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„Ein starkes "Wir"-Gefühl ist unter den Bloggern kaum vorhanden“, schrieb mir ein Blogger, doch kurze Zeit später las ich den in Blogs vielbeachteten Artikel in der „Süddeutschen Zeitung“, in dem sich folgendes Zitat befand: „Wir sind Blogger. Wir sind kleine, mobile Einheiten. Wir fliegen unterhalb des Radars der Verlage und der Meinungsindustrie“. Na bitte. In diesem Zitat wird gerade so getan, als wären die Blogger das kollektive Sprachrohr der Entmündigten und Entrechteten, die Robin Hoods jener, die ohne Stimme wären, und offenbar nimmt es die „Süddeutsche“ ernst – sie hätte ansonsten wohl auch ein selbstkritischeres Zitat verwenden können.

"Wir"-Gefühl? Globale Verbreitung unerwünschter Nachrichten? Korrektiv der etablierten Presse? Damen und Herren, ihr nehmt den Mund ganz schön voll. Ich plädiere dafür, endlich herunterzukommen vom hohen Roß. Das würde auch jene Blogger ehren, die tatsächlich unter schwierigsten politischen Bedingungen und teils unter Lebensgefahr versuchen, die Wahrheit aus ihren jeweiligen Ländern ein bisschen in die Welt zu bringen.

"Wir"-Gefühl? Nein – nicht mit den Plappermäulchen, Besserwissern und Kampagnenreitern. Man hat schließlich seinen Stolz.

Der Name ist Programm: Höschen, Höschen, Höschen, und in der Tat sind es die „Unaussprechlichen“, über die in diesem Blog fleißig geschrieben wird. Dazu kommen Bilder aus alter und neuer Zeit.

Wer sich bei den Gewichthebern auskennt, wird besser wissen, ob es sich nun um Stoßen oder Reißen handelt – jedenfalls scheint ein kleiner, aber sorgsam gehüteter Teil der Erotikbranche davon zu leben, Produkte wie Webseiten, Fotoserien oder Videos herzustellen, in denen spärlich bekleidete Frauen die Herren als Gewichte in einer neuen Sportart benutzen.

Ob es sich dabei eventuell um einen Zweikampf handelt, konnte nicht festgestellt werden, nur dass eine der Webseiten, auf die Fleshbot verwies, alsbald wegen Überfüllung geschlossen werden musste. Diese hier hat den Ansturm überlebt.

Simple Wahrheiten noch simpler darzustellen scheint eine Spezialität von "Ask Men" zu werden: Männer lieben Frauen, die Frauen lieben, weil sie dann ein gemeinsames Interesse haben. Etwas mehr freilich hat Ask Men doch noch dazu zu schreiben.

Umgekehrt freilich wird auch ein Schuh draus: Frauen, die Frauen hassen, sind zu gar nichts zu gebrauchen – nicht einmal fürs Bett.

Dieses Thema beschäftigt die Times, die sich redlich bemüht, eine Leserinnenanfrage zu beantworten. Während der Arzt Dr. Thomas Stuttaford die Möglichkeiten aufzeigt und dabei wertvolle Ratschläge für den Gebrauch gibt, weiß die Sex-Kolumnistin Suzi Godson nur den üblichen schnodderigen Rat: Vergiss Kaninchen (das Kaninchen ist ein populärer Vibrator im angelsächsischen Raum), sondern nimm einen Kerl, der dich umarmt. Wenn Sex-Kolumnistinnen in England nicht mehr können als diesen Rat zu geben, dann gute Nacht, Vereinigtes Königreich.

Ein New Yorker Restaurant bietet Nudisten einen ganz besonderen Service: Einmal im Monat darf in Zukunft nicht nur Mantel und Schal fallen, sondern auch noch der Rest der Kleidung. Einzige Voraussetzung: Man muss etwas mitbringen, auf dem man sitzen kann – der nackten Hintern darf nicht direkt mit den Restaurantstühlen in Berührung kommen. Auch der Blick auf nackte Bedienungen wird nicht gewährt: Jene müssen vollständig bekleidet bleiben.

Via Keralanext

Die BILD-Zeitung hat das Arbeitslosengeld II wieder aufgegriffen und dabei festgestellt, dass sich die Zahl der Widersprüche verdoppelt hat – ein typisches BILD-Thema, das eben auch von der konventionellen Presse heftig ventiliert wurde – man muss ja an die Stammtische denken. Die Atomwaffen sowie das Atomprogramm verschiedener Regierungen, insbesondere das vermeintliche oder tatsächliche Programm des Iran kam durch die russische Regierung wieder ins Gespräch.

Auch in den Schlagzeilen: das Pentagon und die Roboter. Letztere werden demnächst im Irak als Kampfmaschinen eingesetzt. Zitat: „Dieser Kampfroboter werde helfen, die Verluste der US-Armee dramatisch zu senken.“ Selbstverständlich, wir danken dir, Roboter. Dafür, dass du die Verluste der US-Armee drastisch senken wirst. Ob die Zivilbevölkerung dabei niedergemäht werden könnte, erfuhren wir nicht.

Neben der Verbraucherzentrale und den Schöffen kam gestern auch die Fuchsjagd in die Presse – beides deutliche Anzeichen dafür, dass es außer den Dauerthemen weder etwas Interessantes zu schreiben noch etwas Interessantes zu kommentieren gab.

Ansonsten waren die Wiederkäuer nochmals am Werk, von der Verschärfung es Versammlungsrechts bis hin zum angeblich so schrecklich wichtigen Visa-Streits, der außer ein paar Herren von der CDU niemanden wirklich interessiert. Fragt sich nur, wer einmal die Regierung in Deutschland übernehmen könnte, falls es der CDU/CSU tatsächlich gelingen sollte, die Regierung Schröder zu demontieren: Die Opposition befindet sich in einem noch bei weitem schlechteren Zustand als die Regierung. Die Malaria ist nicht schuld, aber sie hält sich in der Presse zäh wie Fliegenleim.

Vergaß ich etwas? Oh ja, Ipod. Apple hat ein neues, preiswertes Gerät angekündigt – das ist natürlich eine Presserwähnung wert, während der Kreisel durch einen Fehler meiner Quelle in die Schlagzeilen gekommen ist – in Wahrheit ist Reiner Kreisel, Sprecher der Geschäftsführung von Rowenta, gemeint. Er will im Stammwerk Stellen abbauen, denn die Herstellung des guten alten Dampfbügeleisens ist in Deutschland zu teuer geworden.

 

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