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Sie wohnte nicht weit von meinem gegenwärtigen Wohnort: Von hier ist es ein Katzensprung nach Steinen. Aber eigentlich gilt sie als Baslerin, Schweizerin, Weltbürgerin: Meret Oppenheim. Am bekanntesten wurde sie durch die Tasse und Untertasse mit Pelzbesatz, am schönsten ist sie auf einem Foto von Man Ray, und in der Stadt Steinen ist sie seit Jahrzehnten ein Zankapfel.

Mal Hand aufs Herz – wer kennt Meret Oppenheim?

Wer sie kennt, mag vielleicht meine Frage beantworten: Wie beurteilen meine Leser die Bedeutung von Künstlerinnen und Künstlern, die eher ein bescheidenes Lebenswerk hinerließen, aber große Bedeutung für ihre Zeit hatten?

Ich bin auf diese Frage anlässlich meines Beitrags über Yoko Ono gekommen.

Die Seite, auf die ich verweise, ist etwas lokalpatriotisch, aber Steinen ist ja nun auch eine sehr kleine Stadt. Als Hintergrundinformation muss man noch wissen, dass dort vor einiger Zeit ein ekelhafter Provinzlerstreit um Frau Oppenheim tobte – so dumm, volkstümelnd und letztendlich deutsch, dass man sich schämen muss, in der Region um Steinen zu leben. Ich habe (am Rande) davon geschrieben.
albannikolaiherbst meinte am 1. Okt, 07:42:
Wie beurteilen Ihre Leser die Bedeutung von Künstlerinnen und Künstlern, die eher ein bescheidenes Lebenswerk hinerließen, aber große Bedeutung für ihre Zeit hatten?
Ich glaube, Sie stellen die Frage falsch. Kein Mensch bezweifelte die Bedeutung etwa Frau von Steins oder sogar Alma Mahlers. Es anders zu halten, hieße auch die Bedeutung sagen wir Konrad Adenauers, Richthofens, meinethalben Beckenbauers für ihre Zeit zu bestreiten. Das wäre ja Unfug.
Aber diese Frage ist uninteressant, wenn man ein künstlerisches W e r k beurteilt. Ich hatte es schon gesagt: Es mag sein, daß Frau Oppenheims K u n s t überhaupt keine Bedeutung hat, so wie ich glaube, Yoko Onos Kunst ist völlig belanglos. Daß sie a n d e r s wirkte, eben n i c ht als Künstlerin, aber etwa als Lebensgefährtin Lennons, muß für solch eine Aussage gar nicht bestritten werden. Darauf bezieht sich die Aussage nicht. (Es gibt übrigens Indizien, daß sie o h n e Lennon eine wichtige Fluxus-Künstlerin geworden wäre, aber diese Entwicklung gönnte ihr die Beziehung nicht.) 
sehpferd meinte am 1. Okt, 09:24:
Eine Anmerkung, generell
Kann man eine Künstlerin oder einen Künstler wirklich nur nach seinem Werk einschätzen? Müsste man Künstler(innen) nicht gleichwertig nach ihrem Wirken beurteilen? Was, wenn die Werke gar flüchtig sind?

Ganz so leicht möchte ich es meinen Lesern nun doch nicht machen. 
 

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