidarität schreiben – wären sie solidarisch, würden sie nicht in Blogs schreiben, sondern gemeinsam mit anderen gute Projekte ins Leben rufen, von denen auch etwas bleibt.

(Damit Sie nicht fragen: Ja, ich besitzte einen Spiegel und ja, ich bedaure, nicht mehr für die Solidarität getan zu haben - aber dennoch: Ich habe es wenigstens versucht).

Ich höre so oft, dass junge Männer auch in der heutigen Zeit kaum die Möglichkeit haben, an die ersehnten sexuellen Genüsse zu kommen. Immer noch gilt wohl, dass die Konkurrenz groß ist und die Damen sich stets die Rosinen aus dem Männerkuchen picken – der Rest muss sehen, wie er sich auf andere Weise verkrümelt.

Im Nachtfalter schreibe ich (in deutscher Sprache) , wie es damals war – in den 50er und 60er Jahren. Ich will in Zukunft noch etwas mehr darüber schreiben, weil diese Aspekte der Zeit demnächst verloren gehen werden.

Doch wie ist es eigentlich heute wirklich? Wie gehen die sehr jungen Mädchen mit ihren Mitschülern, Mit-Auszbildenden und jüngeren Kollegen in den Betrieben um? Ist es wirklich so, dass ein Bodensatz der jungen Männer nie an die erotischen Genüsse herankommt?

Zeitzeugen gesucht – wie immer an der bekannten Adresse sehpferd at sehpferd de.

 

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